MoriaDas antirassistische Kitschtheater

On September 16, 2020, in Junge Freiheit, by admin

Nichts kam überraschend. Alle Ereignisse rund um das Sammellager Moria auf Lesbos folgten dem längst einstudierten Drehbuch des Kitschtheaters. Hier die nicht mehr ganz so jugendliche Naive in Gestalt von Katrin Göring-Eckardt, die ihr reines, unschuldiges und von Erkenntnis ganz und gar unbeflecktes Gemüt dadurch zum Ausdruck brachte, wieder herumzulaufen und fremde Menschen erschüttert und zutiefst bewegt anzublicken. Das zutiefst bewegte Umarmen ließ sie diesmal besser sein.

 Dann natürlich die Kulisse, vor der die Rolle der Sentimentalen überhaupt erst einen Sinn bekommt: wuselnde Menschenmassen, Statisten aus Afrika und Nahost, von Choreographen vor dem willigen Kameraauge in Szene gesetzt. Hier bunter, lärmender Orient, wenn sich Araberinnen lautstark sterbend auf dem Boden wälzen, um dann aufzustehen, wenn das Auge befriedigt, sich das Objektiv senkt. Dort die Gruppe muskulöser Schwarzer, die gelangweilt oder vielleicht auch irgendwie anklagend herumstehen.

Nirgendwo werden Stereotype so gefeiert, als im Sujet des antirassistischen Kitschtheaters. Opfer, Heldin – und natürlich der Antagonist. Das kalte Herz. Das weiße Europa. Die Brandstifter. Die Völkermörder. Zugegeben, wenn es konkret wohl der edle Wilde war, der hier das Lager niederbrannte und Menschen gefährdete, so verlangt das Drehbuch doch den zündelnden Deutschen. Durch „strukturelle Gewalt“, durch „Hetze“, durch „Rassismus“ und so weiter. Kurzum alle, denen die Inszenierung nicht gefällt.

Seehofer muß die Witzfigur im Kitschtheater spielen

Diese müssen bestraft werden. Das Publikum verlangt Rache an dem Schurken. Und Erlösung. Hier Auftritt der gütigen, weisen Frau. Die Himmlische. Lasset die Kinderlein zu mir kommen. Erst keine, wenig später 150, dann 1.500, zuletzt 3.000. Schlussendlich egal, die Zahlen sind so fiktiv und nichtssagend, wie Theaterdonner ein echtes Gewitter abbildet. Wer will Kinder schon aufhalten, die zu ihren Spielkameraden wollen. Auf neudeutsch „Party- und Eventszene“.

Wer in diesem Stück die Rolle der Knallcharge übernimmt, dürfte allgemein bekannt sein. Horst Seehofer ist so etwas wie der kleine, tollpatschige Handlanger, der zur Gaudi des Publikums gezüchtigt wird. Von der gütigen, weisen Frau. Von der jugendlichen Naiven. Eigentlich von allen. Denn sonst würde sich seine schwache, niedere Natur den dunklen, antagonistischen Kräften unseres Theaterstücks zuwenden und ihnen verfallen. Seehofer ist hier so etwas wie der letzte Deutsche. Eine Witzfigur.

Das Stück ist aus, der Vorhang fällt. Das Wandertheater ist weitergezogen. Zur nächsten Aufführung, zur nächsten Inszenierung des immer gleichen Kitsches. Zurück bleiben die Bewohner von Lesbos. Mit dem Müll und dem Dreck. Mit den verwüsteten Olivenhainen. Mit ihren Sorgen. Mit allen Dingen, die einen in der realen Welt begleiten. Und keine jugendliche Naive ist da, die ihnen die Hände drückt, die ihnen tief in die Augen blickt. Wozu auch, das ist ja kein Theaterstück.

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BERLIN. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen die Betreiberin eines koreanischen Restaurants eingeleitet. Grund dafür seien Bibelverse, die die Frau an den Wänden ihres Lokals aufgehängt hatte, berichtet die Nachrichtenagentur idea.

Unter anderem fänden sich darunter auch Verse aus dem dritten Buch Mose, in denen es heißt: „Einem Mann sollst du nicht beiliegen, wie man einem Weib beiliegt; Greuel ist dies (…) jeder, der einen von allen diesen Gereueln tut – die Personen, die sie tut, sollen ausgetilgt werden aus der Mitte ihres Volkes.“

Der Anwalt der 71 Jahre alten Wirtin Christin Park Young-Ai sagte idea, das Lokal im Stadtteil Schöneberg sei inzwischen auf Anordnung des Amtsgerichts Tiergarten durchsucht worden. Das Gericht begründete das Vorgehen mit einer angeblich „homophoben und menschenfeindlichen Haltung“ Parks. Der Jurist habe Beschwerde eingelegt und auf die Religionsfreiheit verwiesen. Die Bibel sei in Deutschland frei und unzensiert erwerbbar. „Wenn die Bibel aber in Deutschland gelesen werden darf, darf sie auch zitiert werden.“

Betreiberin sei schon mehrfach angefeindet worden

Park hatte in einem Interview mit einem christlichen Internetportal vor einigen Wochen gesagt, sie habe die Bibelstellen in ihrem Restaurant aufgehängt, da dasWort Gottes lebendig und kraftvoll sei und die Leere in den Herzen der Menschen erfüllen könne. Sie bete jeden Tag für ihre Gäste, daß sie vor deren Tod vom christlichen Glauben erfaßt würden.

Wegen der Verse und Psalmen sei sie auch schon mehrfach angefeindet worden. Sie könne es verstehen, wenn etwa Homosexuelle einige der Bibelstellen nicht gefielen. Sie hoffe jedoch, daß wenigstens einer von ihnen seine Sünde erkenne und zu Gott zurückfände. (ls)

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Wahlkampf in den USADas gespaltene Land

On September 16, 2020, in Junge Freiheit, by admin

Unmittelbar nachdem der Schwarze George Floyd am 25. Mai in Minnesota zu Tode kam, nahmen die Sympathien für die „Black Lives Matter“-Bewegung in den Umfragen sprunghaft zu – besonders bei weißen Befragten. 53 Prozent der Gesamtbevölkerung gaben an, daß sie die Bewegung unterstützen, während nur 28 Prozent sich gegen sie aussprachen.

Aufgrund der jüngsten Ereignisse, insbesondere den gewalttätigen Ausschreitungen in Städten wie Seattle, Portland und Kenosha, sank die Zustimmung für BLM jedoch wieder auf das Niveau vor der Tötung Floyds: 49 Prozent befürworteten die Bewegung, 38 Prozent lehnten sie ab.

Das liegt vor allem an einer Bevölkerungsgruppe: Während unter Schwarzen die Unterstützung seit Juni konstant bei rund 88 Prozent liegt, hat sich in der weißen Bevölkerung der Wind gedreht. Hier unterstützten im Juni 44 Prozent die Proteste, 33 Prozent verurteilten sie. Mittlerweile hat sich das Verhältnis auf 40 Prozent Zustimmung zu 47 Prozent Ablehnung gedreht.

Biden liegt konstant vorne

Diese Statistiken sind deshalb von Bedeutung, weil sie einiges darüber auszusagen vermag, wer im November das Rennen um das Präsidentenamt für sich entscheiden könnte. Seit Joe Biden der Kandidat der Demokratischen Partei ist, lag er in nationalen Umfragen kontinuierlich mit rund acht bis zehn Punkten landesweit und mit rund vier Punkten in den am stärksten umkämpften Bundesstaaten Florida, Michigan, Pennsylvania und Wisconsin vor Trump.

Nicht nur landesweit schmilzt derzeit Bidens Vorsprung (+7 Prozent), auch in einigen Swing States wie Florida und Nevada drehen sich die Umfragen zu Gunsten Trumps. Im Süden macht den Demokraten vor allem eine Bevölkerungsgruppe zu schaffen: Latinos, die in Florida immerhin 20 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen und von denen viele aufgrund ihrer kubanischen Herkunft antikommunistische Ansichten haben. In den Umfragen schrumpft zur Zeit die (noch) mehrheitliche Unterstützung dieser Bevölkerungsgruppe für die Demokraten.

Klar ist: Die aktuellen Unruhen und gewalttätigen Ausschreitungen in einigen amerikanischen Städten haben politische Bedeutung. Trump weiß, daß er zurückliegt. Deshalb hat er sein Wahlkampfteam neu aufgestellt. Er erprobt verschiedene politische Strategien und wartet ab, welche die höchsten Zustimmungswerte erhält. Auf diese Weise wurde der Bau der Mauer an der Südgrenze zu Mexiko zum zentralen Thema seines Wahlkampfs 2016.

Proteste sind ein politisches Geschenk

Vor allem aber braucht Trump angesichts der Corona-Pandemie, die seine Regierung laut Umfragen nur sehr unzureichend in den Griff bekommen hat, und angesichts eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der eine hohe Arbeitslosigkeit mit sich bringt, dringend ein Thema, mit dem er die Aufmerksamkeit von diesen Problemen auf etwas anderes lenken kann.

Die BLM-Proteste waren da politisch gesehen ein Geschenk. Die Republikaner nutzen seit jeher eine „Law & Order“-Rhetorik, und so rühmt sich auch Trump als Präsidenten für Recht und Ordnung. Diverse Redner auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im August, bei dem Trump offiziell als Präsidentschaftskandidat der Partei aufgestellt wurde, griffen dieses Thema auf. Vizepräsident Mike Pence sagte: „Die bittere Wahrheit ist, daß Sie in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein werden.“

Trump hat diese Art der Rhetorik in jüngster Zeit noch verschärft, als die Gewalt in einigen amerikanischen Städten, insbesondere in Portland im Bundesstaat Oregon, krisenhafte Ausmaße annahm. Nach Einbruch der Dunkelheit plünderten Antifa-Gruppen Geschäfte und legten eine Spur der Verwüstung. Am 29. August kam es zu einer Konfrontation zwischen einer Versammlung von Pro-Trump-Bürgerwehrangehörigen und BLM-Demonstranten.

Bewaffnete auf beiden Seiten

Beide Seiten waren bewaffnet, zwischen ihnen stand die Polizei. Ein Mitglied der Pro-Trump-Miliz „Patriot Prayer“ wurde dabei erschossen. In der Woche zuvor wurde in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin der 17jährige Kyle Rittenhouse festgenommen. Der bewaffnete Pro-Trump-Protestler hatte zwei Menschen getötet, nachdem er zuvor von Antifas angegriffen worden war.

In Kenosha hatten sich schwere Ausschreitungen entzündet, weil die Polizei den Afro-Amerikaner Jacob Blake, der sich seiner Festnahme widersetzte, beim Einsteigen in sein Auto in den Rücken schoß. In seinem Fahrzeug wurde ein Messer gefunden. Trump goß zusätzlich Öl ins Feuer, indem er dem demokratischen Gouverneur von Wisconsin und dem Bürgermeister von Portland die Schuld an der Gewalt zuschob.

Trump sieht eindeutig einen politischen Vorteil darin, die Erinnerung an diese Ereignisse wachzuhalten, um die Aufmerksamkeit von Themen abzulenken, bei denen Biden profitieren könnte. Im Hinblick auf die starke Präsenz bewaffneter Pro-Trump-Bürgerwehren fragen sich manche politischen Beobachter zudem besorgt, was im November im Falle einer knappen, angefochtenen Wahl geschehen könnte.

Trumps Strategie geht bislang nicht auf

Wird Trump versuchen, angesichts der Gewalt auf den Straßen einen knappen Wahlsieg Bidens anzufechten und unterstellen, man habe mittels einer manipulierten Briefwahl Wahlbetrug begangen? Andererseits sind die Zweifel an der Briefwahl durchaus berechtigt, wie Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit gezeigt haben. Interessant in diesem Zusammenhang: Laut einer CNN-Umfrage wollen 68 Prozent der Trump-Wähler lieber persönlich im Wahllokal wählen. Nur auf 21 Prozent der Biden-Unterstützer trifft das zu.

Bisher jedenfalls scheint Trumps Strategie nicht aufzugehen. Die „Black Lives Matter“-Bewegung ist dezentral organisiert und hat keine landesweiten Anführer, die Trump aufs Korn nehmen könnte. Das Problem ist, daß die weißen Wähler, die ihm 2016 einen knappen Wahlvorteil gegenüber Clinton verschafften und eine ablehnende Haltung gegenüber BLM vertreten, ja bereits auf seiner Seite stehen. Trump wird letztlich hoffen müssen, daß die Meinungsumfragen wieder einmal alle falschliegen.

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Prof. Dr. Elliot Neaman lehrt europäische Geschichte an der University of San Francisco.

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OXFORD. Das Anthropologie-Museum Pitt Rivers in der englischen Stadt Oxford hat beschlossen, seine Sammlung von Schrumpfköpfen und anderen menschlichen Überresten nicht mehr auszustellen. Die Maßnahme sei Teil einer umfassenden Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe des Museums, teilte es mit. Dieser Schritt sei beispielhaft für die Dekolonisation weitere Einrichtungen in Großbritannien.

Eine Befragung der Besucher habe ergeben, daß sie einige Exponate als Beleg für die Grausamkeit und Primitivität anderer Kulturen werteten. Die Ausstellungsstücke hätten somit „rassistische und stereotype Denkweisen“ geschürt, statt ein tieferes gegenseitiges Verständnis zu vermitteln. Das widerspreche den heutigen Werten der Bildungsanstalt.

Museum will Schrumpfköpfe zurückgeben

Schrumpfköpfe, sogenannte Tsantsas, wurden von einigen indigenen Bewohnern Südamerikas aus den Köpfen getöteter Feinde hergestellt und konserviert. Die Stücke im Pitt Rivers gehören zu einer 130 Jahre alten Sammlung und befinden sich nun in einem Lager. Sie soll nach Südamerika zurückgebracht werden.

Zudem wolle das Museum weltweit Kontakt mit den Nachkommen ethnischer Gruppen aufnehmen, um darüber zu beraten, wie mit weiteren Objekten aus ihrer Kultur umgegangen werden soll. Am ehemaligen Ausstellungsplatz der Stücke seien nun Informationen darüber zu finden, weshalb die entfernten Exponate mit rassistischen Ideen von Über- und Unterlegenheit verbunden seien. (zit)

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BERLIN. Die zugesagte Aufnahme von mehr als 2.500 Flüchtlingen aus Griechenland geht den Grünen nicht weit genug. Die Menschen auf der Insel Lesbos müßten evakuiert werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt im ARD-„Morgenmagazin“.

„Diese Evakuierung kann man nicht unterscheiden, so wie es die Bundesregierung macht, in die, die schon das Asylverfahren hinter sich haben, und die, die nicht.“ Statt dessen müsse man schauen, wie man die Migranten auf die EU-Mitgliedsstaaten verteile. „Ich bin dafür, daß man sagt: ‘Diejenigen, die wollen, sollen bitte vorrangehen. Und die anderen sollen dafür dann mitbezahlen.’“ Das gelte beispielsweise für Länder wie Ungarn.

„Aber ich stelle mir vor, daß auch Regionen in Europa, daß Städte sagen können: – so wie in Deutschland die 172 Städte – ‘Wir nehmen auf’ und dann dafür europäische Mittel bekommen“, erläuterte die Grünen-Politikerin.

Grüne: Moria nicht wieder aufbauen

Bereits zuvor hatte Göring-Eckardt sich dagegen ausgesprochen, ein Lager wie das abgebrannte in Moria wieder zu errichten. „Die Trümmer von Moria sind die Trümmer eines Systems, das wir so nie wieder aufbauen dürfen“, mahnte sie gegenüber dem Nachrichtenportal T-Online. Die Lager seien überfüllt, weil die Verfahren in Griechenland so lange dauerten. Deshalb sollten die Migranten nach einem kurzen Gesundheits- und Sicherheitscheck schnell innerhalb Europas verteilt werden.

Kritik kam dagegen vom Wirtschaftsrat der CDU. Generalsekretär Wolfgang Steiger warnte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern könne „falsche Signale“ senden.

Humanitäre Hilfe sei sehr wichtig, müsse aber „vor Ort auf den Inseln“ stattfinden, wie die griechische Regierung das selbst wünsche. Zudem brauche es eine gesamteuropäische Lösung. Was es nicht geben dürfe, sei ein „Aufbruchsignal an Millionen Menschen in der Türkei“.

Seehofer: Bin nicht zur Aufnahme gedrängt worden

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verteidigte den deutschen Alleingang bei der Flüchtlingsaufnahme. „Mich hat niemand gedrängt“, sagte der CSU-Politiker laut der Nachrichtenagentur dpa vor einer Sitzung des Innenausschusses des Bundestages. „Wenn ich überzeugt bin, dass etwas nicht geht, dann mache ich es auch nicht.“

Mit Blick auf die Forderungen von Grünen, SPD und Linkspartei, die Bereitschaft vieler Kommunen zur Aufnahme weiterer Migranten zu nutzen, sagte er: Wer dies fordere, müsse auch nach Italien, Malta, Spanien und auf den Balkan schauen, wo es viele weitere Asylsuchende gebe – und dann hierzulande erläutern, „daß Deutschland ein Aufenthaltsort ist für all diese Flüchtlinge“ (krk)

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BRÜSSEL. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine stärkere Senkung des Treibhausgasausstoßes in der Europäischen Union gefordert. Statt der bislang angepeilten 40 Prozent sollte deren Ausstoß, im Vergleich zu 1990, bis 2030 um 55 Prozent reduziert werden, sagte sie am Mittwoch während ihrer ersten Rede zur Lage der EU in Brüssel.

„Ich weiß, daß diese Erhöhung unseres Einsparziels für manche zu viel ist, und für andere zu gering. Aber unsere Folgenabschätzung hat eindeutig ergeben, daß unsere Wirtschaft und Industrie dies bewältigen können. Und sie wollen das auch“, betonte die Christdemokratin.

Sie mahnte eine weltweite Vorbildrolle der Europäischen Union für den Klimaschutz an. „Wir haben mehr Nachweise, daß das, was gut für das Klima ist, auch gut ist für Unternehmen und gut für uns alle.“ Wirtschaftsverbände hingegen kritisieren die geplanten Maßnahmen.

Von der Leyen arbeitet an neuem Migrationspakt

Von der Leyen kündigte zudem an, in der kommenden Woche den Migrationspakt der EU voranzutreiben. Sie führte aus, daß Länder, die bei der Seenotrettung von Migranten „ihre gesetzliche und moralische Pflicht erfüllen“ oder besonders von der Einwanderung betroffen seien, sich auf die Solidarität der gesamten EU verlassen könnten.

Der Pakt sieht einen „umfassenden, nachhaltigen und krisenfesten Rahmen zur Handhabung der Asylverfahren und der Migration in die EU vor“, heißt es in einem zweiseitigen „Fahrplan“ des Vorhabens vom Juli. Er werde „die gesamte Migrationsroute vom Herkunftsland über die Transitstaaten bis zum Ankunftsland in der EU abdecken“.

Lob für Proteste in Weißrußland

Außerdem werde die EU einen Aktionsplan gegen Rassismus unterbreiten. Dazu gehöre, die Gesetze zur Gleichstellung zu stärken. „Wir werden unser Budget nutzen, um Diskriminierung in Bereichen wie dem Arbeitsmarkt, Wohnungssuche und Gesundheitspflege zu bekämpfen“,  führte von der Leyen aus.

Angesichts der Proteste in Weißrußland gegen den dortigen Machthaber Aleksander Lukaschenka äußerte von der Leyen: „Die Europäische Union ist auf der Seite der belarussischen Bevölkerung. Der unglaubliche Mut der Menschen, die sich friedlich am Unabhängigkeitsplatz versammeln oder am Marsch der Frauen teilgenommen haben, hat uns alle beeindruckt.“ Sie verurteilte das gewaltsame Vorgehen der Regierung gegen die Demonstranten. (ag)

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ATHEN. Eine Woche nach der Brandstiftung im griechischen Aufnahmelager Moria ist auch auf der Insel Samos nahe Kurz über Moria-Migranten: „Werden deutschem Weg nicht folgen“ ein Feuer ausgebrochen. „Es brennt am Rande des Registrierzentrums“, sagte der Bürgermeister des Ortes Vathy, Giorgos Stantzos,der Deutschen Presseagentur am Dienstag abend. „Noch brennen keine Zelte, aber ich bin besorgt.“

Internationalen Nachrichtenagenturen zufolge meldeten lokale Radiosender wenige Stunden nach Ausbruch des Feuers, daß es unter Kontrolle gebracht sei. Der Wind habe es weg vom Lager einen Berg hinauf getrieben.

Mehrere Männer festgenommen

Die Polizei nahm mehrere Männer wegen des Verdachts der Brandstiftung fest, berichtete demnach der Radiosender Thema 104.6. Um wen es sich bei den Verdächtigen konkret handelte und welche Motive sie verfolgten, war jedoch zu nächst unklar.

In dem Aufnahmelager in Vathy auf der Insel Samos leben griechischen Behörden zufolge rund 4.600 Migranten, was das Siebenfache von dem sei, wofür es ausgelegt worden war. Am Dienstag waren in dem Camp zwei Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Ähnliches geschah vergangene Woche im größten der fünf Aufnahmelager auf den ägäischen Inseln. In Moria auf der Insel Lesbos war bei mehrere Migranten das Coronavirus nachgewiesen worden, woraufhin die Behörden das Camp unter Quarantäne stellte. Daraufhin hatten Lagerbewohner an mehreren Stellen Feuer gelegt. Das Camp brannte fast vollständig ab.

Griechische Politiker warnen vor „Moria-Taktik“

Griechische Politiker warnten seitdem vor der „Moria-Taktik“, wonach Migranten ihre Aufnahmelager auch auf den Inseln Samos, Chios, Leros und Kos anzünden könnten, um auf das Festland oder nach Mittel- und Nordeuropa zu gelangen.

Der griechische Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis hatte am Montag mit Blick auf Forderungen nach einer Aufnahme in andere EU-Länder verdeutlicht: „Es besteht kein Zweifel, daß Moria von einigen hyperaktiven Flüchtlingen und Migranten verbrannt wurde, die die Regierung erpressen wollten, indem sie Moria niederbrannten und ihre sofortige Umsiedlung von der Insel forderten.“

Knaus: Griechische Regierung setzt auf Abschreckung

Der Leiter der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative, Gerald Knaus, vermutet gegenüber der Welt hinter solchen Äußerungen vor allem Abschreckung: „Die griechische Regierung hat Angst davor, daß jetzt, wo es keine Einigung mehr mit der Türkei gibt, die türkische Regierung sehr, sehr viel mehr Migranten auf die griechischen Inseln schicken würde, wenn die Menschen aus Moria evakuiert werden würden.“

Knaus, der als Vordenker des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei gilt, forderte, die EU müsse sich nun entscheiden: „Entweder sie akzeptiert, daß es unwürdig ist, Menschen in solch schrecklichen Bedingungen leben zu lassen und sie als Abschreckung zu mißbrauchen.“ Dann müsse neu verhandelt werden. „Oder die Politik akzeptiert, daß die fürchterlichen Zustände, in denen Migranten auf den griechischen Inseln leben müssen, als Abschreckung dienen sollen. Damit würde die EU aber offen zeigen, daß sie die Menschenrechtsabkommen nicht mehr einhält.“

Bundesregierung nimmt Tausende Moria-Migranten auf

Die Bundesregierung hatte am Dienstag zugesagt, in einer ersten Phase mehr als 1.500 Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, Deutschland werde 408 Familien aufnehme, die bereits durch Griechenland als Schutzberechtigte anerkannt worden seien. Es gehe um 1.525 Migranten. Hinzu kommen nach Angaben Seiberts noch 150 minderjährige Asylsuchende, deren Aufnahme Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereits am Freitag zugesagt hatte. 53 unbegleitete, minderjährige Migranten seien bereits nach Deutschland geholt worden.

„Die Aufnahme von 243 behandlungsbedürftigen Kindern sowie ihren Kernfamilien ist bereits in der Umsetzung. Dies betrifft insgesamt voraussichtlich mindestens 1.000 Personen, von denen mehr als 500 schon in Deutschland sind. Die Gesamtzahl der Menschen, die Deutschland von den griechischen Inseln übernimmt, beläuft sich dementsprechend auf etwa 2.750 Personen.“

Doch darin erschöpft sich der Aufnahmewille der Bundesregierung noch nicht. Für die übrigen Migranten von Lesbos strebe die Regierung „eine weitergehende europäische Lösung mit anderen aufnahmebereiten Mitgliedsstaaten“ an. Dabei „würde sich Deutschland zusätzlich in einem angemessenen Umfang entsprechend der Größe unseres Landes beteiligen“, sagte Seibert. (ls)

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LONDON. Die britische Schriftstellerin J.K. Rowling sieht sich erneut mit Transphobie-Vorwürfen konfrontiert. Ihr neuer Kriminalroman „Troubled Blood“ (deutscher Titel: Böses Blut), der am Dienstag in Großbritannien erscheint, handelt von einem Serienkiller, der sich als Frau verkleidet, wenn er seinen Opfern nachstellt. Zahlreiche Kritiker warfen ihr vor, damit Haß gegen Transgender zu schüren. Unter dem Hashtag #RIPJKRowling („Ruhe in Frieden, J.K. Rowling“) erklärten sie die Karriere der Autorin für beendet.

Die britische Tageszeitung The Telegraph hatte den fünften Teil der „Comoran“-Reihe, die unter Rowlings Pseudonym Robert Galbraith erscheint, vorab besprochen und gefolgert, die Moral daraus laute: „Traue nie einem Mann im Kleid“.

Nutzer hoffen auf Karrie-Ende

„Im Gedenken an J.K. Rowling. Sie ist nicht tot, aber sie hat ihre eigene Karriere vernichtet, indem sie stolz Transgender gehaßt hat und es würde sie sowieso niemand großartig vermissen“, schrieb ein Nutzer.

Die britische Sketch-Autorin Siobhan Thomspon forderte J.K. Rowling dazu auf, den Mund zu halten und warf der „Harry Potter“-Schöpferin vor, Transmenschen den Tod zu wünschen.

Kritik an „Twitter-Generation“

Die Autorin Suzanne Moore kritisierte Twitter dafür, einen Hashtag zuzulassen, der Morddrohungen und Frauenhaß offenbar legitimiere. Sie forderte die Nutzer dazu auf, sich unabhängig von ihrer Position zu Rowling gegen diese Form von verbalen Attacken zu stellen.

Auch Robbie Coltrane, der den Halbriesen „Hagrid“ in der „Harry Potter“-Filmen gespielt hatte, stellte sich hinter Rowling. „Ich glaube nicht, daß das, was sie sagte, wirklich beleidigend war. Ich weiß nicht warum, aber es gibt eine ganze Twitter-Generation von Leuten, die herumhängen und darauf warten, sich beleidigt zu fühlen“, sagte er der Zeitschrift RadioTimes.

Rowling hatte schon mehrfach für Empörung gesorgt, weil sie sich für einen biologischen statt einen sozialen Geschlechterbegriff ausgesprochen hatte. Zuletzt hatte sie sarkastisch auf einen Beitrag reagiert, in dem von „menstruierenden Menschen“ die Rede war.

Weil sie diese Gruppe als Frauen bezeichnet hatte, war ihr unterstellt worden, „transphob“ zu sein. Daraufhin war sie als „Schlampe“, und „Feminazi“ beleidigt worden. Zudem hatten Twitter-Nutzer gefordert, ihre Bücher zu verbrennen. (zit)

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Sowohl türkische und als auch griechische Medien haben einen militärischen Routinewettbewerb zwischen amerikanischen und griechischen Soldaten als angebliches Manöver lanciert. Als Folge kam es zu einer erneuten scharfen Kontroverse zwischen den Streithähnen vom Mittelmeer – völlig unnötig, wie die DWN herausfanden.

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Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

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