Am 1. August habe ich in meinem Artikel “Nur die Lüge benötigt eine Maske” darüber berichtet, Merkel hat 2018 versprochen, es wird keine Schuldenunion geben, aber beim EU-Gipfel hat sie mit dem 750 Milliarden Euro Corona-Hilfspaket einer Schuldenunion zugestimmt. Ihre Versprechen sind nichts wert, aber das wissen wir schon lange.

Heute hat die Schuldenunion begonnen, für die der deutsche Steuerzahler haftet, indem Brüssel eine “Sozial-Anleihe” in Höhe von 100 Milliarden Euro lanciert hat, offiziell zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der EU, genannt “SURE”.

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NÜRNBERG. Der Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher hat für Empörung gesorgt, weil er sich gegen vermeintliche Seenotrettung ausgesprochen hat. Flüchtlinge brächten sich auf seeuntüchtigen Booten mit wenig Treibstoff bewußt in Lebensgefahr. „Diese Menschen verfolgen ihren Wunsch nach einem besseren Leben. Das gibt ihnen aber weder das Recht, diesen Wunsch erfüllt zu bekommen, noch verpflichtet es uns ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe“, schrieb Dreher in der Oktoberausgabe des Korrespondenzblatts der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Die „kategorische Behauptung“, man könne die Migranten doch nicht einfach ertrinken lassen, fungiere mittlerweile als populistisches „Totschlagargument“. Akademisch hoch gebildete Kirchenleute schnitten die Notsituation des Ertrinkens aus ihrem Kontext heraus. Das sei „erstaunlich und zur Vermutung einer ‘hidden agenda’ der Seenotretter verleitend“, beanstandete Dreher.

Seenotretter und Schlepper seien aufeinander abgestimmt

Seenotretter und Schlepper wüßten voneinander und seien in ihren Seefahrtbewegungen aufeinander abgestimmt. Zudem herrsche ein Irrglauben über die Lebensumstände der Flüchtlinge. Seenotretter und ihre Befürworter redeten von den Migranten als „minderbemittelten aus größter Not fliehenden bestenfalls naiven, also quasi unmündigen Individuen“.

Tatsächlich seien die meisten von ihnen aber jung, männlich und nicht arm, schilderte der Pfarrer und verwies dabei auf eine Spiegel-Interview mit dem Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz. „Die vielbeschworene Armutsmigration nach Europa ist also ein Mythos“, heiße es darin.

Flüchtlinge seien selbst für ihr Leben verantwortlich

Er fordere die Kirchenleitung zu einem Appell an die Flüchtlinge auf, sich um ein legales Asylverfahren zu bemühen, statt sich in Seenot zu begeben. Daß sie weniger Mittel und Chancen hätten als die Bürger in Europa, entbinde Migranten nicht von ihrer Verantwortung für ihr eigenes Leben, führte Dreher aus.

Christen seien nur dann in Pflicht, andere zu retten, wenn sie direkt vor Ort seien. Für die Lösung struktureller Probleme sei hingegen die Politik zuständig. „Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Struktur-Politik dem Staat überläßt, kann ein Christenmensch, soweit er nicht wie der Samariter einen Sterbenden vor sich sieht, Verantwortung vernachlässigende Migranten ertrinken lassen“, verdeutlichte der Pfarrer.

Nürnbergs Stadtdekan hält Seenotrettung für christlichen Minimalkonsens

Der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, widersprach dem Nürnberger Theologen. „Sein Argument fußt auf der Behauptung, die Seenotretter seien der Grund dafür, daß Menschen die Überfahrt über das Mittelmeer riskierten. Diese Behauptung ist widerlegt“, bemängelte er laut der Nachrichtenagentur dpa. Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, sei unverantwortlich.

Auch Nürnbergs Stadtdekan Jürgen Körnlein kritisierte die Aussagen Drehers. Der Minimalkonsens müsse stets lauten, daß man Menschen unter keinen Umständen ertrinken lassen dürfe. „Aus christlicher Sicht ist diese Forderung bedingungslos“, teilte Körnlein mit. (zit)

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WASHINGTON. Das US-Justizministerium und elf Bundesstaaten haben Klage gegen das Technologieunternehmen Google eingereicht. Ihm wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung zu mißbrauchen, berichete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Gerichtsunterlagen.

Konkret werde der Alphabet-Tocher Google zur Last gelegt, bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten zu benachteiligen. Sollte es zu einem Prozeß kommen, könnte es das größte kartellrechtliche Verfahren in den USA seit Jahrzehnten werden.

Republikaner und Demokraten äußerten sich erfreut über die Klage. Der republikanische Senator Josh Hawley sprach vom „wichtigsten Kartellverfahren einer ganzen Generation“. Die Senatorin von Massachusetts, Elizabeth Warren, hatte zuvor ein „rasches und energisches Vorgehen“ gegen Google verlangt.

Google überwache gezielt die Konkurrenten

Im Juni 2019 hatte der Justizausschuß des US-Kongresses eine überparteiliche Untersuchung zum Stand des Online-Wettbewerbs eingeleitet. Nach Sichtung von knapp 1,3 Millionen Dokumenten und der Anhörung hunderter Experten liegt seit kurzem ein 450 Seiten umfassender Bericht vor, der erstmals detailliert auflistet, welche schwerwiegenden Auswirkungen die Macht der großen Digital-Konzerne auf die Demokratie hat. Unter anderem waren auch die Chefs der Tech-Riesen gezwungen, vor dem Komitee auszusagen.

Doch ob Jeff Bezos (Amazon), Tim Cook (Apple), Mark Zuckerberg (Facebook) oder Sundar Pichai (Alphabet/Google) – ihre Antworten seien „oft ausweichend und nicht entgegenkommend“ gewesen, heißt es im Abschlußbericht. Es sei weiterhin fraglich, „ob sie glauben, daß sie außerhalb der Reichweite demokratischer Kontrolle“ stünden. Jeder der vier Konzerne diene als „Torwächter eines wichtigen Vertriebskanals“, daß den Zugang zu einem Markt kontrolliert und je nach Belieben „Gewinner und Verlierer auswählt“.

Andere Unternehmen würden gezielt überwacht, „um potenzielle Konkurrenten zu identifizieren“ und sie direkt vom Markt aufzukaufen oder gleich abzuschneiden. Es brauche fortan „gesetzliche Reformen“, so der Befund der beteiligten Senatoren. Unter anderem ist von einer „energischen Durchsetzung des Kartellrechts“ die Rede. „Zukünftige Fusionen und Übernahmen durch die dominanten Plattformen“ sollen verboten werden können. (ha/ag)

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„Fußball ist eine von Raufbolden gespielte Gentlemen-Sportart, Rugby ist eine von Gentlemen gespielte Raufbold-Sportart“, heißt es in einem britischen Sprichwort. Angesichts der Wucht, mit der beim Rugby die Spieler aufeinanderprallen und der spektakulären Tacklings, mit denen der Gegner umgerissen wird, käme wohl kein sportbegeisterter Zuschauer auf die Idee, in dieser Disziplin Männer in Frauen-Teams mitspielen zu lassen.

Seit einigen Jahren stellen jedoch sogenannte Trans-Frauen, Männer, die sich selbst – ob mit oder ohne geschlechtsangleichende Operation – als Frauen definieren, die Sportverbände vor Probleme. Unterstützt von Lobby-Organisationen und linken Politikern drängen sie auf die Teilnahme von „Trans-Frauen“ bei Frauen-Wettkämpfen.

Nun hat mit World Rugby der Weltverband dieser Sportart der Diskussion ein Ende gesetzt. Aus „Fairneß- und Sicherheitsgründen“ verbietet die Organisation „Trans-Frauen“ im Frauen-Rugby, berichtete Rugby Total. Zugleich stellt sie ihnen frei, sich beim Kampf um das ovale Spielgerät mit Männern zu messen.

Kritiker verweisen auf körperliche Vorteile der Männer

Damit verwirft der Verband auch die seit 2004 geltende Regelung des Internationalen Olympische Komitees. Das erlaubt „Trans-Frauen“ die Teilnahme an Frauen-Wettkämpfen, wenn sie zuvor für mindestens ein Jahr durch Medikamente ihren Testosteron-Level künstlich auf unter fünf Nanomol pro Liter senken. So sollen deren körperlichen Vorteile aufgehoben werden.

Die Rugby-Frauenteams von England und Wales beim Kampf ums Spielgerät Foto: picture alliance / empics
Die Rugby-Frauenteams von England und Wales beim Kampf ums Spielgerät Foto: picture alliance / empics

Kritiker bemängeln zurecht seit Jahren, daß dabei Studien außer Acht gelassen werden, wonach Männer bis zu 45 Prozent mehr Muskelmasse als Frauen haben. Ein Umstand, der gerade in Kontaktsportarten wie Rugby von immenser Bedeutung ist.

Daß es bei dem Ausschluß von „Trans-Frauen“ aus dem Frauensport auch um den Schutz der Athletinnen geht, macht der Blick in den Kampfsport deutlich. Der US-amerikanische Verband der Ultimate Fighting Championship (UFC), der sich gern als „Freund und Verbündeter der LGBT (Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuellen) Gemeinschaft“ bezeichnet, hat seine eigenen Erfahrungen damit sammeln müssen.

UFC rudert zurück

Zwischen 2012 und 2014 trat der Transsexuelle Fallon Fox in der UFC gegen Frauen an. In sechs Kämpfen siegte er fünfmal und schlug seine Gegnerinnen dreimal in der ersten Runde KO. Der prominente Kommentator Joe Rogan kritisierte die Teilnahme von Fox und verwies auf die anatomischen Unterschiede. Auch die Geschlechts-Operation verändere nicht die Knochendichte, die beim Mann höher ist. „Wenn man die Hände von Männern und Frauen vergleicht, sieht man, daß die des Mannes dicker und stärker sind. Die Ellenbogen sind dicker.“ Das alles wirke sich auf die Fähigkeit aus, zuzuschlagen. „Ein Mann kann das viel härter tun als eine Frau“, betonte Rogan.

Mittlerweile ruderte auch UFC-Chef Dana White zurück. „Trans-Frauen“ würden nicht mehr gegen Frauen antreten, erklärte er. Vergangenes Jahr schloß auch der US-Kraftsportverband Transgender-Athleten von Frauen-Wettkämpfen aus und begründete seine Entscheidung ebenfalls mit Fairneß-Gründen.

UFC-Kommentator Joe Rogan hält nichts davon, "Trans-Frauen" gegen Frauen kämpfen zu lassen Foto: picture alliance / newscom
UFC-Kommentator Joe Rogan hält nichts davon, „Trans-Frauen“ gegen Frauen kämpfen zu lassen Foto: picture alliance / newscom

In Deutschland fallen die Grenzen

In Deutschland hingegen arbeiten Lobby-Gruppen und Parteien im Amateursport darauf hin, die Geschlechtertrennung in Wettkämpfen aufzuheben. Im vergangenen November bejubelten die Grünen-Bundestagsabgeordneten Monika Lazar und Ulle Schauws die Entscheidung des Berliner Fußball-Verbandes, trans- und intergeschlechtliche Personen in den Spielbetrieb zu integrieren. „Die Entscheidung ist richtungsweisend und ein Signal an oft konservative Sportstrukturen. Erstmals führt ein Sportverband eine progressive Regelung mit Vorbildcharakter ein, die Sicherheit für trans- und intergeschlechtliche Menschen und auch Verbände selbst schafft.“

Noch ist offen, ob hierzulande weitere Sportverbände dem Vorbild aus der Hauptstadt folgen werden. Der Geist ist jedenfalls aus der Flasche. Das Zeichen des Rugby Weltverbandes läßt aber hoffen, daß letztlich doch die Vernunft siegt.

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BERLIN. Der Sänger Heino hat sich dagegen ausgesprochen, bestimmte Begriffe aufgrund von politischer Korrektheit nicht mehr zu verwenden. Er werde weiter die Tradition deutscher Volkslieder bewahren, auch wenn diese nicht mehr dem Zeitgeist entsprächen. „Ich werde auch weiterhin Lieder wie ‘Lustig ist das Zigeunerleben’ singen“, betonte Heino gegenüber der Bild-Zeitung.

Er verstehe nicht, warum man Zigeunersauce nicht mehr so nennen dürfe. „Als hätten wir in Deutschland keine anderen Probleme“, kritisierte er. Er habe viele Freunde, die selbst Roma und Sinti seien. „Wir haben tolle Feste gefeiert und wenn ich meine Zigeunerlieder sang, hat sich keiner am Begriff ‘Zigeuner’ gestört. Im Gegenteil.“ Deshalb werde er im Restaurant auch weiterhin ein „Zigeunerschnitzel“ bestellen.

Für ihn ergebe es keinen Sinn, alles politisch korrekt anzupassen. Betroffen seien dann nicht nur seine Lieder, sondern auch berühmte Werke wie die Operette „Der Zigeunerbaron“ des Komponisten Johann Strauss, mahnte Heino. (zit)

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BERLIN. Nach der Enthauptung eines Lehrers in Paris fürchtet auch der Deutsche Lehrerverband ein „Klima der Einschüchterung“ an hiesigen Schulen. „Der Druck ist vor allem in Brennpunktschulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit einem entsprechenden Migrationshintergrund sehr hoch“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Neuen Passauer Presse.

Beispielsweise würde von den Pädagogen verlangt, Themen wie den Nahostkonflikt oder Israel nicht im Unterricht zu behandeln. Druck käme sowohl von Eltern, wie auch von Schülern, schilderte Meidinger. Insbesondere politisch und geschichtlich sensible Themen führten zu Konflikten.

Lehrer trauten sich nicht, Mohammed-Karikaturen zu zeigen

Viele Lehrer hätten deshalb Angst, bei Unterrichtseinheiten über Kunst- oder Meinungsfreiheit, Mohammed-Karikaturen zu zeigen. „Davon lassen diese dann lieber die Finger“, verdeutlichte der Verbandschef.

Es gebe immer mehr Versuche, Pädagogen bei ihrer Aufgabe, „Werte und Demokratie zu vermitteln, zu beeinflussen und zu behindern“, führte er aus. „Werteerziehung und Demokratieunterricht dürfen nicht zur Mutprobe für Lehrkräfte werden!“

Bundesinnenministerium sieht keine Gefahr für Lehrer

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, betonte, die Behörde habe derzeit keine Hinweise darauf, daß bestimmte Berufsgruppen in Gefahr seien, wenn sie ihre Meinung frei äußerten.

Der französische Geschichtslehrer Samuel Paty war am Freitag in Paris von einem Islamisten enthauptet worden, weil er in einer Unterrichtsstunde über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. (zit)

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PARIS. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Schließung einer Moschee in einem Pariser Vorort angeordnet. Das islamische Gotteshaus habe auf Facebook ein Video geteilt, in dem es den Unterricht des ermordeten Lehrers Samuel Paty anprangerte, sagte Darmanin laut der Nachrichtenagentur AFP dem Sender TF1.

Der Imam der Moschee habe in dem Facebook-Video die Adresse der Schule veröffentlicht, in der Paty arbeitete. Außerdem habe er dazu aufgerufen, den Pädagogen einzuschüchtern.

Innenministerium will an Moschee Exempel statuieren

Die Islamisten stünden „nicht unbedingt in Verbindung“ mit der Tat, betonte Darmanin. Ziel der Einsätze sei aber, „eine Botschaft zu vermitteln: nicht eine Minute Aufschub für die Feinde der Republik“. Laut dem Innenministerium fanden am Montag zudem 34 Polizei-Operationen gegen Menschen und Vereinigungen statt, die dem islamistischen Spektrum nahestehen sollen.

Paty war am Freitag von einem 18jährigen Tschetschenen in der Nähe einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris enthauptet worden. Der Täter hatte dabei „Allahu Akbar!“ (Allah ist groß!) gerufen. Der Geschichtslehrer hatte zuvor in seinem Unterricht das Thema Meinungsfreiheit besprochen und dabei auch Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Die Familie des Täters sei vor acht Jahren aus Moskau nach Frankreich gekommen und habe dort Asyl beantragt, berichtete die Emma. Sie habe gemeinsam mit rund 60 weiteren Familien in einer tschetschenischen Gemeinschaft gelebt. Einer der Männer aus dieser Gruppe habe bereits 2018 aus „islamistischen Motiven“ einen Mann vor der Pariser Oper getötet und weitere Personen verletzt. (zit)

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BERLIN. Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat eine Studie zum Thema Rassismus unter Polizeibeamten angekündigt. „Es wird eine Studie geben“, sagte er am Montag im WDR. Darüber tausche er sich derzeit „jeden zweiten Tag“ mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aus. Er sei „zuversichtlich, daß wir eine Lösung hinkriegen“.

Vor dem Hintergrund der seit Monaten anhaltenden Debatte um angeblich rassistische Vorfälle in den Sicherheitskreisen hatte sich Seehofer bislang gegen eine solche Untersuchung gestellt. Er lehnte das Ansinnen mit Begründung ab, dadurch würde die Polizei unter Generalverdacht gestellt. Vergangene Woche hatte der Unionspolitiker erneut betont, „daß wir kein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern haben“.

Polizeigewerkschaft plädiert für „Hinweisgebersystem“

Anfang Oktober hatte der Verfassungsschutz einen Lagebericht über Rechtsextremisten in den Sicherheitsbehörden veröffentlicht. Demnach gab es in den vergangenen drei Jahren über 300 rechtsextremer Verdachtsfälle. Angesichts von 275.600 Mitarbeitern beträgt der Anteil Verdächtiger damit 0,12 Prozent. Seehofer betonte, mehr als 99 Prozent der Beamten stünden „fest auf dem Boden des Grundgesetzes“.

Am Montag hatte die Berliner Polizeihochschule sechs Studenten suspendiert, weil sie in Chatgruppen rassistische Inhalte verbreitet haben sollen, berichtete der RBB. Sie hätten unter anderem Nachrichten mit Hakenkreuzen geteilt, sich abwertend über Asylbewerber geäußert und den Holocaust verharmlost.

In der Vergangenheit waren ähnliche Fälle aus Nordrhein-Westfalen und Berlin bekannt geworden. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, hatte daraufhin ein „Hinweisgebersystem“ zur Meldung rechtsextremer Vorfälle in der Polizei gefordert. (ag)

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BERLIN. Der frühere Kultusminister Mecklenburg-Vorpommerns, Mathias Brodkorb (SPD), hat einen Niveauverfall des deutschen Bildungssystems beklagt. Es gebe schon seit vielen Jahren ein Geschehenlassen und Bemänteln dieser Entwicklung. Und da Politiker wiedergewählt werden wollten, könnten sie nicht zu eben, daß sie zu schwach seien, diese Situation zu ändern, sagte Brodkorb im Interview mit dem Magazin CATO.

„Es stinkt doch zum Himmel: In Hamburg machen 55 Prozent der Schüler das Abitur, in Bayern ‘nur’ 32. Hamburg schneidet bei den Schulleistungstests aber häufig miserabel ab, Bayern steht stets an der Spitze. Und die Notendurchschnitte liegen in beiden Ländern dicht beieinander. Wie geht das? Wie können die Schüler mit den schlechtesten Leistungen die klügsten sein?“

Doch anstatt den Bürgern reinen Wein über den Zustand des Bildungssystems einzuschenken, werde das Gegenteil getan und die Entwicklung als Erfolgsgeschichte verkauft. Dies liege auch daran, daß es eine große Industrie von Bildungsforschern gebe, „die ihr Renommee und ihre Existenz diesem System verdanken, die im Kern an das glauben, was sie da tun, obwohl sie oft gar keine Pädagogen sind“.

Migration hat für Schulen Konsequenzen

Darauf angesprochen, daß es vor allem in SPD-regierten Ländern die Neigung gebe, einen solchen „Abiturbetrug“ aufrechtzuerhalten, wies Brodkorb dies als „Quark“ zurück. Auch daß es häufig die SPD als Regierungspartei gewesen sei, die das Bildungssystem zerstört habe durch systematische Nivellierung und indem sie den klassischen Aufbau beseitigte, wollte er so nicht gelten lassen.

Vielmehr gebe es beispielsweise in den Stadtstaaten oder in Nordrhein-Westfalen, wo lange Jahre traditionell die SPD an der Macht gewesen sei, andere soziodemographische Voraussetzungen als in Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg.

„Nordrhein-Westfalen und die Stadtstaaten haben ja neben einer spezifischen sozialen Lage auch eine Konzentration von Migration in den Schulen – und das hat Konsequenzen. Wenn Sie also sagen wollen, es gehöre genuin zum Linkssein, das Bildungssystem verlottern zu lassen, würde ich dem widersprechen. Leistung und Gerechtigkeit sind kein Widerspruch, sondern bedingen einander.“

Brodkorb fordert mehr Praxis in der Lehrerausbildung

Brodkorb sprach sich dafür aus, die Lehrerausbildung praxisorientierter zu gestalten. „Wenn die nicht gut ausgebildet sind, keine Leistungsansprüche haben, keinen Rückhalt in der Gesellschaft und so weiter – ja, dann kommt auch nichts dabei heraus.“

Das Studium als Grundschullehrer sollte seiner Meinung nach beispielsweise im Idealfall fünf Jahre dauern und zu einer Hälfte aus Theorie und zur anderen aus Praxis bestehen. „Das Referendariat ist inklusive. Es wird mit Aufnahmetests gearbeitet und nicht nur mit der Abiturnote. Sie nehmen nur die besten Bewerber. Diese werden vom ersten Tag an verbeamtet und erhalten eine Besoldung. Im Prinzip könnten diese jungen Leute sofort eine Familie gründen, anfangen, sich fortzupflanzen, und den Kredit für ihr Haus aufnehmen, weil der Lebensweg gesichert ist. Warum das Ganze? Weil es nicht nur eine wunderbare Gelegenheit wäre, die besten Lehrer auszubilden, sondern auch, sie an das Land zu binden. Das schafft eine andere soziale Realität, gerade im ländlichen Raum“, schlug der frühere SPD-Politiker vor.

Schließlich gebe es ein solches Anwärtersystem auch bei der Polizei, der Justiz und der Verwaltung. (krk)

> Das gesamte Interview mit Mathias Brodkorb ist in der neuen Ausgabe von CATO (6/2020) erschienen.

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BERLIN. Der Ökonom Bernd Raffelhüschen hat eine Rentenminderung aufgrund der Corona-Krise gefordert. „Wenn die Löhne um 4,7 Prozent sinken, müßten eigentlich auch die Renten um diesen Satz fallen – das galt in Deutschland seit Bismarcks Zeiten“, betonte Raffelhüschen gegenüber der Bild-Zeitung.

Der damalige Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) habe dieses Prinzip 2010 aufgehoben als er die Rentengarantie eingeführt hatte. Seitdem stiegen die Renten gemeinsam mit dem Löhnen. Wenn Letztere aber sänken, würden Renten nicht mehr gekürzt.

Eine Ausnahme dabei sei der sogenannte Nachholfaktor, der Bestandteil der Rentenanpassungsformel ist. „Mit ihm wurde sichergestellt, daß die Rentenerhöhungen nach einer schweren Wirtschaftskrise, wenn die Löhne wieder steigen, nur halb so stark ausfallen, wie es das Gesetz erlaubt“, schilderte Raffelhüschen. Das Ziel sei dabei gewesen, die abgewendeten Rentenkürzungen auszugleichen.

FDP-Rentenexperte will faire Renten für alle Generationen

Der Mechanismus komme aber nicht mehr zum Einsatz. Der ehemalige Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) habe das Instrument damals ausgesetzt und damit „fatale Konsequenzen“ herbeigeführt, mahnte der Wirtschaftswissenschaftler. Auch wenn Beschäftigte weniger Geld verdienten, steige das Rentenniveau vermutlich dennoch um rund ein Prozent.

Der rentenpolitische Sprecher der FDP, Johannes Vogel, forderte Heil auf, seinen Fehler zu korrigieren. „Der Nachholfaktor muß wieder eingeführt werden, weil die Renten ansonsten in den kommenden Jahren stärker steigen als die Löhne“, verdeutlichte Vogel gegenüber der Bild-Zeitung. Die Rente müsse aber für alle Generationen fair und ihre Finanzierung langfristig stabil sein. (zit)

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