Dem Corona-Maßnahmenstaat trotzen – das versuchen einige. Überzeugend gelang dies, zumindest intellektuell, der alljährlichen Mises-Konferenz im Münchner Fünf-Sterne-Hotel „Bayerischer Hof“. Die fand in diesem Jahr am 10. Oktober statt, dem Todestag des libertären Ökonomen Ludwig von Mises. Quasi als Stargast hatten sich die Organisatoren Hans-Werner Sinn geladen, der seinem Ruf als „Deutschlands Chefökonom“ und engagierter Hochschullehrer auch heute  – vier Jahre nach seiner Zeit als Präsident des Müncher ifo-Instituts – gerecht wurde.

Den Vortragsreigen eröffnete wie gewohnt Gastgeber Thorsten Polleit als Präsident des Mises Instituts Deutschland, der auf den „immer aggressiveren Angriff“ des unerkannten, besonders einflußreichen „Sozialismus-Virus“ hinwies, das allerdings „keine Überlebenschance“ habe, würde es mit freiheitlichen Wirtschaftsgedanken konfrontiert.

Entsprechend entfaltete Andreas Marquardt, Vorstand des Mises-Instituts, in seinem anschaulichen Vortrag, „wie das Papiergeldsystem für Ressourcenverschwendung sorgt“ seine Gedanken. Der manipulierte Zins wirke dabei wie ein defektes Navigationssystem. Durch die Nullzinspolitik und das Fiatgeld würden Investitionen getätigt, die keine notwendigen (primären) Ziele verfolgten und daher zur Ressourcenverschwendung von Rohstoffen führten wie etwa die Bauruinen des spanischen Immobilienbooms in Piles bei Valencia.

Manipulierte Zinsen ermöglichten unrentable Investitionen

Dabei sei die weltweite Zementherstellung für acht Prozent des anthropogenen CO2 verantwortlich, während dessen Produktion weiterhin frei von CO2-Zertifikaten der EU sei. Ebenso sei der Stromverbrauch der durch die EZB-Politik am Leben erhaltenen Zombie-Firmen in Anschlag zu bringen, deren Anteil sich auf mindestens sechs Prozent belaufe. So ermögliche der manipulierte Zins Investitionen, die unrentabel sind. Beispielhaft seien hier auch diverse Flughafenprojekte in Europa sowie 42 Geisterhäfen in fünf europäischen Ländern oder Maut-Autobahnen in Portugal, die keine Kundschaft hätten. Teure, unsinnige Infrastrukturprojekte zerstörten so Landschaft und Natur – das klang nun fast nach grüner Parteitagsrede.

Hier schloß Andreas Tiedtke an, promovierter Jurist und Publizist, der die „Umwelt- und Katastrophen-Meme im Dienste des Interventionismus“ aber einer kritischen Betrachtung unterzog. Zu des Zeitgeists „Memen“ (sprich: Problemen) zählten Überbevölkerung, Klimaerwärmung, Pandemien, Dürren, Flächenfraß oder die Grenzen des Wachstums. Dabei führten diese Probleme zu einer globalen politischen Agenda, die – wie im Falle der „Klimaerwärmung“ – als „pre crimes“ zu klassifizieren seien, bei denen den betroffenen Bürgern kein Verteidiger zur Seite stehe.

So seien die Diskurse zur Klimaerwärmung und zur Corona-Pandemie gekennzeichnet von Statistiken, die immer dann zur Anwendung kämen, wenn keine Kausalität nachweisbar sei. So genüge die Behauptung, daß 97 Prozent der Klimawissenschaftler an eine menschengemachte Klimaerwärmung glaubten, keinen wissenschaftlichen Ansprüchen und verglich dies mit dem Glas Wasser, das mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit zu Boden fällt, weil hier eine klare Kausalität vorliegt.

Sinn geißelt wirklichkeitsfremde Ziele der EU

Diese Problematik ergänzte der Ökonom Jörg Guido Hülsmann. In seinem Exkurs über die „Politische Ökonomie des Klimawandels“ verwies das Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste auf die entlarvende Methodik des Weltklimarats IPCC, der sich auf dubiose Statistiken, Modulationen und Korrelationen berufe, die allesamt unbewiesen seien und dementsprechend bereits mehrfach korrigiert werden mußten. Darüber hinaus sei es ein „neomarxistischen Ammenmärchen“, wenn behauptet wird, daß der Reichtum des Westens auf der Ausbeutung der Dritten Welt beruhe.

Den Höhepunkt der Mises-Konferenz bildete dann erwartungsgemäß Hans-Werner Sinn, der in seinem Vortrag über „Das Klimaproblem und die deutsche Energiewende“ um deutliche Worte nicht verlegen war, als er „das grüne Paradoxon“ illustrierte, so der Titel des von Sinn bereits 2008 veröffentlichen Buches. Dies zeige sich an den gewaltigen Vorleistungen Deutschlands bei der CO2-Reduktion seit Anfang der neunziger Jahre. Tatsächlich bedeuteten die vom EU-Parlament beschlossene Reduktion des CO2-Ausstoßes auf 60 Prozent weniger als 1990 für Deutschland sogar eine Einsparung von 70 Prozent.

Wie wirklichkeitsfremd das EU-Ziel ist, bis zum Jahr 2050 „klimaneutral“ zu sein, demonstriere das Beispiel China, wo weiterhin neue Kohlekraftwerke ans Netz gingen. Wenn Deutschland – wie beabsichtigt – 40 Prozent der Stromerzeugung abschalte und schließlich noch den Verkehr elektrisch betreiben wolle, „dann braucht man das gar nicht erst ausrechnen – das kann gar nicht gehen“, so Sinn. Wenige Tage zuvor sei er bei Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) gewesen, die unisono den Kopf geschüttelt hätte ob der von Angela Merkel exekutierten Energiewende.

Konventionelle Kraftwerke blieben unverzichtbar

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Dabei liegt das DPG-Haus am Berliner Kupfergraben, nur eine Hausnummer neben der Kanzlerin, die ja promovierte Physikerin ist. Die sorge dafür, daß die Strompreise für die privaten Haushalte in Deutschland im zweiten Halbjahr 2019 mit 28,73 Cent pro Kilowattstunde fast an der Spitze stehen. Nur in Dänemark waren es mit 29,24 Cent noch etwas mehr. Demgegenüber lag der Strompreis in Bulgarien bei 9,58 und in Ungarn bei 10,97 Cent. Sonne- und Windenergie seien nur komplementäre Stromquellen, aber keine Substitute, da eine Speicherlösung für den grünen Flatterstrom „völlig utopisch“ sei, führte Sinn aus.

Die einzig relevanten Energiespeicher in Europa seien Pumpspeicherwerke, die allerdings realistischerweise fast nur in Norwegen errichtet werden könnten. Maximal könnten diese (hypothetischen) Pumpspeicherwerke 1,6 Terrawattstunden (TWh) liefern, benötigt würde aber die zehnfache Menge, wie auch eine Studie der Leopoldina-Akademie bestätige.

Daher blieben die konventionellen Kraftwerke – entgegen den heutigen Verlautbarungen – unverzichtbar. Andernfalls, so ein Zuhörer, dürfte die kommende Dunkelflaute aus der ganzen Bundesrepublik ein „Dunkeldeutschland“ machen. Vor diesem Hintergrund sei der weitere Ausbau „grüner Energie“ „zunehmend unsinnig und teuer“. Auch die vermeintliche Wunderwaffe Wasserstoff bliebe eine Illusion, da diese bei der Umwandlung nur einen Wirkungsgrad von einem Drittel besäße, bei Biokraftstoffen seien es sogar nur 18 Prozent.

Atomkraftwerke seien sicherer als Wind- und Kohlekraftwerke

Besonders deutlich würde die Diskrepanz am Beispiel der Elektroautos, das auch „der Tod der Autoindustrie“ sei, warnte Sinn. Allerdings befänden sich die deutsche Vorzeigebranche und das verarbeitende Gewerbe bereits seit September 2018 in der Rezession, nicht erst seit dem Corona-Lockdown. Die von der EU verbreitete Botschaft, wonach E-Autos mit „Null CO2“ angesetzt würden, sei eine „Schummelei“, die sich auf derselben Ebene des Betrugs abspiele wie bei der Dieselabgas-Manipulation. So verbrauche ein Diesel bei einer angenommenen Laufleistung von 180.000 Kilometern signifikant weniger CO2 als das Tesla-Modell.

Entsprechend werde durch den Wechsel zum E-Auto der CO2-Ausstoß vergrößert. Ähnlich verhalte es sich mit dem Ölpreis: Werde das Öl in Deutschland und Europa verteuert oder gar verboten, so sinke dessen Preis im Rest der Welt und es werde eben woanders entsprechend mehr verbraucht. So verwundere es auch nicht, daß in der Klimadebatte die Hälfte des Marktes (nämlich die Ölstaaten) gar nicht vorkämen. Im gegenwärtigen Deutschland, so Sinns Fazit, werde eine Politik exekutiert, die „verdachtsweise die deutsche Autoindustrie vernichtet“, so wie sie „heute mit nicht getestetem Impfstoff zu impfen“ beginne.

Vor diesem Hintergrund erschienen Atomkraftwerke als die sichersten Kraftwerke überhaupt – noch vor den Wind- und Kohlekraftwerken, die viel mehr Menschenleben forderten. Außerdem sei die Forschung neuer Reaktor-Typen und -Techniken in Rechnung zu stellen. Wenn überhaupt ein CO2-Emissionshandel stattfinden soll, so Sinn, müsse dieser gleichzeitig weltweit Anwendung finden, mit dem gleichen Preis für alle. Solange wir einseitig die CO2-Reduktion betrieben, sei dies „spieltheoretisch vollkommen unlogisch“. Europa sei auch kein „Climate Club“, der groß genug wäre, um den weltweiten Emissionshandel durchzusetzen.

Staatliche Klimapolitik zerstöre die Marktwirtschaft

Hier schloß Gastgeber Polleit an, der „absolute Eigentumsrechte“ als „ökologischen Imperativ“ verstehen wollte. Die klimapolitischen Eingriffe wie eine CO2-Steuer auf Benzin, Heizöl oder Strom führten dazu, daß die betroffenen Firmen sukzessive ins Ausland gingen. Begleitet würde dieser Prozeß durch ein euphemistisches Framing, indem kollektivistische oder vielmehr sozialistische Direktiven unter dem Begriff „marktkonform“ firmierten. Tatsächlich aber sei die staatliche Klimapolitik ein trojanisches Pferd, um die marktwirtschaftlichen Restbestände Deutschlands zu zerstören.

Doch was tun? Ohne das berüchtigte Diktum Lenins zu zitieren, erläuterte Sinn ernüchtert, daß der Ökonom gegenüber dem Politiker absolut nichts bewirken könne, wenn er sich nicht in den öffentlichen Diskurs einschalte und ergänzte: „Wir müssen als Volkswirte das Volk beraten – nicht die Politik.“ Entsprechend geißelte Sinn schonungslos die Energiewende: „Die Windflügel sind Sakralbauten für ein neues Glaubensbekenntnis.“ Indem der Zins, das wichtigste Element des Kapitalismus, dem Markt entzogen werde, gehe der Wohlstand in den Ländern Europas verloren. Es sei soweit, daß der „Neo-Sozialismus bereits wieder an die Tür klopft.“ Dabei sei nicht der „ermächtigte“ Staat das Problem, sondern die „ermächtigte EZB“ und der „Green Deal“ der EU, der Kaufvorgaben für die EZB schaffe. 2008 gab es demnach eine Billion Euro Zentralbankgeld, heute seien es vier Billionen Euro.

In seinem Schlußwort gab Polleit den Zuhörern eine klare Botschaft mit auf den Weg: „Es ist nicht alternativlos.“ Das untermauert er selbst in seinem Buch mit dem aufklärerischen Titel „Der Antikapitalist. Ein Weltverbesserer, der keiner ist“ , das vor Ort sofort vergriffen war.

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In Kürze erscheint ein Video-Mitschnitt der Konferenz auf der Seite des Mises-Instituts.

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BERLIN. Mutmaßlich linksextreme Täter haben am Dienstag einen Anschlag auf die Räumlichkeiten verübt, in denen die Berliner AfD ihren kommenden Parteitag abhalten will.

Zwei Personen hätten den Vermieter des Veranstaltungsorts unter dem Vorwand kontaktiert, die Räumlichkeiten besichtigen und gegebenenfalls anmieten zu wollen. Nachdem die beiden hereingelassen worden waren, sollen rund zehn Vermummte in das Gebäude gestürmt sein.

Nach Angaben der AfD begannen sie zu randalieren und stahlen auch die Schlüssel des Vermieters. Zudem sollen sie angekündigt haben, in den nächsten Tagen weitere Immobilien des Vermieters zu attackieren.

Die Polizei bestätigte auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, daß es in dem Zusammenhang einen Einsatz am Dienstag gegeben habe. Der Fall werde aber derzeit noch erfaßt. Der Polizeiliche Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen.

Fest: Attacke ist Ergebnis rot-rot-grüner Politik

AfD-Landessprecher Nicolaus Fest machte die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung für die Attacke verantwortlich. „Derartige Überfälle durch Rollkommandos in SA-Manier“ seien die Konsequenz ihrer Politik. „Die Antifa ist längst kein subkulturelles Problem mehr; sie ist der terroristische, außerparlamentarische Arm von SPD, Grünen und Linke.“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) müsse dafür sorgen, daß die größte Oppositionspartei im Bundestag auch in Berlin ungestört ihre Parteitage abhalten könne. Zudem forderte Fest eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung der attackierten Räumlichkeiten sowie der weiteren Immobilien des Vermieters.

Die linksextreme Szene in der Hauptstadt ruft bereits seit einigen Tagen dazu auf, den für Ende Oktober sowie Anfang November angesetzten Parteitag anzugreifen. Dazu veröffentlichte sie auch eine Adresse im Berliner Osten sowie den Namen einer Firma, die der AfD einen Veranstaltungssaal vermietet habe. Dem Veranstalter drohten sie, er werde keine ruhige Minute mehr haben. Zudem riefen sie dazu auf, den AfD-Parteitag zu „zermatschen“. (krk)

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RADEBEUL. Das Karl-May-Museum in Radebeul hat beschlossen, einen Skalp an Ojibwa-Indianer in Nordamerika zurückzugeben. Das Kuratorium berate derzeit darüber, wie das Vorhaben umgesetzt werden könne, sagte ein Sprecher des Museums der JUNGEN FREIHEIT. Der Prozeß sei aufwendig.

Skalp der Ojibwa-Indianer im Karl-May-Museum in Radebeul Foto: picture alliance/dpa

Das Gremium und Museumsdirektor Robin Leipold seien sich einig, daß die Ausstellung „etwas professioneller, etwas zeitgemäßer angepasst“ werden müsse. Beispielsweise würde mit ethnographischen Sammlungen künftig sensibler umgegangen, „als das in kolonialen Zeiten der Fall war“, schilderte das Kuratoriums-Mitglied Florian Schleburg dem MDR.

Grund dafür sei die „heutige Zeit, in der man Minderheitenrechte ganz anders sieht“. Auch „kulturelle Besitzerrechte“ an Artfakten betrachte man differenzierter als dies noch vor 100 Jahren der Fall gewesen sei, merkte er an.

Deutschland gibt mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurück

Zudem müsse „Winnetou“-Autor Karl May ein bisschen von seinem „Heldensockel“ heruntergeholt werden. Die Klischees, die über ihn in den vergangenen Jahren verbreitet worden seien, griffen zu kurz, verdeutlichte Schleburg. May sei ein Mann mit „ganz großen Schwächen“ gewesen.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Zeremonie für die Rückführung der mumifizierten Māori-Köpfe im Ethnologischen Museum in Berlin Foto: SPK/photothek.net/Florian Gaertner

Unterdessen hat das Ethnologische Museum in Berlin zwei mumifizierte Māori-Köpfe an Neuseeland zurückgegeben. Die Rückführung sei ein „Zeichen der Versöhnung an die vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften“, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Die Rückgabe menschlicher Überreste habe bei der „Aufarbeitung kolonialen Sammlungsguts“ oberste Priorität. (zit)

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MÜNCHEN. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts steigender Corona-Zahlen vor einem erneuten Lockdown gewarnt. Es gebe „extrem negative Anzeichen“ in anderen Ländern Europas. Auch Deutschland befinde sich in einer sehr ernsten Lage. Es bestehe die Gefahr, daß die Situation außer Kontrolle gerate.

„Wir wollen keinen zweiten Lockdown. Aber ein zweiter Lockdown rückt dann näher, wenn es keinen Ruck gibt“, sagte Söder am Dienstag in einer Pressekonferenz nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts. „Wir brauchen jetzt einen Ruck, in dem wir uns ehrlich machen. In Deutschland entwickeln sich die Zahlen sprunghaft nach oben.“ Das bedeute, es sei absehbar, wie sich die Situation weiter entwickeln werde.

Er appelliere daher dringend: „Wir müssen uns jetzt mit dieser Situation national einheitlich beschäftigen!“ Es gehe nicht darum, Angst oder Panik zu verbreiten, sondern sich seriös der Situation zu stellen. Um so wichtiger sei es, daß sich die Ministerpräsidenten unabhängig von der konkreten Lage in ihrem eigenen Bundesland auf für alle einheitliche und verbindliche Regelungen verständigten.

Dreyer legt Beherbergungsverbot auf Eis

Am morgigen Mittwoch wollen die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise beraten. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll die Konferenz auf Wunsch Merkels nicht per Videoschalte stattfinden, sondern als „physisches Präsenzformat“. Ein solches Vor-Ort-Treffen hatte es zuletzt am 12. März gegeben, in dessen Folge der erste Lockdown beschlossen und verkündet wurde.

Wie die Zeitung schreibt, habe Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer Videokonferenz mit den Staatskanzleichefs die notwendige Anwesenheit der Ministerpräsidenten mit der dramatischen Infektionslage in Deutschland begründet. Man müsse eine offene Debatte führen, die „historische Dimensionen“ haben könne.

Unterdessen hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) angekündigt, das Beherbergungsverbot werde in ihrem Bundesland nicht wie geplant an diesem Dienstag in Kraft treten. „Solange die Debatte bundesweit nicht durchgeführt ist, werden wir diese Regel nicht anwenden“, sagte Dreyer laut einem Bericht der Rheinpfalz am Dienstag.

Sie hoffe deshalb auf eine einheitliche Regelung am Mittwoch. Für den Fall solle dann auch nur noch derjenige nach Rehinland-Pfalz einreisen und dort übernachten dürfen, der ein negatives Testergebnis vorweisen könne, das nicht älter als 48 Stunden sei. (krk)

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Am gestrigen Montag wurde in den USA der “Columbus Day” gefeiert. Aber nicht nur dort sondern in vielen Ländern wird Christoph Kolumbus’ Ankunft in der Neuen Welt am 12. Oktober 1492 mit einem Feiertag begangen. Gedenktage der Entdeckung Amerikas, meist als „Kolumbus-Tag“, gab es in Teilen Amerikas schon im 19. Jahrhundert.

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HOLLYWOOD. Der US-Schauspieler Richard Dreyfuss hat Anhängern der Metoo-Bewegung rückblickend vorgeworfen, bei ihrem Kampf gegen sexuelle Belästigung, Rufmord begangen zu haben. „Es hätte einen ernsthafteren, ruhigeren Ansatz gebraucht“, sagte Dreyfuss der Welt.

Die Unterdrückung und Mißhandlung von Frauen sei vor der Kampagne zu wenig diskutiert worden. Deshalb sei Rufschädigung als Mittel eingesetzt worden, „um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu bekommen“, kritisierte der Schauspieler. „Rechtsstaatlichkeit über Bord zu werfen, um Rufmord zu begehen, ist letztlich ein kindischer und selbstzerstörerischer Akt“.

Dreyfuss hält politische Korrektheit für absurd

Im Oktober 2017 war dem US-Filmproduzenten Harvey Weinstein vorgeworfen worden, mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben. Schauspielerin Alyssa Milano hatte daraufhin auf Twitter den Hashtag „MeToo“ (dt. „Ich auch!“) ins Leben gerufen, unter dem sich Frauen über solche Erfahrungen austauschen konnten. Einige Twitter-Nutzerinnen warfen dabei Männern öffentlich Straftaten vor.

Auf die Frage hin, was er von den neuen Vielfaltsregeln der Oscar-Akademie halte, betonte Dreyfuss zudem, politische Korrektheit sei absurd. Der Ausschuß des Filmpreises hatte im September angekündigt, Nominierungen für die Auszeichnung „Bester Film“ künftig an einen Diversitätszwang zu knüpfen.

Kunst dürfe nicht politisch verformt werden

Kunst dürfe nicht durch politische Kriterien verformt werden, führte der Oscar-Preisträger aus. „Kunst ist Kunst.“ Seiner Ansicht nach müsse das Publikum erwachsener werden und dies akzeptieren.

Die Forderung, daß nur noch Schwarze den dunkelhäutigen Feldherren Othello aus der gleichnamigen Tragödie des Schriftstellers William Shakespeare spielen dürften, sei eine Schande. „Wenn es darum geht, einen Film oder andere künstlerische Unternehmungen per Gesetz oder Anordnung zu designen – da mache ich nicht mit“, betonte Dreyfuss. (zit)

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STADTALLENDORF. Bei den Protesten gegen die Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst haben Waldbesetzer am Montag zwei Polizisten verletzt. Zu der gewaltsamen Auseinandersetzung kam es, als die Beamten einen Mann aus einem Versteck holten, teilte die Polizei mit.

In dem Waldstück in Mittelhessen sind seit rund zwei Wochen Holzfäller im Einsatz, um Platz für den Ausbau der A49 zu schaffen. Dagegen haben radikale Umweltschützer Widerstand angekündigt und unter anderem Behausungen im Forst errichtet. Unter den Waldbesetzern befindet sich auch die Flüchtlingskapitänin Carola Rackete. Gegenüber der taz kündigte sie an, auch nach der Rodung werde der Protest weitergehen. Die Autobahnbaustelle werde „massiv blockiert werden. Sie wird der Schauplatz für die Verkehrswende“.

Bereits am Sonnabend waren dort Beamte mit Steinen und Farbbeuteln attackiert worden. Die Täter beschädigten dabei einen Polizeiwagen, die darin sitzenden Polizisten blieben unverletzt.

 Polizeigewerkschaft fordert Distanzierung von Gewalttätern

In einem Bekennerschreiben auf dem linksextremen Portal „Indymedia“ drohten die Verfasser, der Angriff sei „eine letzte Warnung an die Bullenschweine“ gewesen. Sollte sich die Polizei nicht aus dem Wald zurückziehen, würden die Attacken heftiger werden.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Hessen, Engelbert Mesarec, machte laut Frankfurter Rundschau für die Gewalt „die gesamte Zivilgesellschaft“ verantwortlich. „Es ist an der Zeit, sich von mörderischen Anschlägen auf Väter, Mütter, Söhne und Töchter, die bei der Polizei arbeiten, zu distanzieren. Rückzugsräume für gewalttätige Rechtsbrecher müssen jetzt geschlossen werden.“ (ag)

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WIESBADEN. Die Corona-Krise hat den Ausländeranteil in Deutschland im ersten Halbjahr langsamer wachsen lassen als in den vergangenen Jahren. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, ging dadurch auch die Bevölkerungszahl in dem Zeitraum um 40.000 Personen zurück.

Nach offiziellen Angaben lebten zum 30. Juni des Jahres 83,1 Millionen Menschen in Deutschland. Dies entspricht einem Rückgang von 0,05 Prozent. Seit 2011 war die Bevölkerung in Deutschland auch teils wegen der starken Zuwanderung kontinuierlich gestiegen.

Die Nettozuwanderung habe nach vorläufigen Ergebnissen mit 74.000 Personen deutlich unter dem Wert des Vorjahres (Plus 167.000 Personen) gelegen. Gleichzeitig starben 112.000 Personen mehr als Geburten zu verzeichnen waren, so daß die verminderte Nettozuwanderung das Geburtendefizit in der ersten Jahreshälfte 2020 nicht ausgleichen konnte und es zu dem Bevölkerungsrückgang kam.

Zuwanderung sank im Frühjahr spürbar

Während die Entwicklung der deutschen Bevölkerung im ersten Halbjahr 2020 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres lag, unterschied sich die Entwicklung der nichtdeutschen Bevölkerung in Folge der reduzierten Zuwanderung deutlich stärker, vermeldete die Behörde. Im Januar und Februar war der Anstieg der ausländischen Bevölkerung noch ähnlich hoch wie in den Vorjahresmonaten.

Ab März reduzierte sich dann ihr Anstieg im Vergleich zum Vorjahr und ging im April und Mai 2020 sogar zurück. Erst im Juni, nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen und dem Wegfall der Grenzkontrollen und Einreiseverfügungen, wuchs er wieder leicht an.

„Demzufolge stieg der Ausländeranteil in der ersten Jahreshälfte 2020 mit 0,1 Prozentpunkten langsamer an als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (0,2 Prozentpunkte)“, schreibt das Bundesamt. Zum 30. Juni 2020 lag der Ausländeranteil damit bei 12,6 Prozent. (krk)

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Kanzleramtsminister Helge Braun hat das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt.

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