STUTTGART. Porsche-Chef Oliver Blume hat die Ankündigung des ADAC, sich künftig nicht mehr gegen ein Tempolimit auf Autobahnen zu positionieren, kritisiert. „So wie viele Porschefahrer und auch viele meiner Kollegen im Unternehmen sehe ich die Tempofreiheit in Deutschland als eine persönliche Freiheit an“, sagte Blume der Welt. „Man sollte den Menschen diese Freiheit lassen.“

Dafür spreche auch, daß die Unfallhäufigkeit auf Autobahnen fünfmal geringer als auf Landstraßen sei. „Ich bin gegen ein Tempolimit an Stellen, an denen man sicher fahren kann, ohne andere Menschen zu gefährden“, stellte er klar.

ADAC-Mitglieder mehrheitlich gegen Tempolimit

Zuvor hatte der Vizepräsident Verkehr des ADAC, Gerhard Hillebrand, verlauten lassen, sein Verband wolle sich in der Debatte über ein Tempolimit nicht mehr festlegen. Der ADAC sei „nicht mehr grundsätzlich“ gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Man wolle die emotional geführte Debatte versachlichen.

Zuvor hatte eine Umfrage unter ADAC-Mitgliedern ergeben, daß 50 Prozent gegen ein Tempolimit und 45 Prozent dafür sind. Um eine „belastbare Entscheidungsgrundlage“ zu haben, solle eine umfassende Studie die Auswirkungen einer Geschwindigkeitsbegrenzung klären.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat unterdessen seine Ablehnung eines Tempolimits untermauert. Man fordere „alle Akteure auf, die Mehrheitsentscheidung des Bundestags aus dem Herbst nicht weiter in Frage zu stellen“, teilte der Verband in einer Stellungnahme mit. (tb)

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ZAGREB. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat Österreichs Ablehnung einer Verteilung von Migranten auf die EU-Mitgliedsstaaten bekräftigt. Mit Blick auf die Situation auf den griechischen Inseln sagte Nehammer bei einem Treffen der EU-Innenminister in Zagreb laut der Nachrichtenagentur AFP: „Es kommen immer mehr Menschen nach. Immer mehr machen sich auf den Weg über das Mittelmeer und immer mehr Menschen ertrinken. Da müssen wir sehr konsequent unsere Linie halten.“

Diese Linie müsse sein, „geschlossen den Kampf gegen die illegale Migration und gegen die Schlepperei“ zu führen. Es sei falsch, „daß die Menschen von griechischen Inseln in Richtung Festland gebracht werden, denn das wird dazu führen, daß die organisierte Kriminalität der Schlepperei wieder mehr Menschen auf die Inseln zuführen wird”, stellte Nehammer klar. Die meisten der Migranten seien ohnehin Wirtschaftsflüchtlinge, ergänzte er. Seenotrettung dürfe kein Ticket nach Europa bedeuten.

Seehofer mahnt „europäische Solidarität“ an

Kritik an der österreichischen Position kam von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Er appellierte an die „europäische Solidarität“ bei der Flüchtlingsverteilung. Sollte das nicht gelingen, werde es zu einem ungeordneten Ablauf kommen, „mit allen Risiken, die bei einem Kontrollverlust dann eintreten. Das haben wir alle schon erlebt, auch die Österreicher.”

Zuvor hatte Nehammer bereits erklärt, daß sich Österreich aus dem EU-Resettlementprogramm zurückziehen werde. „Wir werden der EU-Kommission melden, daß wir keine Personen nehmen“, ließ Nehammer über eine Sprecherin mitteilen. Laut der EU-Kommission hatte sich Österreich im vergangenen Juni zur Aufnahme von 229 Migranten bereiterklärt.

„Wir leisten als kleines Land Österreich bereits jetzt einen überproportional großen Beitrag“, begründete Nehammer die Haltung seiner Regierung. Über das Resettlementprogramm plant Brüssel, 30.000 Personen aus Krisenländern zu holen und sie in Europa neu anzusiedeln. Für jede aufgenommene Person erhält ein Land 10.000 Euro von der Kommission. Zusätzlich hatte Nehammer zu Beginn der Woche „grenznahe“ Asylzentren im Osten und Süden der Alpenrepublik angekündigt. Anders als Österreich hatte die Bundesregierung angekündigt, 2020 erneut Einwanderer über das Resettlementprogramm aufzunehmen. Für 2018 und 2019 hatte die Bundesregierung Brüssel die Aufnahme von 10.200 Migranten zugesichert. Für 2020 ist von 5.500 die Rede. (tb)

 

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Was bedeutet “woke” auf Deutsch?

On January 24, 2020, in Schall und Rauch, by admin

Wer sich mit der englischsprachigen politischen Welt beschäftigt, trifft immer mehr auf den Begriff “woke”, der für mich kein deutsches passendes Äquivalent hat. Vielleicht finden wir eins mit diesem Artikel.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist ein Kind seiner Zeit und so ganz von ihren Eigenarten geprägt. Wenn er eines Tages aus dem Schloß Bellevue auszieht, wird man ihm dieses Abgangszeugnis ausstellen: „Er war stets bemüht, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen.“ Was für einen normalen Arbeitnehmer vernichtend ist, kann für ein Staatsoberhaupt kein Kompliment bedeuten.

Doch bleiben wir bei der Betrachtung seiner Rede, die er gestern in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gehalten hat, zunächst beim Positiven. Steinmeier hat seine Trauer bekundet und dann versucht, der Gebetsmühlen-Formel von der „deutschen Verantwortung“ einen Inhalt zu geben: „Wir bekämpfen den Antisemitismus! Wir trotzen dem Gift des Nationalismus! Wir schützen jüdisches Leben! Wir stehen an der Seite Israels!“

Neudeutscher Größenwahn

Der Kampf gegen den Antisemitismus ist Konsens in Deutschland, den Schutz jüdischen Lebens eingeschlossen. Das deutsch-israelische Sonderverhältnis ist allgemein anerkannt, was nicht heißt, daß Deutschland sich mit der israelischen Politik identifizieren muß. Der Nationalismus ist allerdings kein deutsches Problem, jedenfalls nicht in der von Steinmeier gemeinten Form. Begriffe wie „französischer Erbfeind“ oder „polnische Wirtschaft“ sind aus dem aktiven Wortschatz verschwunden, und niemand vermißt sie.

Doch der Nationalismus kann sich auch als postnationales Erweckungserlebnis und Sendungsbewußtsein äußern. 1988 verkündete der SPD-Politiker Oskar Lafontaine, aufgrund ihrer Erfahrungen mit einem „pervertierten Nationalismus“ seien die „Deutschen geradezu prädestiniert“, den Nationalstaat zu überwinden und die führende Rolle bei der „supranationalen Vereinigung Europas zu übernehmen“.

Lafontaine beschwor die „felix culpa“, die selige, weil heilsnotwendige Schuld, wobei er sich kühn über die Tatsache hinwegsetzte, daß die anderen Europäer ihre Denationalisierung überhaupt nicht wollten. Dieser neudeutsche Größenwahn, der sich auf angebliche „Lehren aus der deutschen Geschichte“ beruft, brach sich prompt in einem ARD-Kommentar zur Jerusalemer Gedenkveranstaltung Bahn. Es begann mit einem Eigenlob: „Ja, vieles war würdig und überzeugend, und dazu hat der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beigetragen.“

Die heiße Nah- wird zu einer kalten Fernerinnerung

Eine scharfe Rüge traf Benjamin Netanjahu und Wladimir Putin: „Unwürdig war dagegen, wie Israel und Rußland diesen Gedenktag teilweise kaperten“ und „ihre eigene politische und erinnerungspolitische Privatparty“ feierten. Ein mit Witz begabter Kommentator schrieb im Netz, daß „nur die Deutschen noch zu einem ‚würdigen‘ Holocaust-Gedenken imstande sind, während die Juden alles ruinieren“.

Total banal war Steinmeiers Forderung, es dürfe „keinen Schlußstrich unter das Erinnern geben“. Erinnerung ist die Vergegenwärtigung von etwas Vergangenem. Die Zeit aber ist ein Fluß, der uns weiterträgt. Ein Großverbrechen wie der Holocaust bleibt ein erratischer Block, der aus den Fluten ragt, was nichts daran ändert, daß der Fluß der Zeit uns von ihm entfernt, so daß aus der „heißen“ Nah- allmählich eine „kalte“ Fernerinnerung wird. So will es das Leben selbst.

Die Versuche, durch Indoktrination eine „heiße“ Vergegenwärtigung künstlich herbeizuführen, führt allenfalls zur Neurose und zur Verfälschung des geschichtlichen Ereignisses selbst. Das wußte schon Friedrich Nietzsche: „Die Frage aber, bis zu welchem Grade das Leben den Dienst der Historie überhaupt brauche, ist eine der höchsten Fragen und Sorgen in betreff der Gesundheit eines Menschen, eines Volkes, einer Kultur. Denn bei einem gewissen Übermaß derselben zerbröckelt und entartet das Leben, und zuletzt auch wieder, durch diese Entartung, selbst die Historie.“

Antisemitismus als nationale Exklusivware

Steinmeier ist, wie gesagt, völlig ein Kind seiner Zeit. Nichts in seinem Handeln und in seiner Rhetorik ragt über ihre Denk- und Verhaltensmuster hinaus. Erwartbar waren daher die pauschalen nationalen Selbstanklagen. Er wünsche sich, sagen zu können, die Deutschen hätten für immer aus der Geschichte gelernt. „Aber das kann ich nicht sagen, wenn Haß und Hetze sich ausbreiten. Das kann ich nicht sagen, wenn jüdische Kinder auf dem Schulhof bespuckt werden. Das kann ich nicht sagen, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Kritik an israelischer Politik kruder Antisemitismus hervorbricht. Das kann ich nicht sagen, wenn nur eine schwere Holztür verhindert, daß ein Rechtsterrorist an Jom Kippur in einer Synagoge in Halle ein Blutbad anrichtet.“

Ob das Wort „Rechtsterrorist“ den Mörder von Halle treffend und erschöpfend bezeichnet, wäre noch die Frage. Antisemitische Verbrechen gibt es auch in Frankreich, in den USA und anderswo, nur hüten sich deren Repräsentanten, sie im Ausland als nationale Exklusivware zu präsentieren. Außerdem: Wer in Deutschland haßt Juden? Wer hetzt gegen sie? Wer bespuckt jüdische Kinder auf dem Schulhof? Vor diesen naheliegenden Fragen wich der Bundespräsident in metaphysische Gefilde aus.

Er nannte „böse Geister“, die „sich heute in neuem Gewand“ zeigen und „ihr antisemitisches, ihr völkisches, ihr autoritäres Denken als Antwort für die Zukunft, als neue Lösung für die Probleme unserer Zeit“ präsentieren. „Natürlich: Unsere Zeit ist nicht dieselbe Zeit. Es sind nicht dieselben Worte. Es sind nicht dieselben Täter. Aber es ist dasselbe Böse.“

Steinmeier stellt Opposition als Wiedergänger der NS-Verbrecher dar

Im aktuellen Kontext und im Zusammenhang mit seinen früheren Äußerungen kann das nur so verstanden werden: Das deutsche Staatsoberhaupt brandmarkt vor einem internationalen Forum die größte Oppositionspartei und generell die Kritiker der Politik Angela Merkels – die Steinmeier in unterschiedlichen Funktionen mitgetragen hat – als camouflierte Wiedergänger der NS-Verbrecher.

Das ist billig! Das ist bösartig! Das stiftet Unfrieden! Das ist Amtsmißbrauch! Das ist der Mißbrauch einer internationalen Gedenkfeier und von wehrlosen Toten zu innen- und parteipolitischen Zwecken.

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BERLIN. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat sich zufrieden über die Entscheidung der Berliner Landesschiedskommission geäußert, Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Das Urteil des Gremiums mache deutlich, daß „für Thilo Sarrazin und seine verächtlichen Thesen kein Platz in der SPD“ sei, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Der frühere Finanzsenator Sarrazin habe mit seinen Büchern und dem Wahlkampfauftritt für die FPÖ den Sozialdemokraten „schweren Schaden zugefügt“. Klingbeil unterstrich die Meinung des SPD-Parteivorstands: „Antimuslimische und rassistische Positionen sind mit den Grundwerten der SPD nicht vereinbar. Die SPD steht für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, wer spaltet und hetzt, hat in unseren Reihen nichts verloren.“

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach warf Sarrazin auf Twitter vor, als erster „prominent rassistische Theorien in die Politik getragen“ zu haben und so den Aufstieg der AfD mitzuverantworten. In Zukunft könne er die SPD jedoch nicht mehr „mißbrauchen“.

Sarrazin kann in Zukunft nicht mehr die SPD missbrauchen, um seine kruden islamophoben Gentheorien zu verkaufen. Er war der Erste, der prominent rassistische Theorien in die Politik getragen hat. Sogar am Aufstieg der AfD hat er Anteil. Er beschämt die SPD https://t.co/ogA47LiULf

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) January 23, 2020

Sarrazin hofft auf bessere Einsicht in nächster Instanz

Sarrazin wertete die Entscheidung des Schiedsgerichts als Ausdruck des Meinungskampfes in der SPD. „Es gibt jetzt Funktionäre, die meine Meinung in der Partei nicht mehr dulden wollen“, sagte er der Welt. Zugleich betonte er, daß er in den Jahrzehnten seiner Mitgliedschaft seine politischen Positionen nicht geändert habe. Aber die SPD habe sich verändert. Er hoffe, daß sich die Sozialdemokraten thematisch wieder breiter aufstellten.

Von vielen Parteimitgliedern wisse er, daß sie das Ausschlußverfahren für Unsinn hielten, so Sarrazin weiter. Mit Blick auf die Entwicklung bekannte er: „Ich bin Optimist und hoffe auf die bessere Einsicht in der nächsten Instanz.“

Die immer wieder geäußerten Vorwürfe der Islamfeindlichkeit wies Sarrazin zurück. Religionskritik müsse man aushalten. Hätte er ein kritisches Buch über den Papst oder die katholische Kirche geschrieben, wäre der Aufschrei ausgeblieben, zeigte sich der Bestseller-Autor überzeugt. „Komisch, daß der Islam offenbar anders behandelt werden soll als andere Religionen.“ (ag)

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WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme am Marsch für das Leben an diesem Freitag in Washington angekündigt. „Bis zum Freitag“, schrieb er auf Twitter über einen von ihm geteilten Werbefilm zu der größten Lebensschutzveranstaltung des Landes.

Trump wäre somit der erste US-Präsident, der an der jährlichen Kundgebung teilnimmt. „Er wird der erste Präsident in der Geschichte sein, der teilnimmt und wir freuen uns, daß er persönlich erleben kann, wie leidenschaftlich unsere Teilnehmer sich für das Leben und das Lebensrecht von Ungeborenen einsetzen“, sagte „March for Life“-Präsidentin Jeanne Mancini. Sie pries den Präsidenten und seine Regierung als „konsequente Vorkämpfer für das Leben“.

Planned Parenthood ist wütend

Auch Außenminister Mike Pompeo warb auf Twitter für die Veranstaltung, die er als „größte jährliche Menschenrechtsdemonstration in der Welt“ bezeichnete. Der größte Abtreibungsanbieter des Landes, Planned Parenthood, kritisierte die Ankündigung Trumps.

Seit seinem ersten Tag in Amt habe sich Trump dafür eingesetzt, Zugang zu legalen Abtreibungen zu unterminieren. „Laßt uns sicherstellen, daß er ab dem kommenden Jahr wieder Privatmann ist“, schrieb die Organisation auf Twitter mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im November.

In der Vergangenheit richteten neben Trump zwei Präsidenten, Ronald Reagan und George W. Bush, per Telefon Grußworte an die Teilnehmer. Im vergangenen Jahr nahm Vizepräsident Mike Pence teil. Der Marsch für das Leben findet seit 1974 jährlich in der amerikanischen Hauptstadt statt. Er war eine Reaktion auf das Urteil des Supreme Courts (Roe vs. Wade) von 1973, mit dem Abtreibung landesweit legalisiert wurde. (tb)

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BERLIN. Ein Bericht der Bundesregierung hat vor einer steigenden Migration von der Türkei nach Europa und insbesondere Deutschland gewarnt. „Vor dem Hintergrund des hohen Migrationsdrucks, der gesunkenen Akzeptanz in der Bevölkerung sowie der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land intensivieren die türkischen Behörden die Maßnahmen gegen Migranten“, heißt es in dem Dokument, das der Bild-Zeitungvorliegt.

Viele türkische Gemeinden „lehnten es ab, neue syrische Flüchtlinge aufzunehmen“. Allein in Istanbul hätten seit dem härteren Durchgreifen der Regierung 100.000 Syrer die Stadt verlassen. Zudem erhöhe das seit Dezember geltende Gesetz „zur Verschärfung der Asyl- und Abschiebepraxis“ den Druck auf Einwanderer. Unter anderem verwehrt es abgelehnten Asylbewerbern die Sozialhilfe und Gesundheitsfürsorge. Illegale sollen außerdem die Abschiebekosten selbst tragen. Wer die Türkei verläßt, kann den Schutzstatus verlieren. Schleuser erwarteten daher ein gutes Geschäft, würden sich verstärkt vernetzen und Preise absprechen.

Bis 6. Januar bereits 1.081 Illegale

Im österreichischen Burgenland hatten Behörden in den ersten drei Wochen dieses Jahres bereits rund 250 illegale Einwanderer registriert. In Niederösterreich waren es allein am vergangenen Wochenende 70 Personen, zumeist aus Afghanistan.  Der ehemalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) warnte mit Blick auf die neue Regierung in Österreich: „Die Schlepper hören die Signale von Schwarz-Grün schon laut und deutlich.“

Zwischen Januar und Mitte Dezember vergangenen Jahres kamen mehr als 70.000 illegale Migranten aus der Türkei nach Europa. Bis zum 6. Januar sollen es 1.081 Illegale gewesen sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft sich am Freitag mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara, um über den Flüchtlingspakt zu beraten. Die Türkei hatte der Bundesregierung und der EU zuvor einen Vertragsbruch vorgeworfen, da die Türkei nicht dem Abkommen entsprechend bezahlt werde. Sechs Milliarden Euro hätten bis Ende 2018 gezahlt werden sollen und die Türkei habe noch keine drei Milliarden Euro erhalten, beschwerte sich der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu laut der Nachrichtenagentur dpa. (hr)

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BERLIN. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat sich zufrieden über die Entscheidung der Berliner Landesschiedskommission geäußert, Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Das Urteil des Gremiums mache deutlich, daß „für Thilo Sarrazin und seine verächtlichen Thesen kein Platz in der SPD“ sei, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Der frühere Finanzsenator Sarrazin habe mit seinen Büchern und dem Wahlkampfauftritt für die FPÖ den Sozialdemokraten „schweren Schaden zugefügt“. Klingbeil unterstrich die Meinung des SPD-Parteivorstands: „Antimuslimische und rassistische Positionen sind mit den Grundwerten der SPD nicht vereinbar. Die SPD steht für Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, wer spaltet und hetzt, hat in unseren Reihen nichts verloren.“

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach warf Sarrazin auf Twitter vor, als erster „prominent rassistische Theorien in die Politik getragen“ zu haben und so den Aufstieg der AfD mitzuverantworten. In Zukunft könne er die SPD jedoch nicht mehr „mißbrauchen“.

Sarrazin kann in Zukunft nicht mehr die SPD missbrauchen, um seine kruden islamophoben Gentheorien zu verkaufen. Er war der Erste, der prominent rassistische Theorien in die Politik getragen hat. Sogar am Aufstieg der AfD hat er Anteil. Er beschämt die SPD https://t.co/ogA47LiULf

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) January 23, 2020

(ag)

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WIEN. Das österreichische Bildungsministerium und die Bildungsverwaltung in Wien haben ein Flüchtlings-Rollenspiel für Schüler eines Gymnasiums gestoppt. Wie die Kronen-Zeitung und Österreich berichten, sei das Projekt „mit sofortiger Wirkung“ beendet worden und Ministerium sowie Verwaltung hätten eine Untersuchung angekündigt.

Die Jugendlichen in der Unterstufe der „Allgemein bildenden höheren Schule“ waren den Berichten zufolge gleich bei ihrer Ankunft in der Schule als „Migranten“ behandelt worden. Außerdem seien die Schüler mit Bändern als „Flüchtlinge“ gekennzeichnet worden.

„Dazu mußten wir stundenlang in Räumen sitzen, ohne daß uns erklärt worden ist, warum. Die Lehrer beantworteten unsere Fragen nicht, sondern gaben immer nur die gleichen einstudierten Antworten, die uns nicht halfen“, zitiert die Zeitung Österreich eine Schülerin. Wer „kooperiert“ habe, sei in den nächsten Raum gelangt, andere Schüler hätten weiter warten müssen.

Durch das Rollenspiel mit dem Titel „Projekt Migration erleben“, das laut dem Nachrichtenportal Vienna Onlineder „Theaterverein Ansicht“ organisiert hatte, sollten die Schüler nachvollziehen, wie sich Einwanderer beim Asylgenehmigungsverfahren in Österreich fühlten.

Theaterverein weist Kritik zurück

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) kritisierte den Vorfall scharf. „Schülerinnen und Schüler zu verängstigen ist kein pädagogisches Konzept“, teilte Faßmann am Donnerstag mit. „Hier scheint eine Grenze überschritten worden zu sein.“ Die Wiener Bildungsverwaltung kündigte an, herauszufinden, ob die Aktion auch an anderen Schulen stattgefunden habe. Das Projekt sei für Unterstufenschüler nicht geeignet. Außerdem seien die Eltern nicht im Voraus über das Rollenspiel informiert worden, sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur APA.

Der Theaterverein weist die Kritik zurück. „Mich ärgert, daß hier parteipolitisches Kleingeld gemacht wird und daß eine Direktorin, die sich traut, etwas Besonderes zu machen, eins auf den Deckel bekommt“, kommentierte Flo Staffelmayr von „Ansicht“. Die Rückmeldungen von Schülern und Lehrer seien größtenteils positiv gewesen. Die geäußerte Kritik halte er für Einzelmeinungen. (ls)

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Stuttgart. Für Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gehört Rechtschreibung nicht zu den „großen, gravierenden Problemen der Bildungspolitik“. Es gebe „kluge Geräte“, die Grammatik und Fehler korrigierten, sagte der ehemalige Chemie- und Biologielehrer der Nachrichtenagentur dpa.

Zugleich räumte der Grünen-Politiker ein: „Jeder Mensch braucht ein Grundgerüst an Rechtschreibkenntnissen. Aber die Bedeutung, Rechtschreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir ja nur noch selten handschriftlich schreiben.“

Bundespolizei senkt Rechtschreibanforderungen

Widerspruch erntete Kretschmann dafür von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Ihrer Ansicht nach bedürfe es wieder eines deutlichen Bekenntnisses zur Rechtschreibung, gerade im medialen Zeitalter. In den Schulen müsse wieder die Bedeutung dieser Schlüsselqualifikation vermittelt werden.

Seit dem Schuljahr 2018/19 gibt es in Baden-Württemberg mehr Deutschstunden in den Grundschulen. Außerdem können mittlerweile Rechtschreibfehler in allen Fächern in die Benotung der Schüler einfließen.

Auch bei der Bundespolizei wird in Zukunft nachsichtiger mit Rechtschreibfehlern umgegangen. Künftig dürfen Bewerber beim 180-Wörter-Diktat mehr Fehler machen, was Bewerbern mit Migrationshintergrund und Bürgern aus EU-Mitgliedstaaten entgegenkommen soll. (ag)

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