SCHNEEBERG. Das sächsische Innenministerium hat die Bereitschaftspolizei zur Durchsetzung des Kontaktverbots nach Schneeberg geschickt. Zuvor hatten sich dort Asylbewerber nicht an die verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie gehalten, berichtete der MDR.

Wiederholt seien große Gruppen von 20 bis 30 Bewohnern des Asylheims in dem rund 16.000 Einwohner großen Ort im Erzgebirge unterwegs gewesen, sagte ein Anwohner der JUNGEN FREIHEIT. Auf ihr Verhalten angesprochen, hätten sie teilweise aggressiv reagiert.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich die thüringische Landesregierung mit einem Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gewandt. Dabei ging es um Sicherung der Versorgung der unter Quarantäne stehenden Asylunterkunft in Suhl. Dort hatten Migranten wegen der Isolationsmaßnahme zeitweise randaliert. (ag)

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DÜSSELDORF. Der Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum hat ein möglichst schnelles Ende der Stillegung des Wirtschaftslebens, des sogenannten Shutdown wegen der Coronapandemie gefordert. „Je länger Firmen raus sind, desto schwieriger wird es für sie, wieder zurückzukommen in den Markt. Deshalb muß aus wirtschaftspolitischer Sicht die wichtigste Frage sein: Wie kann der Shutdown vernünftigerweise so kurz wie möglich gestaltet werden?“, sagte er dem Spiegel.

Vor der Aufhebung der aktuellen Beschränkungen müßten Ökonomen, Mediziner und Epidemologen kooperieren. Klar sei jedoch, der strikte „Shutdown“ könne höchstens bis Anfang Mai dauern. „Das Ziel muß sein, die Verbreitung des Virus in dieser Zeit zu stoppen und die Zahl der Neuinfektionen drastisch zu senken.“ Zeitgleich müsse die Infrastruktur geschaffen werden, um einen erneuten starken Anstieg der Infektionen zu verhindern. Außerdem könne die konsequente Isolierung und die Kontrolle von Infizierten dazu beitragen.

Auch wenn das Wirtschaftsleben wieder hochgefahren würde, blieben öffentliche Großveranstaltungen, die ökonomisch nicht wichtig seien, noch „sehr lange vom Staat untersagt“, zeigte sich der Professor für Internationale Volkswirtschafstlehre überzeugt. Im Gegensatz dazu sei die Schließung von Schulen und Kitas für die Wirtschaft mit hohen Kosten verbunden.

Ifo-Institut rechnet mit 1,8 Millionen Arbeitslosen 

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag und Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Carsten Linnemann (CDU), plädierte für ein Ende des Shutdowns bis spätestens Ostern. Gegenüber der Bild-Zeitung verdeutlichte er, der Schaden für die gesamte Volkswirtschaft und den Staat werde „nachhaltig und über Jahrzehnte nicht kompensierbar sein, wenn wir nicht spätestens nach Ostern die Wirtschaft wieder schrittweise hochfahren“.

Auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel sprach sich für ein absehbares Ende der wirtschaftlichen Einschränkungen aus. Es könne nicht sein, das Land „für drei Jahre in dem jetzigen Zustand verharren“ zu lassen. Es müsse ein Konzept her, das dazu führe, nach den nächsten vier Wochen wieder das Wirtschaftsleben hochzufahren, betonte er gegenüber dem Nachrichtenportal Epoch Times.

Nach Schätzungen des ifo-Instituts werde die Coronakrise 1,8 Millionen Arbeitsplätze vernichten, berichtete die Bild-Zeitung. Der Präsident des Mittelstandsverbundes, Eckhard Schwarzer, sagte dem Blatt: „Viele Mittelständler sind jetzt schon in akuter Finanznot. Die halten nicht mehr lange durch, und wir reden da über Tage, nicht über Wochen.“ Bis die angekündigten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung ausgezahlt seien, könne es für viele Unternehmen schon zu spät sein. (ag)

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Von einem Extrem ins andere zu fallen ist eine deutsche Eigenart, die nicht nur bei unseren Nachbarn periodisch Befremden auslöst. Die Bundesregierung, die dem Ausgreifen der Corona-Pandemie nach Europa viel zu lange tatenlos und mit hohlen Beschwichtigungen zugesehen hat, greift nun zu radikalen Maßnahmen und Einschnitten in die Freiheitsrechte der Bürger, um die weitere Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus Covid-19 zu verlangsamen.

Und eine Gesellschaft, die das Risiko anfänglich nicht wahrhaben und sich in ihrem Hedonismus auch nicht einschränken lassen wollte, nimmt sehr viel weitergehende Beschränkungen, als sie vielleicht noch vor sechs oder acht Wochen erforderlich gewesen wären, nunmehr klag- und kritiklos hin.

Angesichts des exponentiellen Wachstums der Zahl der Infizierten auch in Deutschland und des zu erwartenden rapiden Anstiegs der Todesopfer ist das drastische Herunterfahren des öffentlichen Lebens für einen begrenzten Zeitraum fraglos das Gebot der Stunde. Covid-19 ist eben keine gewöhnliche Grippe, wie selbst der Bundesgesundheitsminister noch vor zwei Monaten fahrlässig behauptete. Es ist neuartig, gefährlich und für eine Reihe von Risikogruppen lebensbedrohlich. Sie zu schützen, ist die Aufgabe staatlichen Handelns, der sich die Exekutive nunmehr stellt.

Konstruktive Opposition wird dringend gebraucht

Das heißt aber nicht, daß jede ihrer Maßnahmen unhinterfragt geschluckt und der demokratische Diskurs suspendiert werden muß. Blindes Vertrauen in die Weisheit der Regierenden ist ein obrigkeitsstaatlicher Reflex, der in Notsituationen genausowenig angebracht ist wie in ruhigeren Zeiten.

Konstruktive Opposition ist in einer Demokratie gerade während einer beispiellosen Krise wie dieser nicht obsolet, sie wird jetzt mehr denn je gebraucht. Ihre Aufgabe ist, unerläßliche und richtige Maßnahmen mitzutragen, Vorschläge einzubringen, wenn etwas übersehen wurde oder besser gemacht werden kann, und Einspruch zu erheben, wenn die Exekutive über das Ziel hinausschießt und sich Kompetenzen anmaßen will, die ihr weder während der Krise noch danach zustehen.

Daß auch in einer Demokratie die Regierenden gegen solche Versuchungen nicht gefeit sind, zeigen die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten weitreichenden Gesetzespläne, die eine „Ermächtigung“ – schon der Begriff ist fragwürdig und belastet – zur Entmachtung der Länder und sogar zur Beschlagnahme und Auswertung der Mobilfunkdaten von infizierten Bürgern zur Identifikation möglicher Kontaktpersonen vorsahen. Diese Pläne sind vom Tisch und sollten dorthin auch nicht mehr gelangen.

Nie dagewesener Eingriff in bürgerliche Freiheitsrechte

Doch auch an die notwendigen Eingriffe dürfen wir uns nicht gewöhnen. Kontaktsperren, Ausgangsverbote und Zwangsschließungen von Betrieben sind weitreichende und in dieser Form und Dimension in der Bundesrepublik Deutschland nie dagewesene Eingriffe in bürgerliche und privatwirtschaftliche Freiheits- und Eigentumsrechte. Sie müssen in Dauer und Umfang auf das unumgänglich Notwendige beschränkt bleiben. Und wir dürfen das Bewußtsein dafür nicht verlieren, daß dies ein Ausnahmezustand sein und bleiben muß, der keine neue Normalität begründen darf.

Ähnliches gilt für die umfangreichen Staatshilfen, mit denen Bürger und Gewerbetreibende vor dem Ruin bewahrt werden sollen und müssen. Sie bergen auf der Schattenseite die Gefahr, eine Quasi-Staatswirtschaft zu begründen, in der nur noch von öffentlichem Geld abhängige Großunternehmen überleben können.

Das Risiko, daß Vermieter, kleine und mittlere Unternehmen durch weitgehende Eingriffe in ihre Eigentumsrechte und unternehmerische Freiheit auf kaltem Wege enteignet werden, ist so real wie Konfiskationsgelüste auf der Linken, die darauf unverhohlen spekulieren. Auch diese Programme müssen deshalb rasch wieder zurückgefahren und die Beschränkungen aufgehoben werden, sowie es die Lage erlaubt.

Geld „vom Staat“ ist niemals geschenkt

Kein Grund zum Jubel besteht auch, wenn die Europäische Zentralbank die Krise zum Anlaß nimmt, ihre Anleihenkaufprogramme und die Politik der Flutung der Märkte mit billigem Geld und der verbotenen Staatsfinanzierung über die Notenbank nochmals drastisch auszuweiten. Die überschaubare Wirkung stellt vor allem unter Beweis, daß die EZB, die dieses Instrument in den vergangenen Jahren bis zum Anschlag im roten Bereich eingesetzt hat, ihr Pulver längst verschossen hat. Die Corona-Krise könnte daher dazu führen, daß das Euro-Kartenhaus noch schneller einstürzt. Auch diese Gefahr dürfen wir nicht ignorieren.

Geld „vom Staat“ ist niemals geschenkt, bezahlen müssen es am Ende immer die Bürger und Steuerzahler. Damit unser Land nach der Krise wirtschaftlich schnell wieder auf die Beine kommt, werden wir vieles auf den Prüfstand stellen müssen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um die „Klimaschutz“- und „Energiewende“-Politik zu beenden, die Abermilliarden unnütz verschlungen und unserer Wirtschaft unnötig schwere Mühlsteine um den Hals gebunden hat. Kostspielige und fragwürdige gesellschaftspolitische Experimente wie die exzessive Förderung von Gender-Ideologie und anderer linker Klientelpolitik werden wir uns künftig ebenfalls nicht mehr leisten können.

Bürgersinn und Zusammenstehen

Das Dogma der offenen Grenzen, an das sich die Bundesregierung viel zu lange geklammert hat, hat sich genausowenig als krisentauglich erwiesen wie die zentralistische EU-Bürokratie. In Zeiten der Bewährung kommt es auf die Handlungsfähigkeit der Nationalstaaten an und ihre Bereitschaft, einander beizustehen. Auch die Rückbesinnung auf das Europa der Vaterländer ist eine Lehre aus dieser Ausnahmesituation.

Eine Krise wie die Covid-19-Pandemie bringt das Beste wie das Negative unbarmherzig ans Licht. Bürgersinn und Zusammenstehen bewähren sich vorbildlich, auch ohne wohlfeile Kanzlerinnen-Appelle. Schrankenloser Egoismus und hedonistische Verantwortungslosigkeit haben sich dagegen als gravierende Gefahr für die Bewahrung bürgerlicher Freiheiten erwiesen.

Nach der Krise wird über vieles zu reden sein. Auch darüber, warum die Bundesregierung nicht rechtzeitig gezielte Maßnahmen ergriffen hat, obwohl ihr die Blaupause dafür in einer von ihr selbst beauftragten Studie aus dem Jahr 2012 vorlag, und so den Preis für ihre Bewältigung fatal in die Höhe trieb.

Der Staat ist gleichwohl weder die Ursache noch die Lösung aller Probleme. Je schneller wir uns auf den Wert bürgerlicher Freiheit in Verantwortung zurückbesinnen, desto rascher und erfolgreicher werden wir die Nachwirkungen der Krise auch wieder überwinden können.

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Alice Weidel ist Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag

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Es ist eine Horrorvorstellung: Plötzlich werden so viele Kranke eingeliefert, daß die Betten in den Krankenhäusern knapp werden. Ärzte müssen entscheiden, wer behandelt wird und wer nicht. Für alle Beteiligten, für Mediziner, Angehörige und natürlich die Patienten selbst eine folgenschwere und belastende Situation.

Wegen der zunehmenden Ausbreitung der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 wird die Frage, wer im Zweifel überleben darf, brandaktuell. Weltweit sorgten die Aussagen von Ärzten in der von dem Virus schwer betroffenen italienischen Region Lombardei für Schlagzeilen, wonach sie nicht mehr jedem Patienten die nötige intensivmedizinische Betreuung bieten konnten. Zuletzt schilderten auch Französen und Spanier ähnliche Probleme.

Vor solchen Entscheidungen könnten bald auch Ärzte in Deutschland stehen. „Nach aktuellem Stand der Erkenntnisse zur Covid-19-Pandemie ist es wahrscheinlich, daß auch in Deutschland in kurzer Zeit und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen für alle Patienten zur Verfügung stehen“, schreiben sieben fachmedizinische Gesellschaften in einer am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Handreichung.

Wann eine intensivmedizinische Versorgung abgelehnt wird

Demnach sollen Ärzte auf Basis der medizinischen Indikationen und des Patientenwillens entscheiden. Heißt: Eine Intensivtherapie erfolgt nicht, „wenn

  • der Sterbeprozeß unaufhaltsam begonnen hat,
  • die Therapie als medizinische aussichtslos eingeschätzt wird, weil keine Besserung oder Stabilisierung erwartet wird, oder
  • ein Überleben an den dauerhaften Aufenthalt auf der Intensivstation gebunden wäre“.

Zudem solle eine Behandlung auf der Intensivstation nicht erfolgen, wenn Patienten dies nicht wollen. „Dies kann auf der Grundlage des aktuell geäußerten, erklärten (z.B. in einer Patientenverfügung), früher mündlich geäußerten oder mutmaßlichen Willens erfolgen.“

In Deutschland gab es vor der Coronakrise rund 28.000 Plätze auf Intensivstationen. Zwar stockten die Krankenhäuser die verfügbaren Betten auf und wurden von Bund und Ländern angewiesen, nicht zwingend notwendige Behandlungen zu verschieben. Die Fachvereinigungen und Experten gehen dennoch davon aus, daß die Plätze auf dem Höhepunkt der Virusausbreitung nicht ausreichen könnten.

Unmißverständliche Empfehlungen

„Wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Patienten auf die Intensivstation aufgenommen werden können, muß analog der Triage in der Katastrophenmedizin über die Verteilung der begrenzt verfügbaren Ressourcen entschieden werden“, heißt es in der Handlungsempfehlung mit dem Titel „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie“ unmißverständlich.

Priorität hätten demnach diejenigen Patienten, die die beste klinische Erfolgsaussicht haben. Die Mediziner betonen: Dabei handle es ich nicht um eine Entscheidung im Sinne der „best choice“, sondern um „den Verzicht auf Behandlung derer, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht besteht“.

Eine solche Entscheidung solle jedoch nicht allein getroffen werden, sondern nach dem „Mehraugen-Prinzip“ erfolgen. Idealerweise sollten zwei intensivmedizinisch erfahrene Ärzte, ein Vertreter des Pflegepersonals und ein weitere Fachvertreter eingebunden werden.

Explizit betonen die Fachgesellschaften, daß die Priorisierung immer „zwischen allen Patienten, die der Intensivbehandlung bedürfen, erfolgen (soll), unabhängig davon, wo sie gerade versorgt werden“. Nicht vertretbar und nicht zulässig sei, „nur innerhalb der Gruppe der Covid-19-Erkrankten“ oder „allein aufgrund des kalendarischen Alters oder aufgrund sozialer Kriterien“ zu entscheiden.

Mediziner fordern Debatte

Solche Verfahren zur Priorisierung in der Medizin sind bislang aus Katastrophenfällen bekannt. Eine Triage, auch Einteilung oder Ersteinschätzung genannt, wird in Deutschland heute vor allem in der Notaufnahme oder an Unfallorten angewandt. Gibt es beispielsweise eine Massenkarambolage auf der Autobahn mit mehreren Schwerverletzten, entscheidet der erste Notarzt am Unfallort, wer als erster in den Krankenwagen darf. Hierbei spielt meistens die Überlebenschance des Schwerverletzten die maßgebliche Rolle.

Neu wäre im Fall von Covid-19 jedoch die flächendeckende Belastung. Denn mittlerweile sind alle Bundesländer betroffen. Ein Ausweichen auf Intensivbetten in anderen Ländern könnte nicht mehr möglich sein. Wohl auch darum wissend, fordern die Fachvereinigungen, zu denen unter anderem die „Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“, die „Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin“ sowie die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ gehören, ausdrücklich eine Diskussion um ihre Handlungsempfehlung.

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BERLIN. Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Kai Gniffke, sieht keinen Vertrauensverlust der öffentlich-rechtlichen Medien. „Alle qualitativen Studien zeigen, daß das Vertrauen in den letzten Jahren zugenommen hat. Das heißt natürlich keinesfalls, daß wir uns darauf ausruhen dürfen – nein, wir müssen es uns jeden Tag neu verdienen. Auch, indem wir unsere Berichterstattung immer wieder selbstkritisch hinterfragen“, sagte Gniffke im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT.

Gleichzeitig wies der frühere „Tagesschau“-Chefredakteur den Vorwurf zurück, die Öffentlich-Rechtlichen berichteten, insbesondere was die AfD betrifft, voreingenommen. Er könne diesbezüglich keine Parteilichkeit feststellen. „Das können wir mit gutem Gewissen für uns in Anspruch nehmen“, versicherte Gniffke.

„Haben zu einem professionellen Umgang mit der AfD gefunden“

„Wären wir wirklich auf irgendeine Art parteilich, wäre das schlimm! Wir würden dann das Wichtigste verspielen, was wir haben – das Vertrauen der Menschen.“ Auch habe er nicht den Eindruck, daß die AfD in den Talksendungen von ARD und ZDF ausgegrenzt oder benachteiligt werde. Ebenso würde es nicht verschwiegen, wenn die AfD Opfer von Gewalt werde. „Wir berichten über all das fair und unvoreingenommen“, betonte der SWR-Intendant.

Gniffke gestand, daß die öffentlich-rechtlichen Medien mit dem Aufkommen der AfD und der damit zusammenhängenden veränderten Parteienlandschaft erst einmal hätten dazulernen müssen. Mit der Zeit seien sie aber immer besser geworden. „Wir haben zu einem professionellen, sachlichen Umgang mit der neuen Partei gefunden, der nun in unserer Berichterstattung gilt.“ (krk)

> Das ganze Interview mit Kai Gniffke erscheint am Freitag in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (Nr. 14/20)

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Das Einreiseverbot für Saisonarbeiter aus Osteuropa wegen der Coronapandemie trifft die deutsche Landwirtschaft schwer. Jährlich arbeiten bis zu 300.000 zumeist polnische, rumänische und bulgarische Saisonkräfte hierzulande auf den Feldern. Sie werden derzeit zur Aussaat gebraucht und der Spargel wartet bereits auf die Ernte.

Um den Ausfall der ausländische Helfer zu kompensieren, kursieren bereits verschiedene Forderungen in der Politik. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) möchte Asylbewerber zu den Bauern schicken, um drohende Ernteausfälle zu verhindern. Ihre niedersächsische Amtskollegin Barbara Otte-Kinast (CDU) plädiert dafür, Rentner für die Feldarbeit zu aktivieren. Allerdings ist es sehr fraglich, ob Senioren der körperlichen Arbeit in landwirtschaftlichen Großbetrieben gewachsen sind. Daß dabei die Risikogruppe während der andauernden Coronakrise in Scharen zusammenkommen soll, ist außerdem ein Beleg dafür ,daß die Idee wohl nicht wirklich durchdacht war.

Dabei liegt die Lösung doch nahe. Wer hat auf unbestimmte Zeit die Tage zur freien Verfügung? Wer betont seit über einem Jahr, wie wichtig der Einsatz zum Wohl der Welt und der Menschen ist? Die jugendlichen Anhänger der „Fridays-for-Future“-Bewegung.

Es gibt auch abseits der Spargelernte genug zu tun 

Nun könnte der altruistische Nachwuchs zeigen, daß es ihm nicht nur darum geht, mittels Klima-Demos dauerhaft in den Genuß eines dreitätigen Wochenendes zu kommen. Statt dessen könnten die Jungen ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten und sich bei den Bauern zur Unterstützung melden. Denn auch abseits der Spargelernte, die einer gwissen Ausbildung und Erfahrung bedarf, gibt es auf den Bauernhöfen genug Arbeit, die auch von Jugendlichen aus der Stadt schnell erlernt werden kann.

Außerdem könnte so mancher zu der Erkenntnis kommen, wo das Essen herkommt und mit wieviel Aufwand es verbunden ist, das Land mit Nahrungsmitteln zu versorgen. In Zeit geschlossener Schulen böte das in Kombination mit Bewegung an der frischen Luft einen doppelten Gewinn für die umweltbegeisterte Jugend.

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BRÜSSEL. Alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben Beitrittsgesprächen mit Albanien und Nordmazedonien zugestimmt. Damit könnten die beiden Westbalkanstaaten Mitglied des Staatenverbundes werden, wenn sie die von Brüssel geforderten Vorgaben und Reformen umsetzen.

Die EU-Kommission hatte die Aufnahme von Beitrittsgesprächen bereits 2018 gefordert. Eine endgültige Entscheidung darüber war jedoch im Oktober vergangenen Jahres durch ein Veto Frankreichs blockiert worden. Paris begründete dies mit nicht umgesetzten Reformen. Auch die Niederlande und Dänemark waren zunächst gegen die Gespräche. Europastaatsminister Michael Roth (SPD) kritisierte damals die Entscheidung scharf und warnte vor einem wachsenden Einfluß ausländischer Mächte in dieser Region.

Nach einer Änderung am Beitrittsverfahren hatten sich die EU-Staaten Anfang dieser Woche auf Botschafterebene geeinigt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Am Dienstag sprachen sich die Europaminister ab. Weil dies in einer Videokonferenz geschah, mußten die Mitgliedstaaten abschließend noch schriftlich zustimmen, was am gestrigen Mittwoch geschah.

Deutschlands Europastaatsminister lobt Entscheidung

Europastaatsminister Roth hatte die Reformen Albaniens und Nordmazedoniens vor der Entscheidung gelobt. Albanien habe eine beispiellose Justizreform auf den Weg gebracht, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den SPD-Politiker. „Nordmazedonien hat Geschichte geschrieben, indem es einen Jahrzehnte währenden Namensstreit überwunden hat.“ Jetzt bestehe die Chance auf dauerhafte Freundschaft mit Griechenland. Mazedonien hatte Anfang 2019 seinen Namen in Nordmazedonien geändert.

Die EU dürfe kein politisches Vakuum im westlichen Balkan zulassen, argumentierte Roth. Denn dann würden „andere, die unsere Werte nicht teilen, dieses politische Vakuum zu füllen versuchen“. (ls)

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Im Erdgeschoß unseres Bürohauses befindet sich ein Friseurladen. Seit über 20 Jahren gehe ich dort hin. Wie bei Zehntausenden anderen in Deutschland hängt seit Anfang der Woche ein Schild im Fenster, daß man „bis auf weiteres“ geschlossen habe wegen der Anordnungen der Behörden zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite ist die „Salatbar“, wo manche von uns mittags Eintopf essen. Dort findet sich ein ähnlicher Hinweis an der verschlossenen Tür. Die Inhaberin hat schon seit längerem wirtschaftlich zu kämpfen, weil die Mieten rasant gestiegen waren und die Einnahmen stagnierten. Ihr Hauptgeschäft ist Catering für Firmenveranstaltungen und Feste. Dieser Geschäftszweig ist jetzt auf Monate tot. Ob wir sie überhaupt noch wiedersehen?

Journalisten als hilflose Zuschauer

Anfang der Woche telefoniere ich mit dem Firmenkundenberater unserer Bank. Er sagt, das Telefon stünde nicht mehr still, weil viele mittelständische Firmen jetzt kurzfristig Überbrückungskredite bräuchten. Ein befreundeter Verleger fragt besorgt nach, wie es uns gehe. Bei vielen Medien brächen die ohnehin rückläufige Anzeigenumsätze fast komplett zusammen. Es sei auch in unserer Branche mit Pleiten zu rechnen.

Wie verhalten wir Journalisten uns während der Corona-Krise? Werden wir unserer Aufgabe ausreichend gerecht, die Bürger über die Lage bestmöglich aufzuklären? Oder sind wir selbst hilf- und ahnungslose Zuschauer bei einem Ereignis, von dem wir alle überrollt werden und in dem wir Aussagen von Virologen und Epidemologen blind vertrauen müssen?

Eine Menge Opportunismus ist im Spiel: Dieselben Moderatoren, die wie Georg Restle noch Ende Januar im ARD-Magazin „Monitor“ vor Übertreibungen in bezug auf den Corona-Virus gewarnt und „Populisten“ für das Schüren von Panik verantwortlich gemacht hatten, weil sie Grenzen schließen wollten, jubeln jetzt der Regierung zu („Knallhart-Beschlüsse“), weil diese spät doch zu drakonischen Maßnahmen greift, um den plötzlich gefährlichen Virus zu stoppen – einschließlich der zunächst verpönten Grenzkontrollen.

Harter Streß-Test für Staat und Wirtschaft

Aus einer abstrakten Gefahr wurde eine konkrete. Die Massenflucht in die Heimarbeit – für Journalisten vielfach machbar, – nicht aber für Handwerker, Ladenbesitzer oder Restaurantbetreiber. Nun beschleicht alle die Angst vor den Folgen einer alles umfassenden, nie dagewesenen Rezession.

Der Chef des Springer-Verlages (Bild, Welt) Mathias Döpfner artikulierte in einem Aufsatz jetzt die Sorge („Ich habe Zweifel“), daß die Zwangsmaßnahmen zu weit gehen. Angst um seine Firma? Damit ist er wahrlich nicht allein. Wir haben nicht lange Zeit, das Virus und einen wirtschaftlichen Totalabsturz zu stoppen. Im besten Fall ist die Corona-Krise ein harter Streß-Test für Staat und Wirtschaft. Nur mit Disziplin und gegenseitiger Hilfe können wir ihn bestehen.

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JF 14/20

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EXKLUSIV: Ein Freund von mir hat am Mittwoch das Kantonsspital Luzern (LUKS) besucht, um sich über die Notsituation wegen dem Coronavirus zu informieren. Was er mir danach berichtet hat ist erstaunlich und widerspricht der ganzen Angstmacherei durch die Politiker und Medien. Fazit: das Spital hat jetzt weniger zu tun als in Normalzeiten und es ist sehr ruhig dort.

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