AUGSBURG. Das Augsburger Landgericht hat einen arabischstämmigen Jugendlichen für die Tötung eines Weihnachtsmarktbesuchers zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, daß der 17 Jahre alte Halid S., der deutscher, türkischer und libanesischer Staatsbürger ist, den Familienvater mit einem Faustschlag getötet und seinen Begleiter verletzt hat. Laut der Nachrichtenagentur dpa verurteilte ihn das Gericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung des Jugendlichen hatte hingegen auf Notwehr plädiert.

Ein weiterer, 18 Jahre alter Beschuldigter wurde in dem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Der dritte Angeklagte erhielt eine Bewährungsstrafe.

Auch Begleiter des Opfers wurde verletzt

Der 49 Jahre alte Berufsfeuerwehrmann hatte am Nikolaustag 2019 mit seiner Frau und einem befreundeten Paar den Weihnachtsmarkt besucht. Anschließend gerieten die beiden Männer mit einer siebenköpfigen Gruppe in Streit.

Das spätere Opfer sei daraufhin von den Angreifern umringt worden. Der Haupttäter Halid S. schlug ihm laut Staatsanwaltschaft dabei „unvermittelt und mit voller Wucht“ mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn damit tödlich. Als sein Begleiter dem Familienvater zur Hilfe eilen wollte, wurde auch er von den Männern attackiert und ins Gesicht geschlagen, wobei er schwere Verletzungen erlitt. (zit)

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BERLIN. Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch hat den Ausschluß Antonio Rüdigers aus der deutschen Nationalmannschaft gefordert. „Der DFB muß umgehend reagieren und Herrn Rüdiger aus dem Kader ausschließen. Er vertritt nicht die Werte der deutschen Nationalmannschaft, sondern tritt sie mit Füßen“, sagte von Storch am Freitag der JUNGEN FREIHEIT. „Für so jemanden kann in der DFB-Elf kein Platz sein.“

Hintergrund ist ein Beitrag auf Instagram des MMA-Profis Chabib Nurmagomedow, den Rüdiger mit „Gefällt mir“ markiert hat. Darin hetzt der UFC-Weltmeister und bekennende Moslem gegen Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron (En Marche) wegen dessen Kampfs gegen den politischen Islam. Unter anderem veröffentlichte Nurmagomedow ein Foto von Macrons Gesicht, auf dem ein Fußabdruck zu sehen ist. Zudem fordert der MMA-Kämpfer, Allah möge Macron und alle, die die Gefühle von Moslems beleidigten, erniedrigen.

DFB äußert sich bislang nicht zum Fall Rüdiger

Rüdiger hat den Beitrag, der auf Kyrillisch verfaßt ist, mit einem „Gefällt mir“ versehen. Ebenfalls gelikt wurde er vom ehemaligen Nationalspieler Mesut Özil. Auch wenn beide den Inhalt nicht verstanden haben könnten, so dürfte das Foto Macrons mit dem Fußabdruck darauf jedoch unmißverständlich sein. Plakate mit dem Motiv waren in den vergangenen Tagen bereits auf Anti-Macron-Demonstrationen gezeigt worden, bei denen auch zum Boykott französischer Produkte aufgerufen wurde.

Der DFB äußerte sich bislang auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT nicht zu dem Vorgang und mögliche Konsequenzen für den Innenverteidiger, der beim FC Chelsea unter Vertrag ist.

Rüdiger hatte erst kürzlich härtere Strafen für rassistische Vorfälle in Stadien gefordert. Auch Zuschauer und Fans, die bei rassistischen Vorfällen schwiegen oder wegschauten, sollten seiner Ansicht nach bestraft werden. „Für diese Leute habe ich ganz klare Worte: Sie sind Mittäter, ganz einfach. Meines Erachtens sollten diese Leute mitbestraft werden. Wer Rassismus deckt oder schweigend toleriert, der ist auch Teil des Problems.“ (krk)

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Ob Corona, Meinungsfreiheit, Kirche oder Islamismus – kein Thema, das der ehemalige ZDF-Journalist und Bestsellerautor Peter Hahne in seinen Büchern nicht kritisch aufs Korn nimmt. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT spricht er über den neuen Lockdown und fordert eine Radikalisierng im Sinne Luthers.

Herr Hahne, Sie …

Peter Hahne: Wir sollten auf jeden Fall über die unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen der Regierung sprechen!

… äh ja …

Hahne: Entschuldigung, daß ich so reinplatze. Natürlich stellen Sie die Fragen …

Das Thema erregt Sie sichtlich.

Hahne: Vielleicht liegt es auch daran, daß ich heute morgen noch keinen Kaffee hatte. Vorhin ist nämlich meine Maschine kaputtgegangen – nach 37 Jahren! Krups! So eine bekommt man gar nicht mehr, heute sind die nach zehn, zwölf Jahren hin. Aber im Ernst: Mir macht das wirklich Sorgen! Ich meine nicht persönlich, da geht’s mir gut. Und die Leute haben nun noch mehr Zeit, meine Bücher zu lesen. Aber ich versetze mich in die Lage jener, die seit Montag unter den neuen Maßnahmen der Regierung leiden! Ich frage mich: Denkt die Kanzlerin eigentlich an all diese Menschen?

Wen meinen Sie?

Hahne: Na, all die Alten, Einsamen, Kranken, an die, die ihren Job oder ihr Geschäft verlieren. An jene, die in Schulden geraten oder ihre Miete nicht mehr stemmen können. An Verzweiflung und Albträume, die sie diesen Menschen bereitet. An die Ängste, seine Kinder, seine Familie nicht mehr versorgen zu können. An die steigende Selbstmordzahl. An die, die sich nicht mehr zum Arzt trauen und wegen verschleppter Behandlung unter bleibenden Schäden leiden oder gar sterben werden.

Sie wollen sagen, so wie Donald Trump mahnte, die Behandlung dürfe nicht schlimmere Folgen haben als die Krankheit?

Hahne: Genau. Allerdings braucht es dafür keinen Trump, davor habe ich schon im März eindringlich gewarnt: Meine Generation kann und muß sich selber schützen, ohne daß der Staat zum Stillstand kommt. Das Löschen darf nicht teurer sein als der Brand.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Warum aber ist das dann so?

Hahne: Weil Politik und Journalismus nicht mehr im realen Leben stattfinden: Da sitzt kaum noch einer mit normalen Leuten in Bus oder Eckkneipe. In meinem Buch „Schluß mit euren ewigen Mogelpackungen“ habe ich mal, sogar namentlich, aufgelistet, wohin  Spitzenpolitiker ihre Kinder zur Schule schicken – das sagt wirklich alles! Auf Edelinternaten und Privatgymnasien lernt man die Lebensrealität der Bürger nicht kennen. Und da wären wir wieder bei Peter Hahnes altem Motto: Biographie ist alles!

Was bedeutet?

Hahne: Die Biographie prägt den Menschen – sie bestimmt ihn! Wer etwa in seinem Leben Ausländer nur als Edel­italiener oder fleißige türkische Putzhilfe wahrnimmt, dem erscheinen Bürger, die sich über Probleme mit einer ganz anderen Art von Einwanderern beschweren, als „Rassisten“. Oder erinnern Sie sich an Friedrich Merz’ Bemerkung, er habe überhaupt kein Problem mit Homosexualität, solange da nichts mit Kindern sei. So denkt eben ein katholischer Familienvater – und Jurist – im Sauerland. Doch er geriet in den Shitstorm der Großstadt-CDU: das würde den Koalitionschancen mit den Grünen schaden. Biographie gegen Ideologie, irre!

Sie meinen, nicht seine Äußerung war der Skandal, sondern daß abgehobene Politiker und Medien einen daraus gemacht haben?

Hahne: Um die Entwicklung auf den Punkt zu bringen: Was vor zehn Jahren normal war, wurde durch Sprachpolizei und „Haltungsjournalismus“ erst als „konservativ“ umettikettiert, dann als „rechts“, und heute ist es „Nazi“. Und mit dieser Keule wird alles erschlagen. Übrigens ist das auch eine Verniedlichung, ja Verhöhnung des Holocausts! Denn wenn man immer mehr Formen der Kritik den „Nazi“-Stempel aufdrückt, ist das der Tod – erstens der Meinungsfreiheit und zweitens der Kritik.

Wie aktuell etwa im Fall Monika Maron?

Hahne: Eben, eigentlich müßte da doch von Links bis Rechts ein Aufschrei durchs Land gehen! Und dann diese Heuchelei ihres Verlags S. Fischer, der zu Holtzbrinck gehört. Also zu einem Unternehmen, dessen Gründer „eher NS-Vorläufer als -Mitläufer war“, worauf dankenswerterweise Michael Wolffsohn hingewiesen hat. Denn Georg von Holtzbrinck trat schon 1931 dem NS-Studentenbund bei, obwohl der damals noch verboten und an der Kölner Uni unterdurchschnittlich vertreten war. Sein späterer Verlag profitierte „gewaltig“, so Wolffsohn, von Großaufträgen der NS-Machthaber. Und Fischer, ab 1963 allmählich von Holtzbrinck übernommen, sieht nun ausgerechnet durch Frau Maron, deren jüdischer Großvater mutmaßlich 1942 im KZ Kulmhof ermordet worden ist, die Werte beschmutzt, für die man als Verlag stehe. Was für eine Verlogenheit!

„Wo ist eigentlich unser Parlament?“

Der neue Lockdown soll vorerst vier Wochen dauern. Glauben Sie das?

Hahne: Nein – aber vor allem frage ich mich: Wo ist eigentlich unser Parlament? FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki hat ihn zu Recht Frau Merkels „privaten Lockdown“ genannt – die ihn selbstherrlich verkündete, ohne daß unsere Vertreter im Bundestag vorher gehört wurden. Das wird nur noch durch ihren unverfrorenen Einkaufsbummel getoppt: Sie nahm diese dramatische Videobotschaft auf, in der sie forderte, alle sollten möglichst zu Hause bleiben – und war nur Stunden später im Luxuskaufhaus KaDeWe auf Shoppingtour zu sehen! Das ist wirklich Politikerparallelgesellschaft im Endstadium, völlig instinktlos, abgehoben, fern vom Volk! Nicht anders als die Präsentation des unfaßbare 600 Millionen Euro teuren Kanzleramtsanbaus, mit Wintergärten etc., während Tausende Menschen gerade um ihren Job, ihre Wohnung, ihr Unternehmen bangen!

Halten Sie das Virus denn für ungefährlich?

Hahne: Nein, doch muß alleine die „Informations“-Politik der Regierung jeden denkenden Menschen zweifeln lassen. Warum sorgt diese nicht dafür, daß endlich alle Zahlen erhoben werden und legt sie auf den Tisch, damit darüber öffentlich debattiert werden kann? Es gibt Journalisten, die wirklich mal nachgefragt, aber keinerlei vernünftige Antwort bekommen haben. Solange die Regierung das nicht tut, braucht sie sich über immer mehr „Corona-Leugner“ nicht zu wundern – jetzt sogar die linke Kunst- und Eventszene!

Ebensowenig brauchen sich die Medien über Vertrauensverlust zu wundern, in denen es immer wieder – für mich der Gipfel der Demagogie – zur Vermischung von infiziert und todkrank kommt. Allerdings, was erwartet man, schließlich haben die auch von einem „Sturm auf den Reichstag“ berichtet, der keiner war – und von Reichskriegsflaggen, die gar nicht gezeigt wurden. Und der Bundespräsident zeichnet Polizisten für die Abwehr dieses „Sturms“ aus! All das in einem Filmdrehbuch – man hätte Sie als Spinner ausgelacht. Dagegen ist Trump doch das reinste Wahrheitsministerium.

In Ihrem neuen Bestseller-Bändchen „Seid ihr noch ganz bei Trost! Schluß mit Sprachpolizei und Bürokraten-Terror“ führen Sie all das allerdings nicht nur auf Abgehobenheit, sondern auch auf eine Unterwanderung der Gesellschaft durch Ideologie zurück.

Hahne: Ja, wobei ich klarstelle, daß ich kein Verschwörungstheoretiker bin – es gibt keine Gruppe strippenziehender Dunkelmänner. Diese Ideologisierung vollzieht sich vielmehr, was viel schlimmer ist, durch soziale Prozesse und durch Prägung – Biographie ist alles! Etwa durch die unbewußte „Schere im Kopf“, die den Leuten anerzogen wird. Vor allem durch die Vorstellung, sie seien Teil eines Weltgewissens und müßten sich so verhalten, daß sie ihrer „Verantwortung“ gerecht werden. Was dazu führt, daß echte Kritik an den Verhältnissen als illegitim betrachtet wird, denn sie kollidiert ja mit dieser „Verantwortung“. Folglich werden immer mehr Mißstände verschwiegen – denn sie zu benennen schadet ja dem höheren Ziel und widerspricht damit der „Verantwortung“. So wird manipuliert, durch Ideen, nicht durch Geheimbünde. Und das nennt man dann auch noch „Haltung“ – irre! Ist dieser Journalismus an Wahrheit interessiert oder an dem Wohlgefallen der Herrschenden?

Woher kommt das?

Hahne: Das ist das Erbe der Achtundsechziger, die ich während meines Studiums in Heidelberg hautnah miterlebt habe. Etwa als ich während der „Stoppt-Strauß“-Zeit der einzige Student im Hörsaal mit einer Pro-Franz-Josef-Strauß-Plakette war. Bis der Professor, ein bedeutender deutscher Kirchengeschichtler, mich bat, nicht mehr zu kommen, ich verursachte doch nur Unruhe. Da war mir klar, was für erbärmliche rückgratlose Wichte sich mit akademischen Titeln schmücken – und das können Sie auch auf Bischöfe beziehen.

Besondere Pein bereitet Ihnen die Unterwanderung der Kirchen durch diese Ideologie. Vor Jahren hätte ich Sie gefragt, was dagegen getan werden kann. Aber inzwischen erscheint die Frage lächerlich, denn mal ehrlich, da ist doch nichts mehr zu retten?

Hahne: Ein Christ verliert nie die Hoffnung. Eine Erweckung ist immer möglich. Notfalls spricht Gott durch Geldentzug, so sagt es selbst Papst Benedikt.

Wie das?

Hahne: Na, solange man in Geld schwimmt, ändert sich nichts. Ich verhehle aber nicht, daß es im Moment in der Tat trostlos aussieht. Daß heute schon explizit Linke, wie Heribert Prantl in der Süddeutschen, fragen: Wo bleiben in der Corona-Krise die Kirchen? Das ist bezeichnend. Die aber unterstützen lieber das Schlepperunwesen im Mittelmeer, die EKD verteilt Gendersprechfibeln, und die Katholische Kirche begibt sich auf einen „Synodalen Weg“ – der sie in den Protestantismus führt. Was zweifellos der Gipfel der Dummheit ist, weil sie sich damit etwas als Ziel setzt, das selbst im Begriff ist, unterzugehen. Also ja, es ist trostlos, aber nicht hoffnungslos.

„Wir brauchen im Sinne Luthers eine Radikalisierung“

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Nettes Wortspiel, klingt aber hohl.

Hahne: Nein, das empfinden Sie vielleicht so. Aber so denkt ein Christ. Er glaubt und vertraut Jesus Christus, ihn verläßt die Hoffnung nicht. Überzeugende Reformvorschläge gibt es ja. Etwa die, die jetzt mein alter Studienfreund Helmut Matthies, Träger Ihres Gerhard-Löwenthal-Preises, in seinem großartigen Buch „Gott kann auch anders“ vorstellt. Nur müssen sie auch angenommen werden. Wenn die Kirche das nicht tut, ist das ihr, aber nicht des Glaubens Ende. Denn in der Bibel ist mit keinem Wort von Kirche die Rede, sondern von Gemeinde. Ich sage, wir brauchen im Sinne Luthers eine Radikalisierung: Radix, lateinisch, „die Wurzel“ – also eine Radikalisierung zurück zum Markenkern.

Weg von der Politisierung, zurück zum Evangelium! Für alles andere gibt es Parteien, Gewerkschaften, Greenpeace. Aber eine Antwort darauf, wie man glücklich leben, selig sterben oder bei Schicksalsschlägen wie Krebs nicht verzweifelt – das haben nur Christen. Und diese Botschaft ist für unsere Gesellschaft so wichtig, daß es Betrug an ihr wäre, diese nicht mehr zu verkünden. Denn, und das ist von Ex-SPD-Chef Hans-Jochen Vogel: „Das wichtigste Datum ist das Jüngste Gericht, unsere Letztverantwortung vor Gott.“

Sie sagen aber auch, es stehe „eine Zeit des Leidens“ bevor.

Hahne: Ja, es begann mit dem Zuzug des Islams, der mit dem Christentum „inkompatibel“ ist, wie Helmut Schmidt höchstselbst einmal bei „Maischberger“ gesagt hat. Die Kirchen aber loben ihn unbeirrt als große Friedensreligion. Ehrenmord, Kinderehe, Frauenbild, Tötungsbefehl für Homosexuelle, davon hören Sie bei unseren Kirchen nichts. Gestern erzählt mir ein Lehrer von einer Schülerin der 9. Klasse, die sagte: „Ich hoffe, der Präsident Frankreichs stirbt. Das ist ein Hurensohn.“

Oder nehmen Sie die Angehörigen des Terroropfers in Dresden, die noch nicht einmal vom Oberbürgermeister einen feuchten Händedruck bekommen. Während in Frankreich Staatspräsident Macron dem enthaupteten Lehrer Samuel Paty die höchsten Ehren der Republik zuteil werden läßt. Ich glaube, treffender als mit dieser Gegenüberstellung ist der Niedergang Deutschlands nicht zu beschreiben. Eigentlich müßte das Volk aufschreien, so weh tut das!

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Peter Hahne, wurde als Redakteur und langjähriger Moderator der ZDF-Hauptnachrichtensendung „heute“, des „heute journals“ und des Politmagazins „Berlin direkt“ sowie als Gastgeber seiner Talkshow „Peter Hahne“ bekannt. Er war Vizechef des Hauptstadtstudios und führte die „ZDF-Sommerinterviews“. Der bekennende Christ, 1952 in Minden geboren, engagierte sich 18 Jahre als Ratsmitglied der EKD. Zudem hat er sich als Kolumnist der Bild am Sonntag und Autor zahlreicher Bücher mit Millionenauflage einen Namen gemacht – darunter „Finger weg von unserem Bargeld. Wie wir immer weiter entmündigt werden“ (2016). Auch  „Schluß mit euren ewigen Mogelpackungen. Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen“ (2018) und sein neues Buch  „Seid ihr noch ganz bei Trost! Schluß mit Sprachpolizei und Bürokratie-Terror“ (2020) rangierten monatelang in den Top-Ten der Bestsellerlisten.

JF 46/20

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Der Glaube der Aufklärung an den Fortschritt, an Wissenschaft und Technik, daß sie alle dazu beitragen, die Menschheit von einer ursprünglichen Unmündigkeit zu immer höheren Stufen der Freiheit zu führen, dürfte von einem Virus endgültig dahingerafft worden sein. Wer die Erklärungen der Regierungsverantwortlichen in den vergangenen Tagen verfolgt hat, sah nicht die wechselweise Herrschaft der Freien und Gleichen, sondern die Beziehung einer Obrigkeit zu ihrer Verfügungsmasse.

Nicht nur, daß jetzt der zweite „Lockdown“ für sehr viele Bürger die Reste wirtschaftlicher Selbständigkeit abräumen wird, welche die erste Quarantäne übrigließ. Vor allem die Art der Vermittlung läßt keinen Zweifel aufkommen, was unsere politische Elite von uns hält. Endlich bekommt die seltsame Stümmel-Rhetorik der Bundeskanzlerin einen ihr entsprechenden politischen Ausdruck. Das „Wir“ des sozialistischen Kollektivs verbindet sich nun auch äußerlich mit dem „Wir“ des Feudalherrn.

„Unverständig“, „uneinsichtig“ und dergleichen sind derzeit Lieblingsvokabeln unserer politischen Elite. Sie umschreiben ein defizitäres Menschenbild, bei dem sich der einzelne nur dysfunktional mit anderen verbindet. Erst eine „kluge Organisation“ der Massen schafft es, den vereinzelten durch „vernünftigen Zwang“ ins Kollektiv zu integrieren. Wer das innerlich als Wahrheit installiert, kann darauf hoffen, wieder in einen Arbeitsprozeß eingegliedert, als „Kulturschaffender“ einen Daseinszweck zugewiesen zu bekommen.

Dadurch können die Verantwortlichen Zwang ausüben

Hier sollten wir uns mit Isaiah Berlins Analyse totalitärer Herrschaft beschäftigen. Jener machte die Unterscheidung von negativer und positiver Freiheit berühmt. Zur negativen Freiheit gehört alles, was mich vor staatlichen Zugriffen schützt. Das sind also im Wesentlichen die liberalen Grundrechte. Dem gegenüber steht die positive Freiheit, die Freiheit für etwas. Sie ist mein Vermögen, etwas verwirklichen zu können. Im gewissen Sinne wird also die negative durch die positive Freiheit legitimiert.

Ich kann negative Freiheit verlangen, damit ich mich durch positive Freiheit selbst verwirkliche. Doch damit beginnen die Probleme: welches „Selbst“ soll sich hier wie verwirklichen? Wer legt dessen Art und Beschaffenheit fest? Hier liegt das Paradoxon positiver Freiheit, daß ich noch den größten Zwang als Befreiung des Menschen definieren kann. Nämlich dann, wenn ich jenen als notwendigen Schritt auf dessen Weg zur Selbstverwirklichung begreife.

„Der Weise kennt dich besser, als du dich selbst kennst, denn du bist das Opfer deiner Leidenschaften, (…) unfähig, deine wirklichen Ziele zu verstehen“, heißt es bei Berlin. „Du willst ein menschliches Wesen sein. Das Ziel des Staates ist es, dir deinen Wunsch zu erfüllen.“ Dadurch können die Verantwortlichen „Zwang ausüben, um die irrationalen Teile der Gesellschaft rationaler zu machen. Denn in dem wir (…) dem rationalen Menschen gehorchen, gehorchen wir uns selbst“, schreibt Berlin.

Ein manipulativer Akt in einer emotionalen Ausnahmesituation

Die Vernunft, die hier ins Feld geführt wird, ist nicht die unbestechliche Richterin der Aufklärung, sondern ist selbst „Opfer deiner Leidenschaften“. Nämlich dann, wenn sich zwischen der Wahrnehmung des einzelnen einerseits und dessen rationaler und emotionaler Verarbeitung andererseits eine Matrix schiebt, die Kanäle öffnet oder schließt. Es sind das die Medien, die nicht nur unseren Informationsfluß kontrollieren, sondern auch unsere Gefühle konditionieren. Beispielsweise ist es dann „dumm“ oder „irrational“, wenn man in abertausenden von jungen Männern aus Kriegsgebieten eine tödliche Gefahr für unser Gemeinwesen sehen will.

Umgekehrt kann es dann genauso gut „dumm“ oder „irrational“ sein, wenn man in einem Virus dann eben nicht die eine tödliche Gefahr für unser Gemeinwesen sehen will, die abzuwenden jede Anstrengung, jeden Preis rechtfertigt. Es ist ein manipulativer Akt, der in einer emotionalen Ausnahmesituation am besten funktioniert.

Egal welches Gefühl, Hauptsache stark. Das kann eine allgemeine Euphorie sein, durch die der einzelne im erregten Kollektiv untergeht. Wie aber Thomas Hobbes bereits in seinem „Leviathan“ beschrieb, dürfte die mächtigste menschliche Leidenschaft „die Furcht überhaupt und insbesondere die Furcht vor einem gewaltsamen Tod“ sein. Diese Furcht, so Hobbes, ist so zwingend, daß sie die Menschen dazu bringt, ihre Freiheit aufzugeben um sich rational einer Staatsgewalt zu unterwerfen.

Nicht nur Freiheit, auch Furcht ist paradox

Vor zehn Jahren schien es soweit, als ein zumindest in der medialen Matrix tödlicher Virus sich scheinbar anschickte, die Menschheit in den Tartaros zu stürzen. Der neu aufgekommene Influenza-Abkömmling wollte zwar nicht so recht, doch der Journalist Paul Schreyer wies auf die Äußerung des französischen Vordenkers Jacques Attali hin: „Die Geschichte lehrt uns, daß sich die Menschheit nur dann signifikant weiterentwickelt, wenn sie wirklich Angst hat“, schrieb dieser im Mai 2009.

Selbst wenn diese Bedrohung nicht ernst sei, so würde durch „Präventions- und Kontrollmechanismen sowie logistische Prozesse für die gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen“ eine unumkehrbare Entwicklung in Gang gesetzt. „Zu diesem Zweck müssen wir eine globale Politik, eine globale Lagerung und damit eine globale Besteuerung einführen. Dann werden wir viel schneller, als es allein aus wirtschaftlichen Gründen möglich gewesen wäre, die Grundlagen für eine echte Weltregierung schaffen können.“

Nicht nur Freiheit, auch Furcht ist paradox. Zum einen kann sie uns lähmen, zum anderen aber auch anspornen. Es liegt an uns, wie wir damit umgehen, das heißt unsere Vernunft einsetzen. Das Erbe der Aufklärung verpflichtet uns dazu.

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Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nimmt kurz nach den Präsidentschaftswahlen keine Änderungen an ihrer bereits ultralockeren Geldpolitik vor.

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Bundesaußenminister Heiko Maas meint, dass US-Präsident Trumps Verhalten im Verlauf der Wahl nicht ganz der demokratischen Kultur der USA entsprechen würde.

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CDU-Landtagspräsidentin in Sachsen-Anhalt lehnt Schweigeminute für Mordopfer von Islam-Terror ab

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) lehnte am Dienstag den Vorschlag der AfD, eine Schweigeminute für die Opfer des islamischen Terrors vor dem Beginn der Sondersitzung einzulegen, mit einer fadenscheinigen Begründung ab. Mehr als beschämend. von Sebastian Baier Die AfD stellt hierzu fest, dass der beschämende Vorgang abermals beweist: Opfer von Migrantengewalt werden durch das politische Establishment […]

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