Seit Wochen geht es drunter und drüber, wenn nach oder mit Corona die Frage nach den Modalitäten der (Wieder-)Öffnung der Schulen ansteht. Klar ist: Das zweite Schulhalbjahr 2019/20 bleibt ein Fragment. Seit Mitte März haben Deutschlands Schüler je nach Altersstufe zwischen 200 und 300 Unterrichtsstunden verloren. Dieser Ausfall entspricht einem Viertel bis Drittel eines Schuljahres.

Die Folgen sind gravierend, wenngleich sie durch großzügige Notengebung abgepolstert werden. Zumal für Grundschüler, bei denen es um den Erwerb grundlegender Kulturtechniken geht, sind 200 ausgefallene Stunden ein Rückstand, der kaum aufzuholen ist. Das Wort von einer „verlorenen Generation“ macht die Runde. Diese Diagnose mag überzeichnet sein, aber sie gilt zumindest für viele Kinder aus „bildungsfernen“ Elternhäusern, in denen kein oder kaum Deutsch gesprochen wird.

All dies ist schon bedenklich genug. Hinzu kommt nun, daß es keine klaren Konzepte gibt, wie die Defizite beseitigt werden könnten. Es ist ein Hin und Her; die Frage, ob ein regulärer Schulbetrieb sofort oder im Spätsommer möglich sein wird, beantwortet man derzeit mal so, mal so.

Friedrich-Ebert-Stiftung will aufs Sitzenbleiben verzichten

„Ich gehe davon aus, daß auch nach den Sommerferien Schule nicht direkt unter den üblichen Bedingungen stattfinden kann“, orakelt die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), die zugleich Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) ist. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat empfohlen, die Schulen so bald wie möglich wieder zu öffnen – schrittweise und nach Jahrgangsstufen differenziert.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte noch Ende April vor der Öffnung von Schulen, hält sich in dieser Frage mittlerweile aber sehr zurück. Star-Virologe Christian Drosten hält eine Öffnung der Schulen für riskant, als „Privatperson“ ist er aber dafür. Zugleich plädiert er für wöchentliche Tests für Lehrer und Erzieher. Der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher spricht sich für eine Öffnung der Schulen vor den Sommerferien aus – und zwar ohne Abstandsregeln. Begründung: Man könne bis dahin Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und habe die langen Ferien als Sicherheitspuffer.

Nicht der Weisheit letzter Schluß ist, was die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung anmahnt: Die Schulen müßten sich auch für die Zeit nach den Ferien auf Fernunterricht einstellen. Dann könnten den Schülern, die keine eigenen Tablets haben, Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden. Weniger Noten sollen vergeben, auf das Sitzenbleiben gleich ganz verzichtet werden.

In den Schulen muß umfassend getestet werden

Nun ja, mit egalisierender Uralt-Ideologie ist es nicht getan. Es geht darum, daß die Schüler möglichst rasch wieder Präsenzunterricht bekommen – übrigens auch um des sozialen Lernens wegen. Über ausgereifte Hygienekonzepte hinaus sind konkrete Maßnahmen vonnöten.

Erstens: In den Schulen muß umfassend getestet werden. Die Kapazitäten liegen brach. Pro Woche könnten laut RKI 965.000 Tests durchgeführt werden, genutzt wurden zuletzt 382.000. Die Krankenversicherungen wollen Tests an Patienten ohne Symptome nicht bezahlen.

Dann muß eben der Staat einspringen, denn Bevölkerungsschutz ist dessen Aufgabe. Bei einem Test-Kostenvolumen von derzeit 250 bis 300 Millionen Euro pro Monat und angesichts von dreistelligen Milliardenbeträgen, die mit Corona anfallen, geht es hier um ein Prozent davon und um vernünftig ausgegebenes Geld. Es wäre unverantwortlich, diese Kapazitäten nicht für Alters- und Pflegeheime und eben für Schulen sowie Kitas zu nutzen. Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Verordnung vorgelegt, welche die Ausweitung von Tests auch ohne Symptome vorsieht.

Gymnasium in Neustrelitz testet zweimal wöchentlich

Die Tests sollen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlt werden. Das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz darf hier durchaus „Schule machen“. Dort unterziehen sich seit Mitte Mai 80 Prozent der Schüler und Lehrer montags und freitags freiwillig einem Test. Tags darauf erhalten sie das Ergebnis vom Rostocker Biotech-Unternehmen Centogene. Bislang waren alle rund 3.000 Proben negativ. Die Kosten von rund 40 Euro pro Test trägt das Unternehmen.

Zweitens: Vielleicht ist mit einer regelmäßigen Testung auch ein anderes Problem, das bei Eltern für Verärgerung gesorgt hatte, gelöst: Rund 20 Prozent der Lehrer ließen sich von der Präsenzpflicht freistellen, weil sie entweder über 60 Jahre alt oder schwanger sind, eine Vorerkrankung haben oder mit Personen aus einer der Risikogruppen zusammenleben.

Eine Reform des Unterrichts ist notwendig

Darüber hinaus haben sich manche Lehrer, auf die diese Kriterien nicht zutreffen, krank gemeldet. Richtigerweise wird mittlerweile ein (amts-)ärztliches Attest verlangt. Im übrigen ist Lehrern wie Vertretern anderer kontaktreicher Berufe zu empfehlen, sich im Herbst gegen Influenza impfen zu lassen – nicht weil das gegen Corona helfen würde, sondern weil eine gleichzeitige Erkrankung an Influenza und Corona lebensbedrohlich ist.

Drittens: Es ist im Schuljahr 2020/21 einiges nachzuholen. Deshalb empfiehlt sich eine angemessene Kürzung der insgesamt 75 Werktage Ferien auf etwa 65; eine (Wieder-)Einführung des Samstagsunterrichts, zum Beispiel zweiwöchentlich, womit innerhalb eines Schuljahres rund 20 Schultage gewonnen wären; ferner eine Renaissance eines dynamischen Unterrichtsstils und ein Zurückstellen „moderner“, zeitraubender Formen des Unterrichts.

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Josef Kraus war von 1987 bis 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

JF 24/20

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Berlin. Samstag 14 Uhr, Potsdamer Platz – gähnende Leere. Hier sollte eine NPD-Demonstration stattfinden. Doch nur ein paar schwarz gekleidete Radfahrer mit einer einsam im Wind flatternden Antifa-Fahne stehen herum wie bestellt und nicht abgeholt.
Ganz anders das Bild auf dem Berliner Alexanderplatz: Hier geht nichts mehr – rund 15.000 Menschen, ebenfalls in Schwarz, sind zur Silent-Demo gekommen. Doch so still wird es dann doch nicht werden. Und friedlich auch nicht.

„Black Lives Matter“, was soviel heißt wie: schwarze Leben zählen, brüllen die Demonstranten und „Nazis raus!“ Nach dem Tod des US-Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis wollen die Demonstranten damit ihre Solidarität gegenüber Farbigen zum Ausdruck bringen. In Corona-Zeiten allerdings etwas schwierig, da der geforderte Abstand von eineinhalb Metern nicht einzuhalten ist. Dafür tragen geschätzt zwei Drittel der meist jugendlichen Demonstranten immerhin eine Maske. Seit dem 30. Mai sind in Berlin Demonstrationen wieder ohne Teilnehmerbeschränkung erlaubt, dafür dürfen auf Beerdigungen nur 50 Gäste trauern.

Der Dresscode ist schwarz

Angemeldet ist die Demonstration auf dem Alexanderplatz mit 1.500 Teilnehmern. Was insofern albern ist, als daß bereits über Facebook sich über 8.000 Menschen zur Teilnahme verabredet hatten. Auch ein Dresscode ist vorgegeben: Möglichst schwarz. Schwarz sind allerdings nur die Klamotten, überhaupt scheinen – auf den Quadratmeter berechnet – mehr Farbige im Berliner Görlitzer Park als jetzt auf dem Alexanderplatz.

Rund eine dreiviertel Stunde nach Beginn muß die Polizei den Platz wegen Überfüllung schließen, Zufahrtsstraßen sind weiträumig für den Verkehr gesperrt, der U-Bahnhof wird nicht angefahren. Und noch immer versuchen Menschen, auf den Platz mit der berühmten Weltzeituhr aus DDR-Zeiten zu gelangen. Und dem „Brunnen der Völkerfreundschaft“ in dessen Mitte.

Indymedia: Wir haben Haß auf das System

Die Jugendlichen klettern auf die Dächer von öffentlichen Toilettenhäuschen, Straßenbahnhaltestellen und Podesten. Sie schwenken Palästinenser-Fahnen und heben Schilder mit den Buchstaben: FCKNZS, gemeint ist: Fuck Nazis, in die Höhe. Die auf dem Boden bleiben, sinken plötzlich in die Knie, Andacht, allerdings nur für Sekunden. Dann klatschen sie alle wie wild in die Hände. Warum? „Ich weiß es nicht, aber es ist schön“, beantwortet ein kicherndes Mädchen im nabelfreien schwarzen, engen T-Shirt die Frage.
Viele Gruppen stehen oder sitzen zusammen. Auf dem Dach der Überführung beim Kaufhaus Galeria Kaufhof versuchen Schwarzvermummte, ein Banner zu entrollen. Für Sekunden ist darauf zu lesen: „Ihr seid der Terror, nicht wir“ und „No Justice No Peace“ und „Antifa“.

Linksextremisten, „teilweise vermummt und mit Fackeln in den Händen“, so die Polizei, hatten in der Nacht zu Freitag in Berlin-Neukölln Schaufensterscheiben an neun Geschäften eingeschlagen, Hauswände beschmiert, Müllcontainer in Brand gesetzt und Autos beschädigt. Angeblich gegen Rassismus und „Polizeiterror“. Mit 70 Beamten war die Polizei im Einsatz, 13 Frauen und sieben Männer wurden gefaßt, später entlassen. Die Polizei ermittelt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Auf der linksextremen Seite indymedia wurde ein Bekennerschreiben veröffentlicht: „Wir haben Haß auf das System“ ist dort zu lesen.

Dann fliegen doch Steine und Flaschen

Nach gut zwei Stunden ist die Samstags-Demonstration beendet. Doch einige Demonstranten wollen nicht nach Hause gehen, skandieren weiter Parolen, andere stehen Schlange vor McDonald oder beim Döner-Kebap-Imbiß. Zurück bleiben auf dem Platz überquellende Mülleimer und weggeworfene Plakate. Rund zwei Stunden später fliegen Steine und Flaschen am denkmalgeschützten Berolinahaus auf Polizisten. „Es gab vereinzelt verletzte Kollegen und diverse Festnahmen“, so die Polizei.

 

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Nun ist es geschehen. Die ersten Demonstranten haben sich in den USA mit dem Corona-Virus infiziert. US-Mediziner und Behörden befürchten eine zweite Corona-Welle.

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Bundesaußenminister Heiko Maas sagt zum angeblichen Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland: „Wir schätzen die seit Jahrzehnten gewachsene Zusammenarbeit mit den US-Streitkräften. Sie ist im Interesse unserer beiden Länder.“

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USA und Polen starten Militär-Manöver

On June 7, 2020, in Endzeit, by admin

Die USA und Polen haben in Westpolen mit dem Militärmanöver Manöver „Defender-Europe 20 Plus“ begonnen.

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Es vergeht keine Woche, wo das Establishment nicht die „neue Demokratie“ vor Augen führt. Demokratie bedeutet scheinbar, jede Person auszuschließen, die das linke Meinungskorsett nicht mitträgt, auch wenn sie ein demokratisch gewähltes Amt besetzt und ausübt. Doch nicht nur das: Auch Gesinnungsgenossen, die sich von solchen Amtsträgern ganz legal und demokratisch wählen lassen oder mit ihnen zusammenarbeiten, werden unbarmherzig verfolgt.

Kemmerich als Synonym für stalinistische Methoden

Der Name des kurzzeitigen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich wird wohl in die Geschichte eingehen. Er war der erste und prominenteste Politiker, der zum Amtsverzicht gedrängt wurde, nur weil er auch mit den Stimmen von AfD-Abgeordneten gewählt worden war. In Zeiten wie diesen reicht eine demokratische Wahl alleine nicht mehr aus – sie muss den vom linken Establishment gewünschten Kandidaten erbringen, sonst gilt sie nicht. So auch im Falle Kemmerich: Eine regelrechte Hetzjagd einschließlich Bedrohungen von Leib und Leben führten schließlich dazu, dass der geschockte Mann entsetzt den Rückzug antrat.

Doch er war nicht das einzige Opfer solch „demokratischer“ Ausscheidungen: Ihm folgten eine grüne Politikerin in Bayreuth (Bayern), ein roter in Höchstadt in Franken und ein Schriftsteller in Radebeul in Sachsen, die teils sogar freiwillig auf ihr Amt verzichtet hatten, weil sie nicht mit (potentiellen) AfD-Stimmen gewählt werden wollten.

Chefin mit klarem Auftrag

Jetzt trifft es einen Kommunalpolitiker der Linken. Sein „Verbrechen“: Ingo Paeschke, der Linke-Fraktionsvorsitzende in Forst, einer Kreisstadt in der Lausitz im Süden Brandenburg, hat gemeinsam mit Vertretern der AfD und einer örtlichen Wählergruppe eine Pressekonferenz abgehalten. Worum es dabei ging? Völlig unerheblich!

Spitzenvertreter der Brandenburger Linkspartei drohen ihrem Kommunalvertreter mit dem Parteiausschluss, aber nicht wegen Sachfragen, sondern aus inquisitorischer Verfolgung der AfD. Die Chefin der Linke-Landtagsfraktion, Kathrin Dannenberg, fällt das Urteil:

Ich kann mir nicht vorstellen, mit Menschen in einer Partei zusammenzuarbeiten, die meinen, dass man mit der AfD Sachpolitik betreiben kann.

So ein Pech: AfD ist stimmenstärkste Partei

Die AfD sei keine Partei wie jede andere. In der Linken gebe es eine „ganz klare Beschlusslage“, die „für alle Mandatsträger in unserem Land“ gelte: „Keine Zusammenarbeit mit der AfD.“ Ein gemeinsames Pressegespräch wie in Forst verletze „eindeutig die rote Linie, die wir gezogen haben“, sagte Dannenberg. Wie im Stalinismus, forderte sie die Forster Linken deswegen auch auf, sich glaubwürdig von der Zusammenarbeit mit der AfD zu distanzieren.

Keine Sachpolitik mit der AfD zu machen und sich zu distanzieren, wird in Forst allerdings schwer. Denn in der Heimatstadt von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wurde die AfD bei den letzten Kommunalwahlen stimmenstärkste Partei. Mit 30 Prozent der Stimmen war sie fast doppelt so stark wie die CDU mit 16,6 Prozent. Die Linken errangen nicht einmal die Hälfte der Stimmen, nämlich 14,4 Prozent. Alle anderen fanden sich unter „ferner liefen“.

Forst_(Lausitz)_Markt

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Es gärt schon seit Langem in Europa. Millionenfache Armutseinwanderung aus dem Orient und Afrika, schwaches Wirtschaftswachstum, stagnierende, ja sinkende Einkommen, steigende Steuerbelastungen und rapide zunehmende Verschuldung sowie wachsender Einfluss von Spekulanten und Privatpersonen auf die Politik haben schon vor der Corona-Krise die Stimmung in Österreich und anderen europäischen Ländern sinken lassen.

Da kam das Coronavirus gerade recht. Eine perfekte Ausrede, die es möglich macht, noch höhere Schulden und immer mehr ungedeckte Versprechen durchzubringen, Kosten zu sozialisieren und Gewinne zu privatisieren und gleichzeitig einen Kahlschlag bei den Klein- und Mittelbetrieben zugunsten internationaler Konzerne zuzulassen.

Ultimative Ausrede für alles

Covid-19 ist nicht nur eine Krankheit, sondern die ultimative Ausrede für alles geworden. So dient das Coronavirus aktuell als Vorwand, auch ganze Studienjahrgänge ausfallen zu lassen. So an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo die Aufnahmsprüfung für das Studium der Musiktheaterregie, die normalerweise im Juni vorgesehen ist, einfach gestrichen wurde. Auf der Internetseite ist für Interessierte zu lesen:

Aufgrund der Covid-19 Pandemie und den damit einhergehenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen in vielen Ländern der Welt hat das Rektorat der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien beschlossen, dass die für Juni 2020 geplante Zulassungsprüfung für das Diplomstudium Musiktheaterregie nicht stattfindet.

Nächste Zulassungsprüfung erst 2021

Hinsichtlich der nächsten Zulassungsprüfung lässt die Musik-Universität wissen:

Die nächste Zulassungsprüfung für dieses Studium wird voraussichtlich im Juni 2021 stattfinden.

Einen Jahrgang 2020/2021 wird es also nicht geben, wenn die nächste Aufnahmeprüfung für das acht-semestrige Studium erst für Juni 2021 angekündigt wird. Gibt es dann auch 25 Prozent weniger Geld für das Institut und die Professoren? Objektiv gibt es keinen Grund dafür, die Aufnahmeprüfung nicht in den Sommermonaten oder im September abzuhalten.

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In Südtirol geht die Angst um, mit Italien unterzugehen. Schon Anfang Mai konnte man im Eisacktal die unverhohlene Botschaft an Österreichs Regierung an einer Straßenüberführung sehen, wo auf einem Plakat eine Bitte an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu lesen war:

Kurz, hol‘ uns heim.

Klare Botschaft auf den Bergpässen

Nun hat der Südtiroler Schützenbund am gestrigen Dienstag nach Pfingsten mit einer „Performance“ Sorge und Wunsch unterstrichen. An 25 wichtigen Pässen und Übergangspunkten prangten überdimensionale Aufkleber mit der Aufschrift „Verrückt nach Süden“ auf Hinweistafeln: gen Norden des seit 100 Jahren zerrissenen Landes als Hinweis, dass die Grenze nach Süden zu verrücken ist, und gen Süden mit grün-weiß-roten Aufklebern, um das Ende Italiens zu zeigen.

Staat mit fremder Mentalität

Der Süden habe seit jeher eine besondere Anziehungskraft, so der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, Jürgen Wirth Anderlan:

Wenn man aber im Süden wohnt – und dieser Süden zu einem Staat mit einer weitgehend fremden Mentalität gehört, dann ist das anders.

Schaden für Tiroler

In den letzten drei Monate dürfte selbst den letzten Zweiflern die Lust an Italien vergangen sein. Mit den schärfsten Restriktionen, dem größten Chaos und den meisten Opfern unter vergleichbaren Staaten wird wohl jeder einsehen:

Italien tut Südtirol nicht gut, Italien ist ohne Zweifel ein Schaden für alle im Land lebenden Menschen.

Angesichts der chaotischen Zustände in Rom ist es an der Zeit, „ernsthaft und ohne Vorbehalte über einen Weg ohne Italien nachzudenken. Die Grenze ist jetzt plötzlich wieder schmerzhaft spürbar,“ so Wirth Anderlan. Italien befände sich „in einem kranken Stadium des Wahnsinns, wo man alle Probleme immer nur weiter aufgeschoben hat. Dieser Staat hat einfach zu viele Leichen im Keller, und es kommen täglich mehr dazu.“ Wirth Anderlan ist überzeugt:

Die wirtschaftliche Rettung Italiens ist gleich aussichtsreich wie ein bemannter Flug zur Sonne. Deshalb sollte „Verrückt nach Süden“ einfach eine neue Bedeutung bekommen.

Aufforderung an Regierung in Wien

Kaum jemand in Südtirol sagt mehr: „Uns geht’s ja gut bei Italien“. Die meisten möchten nur noch eines sehen: die Grenze – verrückt nach Süden.

Diese Botschaft ging am gestrigen Pfingst-Dienstag durch das ganze Land. Die Aktion soll die Verantwortungsträger zum Nachdenken anregen – also auch die österreichische Regierung!

Südtirol_Schützenbund

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