Die politisch korrekte Twitter-Blase ist mal wieder heftig am blubbern. Zum blubbern gebracht hat sie eine Einlage des Mannheimer Sangesbarden Xavier Naidoo. Ein in dem sozialen Netzwerk aufgetauchtes Video zeigt den Musiker, wie er ein neues, bislang unbekanntes Lied intoniert. Das alleine ist natürlich nichts Ungewöhnliches und würde – abseits von Geschmacksfragen – wohl keine größere Aufregung auslösen.

In diesem Fall ist es aber die Botschaft des Songs, die die linksgrüne Online-Gemeinde vor Wut schäumen läßt. Diese ist allem Anschein nach nämlich migrationskritischer Natur und hat es durchaus in sich. Wörtlich singt Naidoo in dem 45 Sekunden langen Clip: „Ihr seid verloren. Ihr macht nicht mal den Mund für euch auf. So nehmen Tragödien ihren Lauf. Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden.

Vorwurf: „Haß auf Flüchtlinge“

Und ihr steht seelenruhig nebendran, schaut euch das Schauspiel an, das keiner beenden kann. Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache, es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt. Und nochmal: Ich hab’ fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt. Dann muß ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt’s mit mir zu tun. Laß uns das beenden, und zwar nun. Ihr seid verloren.“

So viel Empathie eines deutschen Popstars für deutsche Opfer stößt in Deutschland natürlich auf Unverständnis und erbitterte Gegenrede. Obgleich Herkunft und Echtheit des Bildmaterials zu diesem Zeitpunkt noch völlig ungeklärt waren, genauso wie der etwaige Kontext des Ausschnitts, brach bereits ein Shitstorm der Alarmstufe Rot aus. Nur wenige Stunden nach dem Auftauchen des nach einer Privataufnahme aussehenden Videos, stand die gesamte Anti-Rechts-Front bereits geschlossen und sehr breit aufgestellt gegen den dunkelhäutigen Sohn Mannheims und dessen „Nazi-Sprache“.

Von der linksextremen Tagesschau-Quelle „Antifa Zeckenbiß“, die Naidoo in einem mit Wut-Smiley versehenen Tweet vorwarf, „Haß auf Flüchtlinge“ zu schüren, über die dauerbeleidigte linksfeministische Podcasterin Sibel Schick, die gleich mit einem eigenen Gesangsvideo antwortete, bis hin zum Privatsender ProSieben, der dem „Lieben Xavier Naidoo“ moralinsauer ins Gewissen redete und offenbar tatsächlich glaubt, dazu in der richtigen Position zu sein.

ARD-Journalist Georg Restle entblödete sich nicht, eine geistige Brücke zwischen den gesungenen Zeilen Naidoos und den Morden von „Hanau, Halle, Kassel!“ zu schlagen und wurde damit endgültig zur linken Reinkarnation all der alten, grauen, konservativen Lehrer, Politiker und Medienmacher der Jahrtausendwende, die die Schuld für die ersten großen Amokläufe an Schulen einst bei Musikern wie Eminem oder Marilyn Manson suchten.

RTL distanziert sich

Jeder, der einigermaßen progressiv gesinnt war, fand das damals mega peinlich. Vermutlich auch Georg Restle, sofern er tatsächlich einmal irgendwie cool gewesen sein sollte. Heute jedenfalls gehört Restle zur ständig empörten Medien-Elite und ist deshalb gegenüber rebellischen Künstlern allenfalls sehr einseitig tolerant.

Über die Rapper von KIZ, die sich bei einem Auftritt jüngst darüber freuten, daß am Corona-Virus angeblich „nur alte weiße Männer“ sterben, erregte sich der ARD-Mann jedenfalls nicht sonderlich laut. Auch damals nicht, als die HipHop-Combo beim „Wir sind die Guten“-Konzert unter dem Hashtag „Wir sind mehr“ in Chemnitz rappte: „Ich ramm die Messerklinge in die Journalisten-Fresse“. Die Medien waren damals fast durchweg begeistert ob des positiven „Zeichens gegen den Haß“.

Aber gerade sehr einseitiger Empörungsdruck wirkt natürlich. Inzwischen auch beim derzeitigen Arbeitgeber des Künstlers. RTL, für dessen Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ der Soulsänger derzeit in der Jury sitzt, erklärte auf Pressenachfragen, man sei „irritiert von dem aufgetauchten Video. Wir erwarten klare Antworten von Xavier“ .Und natürlich betonte RTL, daß der Sender sich von jeglicher Form von Rassismus distanziere.

Naidoo bekannt für klare, harte Sprache

Inzwischen gibt es eine offizielle Stellungnahme von Xavier Naidoo und seinem Team. Auf der Facebooseite des Stars werden die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und die falsche Interpretationen seiner Aussagen entschieden zurückgewiesen. Rassenhaß und Fremdenfeindlichkeit, so heißt es in dem Post, seien Naidoo „völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußert“. Er betont außerdem, daß das Video bereits aus dem Jahr 2018 stamme.

„Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhaß ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander. Das bedeutet für mich aber auch, daß alle in der Verantwortung sind, wachsam gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen zu sein, egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft“, läßt sich Naidoo zitieren.

Dies klingt durchaus glaubhaft und konsequent. Vor allem, wenn man Naidoos künstlerisches Schaffen schon länger verfolgt. Tatsächlich wählte der Sänger schon immer eine klare, oft harte Sprache gegen all jene, die er als Bedrohung empfand. Auch musikalisch. Bereits 2001 veröffentliche er gemeinsam mit etlichen anderen Künstlern den Song „Adriano (Letzte Warnung)“. Ein ziemlich martialisches, politisches Lied, das von nicht von wenigen als unverblümter Aufruf zur Gewalt gegen Rechts empfunden wurde. Anlaß war damals der Tod des Afrikaners Alberto Adriano, der von einer Gruppe Rechtsextremisten so schwer zusammengeschlagen wurde, daß er kurz darauf seinen Verletzungen erlag und starb.

Schon damals solidarisierte sich Xavier Naidoo mit den Opfern der um sich greifenden Gewalt. Anders als heute, wo selbst Musiker-Kollegen wie der „Fanta Vier“-Rapper Smudo ein TV-Verbot für ihn fordern, bekam Naidoo damals für diese musikalische Solidarität viel Zuspruch. Noch immer gilt der Song vielen als wichtiger Klassiker. Wo ist nun der Unterschied zwischen dem jetzigen Lied und dem Musikstück von einst, fragt man sich angesichts der so unterschiedlichen Reaktionen von oftmals den selben Leuten, und kennt die Antwort doch schon ganz genau.

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KARLSRUHE. Das Bundesverfassungsgericht hat die Haftbefehle gegen die sechs mutmaßlichen Mittäter der tödlichen Augsburger Prügelattacke aufgehoben. Die Karlsruher Richter hatten zuvor der Beschwerde eines 17jährigen Verdächtigen stattgegeben, der wegen Beihilfe zum Totschlag in Untersuchungshaft saß.

Der Jugendliche sei durch die Untersuchungshaft in „seinem Grundrecht auf Freiheit der Person“ eingeschränkt worden, urteilten die Richter. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte laut Bild-Zeitung, die anderen mutmaßlichen Mittäter seien aus Gleichbehandlungsgründen ebenfalls zu entlassen. Der 17 Jahre alte Hauptverdächtige, der die deutsche, türkische und libanesische Staatsbürgerschaft besitzt, bleibe allerdings in Haft.

Anfang Dezember soll der Verdächtige in Augsburg einen Mann durch einen Schlag getötet haben. Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt. Das Opfer war Mitglied der Augsburger Feuerwehr. (ag)

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ISTANBUL. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den griechischen Sicherheitskräften bei ihrem Einsatz gegen illegale Einwanderer an der gemeinsamen Grenze Nazi-Methoden vorgeworfen. „Zwischen dem, was die Nazis gemacht haben, und diesen Bildern an der griechischen Grenze besteht gar kein Unterschied. Und sie töten auch“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Laut Erdogan handelten die griechischen Behörden im Auftrag des Westens als dessen „bezahlte Legionäre“. Er verglich die Abwehr der illegalen Grenzübertritte mit den Vorgängen in deutschen Konzentrationslagern. „Was sie in den Nazi-Lagern gemacht haben, machen auch die Griechen im Namen des Westens, geradezu als bezahlte Beamte des Westens.“

Türkische und griechische Küstenwache geraten aneinander

Seit der Grenzöffnung durch die türkische Regierung Ende Februar ist die Lage zwischen den beiden Staaten angespannt. Tausende Migranten versuchten seitdem vergeblich, nach Griechenland zu gelangen. Griechische Sicherheitskräfte riegelten die Grenze ab. Nach Ausschreitungen in den vergangenen Tagen habe sich die Lage wieder beruhigt.

Am Mittwoch sei es zudem zu einem Zwischenfall in der Ägäis gekommen. Ein Boot der türkischen Küstenwache habe ein Schnellboot der Küstenwache des Nachbarlandes touchiert. Laut griechischer Seite habe es sich um einen gezielten Rammversuch gehandelt.

Erdogan kündigte laut der Nachrichtenagentur APA zudem an, die Grenze werde von der türkischen Seite aus so lange offenbleiben, bis die EU ihre Versprechen aus dem Flüchtlingspakt von 2016 umsetze. Überdies werde die Türkei nicht zögern, ihr militärisches Engagement in der Region Idlib im Nordwesten Syriens zu erhöhen, falls die mit Rußland vereinbarte Waffenruhe nicht halten sollte.

Erdogan, Merkel und Macron wollen sich treffen

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hatte am Dienstag gefordert, der Asylpakt mit der EU müsse überarbeitet werden. Die EU habe die vereinbarten Gelder für die Unterstützung bei der Aufnahme von Migranten nicht vollständig ausgezahlt. Sein Land sei bereit, neue Kapitel im EU-Beitrittsprozeß zu eröffnen.

Die Vereinbarung mit Brüssel von 2016 sieht unter anderem vor, daß die Türkei keine Einwanderer illegal weiter auf EU-Gebiet ziehen läßt. Dafür erhält sie von der EU rund sechs Milliarden Euro. Allerdings fließen die Gelder an Hilfsorganisationen und nicht direkt an die Regierung in Ankara.

Desweiteren war in dem Flüchtlingspakt eine Lockerung der Visafreiheit für türkische Staatsbürger vorgesehen. Diese hatte Brüssel aber an Bedingungen wie eine Reform der Anti-Terror-Gesetze geknüpft. Kommenden Dienstag wollen sich Erdogan, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Istanbul treffen, um über eine Überarbeitung der Vereinbarung zu sprechen. (ls/ag)

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ROM. Lega-Chef Matteo Salvini hat wegen der Coronavirus-Ausbreitung eine Schutzzone für ganz Europa gefordert. Dies sei nicht nur nötig, „weil das Virus eine Bedrohung darstellt, der mit der erforderlichen Entschlossenheit begegnet werden muß“, sondern auch, „um das Elend der Handelskriege zu vermeiden, die gerade vorbereitet werden“, sagte der frühere italienische Innenminister am Mittwoch der Tageszeitung Corriere della Sera.

Einige EU-Länder erwägten gerade zusätzliche Kontrollen für den Import von italienischem Käse, forderten die Desinfektion von LKW-Rädern oder wollten den Import von Möbeln und Maschinen aus Italien stoppen. „Das Virus wird nicht daran vorbeigehen und verbreitet sich in mehreren Ländern. Deshalb frage ich mich, warum wir nicht an eine europäische rote Zone denken.“ Im April könne man dann wieder „neu starten“.

Individuelle Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt

Die italienische Regierung hatte in der Nacht zu Dienstag ein Dekret erlassen, das ganz Italien zur sogenannten roten Zone erklärt. Die individuelle Bewegungsfreiheit wurde dadurch massiv eingeschränkt. Demnach dürfen Bürger ihre Heimatgemeinden nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Dazu zählt auch der Weg zur Arbeit. Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr schließen und einen Mindestabstand der Gäste von einem Meter garantieren können. Kindergärten, Schulen und Universitäten sind im ganzen Land bis zum 3. April geschlossen. Auch Gottesdienste dürfen in dieser Zeit nicht stattfinden.

Österreich verhängte ähnliche Maßnahmen und untersagte alle Freiluftveranstaltungen mit mehr als 500 und Hallenveranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern. Außerdem führte die Regierung in Wien Grenzkontrollen zu Italien ein. Nach Österreich darf demnach nur, wer ein ärztliches Attest vorzeigen kann.

Italien mit den meisten Corona-Toten nach China

In Italien gibt es die höchste Zahl an nachgewiesenen Covid-19-Toten außerhalb Chinas. Laut dem Gesundheitsministerium registrierten die Behörden Stand Dienstag abend mehr als 10.000 Infizierte, wovon 631 gestorben sind. Rund 1.000 Personen gelten als geheilt.

Am Mittwoch hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals öffentlich zu der Coronakrise geäußert. „Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen“, sagte sie in Berlin. Sie appellierte an die Bevölkerung, dabei mitzuhelfen, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. (ls)

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FRANKFURT/MAIN. Die Frankfurter CDU hat der Linkspartei vorgeworfen, das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei zu schwächen. „Die Partei nutzt jede Gelegenheit, die Rolle der Polizei generell infrage zu stellen“, sagte der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Frankfurter Römer, Christoph Schmitt, der Frankfurter Rundschau.

Hintergrund sind zwei geplante Veranstaltungen der Linkspartei zum Thema „Racial Profiling“ und „Polizeigewalt“ unter dem Titel „Wessen Freund – wessen Helfer?“. Die Linke kooperiert dabei mit der Organisation „Copwatch“, dem Förderverein Roma, der Initiative „Kein Schlußstrich Hessen“ und der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt, „Response“.

Schmitt kritisierte, solche Veranstaltungen führten nur zu „Renitenz“ bei Polizeikontrollen. Das ergäbe leicht eine Eskalation.

Politologe beklagt mangelndes Vorgehen gegen Rechte bei Polizei

In der Werbung für ihre Veranstaltungen schreibt die Linkspartei: „Menschen, die täglich aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrem sozialen Status und anderer Merkmale angehalten und kontrolliert werden“, nähmen Polizei-Einsätze „bestenfalls als unnötige Schikane und schlimmstenfalls als lebensbedrohliche Situationen“ wahr.  Der Linken-Fraktionschef im Frankfurter Rathaus, Martin Kliehm, betonte, es sei sinnvoll, daß Betroffene, die unter dem Auftreten der Beamten litten, sich darüber austauschten.

Vergangene Woche hatte der Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke moniert, die Polizei habe in der Vergangenheit versäumt, entschlossen gegen Rechtsextreme in den eigenen Reihen vorzugehen. Zudem würden sich Migranten immer wieder beklagen, in bestimmten Dienststellen zu hart angefaßt zu werden. (ag)

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CoronaMerkel: Das Virus ist da

On March 11, 2020, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, dabei mitzuhelfen, daß sich das Coronavirus in Deutschland langsamer ausbreitet. Jeder könne dabei einen Beitrag leisten, sagte Merkel am Mittwoch in der Bundespressekonferenz. „Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen.“

Da es noch keinen Impfstoff und auch keine Therapie gebe, gehe es nun darum, alles dafür zu tun, die Übertragung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet werde und funktionsfähig bleibe. Nur so könne garantiert werden, daß Kranke, Alte und geschwächte Personen die für sie notwendige Gesundheitsversorgung erhielten.

Merkel riet zudem den Regierungen der Bundesländer, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ernst zu nehmen. Diesen Rat richtetet sie auch ausdrücklich an die gesamte Bevölkerung. Es gehe um den Schutz von älteren Menschen und von Menschen mit Vorerkrankungen. „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, daß wir diese Probe auch bestehen.“

Spahn: Bevölkerung soll sich auf weitere Einschränkungen einstellen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn riet den Deutschen zudem, sich auf weitere Einschränkungen in ihrem Alltag einzustellen. Der CDU-Politiker lobte, daß nun viele Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern abgesagt würden. Er habe Verständnis dafür, daß zum Beispiel viel Fußballfans es bedauerten, nicht ins Stadion zu dürfen. Aber solche Maßnahmen seien notwendig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Menschen sollten verstehen, daß jeder nun auf ein Stück Alltag verzichten müsse, um sich und andere zu schützen.

Unterdessen wurde am Mittwoch der dritte Todesfall wegen Corona bekannt. Laut einem Bericht der Rheinischen Post soll das Opfer aus dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen stammen. Hier war am Montag bereits ein Toter vermeldet worden, der an den Folgen der Coronaerkrankung gestorben war. Eine 89 Jahre alte Frau war zudem in Essen einer Lungenentzündung erlegen. Auch sie war Covid-19 erkrankt. (krk)

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BERLIN. Die Grünen haben gefordert, die Regelung bei Blutspenden für Schwule, Bi- und Transsexuelle zu ändern. Bislang dürfen diese Personengruppen nur Blut spenden, wenn sie zuvor ein Jahr lang keinen Sex hatten. „Das ist eine grobe Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern und sachlich nicht zu begründen“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann ntv.

In einem entsprechenden Antrag verlangen die Grünen, die Regelung aufzuheben und damit mehr Menschen zur Blutspende zuzulassen. Der Antrag soll in den Bundestag eingebracht werden. „Individuelles Risikoverhalten und nicht sexuelle Identität muß die Grundlage der Risikoeinschätzung sein“, betonte Lehmann.

2017 hatte die Ärztekammer die neuen Richtlinien zur Blutspende formuliert. Zuvor waren Homo- und Transsexuelle sowie Prostituierte als Spender nicht zugelassen. Sie gelten wegen ihres Sexualverhaltens als Risikogruppen mit einer höheren Gefahr für HIV- oder Hepatitis-Infektionen. (ag)

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BERLIN. Der frühere österreichische Innenminister Herbert Kickl hat die deutsche Regierung für die geplante Aufnahme von Migrantenkindern aus griechischen Lagern scharf kritisiert. „Illegale Einwanderung zahlt sich aus – das ist die Botschaft, die Angela Merkel damit an die Schlepper dieser Welt und ihre Kunden aussendet“, schrieb der Fraktionschef der FPÖ im Nationalrat in einem Gastkommentar für die JUNGE FREIHEIT.

„Wie im Jahr 2015 öffnet sie einen Spalt der Tür nach Europa. Denn Merkel spricht von Kindern und verschweigt dabei, daß ihnen selbstverständlich Mütter, Väter, Brüder und Onkel folgen werden“, verdeutlichte der FPÖ-Politiker. Dies sei ein „neuerlicher Sündenfall der Wiederholungstäterin Merkel auf Kosten der Europäer“.

„Koalition der Naivlinge und Unverantwortlichen“

Die von der Bundesregierung erwähnte „Koalition der Willigen“ sei in Wirklichkeit eine „Koalition der Naivlinge und Unverantwortlichen“. Kickl nannte zwei Gründe dafür: Erstens knicke die EU damit erneut vor dem „Erpresser Erdogan“ ein. Zweitens werde dieser Vorstoß „eine enorme Magnetwirkung entfalten und so für massiven zusätzlichen Druck auf die Grenzen sorgen“.

Statt dessen wären Kickl zufolge ganz andere Maßnahmen erforderlich. Der „Desinformation, die von seiten der organisierten Schlepperkriminalität und vermutlich auch des türkischen Regimes betrieben wird“, müsse entgegengetreten werden. Auf allen Kanälen, von elektronische Medien bis hin zu Flugblätter und Lautsprecherdurchsagen, müsse die Botschaft kommuniziert werden: „No way! Versucht es erst gar nicht! Ihr habt keine Chance! Europa ist eine Festung!“

„Als Politiker sind wir verpflichtet, die Bevölkerung zu schützen“

Zudem sollten sich die EU-Staaten durch „umfassende Grenzschutzübungen auf den Migrantenansturm“ vorbereiten. Österreich habe dies 2018 getan und „ein klares Signal echter Abwehrbereitschaft in die Welt geschickt“, ergänzte der FPÖ-Politiker. „Wir werden nicht Herr der Lage werden können, wenn wir die Hände in den Schoß legen oder sie zur Raute formen. Als Politiker sind wir verpflichtet, die Bevölkerung unseres Landes zu schützen, und zwar mit allen Mitteln, die dafür notwendig sind.“

Überdies fordert Kickl eine Reform des Asylsystems. Dieses sei nicht mehr auf der Höhe der Zeit, sondern ein Instrument aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Es brauche einen neuen Ansatz: die „innerkontinentale Fluchtalternative“. Dies bedeute, „Asyl kann es nur mehr auf dem Kontinent geben, von dem die Migranten stammen“. (ls)

> Herbert Kickls Gastkommentar lesen Sie ab Donnerstag in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (12/20) oder digital ab Mittwoch abend.

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Wer eine lokale Zeitung liest am Dresdner Elbhang, an dessen Briefkasten klebt überproportional häufig für die Landeshauptstadt ein blaues Schildchen. Die Zusteller haben hier nicht die marktbeherrschende Sächsische Zeitung einzustecken, sondern die Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). Diese sind zwar nichts anderes als eine Lokalausgabe des ehemaligen SED-Bezirksblattes Leipziger Volkszeitung, aber in der Vorstellung des in den Villen zwischen Blauem Wunder, Weißem Hirsch und Pillnitz lebenden Ur-Dresdner Bildungsbürgertum wird noch immer die legendäre Union bezogen, die zu DDR-Zeiten zumindest im Kulturteil viel hintergründiger war als alle anderen Dresdner Medien.

Nach einem kurzen Höhenflug im ersten Nachwendejahr wurde die Union von der Süddeutschen Zeitung gekauft, verlor mit aus Westdeutschland importierten Journalisten Glaubwürdigkeit und Auflage, wurde abgestoßen und Teil der DNN, deren Dresdner Kulturteil noch immer von einer ehemaligen Union-Redakteurin geleitet wird.

Diese Vorgeschichte ist wichtig, um zu verstehen, wie die Menschen am Dresdner Elbhang ticken. Sie sind wie der Wein, der hier auf den Weinbergen gedeiht, empfindlich, unverwechselbar und etwas für Genießer. Uwe Tellkamp hat in seinem Roman „Der Turm“ diesen sehr eigenen Menschenschlag beschrieben. Und er könnte eine Fortsetzung schreiben, am Beispiel einer kleinen, idyllisch gelegenen Buchhandlung im alten Dorfkern nahe dem Körnerplatz und ihrer hellwachen Inhaberin Susanne Dagen, die anscheinend immun ist gegen die Anfeindungen aller selbsternannten Vertreter einer „Zivilgesellschaft“, die weit ins linksextremistische Lager reicht, aber alles als undemokratisch ausschließt, was rechts der Mitte beheimatet ist.

Es geht nicht um Wahrheit

Geboren 1972 in Dresden-Bühlau als Tochter eines kroatischen Chemikers und einer Kunstwissenschaftlerin an den Staatlichen Kunstsammlungen – der Großvater Arzt, die Großmutter Sängerin –, wächst Dagen als Einzelkind einer alleinerziehenden Mutter, umgeben von kunstsinnigen Menschen, auf. Sie lernt deren konservatives Denken kennen, auch ihr Taktieren im sozialistischen System. Nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes macht Dagen eine Lehre als Buchhändlerin, lernt ihren Lebenspartner, den aus dem Westen stammenden Michael Bormann kennen, und verwirklicht im März 1995 mit ihm ihren Traum: eine kleine Buchhandlung in Dresden-Loschwitz. Später ist das benachbarte Kulturhaus dazugekommen, für Veranstaltungen.

Wie wichtig Autorenlesungen in einer gemütlichen Atmosphäre sind, hatte Anfang der 1990er Jahren bereits der Buchhändler Wolfgang Richter bis zu seinem Suizid in seiner Kult-Buchhandlung „Richters“ in der Äußeren Neustadt bewiesen. Auch Dagen begreift Lesungen als „Garant für unikates Erleben“. Ging es bei „Richters“ im Szeneviertel eher rustikal zu, setzt sie am Elbufer auf „Veranstaltungen mit andächtigem Saloncharakter“. Ein Konzept, das Anklang findet. Zu den Veranstaltungen kommen Wahrheitssuchende, die sich auch nach dem Ende der SED-Diktatur nicht vorschreiben lassen wollen, mit wem sie über welches Thema diskutieren dürfen.

Dagens Konzept wird ausgezeichnet, sie erhält 2015 und 2016 den Deutschen Buchhandlungspreis in der Kategorie „besonders herausragend“. Vielleicht hätte sie ihn auch 2017 erhalten, wenn nicht der Spiegel, das gegen seine sinkende Auflage kämpfende, verrottete einstige „Sturmgeschütz der Demokratie“, einen seiner Autoren mit einem Beitrag über Pegida beauftragt hätte.

Starautor Alexander Osang, selbst in der DDR sozialisiert und mit Dagen persönlich bekannt, so schildert es die Buchhändlerin später, schlägt bei ihr auf und bittet um Rat. Ob sie Literatur zum Thema habe und was sie von der ganzen Sache halte? Dagen erzählt ihm von ihrem Interesse an der neuen Protestbewegung, empfiehlt Sebastian Hennigs Buch „Pegida: Spaziergänge über den Horizont. Eine Chronik“ und gibt den Hinweis, daß „unter der ganzen Pegida-Bewegung ein wesentlicher Ost-West-Konflikt schlummert“.

Spiegel-Mann Osang dreht und wendet die im privaten Gespräch dahingeplauderten Worte so lange, bis er sich sicher sein kann, daß sie im falschen Kontext die richtige Skandalwirkung erzielen würden. Es geht nicht um Wahrheit, sondern um Auflage. Aus Dagens Interesse für das Phänomen Pegida wird so im Mai 2016 die Pegida-Versteherin.

Gesinnungswächter üben Boykott

Später zieht die Zeit nach. Wer Pegida versteht, müsse auch mit den Äußerungen von deren Vordermann Bachmann übereinstimmen, und hatte dieser nicht auf einem Foto mit Oberlippenbärtchen als Adolf Hitler posiert? Zeit im Osten enttarnt selbstgerecht den kleinen Buchladen mit angeschlossenem Kulturhaus als Hort der Ewiggestrigen, was den „sogenannten und ausgesprochenen Generalboykott“, so Dagen, gegen die Buchhändlerin verstärkt.

Die meisten Alteingessenen am Elbhang lesen beide Berichte – wie stets – zwischen den Zeilen, sortierten die Lüge von der Wahrheit, denken sich ihren Teil und greifen zum Kulturteil der DNN. Die Neuzugezogenen jedoch glauben der Druckerschwärze und heulen empört auf. So waren sie also von der doch so sympathisch wirkenden blonden Frau hintergangen worden. Keinen Schritt mehr würden sie in ihren Buchladen tun.

In der DDR wäre Dagen vom Neuen Deutschland als „kaputter Typ“ bezeichnet worden und hätte Berufsverbot erhalten, im Deutschland des 21. Jahrhunderts gehen die Gesinnungswächter ähnlich vor: Kauft nicht bei Dagen. „Ich hätte allerdings nicht gedacht, daß danach so ein Sturm über mich hereinbricht“, gesteht die Buchhändlerin in einem Interview. Dagen, die sich in der „Rolle der widerständigen Ost-Frau“ sieht, muß sich in Dresdner Medien rechtfertigen. Deren Kulturredakteure fühlen sich provoziert, weil Dagen die Reihe „Aufgeblättert. Zugeschlagen. Mit Rechten lesen“ veranstaltet, Compact und Sezession Interviews gegeben hat. Es gibt sehr persönliche, ihr nahegehende Angriffe in den sozialen Netzwerken. Noch Ende Januar 2019 werden Hakenkreuze geschmiert.

Aber sie wird nicht nur geächtet, es gibt auch viele, die fest zu ihr stehen. Daß Geradlinigkeit, Offenheit und Widerstand zwar nicht vor Repressionen schützen, aber vor Erpressung, diese Lektion hat Dagen als Jugendliche in der DDR gelernt. So stärken sie die Angriffe auf die Unabhängigkeit ihrer Buchhandlung. Sie wird noch sensibler für Ungerechtigkeiten.

Ein halbes Jahr nach Erscheinen des Zeit-Beitrags (Dagen: „Der Artikel war eine Frechheit“) initiiert sie die „Charta 2017“, in der sie dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vorwirft, einen „Gesinnungskorridor“ vorzugeben, und kritisiert, daß „unsere Gesellschaft nicht mehr weit von einer Gesinnungsdiktatur entfernt“ sei. Namhafte Autoren unterschreiben. Vorausgegangen ist die Stigmatisierung sogenannter neurechter Verlage auf der Frankfurter Buchmesse.

Hatte Dagen gegenüber der Zeit noch versichert, keine Politikerin zu sein, sich keiner Partei andienen zu wollen und keiner Bewegung vorstehen zu wollen, wird sie im März 2018 ins Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung berufen. Dieses Engagement endet, als sie für ein Stadtratsmandat kandidiert. Seit September 2019 sitzt sie für die Freien Wähler im Dresdner Stadtrat und im Stadtbezirksbeirat von Dresden-Loschwitz.

Rausschmiß von einer Tagung war rechtswidrig

Zuvor hatte sie noch einmal für Schlagzeilen gesorgt, als sie nicht hinnimmt, daß sie von einer Tagung im Deutschen Hygiene-Museum wegen angeblicher Kontakte zur rechtsextremistischen Szene ausgeschlossen wird. Die Rolle der Inquisition übernehmen in diesem Fall neben staatlich alimentierten linken Vereinen die Bundeszentrale für politische Bildung, das Deutsche Hygiene-Museum, das Institut für Kommunikationswissenschaften der Technischen Universität Dresden und die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Diese begründen in einer gemeinsamen Stellungnahme den Rausschmiß: „Die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen (Buchhaus Loschwitz) hat in der Vergangenheit mehrfach ihre Unterstützung rechter Akteure und Ideologien bekundet.“ Sie positioniere sich damit am rechten Rand des politischen Meinungsspektrums, und obwohl man damit den „grundsätzlich offenen und demokratischen Diskurscharakter der Tagung punktuell“ einschränke, sei diese Zugangsbeschränkung „zum Schutz einzelner Teilnehmer*innen sowie zur Sicherstellung eines angstfreien Sprechens und Diskutierens“ sinnvoll.

Der Rauswurf sei rechtswidrig, urteilt das Landgericht Dresden später. Dagen seien keine Kontakte zur rechtsextremen Szene nachzuweisen, es habe keine Gründe gegeben, sie auszuschließen.

Dagen bleibt dabei, eine Konservative, eine Bürgerliche zu sein und zu diesen Werten zu stehen. Demokratie benötige Opposition und keine Opportunisten. 2019 überrascht sie die Dresdner Literaturfreunde mit ihrer hintersinnig „70 Jahre DDR“ benannten Gesprächsreihe, an der neben Uwe Tellkamp auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Bürgerrechtler Arnold Vaatz, die Journalisten Michael Klonovsky, Jan Fleischhauer und Alexander Wendt, die Lyriker Uwe Kolbe und Christian Lehnert, die Autorinnen Vera Lengsfeld und Monika Maron mitwirken.

„Liederabende, Gesprächsrunden und ein offenes Haus für demokratische Auseinandersetzung runden unseren Begriff von Kultur umfassend ab“, schreibt Dagen auf ihrer Internetseite. Auch in diesem Jahr will die Buchhändlerin im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsreihen „Begleiter, Kompaß, Anstifter und Unterhalter“ sein.

Am 7. März feiert sie ganz öffentlich „25 Jahre Buchhaus Loschwitz“.

> Die Bände aus der „EXIL“-Reihe sind im JF-Buchdeinst erhältlich.

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Nordkorea hat im Rahmen eines Militärmanövers ballistische Kurzsteckenraketen eingesetzt. Japan und Südkorea sind beunruhigt.

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