Die Glocke von Asgard – Teil 3 (22.11.2017)

Dies ist der dritte Teil der vierteiligen Fortsetzungsgeschichte.

Asgard (2)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Ich streckte meine Glieder und wunderte mich, daß sie sich überhaupt nicht steif anfühlten. Ich mußte lächeln, vor vierzig Jahren hätten sich meine Glieder auf der Erde ebenfalls nicht steif angefühlt. Den Hunger ersetzte ich durch ein angenehmes Sättigungsgefühl. Der Bannwald lag immer noch in weiter Entfernung von mir. Wer dahin wohl verbannt wurde? Oder sollte der Name ein „Betreten verboten“ ausdrücken?

Ich dachte an einen Geländewagen. Der war sicher besser als eine einfache Limousine. Die angemessene Alternative zu einem Vierrad-Antrieb war allerdings ein Pferd mit einem Vierbein-Antrieb. Ich konnte zwar nicht reiten, also brauchte ich ein Pferd für Leute, die nicht reiten können. Es gab schließlich auch Autos für Menschen, die kein Auto fahren konnten.

Fury? Ich erinnerte mich vage daran, diese Filme gesehen zu haben. Ein weißes Pferd wäre allerdings besser. Mr. Ed, das sprechende Pferd, mit dem ich mich unterhalten konnte. Ob das Jenseits dies zulassen würde?

Aber wer brauchte schon ein Pferd, wenn er Siebenmeilenstiefel anhatte? Ich konzentrierte mich darauf, daß mich nun jeder Schritt dem Bannwald immer näher bringen würde. Gestern – falls dies wirklich gestern gewesen war – hatte ich noch zurückgeschreckt, jetzt wollte ich dorthin, so schnell wie möglich.

Tatsächlich rückte der Wald nun schnell näher. Ich bewegte mich jetzt mit etwa 30 km/h auf den Wald zu, eine Geschwindigkeit, die ich zu Fuß nie und nimmer erreicht hätte, schon gar nicht über Stunden hinweg. Es gab jedoch keinen Baum, der über alle hinausragte. Wo war Yggdrasil?

Der Wald umfing mich. Es war „deutscher Wald“, praktisch ohne Unterholz. Einen gebahnten Weg hatte ich nicht, ich lief einfach querwaldein. Ich wußte nicht, woher ich gekommen war, aber irgendwie wußte ich, wohin ich gehen sollte.

Fast übergangslos stand ich auf einer Lichtung. Auf hundert Meter vor mir wuchs nur Gras, dann erhob sich der mächtigste Baum, den ich je gesehen hatte. Der Stamm durchmaß mindestens zwanzig Meter, er ragte hoch bis in die Wolken, ja über die Wolken hinaus.

Ich hatte einen heiligen Hain betreten. Am Fuß der Weltesche entsprang eine Quelle, um die Quelle saßen drei Frauen, deren Alter ich nicht bestimmen konnte. Ich atmete tief ein und näherte mich den Frauen.

„Wer bist du, daß du die Urdquelle aufsuchst?“, sprach mich die Mittlere der Frauen an.

Urd, Verdandi und Skuld… So hießen sie, die Schicksalsweberinnen, die Nornen. Kein Wunder, daß Sigwald mich hierher geschickt hatte.

„Ich heiße Michael“, stellte ich mich vor. „Ich suche die Glocke von Asgard.“

„Du?“ Die älteste der drei hatte eine keifende Stimme. „Welche Vermessenheit, dir das anzumaßen!“

„Es ist nicht meine Entscheidung, Wotan hat mich darum gebeten“, antwortete ich.

„Ach, wenn es weiter nichts ist…“ Die Jüngste lächelte mir freundlich zu. „Die Glocke von Asgard findest du in Muspelheim, klettere einfach an Yggdrasil nach oben.“

„Ja, einfach nach oben“, bestätigte die Älteste. „Je heißer es wird, desto näher kommst du Muspelheim. Wenn du verbrennst, bist du fast dort.“

„Laß dich einfach fallen, wenn du dich nicht mehr halten kannst“, riet die Mittlere. „Wir werden dich pflegen, dafür brauchst du uns nur ein einziges Jahr zu dienen. Dann versuchst du es einfach nochmal.“

„Warum sollte ich dort verbrennen?“, wunderte ich mich.

„Muspelheim ist die Welt des Feuers“, antwortete die Jüngste. „Die Bewohner Muspelheims können nicht nach Asgard, und die Bewohner Asgards nicht nach Muspelheim. Das ist selbst den Asen und den Wanen verwehrt, Bewohner Midgards werden Muspelheim keinesfalls erreichen.“

Die Aussicht, auf einen kilometerhohen Baum zu klettern, um brennend abzustürzen, wirkte alles andere als motivierend. Muspelheim… Das Land der Feuerriesen. Das reichte als Lösung für ein Kreuzworträtsel, enthielt jedoch keinerlei Reisewarnungen, etwa in der Art: Feuerriesen halten feuerspeiende Drachen als Haustiere, und ihre Lieblingsspeise ist Eintopf mit ganzen Menschen.

„Sind die Feuerriesen gefährlich?“, fragte ich vorsorglich.

„Aber nein, die freuen sich bestimmt über jeden Besuch“, versicherte die Mittlere.

Das klang nach einer freundlichen Einladung zum Essen, nur eben nicht, als welcher Gang ich serviert würde.

„Und es gibt keinen anderen Weg, als hier hochzuklettern?“ Sollte ich Wotan noch einmal treffen, würde ich ihm ganz sicher ausführlich meine Meinung über das Klettern auf hohe Bäume darlegen. Und dafür nach Möglichkeit vorher im Bayerischen Schimpfwörterlexikon nachschlagen.

„Dann habe ich wohl keine andere Wahl“, seufzte ich.

„Oh, natürlich hast du eine Wahl“, bot mir die Jüngste an. „Du kannst uns gleich zu Diensten sein, ohne erst abzustürzen.“

„Ich versuche mein Glück mit Yggdrasil“, entschied ich. Die zerklüftete Rinde der Weltenesche versprach Griffe und Tritte, trotzdem wäre mir eine alpine Ausrüstung mit Seil und Haken willkommen gewesen. Allerdings war ich noch nie geklettert, ich hätte folglich nicht damit umgehen können.

Zum Glück war dies das Jenseits. Ich war gestorben, um hierher zu gelangen, da schreckte mich die Aussicht, brennend abzustürzen, nicht so sehr, wie sie es auf der Erde getan hätte. Ein paar Äste, die mir beim Aufstieg halfen, hätte ich jedoch gerne gehabt. Oder gleich einen Aufzug, der innerhalb des Stammes nach oben führte und mir die lästige Kletterei ersparte.

Da mir weder das eine noch das andere gewährt wurde, mußte ich nun doch klettern. Vielleicht half der Trick mit den Siebenmeilenstiefeln auch in der Vertikalen. Ich konzentrierte mich darauf, gut voranzukommen. Ich orientierte mich dabei ausschließlich nach oben, auf der Erde war ich nicht schwindelfrei gewesen, da wollte ich keinerlei Risiko eingehen.

Bislang wurde mir nur etwas warm vom Klettern, Muspelheim lag demnach noch in weiter Ferne. Höher, immer höher, bis zum ersten Ast. Dort richtete ich mich ein für eine längere Rast. Die Lichtung und der Bannwald lagen schon weit unter mir, mein Blick reichte bis nach Folkwang und Walhall. Ich hätte Yggdrasil demnach schon den ganzen Weg über sehen müssen, doch offenbar verhinderte das Jenseits diesen Anblick.

Asgard war nur eine Ebene im Jenseits, von meinem Rastplatz entdeckte ich die Grenzen Asgards, sogar den Abgrund jenseits dieser Grenzen, und andere Ebenen, die neben Asgard im Nichts hingen. Das waren sie also, die Inseln der Seligen. Auf einer von ihnen vermutete ich die Bibliothek von Alexandria, dort hätte ich mich nicht zu einer riskanten Kletterpartie aufmachen müssen.

Es gelang mir tatschlich einzuschlafen. Am anderen Morgen wunderte ich mich nur kurz, daß ich nicht heruntergefallen war. Ich wußte nun, was mich da oben erwartete: das Himmlische Jerusalem, die nächsthöhere Jenseitsebene. Kein Wunder, daß die Bewohner Asgards das als Feuerzone empfanden. Wer eine Lichtebene betreten wollte, die höher geartet war als er selbst, dem erging es wie Ikarus, der der Sonne zu nahe gekommen war. Das Seelengericht hätte mir die richtige Ebene zuweisen müssen, aber ich konnte mich nicht an ein Seelengericht erinnern. Ich hegte jedoch die Hoffnung, daß das Himmlische Jerusalem für mich keine Feuerebene sein würde.

Ich kletterte weiter, konzentrierte mich auf den Trick mit den Siebenmeilenstiefeln. Nach einer Weile erreichte ich die Wolken. Sie verdeckten die Sicht, was mir überaus recht war. Aus der Sicherheit einer Astgabel hinunterzuschauen war eine Sache, mit dem unsicheren Halt bei einer Kletterpartie wollte ich das nicht riskieren.

Von einem Augenblick zum anderen verschwanden die Wolken. Ich riskierte einen Blick nach unten, erwartete eine weiße, sanft gewellte Ebene unter mir zu sehen. Wo Wolken sein sollten, war alles grün. Ja, sanft gewellt, jedoch eine grasbewachsene Ebene. Ebenso ungläubig wie vorsichtig streckte ich ein Bein aus. Wo gerade noch Wolken gewesen war, fühlte ich festen Boden. Sollte ich es riskieren? Der Baum ragte noch höher, deshalb wußte ich nicht, ob das hier mein Ziel war. Ich stieß mich vom Baum ab, mit der Befürchtung, durch weiche Wolken zu fallen und anschließend ganz weit nach unten, doch der Boden hielt, was er versprach.

Yggdrasil, die sich gerade noch in unendliche Höhen erstreckte, war verschwunden. Dort, wo sie hätte sein sollen, stand nur noch ein gewöhnlicher, nicht allzu hoher Baum, dessen Stamm ich locker umarmen konnte.

Ich hatte einmal von der Autobahn bei Ingolstadt aus die Alpen gesehen. Ein einziges Mal, so klar war die Luft nie wieder gewesen. Auch hier entdeckte ich in großer Entfernung einen Hügel, auf dem sich eine Stadt erhob. Bis dahin waren es mehrere Tagesreisen, vermutlich eine ganze Woche. Das Himmlische Jerusalem, das ich das Himmlische Eonata genannt hatte, da lag es. Und genau da sollte ich bestimmt nicht hin.

In dieser entlegenen Ecke lebten offenbar keine Menschen. Die große Glocke, die ich erhofft hatte, gab es auch nicht. Wenn sie hier tatsächlich irgendwo sein sollte, dann in der anderen Richtung, von der Stadt weg.

Ich marschierte los und beschloß, bei meinem nächsten Aufenthalt im Jenseits auf alle Fälle eine Uhr mitzunehmen. Ich wanderte durch Buschland, das sich erst noch zum Wald entwickeln wollte. Es wirkte, als habe hier noch nie eines Menschen Hand formend eingegriffen. Ich verspürte eine Sicherheit, genau wie im Bannwald, daß ich auf dem richtigen Weg war. Irgendwo vor mir hing sie, die Glocke von Asgard.

Wobei hier natürlich alles möglich war, selbst eine Glocke, die nur fünf Zentimeter groß war und leicht übersehen wurde. Eine Glocke, die tönen würde, als sei sie viele Tonnen schwer, natürlich.

Tatsächlich war die Glocke groß genug, um sie nicht zu übersehen. Sie stand alleine auf einer Lichtung, oder besser, einem heiligen Hain. Die Glocke war mindestens fünf Meter hoch, bestand aus reinem Gold und war bestimmt 200 Tonnen schwer. Wie sollte ich dieses Monster bewegen, gar zum Klingen bringen?

Aber das war nicht die einzige Schwierigkeit. Drei Meter von der Glocke entfernt existierte eine gläserne Wand. Sie schloß die Glocke vollständig ein und verwehrte mir den Zugang.

„Ich habe nicht gesagt, daß es einfach würde“, sagte jemand hinter mir.

„Wotan“, seufzte ich. „Laut den Nornen können Asen nicht hierher nach Muspelheim.“

„Es strengt an, hier zu sein“, gab Wotan zu. „Aber es ist möglich.“

„Kannst du diese Barriere wegzaubern?“, fragte ich.

„Nein, ich bin nicht allmächtig“, erwiderte die Gottheit. „Ich vermag auf dieser Ebene nichts auszurichten.“

„Kannst du mir wenigstens in irgendeiner Weise helfen?“, bohrte ich weiter.

„Nein, ich kann dich nur bitten, dein Bestes zu geben“, erwiderte Wotan.

„Oh, danke, das ist überaus nützlich“, knurrte ich zurück.

„Die Glocke darf auf gar keinen Fall geläutet werden“, sagte eine fremde Stimme.

„Ach, und das sagt… wer?“ Ich war mir sicher, diesen Mann mit den eher orientalischen Gesichtszügen und der zu groß geratenen Nase noch nie gesehen zu haben.

„Jahwe, auch bekannt als Jehova“, stellte mir Wotan den Unbekannten vor.

„Laß mich raten – der ist ebensowenig allwissend und allmächtig wie du?“, vermutete ich.

„Die Menschen haben uns nach ihrem Bilde geschaffen“, verriet Wotan. „Derzeit ist Jahwe jedoch mächtiger als ich.“

„Warum verbannt er uns dann nicht einfach?“, wunderte ich mich.

„Ich bin ein gnädiger Gott“, behauptete Jahwe. „Bleib hier, lebe im Himmlischen Jerusalem, genieße das Dasein. Nutze deine Schöpfungsmacht.“

„Wer hat den Krieg im Jenseits nun tatsächlich verloren?“, vergewisserte ich mich.

„Jahwe hat verloren, er hat sich so sehr auf der Erde eingemischt, daß er im Jenseits nicht präsent gewesen ist“, erklärte Wotan.

„Auf der Erde sind die Kriege endgültig entschieden“, behauptete Jahwe. „Von der Erde aus werden wir die Verhältnisse im Jenseits umkehren.“

„Es sei denn, diese Glocke wird geläutet“, vermutete ich.

„Warum willst du die Hölle entfesseln, wenn du im Himmel leben kannst?“, lockte Jahwe. „Auf der Erde hat man dir die Anerkennung verwehrt, die dir gebührt hätte. Hier, im Himmlischen Jerusalem, wird das ganz anders. Du bist ein Weltweiser, ein Gerechter unter den Völkern, und du wirst wie ein König empfangen werden. Nichts wird dir hier mangeln, unter meinem Schutz wird es dir wohlergehen wie nie auf der Erde.“

„Es waren deine Leute, die mir auf der Erde so sehr zugesetzt haben. Die ungerechten, selbstherrlichen und verblendeten Richter, die Fanatiker, die mich beschimpft haben, die Freunde, die mich im Stich gelassen und aufgegeben haben, das war alles dein Werk. Womöglich sogar euer beider Werk!“ Ich spürte eine gewisse Wut in mir aufsteigen. Auf Jahwe ebenso wie auf Wotan. Die Anhänger Jahwes hatten mein Leben auf der Erde versauert, und Wotan hatte mich hierher gelockt, ohne zu wissen, daß ich diese Aufgabe erfüllen konnte. Und das mit Versprechen, von denen er genau gewußt hatte, daß er sie nicht halten konnte.

Immerhin, Jahwe hatte mir den entscheidenden Hinweis geliefert. Ich solle meine Schöpfungsmacht nutzen… Die beiden Götter schrumpften, auch die Glocke schrumpfte. Ich hatte den Knüppel in der Hand, den ich in Folkwang als Waffe bekommen hatte.

Ich spürte, wie die Götter kämpften. Wotan ging Jahwe direkt an, während Jahwe alles daransetzte, die Barriere um die Glocke zu verstärken. Er fürchtete offenbar, daß mein Knüppel sie zerschlagen würde.

Gemessen an den Göttern war ich nun vier Meter groß und mein Knüppel zwei Meter lang. „Da, fang!“ Ich brauchte den Knüppel nicht, also warf ich ihn Jahwe zu. Ganz sanft, so daß er ihn leicht auffangen konnte.

Die Barriere war nicht aus Glas, sondern aus der Energie einer niedrigeren Jenseitsebene, aus den Gefilden, in denen Jahwe existierte. Sowohl für Bewohner Asgards als auch für Bewohner des Himmlischen Jerusalems war diese Barriere undurchdringlich. Ich streckte meine Faust in die Barriere und ließ die Energie meiner eigenen Ebene wirken. Es mußte die Energie einer weitaus höheren Ebene sein, das erkannte ich jetzt. Ich hätte niemals Schöpfungsmacht besessen, wenn es nicht so gewesen wäre. Die Barriere entflammte und verschwand. Ich hörte Entsetzensschreie, mit Sicherheit die Jahwes, doch vermutlich hatte auch Wotan erkannt, daß hier mehr vorging, als er geplant hatte.

„Du Narr, siehst du nicht, daß wir beide getäuscht worden sind?“, zeterte Jahwe. „Das ist nicht dein Werkzeug, sondern das ist jemand, der dich nur benutzt hat! Ragnarök ist das Ende der Götter, es ist auch dein Ende! Hilf mir, es abzuwenden! Es ist besser, zusammen die Erde zu beherrschen, als zusammen ins Nichts zu stürzen!“

Ich legte mir Muskeln zu, die einen Arnold Schwarzenegger zu dessen besten Zeiten hätten vor Neid erblassen lassen. Mit diesem Körper warf ich mich gegen die Glocke.

Die Glocke bewegte sich, ganz langsam. Ich wartete geduldig, um sie immer und immer wieder anzuschieben, die Ausschläge immer größer werden zu lassen. Die beiden Götter hingen an meinen Beinen, offenbar hatte Wotan es sich anders überlegt. Dann schlug die Glocke an, ein ganz leises Bong ertönte. Ich trieb sie weiter und weiter an, trotz der lauter werdenden Glockenschläge. Hätte ich normale Ohren besessen, ich wäre taub geworden. Kräftige Glockenschläge durchhallten das Jenseits. Ihre Schwingungen erfaßten die Erde, auch wenn die Menschen sie nicht hören konnten.

Meine Aufgabe war erfüllt, ich konnte die Ebene verlassen. Ragnarök hatte begonnen.

* * *

Ich betrachtete meinen Fuß. Die abgeschrägten Zehen und der schmale Knochenbau zeigten deutlich die ägyptische Form. Die braune Haut hätte ich mir in meinem Leben als Michael gewünscht. Den vier Meter großen Barbarenkörper vermißte ich ein wenig, aber das wäre zuviel Angabe gewesen. 1,70 Meter groß, gekleidet in einer ockerfarbenen Tunika, mit schulterlangem, schwarzem, glattem Haar, das paßte besser zu mir, zu…

„Imhotep!“

Die Stimme meines Herrn klang freundlich, offenbar war er zufrieden.

„Osiris“, sagte ich und drehte mich um. „Die Glocken von Asgard läuten auf allen Ebenen, Ragnarök hat begonnen.“

Isis, Osiris und Horus, drei der Götter Ägyptens, hatten die nächste Daseinsebene erreicht. Selbst wir im Grünen Land wußten nicht, was und wo das war. Wir glaubten, daß diese drei keine Menschen waren, sondern die Schutzgeister des Sonnensystems, die im alten Ägypten als Götter aufgetreten waren.

Ich erinnerte mich wieder, damals, bevor ich in dieses letzte Erdenleben eingetreten war. Sie hatten mich alle drei aufgesucht, mir erklärt, daß auf den unteren Lichtebenen jener Energieknoten erschienen wäre, der die Erneuerung der Erde einleiten würde. Aus den höheren Lichtebenen heraus sei er nicht zugänglich, selbst die mächtigen Drei würden das nicht schaffen. Es bedurfte eines Erdenlebens, eines langen Erdenlebens, um die Erfahrungen zu sammeln für die Aufgabe im Jenseits, ohne das Wissen um die eigene Existenz.

Ein Erdenleben, das die Aufmerksamkeit der Götter Asgards auf sich ziehen sollte, damit sie mir den Einzug in ihre Gefilde erlaubten. Von dort aus, von unten, sei diese Nische zugänglich, wäre der Energieknoten erreichbar. Ich hatte die Erde solange gemieden, bei dem Gedanken, dort hinab zu müssen, war mir alles andere als wohl. Nicht durch Heldentaten, sondern auf friedliche Weise sollte ich die Aufmerksamkeit eines Gottes von Asgard auf mich ziehen, sagte mir Osiris. Die Aufgabe erschien mir unlösbar, erst jetzt wurde mir klar, wer Wotan dazu gebracht hatte, auf mich zu verfallen: Isis, die ihm als Seherin Isaïs erschienen war, hatte meinen Weg geebnet.

Der Energieknoten schwang, seine Resonanzen erfüllten die jenseitige Welt. Dies war sie, die Glocke von Asgard, oder besser, die Glocken von Asgard.

„Die Glocken – ja.“ Osiris lächelte freundlich. „Die eine, die du zum Klingen gebracht hast, hat Abbilder auf den anderen Ebenen des Jenseits erzeugt. Öffne dich mir, Imhotep, laß mich wissen, was du auf der Erde erlebt hast, auf daß es einfließe in die neue, in die aufgestiegene Erde.“

Ja, ich war Imhotep, Baumeister, Arzt und Wesir des Pharaos, später selbst Gott der Heilkunde in Ägypten. Ich war eine menschliche Seele, und ich hatte einst zu Isis, Osiris und Horus gebetet. Sie hatten sich meiner angenommen und mich durch die Jahrtausende geleitet. Dafür war ich ihr Bote, ihr Agent auf der Erde gewesen. Wotan hatte nur gespürt, daß ich der Richtige für seine Zwecke gewesen bin, aber nicht geahnt, wer dafür gesorgt hatte, daß ich der Richtige bin.

Ich öffnete mich Osiris. Er lernte auf diese Weise, die Welt aus deutscher Sicht zu sehen. Er interessierte sich ebenso für die drei Kriege, für das, was ich im Jenseits über diese Kriege erfahren hatte. Ich hatte im ersten dieser Kriege im Jenseits mitgekämpft, zu den Seelen gehört, die die Barriere von der anderen Seite angegriffen haben. Dieselbe Barriere, die Jahwe um die Glocke von Asgard errichtet hatte.

„Danke, Imhotep.“ Osiris löste die Verbindung. „Die aufgestiegene Erde ist noch Bestandteil des Jenseits. Du kannst mithelfen, sie einzurichten, ohne inkarnieren zu müssen.“

Nach diesen Worten verschwand Osiris. Die neue Erde… Deshalb war es hier so leer, die Seelen des Grünen Landes waren alle zur neuen Erde gewechselt, um der aufgestiegenen Menschheit ihre Geschenke zu geben. Nun, dem wollte ich mich gerne anschließen.

Imhotep war nicht meine erste Inkarnation gewesen, ich war damals schon eine uralte Seele. Nach Imhotep war ich nur noch selten auf der Erde, zumeist hatte Osiris mich darum gebeten. Isis und Horus hatte ich in all den Jahrtausenden zuvor nur einmal gesehen. Damals, nach dem zweiten großen Krieg, als die Verlierer im Jenseits derart geschwächt gewesen waren, daß die drei nach Germanien gehen konnten, um dort den Geist der Menschheit neu anzufachen.

Ich war zweimal dort gewesen, in einer Zeit, die heute das Mittelalter genannt wurde. Ich war ein unwichtiger Mensch gewesen, dessen Name nie Eingang in die Geschichte gefunden hatte. Trotzdem hatte ich die Geschichte beeinflußt. Ich hatte verborgene Bücher der Antike gerettet, sie einem Kloster gespendet. Später war ich selbst ein Mönch gewesen, der in einem Kloster Bücher abgeschrieben hat. Allerdings war ich ein schlechter Abschreiber, hatte immer wieder Fehler in meine Abschrift einfließen lassen, Fehler die später zu Erkenntnissen verhalfen. Ich war gewissermaßen der Schmetterling gewesen, dessen Flügelschlag weit entfernt einen Sturm entfacht.

Es war umständlich gewesen, zur Erde zu wechseln, und in die Inkarnation konnte ich immer nur einen Bruchteil meines Wissens mitnehmen, gerade genug, um Osiris’ Auftrag zu erfüllen. Jetzt war die neue, die aufgestiegene Erde nur noch einen Gedanken entfernt, und ich war dort Imhotep, die freie Seele.

Noch gab es hier keinen einzigen Menschen, nur die Seelen aus den obersten Lichtbereichen, die gleich mir die neue Erde einrichteten. Die neue und die alte Erde überlappten, von hier hatte ich Zugriff auf das Wissen jener alten Erde. Auf das unterdrückte Wissen, für das die Namen Viktor Schauberger und Nikolai Tesla standen, auf das neue Wissen, Peter Plichta, Claus W. Turtur, Wal Thornton, Rupert Sheldrake… Was die alte Erde nicht gewollt hatte, sollte auf der neuen Erde erblühen.

Würzburg… Meine alte Universität… Ich erbaute die Hörsäle und die Labortrakte, bestückte sie mit den Erfindungen und Geräten, die der neuen Menschheit weiterhelfen sollten. Ich stellte Bücher in die Bibliothek, Bücher, die dort zu meiner Zeit hinausgeworfen worden wären.

Ich ließ mich nur an einer Stelle zu einer Art Rache hinreißen: Ich tilgte den Justizpalast, den ich als Ort der Unrechtsprechung erlebt hatte, vom Angesicht der neuen Erde. Stattdessen übertrug ich von den Inseln der Seligen das Gebäude der Bibliothek von Alexandria, mit allen Schriftrollen, die dort, im Jenseits aufbewahrt wurden. Die Gebäude waren größer als das Original, und sie waren noch prächtiger ausgestattet. Die Bibliothek verband den Hofgarten der fürstbischöflichen Residenz mit dem Ringpark, die Gartenanlagen der Bibliothek ergänzten die beiden Parks harmonisch.

Und dann gab ich doch noch meiner Eitelkeit nach: Meine Schriften waren längst verloren gegangen, sie hatten nie Eingang in die Bibliothek von Alexandria gefunden. In dieser Bibliothek gab es sie nun, die Schriftrollen des Papyrus Imhotep. Darin stand das Wissen des alten Ägyptens, meine Taten als Wesir und Baumeister, und vor allem mein Wissen um die Heilkunde.

Ich konstruierte mit meinen Gedanken, doch auch das kostete Zeit und Kraft. Die Welten trennten sich, und die neue Welt wurde immer stofflicher. Zu stofflich für eine nicht inkarniere Seele. Ich betrachtete mein Werk. Würzburg hatte mir wenig gegeben, gerade soviel, daß ich bereit gewesen war, etwas zurückzugeben. Meine Schuld war damit beglichen, mehr als beglichen. Ich konnte zurück ins Jenseits, ins Grüne Land, um mich dort auszuruhen, für lange, lange Zeit.

Ich widerstand einer letzten Versuchung. Sollte ich jenen Namen hinterlassen, den ich bei dieser letzten Inkarnation auf der Erde getragen habe? Vielleicht auf dem kleinen Platz zwischen der alten Universität und dem Justizgebäude, das jetzt die großartige Bibliothek geworden war? Womöglich mit einer Glocke, mit der Glocke von Asgard? Ein Michael hätte das bestimmt getan, aber ich war Imhotep. Ich hatte mir mein Denkmal längst gesetzt. Die Erde brauchte nicht zu wissen, was ich in meiner letzten Inkarnation getan habe. Sie brauchte sich nicht an mich zu erinnern.

© Michael Winkler

PRIEN/CHIEMSEE. Im Fall der Ende April erstochenen vierfachen Mutter Farima S. (38) beginnt der Prozeß gegen den mutmaßlichen Täter Hamidullah M. am 23. Januar 2018. „Die Anklage lautet auf Mord und besondere Schwere der Schuld“, sagte Staatsanwalt Oliver Mößner auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT. „Insgesamt sind vier Hauptverhandlungstage vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Traunstein angesetzt.“

Rückblick, 29. April 2017: Farima S. spaziert mit ihren beiden jüngsten Söhnen gerade aus dem Supermarkt im bayerischen Prien am Chiemsee. In dem Moment wird sie von hinten von einem  Mann mit einem Messer attackiert. Er sticht der arglosen Frau in den Kopf und schneidet ihr die Kehle durch. Der Messerstecher, ein Landsmann der Afghanin, kann von Passanten überwältigt werden.

Christenhaß als Tatmotiv?

Hamidullah H. gestand später, die Frau aus Frust über seine bevorstehende Ausweisung angegriffen und getötet zu haben. Die Kinder der Toten und ihre Schwester vermuteten hingegen Christenhaß als Tatmotiv. Die Afghanin war schon vor acht Jahren zum Christentum konvertiert.

Hamidullah M. kam zunächst in die Psychiatrie. „Dafür besteht allerdings kein Grund mehr“, so der Staatsanwalt. „Der Mann ist voll schuldfähig, sitzt in U-Haft.“ Mec

SOTSCHI. Rußlands Präsident Wladimir Putin und Syriens Staatschef Baschar al-Assad haben ein baldiges Ende des Militäreinsatzes in Syrien angekündigt. Das Land nähere sich dem „finalen, unvermeidbaren Sieg über die Terroristen“, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur AFP bei einem Treffen in der Schwarzmeerstadt Sotschi.

„Der Militäreinsatz kommt jetzt tatsächlich zu einem Ende.“ Nun gehe es darum, politische Prozesse einzuleiten. Der Großteil der Gebiete in Syrien sei frei von Terroristen und wieder sicher. Geflohene Zivilisten könnten nun zurückkehren. Der Krieg gegen den Terror, erklärte Assad, habe wichtige humanitäre, militärische und politische Ergebnisse erzielt.

Assad dankt russischen Soldaten

Assad dankte dem Bericht zufolge den russischen Soldaten und sei glücklich, sie auf syrischem Boden zu wissen. Rußland fliegt seit rund zwei Jahren in Absprache mit Syrien Luftangriffe gegen Rebellen.

Am Mittwoch empfängt Putin den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und den iranischen Staatschef Hassan Ruhani zu einem Gipfel über den Syrien-Konflikt. Während Rußland und der Iran die Regierung um Assad unterstützen, steht die Türkei auf Seiten der Rebellen. (ls)

KASSEL. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat am Dienstag die Klage eines Libyers auf Einbürgerung endgültig abgewiesen. Als Grund für die Entscheidung gab das Gericht an, daß die Verfassungstreue des 39jährigen nicht gesichert sei. Der Kläger stehe Personen nahe, die ihrerseits eine Nähe zur Muslimbruderschaft aufwiesen. Die Muslimbruderschaft und die mit ihr verbundenen Organisationen verfolgten laut des Gerichts insgesamt verfassungsfeindliche Bestrebungen.

Der Mann war 1996 zum Studium nach Deutschland gekommen und ist seit 2009 mit einer deutschen Staatsangehörigen verheiratet. 2011 beantragte der Kläger bei der Stadt Gießen die Einbürgerung. Eine Überprüfung durch das Land Hessen ergab, daß alle Einbürgerungsvoraussetzungen vorlägen, bis auf die Verfassungstreue.

Keine Revision zugelassen

Bei einer Sicherheitsbefragung durch die Ausländerbehörde im Dezember 2011 hatten sich daran Zweifel ergeben. Daraufhin lehnte das Land im November 2014 die Einbürgerung ab. Das Verwaltungsgericht Gießen hob die Ablehnung auf und verpflichtete Hessen zur Einbürgerung.

Dagegen war das Land vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof gezogen, der am Dienstag der Berufung stattgab und die Klage auf Einbürgerung abwies. Eine Revision wurde nicht zugelassen, allerdings ist eine Beschwerde dagegen möglich, über die das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden müßte. (hm)

Schwarzer Sheriff mit Weitblick

On November 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

In Zeiten wie diesen, in denen das Konservative erstmals seit Jahrzehnten bei vielen Deutschen wieder hoch im Kurs steht, erinnert sich unsereins gern an markante Persönlichkeiten mit dem Herz auf dem rechten Fleck und einem klaren Kompaß für das, was richtig und das, was falsch ist.

Einer der markantesten Köpfe, der sich auch in den wilden achtziger Jahren in Berlin nicht scheute, klaren Kurs zu halten, ist der ehemalige Innensenator Heinrich Lummer (1981 bis 1986). Unter dem Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker war der CDU-Politiker für viele Berliner der „schwarze Sheriff“, ein Mann, der ihnen wie kein Zweiter das Gefühl vermittelte, daß sie sich bei ihm sicher fühlen können.

Das lag nicht nur daran, daß sich der gebürtige Essener als Mitglied im „Verein für deutliche Aussprache“ wähnte wie der ebenfalls unvergessene Gerhard Löwenthal und andere. Lummer zeigte Flagge für den Rechtsstaat, wo andere längst aufgegeben hatten.

Fels in der Brandung

Unvergessen sein Auftritt im September 1981 im kurz zuvor auf seine Anweisung hin von linksradikalen Besetzern geräumten Haus Bülowstraße 89, wo er eine Pressekonferenz abhielt und deutlich machte, daß Berlin zukünftig, also auf jeden Fall während seiner Amtszeit, derartige Rechtsbrüche nicht mehr tolerieren werde.

Insgesamt acht Häuser wurden in einer Großaktion geräumt. Dabei kam es zum tragischen Tod des Hausbesetzers Klaus-Jürgen Rattay, was in der Folge gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Chaoten und der Polizei auslöste

Heinrich Lummer war der Fels in der Brandung der deutschen Großstadt schlechthin, in der neben Linksextremisten auch das Organisierte Verbrechen an Boden gewann. Auch abseits der Politik sorgte der stets volkstümlich daherkommende Politiker für reichlich Schlagzeilen. Das Ministerium für Staatssicherheit (StaSi) des SED-Staates setzte eine Agentin mit amourösen Verlockungen auf den CDU-Mann an, der auch mal am Steuer mit 1,96 Promille von seinen eigenen Mitarbeitern erwischt wurde.

1996 traf er sich mit dem PKK-Chef Öcalan in Damaskus. Und als er 1998 aus der aktiven Politik ausschied, geschah das nicht etwa um „Rosen zu züchten“, wie er es in einem Interview in unnachahmlicher Art beschrieb, sondern um Kunstgeschichte zu studieren.

Zeit seines Lebens ist der frühere Innensenator seinen Überzeugungen treu geblieben. 2003 erlitt er einen schweren Schlaganfall, von dem er sich bis heute nicht erholt hat.

Sorge vor Ausbreitung des Islam

Das Thema, das ihn in seinen aktiven politischen Jahren zunehmend beschäftigte und ihm Sorgenfalten auf die Stirn trieb, war die Ausbreitung des Islam in Deutschland.

In seinem Buch „Asyl. Ein mißbrauchtes Grundrecht“ warnte er bereits 1992:

„Multikulturelle oder multinationale Gesellschaften sind meist Konfliktgesellschaften. (…) Natürlich ist es keineswegs gleichgültig, aus welchem Kulturkreis die Einwandernden kommen. (…) Allmählich sollte sich die Einsicht durchsetzen, daß sich der Islam immer stärker als ein riesiges Integrationshemmnis erweist.“

Und Lummer bewies weitere Weitsicht bei seiner Analyse:

„Der Islam hat ein anderes Familienverständnis, Kinderreichtum hat einen hohen positiven Stellenwert. (…) Auch ohne jede weitere Zuwanderung wird die Zahl der Moslems in Deutschland weiter steigen. Unserem Land droht die Überfremdung von innen heraus, weil der Bevölkerungsanteil der Deutschen ständig sinkt.“

Heinrich Lummer feiert heute seinen 85. Geburtstag im kleinen Kreis.

Zweierlei Maß

On November 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Es geht um Antisemitismus, genauer: richterlich anerkannten Judenhaß – und das in Deutschland. Ein Frankfurter Richter urteilte vergangene Woche, es sei „nicht zumutbar“, daß die Kuweit Airways einen Juden von Frankfurt nach Bangkok transportiere, weil die kuweitischen Gesetze dies nicht erlaubten. Das ist ein dreifacher Skandal. Zum einen, weil ein deutscher Richter diese amtliche Haßvorschrift gutheißt.

Zum zweiten, weil er diese rassistischen Gesetze auch für deutschen Boden gutheißt. Und zum dritten, weil dieses Urteil die ansonsten beim Thema Religionsfreiheit und Toleranz so sensible linksliberale Medienlandschaft kalt läßt. Würde ein Moslem derart offen und amtlich diskriminiert, die medialen Landschaftspfleger hätten sich längst – mit Recht – empört. Nun könnte man das Urteil als den Spruch eines durchgeknallten, ideologisch gepolten Richters sehen und entsprechende juristische Schritte anstrengen.

Der Antisemitismus in Deutschland wächst

Denn eine Verallgemeinerung verbietet sich, die deutsche Justiz ist nicht von Freislers durchsetzt, in diesem Stand gibt es wie überall schwarze, braune, grüne und rote Schafe. Aber der Spruch paßt zu genau in einen Trend, als daß man ihn übergehen könnte. Der Trend heißt schlicht: Der Antisemitismus in Deutschland und Europa wächst. Das hat zu tun mit der Zunahme moslemischer Einwanderer und diese Evidenz wiederum paßt den linksliberalen politisch-medialen Landschaftspflegern nicht.

Für sie sind die Moslems das neue Proletariat, wie der französische Orientalist Gilles Kepel in seinem auch in deutsch erschienenen jüngsten Buch belegt. Hier gelten andere publizistische Maßstäbe. In der Sache selbst braucht man nicht lange diskutieren: In Deutschland gelten deutsche Gesetze und daran haben sich auch ausländische Airlines zu halten – Punkt, Ende, Aus, Applaus.

Leisetreterische Bundesregierung

Erst recht, wenn es sich um grundsätzliche, die Menschenrechte tangierende Gesetze handelt. Hier hat Springer-Chef Mathias Döpfner recht, wenn er sagt, mit solchen Urteilen wird die Grenze zur Selbstaufgabe unserer freiheitlichen Werte überschritten, das sei „der Beginn der Unterwerfung“.

Seit er das geschrieben hat, werden die Ämter auch aktiv. Das Auswärtige Amt bat den deutschen Botschafter in Kuweit, in dieser Frage Kontakt mit den zuständigen kuweitischen Stellen aufzunehmen und Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) kündigte an, man werde gegen dieses „inakzeptable“ Verhalten vorgehen.

Das ist natürlich viel zu leisetreterisch und zeigt schon einen gewissen Beugegrad an Unterwerfung. Dabei gibt es doch nur eine Alternative: Entweder Kuweit Airways beugt sich den deutschen Gesetzen, sprich beendet die Diskriminierung, oder man entzieht der Airline die Landerechte. Das fordert übrigens die FDP und so hat man es in einem ähnlichen Fall auch in New York gemacht. Dort verlor Kuweit Airways die lukrative Strecke nach London.

Unser Religionsverständnis

Man scheute sich nicht, die Absurditäten, Widersprüche und Menschenfeindlichkeit des Islam anzuprangern. Hierzulande redet man lieber über die Ideen von Reformern des Islam, die allerdings ihre Reformideen in islamischen Ländern nicht äußern, geschweige denn verbreiten dürfen. Apropos: Aus unserer Religionsgeschichte kennt man den Spruch: Cujus regio, ejus religio, frei ins heute übersetzt: Wenn ihr in Eurem Land an mittelalterlichen Vorschriften festhaltet, können wir wenig tun.

In unseren Breitengraden aber herrscht unser Verständnis von Religion. Und das schließt Diskriminierung wegen des Glaubens aus. Das habt Ihr zu respektieren.

AfD sagt NetzDG Kampf an

On November 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Die AfD im Bundestag will das von der Großen Koalition beschlossene Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) aufheben. Dazu hat die Fraktion am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf im Parlament eingebracht. Der Widerstreit der Meinungen in der öffentlichen Debatte sei eines der konstituierenden Elemente des demokratischen Verfassungsstaats, begründet die AfD ihre Initiative.

„Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke im Internet haben sich neben den Zeitungen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk weitere Plattformen zum Meinungsaustausch entwickelt, die die traditionellen Medien nicht nur ergänzen, sondern zu ihnen in Konkurrenz treten“, heißt es in dem Gesetzentwurf.

„Im Gegensatz zum gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem sich durch parteipolitische Verflechtungen auszeichnendem Verlagswesen sind die sozialen Netzwerke durch finanzielle und politische Unabhängigkeit gekennzeichnet.“

Unklare Begriffe wie „Haßkriminalität“

Die sozialen Netzwerke erlaubten im Vergleich zu den traditionellen Medien einen freien, ungefilterten Meinungsaustausch ohne Moderation oder Zensur. Deshalb sei das NetzDG ein schwerwiegender Eingriff in das Recht der freien Meinungsäußerung.

„Aufgrund nicht legaldefinierter Begriffe wie ‘Haßkriminalität’ oder ‘strafbare Falschnachrichten’, die aus der öffentlichen Debatte bekannten Ausdrucken wie ‘Hatespeech’ oder ‘Fake News’ entlehnt wurden, besteht eine nicht von der Hand zu weisende Gefahr eines über Gebühr ausgedehnten Anwendungsbereichs der Strafmaßnahmen des NetzDG gegen jede abweichende Meinung“, kritisierte die AfD.

„Das Internetzensurgesetz ist eine der unsäglichsten Hinterlassenschaften der jetzt nur noch geschäftsführenden Großen Koalition. Mit ihm wird die Meinungsfreiheit in Deutschland in unzulässiger Weise eingeschränkt“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Jürgen Braun, der JUNGEN FREIHEIT.

Braun: Wollen die übrigen Fraktionen zu einem Bekenntnis zwingen

Die AfD habe im Wahlkampf angekündigt, nach dem Einzug in den Bundestag alles daran zu setzen, das Gesetz rückgängig zu machen. „Dieses Wahlversprechen lösen wir nun ein“, unterstrich Braun. Das NetzDG sei klar verfassungswidrig. Das habe auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem Gutachten festgestellt.

„Grüne, Linkspartei und FDP, aber auch Abgeordnete der CSU, haben seinerzeit das Internetzensurgesetz kritisiert. Nach der Wahl war das für sie aber kein Thema mehr. Wir wollen die übrigen Fraktionen nun zu einem Bekenntnis zwingen. Stehen sie zur Meinungsfreiheit oder wollen sie am Ungeist von Heiko Maas festhalten.“ (krk)

FRANKFURT/MAIN. Die Polizei hat am Dienstag morgen mehrere terrorverdächtige Syrer festgenommen. Die Beamten durchsuchten acht Wohnungen in Kassel, Hannover, Essen und Leipzig. Sechs Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren wurden verhaftet.

Sie werden verdächtigt, „einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Zudem sollen sie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehören. Die Ermittler beschlagnahmten Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen.

Laut dem Hessischen Rundfunk sollen die mutmaßlichen Terroristen einen Anschlag auf den Essener Weihnachtsmarkt geplant haben. Offizielle Bestätigungen dafür gab es am Dienstag jedoch nicht.

Verdächtige kamen als Asylsuchende nach Deutschland

Nach Zeugenangaben sollen die Männer in Syrien als IS-Kämpfer aktiv gewesen sein. Sie wären untereinander vernetzt und hätten weiter eine radikal-islamische Einstellung. Bei der Razzia waren rund 500 Polizisten im Einsatz.

Vier der sechs Verdächtigen leben seit Dezember 2014, die anderen beiden seit Mitte 2015 als Asylbewerber in Deutschland. Nach Welt-Informationen stießen die Ermittler durch Hinweise von anderen Asylsuchenden auf die Terrorverdächtigen. In der jüngsten Vergangeheit erreichten Sicherheitsbehörden immer wieder Hinweise auf mögliche Terroristen aus Syrien oder dem Irak, die als Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Das Bundeskriminalamt ermittle in mehreren Dutzend Fällen. (ls)

Schrecken ohne Ende

On November 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Es war ein trüber Novemberabend. Heiko Maas war früh zu Bett gegangen. Er war rasch eingeschlafen und hatte von kommenden Aufgaben geträumt: Saarländischer Ministerpräsident, fürs erste, dann ein Ministeramt in Berlin und, wer weiß, irgendwann vielleicht sogar Kanzler.

Doch dann war er aufgewacht. Nun lag er mit offenen Augen in der Dunkelheit und versuchte, wieder in den Schlaf zu finden. Eine seltsame Unruhe hatte ihn erfaßt. Er grübelte, was die Ursache dafür war, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Plötzlich klingelte das Telefon. Mit schweißnassen Händen griff er zum Hörer.

„Maas, hallo?“

„Heiko, Anetta hier. Entschuldige, daß ich störe. Aber es ist wichtig. Das mußt du dir ansehen!“

Mehr als nur Geraune?

Die Stimme am anderen Ende der Leitung war vor Aufregung nur schwer zu verstehen und drohte, sich zu überschlagen.

„Im Internet, Heiko! Weißt Du nicht, was das bedeutet?! Du mußt das einfangen.“

Maas begriff schnell, daß sich da etwas Großes zusammenbraute. Etwas, von dem er immer gehofft hatte, es würde nicht eintreten. Er hatte immer wieder von entsprechenden Plänen gehört, diese aber als Geraune abgetan. Er schaltete das Licht ein und ging zu seinem Schreibtisch.

„Bist du noch dran, Heiko?“, hörte er es aus dem Telefon fragen. Doch er sah sich jetzt nicht in der Lage, das Gespräch fortzusetzen. Zu groß war seine Anspannung. Er wollte sich selbst ein Bild machen. Vielleicht war ja alles gar nicht so schlimm.

Schock mit Langzeitwirkung

„Ich ruf dich zurück, Anetta“, sagte er und legte auf. Dann schaltete er seinen Computer an. Trotz des neuen Betriebssystems Windows Vista kam es ihm vor wie eine Ewigkeit, bis der Rechner bereit war. Zögernd öffnete er den Browser, tippte, jede Taste sorgsam wählend, in die Adreßleiste und drückte auf Enter.

Langsam, Stück für Stück, baute sich die Seite auf. Maas begann zu lesen: „JF startet mit neuer Internetseite“. Ihm wurde heiß und kalt. „Tagesaktuelle Meldungen“, „Interaktion durch Kommentarfunktion“. Die Buchstaben begannen, vor seinen Augen zu tanzen, ihm wurde schwindelig. Sein Mund war wie ausgetrocknet. Sein Herz pochte, sein Puls raste. Das Zimmer begann sich zu drehen, die Wänder wurden zu einem Strudel, der ihn unauhaltsam in sich zog. Dann, wie eine Erlösung, hüllte die Dunkelheit ihn endlich ein und barg ihn in ihren schützenden, schwarzen Armen.

Zehn Jahre sind seit dieser Nacht vergangen – eine lange Zeit. Trotzdem hat sich Heiko Maas von seinem Schrecken nie richtig erholt. Er versuchte, die Situation zu verarbeiten, schrieb sich das Erlebte von der Seele, bis er einen Weg fand, mit der Angst umzugehen. Als Justizminister verschrieb er sich ganz und gar der Aufgabe, daß sich Derartiges nie wiederholen dürfe. Dafür würde er sorgen.

Des einen Leid ist des anderen Freud

Doch stets, wenn sich sein November-Erlebnis jährt, holen ihn die alten Geister wieder ein. Dann schließt sich Heiko Maas in seinem Zimmer ein. Im bleichen Licht seines Tablets kauert er Stunde um Stunde, die Welt und das Internet verfluchend, und hofft, daß der Moment endlich vorüberzieht und die lähmende Angst ihn wieder aus ihren Klauen entläßt.

Nun ist des einen Leid bekanntlich des anderen Freud. Und während Heiko Maas dieser Tage wieder in Schockstarre vor seinem Rechner verfällt, wollen wir von JF-Online die Gelegenheit nutzen, an dieser Stelle „Danke“ zu sagen. Danke für zehn Jahre treue Leserschaft. 25.000 Beiträge sind seitdem auf unserer Seite erschienen und 540.000 Leserkommentare.

Zwischen 50.000 und 60.000 Besucher zählt JF-Online mittlerweile durchschnittlich am Tag – und bis zu 200.000 Seitenaufrufe. Auch in den sozialen Netzwerken, auf Facebook (mehr als 130.000 Fans) und Twitter Follow @Junge_Freiheit, erfreut sich die JF wachsender Beliebtheit. Ebenso wie der Youtube-Kanal von JF-TV.

In diesem Sinne: Horrido und Juchei! Hoch die Tassen! Auf die nächsten zehn!

BERLIN. Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue hat eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags gefordert. „Der Beitrag ist seit 2009 nicht erhöht worden, 2015 gab es eine Absenkung“, sagte Raue der Nachrichtenagentur dpa. Pro Jahr könne man mit einer Steigerung bei Sachkosten, Gehältern und Honoraren von zwei Prozent ausgehen. „Dann kann man sich schnell ausrechnen, wie viel einem weniger zur Verfügung steht, wenn die Kostensteigerung nicht ausgeglichen wird.“

Das Einfrieren des Rundfunkbeitrags ziele deshalb auf eine Beschränkung der Möglichkeiten ab. „Das ist die Gefahr dabei“, warnte Raue. Für seinen Sender würde eine Erhöhung von zwei Prozent nur rund einen Cent mehr Pro Monat bedeute.

Den Streit um „presseähnliche“ Online-Beiträge hält er für einen Schaukampf. „Internetangebote sind heute alle multimedial, im Übrigen auch die der Verleger.“

Begriff „presseähnlich“ tauge nicht mehr

Die Formulierung „presseähnlich“ sei daher überholt. „Die Verlage machen doch selbst längst deutlich mehr als presseähnliche Angebote, sie haben natürlich Videos, Audios, lang erzählte Geschichten mit Fotos und Grafiken.“ Alle Seiten sollten einsehen, daß der Begriff nicht mehr tauge.

Zuletzt hätten sich öffentlich-rechtliche Sender einer „seit Monaten laufenden Kampagne einiger Print-Medien“ ausgesetzt gesehen. Während sich die beitragsfinanzierten Sender mit der Neuverhandlung des Telemedienauftrags mehr Spielraum im Digitalbereich wünschen, kritisieren das Zeitungsverleger scharf.

Zeitungsverleger kritisieren Digitalpläne

„Sollte sich ein Szenario durchsetzen, in dem es nur noch öffentlich-rechtliche Sender im Netz, aber keine privaten Verlage mehr gebe, dann wäre dieses Szenario, in dem es ‘nur Staatsfernsehen und Staatspresse im Netz‘ geben würde, ‘eher etwas nach dem Geschmack von Nordkorea‘“, mahnte etwa der Präsident des Bundes deutscher Zeitungsverleger und Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner.

Mitte Oktober hatte der für Medien zuständige sachsen-anhaltinische Staatskanzleichef von Sachsen-Anhalt, Rainer Robra (CDU), die Abschaffung des „Ersten“ in seiner jetzigen Form gefordert. Als nationaler Sender reiche das ZDF aus, die ARD solle statt dessen „ein Schaufenster der Regionen“ werden. (ls)

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