DerTagesschau“-Redakteur Patrick Gensing hat sich wahnsinnig über den „Presseclub“-Auftritt seines Journalisten-Kollegen Alexander Kissler vom Cicero-Magazin geärgert. Der hatte in der sonntäglichen ARD-Gesprächsrunde nämlich „behauptet“, daß es in Berlin Gegenden gäbe „wo sich die Polizei gar nicht mehr hineintraut, weil dort die sogenannten Autonomen das Straßenrecht ausführen“. Das wollte Gensing, der laut eigenen Angaben früher selbst „Antifa-mäßig unterwegs“ war, nicht auf Berlin und der linksradikalen Szene sitzen lassen.

Wie praktisch, daß er einen Job als „Faktenfinder“ beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat, wo er auf dem von ihm geleiteten Online-Portal der „Tagesschau“ auch nach Herzenslust ausleben kann, was er darunter versteht. So konnte Gensing sich und seinem Ärger Erleichterung verschaffen, indem er den für ihn offenbar so schwer verdaulichen Auftritt Kisslers im einstigen „Internationalen Frühschoppen“ seiner sehr speziellen Prüfung unterzog.

Gleich zu Beginn seines „Analysetextes“ bemängelt der selbsternannte Kämpfer gegen Fake-News und Desinformationen, daß der Cicero-Autor in der Sendung keine konkreten Beispiele genannt habe, in welchen Vierteln die Linksextremisten die Straße beherrschen würden. Deshalb wühlte sich der große Suchende der ARD, dessen Gespür für die Wahrheit so feinsahnig ist, daß er die AfD für das politische Klima in Deutschland „derzeit gefährlicher als die NPD“ hält, einmal mehr durch Statistiken, von denen er offenbar selbst weiß (und an verschiedenen Stellen immer wieder betont), daß ihre Aussagekraft oft nur eine sehr relative ist. Aber das macht sie ja eben so wunderbar und vielseitig interpretierbar. Je nachdem, welches Narrativ gerade geformt und geframt werden soll.

Gewalt gegen Polizisten nehme ab

Immerhin weiß der staatlich finanzierte Journalist im Ersten, der immer zur Stelle ist, wenn es darum geht, vermeintlich fehlerhafte Aussagen über die linksextreme Szene richtig zu stellen, wo er theoretisch suchen muß, wenn es um die Gewalt geht, die von diesem Milieu ausgeht. So berichtet er von Angriffen auf Polizisten sowie größeren Polizeieinsätzen in der Rigaer Straße in Friedrichshain. Auch gesteht Gensing ein, daß es laut dem Berliner Senat Steinwürfe „auf Polizei-Kraftfahrzeuge in dieser Straße gegeben habe“. Ob die Polizisten während dieser Steinwürfe in den Einsatzwagen saßen oder alle gerade beim Essen, beim Kniebeugen-Training oder auf Nazi-Jagd waren, erläutert der journalistische Punkrocker und Fakten-Interpret nicht.

Dafür stellt er fest: Die „Statistiken zeigen insgesamt aber keine steigenden Zahlen über Angriffe gegen Polizisten“. In der Polizeilichen Kriminalstatistik hieße es für 2019 sogar „wörtlich, die Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte sei zurückgegangen“. Bei den insgesamt 6.656 erfaßten Fällen seien 1.447 Polizisten verletzt worden, sieben davon schwer.

„Den größten Teil der erfaßten Fälle machen sogenannte Widerstandsdelikte aus. Wie viele von diesen Fällen tatsächlich zu einer rechtskräftigen Verurteilung führten, geht aus der Statistik nicht hervor.“ Die Zahl der rechtskräftigen Verurteilten dürfte tatsächlich deutlich geringer sein. Schließlich ist die Berliner Justiz längst ähnlich rotgefärbt, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das von ihm verbreitete Weltbild. Außerdem hat bei solchen „Widerstandsdelikten“ grundsätzlich immer nur eine Seite das Opfer-Abo.

Attacken auf Polizeigebäude als Kinkerlitzchen

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, scheint Gensing allen besorgten Bürgern und Journalisten-Kollegen zuzurufen, wenn er schreibt: „Die Statistik der politisch motivierten Kriminalität zeigt ebenfalls keinen Anstieg der Gewaltdelikte.“ Was er uns mit der Feststellung sagen will, daß „mehr als die Hälfte der Fälle“ im Jahr 2019 und im Jahr davor „sogar bei fast 75 Prozent“ der Taten, „im Zusammenhang mit Demonstrationen“ standen, bleibt ein Rätsel. Vermutlich aber sowas wie: In der Hitze des Gefechts kann es mit einem Demonstranten eben schon mal durchgehen. Was auch halb so schlimm ist, solange seine politische Motivation eine gute und keine rechte ist.

„Zudem erfaßt die Statistik ‘Polizeibedienstete sowie deren Einsatzmittel und Polizeigebäude’ als Angriffsziel der linken Szene“, heißt es in dem „Tagesschau“-Text. In diesem Kontext seien 308 Fälle erfaßt worden, im Vorjahr waren es 324. „Wie sich die Fälle lokal verteilen, welche Ziele wie oft betroffen waren und welche Schäden es gab, wird nicht ausgewiesen“, schreibt Genosse Harmlos weiter und man hat den Eindruck, daß er sich mit solchen Kinkerlitzchen wie linksextremistischen Angriffen auf „Einsatzmittel und Polizeigebäude“ eigentlich auch gar nicht wirklich befassen will.

Gegen Ende seiner unfaßbaren Verharmlosung der politischen Straftaten von links, die jeder Leser selbst ja einmal in Relation zu seinen strengen Urteilen über alles, was aus der rechten Ecke kommt, setzen kann,  zitiert der „Faktenfinder“ noch die Berliner Polizei selbst. Die erklärt auf dessen Nachfrage – Oh Wunder! – nicht, daß ihre Beamte alles Angsthasen seien oder man politisch gewollt in bestimmten Bezirken die öffentliche Ordnung gar nicht mehr gewährleisten könne, sondern: „Im Ergebnis ermitteln wir so Orte mit höherem Fallzahlenaufkommen und steuern Einsatzkräfte gezielt in diese Bereiche, um effizient die Kriminalität an diesen Orten bekämpfen zu können. An Art und Schwere der Delikte bemißt sich im Einzelfall die Einsatzkräftezahl. Diese Herangehensweise hat für das komplette Stadtgebiet Bestand.“

Statistiken seien verzerrt

Diese Antwort war dem ARD-Journalisten und Anti-Rechts-Blogger aber wohl noch nicht schwammig genug, um den Panikmacher vom Cicero endgültig zu widerlegen. Deshalb faßt er die Erklärung noch einmal in seinen eigenen Worten zusammen: „Identifiziert die Polizei lokale Kriminalitätsschwerpunkte, zeigt sie mehr Präsenz – im Einzelfall mit mehr Einsatzkräften – und dies in der gesamten Stadt, also in allen Bezirken und Vierteln der Stadt.“

Jetzt hätte man natürlich nachhaken können, wo im „Einzelfall“ mehr Einsatzkräfte anrücken müssen, was im Allgemeinen der Grund dafür ist und wie viele es von diesen „Einzelfällen“ genau gibt. Aber das hätte die Gefahr beinhaltet, daß der Faktenfinder tatsächlich Fakten findet und seinen ganzen – zumindest geistig – bereits verfaßten Schwurbel-Text in die Tonne hätte hauen können. Deswegen erklärt er seinen Lesern zum Schluß lieber noch, daß das mit der gestiegenen Migrantenkriminalität der letzten Jahre und dem ganzen Mord und Totschlag in Berlin auch alles nicht so schlimm ist, wie viele denken. Statistiken, die anderes nahelegten, seien „verzerrt“ worden, weil „beispielsweise beim islamistischen Anschlag auf den Breitscheidplatz zahlreiche Überlebende als vollendete Tötungsdelikte aufgeführt wurden“.

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DÜSSELDORF. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen verzeichnet zunehmende Konflikte zwischen türkisch-arabischstämmigen Clans und neu eingereisten Migranten aus Syrien. Damit hat sich eine Einschätzung des Landeskriminalamts bestätigt, teilte das Innenministerium auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion mit. Berichte der einzelnen Polizeibehörden dokumentierten diese Auseinandersetzungen im kriminellen Milieu an Rhein und Ruhr.

Zugleich betonte Innenminister Herbert Reul (CDU), die schwarz-gelbe Landesregierung habe mit ihrer neuen Strategie gegen die Clankriminalität erste Erfolge erzielt. „In der Bevölkerung wird wahrgenommen, daß Rechtsverletzungen Konsequenzen haben. Das führt zu Verunsicherung der Clans und stört ihre Geschäftsinteressen, weil sie feststellen, daß sie weiter im Fokus der Polizei stehen.“

Aussteigerprogramm für Clan-Jugendliche sei Erfolg

Zudem habe das im April gestartete Aussteigerprojekt „Kurve kriegen“, das sich an jugendliche Clanmitglieder wendet, bereits elf Personen aufgenommen. Das wertete das Ministerium als Erfolg. „Kurve kriegen“ unterscheide sich von ähnlichen Projekten, da der Einstieg in die Clans in der Regel über die Geburt erfolge. An fünf Standorten im Ruhrgebiet kümmerten sich Pädagogen um die Heranwachsenden.

Nordrhein-Westfalen gilt als eines der Schwerpunktgebiete der Clankriminalität. Seit vergangenen Dezember soll die „Sicherheitskooperation Ruhr“ den Kampf gegen die zumeist türkisch-arabischen Großfamilien verstärken. (ag)

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Stefan Kruecken, Leiter des „Ankerherz“-Verlags, stellt sich seit Jahren gegen die AfD. Für ihn sind die Sympathisanten der Partei „braune Vollidioten“, wie er vergangenen Sommer in der Hamburger Morgenpost kundtat. Man solle ihnen nicht zuhören, ein Dialog sei unmöglich. Seine Meinung unterstützt auch Kapitän Moralapostel, Jürgen Schwandt.

Er schreibt für Krueckens Verlag, stets Bedacht darauf, kein gutes Haar an der AfD zu lassen. Sie trage eine Mitschuld an „rechtsextremem Terror“ und „vergifte“ das gesellschaftliche Klima. Auf der Seite von Ankerherz forderte er den „Rausschmiß der Faschisten aus den Parlamenten“.

Doch die Anti-Rechts-Haltung des Verlags reicht noch lange nicht aus, um die linke Welle zu reiten. Kruecken blieb in der Vergangenheit trotz aufrechter Bemühungen, die vermeintlich richtige Meinung zu vertreten, von Kritik nicht verschont.

Kruecken kritisierte mehrfach Gewalt gegen Polizisten

Der Verlagsleiter hatte es gewagt, sich während der G20-Proteste 2017 gegen die linksextremen Übergriffe auf die Polizei zu positionieren. Besonders angesichts der aktuellen „Black Lives Matter“-Bewegung könnte diese Sünde seine Vertreibung aus dem Gesinnungsparadies bedeuten. Kruecken betont, politisch weder rechts noch links zu sein. Seiner Auffassung nach ist er „die Mitte“. Linksextreme sehen das anders, für sie ist er ein „neoliberales Arschloch“.

Jüngst habe er nun abermals den Zorn der „Antifa“ auf sich gezogen, erzählte der Verlagsgründer am Dienstag dem Stern. Er hatte vergangene Woche auf Facebook geschrieben, er halte die Vorwürfe von strukturellem und institutionellem Rassismus in der deutschen Polizei für falsch. Er glaube nicht an ein pauschales Rassismusproblem bei über 300.000 Einsatzkräften.

Linksextreme wünschen Kruecken den Tod

Den Beitrag hat Kruecken mittlerweile gelöscht, die Folgewirkungen seiner Aussage kann er jedoch nicht so einfach wegklicken. Er habe hunderte Haßbotschaften und Drohungen erhalten und sei nun auf eine „Feindesliste“ von Linksextremen gesetzt worden. Sie hätten ihm mitgeteilt, daß er nun unter Beobachtung stehe.

Er sei „gefährlicher als die AfD“, weil er „der Polizeigewalt aus der vermeintlich linken Ecke kommend Vorschub leiste“, zitierte Kruecken eine der Nachrichten im Stern. Zudem würden die Verfasser ihm den Tod wünschen. Etwa habe ihn die Aufforderung erreicht, sich „im Keller aufzuhängen“. Doch die Wut richte sich nicht nur gegen ihn selbst, sondern auch gegen sein Unternehmen. Laut Kruecken hat die Polizei ihm Objektschutz für das Verlagsgebäude in Niedersachsen angeboten.

„Volksverpetzer“ richtet abschätzigen Brief an „Ankerherz“

Auf dem Blog „Volksverpetzer“ veröffentlichte der Autor Stephan Anpalagan am vergangenen Montag einen offenen Brief an „Ankerherz“. Darin warf er dem Unternehmer vor, „rechtsradikale Personen“ zu verharmlosen. Konkret meinte er damit Bernd Lucke, denn Kruecken hatte sich gegen die Störungen der Vorlesungendes Ex-AfD-Chefs durch die „Antifa“ ausgesprochen. Anpalagan warf in dem Schreiben süffisant die Frage auf, ob der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke, Krueckens Meinung nach auch ein legitimer demokratischer Politiker sei. Er solle seine Kinder doch von dem Ex-Lehrer unterrichten lassen, wenn er es syrischen Austauschstudenten zumuten wolle, sich Luckes (Wirtschafts-)Vorträge anhören zu müssen.

Die Tatsache, daß Kruecken seinen Facebook-Beitrag gelöscht hat, zeigt, wie sich der Verleger linkextremer Deutungshoheit beugt. Er ist abermals Opfer eines nicht enden wollenden linken Meinungsmarathons geworden, bei dem stets das Ziel ist, sich gegenseitig von links zu überholen – und wie im aktuellen Fall, schon für ein minimales Abweichen von der Strecke gerügt wird.

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BERLIN. Die Ministerpräsidenten der Länder haben den Weg frei für die geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags gemacht. Der dafür notwendige Staatsvertrag wurde am Mittwoch von den Regierungschefs unterschrieben. Er sieht einen Anstieg der Rundfunkgebühren von derzeit 17,50 Euro pro Monat um 86 Cent auf 18,36 Euro vor. Allerdings müssen hierfür noch sämtliche Länderparlamente zustimmen. Ist dies der Fall, kann die Erhöhung 2021 in Kraft treten.

Es gibt jedoch auch Widerstand gegen die steigenden Gebühren. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, lehnt einen solchen Schritt mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ab. „Die GEZ-Erhöhung muß gestrichen werden! Der Rundfunkbeitrag darf 2021 nicht noch weiter steigen! In einer Zeit, in der Tausende Arbeitnehmer um ihren Job bangen und in Kurzarbeit sind, ist keinem zu erklären, warum der Rundfunkbeitrag steigt“, kritisierte er Anfang Mai. Die AfD fordert sogar eine Aussetzung der Gebühren.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident segnet Erhöhung ab

In Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es zudem bislang noch keine sicheren Mehrheiten für die Erhöhung. „Wir hatten eigentlich die klare Linie: Erst mal keine Gebührenerhöhung mit uns“, sagte der medienpolitischen Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion, Jörg Kellner, Ende Mai dem Deutschlandfunk. Man wolle sich in der Frage aber mit Sachsen und Sachsen-Anhalt absprechen. „Die Corona-Krise spielt mit eine Rolle, denn: Den Bürgern jetzt noch mal was zuzumuten, ist schon grenzwertig. Aber es ändert nichts an dem Grundsatz, daß sich in den Anstalten was verändern muß, Einsparungen zum Beispiel“, gab Kellner zu bedenken.

Als sich im März die Ministerpräsidenten auf die Erhöhung verständigten, enthielt sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in der Abstimmung. Der heutige Staatsvertrag wurde aber auch von ihm unterzeichnet. (krk)

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Ethnischer Krieg, Vergeltungsakt oder Versagen von Staat, Sicherheitskräften und Justiz? Diese Frage stellt sich nach einem von einer Gewaltorgie überschatteten Wochenende in Dijon.

Am 10. Juni wurde in der burgundischen Hauptstadt ein 16jähriger Tschetschene von Dealern maghrebinischer Herkunft zusammengeschlagen, lebensgefährlich verletzt und mit den Worten bedroht: „Wir lassen dich leben, damit du den anderen sagen kannst, daß wir das gleiche mit jedem von ihnen machen werden.“ Über die sozialen Netzwerke organisierten sich daraufhin Tschetschenen aus ganz Frankreich, Belgien und Deutschland, um diese Tat zu räche.

Am Abend des 12. Juni marschierten rund hundert Tschetschenen mit Säbeln, Messern und Baseballschlägern bewaffnet auf eine Shisha-Bar im Zentrum der Stadt zu, die als Anlaufstelle der Drogenhändler gilt. Die Tschetschenen schlugen die Bandenmitglieder in die Flucht. In der folgenden Nacht fuhren die Tschetschenen zur Einschüchterung mit ihren Autos durch das Immigrantenviertel Les Grésilles. Bei einem Schußwechsel wurde der Pächter einer Pizzeria schwer verletzt. Sonntag nacht trafen die beiden Gruppen wieder aufeinander. Ein alkoholisierter Bewohner des Viertels raste mit seinem Auto auf die Tschetschenen zu, überschlug sich und wurde schwer verletzt.

Tschetschenen wenden sich in Videobotschaften an Einwohner

Der Präfekt des Département Côte d’Or, Bernard Schmeltz, rief Einheiten der Kriminalpolizei und weitere Sicherheitskräfte zur Verstärkung nach Dijon. Am Montag kamen noch 110 Soldaten der mobilen Gendarmerie hinzu. Dennoch kam es in Les Grésilles zu einer Zerstörungsorgie durch die lokalen Banden, an der nach Angaben des Präfekten keine Tschetschenen teilnahmen.

Hier ein Zusammenschnitt einiger Szenen aus #Dijon #Gresilles

pic.twitter.com/69GIcThzcp

— Andreas Hallaschka (@Hallaschka_HH) June 16, 2020

Die erklärten in Videobotschaften an die Bewohner Dijons, daß sie keine Zerstörung, sondern lediglich Gerechtigkeit wollten. Die Randalierer dagegen präsentierten sich in Videos selbst als „Arabermafia“: Sie patrouillierten mit Pistolen und Kriegswaffen. Sie zerschossen alle Überwachungskameras im Viertel, so daß die Sicherheitskräfte nicht mehr verfolgen konnten, was dort geschah, setzten zahlreiche Fahrzeuge und öffentliches Eigentum in Brand.

Erst nachdem die Eliteeinheit der Polizei, der RAID, eintraf, kehrte oberflächlich Ruhe ein. Frieden zwischen den Gegnern brachten jedoch erst die Verhandlungen im Garten der Moschee von Quétigny in der Nacht des 16. Juni. Die Vertreter der Maghrebiner gestanden ihre Schuld ein und entschuldigten sich, die Vertreter der Tschetschenen nahmen an.

Linksextreme greifen Le Pens Wagen an

Der sozialistische Bürgermeisters von Dijon, François Rebsamen, erklärte Montag, daß er „wie alle Dijoner das schöne Viertel Les Grésilles, in das er viel Geld investiert habe, sehr möge“ und rief die „‘Jugendlichen’, die Autos anzünden und Barrikaden errichten“ dazu auf, nach Hause zu gehen“, denn er habe vom Innenminister mehr Polizisten zugesagt bekommen. Nur die Polizei „könne für Sicherheit im Viertel sorgen, nicht die ‘Jugendlichen’“. Zugleich betonte er, Marine Le Pen sei in der Stadt nicht willkommen.

Linksextremisten bewarfen Le Pens Fahrzeug am Dienstag auf dem Weg durch die Stadt ungestraft mit Steinen. Le Pen machte die Linke und die bürgerliche Rechte gleichermaßen für „die monströse Realität, zu der 30 Jahre ideologische Verirrungen geführt haben“ verantwortlich. Sie forderte ein sofortiges Immigrationsmoratorium und die sofortige Auflösung der mafiösen Netzwerke. „Die Geheimdienste müssen sich im Herzen der Viertel festsetzen, die Steuerprüfungen müssen methodisch durchgeführt werden, um die Schieflage zwischen deklariertem Einkommen und einem unglaublichen Lebensstil offenzulegen, die Aufenthaltsgenehmigungen müssen entzogen, das Recht auf Asyl aufgehoben, Aufenthaltsverbote verhängt und Ausweisungen vollzogen werden.“

Politiker leugnet ethnischen Krieg

Innenminister Castaner dagegen kündigte lediglich an: „Falls Ausländer an der Störung der öffentlichen Ordnung beteiligt waren, werden wir systematisch, im Rahmen der verwaltungsrechtlichen und rechtlichen Verfahren, die Ausweisungsmöglichkeiten prüfen.“  Der prominente linksradikale Politiker Jean-Luc Mélenchon, der vor wenigen Tagen noch die Polizei wegen ihres strukturellen antiarabischen und antiafrikanischen Rassismus abschaffen wollte, resümierte: „Eine Bande von Tschetschenen griff ein benachteiligtes Viertel an und verbreitet dort Terror. Diejenigen von ihnen, die Asylbewerber sind, müssen abgeschoben werden. Man kommt nicht nach Frankreich, um sich mit Waffen oder Eisenstangen auf der Straße zu schlagen. In Dijon gibt es keinen ethnischen Krieg. Der Inlandsgeheimdienst müßte mehr auf Personen acht geben, die aus Kriegsgebieten kommen, wie die Tschetschenen. Dort legt man sich schlechte Gewohnheiten zu, die nicht zu denen friedlicher Gesellschaften wie der unsrigen passen.“

Die Ereignisse in Dijon führen das totale Versagen der politischen Elite vor Augen, die seit Jahrzehnten Kriminalität als afrikanisch-maghrebinische Folklore wuchern läßt. Durch die Ankunft der Tschetschenen erfahren die Kriminellen nun gewaltsamen Widerstand. Der französische Staat schaut nur zu.

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LANDAU. „Wir lassen uns nicht einschüchtern!“ So lautete die Überschrift einer Pressemitteilung am 6. Juni des Kreisverbandes der Linkspartei in Landau in Rheinland-Pfalz. Grund für die Stellungnahme: Am Nachmittag desselben Tags war beim Schatzmeister des Kreisverbandes Landau/Südliche Weinstraße, Daniel Emmerich, so berichtet die Rheinpfalz, eine Morddrohung eingegangen.

Ein handschriftliches Schreiben und vier Gewehrpatronen waren in seinen Briefkasten eingeworfen worden. Bedroht wurden in dem Brief der Schatzmeister selbst und drei weitere Genossen, zwei davon sind Abgeordnete des Stadtrates. Emmerich erstattete Anzeige.

„Eins ist klar: Von solchen Aktionen lassen wir uns weder einschüchtern, noch von unserem Engagement gegen Faschisten, Rassismus und Menschenfeindlichkeit abbringen“, erklärte die Linke in der Pressemitteilung. Und sofort vermuteten die Genossen, daß diese Morddrohung nur aus einer Ecke stammen könne: „Rechter Terror hat in Deutschland Hochkonjunktur. Denn diese Morddrohung erreicht uns ein Jahr nach dem Mordanschlag an Walter Lübcke, der nichts weiter tat, als sich für eine humane Flüchtlingspolitik einzusetzen, dem antisemitischen Terror in Halle und dem rassistischen Anschlag in Hanau! Solche Taten werden möglich, wenn Parteien wie AfD, NPD, Dritter Weg und parteilose Strukturen wie die Identitäre Bewegung, PEGIDA et cetera, fleißig Haß schüren!“ Die Empörung endete mit den Worten: „Kein Fußbreit dem Faschismus.“

Täter war Linken-Mitglied

Einen Tag später leitete die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren ein und die Fahnder des zuständigen Polizeipräsidiums Rheinpfalz konnten schnell einen Erfolg vorweisen: Tatverdächtig ist ein früheres Mitglied der Linkspartei. „Der 63 Jahre alte Beschuldigte hat nach einer Durchsuchung seines Anwesens in Kandel am Abend des 15. Juni 2020 eingeräumt, das Schreiben verfasst und mit den vier Patronen, die er noch aus seiner Zeit als Sportschütze in Besitz gehabt habe, in den Briefkasten des Anzeigeerstatters eingeworfen zu haben“, erklärt Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer.

„Als Motiv gab er an, daß die Partei aufgrund der zu erwartenden Berichterstattung wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden könne.“ Auslöser sei die Berichterstattung über eine Demonstration in Stuttgart gewesen, bei der es zu Sachbeschädigungen gekommen war und tags darauf zwei Mitglieder einer Gewerkschaft schwer verletzt wurden. „Eine Umsetzung der Bedrohung habe er nicht beabsichtigt“, gab er laut Generalstaatsanwaltschaft an.

Diese Entwicklung versuchte die Linke abermals mit einem Pressestatement zu kommentieren: „Am heutigen Dienstag, den 16.06.20, gab uns die zuständige Ermittlungsbehörde aus Ludwigshafen vorerst Entwarnung: Der Täter sei gefaßt und gehöre nicht dem rechtsextremen Spektrum an. Die Ermittlungen laufen dennoch weiter. Erst wenn diese endgültig abgeschlossen sind, kann etwas zum Motiv der Tat gesagt werden. Auf Nachfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Koblenz wurde bekannt, daß der Täter erschreckenderweise ein ehemaliges Mitglied unserer Partei ist.“

Staatstragend geht es weiter: Man wolle den Stand der Ermittlungen nicht durch Mutmaßungen und Spekulationen beeinträchtigen, man verurteile die Tat aufs Schärfste und was es an politischen Floskeln noch so gibt. Um dann zu behaupten: „Unsere Partei steht für die offene Demokratie, den solidarischen Umgang und das gelebte friedliche Miteinander.“ So ändert sich der Ton, wenn der Täter aus dem eigenen Spektrum stammt.

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BERLIN. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz hat eine Bitte um Entschuldigung der Bundesregierung bei den Nachkommen der Herero und Nama angekündigt. „Das wird auf hochrangiger Ebene stattfinden sowie in einer angemessenen Form und einem würdigen Rahmen. Dabei wird auch klar benannt, um was es geht: den Völkermord an den Herero und Nama“, äußerte er gegenüber dem Tagesspiegel.

Bislang hatte sich Deutschland gegen den Begriff „Völkermord“ gewehrt aus Sorge vor Reparationsforderungen. Ungeachtet der Frage nach finanzieller Wiedergutmachung sagte Polenz deutsche Investitionen in den Gebieten der beiden afrikanischen Volksgruppen im heutigen Namibia zu. „Fest steht, daß die Bundesrepublik in den Gebieten der Herero und Nama ins Gesundheitswesen, in die Berufsausbildung und andere Projekte der Infrastruktur investieren will.“ Außerdem solle eine „gemeinsame Erinnerungskultur“ erarbeitet werden, kündigte der Christdemokrat an, der Unterhändler in den Verhandlungen ist. Er hoffe, daß sich daraus langfristig ein „neues Bewußtsein für die deutsche Geschichte“ entwickle.

Bundesregierung gab Gebeine zurück

Namibias Präsident Hage Geingob hatte jüngst vor dem Parlament in Windhuk behauptet, ein erstes deutsches Angebot über zehn Millionen Euro als „Beleidigung“ abgelehnt zu haben. Das Auswärtige Amt kommentierte die Aussage nicht.

Vor dem Ersten Weltkrieg besaß das Deutsche Reich in Afrika die Kolonien Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Togo und Kamerun. In Deutsch-Südwest schlugen Kolonialtruppen zwischen 1904 und 1908 Aufstände der Herero und Nama nieder. Laut Schätzungen kamen dabei 50.000 bis 70.000 Angehörige der Volksgruppen ums Leben.

Im August 2018 gab Deutschland die Gebeine von Herero und Nama an Namibia zurück. Dabei erneuerten Vertreter des afrikanischen Landes ihre Reparationsforderungen. Seit 2013 laufen die Verhandlungen über mögliche Entschädigungen. (ag)

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Trump plant die Reduzierung der amerikanischen Truppenverbände in Deutschland und kassiert dafür im eigenen Land sowie hierzulande Häme und heftige Kritik. Eine historische, vielleicht nicht so schnell wiederkehrende Gestaltungsgelegenheit angesichts eines für Veränderungen offenen US-Präsidenten bleibt so leider ungenutzt.

Daß Unionspolitiker den Truppenabzug verurteilen, verdeutlicht einerseits, wie es um die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr im Verteidigungsfall bestellt ist und zeigt andererseits ein gestörtes Verständnis konservativer Politik. Selten wurden Selbstaufgabe, Eindimensionalität und Ideenlosigkeit des konservativ-bürgerlichen Lagers in der Bundesrepublik so deutlich wie in dem Umstand, daß es 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs anscheinend immer noch nur zwei polare Möglichkeiten sieht: Abhängigkeit von Washington oder Abhängigkeit von Moskau.

Auf ein drittes Modell, eine selbstbewußte Deutsche Selbstständigkeit, scheint man erst gar nicht zu kommen oder winkt ängstlich überfordert ab. Daß linke Parteien (zwar aus ideologischem Antiamerikanismus heraus) einen Abzug der US-Truppen begrüßen, während schwarz-rot-gold-wedelnde Parteien, die sich einst die Verteidigungspolitik auf die Fahnen geschrieben hatten, einen solchen ablehnen, erscheint grotesk.

Peinlich und unwürdig

Die konservativen Gründerväter der Bundesrepublik und Gestalter der Wiederbewaffnung mußten die einst vom ersten Nato-Generalsekretär Lord Hastings formulierte Gleichung „Die Russen draußen, die Amerikaner drin und die Deutschen unten halten“ angesichts der nun Mal kurz zuvor militärisch geschaffenen Fakten akzeptieren. Daß sich selbst als konservativ verstehende Politiker diese Formel nach 1990 immer noch akzeptieren und sogar festigen, ist einfach nur peinlich und unwürdig.

Als Patriot und Konservativer duldet man nicht die Präsenz Zehntausender fremder Truppen im eigenen Land, sondern setzt alles daran, die Verteidigung des Staates durch das eigene Staatsvolk, also den aus ihm entstammenden Streitkräften zu gewährleisten. Eine Nation ist nicht voll souverän, wenn auf ihrem Gebiet 35.000 oder „nur“ 25.000 Soldaten eines anderen Landes stationiert sind.

Ein kompletter Abzug aller US-Truppen – und folgerichtig aller britischen Verbände – bedeutet zudem nicht zwangsläufig eine Konfrontation oder gar Feindschaft zu den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Und auch von einem Austritt aus der Nato sollte keine Rede sein. Als Regionalmacht und Exportnation mit Scharnierfunktion zwischen West- und Osteuropa wäre es töricht, dem mächtigsten Militärbündnis der Welt den Rücken zu kehren.

Bundeswehr aufstocken

Nein, Deutschland bleibt Verbündeter und Partnerland. Es nimmt nur die Aufgaben der Koalition innerhalb seines Staatsgebiets selbst wahr. Flugbasen, Krankenhäuser sowie Kommunikations- und Logistikzentren können auch von deutschen Soldaten betrieben werden. In Abstimmung mit den Nato-Verbündeten, mit denen man ohnehin in verschiedenen Ländern immer wieder zusammen trainiert.

Dazu ist – und das markiert einen zutreffenden Punkt – die Bundeswehr momentan strukturell, personell und materiell nicht in der Lage. Dann muß man sie in die Lage versetzen, anstatt vor Herausforderungen und politischem Gegenwind vorauseilend zu kapitulieren. Die momentane politisch verschuldete Aufstellung ist kein Argument gegen einen Abzug aller ausländischer Streitkräfte, sondern gibt lediglich einen Zeitrahmen vor, in dem der Abzug und eine parallellaufende Aufstockung und Umstrukturierung der Bundeswehr zur Befähigung der Aufgabenübernahme abgeschlossen sein sollten.

Anstatt sich also gegen einen amerikanischen Abzug auszusprechen, sollten sich konservative Politiker lieber verstärkt für eine massive Erhöhung der Militärausgaben einsetzen. Hier muß der klare Unterschied zur Linkspartei liegen, die zwar den Abzug der US-Truppen begrüßt, aber gleichzeitig den Wehretat kürzen will, die Bundeswehr diffamiert und zersetzt und einen Nato-Austritt fordert.

Eigene Atomwaffen

Die berühmten und viel diskutierten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts als Nato-Beitrag und der bisherige  Verteidigungshaushalt können dabei nur als absolute Mindestwerte gesehen werden. Das Geld für eine massive Erhöhung ist vorhanden. Man müßte es nur aus den prallgefüllten Töpfen für Einwanderung, Gender-Irrsinn und linksradikale Vereine abziehen.

Auch eigene deutsche Atomwaffen, die die amerikanischen auf deutschem Boden ersetzen, dürfen dabei kein Tabu bleiben. Verträge wie der Atomwaffensperrvertrag sind keine Naturgesetze und der zu erwartende scharfe Protest linker Parteien wäre vielmehr eine Chance, mal wieder wirklich konservatives eigenes Profil zu zeigen, anstatt der Demoskopie hinterherrennend bei SPD und Grünen zu wildern.

Wie kritisch selbst freie konservativ-liberale Medien außerhalb des Mainstreams und Teile der AfD die US-Abzugspläne sehen, zeigt zudem, daß auch hier erheblicher Diskussionsbedarf darüber besteht, was genau man unter einer auf die Erhaltung des Nationalstaats ausgerichteten Politik versteht und wie eine verstärkte Verantwortungsübernahme in der Sicherheitspolitik überhaupt aussehen soll.

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FRANKFURT/MAIN. Nach einem Protest von Asylsuchenden in Frankfurt am Main hat die Stadt angekündigt, ihren Forderungen teilweise nachzukommen. Die Einwanderer hatten sich unter anderem über zu schlechtes W-Lan, zu geringe Stromkapazitäten, zu kleine Wohnungen und zu wenig Privatsphäre beschwert.

Auch den Standort der modularen Unterkünfte auf dem Gelände des Alten Flugplatzes Bonames im Norden der Stadt sahen die Bewohner als ungeeignet an, berichtete der Hessische Rundfunk. „Wir werden einfach aufgefressen von Spinnen, von Ameisen, von allem möglichen.“ Zudem sei die Krätze ausgebrochen.

Bei einer mehrstündigen Demonstration am vergangenen Mittwoch blockierten rund 100 Bewohner Straßen in Bonames und im Stadtteil Kalbach und versuchten, mit Sprechchören auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Dabei sei es zu „ungewöhnlich aggressivem Verhalten“ der Bewohner gegenüber den Mitarbeitern des Diakonischen Werks gekommen, wie die Frankfurter Rundschau (FR) schrieb.

Bewohner brachten eigene Elektrogeräte mit und lehnten Gespräch ab

Laut dem Sozialdezernat leben in den modularen Unterkünften in dem Naturschutzgebiet 333 Personen, vor allem Familien aus Syrien und Afghanistan. Die Wohnungen waren 2016 errichtet worden und sollten drei Jahre genutzt werden. Mittlerweile hat das Regierungspräsidium Darmstadt diesen Zeitraum um weitere zwei Jahre bis Ende 2021 genehmigt.

Für jede Familie stünden zwei Herdplatten zur Verfügung, mehr sei nicht möglich, da die Stromversorgung über ein Trafohäuschen geregelt werde. Einige Bewohner hatten der Behörde zufolge zusätzliche Elektrogeräte beschafft, was zu einer Überlastung des Netzes führte. Man habe die Einwanderer zu einem Gespräch ins Sozialdezernat eingeladen, was diese aber ausgeschlagen hätten.

Instandhaltungsarbeiten im Wert von mehreren Hunderttausend Euro

Die Behörde wies diese Woche auch daraufhin, daß sie bereits 2019 mit umfangreichen Instandhaltungsarbeiten im Wert von mehreren Hunderttausend Euro begonnen habe. So seien alle Dächer gewartet worden, obwohl nur bei einigen von ihnen Wasser in die Wohnungen gelangt sei.

Immer wieder protestieren Asylsuchende gegen ihre Unterbringung in bestimmten Gebäuden. In Bremen hatten im April mehrere Dutzend Einwanderer demonstriert, woraufhin 100 der 600 Migranten aus der Erstaufnahmeeinrichtung in einer Jugendherberge unterbracht wurden. (ls)

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Herr Frielitz, Sie haben das Kriegsende vor 75 Jahren miterlebt ….

Walther Frielitz: Ja – eine Kugel habe ich mir aber erst am 17. Juni 1953 in Thüringen eingefangen, obwohl ich gar nicht von dort stamme.

Wie das?

Frielitz: Mein Großvater war Schuhfabrikant in Waldenburg bei Breslau. Als gelernter Kaufmann hatte der Vater gemeinsam mit meinem Onkel zwar die Firma mit etwa achtzig Angestellten übernommen. Doch beide erhielten 1944 doch noch ihre Gestellung – und sind im Kriege geblieben. Als dann 1945 die Rote Armee näher kam, entschied der Großvater: „Es geht ein Lazarettzug nach Westen, und ihr fahrt mit! Ich konnte Fahrkarten für euch ergattern!“ Ich war neun, und es war ein enormer Anblick. Der Zug bestand aus vielen, vielen Waggons und wurde von zwei Lokomotiven gezogen! Verwundete, Rot-Kreuz-Personal und nur Flüchtlingsfamilien mit Kindern durften mit.

Sie konnten also vergleichsweise „komfortabel“ fliehen?

Frielitz: Ja, aber als wir uns bei den Halten die Füße vertraten, wunderte ich mich: Was liegt denn da in Reih und Glied unter Decken? – Es waren tote Soldaten! Jedesmal lud man die Verwundeten aus, die die Strapazen des Transports nicht überstanden hatten oder ihren Wunden erlegen waren. In der Eile wurden sie einfach auf den Bahnsteig gelegt und weiter ging die Fahrt – bloß weg von den Russen! Nahe Gera, nämlich im thüringischen Weida, wurden wir ausgeladen. Und so blieb uns erspart, von den Russen überrollt zu werden. Denn Thüringen haben die Amerikanern erobert und erst später im Tausch für West-Berlin den Russen übergeben.

„Das waren furchtbare Bilder“

War das dann nicht ein Schock?

Frielitz: Schlimm war, daß die Russen den Leuten die Tiere aus dem Stall holten. Das haben die Amis nicht gemacht. Was nicht heißt, daß sie nicht gestohlen hätten: In Weida wurden die Flüchtlinge verteilt, und wir wurden in einem Rittergut im nahen Mosen einquartiert, dessen Besitzer in den Westen geflohen war. Als die Amerikaner kamen, nahmen sie dort einfach alles mit, was wertvoll war. Als sie Thüringen dann räumten, warnten ausgerechnet sie uns vor den „diebischen Russen“. Doch zu Recht, denn die stahlen nun aus dem Rittergut, was den Amis nicht wertvoll genug gewesen, also eigentlich alles, was nicht niet- und nagelfest war.

Die russischen Soldaten waren auch gefährlich, vor allem für die Frauen. Jedenfalls wurden die Amerikaner von ihrer Armee gut verpflegt, da fiel sogar für uns Kinder manchmal etwas ab. Die Russen dagegen mußten rauben oder Kohldampf schieben. Das waren überhaupt ganz, ganz arme Menschen. Wir wurden Zeuge, wie sie ihre eigenen Soldaten behandelten: Unmenschlich, absolut unmenschlich! Parierte einer nicht oder hatte vielleicht gestohlen, wurde er unbarmherzig geprügelt! Ich dachte: Mein Gott, die schlagen ihre eigenen Leute tot! Nun, sie schlugen sie halbtot und danach ließen sie die armen Teufel blutüberströmt, bewußtlos auf der Straße liegen. Das waren furchtbare Bilder.

Sie waren eine bürgerliche Kaufmannsfamilie. Hatten Sie keine Angst vor Verfolgung durch die Russen und nach Gründung der DDR 1949 durch die SED?

Frielitz: Ach, wir hatten ja alles verloren, unser Haus, die Fabrik, alles weg. An Politik haben wir gar nicht gedacht, wir waren mit Überleben beschäftigt! Meine Mutter war froh, als wir vier Kinder wieder auf eine Schule gehen konten. Als ich später eines Tages, es war der 17. Juni 1953, aus der Berufsschule kam, ging es um wie ein Lauffeuer: „Hast du gehört? Streik in Berlin! Und in Gera geht es auch los! Da müssen wir hin!“ Schon kamen ein paar Kraftfahrer mit ihren Lkw, die bereit waren, die Streiks zu unterstützen und alle, die mitmachen wollten, nach Gera zu karren.

Aber Sie sagten doch, Sie seien unpolitisch gewesen.

Frielitz: Das waren doch alle. Kapitalismus, Kommunismus – die meisten verstanden gar nicht, was das ist. Aber daß man vor dem Kommunismus Angst haben mußte, das hatten inzwischen alle gelernt – und was das für welche waren!

„Aus den Fenstern flogen Akten und die SEDler flohen“

Rolf Steininger: 17. Juni 1953. Jetzt im JF-Buchdienst bestellen

Nämlich?

Frielitz: Bei der SED waren viele zwielichtige Leute untergekommen – alle denen nicht zu trauen war, die andere betrogen, keine Moral hatten. Die Kommunisten gaben ihnen Vorteile und Einfluß, wenn sie mitmachten. So kam das Unterste nach oben – liederliche Typen, die die Leute piesackten. Und wer dagegen aufmuckte, riskierte Lager!

Also sind Sie auf einen Lkw aufgesprungen?

Frielitz: Auch um zu gucken, was denn in Gera passierte. Unterwegs sahen wir zwei Männer, die an einer Litfaßsäule Plakate für den Sozialismus anbrachten. Wir, rechts ran und die beiden gepackt! Dann haben sie den zwei den Eimer mit Leim über den Kopf gekippt.

Sie waren beteiligt?

Frielitz: Nein, ich blieb auf meinem Lkw. Aber es ist ja nichts Schlimmes passiert, die Beleimten wurden unter Hohngelächter weggejagt. In Gera bin ich mit den anderen abgesprungen. Du meine Güte! Da ging es vielleicht bereits zu! Wir kamen ans „Haus der Jugend“: Die SED- und FDJ-Leute flüchteten durchs Fenster. Die Demonstranten warfen ihnen alles hinterher: Papiere, Akten, Bücher, Telefone, die dann wegen der Kabel gegen die Hauswand krachten.

Andere sah ich ein Auto mit fünf Personen anhalten, wohl Genossen, und umkippen, so daß die fünf bedröppelt herauskrochen. Vor dem Gefängnis steuerte ein Wagemutiger seinen Lkw mit Vollgas rückwärts gegen das Tor: Ruuums! Da krachten die Flügel aus den Angeln! Die Wachmannschaft warf die Gewehre weg und floh. Und schon kamen die ersten Häftlinge heraus. Während die versammelte Menge begeistert johlte und jubelte. Das war eine Stimmung, das können Sie sich nicht vorstellen! Dann aber kamen die Russen: Plötzlich dieses Dröhnen der Panzer! Da wird einem schon anders.

„Einer sprang auf den Panzer und zertrümmerte das MG“

War Ihnen denn nicht klar, daß diese natürlich eingreifen würden, um die Entmachtung der SED zu verhindern?

Frielitz: Doch, die ganze Zeit schon hatte ich das befürchtet, denn ich wußte, daß Gera eine Garnison hatte. Allerdings wußten sie wohl erst nicht so recht, was tun. Und schon sprang ein Tollkühner auf den ersten Koloß, schwang einen schweren Hammer und schlug dem Russen das MG krumm und zertrümmerte die Scheiben der Guckschlitze. Der Panzer drehte den Turm, um ihn herunterzufegen – aber der Kerl war behende.

Dann rollte der Russe vors Gefängnistor, um die Bresche zu blockieren. Doch schnell plazierte man den Lkw im Inneren an der Mauer und stellte denn Kipper schräg, und ein anderer Lkw tat es von außen ebenso – so daß die Häftlinge mit Hilfe dieser „Rampe“ über die Mauer klettern konnten. Die Menge war begeistert! Aber die Russen wurden immer mehr und nun hörte man auch Schüsse. Mir war klar: Nichts wie weg!

Das war bereits das Ende in Gera?

Frielitz: Das weiß ich nicht, denn ich bin auf einen Lkw, der zurück nach Weida brauste. Dort ging es inzwischen auch los: Als wir ankamen, war die ganze Stadt auf den Beinen und vor dem Rathaus versammelt. Reden wurden gehalten. Mir war jedoch klar, bald würde hier das gleiche wie in Gera passieren. So kam es: Ein russisches Fahrzeug nach dem anderen fuhr ein, und es wurde aus diesen heraus geschossen!

Sicher, wir warfen auch Steine, aber das war nicht so schlimm. Allerdings weiß ich nicht, ob die Russen jemanden getroffen haben. Ich kam zu einem Haus, aus dem Kommunisten verjagt wurden. Die hatten aber wohl vorher noch Hilfe gerufen, denn jetzt kam die Volkspolizei, wie die DDR-Sicherheitskräfte hießen. Und die – also Deutsche! – schossen über die Köpfe der Leute hinweg und manche auch auf die Straße vor uns, um uns zu vertreiben. Und da traf plötzlich ein Schlag mein Bein!

„Wildfremde Leute besuchten uns“

Die Kugel, von der Sie anfangs sprachen?

Frielitz: Sie prallte wohl vom Pflaster ab, fuhr mir durchs Bein, zum Glück am Knochen vorbei, und durchschlug es: Sie guckte also auf der anderen Seite heraus. Da ich aber weghumpelte, rutschte sie zurück in die Wunde. Ich flüchtete mich in eine Arztpraxis. Doch dort, wie dann im Krankenhaus, wohin der Arzt mich schickte, war zu meinem Erschrecken bereits alles voller Blut! Das so dick auf dem Boden stand, daß es quietschte, wenn man darüber ging. Ich weiß nicht, wie viele Tote es gab, im Krankenhaus starb jedenfalls einer.

34 Aufständische wurden am 17. Juni erschossen, sieben danach hingerichtet, acht starben in Haft. Wurden Sie bestraft?

Frielitz: Zum Glück nicht. Aber zunächst befürchtete man im Krankenhaus, sie würden mich abholen, weshalb sie mich zwei Nächte im Keller versteckten. Als ich wieder raus durfte, war der Mann, der zunächst neben mir gelegen hatte, gestorben. Es war Alfred Walter. Mein Gott, er war gerade mal um die dreißig und erst aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt. Mir ging es erst mal gar nicht besser. Ein Eintritts- und ein Austrittsloch – bis dann der Arzt darauf kam, daß die Kugel gar nicht durchgegangen, sondern zurückgerutscht war und also immer noch im Bein steckte!

Jeden Tag kamen nun wildfremde Leute, um uns Verletzte zu besuchen. Die fremden Besucher brachten uns Alkohol und Lebensmittel mit – so viele Eier auf einmal hatte ich noch nie! Offiziell waren es Krankenbesuche, tatsächlich aber Solidarität mit uns Opfern und stiller Protest gegen das Scheitern des Aufstands. Der ja in der ganzen DDR von der Roten Armee schnell niedergeschlagen worden war.

Auch wenn Sie damals spontan mitgemacht haben, wie verstehen Sie heute die politischen Ziele des 17. Juni?

Frielitz: Das war Haß – wirklich der blanke Haß auf die Russen und die Kommunisten, also auf die, die uns unterdrückten, vor denen man ständig Angst haben mußte. Die sich aufspielen konnten und immer das Beste für sich nahmen, während wir Bürger zurückstehen und mit Mangel leben mußten.

„Erinnere ich an den 17. Juni, werde ich nur abgewimmelt“

Andernorts, etwa in Berlin, ging es auch um die Wiedervereinigung Deutschlands.

Frielitz: Davon habe ich in Gera und Weida nichts gehört – und das hat mich auch nicht interessiert. Mir ging es darum, diese Kommunisten loszuwerden, die uns trietzten und beim Absahnen stets ganz vorne waren. Das waren einfach gefährliche Leute.

Sind die Kommunisten von heute andere Menschen?

Frielitz: Das mag sein, zumindest vor den damaligen Kommunisten mußte man sich hüten – und die Linke ist nur die umbenannte SED! Ich habe erlebt, wie diese Leute sind, wenn sie sich nicht mehr verstellen müssen. Deshalb wäre es auch so wichtig, daß weiter an den 17. Juni erinnert wird! Doch das interessiert ja die Jungen heute nicht mehr. Als ich viel, viel später nahe Stuttgart lebte, lud mich ein Schulrektor ein, um von meinen Erlebnissen zu erzählen. Hinterher sagte er mir, nie zuvor sei es so ruhig im Saal gewesen! So gebannt haben die Schüler gelauscht.

Daraufhin lud mich ein weiterer Direktor ein, mußte mich aber wieder ausladen – das Thema war wohl doch nicht gewollt. Und wenn ich hier zu unseren Lokalzeitungen gehe und sage: Machen Sie doch zum Jahrestag mal etwas über den 17. Juni! Dann werde ich nur abgewimmelt. Es ist eine Schande!

Walther Frielitz Foto: privat

Ich habe deshalb einen Gedenkstein gestiftet, der an den getöteten Alfred Walter und die Verletzten des 17. Juni erinnert. 2012 haben wir ihn in Weida eingeweiht. Das ist sehr wichtig! Wenn Politik, Medien und Öffentlichkeit diesen Tag dem Vergessen preisgeben, dann müssen wir eben an ihn erinnern!

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Walther Frielitz wurde 1936 im niederschlesischen Bad Salzbrunn geboren, flüchtete 1945 nach Thüringen und 1957 aus der DDR in den Westen, wo er Generalvertreter der Allianz in Sindelfingen wurde. 2012 erschien seine Broschüre: „Was geschah am 17. Juni 1953 in Weida?

JF 25/20

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