Eine Studie wie ein Wahlergebnis in der DDR

On December 11, 2019, in Junge Freiheit, by admin

Die Angebote des ZDF leisten aus Sicht der Bevölkerung einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Das hat sich die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt jetzt in einer eigenen Studie selbst bestätigen lassen. Die Zahlen, die das Zweite Deutsche Fernsehen in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung Hans-Bredow-Institut (HBI) und dem Forschungsinstitut mindline media, „ermittelt“ hat, haben es wirklich in sich.

Die Auffassung, das ZDF vermittele mit seinen Sendungen wichtige Werte wie Meinungsfreiheit, Demokratie, Gleichbehandlung, Toleranz und Integration, teilen demnach 62 Prozent der Befragten. Schon toll, was man so für Antworten bekommt, wenn man nur die richtigen Leute befragt.

Von diesen Richtigen sagen 67 Prozent, das ZDF achte in seinem Programm darauf, daß Menschen nicht ausgegrenzt und nicht respektlos behandelt werden. Nur sechs Prozent stimmen dieser Aussage überhaupt nicht zu. Wer immer diese 1.205 Personen ab 14 Jahren waren, die das ZDF da befragt hat, sie haben natürlich absolut recht. Schon in der Früh beim „Morgenmagazin“ achten Dunja Hayali und ihre Kollegen darauf, dem Zuschauer die Werte einer liberalen und weltoffenen Gesellschaft einzutrichtern.

Wind der Progressivität weht rund um die Uhr

Dieser Wind der Progressivität weht Tag für Tag, rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit hoch oben auf dem Mainzer Lerchenberg und durch die altehrwürdigen Senderhallen. Damit auch wirklich niemand ausgegrenzt wird, müssen bestimmte Leute natürlich ausgegrenzt werden. AfD-Politiker in ZDF-Talkshows sind daher genauso selten wie kritische Stimmen gegenüber Palästina oder gar dem Islam im „heute journal“. 

Die 14- bis 29Jährigen sind laut der Studie, die stark an Wahlergebnisse aus DDR-Zeiten erinnert, noch begeisterter von den soziale Tugenden und Werten, die ihnen das staatliche Seniorenfernsehen vermittelt als der Durchschnitt. Insgesamt sind 57 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren – die Umfrage beweist es ja schließlich – der Meinung, daß Filme und Serien des ZDF vielfältige Lebensweisen und vielschichtige Charaktere zeigen.

Lediglich sieben Prozent stimmen dieser Aussage überhaupt nicht zu und verschwenden ihre wertvolle Freizeit wahrscheinlich immer noch mit langweiligen YouTube-Videos oder den altbackenen Programmen von Netflix.

Hohen Dichte an Masochisten

Bei den Menschen im Osten Deutschlands ist die Zustimmung mit 66 Prozent noch deutlicher ausgeprägt. Diese hohen Werte für die ZDF-Inhalte in Sachsen und Co. ließen sich rational allenfalls mit einer besonders hohen Dichte an Masochisten in den neuen Bundesländern erklären.

Denn nur wenn sich Ostdeutsche überdurchschnittlich gerne beschimpfen und zutiefst beleidigen lassen, könnten sie weite Teile des ZDF-Programms tatsächlich genießen. Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, daß das absurde Papier den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten eine Zustimmung von 93,4 Prozent bei Anhängern der AfD bescheinigt hätte. Aber so weit wollten die Ersteller dann doch nicht gehen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut fühlt sich von der eigenen Studie dennoch bestätigt und will darum mit seinem Kinderkanal für Erwachsene auch weiterhin das Fernsehvolk zum richtigen Denken und Fühlen erziehen: „Es ist unsere Aufgabe, das Miteinander in der Gesellschaft zu stärken. In Zeiten von Social-Media, Filterblasen und politischer Polarisierung ist das wichtiger denn je. Die Studie zeigt, daß die Menschen das auch wahrnehmen und schätzen“, kommentiert der Senderchef die Ergebnisse der Umfrage.

Was jetzt noch zu errechnen wäre

Was Experten jetzt allerdings erst noch errechnen müssen, ist: Wie hoch ist unter der vom ZDF so begeisterten Mehrheit der Bevölkerung der Anteil jener, die zu den 54,1 Prozent gehören, die, laut „Mitte-Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, eine ablehnende Haltung gegenüber Asylsuchenden haben?

Auch die vielen Erhebungen, wonach rund die Hälfte der Deutschen anfällig für „antimuslimischen Rassismus“ oder anderer Fantasieressentiments sind, scheinen nicht so ganz zu den hauseigenen Studien des Staatsenders zu passen.

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FRANKFURT/MAIN. Der Kleinunternehmer Abdullah Zeran hat seine Pläne verteidigt, in Frankfurt am Main ein islamisches Schwimmbad mit geschlechtergetrennten Schwimmzeiten zu errichten. „Das Schwimmbad ist zu einhundert Prozent erwünscht“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In den sozialen Medien, am Arbeitsplatz und auf der Straße hätten ihn Bekannt wohlwollend angesprochen.

Er habe auch viel Kritik erhalten, aber dies sei zu erwarten gewesen. Sollte er keine öffentlichen Fördergelder erhalten, werde er sich nach anderen Investoren umsehen. Zeran hatte Mitte November sein Vorhaben bekanntgemacht, ein „islamisch geführtes Schwimmbad zu bauen, in dem die religiösen Vorschriften und Werte respektiert und eingehalten werden“. Wichtigstes Anliegen sei die Trennung der Schwimmzeiten für Männer und Frauen.

Der hessische Landtagsabgeordnete und integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Turgut Yüksel, lehnt die Idee ab. „Die vom Initiator Abdullah Zeran vorgetragenen Argumente für die Notwendigkeit der Einrichtung eines eigens für Muslime, tragen nicht. Herr Zeran spaltet mit seinem Vorschlag die Gesellschaft, polarisiert und schadet der Integration“, teilte Yüksel vor einigen Tagen mit.

Stadtrat schließt öffentliche Förderung aus

Die demokratischen Werte und Normen müßten von allen, die in dieser Gesellschaft lebten, akzeptiert werden. Dafür sollten sich die Anhänger aller Religionen einsetzen. „Religiös begründete Partikularinteressen- und Forderungen wie eigene Schwimmbäder dürfen dabei keine Geltung erhalten.“ Auch CDU und SPD sprachen sich gegen den Vorschlag Zerans aus.

Stadtrat Markus Frank (CDU) schloß dem Blatt zufolge eine öffentliche Förderung aus. Damit ein solches Projekt finanziell unterstützt werde, müßte ein Nutzen für die Gesamtgesellschaft gegeben sein. Das sei hier nicht der Fall. Es handle sich zudem um „Legenden“, wenn islamische Vertreter von einem großen Bedarf an Schwimmbädern mit geschlechtlich getrennten Zeiten sprächen.

Saber Ben Neticha, eines von vier moslemischen Vorstandsmitgliedern im Rat der Religionen Frankfurt, machte eine reflexartige Abwehrreaktion aus. Die „berechtigte Forderung“ werde nur kritisiert, weil sie von einem Moslem komme. Es müsse aber nicht gleich ein islamisches Schwimmbad sein, es reiche schon, wenn mehr geschlechtergetrennte Schwimmzeiten angeboten würden. (ls)

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TrailerMythos Klimakatastrophe

On December 11, 2019, in Junge Freiheit, by admin

MYTHOS KLIMAKATASTROPHE ist der erste Teil der neuen großen Dokureihe JF-TV MEDIENMYTHEN. Wie in anderen Themenfeldern auch werden linke und grüne Sichtweisen durch ständige Wiederholung zu angeblichen Wahrheiten erhoben, andere Sichtweisen mit Kampfbegriffen wie „Populismus“ angefeindet. Doch ist der Dieselmotor wirklich eine Gefahr für unsere Gesundheit? Steht die Erde tatsächlich vor einer Klimakatastrophe? Und weist die deutsche Energiewende wirklich den Weg in die energiepolitische Zukunft?

Wir werfen einen genaueren Blick auf jenes Thema, das seit Greta Thunberg und „Fridays for Future“ die politische Debatte bestimmt: den Klimawandel. Wir treffen einige jener Wissenschaftler, die sich noch trauen, ihre gut begründete Skepsis gegenüber der vereinfachten Darstellung dieses Themas in Leitmedien öffentlich zu äußern – und dafür als „Klimaleugner“ verunglimpft werden.

Wir tauchen ein in die lange und verworrene Klimageschichte unseres Planeten, analysieren, was es mit der rezenten Erwärmung auf sich hat, ob sie wirklich so besonders ist und ob der anthropogene CO2 -Ausstoß alleine der Grund dafür sein kann.

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LEIPZIG. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg (CDU), hat den mangelnden Schutz von Amtsträgern durch die Sicherheitsbehörden beklagt. „Die Polizei hat sich bundesweit aus der Fläche zurückgezogen. Wir brauchen in Fällen von fortgesetzten Bedrohungen eine temporäre Wache vor Ort“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland anläßlich des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im sächsischen Pulsnitz.

Zwar sei zusätzliche Polizeipräsenz aufwendig, „aber es ist manchmal nötig“, betonte Landsberg. „Da muß dann auch vor Ort das Signal kommen: Hier braut sich etwas zusammen, bitte helft uns!“

Die politische Auseinandersetzung verrohe zunehmend

Der Präsident des Deutschen Städtetages und Leipziger Oberbürgermeister, Burkhard Jung (SPD), forderte angesichts zunehmender Bedrohungen von Kommunalpolitikern „eine stärkere gesellschaftliche Debatte über Anstand und Mindestanforderungen unseres Zusammenlebens“. Sprache und Stil von politischen Auseinandersetzungen verrohten zunehmend und würden rücksichtsloser und gewaltbereiter. Jedoch reagierten Staatsanwaltschaften und Polizeibehörden mittlerweile sensibler auf das Thema.

Die Bürgermeisterin von Pulsnitz, Barbara Lüke (parteilos), kritisierte in der politischen Diskussion fehle die Bereitschaft, sich auf Sachargumente einzulassen. Andererseits gebe es viele kleine Anfeindungen. Sie sprach von einer „Krise der Demokratie“. Es mangele unter anderem an der Akzeptanz für staatliche Strukturen und auch Polizeipräsenz vor Ort. (ag)

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FRANKFURT/MAIN. Neben der Autoindustrie hat auch der deutsche Maschinenbau mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen. Die Produktion ging laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 1,8 Prozent zurück. Die Auftragseingänge seien im gleichen Zeitraum um neun Prozent gesunken.

2019 sei geprägt gewesen von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen im globalen Handelsstreitsowie einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie. „Diese drei Entwicklungen waren maßgeblich dafür verantwortlich, daß Auftragseingänge und Produktion im Jahr 2019 deutlich unter das Vorjahresniveau gerutscht sind“, kommentierte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker am Dienstag in Frankfurt am Main die jüngsten Zahlen.

Zwar stecke die Branche noch nicht in der Krise. „Aber viele unserer Kunden sind verunsichert und verschieben oder stoppen derzeit ihre Investitionen. Wir werden 2019 daher voraussichtlich mit einem Produktionsminus von zwei Prozent auf rund 218 Milliarden Euro abschließen.“

Jeder dritte Betrieb klage inzwischen über Auftragsmangel

Auch für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem Produktionsrückgang von zwei Prozent. „Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. Welcker betonte, der deutsche Maschinenbau bleibe mit allein rund 200.000 beschäftigen Ingenieuren weiterhin größter industrieller Arbeitgeber im Land.

„Wir müssen aber davon ausgehen, daß wir den Höchststand der Beschäftigung gesehen haben. Die Unternehmen werden zwar alles tun, um ihre Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten zu halten – aber ob das jedem gelingt, ist fraglich“, mahnte der Verbandschef. Mehr als jeder dritte Betrieb – 35 Prozent – klage inzwischen über Auftragsmangel.

Zuletzt hatten mehrere Autokonzerne sowie Zulieferer angekündigt, in den kommenden Jahren Zehntausende Stellen zu streichen. Neben den Herstellern Daimler und Audi planen Bosch, Brose und vor allem Continental drastische Umbauprogramme. (ls)

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SCHWERIN. Drei betrunkene Asylbewerber aus Georgien haben in der Notaufnahme eines Schweriner Krankenhauses eine heftige Schlägerei angezettelt und dabei einen Wachmann verletzt. Die zwei Männer und eine Frau, die in einer Erstaufnahmeerinrichtung untergebracht sind, hatten sich gegen 2.30 Uhr ein Taxi bestellt und waren mit diesem zur Notaufnahme der Helios-Kliniken gefahren. Dort verlangten sie im Anmelde- und Wartebereich aggressiv und lautstark eine sofortige Behandlung.

Als ein Wachmann ihnen auf Russisch mitteilte, daß sie sich nicht so benehmen könnten, griffen sie diesen an. Sie schlugen ihm einen von der Wand gerissenen Desinfektionsmittelspender ins Gesicht und stießen ihn eine Treppe hinunter. Der Sicherheitsmitarbeiter erlitt bei der Attacke einen Nasenbeinbruch.

Drogenprobleme und angebliche Sex-Schmerzen

Im Anschluß verschafften sich die drei Georgier gewaltsam Zutritt zu den Behandlungsräumen der Notaufnahme. Alarmierte Einsatzkräfte der Polizei brachten Klinikpersonal und Patienten in Sicherheit. Dann wurden die Angreifer überwältigt und gefesselt. Dabei handelten die Einsatzkräfte „umgehend und kompromißlos“. Auch Schlagstöcke wurden eingesetzt.

Wie ein Sprecher der Polizei Schwerin auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT angab, hätte einer der Georgier angegeben, er habe Drogenprobleme und sei deshalb zum Krankenhaus gefahren. Sein Trinkkumpane habe darüber hinaus Schmerzen im Genitalbereich geltend gemacht, die er vom vielen Sex hätte.

Gegen die Beteiligten wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt. (krk)

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Der ZDF-Film „Club Europa“ zeigt, daß Produktionen wie „Stunden der Entscheidung – Angela Merkel und die Flüchtlinge“ oder der Arte-Serie „Eden“ Unrecht getan wurde. Denn während die Macher dieser rührseligen Volkserziehungstücke sich zumindest noch bemühten, so etwas wie einen dramaturgischer Spannungsbogen aufzubauen, ist das neueste Werk aus dem noch recht jungen Genre des Flüchtlingsdramas vor allem langatmig. Im Zentrum steht eine junge, hippe Multikulti-WG, die sich entschließt, einen afrikanischen Flüchtling bei sich aufzunehmen. Nach mehreren realen Fällen, in denen dieser Schritt teilweise dramatische Folgen für die Gastgeber hatte, wäre hier durchaus Potential für eine interessante Handlung vorhanden gewesen.

Stattdessen verlegten sich die verantwortlichen Filmschaffenden auf eine Milieustudie. In der Anfangsszene bauen ein paar Mitt- und Endzwanziger Möbel auf. „Wieso nehmt ihr nicht die Anleitung“, fragt eine der Frauen ihre Mitstreiter. Es wäre doch so viel einfacher mit all den Bildern und Zahlen. „Das ist sooo deutsch. Wir machen das Schritt für Schritt“, erwidert ein junger blonder Mann. Die Szene ist in Englisch mit deutschen Untertiteln. Denn die WG ist auch ohne den anrückenden neuen Mitbewohner aus Afrika schon derartig international, daß man auf jedem SPD-Parteitag ein Loblied auf sie anstimmen würde.

Die Deutsch-Französin Martha (Sylvaine Faligant), die von der in Teheran geborenen Schauspielerin Maryam Zaree gespielte Yasmin und der US-Amerikaner Jamie (Artjom Gilz) haben sich ein kleines – nicht selten bekifftes – Utopia der Willkommenskultur aufgebaut, in dem alle Kulturen und Nationalitäten supergut miteinander auskommen. Ein Film der dermaßen lahm losgeht, kann sich eigentlich nur noch steigern; sollte man denken.

Natürlich studiert der Asylbewerber

In einer wohl als stilistischen Bruch gemeinten Interviewpassage sagt Martha über die Entscheidung, den Flüchtling aufzunehmen: „Ich wollte einfach Teil der Lösung sein. Ich wollte nicht nur das Problem sehen. Ich wollte nicht sein wie alle anderen.“ Das gespielte Interview ist zwar insofern unrealistisch, daß Frauen wie Martha in der Regel weder die Probleme sehen, noch Teil der Lösung sein wollen, die sie anderen auferlegen möchten. Aber zumindest der selbstgerechte Tonfall trifft die Stimmungslage im klassischen Willkommens-Milieu schon ganz gut.

Auch die nächste Filmsequenz hat wieder deutsche Untertitel. Aber dieses mal wird Französisch gesprochen. Erneut treffen die Macher zumindest atmosphärisch die Lebenswelt der meisten Multikulti-Ideologen, in der jeder mehrere Fremdsprachen spricht, weil alle permanent rund um die Erde reisen. So ist dann eben auch die Kommunikation mit dem afrikanischen Gast kein Problem.

Der freut sich und ist dankbar, daß er ein ganzes Zimmer für sich alleine hat. Samuel, so der Name des jungen Mannes, ist keiner von den Typen, die hier in Deutschland eine eigene Wohnung oder gar ein ganzes Haus erwarten. Auch würde er seinen Gastgebern nie die Bude abfackeln, nur weil es kein Brötchen mehr gibt. Noch ein gemeinsames Selfie mit einer seiner Gastgeberinnen (Zitat: „Die Köpfe abgeschnitten. Egal.“) und die so kitschig-ereignislose Geschichte kann weitergehen.

Der Afrikaner, der natürlich studiert und bereits in seiner Heimat einen Deutschkurs belegt hat, beeindruckt die anderen WG-Bewohner samt ihrer Familien und Angehörigen regelmäßig durch seine Kochkünste. Er hilft sogar beim Kartoffelschälen, dem wichtigsten Punkt bei der Integration im „Kartoffelland“, während Jamie bei Google Maps nachschaut, wie weit der Kameruner für seine Flucht gelaufen ist.

Der Nazi-Nachbar stört die bunte Idylle

Die Figur des Samuel ist derartig harmlos gezeichnet, daß es schon fast an filmische Kastration grenzt. Die blonde Martha richtet ihm auf ihrem Konto ein Unterkonto ein, für die Beiträge fürs Fitneßstudio und das Geld vom Amt. Immer wieder feiert die WG Partys mit Drogen, Alkohol und lauter Musik. Aber selbst dabei schaffen sie es, sich und die Zuschauer maßlos zu langweilen. Gestört wird die Harmonie allenfalls durch den bösen Nazi-Nachbarn. Der beschwert sich über die laute Musik und gibt anonyme Hinweise an die Polizei, auf vermeintlich illegale Einwanderer im Haus.

Am Ende wird der Film dann noch ein bißchen – interessant wäre sicherlich zu viel gesagt – weniger uninteressant. Der Asylantrag des „Flüchtlings“ wird abgelehnt, weil die Behörden in diesem „Scheißland“ nur nach Gründen gegen und nicht für Asyl suchen. Die WG diskutiert kurz darüber, ob sie ihn dennoch weiter beherbergen sollte, entscheidet sich dann aber in Anbetracht der Konsequenzen, die das für das eigene Leben bedeuten könnten, dagegen. Zumindest ihr eigenes Milieu scheinen die Filmemacher in der Tat sehr gut zu kennen.

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BERLIN. Deutschland hat in den vergangenen Monaten entgegen EU-Regelungen kaum abgelehnte Asylbewerber nach Italien abgeschoben. Von Anfang Oktober bis Anfang Dezember starteten sechs Charterflüge mit insgesamt 16 Personen nach Italien, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervorgeht, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Demnach fänden nach wie vor keine regelmäßigen Sammelabschiebungen statt. Gemäß der Dublin-Verordnung ist das Land für das Asylverfahren eines Einwanderers zuständig, in dem dieser zum ersten Mal EU-Boden betreten hat. „Der Abstimmungsprozeß mit der italienischen Seite zur Wiederaufnahme der regelmäßigen Sammelüberstellungen auf dem Luftweg für bis zu 25 Personen im Rahmen des Dublin-Verfahrens dauert an“, heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Mehr als 8.000 Übernahmeersuche

Italien hatte Ende vergangenen Jahres entschieden, vorerst keine Charterflüge mit einer größeren Anzahl an illegalen Einwanderern mehr landen zu lassen. Von Januar bis September schoben deutsche Behörden 1.894 abgelehnte Asylsuchende Richtung Rom ab. Die meisten von ihnen wurden mittels regulärer Linienflüge rückgeführt. Dadurch entstanden Kosten in Höhe von fast sechs Millionen Euro, schrieb das Ministerium.

Italien hätte allerdings deutlich mehr abgelehnte Personen aus Deutschland wieder aufnehmen können. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres stellte Berlin mehr als 8.000 Übernahmeersuche an Rom. Die Linkspartei-Politikerin Ulla Jelpke kritisierte die Bundesregierung dafür scharf. Innenminister Horst Seehofer (CSU) habe das Dublin-System selbst für gescheitert erklärt. „Dann muß er aber auch Konsequenzen ziehen und aufhören, die Zwangsumverteilungen nach Italien um jeden Preis durchzusetzen.“ Dort landeten viele Einwanderer auf der Straße. (ls)

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BERLIN. Mehr als 130.000 Personen haben bislang in diesem Jahr Asyl in Deutschland beantragt. Dies entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Würzburg. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge belief sich die Zahl der Erstanträge zwischen Januar und November auf 133.324 Asylgesuche. Dies waren 18.620 weniger (minus 12,3 Prozent) als im Vorjahreszeitraum, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit.

Rund 22 Prozent der Erstanträge (29.325) wurden für in Deutschland geborene Kinder gestellt, deren Eltern bereits als Asylbewerber oder Flüchtlinge eingereist waren. Für den Monat November belief sich die Zahl der Asylgesuche auf 10.263. Das waren 15,3 Prozent weniger als im November 2018.

Hauptherkunftsland war mit 2.679 Anträgen Syrien, gefolgt vom Irak und der Türkei mit 957 beziehungsweise 778 Anträgen. Auch im gesamten bisherigen Jahr belegt Syrien mit 36.365 Asylbewerbern Platz 1. Aus dem Irak kamen bislang 12.835 Asylbewerber und aus der Türkei 10.240.

Mehr als 1,6 Millionen Anträge seit 2015

Mit den neuesten Asylzahlen beläuft sich die Gesamtsumme aller Erstanträge laut der Statistik des Bundesamts seit 2015 auf 1,66 Millionen. Dies sind mehr als die drittgrößte Stadt Deutschlands, München, Einwohner hat (1,56 Millionen). In den mehr als 1,6 Millionen Anträgen sind jedoch nicht diejenigen Migranten enthalten, die über den Familiennachzug nach Deutschland kamen.

Ebenfalls am Dienstag gab das Innenministerium bekannt, Griechenland bei der Unterbringung von bis zu 10.000 Flüchtlingen zu unterstützen. Hierzu hat Deutschland in den vergangenen Tagen 55 LKW mit Hilfsgütern im Wert von 1,56 Millionen Euro nach Athen entsandt, darunter Betten, Decken und Matratzen. Griechenland leiste bei der Bewältigung der Migration in die EU einen großen Beitrag, lobte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). „Wir dürfen die Außengrenzstaaten nicht allein lassen, sondern müssen dort unterstützen, wo Hilfe benötigt wird.“ (krk)

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Der Stellvertreterkrieg in Libyen nimmt Fahrt auf. Die türkische Regierung kann sich eine Entsendung von Truppen vorstellen.

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