LEIPZIG. Das Landeskriminalamt Sachsen hat nach einem versuchten Tötungsdelikt am Rande der Corona-Demonstration am Sonnabend in Leipzig einen Zeugenaufruf gestartet. Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, daß es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Linksextreme handelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag der JUNGEN FREIHEIT. Es werde aber nach wie vor in alle Richtung ermittelt.

Laut Polizeiangaben befand sich eine Gruppe Demonstranten im Anschluß an die Kundgebung gegen die Anti-Corona-Maßnahmen nahe der Höfe am Brühl an einem Imbiß. Dabei seien sie von 15 bis 20 größtenteils Vermummten attackierten worden. Zwei der Opfer seien zu Boden gegangen. Die Angreifer traten aber weiter auf sie ein. Erst als eine Einheit der Bereitschaftspolizei einschritt und einen Warnschuß abgab, ließen die Angreifer von den Opfern los und flüchteten. Die beiden Männer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.

Staatsanwaltschaft stuft Tat als versuchten Totschlag ein

Die Staatsanwaltschaft Leipzig stufte die Tat als versuchten Totschlag ein. Die Ermittlungen übernahm die Soko LinX. Dem Nachrichtenportal Tag24 zufolge sollen Teilnehmer der linken Gegendemonstration nach der Kundgebung gezielt Jagd auf heimkehrende Corona-Demonstranten gemacht haben.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die rund um den Tatort verdächtige Personen einschließlich mehrerer möglicherweise tatbeteiligter Fahrradfahrer gesehen haben. Die Beamten wiesen darauf hin, daß auch Beobachtungen im Internet oder den sozialen Medien die Ermittlungen unterstützen können.

Leipzig gilt mit seinem Stadtteil Connewitz als eine der linksextremen Hochburgen Deutschlands. Die Zahl Straftaten in Sachsen, die der linken Szene zugeordnet werden, war im vergangenen Jahr um 100 Prozent gestiegen. (ls)

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BERLIN. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, hat angeregt, die AfD von Bundestagsposten auszuschließen. Anlaß sind Unruhen im Reichstagsgebäude vergangene Woche, die von Besuchern mehrerer AfD-Parlamentarier ausgelöst wurden. Nach dem Ereignis sei es nicht mehr zu rechtfertigen, wenn die Partei ihre Ansprüche auf einen Bundestags-Vizepräsidenten erfüllt bekomme, sagte Dobrindt laut der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag bei einer Sitzung der Unionsfraktion.

„Inzwischen sollten die letzten Zweifler auch überzeugt sein, daß man dieser Fraktion keine Positionen in solchen Gremien geben kann“, führte er mit Verweis auf die AfD aus. Die Partei sei auf dem besten Wege, die neue NPD zu werden. Die radikalen Kräfte setzten sich bei der Oppositionspartei immer mehr durch. Die AfD-Spitze nehme das zumindest hin, wenn sie es nicht sogar unterstütze, mahnte der CSU-Politiker.

AfD-Fraktion straft zwei Abgeordnete ab

Die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland sowie Parteichef Tino Chrupalla hatten den Vorfall bereits vergangene Woche bedauert und das Verhalten der Gäste als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Unterdessen beschloß der Fraktionsvorstand der AfD im Bundestag Sanktionen gegen die beiden Abgeordneten Udo Hemmelgarn und Petr Bystron und entzog ihnen unter anderem das Rederecht in Parlamentsdebatten bis Ende Februar 2021. Ebenso das mündliche Fragerecht sowie die Möglichkeit zur Kurzintervention.

„Bei weiterem fraktionsschädigendem Verhalten durch diese beiden Mitglieder des Bundestages wird der Fraktionsvorstand Abwahlanträge bezüglich ihrer Mitgliedschaft in den Bundestagsausschüssen stellen“, hieß es in einer Mitteilung. Der Beschluß sei in der Fraktionssitzung auf breite Zustimmung gestoßen.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg, (CDU) hatte nach den Unruhen gefordert, mehreren AfD-Abgeordneten bis zum Ende der Legislaturperiode das Besucherrecht zu entziehen.

Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten hatte bereits vor dem Vorfall immer wieder AfD-Kandidaten abgelehnt, die sich um das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten beworben hatten. Eigentlich steht jeder Fraktion ein Vizepräsidentenposten im Bundestag zu. (zit)

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BERLIN. Die Union und der Steuerzahlerbund haben den von SPD-Ministerpräsidenten ins Spiel gebrachten Corona-Soli deutlich abgelehnt. „Diese Steuererhöhung belastet Bürger und Wirtschaft gleichermaßen. Das ist mit der Union nicht zu machen“, sagte CSU-Parteichef Markus Söder am Montag der Passauer Neuen Presse und dem Donaukurier. Die Idee sei absurd. Auch der Generalsekretär der Christlichsozialen, Markus Blume, äußerte sich ähnlich. „Eher müssen wir die Steuern senken, um die Wirtschaft zu stimulieren.“

Ebenso der Bund der Steuerzahler kritisierte den SPD-Vorstoß. „Die Diskussion um einen Corona-Soli ist reiner Populismus“, teilte Präsident Reiner Holznagel mit. Bürger und Betriebe in einer Krise stärker zu belasten, helfe nicht weiter und sei ein falsches Signal. „Das hemmt die Konjunktur nur zusätzlich.“

Die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Länder hatten in den vergangenen Tagen einen Solidaritätszuschlag vorgeschlagen, der für die steuerfinanzierte Stabilisierung der Kassenbeiträge verwendet werden soll. Der Vorstoß findet sich laut der Nachrichtenagentur dpa in dem Beschlußentwurf, den die Länder unter Führung Berlins beim Spitzentreffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am morgigen Mittwoch präsentieren wollen.

Maximal zehn Personen an Weihnachten

Darin heißt es, der Bund solle Wege prüfen, „damit die durch die Corona-Pandemie im Gesundheitswesen verursachten Mehrkosten nicht einseitig durch die gesetzlich Versicherten abgefedert werden müssen“. In eckigen Klammern ist ergänzt: „zum Beispiel durch einen Solidaritätszuschlag“.

Bei dem Corona-Gipfel wollen die Länder neue Regeln zur Eindämmung der Pandemie beschließen. Die Ministerpräsidenten einigten sich der dpa zufolge auf einheitliche Kontaktbeschränkungen für den Zeitraum vom 23. Dezember bis zum 1. Januar. Dann dürften maximal zehn Personen auch aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahren sind davon ausgenommen.

Ab 1. Dezember sollen die zuletzt für November gültigen Regeln verschärft werden. Private Zusammenkünfte sind den Plänen nach dann nur noch zwischen Angehörigen zweier Haushalte und maximal fünf Personen erlaubt. Kinder sind von dieser Regel ebenso nicht betroffen.

Käßmann: „Es gibt kein Recht auf das Weihnachtsfest“

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, dämpfte am Dienstag die Erwartungen auf ein Weihnachtsfest wie in früheren Jahren. „Es gibt kein Recht auf das Weihnachtsfest.“ Man dürfe sich nicht vormachen, daß die Welt am 23. Dezember auf einmal eine ohne Corona sei.

„Wir dürfen Weihnachten nicht damit überfrachten, daß alles jetzt darauf hingeht. Das tut dem Fest nicht gut“, warnte die Theologin. In den Familien seien klare Absprachen nötig, damit nachher niemand in seiner Erwartung enttäuscht werde. „Maria und Josef waren in der Ursprungsgeschichte auch nicht in einem großen Familienkreis zusammen.“ (ls)

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BERLIN. Die Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie hat eine Auszeichnung des Vereins Deutsche Sprache (VDS) abgelehnt. Grund dafür sind kritische Äußerungen des VDS-Bundesvorsitzenden Walter Krämer zu Medien und Gendersprache. Er reihe sich mit seinen Aussagen in rechtspopulistische Vorstellungen ein.

„Ausgerechnet in einer Zeit, in der wir mit Sorge einen Rechtsruck in Teilen der Bevölkerung beobachten müssen“, bedauerte Boie in einem Brief an die Hamburger Regionalgruppe VDS, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Diese wollte ihr den Preis verleihen.

Boie nennt Krämers Aussagen „realitätsfern“

Krämer habe zum Beispiel von einer „Lügenpresse“ und einem „Meinungsterror linksgestrickter“ Medien gesprochen. Zudem befürchte er eine „Überfremdung der deutschen Sprache“ und attestiere der Gesellschaft „Genderwahn“. Diese Aussagen seien „verkürzt und realitätsfern“, kritisierte die „Ritter Trenk“-Autorin.

Der Hamburger Landesverband habe sich dennoch nicht öffentlich von seinem Bundesvorsitzenden distanziert. Deshalb wolle sie den Preis nicht annehmen. Die Regionalgruppe des Vereins ehrt mit dem Elbschwanenorden jährlich Menschen und Institutionen aus der Hamburger Region, „die sich um Pflege und Förderung der deutschen Sprache in besonderer Weise verdient gemacht haben“. (zit)

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Er ist einer der vehementesten Verteidiger der geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags: der ARD-Journalist Georg Restle. Er sei ein „überzeugter Anhänger des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“, gab der Moderator des Politikmagazins „Monitor“ auf Twitter bekannt. Dort liefert er sich seit Tagen teils verbissene, teils erhellende Diskussionen mit anderen Nutzern.

Am Montag ließ sich Restle vom Vorsitzenden der Jungen Liberalen in Brandenburg zu einer Marie-Antoinettschen Äußerung provozieren. Der Nachwuchspolitiker wandte ein, daß das Argument, die Erhöhung falle kaum ins Gewicht, weil es nur 86 Cent seien, greife nicht, da die Belastung für manche nicht zu unterschätzen sei. In Zeiten einer unsicheren Konjunktur, Rekordverschuldung des Staates und interventionswütigen Regierungspolitikern ist das ein berechtigter Einwand.

Doch dem Journalisten fiel dazu nur ein: „Und für Sie sind 86 Cent im Monat ein schmerzhafter Einschnitt? Ernsthaft jetzt?“ Dafür erntete Restle hunderte wütende Kommentare. Die Erhöhung der Rundfunkgebühren um 86 Cent auf 18,36 Euro ist damit freilich nicht vom Tisch. Auch wenn die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt zuletzt angekündigt hatte, dagegen zu stimmen.

Wenn die AfD dafür ist, müssen andere dagegen sein

Doch bis zur Entscheidung Mitte Dezember vergehen noch einige Tage. Und die Wächter der „Demokratie-Abgabe“, wie Moderator Jörg Schönenborn die Zwangsgebühren einmal genannt hatte, haben mittlerweile zu einer bewährten Angriffsstrategie gewechselt, mit der sie die schwarze Phalanx im Magdeburger Landtag brechen könnten.

Es geht natürlich um die AfD. Denn die ist auch gegen die Rundfunkgebührenerhöhung. Zusammen könnten CDU und AfD ihre rot-rot-grünen Kontrahenten überstimmen. Wenn aber die AfD für etwas ist, müssen anständige Demokraten dagegen sein. Das mußte Thüringens Kurzzeitministerpräsident Thomas Kemmerich von der FDP Anfang des Jahres von Kanzlerin Angela Merkel und der deutschen Öffentlichkeit lernen.

Auch Restle legte am Dienstag in diesem Sinne nach und verbreitete den Tweet eines AfD-Politikers, in dem dieser von der „Corona-Diktatur“ des „Merkel-Regimes“ und der „Neuen Weltordnung“ fabulierte. Seht her, mit wem die CDU gemeinsame Sache macht, lautete der Tenor hinter dem erhobenen Zeigefinger des Rundfunkfans. Und damit ist er nicht allein. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Wochenende, zum Thema Rundfunkbeiträge würden noch Gespräche geführt. Laut dem Spiegelversucht er, eine Lösung zu finden, damit die CDU nicht mit der AfD stimmen müsse.

Am grundsätzlichen Problem, nämlich daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland mit acht Milliarden Euro im Jahr der teuerste der Welt ist und mit der geplanten Erhöhung um mehrere Millionen pro Monat noch einmal kostspieliger wird, ändert die Debatte allerdings nichts.

Eine Diät täte den Öffentlich-Rechtlichen gut

Es stimmt, daß die offenkundige links-grüne Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Definition, was zu seinen Aufgaben gehört, nicht in erster Linie über die Höhe der Gebühren geregelt wird. Doch die Botschaft, die die hartnäckigen Verteidiger aussenden, wenn sie mit aller Gewalt eine Erhöhung durchdrücken, während gleichzeitig das Vertrauen in die Öffentlich-Rechtlichen sinkt, könnte dreister nicht sein.

Die Beitragszahler müssen wegen der Klimagesetze ab 2021 ohnehin tiefer in die Tasche greifen und manche Selbständige bangen um ihre Existenz, da soll es für die Sender auf keinen Fall möglich sein, auf die 86 Cent pro Haushalt zu verzichten? Die Wahrheit ist: Die 86 Cent bei 38 Millionen Haushalte bedeuten einen Batzen Geld, auf den die aufgeblähten Sender nicht verzichten können, ohne endlich abzunehmen.

Eine Diät täte aber vielleicht nicht nur der Organisationsstruktur, sondern auch dem Geist dahinter gut und könnte für etwas mehr Demut sorgen. Und 86 Cent sind laut Restle ohnehin ganz sicher kein ernsthafter Einschnitt. Warum also nicht einmal ans Abspecken denken?

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PARIS. Die Pariser Polizei hat die Räumung eines provisorischen Migrantencamps in der Hauptstadt verteidigt. Die Errichtung solcher Lager durch bestimmte Verbände sei „nicht akzeptabel“, begründete die Polizeipräfektur Paris ihr Vorgehen auf Twitter. Alle Menschen, die eine Unterkunft benötigten, seien aber herzlich dazu eingeladen, die Tagesaufnahmezentren der Stadt aufzusuchen, in denen Staat und Verbände Unterbringungslösungen anböten.

Die Sicherheitskräfte hatten am Dienstag morgen den Platz der Republik geräumt und dabei auch Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt. Hunderte Migranten hatten dort campiert. Die Flüchtlingsorganisation „Utopia 56“ hatte für sie Zelte aufgestellt, um auf die Situation der Asylbewerber aufmerksam zu machen. Laut dem Verband hatten die Flüchtlinge zuvor im Pariser Vorort Seine-Saint-Denis in einem provisorischen Zeltlager gelebt. Dieses war vergangene Woche ebenfalls geräumt worden.

Demonstranten wollen Migranten vor Polizei schützen

Die Anhänger der Organisationen setzten sich nach eigenen Angaben zwischen die Zelte der Migranten, um zu verhindern, daß die Polizei das provisorische Lager auf dem Platz der Republik gewaltsam räume. Zudem teilten sie ein Video, auf dem zu sehen ist, wie mehrere Personen versuchen, die Sicherheitskräfte daran zu hindern, zu den Zelten zu gelangen.

„Einige Bilder der illegalen Migrantenlager am Platz der Republik sind schockierend“, schrieb Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin (En Marche) auf Twitter. Er erwarte einen detaillierten Bericht vom Polizeipräfekten. (zit)

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Die Deutsche Bundesbank mißachtet das Bundesverfassungsgericht. Die deutsche Notenbank kauft unrechtmäßig und gegen ein ausdrückliches Verbot des höchsten Gerichts in großem Umfang Staatsanleihen. Doch in den Medien findet dieser ungeheuerliche Vorgang keinen Widerhall. Dabei ist es nichts anderes als ein Angriff auf Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung, wenn ein Teil der Exekutive höchstrichterliche Rechtsprechung ignoriert.

Was ist passiert? Am 5. Mai 2020 wies das Bundesverfassungsgericht in einem vielbeachteten Urteil die Europäische Zentralbank (EZB) in ihre Schranken. Die EZB verstoße mit dem massiven Ankauf von Staatsanleihen gegen die Europäischen Verträge, weil sie deren negative Auswirkungen nicht geprüft und abgewogen habe.

Der Deutschen Bundesbank verboten die Verfassungsrichter die weitere Teilnahme an den Staatsanleihekäufen ab dem 6. August 2020, „wenn nicht der EZB-Rat in einem neuen Beschluß nachvollziehbar darlegt, daß die (…) währungspolitischen Ziele nicht außer Verhältnis zu den damit verbundenen wirtschafts- und fiskalpolitischen Auswirkungen stehen“.

EZB mißachtet Verfassungsgericht

Der vom Gericht geforderte Beschluß des EZB-Rates ist bis zum heutigen Tage nicht erfolgt. Deshalb trat das Verbot am 6. August in Kraft. Die Bundesbank aber ignoriert dies. Angeblich habe die EZB in geldpolitischen Beschlüssen vom 3./4. Juni den Anforderungen des Gerichts Rechnung getragen. Doch dort findet sich nirgendwo die vom Bundesverfassungsgericht geforderte „nachvollziehbare Darlegung“. Es wird lediglich behauptet, daß die Vorteile der EZB-Politik deren Nachteile „klar übertroffen hätten“.

Die EZB hat Bundesregierung und Bundestag Dokumente übermittelt, in denen angeblich nachgewiesen wird, daß die expansive Geldpolitik der EZB keine unvertretbar negativen Auswirkungen auf unter anderem Ersparnisse und Altersvorsorge habe. Für die Öffentlichkeit sind diese Dokumente jedoch nicht einsehbar, da sie als geheim klassifiziert. Man spricht sich selbst von Sünden frei. Nirgends wird auch nur der Versuch gemacht, dies durch konkrete Zahlen und Analysen zu belegen. Der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark sprach in diesem Zusammenhang öffentlich von einer „Farce“.

Doch die EZB hat nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht etwa die Zügel angezogen, sondern vielmehr mit dem neuen Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP), das nicht Gegenstand der Verfassungsbeschwerde war, das Volumen der Staatsanleihekäufe um weitere 1,35 Billionen Euro erhöht.

Dieses neue Programm verletzt etliche der Kriterien, die das Bundesverfassungsgericht zur Abgrenzung von monetärer Staatsfinanzierung als wesentlich angesehen hatte: So werden überproportional (im Verhältnis zum Anteil am EZB-Kapital) italienische Anleihen gekauft, es gibt kein Ausstiegsszenario, und erneut wird nicht geprüft, ob die vermeintlichen Vorteile des Programms seine negativen Auswirkungen auf Zinseinkünfte der Sparer, Altersvorsorge, Immobilienpreise und Mieten, Stabilität der Banken und überbordende Staatsverschuldung überwiegen.

PEPP ist klarer Verstoß gegen die Verträge

Damit ist auch PEPP ein Verstoß gegen die Europäischen Verträge. Gemeinsam mit dem neuen Programm wächst das Volumen der Staatsschulden, die die EZB hält, demnächst auf 3.550 Milliarden Euro. Das ist ungefähr das Zehnfache aller Einnahmen des Bundeshaushalts 2020.

Rechtsstaatlichkeit, der Vorrang und Vorbehalt des Gesetzes, ist ein Grundwert der Europäischen Union. Die EU stellt aktuell gewisse Mitgliedsstaaten wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit an den Pranger. Sie sollte bei sich anfangen.

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Ravel Meeth ist Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Bündnis Bürgerwille.

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Neues Album von AC/CDZurück ins Paradies

On November 24, 2020, in Junge Freiheit, by admin

Nehmen wir an, der liebe Gott wäre nicht schon nach nur sechs Tagen Arbeit müde geworden. Er hätte nicht am siebten ausgeruht und zufrieden auf sein bis dahin geschaffenes Werk geschaut, auf Himmel und Erde, Tiere und Menschen und Nahrung. Nehmen wir an, er hätte gemeint, es fehle noch etwas in seiner Welt, nämlich die Musik. Was hätte er wohl geformt? Ein Streichquartett oder ein Flötenkonzert? Eine Klaviersonate?

Mitnichten. Als alter Rocker hätte der Schöpfer wohl eher eine Rock’n’Roll-Band wie AC/DC ins Diesseits gesetzt – „und Gott sah, daß es gut war.“ Wäre die Genesis so verlaufe, wer weiß, vielleicht wäre dann sogar Adam und Eva die Vertreibung aus dem Paradies erspart geblieben.

Blasphemie? Keineswegs, denn eben dorthin will uns das kürzlich erschienene neue Album von AC/DC, „Power Up“, zurückführen. „Der Augenblick, in dem du erkennst, diese Momente, die an dir vorüberziehen, werden dich ins Paradies bringen“, heißt es in den ersten Zeilen des fetzigen Eröffnungstitels „Realize“.

Und weiter: „Fühle die Kälte in deiner Wirbelsäule hoch und runter / Ich werde dich fliegen lassen“. Das Stück erinnert entfernt an „Thunderstruck“ (1990) und ist ebenso stadiontauglich wie die erste Singleauskopplung „Shot in the Dark“, der bluesige Kneipenschunkler „Through the Mists of Time“ oder der Stampfer „Kick You When You’re Down“. Der Spaßfaktor auf einer Skala von eins bis zehn liegt bei zwölf.

Von einigen weiteren Nummern des Albums läßt sich das leider nicht sagen. „Witch’s Spell“ oder „No Man’s Land“ wollen auch nach mehrmaligem Durchhören nicht zünden; so manche Riffs wirken belanglos und uninspiriert. Zudem fehlt einigen der rhythmische Spannungsbogen zwischen Strophe und Refrain. Hier wiegt der Verlust von Macolm Young hörbar sehr schwer.

Der im November vor drei Jahren verstorbene Rhythmusgitarrist war der kreative Kopf der Band und hauptverantwortlich für das Songwriting. Während sein Bruder Angus an der Leadgitarre und in Schul-uniform die Show lieferte, war es musikalisch im wesentlichen der zwei Jahre ältere Malcolm, der mit seinen Akkorden und Riffs den Grundstein legte, auf dem AC/DC ihre Kathedrale des Rock’n’Roll errichteten.

Brian Johnson klingt wie seit jeher

Deswegen ist es auch noch nicht lange her, daß dem Weltmusikerbe die Totenglocken läuteten. Als die Band 2014 mitteilte, Malcom Young sei an Demenz erkrankt und habe die von ihm gemeinsam mit Angus 1973 gegründete Band verlassen müssen, verkündete der Kulturjournalist Edo Reents in der FAZ: „Das Ende der größten Hardrock-Band aller Zeiten ist besiegelt.“ Und ein Welt-Feuilletonist urteilte: „Ohne AC/DC wird die Welt eine andere sein.“

Der nächste Schicksalsschlag folgte 2016. Frontmann Brian Johnson mußte die „Rock or Bust“-Tour aufgrund gesundheitlicher Probleme abbrechen. Der damals 68jährige hatte einen Hörverlust erlitten, ihm drohte die totale Taubheit. Als Ersatz für ihn sprang kurzfristig der Guns N’ Roses-Sänger Axl Rose ein. „Für mich war es das Ende. Nichts mehr zu machen, wenn man nicht hören kann“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur Brian Johnson vergangene Woche rückblickend auf jene Zeit.

Inzwischen scheint der passionierte Ballonmützenträger mit Hilfe einer speziellen Ohrhörer-Technologie wieder fit zu sein. Jedenfalls klingt er auf dem neuen Album, nun ja, wie halt Brian Johnson seit jeher klingt. Er krächzt und preßt und schmirgelt sich durch die insgesamt zwölf Titel, was das Zeug hält – und überrascht bei dem Stück „Demon Fire“ zeitweilig sogar mit tief-klarer Stimmlage.

Das alles nährt die Hoffnung auf eine nochmalige Tour der Hardrocker in Post-Corona-Zeiten. Live im Stadion mit einem Bierchen in der Hand ist der Unterhaltungswert der unverwüstlichen Truppe immer noch am höchsten. Gut zwei Stunden lang bis zum traditionellen Rausschmeißer „For Those About to Rock (We Salute You)“, begleitet von Kanonendonner, fühlt sich dann jeder Konzertbesucher wie im Garten Eden – „und Gott sah, daß es gut war.“

JF 48/20

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Der Sky News Moderator Rowan Dean sagt, dass der „Great Reset“ ein Programm sei, das darauf abzielt, uns all unsere fundamentalem demokratischen Grundrechte zu entziehen, zugunsten einer neuen Gesellschaftsform – diktiert von den Eliten. „Es ist ein anti-demokratisches Unternehmen, das darauf abzielt, ihren Arbeitsplatz zu zerstören, ihren Wohlstand zu stehlen und ihren Kindern die Zukunft zu rauben. Es ist eine knallharte, linke Horrorshow – vollgestopft mit Quasi-Faschismus“, meint Dean.

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Das World Economic Forum wörtlich: „Es ist dringend erforderlich, dass globale Interessengruppen zusammenarbeiten, um gleichzeitig die direkten Folgen der COVID-19-Krise zu bewältigen. Um den Zustand der Welt zu verbessern, startet das Weltwirtschaftsforum The Great Reset“. Hier erhalten Sie eine Übersicht über alle wichtigen Details zum „Great Reset“.

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Weboy