Der Ruf nach mehr jungen, engagierten Frauen in der Politik gehört zu den meistbeschworenen Mantras unserer Zeit. Vor allem in linken Kreisen gilt mehr weibliche Teilhabe als zentral wichtig auf dem Weg in eine bessere, menschlichere und in jeder Hinsicht weniger toxische Zukunft. Es gibt allerdings eine kleine Einschränkung: Wirklich erwünscht ist das Engagement von starken, selbstbewußten Frauen oftmals nur dann, wenn diese auch die gewünschte (linksgrüne) Meinung vertreten.

Anderenfalls werden sie mit sämtlichen Mitteln fertig gemacht, die der „progressive“ Mob dem alten, männlich geprägten System sonst vorwirft. Das mußte zuletzt die Bielefelder Wirtschaftswissenschaftsstudentin Katharina Schwarz feststellen. Die 20jährige ist nicht nur in der CDU aktiv – statt „alters- und geschlechtsgemäß“ in der Linken, der SPD oder bei den Grünen –, sondern gehört auch noch zu den Frauen in der Union, die sich für Friedrich Merz als neuen Vorsitzenden einsetzen. Als ob all das noch nicht genug wäre, um sich gänzlich unbeliebt zu machen, trat sie auch noch in einem Talk-Format der Bild-Zeitung auf, um dort für den Kandidaten ihrer Wahl zu werben.

Natürlich ist nüchtern betrachtet eigentlich nichts von dem irgendwie verwerflich. Nüchtern ist aber nun mal nicht gerade der Normalzustand in der linken Blase. So brachte spätestens der Auftritt beim verhaßten Springer-Medium für viele das Faß zum überlaufen. Vor allem auf Twitter kannten Häme und Verachtung gegenüber Schwarz keine Grenzen mehr. Die Seite „UnionWatch“ (ja, so eine Seite gibt es tatsächlich), der die konservative CDU-Nachwuchskraft schon lange ein Dorn im Auge ist, feuerte noch am selben Tag eine ganze Salven von Tweets gegen das Mitglied des Social-Media-Teams der Union.

Wesentlich mitlosgetreten hatte den Shitstorm eine junge Grüne. Diese hatte auf ihrem privaten Account und offenbar in der Annahme, man sei dort ja sowieso nur unter Gleichgesinnten, über Schwarz’ äußere Erscheinung abgeledert. Das ist vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Betreiberin dieses privaten Twitter-Accounts ausdrücklich als Feministin bezeichnet und sich sonst gerne ausgiebig darüber ausläßt, wie schwer es Frauen in der Politik auf Grund der sexistischen Angriffe toxischer Männer doch hätten.

Alles ist erlaubt, solange es nur die Richtigen trifft

Fairerweise sollte man erwähnen, daß sich die Verfasserin des Tweets inzwischen ausführlich bei Katharina Schwarz entschuldigt hat. Da jedoch war das Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen. Nachdem der beleidigende Tweet bekannt wurde und etliche, vor allem liberalkonservative Nutzer, sich mit der CDU-Frau solidarisierten, legte sich bei vielen im linksgrünen Lager endgültig ein Schalter um. Nicht wenige waren offenbar der Meinung, daß der Ursprungstweet noch nicht beleidigend genug gewesen sei. UnionWatch behauptete zwischenzeitlich sogar, der sich im Umlauf befindende Screenshot sei gefälscht.

Von „es kann nicht sein, was nicht sein darf“ wechselte die Bubble dann auch schnell zu: Alles ist erlaubt, solange es nur die Richtigen trifft. Dort, wo sonst jeder noch so harmlose Witz über Äußerlichkeiten einer Frau als „Bodyshaming“ und damit als eine der unzähligen „Spielarten des neuen Faschismus“ verurteilt wird, tut man das Herziehen über die Haare und das Gesicht der politischen Gegnerin im Bild-Gespräch als Kritik an ihrer politischen Haltung und dem Medium, in dem sie auftrat, ab. Denn diese seien schließlich „menschenfeindlich“ findet unter anderem der Menschenfreund Miguel Robitzky.

Auch die verifizierte Quarantäne Quattromilf twittert: „Wußtet ihr, daß wenn ihr der menschenfeindlichen Bild ein Interview gebt, weil ihr Team Merz seid, ihr nicht dafür kritisiert werden dürft, weil das dann victim blaming ist? Recht haben sie ja, wer Team Merz ist, ist schon auch ein Opfer!“

„Was für ein glückliches und bequemes Leben muß man bisher geführt haben, um Spot als Hatespeech zu vermarkten und dafür sogar in Kauf zu nehmen, einen wichtigen politischen Begriff zur Bedeutungslosigkeit zu verdammen?“ schreibt die feministische Autorin, Sibel Schick, die sonst selbst jeden Spot(t) gegen die eigene Person als „Hatespeech“ vermarktet und  sich offenbar um die eigene Markt- und Deutungshoheit in diesem Bereich sorgt.

Die Äußerungen reihen sich niveaumäßig nahtlos ein in die geistigen Ergüsse, die man auf Twitter derzeit unter dem aktuellen Trend-Hashtag #WirFrauengegenMerz findet, wo der „menschenfreundlichen“ Meute keine Beleidigung zu verletzend und keine dunkle Prophezeiung zu hysterisch ist, wenn es darum geht, die ultimative „Katastrophe für alle Frauen in Deutschland“ zu verhindern.

 

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WASHINGTON. Der Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington hat für den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump auch neben dem erneuten Amtsenthebungsverfahren weitere Konsequenzen. So wolle die Deutsche Bank, Trumps größter Geldgeber, künftig keine Geschäfte mehr mit ihm oder seinen Unternehmen eingehen, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Finanzkreise. Angesichts der Ereignisse der vergangenen Woche sei das Reputationsrisiko für die Bank zu hoch.

Der US-Präsident hat demnach einen Kredit in Höhe von 340 Millionen Dollar bei der Deutschen Bank ausstehen. Dieser sei in drei separate Darlehen aufgeteilt: für ein Luxushotel in Washington D. C., ein Hotel in Chicago und einen Golfclub in Florida. Zwei Kredite müsse er 2023 zurückzahlen, den dritten im Jahr darauf.

Auch der Golfverband PGA rückte von Trump ab. Im Jahr 2022 werde er kein Turnier im National Golf Club in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey abhalten, der dem Republikaner gehört. „Wir befinden uns in einer politischen Situation. Wir hatten das Gefühl, daß wir Bedminster nicht länger halten konnten“, sagte PGA-Chef Seth Waugh der Nachrichtenagentur AP. „Der Schaden hätte irreparabel sein können. Die einzige Vorgehensweise war, zu gehen.“

Football-Trainer lehnt Auszeichnung durch Trump ab

Trump sei über die Absage sehr verärgert gewesen, heißt in US-Medien. Der Republikaner gilt als begeisterter Golfspieler.

Doch Golf ist nicht die einzige Sportart, aus der Trump Gegenwind bekommt. Der berühmte American Football Trainer Bill Belichick vom NFL-Team New England Patriots lehnte die Auszeichnung mit der Freiheitsmedaille durch den Präsidenten ab. Am Montag (Ortszeit) verbreitete er in einer Stellungnahme seine Begründung für die Entscheidung. Der Sturm auf das Kapitol sei für ihn ausschlaggebend gewesen, die Ehrung abzulehnen.

Mit der Medaille werden Personen ausgezeichnet, die einen besonderen Beitrag für die USA in kulturellen Belangen, für die nationale Sicherheit oder den Weltfrieden geleistet haben. Belichick galt bislang als Freund von Trump. Im Wahlkampf für die Wahl 2016 hatte er Trump noch unterstützt.

Punk-Band teilt Fahndungsaufruf des FBI

Zugleich betonte er, daß ihn die „Gespräche über soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschenrechte“ innerhalb seiner Mannschaft im vergangenen Jahr sehr bereichert hätten. Damals war es in der Football-Liga unter dem Eindruck der „Black Lives Matter“-Bewegung unter US-Sportlern zur Solidarisierung mit den Protestlern gekommen. Einige Spitzensportler demonstrierten unter anderem auf dem Spielfeld ihre Abneigung gegen Trump und knieten bei der Nationalhymne nieder.

Für Aufsehen in den sozialen Medien sorgte unterdessen die Unterstützung des FBI durch die kalifornische Punk-Band Dead Kennedys. Die Musikgruppe teilte den Fahndungsaufruf der Bundespolizei auf Twitter, um die Personen zu ermitteln, die in das Kapitol eingedrungen waren.

Die Punk-Band Dead Kennedys teilte den Fahndungsaufruf des FBI Foto: Screenshot Twitter
Die Punk-Band Dead Kennedys teilte den Fahndungsaufruf des FBI Foto: Screenshot Twitter

(ag)

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BERLIN. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat der SPD vorgeworfen, deutlich nach links gerückt zu sein. Die CDU wolle im Wahlkampf zur Bundestagswahl um enttäuschte SPD-Stammwähler werben, kündigte Ziemiak gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Die SPD hat sich doch längst von ihrer Klientel, den Beschäftigten in der Industrie, verabschiedet.“

Dabei seien es „die hart arbeitenden Menschen im Ruhrgebiet und andernorts, die unser Land zu einer der bedeutendsten Industrienationen der Welt gemacht haben“. Die CDU verstehe sich als „die einzige Partei, die noch die Interessen der Beschäftigten in der Industrie vertritt“. Die SPD hingegen stehe „so weit links, daß sie nicht mehr in der Mitte stattfindet“.

Über den SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte Ziemiak, er sei ein Politiker, der sich nicht gegen den Linkskurs von Parteichefin Saskia Esken durchsetzen könne. Er könne dessen Nöte aber ein Stück weit nachvollziehen. „Unter der Fuchtel von Frau Esken hat er kaum Bewegungsfreiheit. Frau Esken treibt die SPD immer weiter nach links, hin zu ihrem Wunschbündnis mit Linken und Grünen. Das ist gefährlich für dieses Land.“ Den Grünen warf der CDU-Generalsekretär vor, „Steigbügelhalter“ einer Links-Regierung sein zu wollen.

Kritiker werfen CDU selbst Linksruck vor

Zudem zeigte er sich verärgert über die Kritik der SPD an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Mehrere Sozialdemokraten hatten Spahn Versäumnisse bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff vorgeworfen. Ziemiak betonte, Scholz sei als Vizekanzler an allen Entscheidungen beteiligt gewesen. „Ich habe mich gefragt, was Olaf Scholz eigentlich im Corona-Kabinett gemacht hat, dem er ja bekanntlich angehört. Hat er da Zeitung gelesen, Brötchen gegessen oder Wahlkampfplakate gemalt?“

Die CDU wählt am Wochenende auf ihrem Digital-Parteitag einen neuen Vorsitzenden. Ihr war in den vergangenen Jahren auch parteiintern immer wieder vorgeworfen worden, unter der ehemaligen Vorsitzenden Angela Merkel deutlich nach links gedriftet zu sein. Als Beleg nannten Kritiker die Umsetzung von linken Forderungen wie die nach einer Frauenquote oder der „Ehe für alle“. (ls)

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LINZ. Eine Café-Betreiberin im oberösterreichischen Linz hat ihr Lokal am Montag entgegen der Corona-Verordnungen geöffnet. „Ich bin eine Mama, ich habe ein 13jähriges Kind, ich bin alleinerziehend und ich habe gar keine andere Möglichkeit mehr”, sagte Alexandra Pervulesko am Dienstag dem Sender RTL. Sie könne es sich nicht mehr leisten, ihr Café geschlossen zu halten. Vom Staat erhalte sie keine ausreichende Unterstützung. Da sie verschuldet sei, habe ihr außerdem die Bank den Geldhahn zugedreht.

Auf einem Zettel an der Eingangstür bat sie laut der Nachrichtenagentur APA ihre Gäste unter anderem, die Abstandsregeln einzuhalten. Und: „Als Mama werde ich gezwungen, die Verordnungen zu umgehen (…) ich kann mein Kind nicht mehr versorgen.“ Überdies forderte sie „jeden radikal Denkenden rechts/links“ auf, das Lokal nicht zu betreten. Im Inneren hätten sich dennoch mehrere Gäste versammelt, die meisten davon ohne Maske.

Polizei erstattet rund 40 Anzeigen

Nach rund einer Stunde sei die Polizei angerückt. Diese teilte am Abend mit, sie habe das Lokal geschlossen. Außerdem seien die Wirtin sowie 37 weitere Personen angezeigt worden. Laut APA drohen den Gästen bis zu 1.450 Euro und der Wirtin bis zu 30.000 Euro Strafe.

Gegenüber dem ORF sagte Pervulesko, sie sei durch eine Internetaktion auf die Idee gekommen, am Montag trotz des Verbots ihr Lokal zu öffnen. Unter dem Slogan „Wir machen auf – Lockdown beenden“ hatten sich dutzende Einzelhändler und Gastronomen in Deutschland, Österreich und der Schweiz virtuell versammelt und angekündigt, ihre Läden, Restaurants und Bars aufzusperren.

Bei der Aktion hatten Medienberichten zufolge schlußendlich allerdings nur wenige Betreiber mitgemacht. In Kaiserslautern und Neustadt in Rheinland-Pfalz demonstrierten einige Unternehmer und Händler für angemessene Entschädigungen und ein Ende des Lockdowns zum 31. Januar. In Trier öffneten Ladenbetreiber symbolisch die Türen ihrer Geschäfte. In der Schweiz öffnete vereinzelt Restaurants. Zu größeren Polizeieinsätzen kam nicht. (ls)

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KÖLN. Zur Erinnerung an die sexuellen Übergriffe während der Kölner Silvesternacht 2015/2016 hat die Künstlerin Birgitt E. Morrien die Errichtung eines Denkmals angeregt. „Die Zeit ist reif für einen sehr starken Impuls an der Stelle“, sage sie laut Kölner Stadt-Anzeiger.

Nach ihren Plänen soll vor dem Kölner Dom ein 30 Meter hohes Ei aus Kalksandstein aufgestellt werden. Sie verstehe die Skulptur als ein Symbol der Weiblichkeit, der Zukunft und der Hoffnung. Es sei zugleich fragil und stabil, begründete Morrien, die auch als Autorin und Beraterin arbeitet, ihren Entwurf. Außerdem werde durch den Ort vor dem Dom ein Bezug zur katholischen Kirche hergestellt, die Frauen von wichtigen Ämtern ausschließe.

Kölner Silvesternacht löste Debatte über Asylbewerber aus

Ein Sprecher der Stadt Köln erteilte dem Projekt unterdessen indirekt eine Absage. Da die Kathedrale zum Unesco-Weltkulturerbe stehe, würden auch auf der Domplatte nur Aktionen erlaubt, die einen direkten Bezug zu dem Gotteshaus hätten.

Während des Jahreswechsels vor fünf Jahren war es rund um den Dom in der Rheinmetropole zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Die Tatverdächtigten waren zum großen Teil Asylbewerber aus Nordafrika. Die Vorfälle hatten zu einer Diskussion über die Migrationspolitik der Bundesregierung geführt. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) riet Frauen daraufhin, eine Armlänge Abstand zu fremden Männern zu halten. (ag)

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BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einem Bericht zufolge in einer internen Sitzung vor explodierenden Infektionszahlen aufgrund einer Corona-Mutation gewarnt. „Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz“, sagte Merkel laut Bild-Zeitung in einer internen Sitzung der Arbeitsgruppe Innen der Unionsfraktion. Deshalb soll sie gefordert haben: „Wir brauchen noch acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen!“

Dies würde bedeuten, daß die Corona-Einschränkungen bis kurz vor Ostern gelten würden. Die aktuelle „Lockdown“-Phase hatte am 2. November mit ersten Maßnahmen begonnen. Mitte Dezember wurden diese zu einem „harten Lockdown“ erweitert und sind nach jetzigem Stand bis Ende Januar verlängert worden.

Die Kanzlerin sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatten jedoch mehrfach betont, die Einschränkungen könnten über das Monatsende hinaus gelten. Ziel der Maßnahmen sei es, den Inzidenzwert – die Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen – unter 50 zu bringen. Erst unterhalb dieser Schwelle seien Gesundheitsämter wieder in der Lage, die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen.

Kritik an Inzidenzwert und Lockdown

An dem Wert, der auch im vergangenen Jahr beschlossenen Infektionsschutzgesetz festgelegt ist, gibt es immer wieder Kritik. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, sagte am Montag abend in der ARD-Sendung „Hart aber fair“, er halte einen Wert von unter 50 für unrealistisch. „Gibt es ein europäisches Land in der gleichen Klimazone, das bei viel härteren Lockdownmaßnahmen unter einen Wert von 100 gekommen ist? Da finden Sie kein einziges.“

Auch der Virologe Alexander Kekulé äußerte sich kritisch über die „Lockdown“-Maßnahmen. Es gäbe andere Möglichkeiten, um gegen die Pandemie vorzugehen. Außerdem sei die reine Tatsache, daß es eine neue Krankheit gebe, „gar nicht so schlimm“. Die Regierung müsse unter anderem digitale Möglichkeiten einsetzen, statt im Nebel zu navigieren. Beim Schutz alter Menschen müsse man gezielter vorgehen und nicht „mit diesem Lockdown eine Betonplatte drüberzulegen und zu sagen, ‘irgendwann muß es ja mal wirken’“. Ansonsten könnte der „Lockdown“ noch bis Juli dauern.

Meuthen: „Soweit darf es nicht kommen!“

Aus den Reihen der Opposition kritisieren vor allem AfD und FDP die Corona-Politik der Bundesregierung und der Länderchefs. AfD-Chef Jörg Meuthen betonte am Dienstag gegenüber der JUNGEN FREIHEIT, Merkel und Söder scheine „in keiner Weise klar zu sein, was für ein Desaster sie derzeit anrichten“.

Falls der „Lockdown“ bis Ostern verlängert werde, führe das zu einem Massensterben von Unternehmen im Einzelhandeln, in der Gastronomie, bei Friseuren und anderen Branchen. „Soweit darf es nicht kommen! Wann endlich lernt Merkel, daß zielgerichtete Maßnahmen zum Schutz der Risikogruppen das Mittel der Wahl sind und ein pauschaler Lockdown komplett unverhältnismäßig und verheerend in seiner Wirkung ist?“ (ls)

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Ersatzarm für Impfung zu verkaufen

On January 12, 2021, in Schall und Rauch, by admin

Wegen der begonnen Zwangsimpfung aller Menschen gegen Covid-19 haben sich neue Geschäftsideen entwickelt. Eine davon zeige ich hier. Man kann einen Ersatzarm kaufen, damit man offiziell geimpft ist aber der Impfstoff nicht in den Körper gelangt.

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DARMSTADT. „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“ sind die Unwörter des Jahres 2020. Damit hat die sprachkritische Aktion Darmstadt erstmals zwei Begriffe ausgewählt. Der erste Begriff verharmlose „Diktaturen und verhöhnt die Menschen, die sich dort gegen die Diktatoren wenden und dafür Haft und Folter bis zum Tod in Kauf nehmen oder fliehen müssen“, begründete das Gremium aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten seine Entscheidung.

Die Jury habe damit in Rechnung stellen wollen, daß die Pandemie seit dem vergangenen Jahr die öffentliche Wahrnehmung und die eingesendeten Vorschläge dominiert habe. Das Wort „Corona-Diktatur“ war im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung aufgetaucht.

„Klimahysterie“ war zuvor Unwort

Das Wort „Rückführungspatenschaften“ sei „zynisch und beschönigend“ für einen von der EU-Kommission vorgeschlagenen Plan zur Migrationspolitik. Dabei würden EU-Mitgliedstaaten anderen die Verantwortung für Abschiebungen abnehmen. Die Jury betonte, „daß die ‘Unwort-Wahl’ keineswegs als Zensurversuch zu verstehen ist, sondern als Anlaß zur Diskussion über den öffentlichen Sprachgebrauch und seine Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben“.

Durch die Wahl der Unwörter soll nach dem Willen der verantwortlichen der sprachkritischen Aktion Darmstadt auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam gemacht werden. Seit 1991 wählt die Jury jährlich einen Begriff aus. Im Vorjahr war es „Klimahysterie“. (ag)

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BERLIN. Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Rüdiger Lucassen, hat dem Reservistenverband vorgeworfen, ein Zerrbild männlicher Soldaten zu verbreiten. Um Frauen in den Streitkräften im bestmöglichsten Licht erscheinen zu lassen, würde der Ruf ihrer männlichen Kameraden bewußt negativ dargestellt, kritisierte Lucassen gegenüber der JUNGEN FREIHEIT.

Anlaß ist die aktuelle Ausgabe der Verbandszeitschrift Loyal, die sich dem 20. Jahrestag der Öffnung aller Teilstreitkräfte der Bundeswehr für Frauen widmet. Auf einer Seite mit Grafiken über den Anteil von Frauen beim Heer, in der Luftwaffe, der Marine oder im Sanitätsdienst oder ihre Verteilung auf die einzelnen Dienstgradgruppen findet sich auch eine Auflistung über die angeblichen „Hauptgründe für den Austritt aus der Bundeswehr“.

Männer als leistungsschwach und disziplinlos

Bei Frauen wird dort angeführt: „persönlich Gründe, Ruhestand, alternatives Stellenangebot, Ablauf der Dienstzeit“. Bei Männern hingegen lautet die Rangfolge: „Entlassung aufgrund schlechter Leistung, Disziplinarverstöße, Ruhestand“. Als Quelle nennt die Loyal: „Nato, Summary of the National ‘Gender Perspectives’ Reports 2018“.

Ein Blick auf die angegeben Studie zeigt jedoch, daß in dem Untersuchungszeitraum 16.000 Männer und nur 2.330 Frauen die Bundeswehr verließen. Der Männeranteil lag somit bei 87.3 Prozent, was in etwa auch dem allgemeinen Geschlechterverhältnis in der Bundeswehr entspricht.

Ausschnitt aus der aktuellen Ausgabe der „Loyal“ Quelle: Reservistenverband, Foto: JF

Zudem verschweigt die Loyal, daß Frauen in der Bundeswehr durchschnittlich über einen höheren Bildungsabschluß verfügen als ihre männlichen Kameraden, überdurchschnittlich häufiger höheren Dienstgradgruppen angehören, im Schnitt kürzere Stehzeiten bis zur nächsten Beförderung haben und nur selten Freiwillig Wehrdienstleistende sind. Zudem ist ihr Anteil in den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine unterdurchschnittlich. Dafür sind sie im Sanitätswesen (35 Prozent aller Soldatinnen dienen hier) klar überrepräsentiert.

Lucassen: „Der Soldatenberuf ist per se ein Männerberuf“

Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr dagegen ist der Frauenanteil deutlich geringer. Unter den Gefallenen liegt er sogar bei null. All diese Fakten dürften nicht außer Acht gelassen werden, kritisiert Lucassen, der 34 Jahre in der Bundeswehr diente, zuletzt als Oberst im Generalstabsdienst, und weist die Darstellung der Loyal daher entscheiden zurück.

„Das Bild, was dort gezeichnet wird, ist eine bodenlose Diffamierung. 87,5 Prozent der Soldaten sind Männer. Der Soldatenberuf ist per se ein Männerberuf. Männer tragen die Bundeswehr“, betonte der AfD-Abgeordnete gegenüber der JF. „Ihnen einen pauschalen Hang zu Disziplinlosigkeit und schlechter Leistung zu unterstellen, kann ich nur als weiteren Schritt einer feministischen Agenda werten.“ (krk)

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Das Ungeklärte der „Deutschen Frage“ im 19. Jahrhundert zeigte sich auch an der Art und Weise, wie über die Staats- und Nationalsymbole gestritten wurde. Zwar glaube man für den 1815 gegründeten und nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 wiederbelebten Deutschen Bund auf Hoheitszeichen verzichten zu können, aber liberale und demokratische Patrioten sahen in Schwarz-Rot-Gold ganz selbstverständlich den „deutschen Dreifarb“. In letzter Stunde hat sogar Österreich versucht, diese Popularität zu nutzen, als es darum ging, seine Vormachtposition zu verteidigen.

Erfolglos, wie man weiß. Preußen siegte und gründete 1867 den Norddeutschen Bund, der allerdings auch keine Hoheitszeichen im eigentlichen Sinn besaß. Sein Siegel bestand lediglich aus den Wappen der übrigen Mitglieder, kreisförmig um das preußische gestellt. Die Handelsschiffe erhielten immerhin eine eigene Flagge in Schwarz-Weiß-Rot. Die Kriegsflagge zeigte die Farben im Obereck, aufgelegt das Eiserne Kreuz (die Kriegsflagge selbst bestand aus einem weißen Tuch, geteilt von einem schwarzen, weiß gefaßten Balkenkreuz, der Kreuzungspunkt belegt mit dem preußischen Adler).

Erklärt wurde die Kombination unter Hinweis auf die preußische Flagge (Schwarz-Weiß) in Verbindung mit den Farben der Hansestädte (Weiß und Rot). Die diplomatischen Vertretungen und die Postverwaltung des Norddeutschen Bundes verwendeten einen schwarz-weiß-rot geteilten Schild, flankiert von Wilden Männern und einer Königskrone, die dem preußischen Wappen entnommen worden waren.

Erst als sich während des Krieges von 1870/71 die Möglichkeit abzeichnete, den Norddeutschen Bund in einen kleindeutschen Nationalstaat zu überführen, konnte Preußen der Klärung der Repräsentationsformen nicht länger ausweichen. Dabei war schon die Bezeichnung des zukünftigen Staates strittig. Geht man nach dem erhaltenen Entwurf der Verfassung mit den handschriftlichen Vermerken Bismarcks, war ursprünglich an „Deutscher Bund“ gedacht, mit einem „Präsidenten“ an der Spitze. Daran erinnert noch die Tatsache, daß das – formell – höchste Organ des dann doch „Deutsches Reich“ genannten Staates als „Bundesrat“ bezeichnet wurde.

Schwarz-Rot-Gold war durch die Revolution belastet

Des weiteren mußte man den ausgesprochenen Widerwillen des preußischen Königs Wilhelm I. gegen den Titel eines „Deutschen Kaisers“ in Rechnung stellen. Der hatte nicht nur mit seiner Präferenz für die preußische Tradition zu tun, sondern auch mit dem Problem, daß in Gestalt des österreichischen ein zweites Kaisertum auf deutschem Boden bestand und er – wie Bismarck richtig bemerkte – als „Kaiser von Deutschland“ einen „landesherrlichen Anspruch auf die nichtpreußischen Gebiete“ erhoben hätte, deren Fürsten, vor allem die jetzt hinzugekommenen süddeutschen, eifersüchtig über ihre Rechte wachten.

Von irgendeiner Bereitschaft, Schwarz-Rot-Gold zu akzeptieren, konnte bei Wilhelm I. schon wegen der Erinnerung an die Revolution keine Rede sein. Aber auch die Übernahme der Farben Schwarz-Weiß-Rot für die neue Nationalflagge akzeptierte er nur, weil man ihm einredete, es handele sich um die Kombination des preußischen Schwarz-Weiß mit dem brandenburgischen Rot-Weiß. Relativ unproblematisch war nur die Festlegung des Reichswappens. Es gab kaum Stimmen für den traditionellen Doppeladler – den neben dem Kaiser von Österreich auch der Zar von Rußland führte –, und so fiel die Wahl auf den einköpfigen schwarzen Adler, dem man das preußische Wappen auflegen wollte.

Verglichen mit dieser Entscheidung erwies sich die Krönungsfrage als ausgesprochen heikel. Strittig war die Krönung überhaupt, dann der Krönungsort, die Krönungsweise und die Gestalt der Krone selbst. Das war nicht von vornherein abzusehen. Denn 1861 hatte die Krönung Kaiser Wilhelms zum König von Preußen im Rahmen einer aufwendigen Zeremonie stattgefunden. Die Zeitgenossen deuteten das zu Recht als Demonstration: einen sinnfälligen Ausdruck des konservativen Prinzips und des Gottesgnadentums. Aber das Vorgehen war schon da alles andere als selbstverständlich gewesen.

Einzige preußische Krönung war 1701 in Königsberg

Außer Wilhelm von Preußen gab es zu diesem Zeitpunkt in Europa nur noch zwei Herrscher, die feierlich gekrönt worden waren: Victoria als Königin von Großbritannien und Karl XV. als König von Schweden und Norwegen. Zudem hatte es in Preußen bis dahin überhaupt nur eine einzige Krönung gegeben: die des ersten Königs, der als Friedrich I. am 18. Januar 1701 in Königsberg den Thron bestieg. Danach war der Akt nicht wiederholt worden.

Aber in der Nationalbewegung erhoben sich, befeuert durch die militärischen Erfolge und die patriotische Begeisterung, rasch Forderungen nach der feierlichen Krönung eines neuen Deutschen Kaisers. Man diskutierte, ob eher Aachen oder eher Frankfurt am Main in Frage kämen, aber auch die stolzen Städte Worms, Regensburg oder Berlin standen zur Debatte; selbst Nürnberg, der frühere Aufbewahrungsort der Reichskleinodien, kam ins Spiel, und Wilhelm hatte offenbar schon Jahre zuvor mit einer Krönung im Kölner Dom geliebäugelt.

Weiter gab es den Vorschlag, an Stelle einer Krone einen „Krönungshelm“ zu verwenden, um Preußen als Militärstaat Tribut zu zollen. Aber mehrheitlich wurde davon ausgegangen, daß es die überkommenen Abzeichen der römisch- deutschen Kaiser sein müßten, die nach einem „65jährigen Interregnum“ – das heißt seit der Auflösung des alten Reiches – wieder zu Ehren gebracht wer- den sollten.

Habsburger lehnten die Herausgabe der Reichskleinodien ab

Die Rede von einem „65jährigen Interregnum“ ging auf den Kronprinzen Friedrich Wilhelm zurück, nachmals Kaiser Friedrich III., der anders als sein Vater von romantischen und liberalen Ideen erfüllt war und auch gern die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gesehen hätte. Das war keine Absage an die preußische Überlieferung, aber für den Kronprinzen galt wie für viele Deutsche das, was der Historiker Johann Gustav Droysen schon 1858 festgestellt hatte: „In der Sehnsucht der Nation blieb der ghibellinische Gedanke“. Denn obwohl in der Nationalbewegung eine ausgesprochen kritische Beurteilung der mittelalterlichen Kaiserpolitik vorherrschte, gab es gleichzeitig eine besondere Art des Stolzes auf diese Vergangenheit mit ihren hochgesteckten Zielen.

Jedenfalls ließ Friedrich Wilhelm, ohne Rücksprache mit dem König oder Bismarck, durch den preußischen Gesandten in Wien sondieren, ob die Habsburger zur Herausgabe der Reichskleinodien bereit wären. Er erhielt jedoch eine Absage. Es ist schwer zu sagen, wie sein Vater im Falle eines Erfolgs reagiert hätte. Denn Wilhelm äußerte, als ihm das Gerücht zu Ohren kam, er wolle sich im alten Ornat zum Kaiser krönen lassen, unmißverständlich: „Ich denke nicht daran, Mir eine Kaiser Krone anzueignen, welche wirklich existiert und welche Ich nicht besitze, vielleicht niemals besitzen werde, und welche Ich zu besitzen Meinerseits auch kein Bedürfnis fühle.“

Allerdings ließ Wilhelm in der Kaiserbotschaft aus Anlaß der Proklamation im Spiegelsaal von Versailles am 18. Januar 1871 hervorheben, daß nunmehr eine Erneuerung der seit mehr als 60 Jahren ruhenden Deutschen Kaiserwürde stattfinde und erhob offenbar auch keinen Widerspruch, als der Kronprinz aus der Goslarer Kaiserpfalz den uralten Thronstuhl holen und zur Eröffnung des Reichstags am 21. März 1871 bereitstellen ließ. Da die „Deutsche Kaiserwürde“ nach allgemeiner Auffassung ihren sichtbaren Ausdruck in der alten Krone fand, schien es kaum möglich, ganz ohne eine entsprechende Insignie auszukommen oder einfach die preußische Königskrone zu verwenden.

Die Kaiserkrone blieb bis 1918 nur ein Entwurf

Es hatte sich deshalb wohl auch kein Widerspruch erhoben, als auf Veranlassung des Kronprinzen für die Proklamation ein Wappenschild gefertigt wurde, der einen einköpfigen, schwarzen, rot bewehrten Adler mit dem Hohenzollernschach auf der Brust zeigte, darüber unverkennbar die alte Reichskrone. Das Motiv fand außerdem Verwendung für das sogenannte „interimistische Reichsemblem“ vom April 1871, bei dem allerdings auf dem Wappenschild schon der preußische Adler zu sehen war, darüber nach wie vor die sogenannte „Kaiserkrone Karls des Großen“.

Der Begriff wurde dann gleichfalls in dem kaiserlichen Erlaß vom 3. August 1871 für die neu entworfene „Reichskrone“ verwendet. Die erhielt indes nur eine provisorische Gestalt, nämlich die eines Holzmodells. Sie erschien in Zukunft – sozusagen fiktiv – auf Bildern des Regenten, der mit ihr so dargestellt wurde, als ob die Insignie tatsächlich existierte, über dem Reichswappen, als Schmuck der Germania, als dekoratives Element in Bildern oder an offiziellen Gebäuden, aber auch alleinstehend wie ein Hoheitszeichen eigener Art an den Uniformen der kaiserlichen Marine und in den Emblemen der deutschen Kolonien.

Die Gestaltung folgte ausdrücklich der der „Karlskrone“, was die achteckige, aus Platten gefügte Grundform betraf. Nur strebten die Seiten trapezförmig auseinander, es fehlte das Kreuz oberhalb der Frontplatte, und an Stelle eines nach hinten laufenden Bügels gab es derer zwei, die einen haubenartigen Abschluß bildeten und von einem kleinen Reichsapfel gekrönt wurden. Auf den Platten fanden sich keine Emailbilder mit biblischen Motiven wie im Fall des mittelalterlichen Musters, und man griff auch nicht auf deren symbolische Muster aus Edelsteinen und Perlen zurück. Die Frontplatte zeigte vielmehr ein lateinisches Kreuz, dessen Stamm von zwei weiteren, kleineren Kreuzen flankiert war. Die beiden angrenzenden Platten trugen den Reichsadler.

Bemerkenswerterweise haben auch die Nachfolger Wilhelms I. auf Krone und Krönung verzichtet. Welche Motive dabei den Ausschlag gaben, ist unbekannt. Aber es hatten sich schon früh Stimmen erhoben, die behaupteten, daß die Proklamation in Versailles durch nichts zu überbieten sei, am wenigsten durch ein „leeres Gepränge“, das im „Hervorziehen mittelalteriger Einrichtungen und Ceremonien“ bestehen würde.

JF 2/21

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