BERLIN. Die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch hat eine geschlechtergerechte Umformulierung des Grundgesetzes gefordert. Durch rein männliche Bezeichnungen wie „Bundeskanzler“ oder „Bundespräsident“ verstoße die derzeitige Fassung gegen ihren eigenen Anspruch auf Gleichberechtigung, beklagte die Linguistin gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei der geplanten Streichung des Begriffs „Rasse“ aus dem Grundgesetz könne dann auch gleich das sogenannte generische Maskulinum ersetzt werden, schlug Pusch vor.

Statt dessen sollten im Grundgesetz sowohl die männliche als auch die weibliche Form verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit wären neutrale oder abstrakte Begriffe. Als Beispiel nannte sie Formulierungen wie „Studierende“ oder „Geflüchtete“, die sich im allgemeinen Sprachgebrauch zunehmend durchsetzten.

Pusch: Frauen sollen nicht nur mitgemeint sein

Psycholinguistische Tests zeigten immer wieder, daß Frauen nur dann mitgedacht würden, wenn man sie auch ausdrücklich erwähne, erläuterte Pusch, die laut epd als eine der Begründerinnen der feministischen Linguistik in Deutschland gilt. Deswegen sei das generische Maskulinum nicht geschlechtsneutral. Frauen hätten den Anspruch, „nicht nur mitgemeint zu sein, sondern auch tatsächlich erwähnt zu werden“.

Erst vor kurzem hatte der Duden bekanntgegeben, die Onlineausgabe des Nachschlagewerks werde geschlechtergerecht um 12.000 Berufs- und Personenbezeichnungen ergänzt. So laute die Bedeutung von Schüler beispielsweise künftig: ein „Junge, Jugendlicher, der eine Schule besucht“.

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunkt setzt immer mehr auf Gendersprech in seinen Nachrichten- und Informationsformaten. (krk)

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BERLIN. CSU-Chef Markus Söder hat den künftigen Vorsitzenden der CDU davor gewarnt, im Bundestagswahlkampf auf Distanz zur Politik Angela Merkels zu gehen. „Jeder, der glaubt, durch einen Bruch mit Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnen zu können, irrt fundamental“, sagte Söder den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Merkel gehöre zu „den ganz großen Kanzlern der bundesrepublikanischen Geschichte“, für ihre Person und ihre Politik gebe es eine „enorm hohe Zustimmung in Deutschland“, unterstrich Bayerns Ministerpräsident. „Ihr Erbe muß bewahrt und gleichzeitig mit neuen Ideen für die nächste Etappe der deutschen Politik angereichert werden“, forderte Söder.

Die CDU wählt am Wochenende in einer Vorentscheidung einen neuen Vorsitzenden. Der Parteitag der CDU findet am Freitag und Sonnabend statt, wegen der Corona-Krise jedoch nicht als Präsenzveranstaltung, sondern die 1.001 Delegierten beraten und stimmen digital ab.

Söder für späte Kür des Kanzlerkandidaten

Für den Parteivorsitz bewerben sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen, sowie der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz.

Die Wahl ist für Sonnabend vormittag geplant. Nachdem sich die Delegierten dann für einen der Kandidaten entschieden haben, soll über das Ergebnis nochmals per Briefwahl abgestimmt werden. Am 22. Januar soll dann der Sieger der digitalen Vorauswahl durch die „schriftliche Schußabstimmung“ bestätigt werden.

Mit Blick auf die Bundestagswahl sprach Söder sich dafür aus, die Union solle ihren Kanzlerkandidaten so spät wie möglich benennen. „Die überstürzte Nominierung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten hat der SPD bisher keinen nennenswerten Ertrag gebracht“, gab der CSU-Chef zu Bedenken.

Ob der Kandidat der Union möglicherweise aus der CSU kommen sollte, ließ Söder offen. „Selbst in der CDU wird diskutiert, daß es bislang keinen geborenen Kandidaten gibt. Wer der Richtige ist, hängt auch vom inhaltlichen Profil ab, mit dem wir in die Bundestagswahl gehen wollen.“ (krk)

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HAMBURG. Die Unterbringung ausländischer Häftlinge hat in Hamburg Kosten von rund 70 Millionen Euro verursacht. Am Stichtag, dem 14. Dezember 2020, saßen 1.023 ausländische Staatsbürger in Gefängnissen der Hansestadt, wie aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht. Der sogenannte Tageshaftkostensatz betrug im vergangenen Jahr 186,61 Euro.

Nichtdeutsche Straftäter stellten mit 55,06 Prozent die Mehrheit der Häftlinge. Die größte Gruppe bilden Türken mit 136 Personen, gefolgt von Polen (115) und Afghanen (69). Der Ausländeranteil in Hamburg beträgt 17 Prozent. Bei deutschen Häftlingen wird nicht erfaßt, ob sie einen Migrationshintergrund haben. In der Vergangenheit hatte die AfD bereits gefordert, das zu ändern.

AfD verlangt schnellstmögliche Abschiebung

420 der ausländischen Häftlinge sind bereits vorbestraft. In 416 Fällen ist eine Ausweisung der Straftäter vorgesehen, nachdem sie ihre Strafe verbüßt haben.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion in der Hamburgische Bürgerschaft, Dirk Nockemann, sprach sich für eine schnellstmögliche Abschiebung der ausländischen Straftäter aus. Sie hätten ihr Gastrecht verwirkt. Angesichts der Senatsantwort attackierte er zudem die rot-grüne Hamburger Regierung. „Die linksgrünen Wunschträume einer multikulturellen Idealgesellschaft treffen auf die bittere Realität.“ (ag)

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BERLIN. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat davon abgeraten, bereits jetzt über einen Corona-„Lockdown“ bis Ostern zu diskutieren. „So weit möchte ich nicht gehen. Gelingt es uns, schnell und nachhaltig unter den Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zu kommen, müssen wir nicht den Frühlingsanfang abwarten, um darüber zu reden, wie wir wieder mehr Normalität schaffen“, sagte Weil am Freitag der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

„Aber jetzt schon zu sagen, wir sehen uns Ostern wieder, das hielte ich für übertrieben“, ergänzte der SPD-Politiker. Er wolle nicht „der Resignation zu viel Raum geben“. Es sei „unumstritten“, daß es im Winter ein höheres Risiko für eine Infektion gebe. Bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde aber nicht über Lockerungen gesprochen, vermutet Weil.

Lauterbach: „Beginn einer neuen Pandemie“

Sein Parteikollege Karl Lauterbach warnte hingegen vor der britischen Virus-Mutation. „Man kann sich das vorstellen als Beginn einer neuen Pandemie“, schrieb der Gesundheitspolitiker auf Twitter. Die Mutation sei gleich tödlich wie Sars-Cov-2, jedoch sei die Zahl der Ansteckung um 70 Prozent höher. Diese Dynamik beobachte man neben Großbritannien auch in Dänemark.

Deshalb brauche es auch in Deutschland eine Verschärfung der derzeit geltenden Einschränkungen. Es sei wichtig, sofort zu reagieren: „Falsch wäre es, erstmal zu warten, ob es auch so kommt und dann zu reagieren.“ Dies müsse auch die Wirtschaft verstehen. Denn ein Zögern „käme teuer“.

Laut dem Wirtschaftsmagazin Business Insider prüft das Kanzleramt bereits schärfere Kontaktregeln. Demnach sollen für einen noch unbestimmten Zeitraum nur noch Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts erlaubt sein, bei der es sich aber um ein und dieselbe handeln muß, bestätigten mehrere nicht näher genannten Quellen aus Regierungskreisen. Bislang darf man sich privat und öffentlich nur mit einer Person treffen. die aber jeweils aus unterschiedlichen Haushalten kommen können.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief derweil zu mehr Arbeit im Heimbüro auf. „Ermöglichen Sie das Arbeiten von zuhause aus“, appellierte das Staatsoberhaupt am Freitag laut der Nachrichtenagentur dpa in Berlin an die Arbeitgeber. Auch an den Arbeitsplätzen müßten die Kontakte reduziert werden. „Weniger ist mehr, gerade in diesen Tagen.“

Gerüchte über Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs

Unterdessen gab Regierungssprecher Steffen Seibert bekannt, daß das nächste Bund-Länder-Treffen zur Beratung über weitere Maßnahmen gegen die Pandemie am kommenden Dienstag stattfinden soll. Ursprünglich war der nächste sogenannte Corona-Gipfel erst für den 25. Januar geplant. Doch die neue Mutation des Corona-Virus in Großbritannien habe die Vorverlegung notwendig gemacht.

Für Unruhe sorgten derweil Gerüchte über eine mögliche Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs wegen der weiterhin nicht zurückgehenden Infektionszahlen. Laut Bild-Zeitung werde im Verkehrsministerium geprüft, welche Auswirkungen ein kompletter „Lockdown“ des Landes haben würde und wie in dem Fall die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden könne. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wollte sich demnach nicht dazu äußern. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagte am Freitag den Sendern RTL und ntv, entsprechende Meldungen darüber seien „natürlich nicht richtig“. Dies habe auch niemand vorgeschlagen. (ls/ag)

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LEIPZIG. Nach dem Anschlag auf eine Kirche in Leipzig hat die für Linksextremismus zuständige „Soko LinX“ die Ermittlungen übernommen. Grund dafür sei ein Bekennerschreiben auf dem Szeneportal „Indymedia“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts Sachsen dem MDR.

Unbekannte hatten in der vergangenen Woche mit Farbe gefüllte Gläser und Steine auf das Gotteshaus geworfen. Dabei sei ein Schaden von knapp 10.000 Euro entstanden.

In dem auf Englisch verfaßten Text begründen die Täter ihr Vorgehen mit der Situation in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas. Da Kirchen für das weiße, christliche Europa stünden, würden sie nun als Ziele der Attacken gewählt. Sie seien ein Symbol für falschen Frieden, Patriotismus und Tradition, heißt es in dem Schreiben weiter. Die evangelische Lukaskirche in Leipzig sei deshalb ausgewählt worden, weil sie den „Sexisten, Antisemiten und Freund der Tyrannei, Martin Luther“, verehre.

Flüchtlingsretter vermuten „Täuschungsmanöver von Neonazis“

Unterdessen äußerte der Gründer der Flüchtlingsorganisation „Mission Lifeline“, Axel Steier, Zweifel, daß Linksextreme die Täter seien. „Kirchen unterstützen die Seenotrettung und haben selbst ein Schiff im Mittelmeer. Daß Linke hinter dem Anschlag stecken, ist absurd“, sagte Steier der Bild-Zeitung. Er vermute ein „Täuschungsmanöver von Neonazis“.

Leipzig gilt als einer der Schwerpunkte des Linksextremismus in Deutschland. Nach einer Reihe von Anschlägen und Gewalttaten hatte das Landesinnenministerium im November 2019 die „Soko LinX“ gegründet. (ag)

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OLCHING. Die oberbayerische Stadt Olching hat Immobilienbesitzer dazu aufgerufen, ihre Wohnungen für Moria-Migranten bereitzustellen. „Da wir leider selbst keinen Wohnraum anbieten können, sind wir darauf angewiesen, daß Olchinger, die Wohnraum besitzen, diesen zur Verfügung stellen. Ich hoffe sehr, daß wir auf diese Weise immerhin ein paar wenigen Menschen eine neue, sichere Heimat bieten können“, zitierte der Merkur Bürgermeister Andreas Magg (SPD).

„Wenn wir drei oder vier Familien aufnehmen, würde das in Olching mit seinen 30.000 Einwohnern überhaupt nicht auffallen. Aber es wäre ein schönes Zeichen der Humanität und Solidarität“, ergänzte Magg. Die Migranten aus den griechischen Lagern könnten nicht in Unterkünften der oberbayerischen Regierung untergebracht werden, da sie nicht über reguläre Asylverfahren nach Deutschland kämen.

„Helferkreis Asyl Olching“ verweist auf Aufnahme von Heimatvertriebenen

Zu der Initiative aufgerufen hatte der „Helferkreis Asyl Olching“. Dieser kritisierte den Beschluß der Bundesregierung, bis zu 3.000 Moria-Migranten aufzunehmen, als zu schwach. „Das ist beschämend für ein Land mit 80 Millionen Einwohnern.“ Die Einwanderungsbefürworter hoffen darauf, daß mehr Asylsuchende eingeflogen werden, wenn aus den Kommunen entsprechende Bereitschaft signalisiert wird. Andere Gemeinden hätten dies bereits getan, weshalb auch die Olchinger „Solidarität mit den Geflüchteten“ zeigen sollten.

Der „Helferkreis“ argumentierte unter anderem mit der „langen und gelebten Tradition in der Aufnahme von Flüchtlingen“ der oberbayerischen Stadt. 1950 seien in Olching bei rund 7.800 Einwohnern mehr als 1.400 Heimatvertriebene registriert worden. Seit 2013 habe die Stadt nun mehr als eintausend „Geflüchtete“ untergebracht und betreut. Darauf könne man stolz sein.

Migranten verschärfen Druck auf Wohnungsmarkt

Die Unterbringung von Migranten in Wohnungen führte vor allem in Städten seit 2015 zu mehr Druck auf dem Immobilienmarkt. Die schleswig-holsteinische Stadt Rendsburg hatte Anfang des vergangenen Jahres deshalb den Landkreis dazu aufgefordert, der Stadt weniger Flüchtlinge zuzuteilen. Laut Stadtverwaltung habe der Nachzug von Familienangehörigen den Wohnraum verknappt.

Der Immobilienkonzern Vonovia hatte 2019 geschätzt, daß mittlerweile jeder zehnte Neumieter ein Asylsuchender sei. „In den letzten beiden Jahren haben wir rund zehn Prozent der frei werdenden Wohnungen an Menschen aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak vermietet.“ Dies zeige „exemplarisch, wie unmittelbar wir mit dem Thema Migration verbunden sind“.

Beherbergen private Vermieter Personen, die über einen Asyl- oder Schutzstatus verfügen, kommen in der Regel die Sozialämter oder Kommunen für die Kosten auf. In Berlin etwa hatte sich nach der Flüchtlingswelle von 2015 ein Markt rund um die Unterbringung von Migranten gebildet. Vermieter erhielten für die Bereitstellung von Zimmern bis zu 3.500 Euro im Monat. (ls)

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Das neue Jahr begann in den USA mit reichlich seltsamen Anblicken und Klängen. Unterstützer von Präsident Donald Trump stampften wildgeworden ins Kapitol in Washington, schoben und stolperten sich ihren Weg durch die Sicherheitsbereiche in die Hallen des Heiligtums. Die unbeholfene Orgie der Ausschweifungen hinterließ eine von der Polizei getötete Frau, einen toten Beamten und eine Nation, die noch immer verwirrt ist, was da eigentlich genau passierte. Der Ausgangspunkt für das Verständnis der Ereignisse in Washington liegt im vergangenen Jahr.

Die meiste Zeit des Jahres 2020 wurden die Amerikaner Zeugen, wie linke Agitatoren Geschäfte plünderten, ganze Stadtblöcke zerstörten und sogar ungestraft töteten. In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota entdeckten Ermittler eine verkohlte Leiche in den Ruinen eines Pfandhauses, das „Black Lives Matter“-Randalierer in Brand gesetzt hatten. Während der Unruhen in St. Louis in Missouri ermordeten Plünderer einen pensionierten afroamerikanischen Polizeihauptmann namens David Dorn, während er auf den Laden seines Freundes aufpaßte. Während der Bewachung des Ronald V. Dellums Federal Building in Oakland in Kalifornien erschoß am Rande einer „Black Lives Matter“-Demonstration ein Schütze den Bundesbeamten Dave Patrick Underwood.

Die US-Intelligenzija verharmloste „Black Lives Matter“-Gewalt

Die amerikanische Intelligenzija aber ignorierte, verharmloste und rechtfertigte die linke Gewalt. Unzählige Konzerne bejubelten das Chaos und spendeten Millionen zur Unterstützung der Randalierer. Die nun gewählte US-Vizepräsidentin Kamala Harris ermutigte die Amerikaner, den „Minnesota Freedom Fund“ zu unterstützen, eine Organisation, die gegründet wurde, um Kautionen für Randalierer zu zahlen. Der Fonds befreite dabei unter anderem einen registrierten Sexualstraftäter, der beschuldigt wurde, ein achtjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben.

Praktisch jede Institution in den Vereinigten Staaten, öffentlich und privat, normalisierte politische Gewalt der Linken als ein Mittel zur Beseitigung von wahrgenommenen Mißständen. Und Gewalt, so stellt sich heraus, ist unwiderstehlich. „Black Lives Matter“ sicherte sich Zugeständnisse von Republikanern und Demokraten, wobei Präsident Donald Trump selbst 500 Milliarden Dollar an Reparationen für die schwarze Community, eine Reform der Strafjustiz und einen auf Afroamerikaner ausgerichteten Bundesfeiertag versprach. Polizei und Bundesbeamte schossen nicht, sondern knieten und beteten mit den Demonstranten, die Washington tagelang belagerten, Beamte verletzten und überall in der Stadt Feuer legten.

Kapitolsturm bot Vorwand für Verfolgung der politischen Rechten

Die Leute, die am 6. Januar das Kapitol stürmten, glaubten also einerseits, daß Schläge mehr zählen als Wahlzettel – weil sie diese Lektion von den Linken im Jahr 2020 gelernt haben. Ein Putsch fand hier jedoch mit Sicherheit nicht statt. Es war ein reichlich unkoordinierter Peitschenhieb von einer verzweifelten und fehlgeleiteten Gruppe von Menschen, die von den Institutionen dieses Landes enttäuscht wurden. Andererseits hatte Trump seinen Anhängern versprochen, die Wahl nicht anzuerkennen. Er könne gewinnen, solange sie weiterhin marschieren, kämpfen und spenden würden. Die Menschen in Washington DC taten, was sie taten, zum Teil weil sie der Lüge glaubten, daß die Wahl gekippt werden könne, ja daß sie sogar Trumps Segen dazu hätten. Doch schon am Tag nach dem Vorfall distanzierte sich Trump und räumte Bidens Sieg ein.

Die Ereignisse im Kapitol sind folgenreich. Nicht etwa, weil sie eine ernsthafte Bedrohung für die Regierung darstellen. „Black Lives Matter“-Unruhen verletzten und töteten mehr Menschen und verursachten ein bis zwei Milliarden Dollar an bezahlten Versicherungsan- sprüchen – die höchsten in der Versicherungsgeschichte. Vielmehr sind sie folgenreich, weil sie einen Vorwand für die systematische Verfolgung der politischen Rechten durch eine öffentlich-private Schimäre boten.

Am Tag nach den Krawallen froren PayPal und Shopify Transaktionen für Trump-bezogene Konten ein. Der E-Mail-Anbieter Campaign Monitor suspendierte die Dienste der Trump-Kampagne. Twitter sperrte Trumps Konto am 8. Januar dauerhaft. Seine Unterstützer wechselten daraufhin von Twitter zu Parler, einem alternativen Social-Media-Netzwerk.

Republikaner haben sich zerstreut oder sind gekauft

Am nächsten Tag entfernten Apple und Google die App aus ihren App-Stores mit der Begründung, daß Parler Inhalte nicht ausreichend moderiere. Amazon tat dasselbe und kündigte an, Parler von seinen Web-Hosting-Diensten zu streichen. Der Geschäftsführer von Parler erzählte Reportern, daß die Anwälte, die das Unternehmen vertreten, sie daraufhin als Kunden fallenließen. Bis zum Sonntag hatten Discord, Reddit, Tiktok, Youtube, Instagram, Pinterest und der Zahlungsdienst Stripe Trumps Fundraising- und Kommuni- kationsapparate „deplatformed“. Delta-Airlines verweigerte Berichten zufolge Trump-Anhängern den Kundendienst.

Viele dieser Unternehmen unterstützten linke Gruppen ganz offen, als diese randalierten. Was wir also erleben, ist ein beispielloses ideologisches Durchgreifen, das nur auf einen Vorwand gewartet hat, um seine Klauen zu zeigen. Nicht nur Trump selbst, sondern der Glaube an bestimmte politische Ideen wird nicht mehr toleriert. Hinzu kommt, daß die Republikaner sich zerstreut und ihre Wähler den Wölfen überlassen haben, weil sie selbst eingeschüchtert oder sogar von Lobbyisten der gleichen Unternehmen gekauft sind.

Dies alles ist nur der Anfang. Während der designierte Präsident Joe Biden plant, die Regierung gegen die Rechten aufzubringen, rufen Konzerne wie Mozilla zu noch mehr Zensur und Überwachung auf. Die Amerikaner haben dunkle und unerforschte Gewässer betreten – mit einer neuen Politik des Hasses und der Repression am Horizont.

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Pedro L. Gonzalez ist Mitherausgeber des Online-Magazins „American Greatness“ und Mitarbeiter bei „Chronicles. A Magazine of American Culture“.

 www.amgreatness.com

JF 03/21

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Spätestens durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 wurde das Deutsche Reich zum Hort der Unkultur, der Barbarei, des Militarismus und allen Bösen verdammt. Damit verbunden sind bis heute die wenig schmeichelhaften Vorstellungen vom Hohenzollernreich als militaristischer Obrigkeitsstaat, verkörpert durch das Zerrbild des pedantischen preußischen Beamten oder des hochnäsigen Offiziers.

Im Vergleich zur abstoßenden Karikatur des häßlichen Deutschen, wie ihn Heinrich Mann in seinem Werk „Der Untertan“ von 1914 präsentiert, stehen insbesondere Briten und Franzosen als Beispiele des Guten und Schönen der jüngeren europäischen Vergangenheit dar. Doch jenseits der Klischeevorstellungen lohnt ein Vergleich der europäischen Staaten um 1900. So manches Vorurteil gerät beispielsweise beim Blick in „Preußen und die Marktwirtschaft“ von Ehrhardt Bödecker ins Wanken.

Wie kein anderer Gegenstand steht die Pickelhaube sinnbildlich für das angeblich durchmilitarisierte wilhelminische Deutschland. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs verfügte das Reich über 790.000 Soldaten und damit etwa über gleich viele wie Frankreich (780.000). England hatte 1913 rund 138.000 Mann unter Waffen. Doch muß berücksichtigt werden, daß Großbritannien damals rund 42 Millionen Einwohner hatte, Frankreich 39 Millionen und das Deutsche Reich 65 Millionen. Somit hatte die Grande Nation die höchste Soldatendichte.

Preußen war Vorreiter beim Wahlrecht

Auf dem Gebiet der Bildung und Kultur war Deutschland hingegen führend. 1900 lag die Analphabetenquote im Reich bei gerade einmal 0,9 Prozent und ließ dabei Großbritannien mit 9,6 Prozent und Frankreich mit 10,0 Prozent weit hinter sich.

Wohl auch als Folge dieses Umstands stellte Deutschland die späteren Kriegsgegner bei der Bücherproduktion in den Schatten. 1910 verließen zwischen Königsberg und Köln 31.280 Bücher die Druckereien, was 48 Büchern pro 100.000 Einwohner entsprach. In England waren es 8.470 Exemplare oder 18 Bücher pro 100.000 Untertanen der britischen Krone. Links des Rheins waren es immerhin 12.615 Bücher also 32 pro 100.000 Franzosen.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß das oft so gescholtene Preußen überspitzt gesagt ein Vorreiter der Demokratie war. Bereits 1869 führte es das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht ein, das nach der Reichsgründung zwei Jahre später auf das Land ausgeweitet wurde. England zog erst 1918 dabei nach. (ag)

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach teilt über Twitter mit, dass er am 14. Januar 2021 um 22.15 Uhr zu Gast bei Maybrit Illner ist. Jens Spahn werde auch da sein. „Kommentare vorher und nachher sehr willkommen“, so Lauterbach.

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