In der deutschen Erinnerungskultur des Zweiten Weltkriegs spielt die Schlacht um den Hürtgenwald, die vom 6. Oktober 1944 bis zum 10. Februar 1945 tobte, bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Oft werden die Ereignisse auf dem westeuropäischen Kriegsschauplatz seit der Landung der Alliierten im Juni 1944 vernachlässigt. So sind höchstens noch die gescheiterte Eroberung der Rheinbrücken durch alliierte Fallschirmspringer während der Operation Market Garden oder die deutsche Ardennenoffensive bekannt.

Dabei zählen die Kämpfe auf dem 140 Quadratkilometer großem Waldplateau östlich von Aachen, das am 21. Oktober 1944 kapituliert hatte, zu den verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Die US-Army erlitt dort in fünf Monaten Verluste von rund 33.000 Mann. Zum Vergleich: Während des neunjährigen Vietnamkriegs verzeichneten die USA Verluste von gut 58.000 Soldaten.

Im Oktober 1944 stießen die amerikanischen Truppen weiter Richtung Westen vor, um einen befürchteten Stellungskrieg am Rhein zu vermeiden. So wählten ihre Befehlshaber das Waldstück für den weiteren Vormarsch, ohne zu ahnen, daß die deutsche Führung die Eifel für die geplante Ardennenoffensive vorgesehen hatte und diese Region unbedingt halten wollte.

Deutscher Gegenangriff warf Amerikaner zurück

Ohne genaue Ortskenntnisse hatten die Amerikaner Anfang Oktober ihre Angriffe begonnen. Doch in dem unwegsamen Waldgelände, das die Wehrmacht zuvor mit Bunkern, Maschinengewehrstellungen und Minenfeldern ausgebaut hatte, kam die Offensive bald ins Stocken. Den GIs wurde ein Grabenkrieg aufgezwungen, den sie im Gegensatz zur kriegserfahrenen Wehrmacht nicht kannten. Nach zehn Tagen flauten die Kämpfe ab. Trotz materieller Überlegenheit war den amerikanischen Truppen nur ein Geländegewinn von 2,7 Kilometern gelungen. Dabei verloren sie 4.500 Mann, im Gegensatz zu 3.200 deutschen Verlusten.

Hohe Verluste: Amerikanische Infanterie während der Kämpfe im Hürtgenwald Foto: picture alliance/Everett Collection

Neuen Schwung ins Schlachtgeschehen sollte die ausgeruhte, aber unerfahrene 28. US-Division bringen. Am 2. November griff sie während der sogenannten Allerseelenschlacht das strategisch wichtige Dorf Schmidt an, das von drei deutschen Divisionen verteidigt wurde. Die Eroberung gelang zwar unter schweren Verlusten. Dem Gegenangriff der 89. deutschen Infanteriedivision konnte sie jedoch nicht standhalten. Aufgrund des naßkalten Wetters und der aufgeweichten Böden, war ein Einsatz der amerikanischen Panzer nicht möglich.

Schlechtes Wetter machte alliierte Lufthoheit zunichte

Ständiges Mörserfeuer der Deutschen und Scharfschützen, die aus Baumverstecken feuerten, setzten den Amerikanern zu. Wie erbittert die Kämpfe geführt wurden, macht der Umstand deutlich, daß beide Seiten zeitweise keine Gefangenen machten. Die unerfahrenen GIs der 28. Division verloren in wenigen Tagen 6.200 Mann. Die Division wurde daraufhin aus der Front zurückgezogen. Auch die deutschen Verteidiger erlitten Verluste von rund 3.100 Mann, konnten den Feind aber wieder auf dessen Ausgangsstellungen zurückwerfen.

Neben den unerfahrenen Truppen waren eine schlechte Planung und der unerwartet heftige deutsche Widerstand für die Niederlage der US-Truppen verantwortlich. Die Alliierten konnten in dieser Zeit aufgrund des schlechten Wetters zudem ihre Luftüberlegenheit nicht ausspielen. Die Amerikaner führten in der Folgezeit weitere Truppen heran, um einen neuen Angriff zu starten.

Aber auch die Wehrmacht hatte einen hohen Blutzoll gezahlt. Nur unter Aufbietung ihrer Reserven war es gelungen, mehrere Ortschaften zurückzuerobern und den Feind zu stoppen. Den Verteidigern blieb jedoch nur eine kurze Atempause, bevor der Kampf um den Hürtgenwald weitergehen sollte.

DAMASKUS. Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat den Vorschlag von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) für eine internationale Sicherheitszone in Nordsyrien abgelehnt. Damit würde verfestigt werden, daß das Gebiet außerhalb der Kontrolle des syrischen Staates liege und das Land geteilt bleibe, sagte Assad laut der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag abend im syrischen Staatsfernsehen.

Dagegen lobte Assad Rußlands Vereinbarung mit der Türkei. „Es ist ein positiver Schritt.“ Rußland habe damit der Türkei Einhalt geboten, den USA den Weg abgeschnitten und der Internationalisierung des Konflikts vorgebeugt. Die Schäden würden so gemindert und der Weg geebnet, „dieses Gebiet in hoffentlich naher Zukunft zu befreien“.

Vor etwa drei Woche war die Türkei in Nordsyrien einmarschiert, um die von ihr als Terrororganisation angesehene Kurdenmilz YPG zu verdrängen. Zuvor hatten die USA mit dem Rückzug ihrer Truppen aus dem Gebiet begonnen. Die USA waren bislang mit der Kurdenmiliz verbündet. Rußland und die Türkei haben sich inzwischen darauf geeinigt, Nordsyrien gemeinsam zu kontrollieren. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat vor, dort ein bis zwei Millionen syrische Flüchtlinge aus der Türkei anzusiedeln.

Assad: Erdogan ist ein „Dieb“

In Richtung Erdogan drohte Assad: „Wenn er nicht geht, nachdem wir alle möglichen politischen Maßnahmen ausgeschöpft haben, dann wird es keine andere Wahl als Krieg geben, das ist offensichtlich.“ Erdogan sei ein „Dieb“, der jeden belüge und erpresse. Den amerikanischen Präsidenten Donald Trump nannte er den „besten Präsidenten“ der USA. Nicht aufgrund dessen Politik, sondern weil er offen rede. „Alle amerikanischen Präsidenten begehen Verbrechen und nehmen am Ende den Nobelpreis entgegen und treten als Verteidiger der Menschenrechte auf.“ Aber eigentlich seien es „Kriminelle“. Trump sei wenigstens ehrlich. „Er sagt: Wir wollen das Öl. Das ist die Realität der amerikanischen Politik, zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg.“

Trump hatte am Sonntag die Tötung des ehemaligen Anführers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Al-Baghdadi, verkündet. Assad bezweifelte dies: „Wir wissen nicht, ob es eine Militäroperation gegeben hat oder nicht“, sagte Assad. Die Überreste Al-Baghdadis seien nicht gezeigt worden. Es könne zu den „Tricks“ der Amerikaner gehören. „Deswegen sollten wir nicht alles glauben, was sie sagen, bis sie mit dem Beweis kommen.“ Der IS hatte am Donnerstag den Tod Al-Bagdadis bestätigt. (hr)

LONDON. US-Präsident Donald Trump hat den Brexit-Deal des britischen Premierministers Boris Johnson kritisiert. Er mache den Abschluß eines Handelsabkommens zwischen den beiden Ländern unmöglich, monierte Trump in einem Interview mit dem Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, im Radiosender LBC.

Gleichzeitig regte Trump eine Allianz von Farage und Johnson bei der kommenden Unterhauswahl am 12. Dezember an. „Ich weiß, daß Sie und er etwas großartiges erreichen können, wenn Sie als eine nicht zu stoppende Kraft zusammenkommen.“ Ihn und Johnson verbinde eine „großartige Freundschaft“ betonte Trump, er empfinde aber auch großen Respekt für Farage.

Farage setzt Johnson Ultimatum

Deutliche Worte fand Trump zu Labour-Chef Jeremy Corbyn. Er wäre „so schlecht für Euer Land“, sagte Trump. Er würde die Briten auf einen „schlechten Weg führen“. Dabei habe das Vereinigte Königreich „unglaubliches Potential“. Corbyn warf Trump daraufhin vor, auf innere Angelegenheiten Großbritanniens Einfluß nehmen zu wollen.

Am Freitag kündigte Farage an, jeden einzelnen Sitz im Unterhaus mit eigenen Kandidaten angreifen zu wollen. Er habe 500 Bewerber, die sofort bereit seien, sowohl um Labour- als auch Tory-Sitze zu kämpfen. Johnson setzte er eine Frist bis zum 14. November für einen Nichtangriffspakt zwischen beiden Parteien. Voraussetzung für eine solche Allianz sei allerdings, daß Johnson zuvor sein mit der EU ausgehandeltes Brexit-Abkommen zurückziehe und sich zu einem „reinen Brexit“ verpflichte.

„Unterschätzt nicht unsere Entschlossenheit und unseren Organisationsgrad“, warnte Farage mit Blick auf die Konservativen. Eine Umfrage der Daily Mail sieht die Konservativen mit 34 Prozent in Führung vor der Labour-Partei mit 26 Prozent, den Liberaldemokraten (19 Prozent) und der Brexit-Partei (zwölf Prozent). (tb)

BERLIN. Der Philosoph und Publizist Günter Zehm ist tot. Er verstarb am heutigen Freitag morgen im Alter von 86 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls. Zehm war seit 1995 Kolumnist der JUNGEN FREIHEIT.

1963 begann er als Feuilleton-Redakteur bei der Tageszeitung Welt, dessen Feuilletonleiter und stellvertretender Chefredakteur er später wurde. Seine Kolumne „Pankraz“ erschien erstmals 1975 in dem Springer-Blatt.

Dort wurde er allerdings aufgrund seiner konservativen Geisteshaltung 1989 zum Ausscheiden genötigt. Seine Beiträge erschienen fortan im Rheinischen Merkur, der jedoch 1994 einen Text Zehms aus politischen Gründen ablehnte. Ab Januar 1995 erschien die „Pankraz“-Kolumne dann jede Woche in der JF.

Kämpfer für Meinungsfreiheit

In der DDR setzte sich der gebürtige Crimmitschauer (Kreis Zwickau) nach dem Volksaufstand in Ungarn 1956 für die Meinungsfreiheit ein und wurde 1957 als Schüler Ernst Blochs verhaftet und wegen „Boykotthetze“ zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung gelang ihm kurz vor dem Mauerbau die Flucht in die Bundesrepublik. Dort studierte er in Frankfurt am Main bei Theodor W. Adorno sowie Carlo Schmid. Nach der Wiedervereinigung lehrte er in den neunziger Jahren als Honorarprofessor Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. (tha/ls)

>Die JUNGE FREIHEIT würdigt den großen konservativen Publizisten und Philosophen Günter Zehm in der kommenden Ausgabe (46/19) umfassend.

ERFURT. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Michael Heym hat seinen Vorschlag nach einer Zusammenarbeit mit der AfD verteidigt. „Wenn über die AfD gesprochen wird, sehe ich zuerst die fast 25 Prozent Wähler, die dieser Partei ihre Stimme gegeben haben“, sagte Heym der Welt. „Den immer gleich lautenden Reflex, daß das alles Nazis wären, den teile ich so nicht.“

Er sehe unter den AfD-Sympathisanten viele Protestwähler. Allerdings werde sich die AfD Gedanken darüber machen müssen, ob sie eine Protestpartei bleiben oder ob sie Verantwortung wolle. Es gebe im Landtag nun eine „bürgerliche Mehrheit rechts“ aus AfD, CDU und FDP, betonte Heym. Die AfD sei für ihn vor allem eine „konservative Partei“, die sich allerdings bewegen müsse.

FDP bangt weiter um Einzug

Als Hauptproblem für eine Kooperation sieht Heym den AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke. „Der ist ja nun wirklich national und international durch seine extremistischen Verlautbarungen und Positionen bekannt.“ Der Umgang mit anderen AfD-Abgeordneten sei hingegen gut.

Bereits am Montag hatte Heym eine Zusammenarbeit mit der Partei ins Gespräch gebracht. Nach dem Wahlergebnis müßten alle Optionen geprüft werden, forderte Heym. „Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschließen.“

Unterdessen geht der Krimi um den Einzug der FDP in den Thüringer Landtag weiter. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Freitag meldete, haben die Liberalen nun auch in Jena zwei Stimmen verloren. Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, daß das Ergebnis der FDP in Weimar um vier Stimmen nach unten korrigiert werden mußte.

Betrugsvorwürfe gegen Generalsekretär

Die Wahlämter in Kursdorf bei Eisenberg und Amt Wachsenburg korrigierten die Stimmenzahl der Liberalen hingegen um plus zehn beziehungsweise plus 27 nach oben. Zudem gibt es Betrugsvorwürfe gegen Thüringens FDP-Generalsekretär Robert-Martin Montag, der vor dem Urnengang Einfluß auf FDP-nahe Wahlhelfer genommen haben soll. Die Landeswahlleitung wollte sich auf Anfrage der dpa nicht zu Zwischenergebnissen äußern.

Die letzten Sitzungen der einzelnen Wahlausschüsse fänden am 4. November statt. Anschließend würden die Ergebnisse geprüft und am 7. November veröffentlicht. (ls/tb)

BERLIN. Der Berliner Grünen-Politiker Benedikt Lux hat den Rücktritt des Präsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Berlin, Kai Wegner, gefordert. „Jeder Lebensretter schämt sich für die Aussagen von Herrn Wegner. Er ist als Präsident der DLRG Berlin so nicht mehr tragbar“, sagte das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses dem Tagesspiegel.

Wegner hatte am Mittwoch in einem Beitrag auf dem Karriereportal Xing die Flüchtlingsorganisationen scharf kritisiert, die im Mittelmeer Migranten aus Seenot retten. „Wer Menschen aus echter oder inszenierter Seenot aufnimmt, um sie nach Europa zu transferieren, macht sich moralisch mitschuldig am Tode unzähliger Menschen, die erst aufgrund der Taxidienste der sogenannten Seenotretter dazu ermutigt werden, die Einwanderung über das Mittelmeer zu versuchen.“ Die europäische Einwanderungspolitik dürfe nicht kriminellen Menschenschmugglern und den Taxidiensten sogenannter Seenotretter überlassen werden, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Kühnert wirft Wegner „AfD-Vokabular“ vor

Die Rücktrittsforderung von Lux wies Wegner zurück. Es sei fraglich, ob Lux seinen Text gelesen habe. Denn es gehe ihm darum, daß Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken. Er erneuerte gegenüber dem Tagesspiegel seine Forderung nach einem geregelten Einwanderungsverfahren.

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert (SPD) warf Wegner auf Twitter vor, „AfD-Vokabular“ zu benutzen. Der Berliner DLRG-Präsident nannte den Vorwurf „brandgefährlich und falsch“. Auf diese Weise relativiere man eine AfD mit Björn Höcke, warnte Wegner.

In der Vergangenheit hatte bereits der Theologe Richard Schröder das Vorgehen der Flüchtlingsorganisationen im Mittelmeer kritisiert. Sie lieferten de facto die „Dienstleistungen“ der Schlepper. (ag)

BERLIN. Rentner in Deutschland müssen immer mehr Einkommenssteuern zahlen. 2015 trieb der Fiskus 34,65 Milliarden Euro von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften ein, ergab eine Anfrage der Linkspartei an das Bundesfinanzministerium, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Ein Jahr zuvor waren es 31,44 Milliarden Euro gewesen. 2005 waren es 15,55 Milliarden Euro. Neuere Zahlen lägen noch nicht vor. Während die Steigerung des gesamten Steueraufkommens in diesen zehn Jahren demnach rund 50 Prozent betrug, wuchs es bei Rentnern um etwa 130 Prozent.

Der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Dietmar Bartsch, warnte: „Wenn hier nichts geändert wird, werden immer mehr Renten steuerlich empfindlich belastet werden.“ Es brauche einen besonderen Schutz für niedrige Renten und eine Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags.

Steuerpflichtige Teil der Rente wächst

Die Rentensteuer wird seit 2005 erhoben und trifft seither jedes Jahr mehr Ruheständler. Aufgrund der Rentenerhöhungen und des wachsenden steuerpflichtigen Teils der Rente müssen mehr neue Rentner zahlen. Ob Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte ab, worunter neben der Rente auch beispielsweise Erträge aus Kapitalanlagen, Mieteinkünfte oder Betriebsrenten zählen.

Die Steuerquote ist in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr betrug sie 22,8 Prozent. Zu Beginn der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) 2005 hatte die Quote noch bei 19,6 Prozent gelegen. (ls)

BERLIN. Der Asylantrag des zuvor abgeschobenen hochrangigen Clan-Mitglieds Ibrahim Miri hat für Empörung in der Politik gesorgt. „Das ist ein sicherheitspolitischer Skandal und wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Sicherheitsstruktur im gesamten Schengen-Raum“, äußerte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, Stephan Thomae, gegenüber der Welt. „Wenn Schwerkriminelle wie Ibrahim Miri vom Libanon aus unkontrolliert und ungehindert in die EU und bis nach Deutschland reisen können, schaffen das auch andere.“

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster forderte laut Welt vor dem Hintergrund des Falls, an allen deutschen See-, Luft- und Landgrenzen lageangepaßt und flexibel Grenzkontrollen und in bestimmten Fällen auch direkte Zurückweisungen durchzuführen. Im Fall Miri könne es jetzt nur um eine „schnellstmögliche Abschiebung gehen“, sagte das Mitglied des Innenausschusses.

Der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Migration und Integration, Lars Castellucci, betonte, wer trotz Einreisesperre einreise, begehe eine Straftat. „Ich erwartet eine zügige Abschiebung und eine ordentliche Geldstrafe.“

Jelpke: Miri gehört zur Gesellschaft

Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio nannte den Vorgang eine „Verhöhnung des deutschen Rechtsstaats durch einen Schwerkriminellen“ und einen Fall „eklatanten Staatsversagens“. Wer wisse, wie offen die Grenzen seien, für den sei das nicht überraschend.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, sprach sich jedoch gegen eine Abschiebung aus. Miri habe seit Jahrzehnten in Deutschland gelebt. Daher müßten seine Straftaten von den deutschen Strafverfolgungsbehörden verfolgt werden. „Menschen, die so lange in Deutschland gelebt haben, sind – ob man das will oder nicht – auch Teil dieser Gesellschaft.“

Miri könnte aus Abschiebehaft entlassen werden

Das wegen Drogenhandels vorbestrafte führend Mitglied des Miri-Clans war am Mittwoch in Bremen festgenommen worden. Der ehemalige Chef des verbotenen Rockerclubs Mongols MC Bremen war nach seiner Abschiebung illegal eingereist.

Derzeit sitzt Ibrahim Miri bis zum 2. Dezember in Abschiebehaft. Sollte die Prüfung seines Asylantrags länger dauern, könnte er jedoch auf freien Fuß kommen, da er wegen seines laufenden Asylverfahrens als nicht ausreisepflichtig gilt.

Es sei gegenwärtig unklar, wie Miri die Wiedereinreise gelungen sei. Da die Grenzen innerhalb des Schengen-Raumes nicht kontrolliert werden, sind illegale Einreisen leicht möglich. So wird etwa auf dem Landweg nach Deutschland nur die Grenze zu Österreich kontrolliert. (ag)

Trumps Versuch, Chinas Technologie-Unternehmen und Autobauer auszubremsen, reißt Deutschlands wichtigste Industrie mit in den Abgrund. Das einzig wirksame Gegenmittel: Kooperation mit der Volksrepublik, sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

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