DeutschrapEin „Alman“ dißt zurück

On October 30, 2020, in Junge Freiheit, by admin

Deutschenfeindlichkeit und antideutscher Rassismus sind beliebte und immer wiederkehrende Motive in der hiesigen Rapmusik. Meist werden diese hier allerdings nicht als Problem wahrgenommen. Im Gegenteil. Vor allem Rapper mit ausländischem Hintergrund übertragen die offene Verachtung, die sie und ihre Freunde gegenüber der deutschen Mehrheitsgesellschaft empfinden, von der Straße und den Schulhöfen in ihre Songs.

Begriffe wie „Kartoffel“ oder „Alman“ werden wie selbstverständlich als Beleidigung für die als schwächliche „Opfer“ empfundenen Einheimischen verwendet. Die sonst beim Thema Rassismus so sensiblen deutschen Medien stören sich daran in der Regel genauso wenig, wie viele Hörer und die biodeutschen Musiker-Kollegen, die den Ausländer-Slang mitsamt der deutschenfeindlichen Beschimpfungen oft sogar eins-zu-eins selbst übernehmen.

Der Deutschrapper Cashmo hat nun aber mit seinem Titel „Alman“ einen Song veröffentlicht, der den Haß gegenüber Deutschen anprangert und mit der Doppelmoral nicht nur in der deutschsprachigen HipHop-Community, sondern in der Gesellschaft generell aufräumt. Der Stolberger Musikproduzent, der mit bürgerlichem Namen Achim Welsch heißt, dürfte sich damit wenig Freunde machen. Sowohl der Text des Lieds wie auch das dazu veröffentlichte Video sprechen alles an und aus, was im deutschen Kulturbetrieb als „nazi“ gilt; und dann macht er, zu allem Überfluß, genau diese Tatsache auch noch zum Thema.

„Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht“

„Wenn Schwarz-Rot-Gold dich hier zum Nazi macht, wo die anderen stolz stehen am Fahnenmast“ rappt der Deutsche. Und weiter: „Das Erbe meiner History, Blut, aber Bro, sag mir, was hab’ ich mit Hitler zu tun?“ Wie sich diese rein auf historischer Schuld aufgebaute deutsche Identität auswirkt, wenn man in einem Viertel aufwächst, in dem man fast nur von Gruppen umgeben ist, deren ungebrochener Nationalstolz überhaupt keine eigene Schuld oder auch nur den Hauch einer Kritik an der eigenen Kultur und Mentalität zuläßt, macht der Künstler im Refrain deutlich.

Darin spricht er auch die Tabu-Themen antideutscher Rassismus und Gewalt gegen Deutsche an. „Viele kamen und sie suchten hier nach Schutz. Doch ich war nur der Alman für dich in deiner Hood. Wie viele meiner Landsleute leben in Gefahr? Aber wirklich drüber reden, ist was keiner von uns darf.“

Später im Text bringt der Rapper, der in einem Problembezirk aufwuchs und selbst eine kriminelle Vergangenheit hat, sogar die typisch deutsche beziehungsweise typisch weiße einseitige Toleranz in Sachen Religion zur Sprache: „Wenn du weißt, wir sind beide eigentlich gleich. Sitzen hier im selben Boot, wegen Hautfarbe Streit. Wo du oftmals über Christen ein paar Witze hörst. Doch wie du weißt, hat mich dein Glaube hier nie gestört.“

Wird Cashmo druntergeschrieben oder gleich ignoriert?

All das dürfte für viele in der in mehr als einer Form antideutsch geprägten Hip-Hop-Szene geradezu unerhört klingen. Der vielleicht etwas sehr klischeehaft im Video platzierte deutsche Schäferhund sowie der Adler und die Deutschlandfahne über dem obligatorischen schwarzen Mercedes fallen da als vermeintliche Provokationen schon fast gar nicht mehr wirklich ins Gewicht. Die vielen, weißen, Deutschen, Statisten, die den Mund symbolisch mit einem mit „Alman“ beschrifteten Klebestreifen zugeklebt bekommen haben, dafür wahrscheinlich umso mehr.

Dies könnte sich auch auf die Promotion und zukünftige Rezessionen der Veröffentlichungen des Rappers negativ auswirken. Sind die meisten Szene-Medien doch fest in der Hand von „politisch korrekten“ Musik-Redakteuren, die eben jenen einseitigen Schuldkult propagieren, den der ansonsten weitgehend unpolitische Cashmo in seinem neuen Song anspricht. In den entsprechenden Publikationen geben seit Jahren Leute wie der überzeugte Kommunist, „Antifa“-Demonstrant und bekennender Radikal-Linke, ehemalige Labelbetreiber und rap.de -Chefredakteur Marcus Staiger den Ton an.

Die Online-Plattform Hiphop.de erklärte ihren Lesern bereits im August, „warum es keinen Rassismus gegen Weiße geben kann“ und verwies dabei auf die vermeintlich fachkundigen Einschätzungen der gesamte „People of Color“-Garde und „Wir sind Opfer“-Schreier von Tupoka Ogette (Anti-Rassismus-Trainerin) bis Alice Hasters (Autorin des Schuldkult-Schlagers: „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“).

Angesichts solcher Musik-Kritiker dürfte die Frage für den Rapper Cashmo nach seinem Alman-Song wohl nur noch sein, ob diese ihn künftig konsequent runterschreiben oder lieber gleich komplett ignorieren.

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BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Lesben- und Schwulenverband (LSVD) anläßlich seines 30jährigen Bestehens für seine Arbeit gelobt. „Ihr Verband hat viel dazu beigetragen, daß unsere Gesellschaft bunter und toleranter geworden ist“, sagte Steinmeier am Freitag LSVD-Vertretern im Schloss Bellevue.

Der Verein habe sich seit seinem Bestehen gegen die Benachteiligung von Homosexuellen eingesetzt. Die Anhänger gehörten „zu den ersten in Deutschland, die ihre Stimme gegen Diskriminierung und Verfolgung erheben – ob hierzulande, bei unseren Nachbarn oder auf anderen Kontinenten“, führte der Bundespräsident aus.

Homosexuelle seien immer noch benachteiligt

Dennoch müßten viele Homosexuelle sowie bi-, trans- und intersexuelle Menschen in Deutschland Nachteile erleiden. Beispielsweise würden ihre Menschenrechte im Alltagsleben, am Arbeitsplatz oder durch nicht gerechtfertigte medizinische Behandlungen verletzt.  Autoritäres Denken, Populismus und Fundamentalismus schürten dabei „neuen Haß“ und Gewalt gegenüber Betroffenen, mahnte Steinmeier.

Noch vor Jahren hätte ein Besuch des LSVD beim Bundespräsidenten seiner Einschätzung nach „einen handfesten Skandal ausgelöst“. Heute sei es umgekehrt. Ein Skandal liege dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität verächtlich gemacht oder benachteiligt würden, betonte er. „Was für eine zivilisatorische Wendung! Welch ein Fortschritt!“ (zit)

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BERLIN. Die Zahl ausreisepflichtiger Ausländer hat in Berlin einen Rekordwert erreicht. Ende September befanden sich 14.027 entsprechender Personen in der Bundeshauptstadt, ergab eine Anfrage des Berliner AfD-Abgeordneten Hanno Bachmann an den Senat, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt.

Demnach werden 12.977 Ausländer wegen fehlender Reisedokumente sowie aus medizinischen oder sonstigen Gründen geduldet. Die meisten ausreisepflichtigen Migranten kämen aus Afghanistan, dem Irak und dem Libanon. Weitere Betroffene kämen aus der Russischen Föderation, Vietnam, dem Iran, der Türkei, Serbien und Moldau.

„Der Anstieg der vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer auf über 14.000 Personen zeigt das ganze Ausmaß der Sabotage des Rechtsstaats durch den Senat“, kritisierte Bachmann gegenüber der JF. Der Zustrom von neuen Asylbewerbern sei zwar rückläufig, liege aber immer noch bei mehreren hundert Personen im Monat.

Sieben Migranten sitzen in Berliner Abschiebehaft

Bis Ende September hat Berlin der Antwort zufolge in diesem Jahr 719 ausreisepflichtige Personen abgeschoben. 661 von ihnen seien in ihre Heimatländer zurückgebracht worden. Die anderen 58 Migranten seien in andere EU-Staaten überführt worden.

Zudem habe das Land einen Gefährder aus Deutschland ausgewiesen. Weitere sieben Personen säßen in der Berliner Abschiebehafteinrichtung für Gefährder. Seit Jahresbeginn seien insgesamt 106 Insassen der Haftanstalt abgeschoben worden. (zit)

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Auf den letzten Metern des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA fahren nicht nur die beiden Kontrahenten Donald Trump und Joe Biden schwere Geschütze auf. Auch unter den Demoskopen herrscht eine Stimmung, die kaum giftiger sein könnte als die zwischen dem notorisch auf Krawall gebürsteten Amtsinhaber und seinem zur Schroffheit neigenden Kontrahenten. Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Susquehanna, Jim Lee, erhob schwere Vorwürfe gegen seine Kollegen. Bei so manchen Umfragen handele es sich um „gezielte Wählerbeeinflussung“. Lee sprach von „Müllumfragen“, die etwa Biden in Pennsylvania mit einem zweistelligen Vorsprung ausweisen. 

In eine ähnliche Kerbe schlug der Gründer des konservativen Instituts Trafalgar Group, Robert Cahaly. Er hielt seinen Kollegen vor, aus den Fehlern von 2016 nichts gelernt zu haben und erneut dramatisch die Anzahl „schüchterner Trump-Wähler“, die entweder nicht mit den Demoskopen reden oder falsche Angaben machen, zu unterschätzen. Cahaly geht davon aus, daß die Wahrscheinlichkeit, daß ein Biden-Wähler gegenüber den Meinungsforschern Angaben macht, fünfmal größer sei als bei einem Trump-Wähler.

Glaubt man den Durchschnittswerten aller Umfragen steht einem Einzug Bidens ins Weiße Haus nichts mehr im Weg. Rund sieben Prozentpunkte sieht der „Real Clear Politics“-Durchschnittswert Biden landesweit vorne. In Swing States wie Wisconsin führt Biden demnach mit rund sechs, in Michigan mit 6,5 und in Pennsylvania immer noch mit vier Prozentpunkten.

Demoskopen glauben nicht an Blamage wie 2016

An eine Blamage wie 2016, als vor allem Erhebungen in den genannten Staaten, die am Ende alle von Trump gewonnen wurden, Clinton deutlich vorne sahen, glaubt die Mehrheit der Meinungsforscher nicht. Man habe aus den Fehlern von vor vier Jahren die richtigen Lehren gezogen, lautet der Tenor. Vor allem Wähler ohne Universitätsabschluß, die weniger dazu neigen, mit Umfrageinstituten zu sprechen, seien diesmal stärker gewichtet worden. 

Politische Analysten weisen zudem darauf hin, daß Bidens Führung über das ganze Jahr 2020 wesentlich stabiler war als die Clintons 2016, und daß Drittparteienkandidaten diesmal weniger ins Gewicht fallen. Klingt soweit erstmal nachvollziehbar. Doch einige Erhebungen werfen für den aufmerksamen Beobachter schon beim bloßen Hinsehen Fragen auf. Etwa die neueste Umfrage von ABC und der Washington Post, die Biden mit 17 Prozentpunkten in Wisconsin vorne sieht.

Eine aktuelle CNN-Umfrage ermittelte einen landesweiten Biden-Vorsprung von zwölf Prozentpunkten; Anfang Oktober ging CNN sogar von einem Vorsprung von 16 Prozentpunkten aus. Das wäre etwa in der Dimension des Erdrutschsiegs von Ronald Reagan 1984, als dieser 49 Bundesstaaten gewann. Zur Glaubwürdigkeit trägt auch nicht bei, daß zahlreiche Institute den Amerikanern noch bis zuletzt weismachen wollten, Biden könne Trump nicht nur in Arizona (wo der Republikaner wie schon vor vier Jahren erneut echte Probleme hat) gefährden, sondern auch in Texas.

Unwägbarkeit Briefwähler

Bei der Einschätzung der Werte von 2020 liegt es nahe, zunächst mal den Instituten einen Vertrauensvorschuß zu geben, die 2016 richtig oder zumindest am wenigsten falsch lagen. Neben Cahalys Trafalgar Group, die akkurat und gegen den Trend einen Trump-Sieg 2016 vorhergesagt hat, kann man auch dem Rasmussen-Institut gute Arbeit bescheinigen. Deren letzte Umfrage vor der Wahl 2016 wies einen Vorsprung von Hillary Clinton von 1,7 Prozentpunkten aus. Am Ende gewann Clinton das „popular vote“ mit 2,1 Prozentpunkten.

Laut der jüngsten Rasmussen-Erhebung liegt Trump nun landesweit mit einem Prozentpunkt hinten. Die vorangegangene Umfrage sah ihn mit einem Prozentpunkt vorne. In Florida, ein Staat, den Trump gewinnen muß, um wiedergewählt zu werden, führt er demnach mit vier Prozentpunkten. Laut Trafalgar liegt Trump in Wisconsin mit einem Prozentpunkt zurück, aber in Pennsylvania gleichauf mit Biden.

Eine Unwägbarkeit könnten dieses Mal die Briefwähler sein. Wegen Corona haben viele Staaten die Möglichkeit, per Brief zu wählen, liberalisiert. Manche Staaten wie etwa Nevada, New Jersey oder Vermont verschickten gleich mal Briefwahlunterlagen an alle registrierten Wähler. In den meisten Staaten hatte es bislang immer einen Grund gebraucht, um per Briefwahl abzustimmen. Werden sie pauschal allen zugeschickt, könnte sich die Zusammensetzung des Wahlvolks auf eine Art erweitern, die für Trump nicht unbedingt vorteilhaft sein dürfte. Zudem wird auch in den Staaten, in denen die Briefwahl beantragt werden muß, der Anteil an Briefwählern um ein Vielfaches steigen.

Bekanntgabe von Wahlergebnis könnte sich verzögern

In Wisconsin etwa wählten 2016 rund 146.000 Wähler per Brief. Dieses Mal haben etwa 1,8 Millionen Menschen in dem Staat Briefwahl beantragt – fast 1,5 Millionen davon haben bereits abgestimmt, die Mehrzahl davon in eher demokratisch dominierten Wahlbezirken. In anderen Bundesstaaten ergibt sich ein ähnliches Bild.

Trump hat sich wiederholt gegen die Briefwahl ausgesprochen und auf die Manipulationsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, hingewiesen. Nicht nur deswegen kann man erwarten, daß viele Republikaner erst am Wahltag ihre Stimme abgeben werden. Ein weiterer Grund ist, daß unter den Demokraten-Anhängern in der Regel auch die Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, größer als unter Republikanern ist.

Das zeigte sich bereits im Wahlkampf bei den Veranstaltungen beider Kandidaten. Während die Teilnehmerzahl bei Biden-Auftritten überschaubar blieb, kamen trotz Virus Tausende zu Trump-Rallies. Selbst eine CNN-Umfrage glaubt an einen deutlichen Vorsprung für Trump unter den Wählern, die am 3. November ihre Stimme abgeben wollen von 59 zu 36 Prozent. Wegen des gestiegenen Briefwähleranteils könnte sich eine Bekanntgabe des Ergebnisses noch am Wahlabend bei einem knappen Ausgang als schwierig erweisen. Einige Staaten dürfen laut Gesetz erst sehr spät mit der Auszählung der Briefwahlstimmen beginnen. Wisconsin beispielsweise erst am Wahltag. 

Trump könnte ein starkes Finish hinlegen

Nicht nur in den Umfragen manifestiert sich der Eindruck, daß Trump wie 2016 auch in diesem Wahlkampf ein starkes Finish hinlegen könnte. Bidens Äußerungen im letzten TV-Duell, die Ölindustrie abwickeln zu wollen, könnte sich noch als desaströs für ihn erweisen. Fast zehn Millionen Jobs wären direkt davon betroffen. Bidens geplantes Fracking-Verbot würde alleine im Swing State Pennsylvania 600.000 Arbeitsplätze kosten.

Auch scheint es Trump immer mehr zu gelingen, sich als den Anti-Lockdown-Kandidaten zu präsentieren, unter dem eine noch nie dagewesene wirtschaftliche Erholung einsetzen wird. Mit Blick auf die seit dem Frühling deutlich entspanntere Situation am Arbeitsmarkt will Trump die Wahl zu einer Entscheidung zwischen einer „Supererholung“ der Wirtschaft unter ihm oder einer „wirtschaftlichen Depression“ unter Biden machen.

Die Zahlen begünstigen das. Nach der höchsten Arbeitslosenquote seit der Weltwirtschaftskrise im April mit 14,7 Prozent hat sich die Wirtschaft – auch dank der Öffnung wichtiger Staaten wie Florida – teilweise erholt. Die Arbeitslosenquote liegt nur noch bei 7,9 Prozent (was zwar über der Quote liegt, mit der Jimmy Carter und George H.W. Bush abgewählt wurden, aber unter der, mit der sich Barack Obama 2012 die Wiederwahl sicherte).

Trumps Botschaft: „Lockdowns zerstören Länder auf der ganzen Welt. Die Therapie darf nicht schlimmer sein als die Krankheit.“ Glaubwürdig ist das nicht unbedingt. Ende April kritisierte Trump Georgias Gouverneur Brian Kemp noch scharf dafür, den Lockdown im Peach State zu beenden. Der schwedischen Regierung warf er damals via Twitter vor, für ihre liberale Corona-Strategie noch einen „hohen Preis zahlen“ zu werden. Neben dem Öl-Streit und der Corona-Debatte hat sich kurz vor Ende des Wahlkampfs mit den Auslandsgeschäften der Familie Biden ein weiteres Thema für Trump herauskristallisiert, das aber wohl nicht die gleiche Durchschlagskraft entfalten wird, wie seinerzeit Clintons E-Mails.

Trumps Weg zum Sieg führt über Florida, Ohio und Pennsylvania

Trotz vier Jahren Präsidentschaft versucht sich Trump weiterhin als Washington-Outsider zu inszenieren, der den Sumpf im amerikanischen Politikbetrieb austrocknen möchte. Biden hingegen will – ähnlich wie Clinton – die Wahl zu einer Abstimmung über Trumps Charakter machen. Inhaltlich bleibt er vage. Etwa bei der Frage, ob er nach der Wahl gedenkt, die Zahl der Richter am Supreme Court aufzustocken und so eine linksliberale Mehrheit an Amerikas höchstem Gericht zu sichern.

Trumps Weg zum Sieg am Wahltag führt über Florida, Ohio und Pennsylvania. Sollten sich für Trump am Wahlabend in Florida oder Ohio Probleme abzeichnen, wird es schwierig. Noch nie wurde ein Republikaner Präsident, ohne Ohio zu gewinnen. Die 29 Wahlmänner aus dem Sunshine-State wiederum sind kaum durch Gewinne anderswo wiedergutzumachen.

Beim TV-Duell 1980 forderte der damalige republikanische Herausforderer von Präsident Jimmy Carter, Ronald Reagan, die Amerikaner auf, sich vor der Abstimmung die Frage zu stellen: Seid ihr besser dran, als noch vor vier Jahren?“ Seitdem gilt diese Frage als Standard, an dem sich Amtsinhaber messen lassen müssen. Geht es danach, deutet zumindest nichts darauf hin, daß Trump eine ähnlich deutliche Niederlage wie einst Carter erleben könnte wie es derzeit von manchen prophezeit wird.

Heute sagen 56 Prozent der Amerikaner laut einer Gallup-Umfrage, daß sie trotz Corona besser dastünden als noch vor vier Jahren.

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HAMBURG. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat schwerwiegende Fehler in seiner Berichterstattung über den Antiterroreinsatz in Bad Kleinen im Jahr 1993 eingeräumt. Die damalige Titelgeschichte unter der Überschrift „Der Todesschuß“ habe auf einer „mangelhaft geprüften und falschen Aussage“ beruht und sei ein „journalistischer Fehler“ gewesen, heißt es im Bericht einer internen Untersuchungskommission, den das Nachrichtenmagazin nun veröffentlichte.

Daß der über ein Vierteljahrhundert zurückliegende Fall noch einmal umfassend aufgearbeitet wurde, geht auf eine Forderung des früheren Generalbundesanwalts Alexander von Stahl zurück. Er hatte sich im Dezember 2018 an die Redaktion in Hamburg gewandt, nachdem das Magazin den Fälschungsskandal um seinen früheren Reporter Claas Relotius offengelegt hatte.

Von Stahl forderte vor zwei Jahren, der Spiegel solle nun auch die Vorgänge um einen angeblichen Informanten aufklären, der behauptet hatte, bei der Polizeiaktion im Bahnhof der Stadt in Mecklenburg-Vorpommern dabei gewesen zu sein. Auf dessen Aussage basierte die – bereits kurz danach als falsch erwiesene – Schilderung durch das Magazin, das Führungsmitglied der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF), Wolfgang Grams, sei von Polizisten in einer Art „Exekution“ getötet worden.

„Eine der schlimmsten Katastrophen des deutschen Journalismus“

Grams war im Juni 1993 gemeinsam mit seiner Komplizin Birgit Hogefeld von einem Kommando der Bundesgrenzschutz-Spezialeinheit GSG 9 observiert worden. Beim Versuch der Festnahme konnte Grams seine Waffe ziehen und einen Beamten erschießen. Nach dem Schußwechsel tötete sich der Terrorist selbst, wie eine Obduktion ergab. Der Spiegel wartete damals in einem Beitrag des Reporters Hans Leyendecker mit einem Zeugen auf, der behauptet haben soll, ein Polizist habe aus nächster Nähe auf Grams gefeuert.

Fahndungsbild von Wolfgang Grams Foto: (c) dpa - Bildarchiv
Fahndungsbild von Wolfgang Grams Foto: (c) dpa – Bildarchiv

Im Zuge der danach ausgelösten Medien-Debatte trat der damalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) zurück. Anschließend versetzte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) den Generalbundesanwalt von Stahl, der „Herr des Ermittlungsverfahrens“ gegen die Terroristen war, vorzeitig in den Ruhestand. 1994 stellte ein Sachverständigengutachten eindeutig fest, daß „eine rechtswidrige Tötung durch aus nächster Nähe abgegebene Schüsse auf Grams ausscheidet“. Die prominente Reporter-Legende Dagobert Lindlau schrieb später rückblickend, der Fall sei „eine der schlimmsten Informationskatastrophen des deutschen Journalismus“ gewesen.

Nicht Quellenschutz, sondern Verschleierung

Bereits vor zwei Jahren war sich der ehemalige Generalbundesanwalt, dessen Karriere durch die falschen Vorwürfe im Spiegel vorzeitig beendet wurde, sicher, daß es den vermeintlichen Zeugen in Wirklichkeit nie gab, wie er seinerzeit der JUNGEN FREIHEIT sagte.

Davon sind nun auch die Gutachter der Spiegels nach ihrer etwa ein Jahr dauernden Untersuchung überzeugt. In ihrem vorgelegten Bericht legen sie nahe, daß der damalige Spiegel-Reporter Leyendecker nicht wie von ihm nach wie vor behauptet zwei, sondern nur eine Quelle für seine Geschichte hatte. Und daß seine Darstellungen lediglich auf den Behauptungen eines anonymen Anrufers beruhten, der auch in Wahrheit nicht Zeuge der Polizeiaktion in Bad Kleinen war.

An Leyendeckers Arbeit lassen die Spiegel-Ermittler insgesamt kein gutes Haar. Der Autor der fatalen Titelgeschichte von 1993, der später oberster Investigativjournalist bei der Süddeutschen Zeitung wurde, zeigte sich laut dem Abschlußbericht der Kommission auch nicht besonders kooperativ bei der Aufarbeitung. Vieles, was Aufschluß über die Existenz seines damaligen Informanten hätte geben können, sei von ihm mit dem Hinweis auf Quellenschutz nicht beantwortet worden. Er habe keine Hinweise gegeben, die „es der Kommission ermöglicht hätten, seine Darstellung zu prüfen“, und Auskünfte verweigert. Diskrepanzen zwischen seinen Schilderungen und denen quasi aller anderen Beteiligten, habe Leyendecker mit der Behauptung erklärt, diese Personen erinnerten sich falsch.

Polizisten durchsuchen des Gleisbett, in dem der RAF-Terrorist Wolfgang Grams starb, nach Spuren Foto: (c) dpa - Bildarchiv
Polizisten durchsuchen des Gleisbett, in dem der RAF-Terrorist Wolfgang Grams starb, nach Spuren Foto: (c) dpa – Bildarchiv

Verantwortung trägt Spiegel-Chefredaktion

Die Untersuchungskommission kommt jedoch zu dem Ergebnis, daß Behauptungen des Reporters in Wahrheit „nicht dem Quellenschutz dienten, sondern verschleiern sollten, daß Leyendecker einem anonymen Anrufer auf den Leim gegangen war, ohne die Quelle zu prüfen.“

Wie es im Bericht heißt, hätten bereits vor Erscheinen der Geschichte über die vermeintliche „Hinrichtung“ des Terroristen Grams einige Spiegel-Mitarbeiter, darunter eine Justitiarin, Bedenken, ob die Darstellungen so stimmten. Ausgiebig befragt hatten die mit der internen Aufarbeitung befaßten Journalisten neben ehemaligen Spiegel-Kollegen auch den Juristen und RAF-Experten Butz Peters, der bereits in seinem 2006 erschienen Buch die Verschwörungstheorien Leyendeckers zerpflückt hatte.

Laut der Kommission hätten die bereits früh erkennbaren Widersprüche in „Der Todesschuß“ dazu führen müssen, daß eine von mehreren Instanzen im Magazin „die Reißleine gezogen hätte“. Dies sei offenbar jedoch durch den „exponierten Status“ erschwert worden, „den sich Leyendecker in der Redaktion durch herausragende investigative Recherchen erarbeitet hatte“.  Am Schluß lautet daher das Fazit der Ermittler zu den Vorgängen des Jahres 1993: Die Verantwortung dafür, „eine nicht überprüfte, widersprüchliche Aussage dieser Tragweite zu einer Titelgeschichte zu machen“, trage die damalige Chefredaktion des Spiegels. (vo)

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Die französische NATO-Vertretung unterstreicht mit einer Collage zum alten französisch-osmanischen Bündnis, die über Twitter geteilt wurde, dass sie ein großes Interesse an einer Wiederbelebung einer französisch-türkischen Allianz hat. Das französisch-osmanische Bündnis des 16. Jahrhunderts richtete sich gegen die Habsburger im Heiligen Römischen Reich, also gegen das heutige Österreich und Deutschland.

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Die deutsche Wirtschaft hat kritisch auf die neuerlichen Kontaktbeschränkungen im November reagiert. Diese seien möglicherweise nicht verfassungskonform.

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