BERLIN. Der Medienanwalt Ralf Höcker hat wegen Anfeindungen und Drohungen seine politischen Ämter niedergelegt und ist aus der CDU sowie der WerteUnion ausgetreten. Höcker war Pressesprecher der WerteUnion. Auf Facebook teilte der Anwalt mit, in seiner Kanzlei hätten ihn anonyme Morddrohungen erreicht. „Schon vor längerer Zeit haben Unbekannte mich unter meiner Wohnanschrift ‘besucht’, und die Kölner Antifa hat gegen mich persönlich demonstriert.“ Das alles sei aber halb so schlimm, schrieb Höcker.

Und weiter: „Was ich allerdings heute erlebt habe, toppt alles. Mir wurde vor zwei Stunden auf denkbar krasse Weise klar gemacht, daß ich mein politisches Engagement sofort beenden muß, wenn ich keine ‘Konsequenzen’ befürchten will. Die Ansage war glaubhaft und unmißverständlich. Ich beuge mich dem Druck und lege mit sofortiger Wirkung alle meine politischen Ämter nieder und erkläre den Austritt aus sämtlichen politischen Organisationen.“ Er habe sowohl die WerteUnion als auch den Verband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) mitaufgebaut. Auf beides sei er stolz. „Jetzt geht es für mich nicht weiter. Das schmerzt mich sehr.“

WerteUnion trifft sich zu außerordentlichem Bundestreffen

Höcker war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Wie WerteUnion-Chef Alexander Mitsch jedoch dem Deutschlandfunk bestätigte, werde die Vereinigung am Samstag ein außerordentliches Bundestreffen veranstalten. Dort werde man über das weitere Vorgehen sprechen.

Die WerteUnion war seit der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen parteiintern heftig unter Beschuß genommen worden, weil sie die Wahl des FDP-Politikers zum Regierungschef mit den Stimmen der AfD gelobt hatte. Der CDU-EU-Abgeordnete Elmar Brok drohte mit Parteiausschlüssen und bezeichnete die Organisation als „Krebsgeschwür“, das man „mit aller Rücksichtslosigkeit“ bekämpfen müsse. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) legte WerteUnion-Mitgliedern indirekt den Parteiaustritt nahe.

(krk/ls)

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Einmal mehr hat sich die Linke als ideologisch geschulte Kaderpartei kommunistischen Ursprungs erwiesen, die vermeintliche Schwächen ihrer Gegner gnadenlos ausnutzt. Die umbenannte SED hat die demokratische, rechtsgültige Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten rasch zum Tabubruch umgedeutet und zugleich ahistorische Parallelen zur Weimarer Zeit gezogen. Als ob Kemmerich Reichspräsident Paul von Hindenburg und Björn Höcke Diktator Adolf Hitler wäre. Doch ist es der Linken gelungen, Union und FDP in die politische Defensive zu befördern, schlimmer noch, deren Spitzenpolitikern wahre Demutsgesten abzutrotzen.

So wurden die Etikettierungen der Linken von SPD, Grünen und auch der Union vielfach unüberlegt nachgeplappert, AfD Politiker als „Faschisten“ und „Nazis“ bezeichnet.  Wie oft will sich FDP-Chef Christian Lindner eigentlich noch dafür entschuldigen, daß sein Parteifreund Kemmerich die Wahl zum Regierungschef angenommen hat? Der wollte mit seiner Kandidatur ein Signal für die politische Mitte setzen, da sich der fraktionsintern umstrittene CDU-Chef Mike Mohring mangels Erfolgsaussichten nicht getraut hat.

+++Alle gegen Einen macht uns nur stärker!+++
Alexander #Gauland, Vorsitzender der #AfD-Fraktion im #Bundestag, stellt in der Aktuellen Stunde zu den Auswirkungen der Wahl des Ministerpräsidenten in #Thüringen klar: „Nicht einmal Walter Ulbricht wäre #Merkel gefolgt!“ pic.twitter.com/lB8E8MJR9r

— AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag 🇩🇪 (@AfDimBundestag) February 13, 2020

Nach der Wahl waren die bürgerlichen Parteien kopflos geworden, und die Linke witterte ihre Chance. Ihr Ziel war und ist es, das Kooperationsverbot der Union mit der Linken zunächst aufzuweichen, um es am Ende zu kappen. Deswegen hat sie im Bundestag eine Aktuelle Stunde beantragt. Schließlich waren die Stimmen in der CDU lauter und gewichtiger geworden, das Verhältnis zur Linken zu „normalisieren“. Die Linke wurde als „Gegner“, die AfD als „Feinde“ bezeichnet.

Wird die CDU Ramelow die Stimme verweigern?

Daß Vertreter anderer Parteien von Mitbewerbern zu „Feinden“ erklärt werden, ist neu und der eigentliche Tabubruch in der emotional aufgeheizten Debatte. Doch ließ die hitzige Debatte erkennen, daß sich Union und FDP nicht widerstandslos am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Will doch die Linke die Situation in ihrem „Kampf gegen Rechts“ ausnutzen, und bürgerliche Positionen wie Marktwirtschaft und Meinungsfreiheit sturmreif schießen.

Lindner hat dies gemerkt und auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ist ein Licht aufgegangen. Fehlende Distanz der Linken zur Gewalt, fehlende Distanz zu autoritären Regimen wie in Venezuela oder Kuba, fehlende Distanz zum DDR-Sozialismus trotz Mauermorde und politischer Gefangener sind nur einige Stichworte auf der blutroten Weste der Honecker-Nachfolger. Spätestens bei der erneuten Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten wird sich zeigen, ob die CDU ihr Wort halten kann und dem Linken Bodo Ramelow die Stimme verweigert.

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DRESDEN. Linksextremisten haben die Gedenkveranstaltung auf dem Dresdner Heidefriedhof für die Toten der alliierte Luftangriffe auf die Stadt vor 75 Jahren gestört. Sie skandierten „Nie wieder Deutschland!“, „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“ und „Oma, Opa und Hans-Peter: Keine Opfer, sondern Täter!“, entrollten Transparente und übertönten die Verlesung der Namen von Opfern.

Die teilweise vermummten Störer hatten Lautsprecher dabei und forderten, die Gedenkveranstaltung für die deutschen Bombentoten abzuschaffen. Aufgerufen zu den Protesten hatte unter anderem die Linksjugend Dresden.

„Antifa“ auf Heidefriedhof Foto: privat

 

Rund 2.000 Menschen zu der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof erschienen.  Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) äußerte sich empört über das Auftreten der Demonstranten. „Ich finde es unglaublich, was sich hier abspielt, ich bin empört. Die Leute, die so etwas machen, stellen sich außerhalb jeder Gedenkkultur“, sagte er laut Bild-Zeitung.

Trommler stören stilles Gedenken auf Altmarkt

Die AfD-Stadtratsfraktion legte auf dem Heidefriedhof ein Blumenarrangement mit 6.865 Blumen nieder. Die Zahl erinnert an die Toten der Luftangriffe, die dort begraben wurden.

AfD-Stadtratsfraktion legt Blumenarrangement nieder Foto: privat

Auch auf dem Altmarkt in Dresden demonstrierten linke Gruppen gegen das Erinnern an die Bombentoten. Unter dem Motto „Hope – fight racism” protestierten sie gegen eine geplante AfD-Veranstaltung. Zuvor hatte das „Aktionsbündnis zum 13. Februar 2020“ angekündigt, auch das stille Gedenken stören zu wollen. Zu diesem Zweck waren unter anderem Trommlergruppen aufgetreten.

13:50: Sambagruppen machen Stimmung bei einer sonst eher langweiligen Gedenkfeier auf dem Altmarkt #de1302 pic.twitter.com/n3gF9fWdjA

— KulturbüroSachsen (@KBSachsen) February 13, 2020

#Dresden – Weltmeister des Gedenkens (anschließend Sektempfang). Auszüge aus der feierlichen Einweihung des Obelisken #dd1302 pic.twitter.com/CCEmsRWEQS

— MISSION LIFELINE (@SEENOTRETTUNG) February 13, 2020

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BERLIN. Die AfD hat einen Nachlaß im Wert von mehreren Millionen Euro geerbt. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht der Partei für das Jahr 2018 hervor, der bei der Bundestagsverwaltung eingereicht wurde. Wie die JUNGE FREIHEIT erfuhr, bedachte der 2018 verstorbene Reiner Strangfeld die AfD mit einer Erbschaft, deren Wert bei etwa 7,4 Millionen Euro liegt.

Da es sich um Immobilien sowie Edelmetalle handelte, ließ sich die konkrete Summe erst nach einiger Zeit zusammenstellen. Nach Informationen der JF war Strangfeld kein Mitglied der AfD und der Partei bis zum Zeitpunkt der Erbschaft auch unbekannt.

Erst vor kurzem hatte die Spende eines Berliner Geschäftsmannes an die Partei für Schlagzeilen gesorgt. Der Unternehmer Christian Krawinkel bedachte den Thüringer Landesverband mit 100.000 Euro. Als Grund für die Spende nannte er die „aktuellen politischen Ereignisse in Thüringen“ nach der Ministerpräsidentenwahl. (krk)

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WIESBADEN. Die hessische Regierung hat eine Kampagne gegen Linksextremismus an Schulen verteidigt. „Präventionsmaßnahmen und Bildungsangebote zu den Themen Rechtsextremismus, Islamismus wie auch Linksextremismus rufen bundesweit immer wieder Kritik, insbesondere von dabei unmittelbar oder mittelbar thematisierten Gruppen, hervor“, zitiert die Frankfurter Rundschau einen Sprecher des Innenministeriums.

Für die Bildungs- und Präventionsarbeit sei jedoch einzig relevant, „daß es neben rechtsextremistischen und islamistischen auch solche verfassungsfeindlichen Bestrebungen gibt, die eine Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und die Errichtung eines totalitären, sozialistischen-kommunistischen Systems oder einer sogenannten ‘herrschaftsfreien Gesellschaft’ zum Ziel haben“.

Plakate an Schulen mit neunten und zehnten Klassen

Auch Kultusminister Alexander Lorz (CDU) wies Kritik an dem Projekt auf Nachfrage der Linkspartei im Landtag zurück. Die Plakate erklärten, „was Extremismus überhaupt ist“. Zudem zeigten sie den Schülern Möglichkeiten auf, „wie sie sich auf demokratischem Weg gegen gesellschaftliche Mißstände und für ihre Anliegen engagieren können, ohne extremistischen Demagoginnen und Demagogen zu verfallen“.

Das Land Hessen hatte die Plakate mit zehn verschiedenen Motiven an alle hessischen Schulen mit einer neunten oder zehnten Klasse geschickt. Die schwarz-grüne Regierung möchte damit auf die Gefahren des Linksextremismus aufmerksam machen. Erstellt wurden sie von der „Stiftung Jugend und Bildung“, dessen Präsident der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Alexander Jehn ist, sowie dem Eduversum Verlag.

GEW-Gutachter empört

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beauftragte daraufhin ein Gutachten bei Frankfurter Pädagogen. Demzufolge sei das Projekt „eindeutig als wissenschaftlich, pädagogisch und didaktisch nicht haltbar“ einzustufen. Das Material müsse unverzüglich aus den Schulen entfernt und bildungs- und sicherheitspolitisch aufgearbeitet werden.

Die Kritiker stören sich zum einen an der Gewichtung des Linksextremismus, da nur auf einem der zehn Plakate auch Rechtsextremismus und Islamisten erwähnt würden. Zum anderen lese sich die Kampagne wie ein „didaktisierter und illustrierter Verfassungsschutzbericht“. Außerdem hätte die Zahl der gewaltbereiten Akteure dieser Gruppierungen berücksichtig werden müssen und nicht die absolute Zahl. Dann wären Rechtsextremisten an erster Stelle gestanden, verdeutlichen die Pädagogen. (ls)

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Maßlose Attacken führender CDU-Politiker gegen die WerteUnion, ein Zusammenschluß konservativer und wirtschaftsliberaler CDU/CSU-Mitglieder ohne den Status einer parteiinternen Gliederung, dokumentiert das gewaltige Spaltungspotential der Union. Stellvertretend für die Führungsriege der CDU ereiferte sich der frühere Europa-Parlamentarier Elmar Brook über das „Krebsgeschwür“ WerteUnion. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sekundierte mit dem Vorwurf, die WerteUnion sei „eine Beleidigung für CDU-Mitglieder“.

Dies leitet über zu der Frage, warum sich antikonservative Affekte und schwarz-grüne Sehnsüchte so tief in die DNA der CDU hineingefressen haben. Man kann zwar vieles, aber nicht alles auf die DDR-sozialisierte Angela Merkel schieben. Auch die berühmt-berüchtigte „Pizza-Connection“ der 1990er Jahre, ein Gesprächskreis junger Bundestagsabgeordneter aus CDU und Grünen, war allenfalls ein Durchgangsstadium.

Letztes Alpenglühen politischer Hygiene

Warum haben sich Armin Laschet, Norbert Röttgen, Ronald Pofalla und die Saarländer Peter Altmaier und Peter Müller damals so hingabevoll und herzklopfend mit grünen Ideologen verabredet? Intellektuelle Neugier hätte auch mit anderen Gesprächspartnern befriedigt werden können. Die Wiedervereinigung hätte man − notfalls in Gegnerschaft zum EU-beseelten Helmut Kohl − als Steilvorlage nutzen können, um den ausufernden Internationalismus, Egalitarismus  und Wertrelativismus der Linken wirksam einzudämmen.

Heute berufen sich Altmaier und Laschet auf das „christliche Menschenbild“ und gelten parteiintern als „Liberale“. Mit der konservativ-liberalen Prägung der traditionellen CDU verbindet sie allerdings ebensowenig wie Papst Franziskus mit der ägyptischen Muslimbruderschaft. Die Frage ist erlaubt, warum sich diese beiden, aber beispielsweise auch Tobias Hans, Elmar Brook oder der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther nicht einfach das Parteibuch der Grünen abholen.

Bringen wir es auf den Punkt: Die WerteUnion ist alles andere als ein „Krebsgeschwür“. Mit ihrem Konservatismus und Nationalliberalismus ist sie das letzte Alpenglühen politischer Hygiene in der CDU. Davon abgesehen muß man kein Mathematiker sein, um zu erkennen, daß sich SPD, Grüne und die Linkspartei im linken Spektrum geradezu drängeln.

Kein Platz für die CDU im linken Spektrum

Für eine Volkspartei CDU/CSU gibt es dort keinen komfortablen Platz. Wenn sich die Union dennoch mit Gewalt hineinquetscht, dürfte sie den Grünen ein paar Prozentpünktchen abnehmen, aber die Mehrheit ihrer bürgerlichen Wähler an FDP und AfD verlieren. Tendenz steigend – denn die großen Krisenzeiten mit echten Entbehrungen für den Mittelstand werden nicht lange auf sich warten lassen.

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Der einsame Klang einer Glocke im Gewittergrollen läutete vor 50 Jahren eine neue Ära der Musikgeschichte ein. Am 13. Februar 1970 veröffentlichten die Musiker von Black Sabbath ihr gleichnamiges erstes Album. Rückblickend wurden die vier Briten aus Birmingham damit zu den Vätern des Heavy Metal.

Mit dem, was ein halbes Jahrhundert später gemeinhin unter dieser Musikrichtung verstanden wird, hatten die acht Stücke von damals noch nicht viel zu tun. Dennoch war das Album der Beginn einer musikalischen Revolution. Für damalige Verhältnisse bot die Platte harten Rock mit düsteren Elementen, was auch am markanten Gesang von John Michael „Ozzy“ Osbourne lag. Daran änderte auch der Umstand nichts, das die Kompositionen für heutige Hörer unerwartet weich klingen mögen. Den Einsatz einer Mundharmonika, wie im Stück „The Wizard“, würde man zudem nicht bei einer klassischen Heavy Metal Band vermuten.

Ein halber Tag reichte für das Album

Die Idee für den okkult anmutenden Namen lieferten den vier Schulfreunden Horrorfilme. So benannte sich die Gruppe nach einem Gruselfilm mit dem Schauspieler Boris Karloff. „Wir dachten uns: Wenn die Leute im Kino Geld bezahlen, um sich erschrecken zu lassen, dann könnte das auch mit Musik funktionieren“, begründete Osbourne im Spiegel-Interview rückblickend die Entscheidung. Um auch die passende Musik zu spielen, verlegten sie sich fortan auf härtere, düstere Klänge.

In gerade einmal zwölf Stunden spielten sie die Stücke für das Debut-Album ein. „Wir schafften das, weil wir sie schon bei Auftritten einstudiert hatten“, so Osbourne. Denn schon vor der ersten Veröffentlichung spielten Black Sabbath auf Tourneen unter anderem in Deutschland.

„Niemand spielte so wie wir“

Mit ihrem ersten Tonträger hatten die Musiker einen Weg eingeschlagen, den sie wenige Monate später mit ihrer zweiten Platte weiterverfolgten. „Paranoid“ bot bereits den typischen Klang der Gruppe, rauer und aggressiver als das Debut. Bis heute gilt es als eine der einflußreichsten Veröffentlichungen der Rock- und Heavy-Metal-Geschichte. Sie beeinflußte auch spätere Größen aus England wie Iron Maiden. Das Titelstück gehört zu den Klassikern der Briten.

Osbourne kümmerte es wenig, ein neues Musik-Genre erfunden zu haben. Sie hätten einfach nur Rock Musik ohne kommerzielles Kalkül gespielt. „Niemand spielte so wie wir“, kommentierte er die damalige Situation Jahrzehnte später lapidar im Wall Street Journal.

Ungeachtet dessen sollten Black Sabbath in den folgenden Dekaden zu einer der erfolgreichsten und weltweit bekanntesten Gruppen werden. Sie verkauften Millionen Alben und inspirierten unzählige Musiker. Im Februar 2017 standen Black Sabbath in ihrer Heimatstadt das letzte Mal auf der Bühne. Doch auch nach dem Ende der Gruppe zieht sich Osbourne nicht aufs Altenteil zurück. Am 21. Februar erscheint sein mittlerweile zwölftes Solo-Album.

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BERLIN. Die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD hat nach Ansicht von Amtsvorgänger Bodo Ramelow (Linkspartei) dem Ansehen des Freistaats weltweit geschadet. „Auf der ganzen Welt hat man gesehen, daß in Thüringen neunzig Jahre nach dem Tabubruch ein neuer Tabubruch stattgefunden hat“, beklagte Ramelow in der ARD-Sendung „Maischberger die Woche“ am Mittwoch abend. Er spielte damit darauf an, daß in Thüringen die NSDAP 1930 zum ersten Mal in ihrer Geschichte an einer Landesregierung beteiligt worden war.

Gleichzeitig rechtfertige Ramelow es, daß er sich zur Wahl gestellt hatte, obwohl Linkspartei, SPD und Grüne nicht über die notwenige Mehrheit im Parlament verfügten, um ihn zum Ministerpräsidenten zu machen. „Der Wahlsieger aus Thüringen sitzt vor Ihnen“, sagte Ramelow zu Moderatorin Sandra Maischberger. Keine andere Partei habe bei der Landtagswahl im vergangenen Oktober mehr Stimmengewinne für sich verbuchen können als die Linkspartei.

Ramelow beklagte zudem, seit den Ereignissen vom vergangenen Mittwoch würden nicht nur er, sondern auch seine Familie bedroht. Dies habe ein bislang für ihn nicht bekanntes Ausmaß angenommen. „Die Identitäre Bewegung hat sich aufgemacht, mich zum Feind Nr. 1 in Deutschland zu machen. Meine Familie steht unter Polizeischutz, ich stehe unter Polizeischutz. Ich erlebe seit Mittwoch eine Situation, wie ich sie in fünf Jahren nicht erlebt habe“, berichtete der Linken-Politiker. Er habe schon in der Vergangenheit schwere Zeiten in Thüringen mitgemacht. „Ich habe das Massaker am Gutenberg-Gymnasium erlebt. Aber so etwas, was ich seit Mittwoch erlebe, was meine Familie erlebt, das haben wir noch nie erlebt!“

#kemmerichruecktritt #ThueringenWahl
Hier unser Video über die #Neuwahlen in #Thueringen, betreut durch die #DDR-Clowns von @bodoramelow:https://t.co/WozRf1Lrjo

— Identitäre Bewegung (@IBDeutschland) February 12, 2020

(krk)

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ERFURT. Der Vizefraktionschef der CDU im Thüringer Landtag, Michael Heym, hat die Einmischung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten scharf kritisiert. „Da habe ich mich an tiefste DDR-Zeiten erinnert gefühlt“, sagte Heym der Nachrichtenagentur dpa.

Gleichzeitig räumte Heym mit der Vorstellung auf, die Wahl Kemmerichs mit den Stimmen von AfD, CDU und FDP sei überraschend gekommen. „Es war der gesamten Fraktion bekannt, daß das passieren kann“, betonte er. Es sei eine „kollektive Entscheidung“ gewesen, auf die man sich einstimmig geeinigt habe. Heym unterstrich, daß es sich um eine demokratische Wahl gehandelt habe, die „nicht schlimm“ gewesen sei.

FDP stellte über 100 Strafanzeigen

Nach der Wahl Kemmerichs wurde vor allem die FDP zum Opfer einer Welle des Hasses. So attackierten mutmaßliche Linksextremisten das Haus der mecklenburg-vorpommerischen FDP-Politikerin Karoline Preisler mit Feuerwerkskörpern. Sie und ihre kleine Tochter mußten daraufhin fliehen. Die Hamburger FDP meldete, unzählige ihrer Plakate für den Landtagswahlkampf seien zerstört worden.

Kemmerich, der am vergangenen Wochenende sein Amt als Ministerpräsident aufgegeben hatte, erhalte rund um die Uhr Personenschutz, teilte die FDP dem Tagesspiegel mit. „Auch seine Familie wird bedroht und muß geschützt werden.“ Die Thüringer Landesgeschäftsstelle werde bewacht. Die Partei habe bereits mehr als 100 Strafanzeigen gestellt. (tb)

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In der nicht enden wollenden Debatte über die tatsächliche Zahl der Opfer infolge der anglo-amerikanischen Luftangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 spielt die Zahl der Flüchtlinge, welche damals in der Elbestadt weilten, eine entscheidende Rolle. Seit Beginn der sowjetischen Offensiven an der Ostfront hatten Hunderttausende von Zivilisten aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen versucht, sich vor der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Ein erheblicher Teil dieser Menschen gelangte per Eisenbahn über Dresden nach Westen, weil die Gleisanlagen in Sachsen noch weitgehend intakt waren.

Gleichzeitig fanden aber auch rund 500.000 frühere Einwohner Schlesiens längere Aufnahme in der Region. Deshalb ist anzunehmen, daß sich im Februar 1945 eine größere Menge von Flüchtlingen in Dresden befand, als „Elbflorenz“ durch den Abwurf von rund 800.000 Spreng- und Brandbomben in Schutt und Asche sank.

Zeitzeugen widersprechen Historikern

Genau dieser Umstand wurde jedoch von der städtischerseits einberufenen Historikerkommission unter der Leitung von Rolf-Dieter Müller vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Zweifel gezogen. In dem Teil des Abschlußberichtes des Gremiums, in dem es um die Flüchtlingsfrage ging, urteilte Rüdiger Overmans auf der Basis äußerst kleiner Stichproben aus den verfügbaren zeitgenössischen Auflistungen, „daß nur in ganz geringfügigem Umfang – allenfalls in der Dimension einer niedrigen vierstelligen Zahl – Flüchtlinge vermißt werden“, welche sich zum Zeitpunkt der Angriffe in Dresden aufgehalten haben könnten.

Historiker, die wie Overmans von extrem wenigen Opfern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ausgehen, argumentieren meist so: Zum einen habe es in Dresden eine Zuzugssperre gegeben, seit die Stadt am 1. Januar 1945 zum „Festungsbereich“ erklärt worden war, zum anderen seien die Evakuierungszüge immer sehr schnell durch die Elbmetropole geschleust worden. Und von denjenigen, die zumindest die Existenz von größeren Flüchtlingskontingenten in Dresden zugestehen wollen, gehen viele davon aus, daß sich die Aufnahmelager an der nicht bombardierten Peripherie der Stadt befunden hätten. Allerdings sprechen die Tatsachen und zahlreiche Berichte von Augenzeugen eine ganz andere Sprache.

So kamen die ersten Flüchtlinge keineswegs erst Anfang 1945 nach Dresden, sondern bereits im August 1944 – hierbei handelte es sich um Deutsche vom Balkan. Und sie lebten zweifellos auch in Sammelunterkünften innerhalb der Stadt. Darüber hinaus waren zahlreiche der neu angekommenen Zivilisten aus Schlesien und den anderen Kriegsgebieten zentrumsnah in privaten Wohnhäusern einquartiert worden, wie beispielsweise dem mit der Adresse Bürgerwiese 25. Hiervon berichtete unter anderem die bekannte Tänzerin Gret Palucca. Der Verbleib vieler Flüchtlinge in Dresden resultierte daraus, daß sie nach den Strapazen der letzten Wochen zu krank oder zu schwach zur Weiterreise waren.

Zwanzig Züge voller Flüchtlinge aus dem Osten

Ebenso kampierten größere Gruppen von Schlesiern, die sich mit eigenen Gespannen nach Dresden durchgeschlagen hatten, am Rande des Großen Gartens und im Bereich des Ausstellungsgeländes sowie der Elbwiesen. Andere gestrandete Flüchtlinge wiederum suchten unter den Unterführungen unweit der drei größeren Bahnhöfe Dresdens Schutz. Viele Evakuierungszüge waren nämlich nur bis Dresden-Hauptbahnhof, Dresden-Neustadt oder Dresden-Friedrichstadt gelangt und dann dort liegengeblieben. Denn es mangelte an Lokomotiven – die Transporte an die Front gingen vor. Laut Aussage des Zeitzeugen Hans-Joachim Droll steckten zu Beginn der Luftangriffe vom Februar 1945 um die zwanzig Züge voller Flüchtlinge aus dem Osten in Dresden fest.

Diese fand man später komplett zerstört und ausgebrannt vor, was wenig verwundert, da die Bahnhöfe zu den bevorzugten Angriffszielen gezählt hatten. Über die große Zahl von Leichen dort legte beispielsweise der Luftkriegshistoriker Götz Bergander, der 1945 selbst vor Ort gewesen war, Zeugnis ab. Und der Mitarbeiter der städtischen Vermißtennachweiszentrale Hanns Voigt bezifferte die Gesamtzahl der toten Zivilisten alleine im Bereich des Hauptbahnhofes auf 7.000 bis 10.000.

Alliierte griffen Gebiete ohne wirtschaftliche und militärische Bedeutung an

Außerdem wären da noch die Flüchtlinge im Großen Garten und auf den anderen Freiflächen innerhalb der Stadt. Während der zweiten Angriffswelle am frühen Morgen des 14. Februar 1945 lagen auch diese Areale ohne jedwede wirtschaftliche oder militärische Bedeutung im Bombenhagel der Royal Air Force. Wie unschwer nachzuvollziehen ist, hatten die dort weilenden Menschen aufgrund des Fehlens von Luftschutzkellern und ähnlichen Einrichtungen kaum eine Überlebenschance.

Aus all dem läßt sich logisch schlußfolgern, daß in Dresden mehr als nur ein wenige Tausend Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten getötet worden sein müssen, weswegen die von der Müllerschen Historikerkommission genannte und seither als „endgültig“ gepriesene Gesamtzahl der Bombentoten vom 13./14. Februar 1945 von 25.000 kaum zutreffend sein kann.

Andererseits waren aber wohl auch nicht „Hunderttausende“ Flüchtlinge dem Angriff auf Dresden zum Opfer gefallen. Dies ergibt sich schon alleine aus dem Umstand, daß die zivilen Kriegs- und Vertreibungsverluste unter der Einwohnerschaft Schlesiens, welcher höchstwahrscheinlich die meisten der in Dresden ums Leben gekommenen Flüchtlinge entstammten, bei insgesamt rund 490.000 Toten lagen – so jedenfalls die weitgehend seriös anmutende Schätzung des Statistischen Bundesamtes vom Oktober 1956 auf der Basis von gerichtlichen Todeserklärungen und anderen Dokumenten.

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