Eine aktuelle Studie belegt die laut FAZ „überraschend große Bereitschaft“ von Studenten der Sozialwissenschaft, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Das mit der angeblichen Überraschung über das Ergebnis der Untersuchung kann eigentlich nur ironisch gemeint sein. Hat die Zeitung ihren Sitz doch ausgerechnet in jener Stadt, deren Universität in der Untersuchung der Sozialwissenschaftler Matthias Revers und Richard Traunmüller zum Paradebeispiel für die starke Tendenz zur Meinungseinfalt an unseren Hochschulen wurde.

Anfang des Jahres eskalierte eine Podiumsdiskussion zum Thema Kopftuch an der Goethe-Uni Frankfurt derart, daß am Ende sogar die Fäuste flogen und die Polizei anrücken mußte. Unter dem Titel „Die Verschleierung: Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder politisches Instrument“ wollte die Frankfurter AstA-Referentin Fatma Keser, die selbst Tochter kurdischer Flüchtlinge ist, unter anderem mit der Autorin Naïla Chikhi sowie der ehemaligen Schulrektorin Ingrid König über den Einfluß des islamischen Frauenbilds auch auf die moderne westliche Kultur sprechen.

Zuviel für die Gralshüter des realitätsentkoppelten Heile-Welt Multikulti-Safe-Space. Diese, vertreten durch die „Studis gegen rechte Hetze“, haben das gemacht, was viele Linke besonders gut können. Sie haben die von Mitgliedern der Frauenrechtsgruppe „Terre des Femmes“ mitorganisierte Veranstaltung lauthals gestört. Es wurden Transparente mit wilden NSU-Vergleichen hochgehalten, Tische umgestoßen und die Debatte damit bereits im Keim erstickt.

Forscher gingen ergebnisoffen ans Werk

Dennoch zeigten sich selbst die beiden Initiatoren der Studie überrascht über das Ergebnis ihrer Untersuchung, für die sie genau diese Universität auserkoren hatten. War ihr Grundansatz doch ein deutlich anderer. Wenn an der bis heute als Hochburg der Kritischen Theorie, zumindest in ihrer Vulgärform, geltenden Universität keine Begrenzung der Meinungsvielfalt zu beobachten sei, so die Überlegung der Sozialforscher, dann sei zu vermuten, daß es eine solche auch nirgendwo sonst gebe. Auch wenn diese These an sich schon nicht der Gipfel der wissenschaftlichen Logik war, muß man Revers und Traunmüller doch anerkennend zugestehen, daß sie zwar mit geradezu jungscher Naivität, aber doch zumindest ganz offensichtlich ergebnisoffen an ihre Arbeit herangegangen sind.

Das Ergebnis der Studie, das wohl niemanden außerhalb einiger akademischen und medialen Blasen überraschen kann, brachte die alarmierenden Zustände nun auf den Punkt. So zeigte die Befragung von knapp 1.000 Studenten, daß diese nicht nur überwiegend links, sondern auch in besonders hohem Maße intolerant gegenüber Andersdenkenden sind. Ein beträchtlicher Anteil von ihnen möchte mit anderen Meinungen nicht einmal mehr konfrontiert werden; vor allem nicht bei den Themen Islam, Geschlecht und Zuwanderung.

Redner, die nicht das sagen, was die junge „Bildungselite“ längst zu wissen glaubt, sollen an der Uni nicht geduldet werden. Es ist weniger die autoritäre Haltung der linken Studentenschaft selbst als die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Weltenlenker von Morgen inzwischen zu ihr bekennen, die einen so erschaudern läßt.

Nach Bücherverbrennungen fragt man lieber nicht

Daß der Anteil derer, die rechten und konservativen Professoren sowie Islam-Kritikern jeglicher Couleur keine Lehrerlaubnis erteilen wollen sogar noch höher ist, läßt dieses Schaudern noch erheblich anwachsen. Zumal es sich bei den Befragten um Menschen handelt, bei denen eine durchaus realistische Chance besteht, daß sie einmal in Positionen kommen werden, in denen sie über so etwas tatsächlich selbst bestimmen können. Dazu gehört auch jenes Drittel, das die Bücher unliebsamer Autoren aus den Bibliotheken verbannen will. Nach der Legitimität von Bücherverbrennungen hat man wohl sicherheitshalber lieber gar nicht erst gefragt.

Die Studie förderte noch eine Kracher-Nachricht zutage: Die Toleranz für andere Ansichten war unter den sich als links bezeichnenden Studenten deutlich geringer als bei Konservativen. Das so klar belegt zu sehen, müßte für echte Linke eigentlich die schmerzhafteste Erkenntnis aus der Studie sein. Ist die Toleranz für sie doch das, was für Rechte und Konservative die Tradition, die Nation oder das Vaterland sind. Also sowas wie das unumstößliche Heiligtum oder wie der Liberal-Konservative sagen würde: der Markenkern der eigenen politischen Idee.

Zumindest die Autoren der aktuellen Studie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß alles doch gar nicht so schlimm sei, wie es ihre eigene Untersuchung ergeben hat. Sie sehen diese lediglich als Ausgangspunkt weiterer Studien, die sich erübrigt hätten, wenn Frankfurt bereits „Entwarnung“ gegeben hätte. Zudem gäbe es ja immer noch eine liberale Mehrheit unter den Studenten. Allerdings erfüllt sie die große Zahl der Intoleranten mit Besorgnis. Ganz besonders beunruhigend ist für sie, daß ihre Ergebnisse unter Sozialwissenschaftlern zustande kamen. Das sei eine Hypothek für eine Fachrichtung, die auf dem freien Austausch der Argumente beruhe.

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WIEN. Nach Drohungen von Islamisten hat die österreichische Polizei die Familie von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) unter Schutz gestellt. Die Frau und die beiden Kinder würden ab sofort von der Eliteeinheit Cobra rund um die Uhr bewacht, bestätigte das Innenministerium der Kronen-Zeitung.

Unterdessen sind neue Details zu der Razzia gegen Islamisten am Montag bekannt geworden. Wie der Sender Ö1 berichtete, wurden 25 Millionen Euro Bargeld beschlagnahmt. Die federführender Staatsanwaltschaft Graz habe dies jedoch nicht bestätigen wollen.

Ex-Chef von offizieller Moslem-Vertretung unter Verdächtigen

Die Ermittlungen richteten sich gegen die Muslimbruderschaft und die Hamas. Unter den Beschuldigten ist dem Bericht zufolge auch ein ehemaliger Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Dabei handelt es sich um die offizielle Vertretung der Moslems in Österreich.

Auch ein früherer IGGÖ-Kulturreferent sowie ein Funktionär des Islamischen Religionspädagogischen Instituts, das für die Ausbildung von Religionslehrern zuständig ist, seien unter den 70 Verdächtigen. Die Staatsanwaltschaft Graz hatte am Dienstag betont, die Durchsuchungen stünden „in keinem Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Wien vom 2. November“. Ihnen seien „umfangreiche und intensive, über ein Jahr dauernde Ermittlungen“ vorausgegangen.

Eine solche mögliche Verbindung war diskutiert worden, als der Cobra-Chef vergangenen Mittwoch bestätigt hatte, daß in der Nacht zum vergangenen Dienstag eine Razzia gegen Islamisten geplant gewesen war. Zuvor hatte Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) erstmals davon gesprochen und die Vermutung geäußert, der geplante Einsatz sei durchgestochen worden. Deshalb habe der Islamist Kujtim F. am Montag abend ein Attentat in der Wiener Innenstadt verübt, bei dem vier Passanten getötet wurden.

Wien-Attentäter wollte sich offenbar verschanzen

Der Attentäter nordmakedonischer Herkunft wurde erschossen. In seiner Wohnung hatte er sich laut KroneMöbel so zusammengestellt, daß sie eine Deckung bilden können. Außerdem fanden Ermittler dort Munition und Klebebänder, mit denen er eine Sprengstoffgürtelattrappe gebaut hatte.

Derzeit befinden sich zehn mutmaßliche Mittäter oder Mitwisser in Untersuchungshaft. Gegen sie wird wegen des Verdachts auf Beteiligung am mehrfachen Mord, terroristischer Vereinigung und Mitgliedschaft in einer Gründung einer krimineller Organisation ermittelt. (ls)

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BERLIN. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen arabischen Clan-Mitgliedern und Tschetschenen beschäftigen weiterhin die Berliner Polizei. So bewachten Zivilfahnder in der Nacht zu Mittwoch mindestens ein Krankenhaus in der Hauptstadt, in das verletzte Tschetschenen eingeliefert worden waren, berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf Klinikmitarbeiter. Weitere Krankenhäuser stünden im Fokus der Polizei. Die Sicherheitsbehörden befürchteten demnach, daß Clan-Angehörige dort auftauchen könnten.

Bei mehreren Angriffen waren am Wochenende in Berlin insgesamt elf Personen unter anderem durch Messerstiche verletzt worden. Polizisten hätten bei den Einsätzen zudem festgestellt, daß die Beteiligten auch Schußwaffen dabei hatten.

Unterdessen verbreitete der syrisch-libanesische Profiboxer Manuel Charr in den sozialen Medien ein Bild, das ihn mit Vertretern des Araber-Clans und der Tschetschenen zeigen soll. Auf seinem Instagram-Kanal schreibt Charr, er sei im Namen Allahs als „Friedensstifter“ aufgetreten. Zugleich versicherte er, das sei kein Fall von Selbstjustiz gewesen, sondern in Absprache mit der Polizei erfolgt.

Auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT äußerte die Polizei, daß es kein Gespräch mit Charr gegeben habe. Auch sei ihnen nicht bekannt, ob dieser als sogenannter Friedensrichter aufgetreten sei.

Polizei befürchtet Bandenkrieg zwischen Arabern und Tschetschenen

Charr genießt laut dem Tagesspiegel-Bericht im Milieu der arabischen Großfamilien Respekt. Der Schwergewichtsboxer war 2015 selbst von einem Clan-Mitglied niedergeschossen und schwer verletzt worden.

Nach den Vorfällen vom Wochenende befürchtet die Berliner Polizei einen Bandenkrieg zwischen Arabern und Tschetschenen. Ähnliche Entwicklungen hatte es im Sommer im französischen Dijon gegeben, als die Stadt drei Tage lang in Ausnahmezustand geriet. Tschetschenen aus ganz Europa waren damals nach Frankreich gereist, um ihre Landsmänner in den Auseinandersetzungen gegen nordafrikanische Gruppierungen zu unterstützen.

Hintergrund des Konflikts in Berlin könnten Revierkämpfe im Drogenhandel oder „massive Ehrverletzungen“ sein, wie das Landeskriminalamt vermutet. Möglich sei auch, daß es dabei um Erpressungsversuche der Tschetschenen gegen den Rapper Capital Bra gehen könnte, wie die Bild-Zeitung berichtet hatte. (ag)

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BERLIN. Ein elfjähriger moslemischer Schüler hat einer Berliner Lehrerin gedroht, sie zu enthaupten. Anlaß für die Aussage war die Ankündigung der bevorstehenden Elterngespräche an einer Spandauer Schule. Die Pädagogin soll dabei darauf hingewiesen haben, daß Eltern die unentschuldigt nicht daran teilnähmen, mit Konsequenzen rechnen müßten, sagte die Leiterin der Ganztagsschule, Karina Jehniche, dem Tagesspiegel. Daraufhin soll der Elfjährige gesagt haben: „Wenn das passiert, dann mache ich mit dir das Gleiche wie der Junge mit dem Lehrer in Paris.“

Die Klasse sei von der Drohung „völlig schockiert“ gewesen. „In dieser Schärfe habe ich so etwas noch nie erlebt“, schilderte Jehniche.

Der Moslem habe sich mit seiner Aussage auf den Mord an Samuel Paty bezogen. Der französische Geschichtslehrer war Mitte Oktober von einem Tschetschenen enthauptet worden, weil er in einer Unterrichtsstunde über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte.

Eltern: Schule ist Schuld

Der Schüler sei eine Woche zuvor bereits durch Gewaltäußerungen aufgefallen. „Ich war dabei, als der Junge direkt nach der Schweigeminute für Samuel Paty erklärte, man dürfe jemanden töten, der den Propheten beleidigt habe, das sei in Ordnung“, berichtete der Sozialpädagoge der Schule dem Tagesspiegel. Bei dem Gedenken sei auch ein Imam anwesend gewesen. Dieser habe den Jungen erklärt, daß man niemanden töten dürfe.

Die Eltern hätten sich uneinsichtig bei der Lösung des Konflikts gezeigt, kritisierte Jehniche. Die Mutter des Jungen habe am Telefon gesagt, es müsse an der Schule liegen, wenn ihr Sohn so etwas sage. Sie und ihr Mann seien anderer Ansicht als der Elfjährige. (zit)

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Seit ein paar Jahren nehmen sogenannte Anti-Rassismus-Kämpfer in den USA jeden Aspekt des Alltagslebens ins Visier. Ihr Ziel ist nichts weniger als das Ende des angeblich allgegenwärtigen weißen Rassismus. So gelten Sportarten wie Wandern als typisch weiß und damit verpönt. Auch welche Lebensmittel im Einkaufskorb landen, sagt demnach etwas über rassistische Stereotype des Käufers aus. Beispielsweise steht Milch im Verdacht, ein Symbol der „white supremacy“, des weißen Überlegenheitsdenkens zu sein.

In die Kategorie der problematischen Nahrungsmittel fällt in den Augen der neuen Gralshüter der Vielfältigkeit auch Bier. Der Gerstensaft grenze nichtweiße Gruppen aus und marginalisiere sie. Das Getränk sei verantwortlich dafür, daß soziokulturelle Räume für exklusiv weiße Geselligkeit geschaffen würden. Das jedenfalls unterstellen nun zwei US-amerikanische Soziologie-Professoren.

Zur Begründung ihrer These haben Nathaniel G. Chapman von der Arkansas Tech University und David L. Brunsma vom Virginia Polytechnic Insitute ein Buch vorgelegt. Wortreich preisen sie ihr Werk auf dem Blog „Transforming Society“ an. Der Ort ist mit Blick auf die Botschaft des Buches „Beer and Racism“ passend gelegt. Denn um nichts anderes als eine Umgestaltung der Gesellschaft geht es den beiden Hochschullehrern.

„Whiteness“ soll überwunden werden

Die beiden weißen Autoren gehen die angeblich zu wenig diverse Kulturgeschichte des Bieres schuldbewußt an. So habe die Bierindustrie praktisch seit der Gründung der USA ein Rassismusproblem. Lediglich in der Craft Beer Szene, wo sich unabhängige Kleinbrauer tummeln, gebe es ein wachsendes Bewußtsein dafür, konstatieren Chapman und Brunsma. Aber auch dort dominiere noch der weiße Bierbrauer.

Was tun? Als Hoffnungsschimmer werden Veranstaltungen wie das Fresh Fest, das einzige Bierfest der USA für schwarze und braune Brauer in dem Land, oder Biere von Latinos und anderen nichtweißen Gruppen bejubelt. Die linke Identitätspolitik feiert so auch am Braukessel ihren Hexensabbat. Während alle ethnischen Gruppen sich als Teil des Diversity-Reigens feiern, soll zugleich die „whiteness“ gebrochen werden.

Autoren loben die „Black Lives Matter“-Bewegung

So wundert es nicht, daß die „Black Lives Matter“-Bewegung gelobt wird. Schließlich kämpfe sie gegen soziale und rassistische Ungerechtigkeit. Erst ihr Wirken habe die Gesellschaft gezwungen, schwierige Diskussionen über Abstammung und Rassismus zu führen, huldigen die Dozenten der Organisation, deren Kundgebungen seit Monaten zu schweren Ausschreitungen in den Vereinigten Staaten führen.

Die bekennenden Craft Beer-Liebhaber wähnen sich dennoch auf dem Weg in eine gerechtere Welt. Angesichts solcher Erkenntnisse möchte man sein gefülltes Glas dem akademischen Elfenbeinturm entgegenstrecken. Prost.

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BERLIN. Die Kosten für die Unterkünfte und den Lebensunterhalt für Asylsuchende in Berlin liegen deutlich über der im Haushalt eingeplanten Summe. Sozial-Senatorin Elke Breitenbach (Linkspartei) hat deshalb nun gefordert, in einem Nachtragshaushalt jeweils weitere 21,4 Millionen Euro für 2020 und 2021 vom Abgeordnetenhaus bewilligt zu bekommen, berichtet die Berliner Morgenpost. Damit stiegen die Ausgaben auf 93 Millionen Euro pro Jahr.

Eine Sprecherin räumte gegenüber dem Blatt ein, daß sich die Zahl der neu zugewanderten Asylbewerber verringert habe. Der Zuzug sei „bisher geringer als 2018 angenommen“ und liege unter dem Vorjahresniveau. Allerdings habe die Corona-Krise dazu geführt, daß weniger Leistungsbezieher von der Zuständigkeit des Landesflüchtlingsamtes in die gewöhnlichen Sozialbehörden wechselten, in der sie dann Grundsicherung bekämen.

Unverständnis unter Fachleuten

Anonym bleibende Fachleute sagten der Morgenpost, es sei nicht nachvollziehbar, wie ein absoluter Zuzug von 3.250 Asylsuchenden zu einem mehr als doppelt so hohen Anstieg der finanzierten Personen führen könne. Da das Flüchtlingsamt relativ genaue Zahlen geliefert habe, liege die Vermutung nahe, daß die Zahlen während der Haushaltsberatungen nach unten gerechnet worden seien, um die veranschlagten Ausgaben zu verringern. Nun würden die Zusatzkosten ohne große Debatten im Nachtragshaushalt durchgewinkt.

Asylsuchende verursachen deutschlandweit jährlich Sozialkosten in Milliardenhöhe. Arbeitssuchende und geringverdienende Flüchtlinge und ihre Familienmitglieder kosten den Staat jährlich mehr als sechs Milliarden Euro. „Der durchschnittliche monatliche Zahlungsanspruch dieser Bedarfsgemeinschaften belief sich auf 1.389 Euro und enthält die Ansprüche für alle Mitglieder dieser Bedarfsgemeinschaften“, hatte eine AfD-Anfrage vom September ergeben. (ls)

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BUDAPEST. Ungarns Justizministerin Judit Varga (Fidesz) hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der ihr Land und dessen Kinder vor LGBTQ-Lebensmodellen schützen soll. Er sieht vor, daß das Geschlecht einer Person bei der Geburt definiert wird und danach nicht mehr geändert werden kann. „Die Änderung garantiert allen Kindern eine ungestörte Entwicklung, basierend auf der christlichen Kultur Ungarns“, bekräftigte Varga auf Facebook ihr Vorhaben.

Zudem soll die Verfassung um den Zusatz „die Mutter ist eine Frau“ und „der Vater ist ein Mann“ ergänzt werden. Somit wäre eine Adoption für homosexuelle Paare nicht mehr möglich.

Gesetzesänderung sei Antwort auf Herausforderungen der Zukunft

Laut Ungarns größter LGBTQ-Nichtregierungsorganisation „Háttér Society“ müßten Adoptiveltern künftig auch verheiratet sein. Sie warf der Regierung Diskriminierung vor, die nun auch gesetzlich festgeschrieben werde.

Der Gesetzesvorstoß sei eine Antwort auf die „veränderten Herausforderungen“, die die Zukunft für Ungarn mit sich bringe, schilderte die Justizministerin. Eine Änderung stärke die Sicherheit des Landes. Regierungschef Viktor Orbán (Fidesz) hatte zuvor eine „Gesetzeslücke“ beklagt, weil der Begriff Geschlecht in der Verfassung nicht eindeutig definiert sei. (zit)

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ATHEN. In Flüchtlingslager von Vathy auf der griechischen Insel Samos ist am Mittwoch morgen ein Feuer ausgebrochen. Berichte über Verletzte liegen nicht vor. Gasflaschen seien in mehreren Wohncontainern explodiert, sagte Bürgermeister Giorgos Stantzos laut Nachrichtenagentur dpa. Gegenüber einheimischen Medien äußerte er: „Es handelt sich um Brandstiftung.“

Der Politiker forderte die Regierung in Athen auf, die Migranten sofort aufs Festland zu bringen. In den Unterkünften auf der Insel leben demnach derzeit 3.800 Menschen. Vorgesehen war das Lager jedoch für 650 Personen. Wiederholt waren dort Brände ausgebrochen.

 Fall ähnelt Brand im Flüchtlingslager Moria

Der Fall erinnert an den Großbrand im Lager Moria auf der Insel Lesbos im September. Wegen des Verdachts auf Brandstiftung müssen sich fünf Afghanen vor Gericht verantworten. Deutschland hatte sich bereit erklärt, rund 1.500 der 13.000 Bewohner aufzunehmen. Laut Bundesregierung solle es sich dabei in erster Linie um behandlungsbedürftige Kinder und ihre Kernfamilien handeln.

Als Anfang Oktober mit einem zweiten Flug 139 Flüchtlinge aus Moria nach Deutschland kamen, wollte die Regierung keine Angaben zu Alter und Geschlecht der Personen machen. Sie teilte nur mit, daß es sich um 51 unbegleitete Minderjährige und 17 kranke Kinder samt Kernfamilien gehandelt habe.

Führende Grünen-Politiker hatten damals die Aufnahme aller Moria-Migranten gefordert. Auch einige Städte und Kommunen wie Köln signalisierten damals ihre Bereitschaft. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) erklärte die Rheinmetropole damals zum „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge. (ag)

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HAMBURG. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine Frauenquote in Vorständen von Dax-Unternehmen ausgesprochen. „Ich bin für die Frauenquote“, sagte Söder bei einer Veranstaltung der Zeit. „Ich bin übrigens auch dafür – das sage ich hier sehr deutlich – daß wir bei den Gesetzen, die jetzt in Berlin gemacht werden, mit Vorständen, daß wir uns da jetzt noch mal einen Ruck geben und das dann auch vernünftig umsetzen müssen.“

Die Argumentation, man könne den Unternehmen nicht vorschreiben, wen sie in ihre Vorstände beriefen, überzeuge ihn nicht. „Es gibt hoch qualifizierte Männer und Frauen in unserem Land und genauso viele Frauen wie Männer, die diese Jobs locker machen können. Also das überzeugt mich nicht. Ich denke, wir müssen ein Signal setzen, weil es auch eine Vorbildfunktion für die vielen jungen Frauen in unserem Land hat.“

Söder: CSU sollte mehr weibliche Bundesminsiter stellen

Erst vor einem Monat hatte der CSU-Chef dafür plädiert, seine Partei sollte künftig mehr weibliche Minister in der Bundesregierung stellen. „Daß von drei Bundesministern keine eine Frau ist, das geht natürlich auf Dauer nicht“, kritisierte Söder bei einer Landesversammlung der Frauen-Union Bayern. Das müsse sich ändern.

Es wundere ihn, daß in der CSU immer noch Debatten über Fragen geführt würden, die in der Gesellschaft schon lange selbstverständlich und entschieden seien. In dem Zusammenhang forderte der Ministerpräsident ebenfalls eine Frauenquote für Aufsichtsräte. Daß Wirtschaftsvertreter diese nicht für möglich hielten, könne er nicht nachvollziehen.

Angesichts der Tatsache, daß in vielen Fachrichtungen mehr als die Hälfte aller Absolventen Frauen seien, sei dies absurd. „Nicht Männer müssen allein darüber entscheiden, was eine Frau wird“, betonte Söder. Das sei Sache der Frauen selbst. (krk)

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WALDSHUT/TIENGEN. Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie im Frühjahr haben einer Studie zufolge zu einer erhöhten Sterblichkeit geführt. Waren jeweils im April der Jahre 2016 bis 2019 im baden-württembergischen Landkreis Waldshut von 170.000 Einwohnern rund 165 Personen gestorben, registrierten die Behörden in diesem Jahr 227 Tote. Dies bedeute eine Übersterblichkeit von 37 Prozent, ergab eine Studie des Klinikums Hochrhein, über die die Bild-Zeitung berichtet.

Von den 62 zusätzlichen Todesfällen gehen mit 34 etwas mehr als die Hälfte auf eine Covid-19-Erkrankung zurück. 45 Prozent starben nicht am oder mit dem Virus. „Wir haben auch eine Übersterblichkeit, die nicht auf Corona-Erkrankungen zurückzuführen ist“, sagte Stefan Körtüm, einer der Studienautoren, dem Blatt.

Fast die Hälfte der Übersterblichkeit stehe im Zusammenhang mit den reduziert genutzten medizinischen Notfallstrukturen wegen des „Lockdowns“. Die stationären Aufnahmen aufgrund von Verschlimmerungen oder Komplikationen chronischer Krankheiten ging Kortüm zufolge in diesem Jahr um 73 Prozent zurück.

Zahl der Fälle mit einsamem Tod verdoppelt

„Insbesondere Menschen mit akuten Verschlechterungen chronischer Krankheiten, etwa Lungen- oder Herzkrankheiten, aber auch Tumor-Erkrankungen, haben in diesem Zeitraum keine medizinische Hilfe gesucht“, erklärte der Mediziner. Auffallend sei auch die Verdopplung der Zahl leblos und einsam aufgefundener Menschen. Die Ärzte vermuten: „Die soziale Distanzierung hat auch zur Entwicklung der Kollateral-Schäden beigetragen.“ Oft seien es die Jüngeren, die ihren Eltern und Großeltern nahelegten, sich in Behandlung zu begeben.

Bereits im Mai hatten Ärzte vor verschleppten Krankheiten wegen der „Lockdowns“ gewarnt. Wissenschaftler in Großbritannien vermuteten, daß Beispielsweise Krebs nicht früh genug erkannt werde, weil Arztbesuche monatelang vermieden werden. Deutsche Medizinverbände hatten Ende Oktober den neuerlichen „Lockdown“ im November scharf kritisiert. (ls)

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