Gegen zwölf Uhr mittags füllt sich der Potsdamer Platz. Zuvor hatten sich bereits sogenannte „Klimaaktivisten“ der Organisation „Extinction Rebellion“ am Großen Stern versammelt und den Verkehr lahmgelegt. Aus verschiedenen Richtungen kommen nun Gruppen mit Bannern, auf denen Sanduhren zu sehen sind. Das Zeichen von „Extinction Rebellion“.

Die Zeit läuft ab, soll das bedeuten. Ebenso symbolisch ist die Uhrzeit gewählt, an dem der Potsdamer Platz „geflutet“ werden soll. Es ist fünf nach zwölf, die Sonne hat den Zenit bereits überschritten. Die Klimakrise läßt uns kaum mehr Zeit zum Handeln, so die Devise der „Rebellen“. „Es ist fünf nach zwölf, hiermit beginnt die Rebellion am Potsdamer Platz“, ruft ein blondes Mädchen in ein Megaphon.

Mit Kreidestiften werden die Straßen bemalt, mit Schminkstiften die Gesichter. Die eingekreiste Sanduhr ist das Symbol, das überall zu sehen ist. Das Publikum ist überwiegend jung und betont bunt angezogen. Ein paar ältere Semester mischen sich dazwischen, dazu einige Eltern mit Kinderwagen. Die meisten sitzen auf dem Boden, einige haben Hängematten zwischen den Ampeln befestigt, bis die Polizei das verbietet. An einem Stand werden Kränze gebunden, die man sich auf den Kopf setzen kann.

„Climate justice now!“

Zuweilen wirkt es, wie auf einem Fest der heiligen Jungfrauen. Eine Frau steht nackt auf einem kleinen Podium, auf ihrem Körper die Losung: „I am Nature“. Zwischen Gitarrenspiel und „kreativen“ Workshops werden Parolen gerufen: „What do we want? Climate justice now!“ Von einer kleineren Sitzgruppe wird die Forderung nach „Climate justice“ mit „no border, no nation, stop deportation“, kombiniert.

Obwohl sich alle Mühe geben, die Demonstration interaktiv zu gestalten, kommen doch auch Stimmungslöcher auf. Der Aufbau einer Bühne, auf der später Carola Rackete sprechen soll, gestaltet sich sehr langsam. „Langweilig“, ruft jemand in die Menge hinein. Liederhefte werden verteilt. Aus „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ wird, „probier’s mal mit ‘nem Klimastreik“. Auf die Melodie von „Hejo, spann den Wagen an … Hol die gold’nen Garben“ wird „we are rising up … join the rebellion“ gesungen. Ob das originale Lied auch noch bekannt ist? Pippi Langstrumpfs „Drei mal drei macht neune“ wird auch entsprechend umgedichtet.

Doch nicht nur die veränderten Kinderlieder lassen eine rebellische Stimmung vermissen. Das Mädchen, das vorher die „Rebellion am Potsdamer Platz“ offiziell eröffnete, erklärt nun: „Wir wollen eine regenerative Kultur aufbauen.“ Jeder solle sich daher bei seinem nächststehenden Mitmenschen erkundigen, ob es ihm auch gut gehe. „Diese Übung machen wir noch öfter“, sagt das Mädchen.

Als die Bühne endlich aufgebaut ist, ist es schon Nachmittag. Luisa Neubauer ist die erste Rednerin. Das Mikrophon ist kaum zu hören. Ob die aufgestellten Solarzellen zu wenig Leistung bringen? Neubauer sagt nichts, was sie nicht auch sonst sagen würde. „Wenn wir die Klimaziele nicht einhalten, werden wir sterben.“ Es bräuchte nun Massen, die auf die Straße gehen, um Politik und Gesellschaft zu verändern. 2020 würde ein „Gamechanger“ der Menschheit ins Leben gerufen. Was das bedeuten soll, weiß wohl nur Neubauer.

Extinction Rebellion am Potsdamer Platz in Berlin Foto: JF/hb

Bevor Carola Rackete auf die Bühne kommt, gibt ein langhaariger etwa 20jähriger ein selbst geschriebenes Lied mit Gitarre zum Besten. Er habe das für „Fridays-for-future“ geschrieben. Im Refrain heißt es: „save the planet“. Nach der Vorstellung nennt er noch seinen Instagramaccount, auf dem man ihm folgen kann, um mehr solcher weltverbessernder Kuschelsongs zu lauschen.

Endlich kommt Carola Rackete. Sie hält dieselbe Rede, die sie am Mittag schon an der Siegessäule gehalten hat. Sie erzählt von persönlichen Erfahrungen mit dem Klimawandel. Von einer Freundin, die Nomadin ist, und die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt. Und das alles nur, weil wir konsumieren und Treibhausgase in die Luft jagen.

Nicht jeder weiß, worum es geht

Die Bundesregierung müsse unterlassener Hilfeleistung verurteilt werden, wegen ihrer „Untätigkeit“ beim Klimaschutz. Genauso wie wegen der Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken. „Ich selbst wäre viel lieber draußen in der Natur“, sagt Rackete kämpferisch, „aber ich weiß wie ihr, daß ziviler Ungehorsam notwendig ist.“ Es gäbe eine moralische Verpflichtung, so lange zu rebellieren, bis die Regierung den Klimanotstand ausrufe. „Ich freue mich, daß wir Berlin Tag und Nacht blockieren“, ruft Rackete am Ende ihrer Ansprache. Danach setzt sie sich in die Menge zu ihren Freunden und ißt aus einer Tupperdose.

Während der ganzen Veranstaltung gehen Leute vorüber, die den Menschenauflauf kritisch beäugen. Einige Kinder wissen wahrscheinlich gar nicht, was da eigentlich schon wieder los ist und worum es geht. In der großen Mall, die nur wenige hundert Meter entfernt der Demonstration ist, sind die Fast-Food-Geschäfte voll. Hier geht alles gewöhnlich seinen Gang. Klimakrise scheint hier kein brennendes Thema zu sein. Und wer nicht gerade das Pech hatte, auf sein Auto angewiesen zu sein, hat von den „Rebellen“ womöglich gar nichts mitbekommen.

BERLIN. Weil das Bundesfamilienministerium die Mittel für das Programm „Demokratie leben“ kürzt, droht mehreren linken Initiativen das Ende. Laut dem aktuellen Entwurf des Bundehaushalts 2020 stellt das Ministerium dafür rund acht Millionen Euro weniger zur Verfügung. Nun sind es 107,5 Millionen.

„Für uns als Amadeu-Antonio-Stiftung heißt die Ablehnung von zwei unserer Modellprojekt-Anträge ganz konkret, daß wir ein Büro in Hannover schließen werden, und dort Arbeit von inzwischen acht Jahren einstellen müssen, anstatt aufzubauen auf die Expertise, die wir erworben haben, und unser Thema voran zu treiben“, sagte der Sprecher der Amadeu-Antonio-Stiftung, Robert Lüdecke, am Montag dem Deutschlandfunk.

Es gehe weniger um das Überleben einzelner Projekte oder der Stiftung. „Ich glaube, wir kriegen das immer irgendwie hin. Es geht uns wirklich um die Richtung, um die Strategie, die für uns nicht die richtige ist. Die Leute auf dem Land ausbluten zu lassen. Und jetzt werden wir plötzlich im Regen stehen gelassen mit Ablehnungsschreiben, die uns alle überhaupt nicht weiterhelfen.“

100 Modellprojekte statt 400 gefördert

Auch die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik sieht ihr Dasein gefährdet. „Unser Verein ist tatsächlich in seiner Existenz bedroht, weil diese Entscheidung für die nächsten fünf Jahre gilt. Es ist gerade nicht abzusehen, daß es eine neue Ausschreibung geben wird“, schilderte deren Vorstand Josef Blank.

Betroffen von den Kürzungen ist auch das Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten, „Exit“. Wie die taz berichtet, wurde auch ihr Antrag abgelehnt. „Das jetzt alles, in diesen Zeiten, zu zerschlagen, ist Irrsinn“, zitierte das Blatt „Exit“-Gründer Bernd Wagner. Kein Aussteigerprojekt sei in der rechtsextremen Szene bekannter und erfolgreicher als seines.

Das Bundesfamilienministerium fördert mit dem Programm „Demokratie leben“ unter anderem sogenannte Modellprojekte. Derzeit sind es laut Deutschlandfunk 400, im kommenden Jahr sollen es noch rund 100 sein. „Bei den Modellprojekten haben wir über 1.000 Nachfragen gehabt und wir können am Ende nur 100 Modellprojekte fördern. Sie erkennen daraus, daß wir 900 haben, die wir nicht bedienen können, und das erklärt auch, warum eine Unruhe an der Stelle gerade vorherrscht“, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage des Senders. (ls)

BERLIN. Der AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuß, Petr Bystron, hat von der Heinrich-Böll-Stiftung Aufklärung über ihre Verbindungen zu mutmaßlichen palästinensischen Terroristen gefordert. Auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung stehe im Verdacht, entsprechende Gruppen zu unterstützen. „Deshalb werden wir die Staatsanwaltschaft um Prüfung der Vorwürfe bitten, darunter wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zum Mord“, teilte Bystron mit. Die Böll-Stiftung steht den Grünen nahe, die Luxemburg-Stiftung der Linkspartei.

Hintergrund ist der Bombenanschlag auf eine israelische Familie im vergangenen August. Dabei war eine 17jährige getötet worden. Der mutmaßliche Drahtzieher, der 44jährige Palästinenser Samer Arbid, soll für die Nichtregierungsorganisation Addameer und Union of Agricultural Work Committees (UAWC) arbeiten und zugleich Finanzchef der Terrorgruppe PFLP sein, berichtete The Jerusalem Post unter Berufung auf die Organisation NGO Monitor.

Niemand habe sich an vorherigen Verhaftungen des Verdächtigen gestört

Die Böll-Stiftung unterstützt demnach Addameer. Daneben erhält die Gruppe, die sich um palästinensische Häftlinge kümmert, unter anderem Hilfe von der norwegischen Regierung. Die Luxemburg-Stiftung finanziere die UAWC.

Bystron warf Grünen und Linkspartei vor, sich nicht an den bekannten Verbindungen des Verdächtigen gestört zu haben. Es habe auch niemanden interessiert, „daß Arbid vor den entsetzlichen Mord mindestens viermal wegen Terrorverdachts verhaftet wurde“.

Der Gründer von NGO Monitor, Gerald Steinberg, sagte: „Seit Jahren haben wir vor dem Phänomen palästinensischer Organisationen gewarnt, die von europäischen Regierungen finanziert werden und Verbindungen zur PFLP haben.“ Der Anschlag habe bewiesen, wie gefährlich die Organisation sei. (ag)

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da forderten mehrere CDU-Politiker, sogenannten Flüchtlingsräten in Deutschland die finanzielle Unterstützung zu streichen. Der Vorwurf: Die Vereine behinderten Abschiebungen und unterstützten ausreisepflichtige Asylbewerber dabei, sich ihrer Ausweisung zu entziehen.

Es sei „nicht hinnehmbar, wenn einzelne sogenannte Flüchtlingsinitiativen den Rechtsstaat mißachten und zur Verhinderung von Abschiebungen beitragen“, kritisierte damals der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU). Auch der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, warf den „selbsternannten Flüchtlingsräten“ vor, gezielt Abschiebungen zu be- und verhindern.

In der Tat organisieren die Flüchtlingsräte immer wieder Demonstrationen und Proteste gegen Abschiebungen. Sie veröffentlichen bevorstehende Abschiebetermine und rufen dazu auf, abgelehnte Asylbewerber, denen die Rückführung in ihr Heimatland oder in einen sicheren Drittsaat droht, vor den Behörden zu verstecken. Zudem beraten sie Ausreisepflichtige, wie diese sich juristisch gegen die drohenden Maßnahmen wehren können. Damit streuen die Flüchtlingsräte zusätzlichen Sand in die ohnehin nur schwerfällig laufende deutsche Abschiebemaschinerie.

Fördergelder in Millionenhöhe

Doch als wäre das nicht allein Skandal genug, können die Flüchtlingsräte bei ihrem Tun auch noch auf erhebliche öffentliche Fördergelder zurückgreifen. Dies geht aus einer nun veröffentlichen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag vor.

Demnach erhielt beispielsweise der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein 2018 aus den Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales rund 433.000 Euro. Auch das Familienministerium unterstützte Flüchtlingsräte zwischen 2015 und 2018 in mehreren Bundesländern, so in Bremen (8.200 Euro), Hessen (1.000 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (4.800 Euro), Nordrhein-Westfalen (3.300 Euro) und Sachsen (7.000 Euro).

Das große Geld floß jedoch vom Arbeits- und Sozialministerium über den Europäischen Sozialfonds (EFS) an Integrationsprojekte, bei denen verschiedene Flüchtlingsräte Partner waren. Das Integrationsprojekt „Tür an Tür“, bei dem der Bayerische Flüchtlingsrat mit im Boot sitzt, erhielt so zwischen 2016 und 2019 rund 337.000 Euro.

Verschiedene Geldtöpfe

Ein Projekt des Sächsischen Flüchtlingsrat wurde vom Arbeitsministerium über den EFS zwischen 2015 und 2019 mit knapp 610.000 Euro gefördert. Und auch in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen konnten sich Integrationsprojekte, die mit dortigen Flüchtlingsräten zusammenarbeiteten, über Fördersummen in deutlich sechsstelliger Höhe freuen.

Als weitere Geldquelle bot sich zudem der „EU-Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds“ (AMIF) des Bundesinnenministeriums an. Von hier flossen zwischen 2015 und 2018 an zwölf Projekte von Flüchtlingsräten oder deren Kooperationspartner 6,6 Millionen Euro. Die höchste Einzelsumme erhielt dabei 2017 mit mehr als 1,6 Millionen Euro der Flüchtlingsrat Niedersachsen für ein nicht näher bezeichnetes Projekt.

DÜSSELDORF. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Oliver Huth, hat vor einer Unterwanderung von Behörden durch Clans gewarnt. „Wir wissen, daß die Organisierte Kriminalität zunehmend Einfluß auf die öffentliche Verwaltung ausübt. Entweder fließen Schmiergelder oder es erfolgen andere Vergünstigungen“, sagte Huth dem Kölner Stadt-Anzeiger und Focus Online.

Dies gelte sowohl für Clans, als auch für die italienische Mafia in Deutschland. Es gebe Personen aus den Ämtern, „die interne Informationen durchstechen – siehe etwa jene Polizisten aus Duisburg, die einer Drogenbande aus dem Clanmilieu Dienstgeheimnisse verraten haben soll“.

Der Experte für Organisierte Kriminalität schilderte auch alltägliche Probleme bei der Polizeiarbeit. „Die Clans lehnen den Staat und seine Repräsentanten ab. Diese Leute halten sich nicht an Regeln, das bedeutet, daß es bei Personen- oder etwa Gaststättenkontrollen in der Szene immer Ärger gibt, da bauen sich dann muskelbepackte Männer vor den Polizeibeamten auf, fangen an zu schimpfen, lehnen es ab, ihren Ausweis zu zeigen.“ Häufig reagierten sie dann auch mit der „Fremdenfeindlichkeitskeule“.

Problem verschlafen und Justiz überlastet

Laut Huth habe die Politik das Phänomen lange Zeit verschlafen. „Tatsächlich versucht man, die Straßen wieder zu gewinnen. Jahrzehntelang hat man nur zugesehen, wie die kriminellen Auswüchse weiter wucherten.“ Jetzt sei der Verfolgungsdruck größer. Dieser fange bereits bei Verkehrsverstößen an. „Früher war es so, daß viele Clanmitglieder ihre Bußgelder nie bezahlten und die Behörden dem nicht nachgegangen sind.“

Der Polizist beklagte überdies eine Überlastung der Justiz. „Es kommt vor, daß manche Fälle zu den Akten gelegt werden, weil den Ermittlern Ressourcen fehlen, um weitere 14 Monate in die Nachforschungen zu investieren.“ Wenn etwa die Köpfe der Organisation im Ausland säßen, werde es schwierig, sie am Ende auch vor Gericht zu stellen.

Die Folge lasse sich am Lagebild Organisierte Kriminalität vom Bundeskriminalamt ablesen. „Die Zahl der Verfahren sinkt genauso wie jene der Tatverdächtigen. Dabei wuchert das organisierte Verbrechen mehr denn je“, erklärte Huth. Wenn wir uns hierzulande durch kriminelle Syndikate oder Clans unterwandern lassen, erlebt dieses Land ähnliche Zustände wie in Italien. Dort bedroht die Mafia die Zivilgesellschaft in allen Bereichen. (ls)

HILDEN. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat bezweifelt, daß Polizisten, die für die thüringische AfD kandidieren, ihren Dienst richtig ausüben können. „Es stellt sich die Frage, wie diese Kollegen unter staatsrechtlichen Gesichtspunkten ihre Arbeit ordentlich machen wollen, denn in der thüringischen AfD sind nun mal faschistische Tendenzen deutlich erkennbar“, sagte er der Welt.

Malchow habe von den fünf Beamten, die bei der kommenden Landtagswahl für die Partei kandidieren, eine Distanzierung vom thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke und dem rechten Flügel erwartet. Das sei nicht geschehen. Möglicherweise sei das disziplinarrechtlich prüfenswert. Zugleich räumte er ein: „Grundsätzlich ist der Einsatz für die AfD nicht verboten.“

Das Hinwenden von Sicherheitskräften zur AfD sei möglicherweise auf den Druck zurückzuführen, unter dem die Beamten stünden. Malchow betonte, der überwiegende Teil der GdP-Mitglieder habe nichts mit der Partei zu tun. „Und das ist auch gut so.“

Stegner warnt vor „Rechtsradikalen in Polizeiuniformen“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg forderte, die entsprechenden Thüringer Polizisten sollten auf ihre Verfassungstreue überprüft werden. „Bei Beamten und insbesondere Polizisten ist genau zu prüfen, ob sie noch auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen“, sagte er dem Handelsblatt.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner befürchtete durch die Kandidatur einen Schaden für die Demokratie. „Es untergräbt das Vertrauen in die Organe unseres Rechtsstaates und unserer freiheitlichen Demokratie, wenn die Bürgerinnen und Bürger befürchten müssen, daß Rechtsradikale und Verfassungsfeinde ihnen bewaffnet und in Polizeiuniformen gegenübertreten.“

Zuvor hatte bereits der stellvertretende Bundesvorsitzenden der GdP, Jörg Radek, einen verstärkten Bedarf an politischer Bildung bei den Ordnungshütern angemahnt, um den „erforderlichen Verfassungspatriotismus“ zu stärken. Bei vielen Beamten, so Radek, sei „etwas in Schieflage geraten“, was sich in „Sympathien für das rechtsnationale Parteienspektrum ausdrückt“. (ag)

BERLIN. Der stellvertretende Fraktionschef der Union im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) davor gewarnt, einer dauerhaften Umverteilung von Flüchtlingen in der EU zuzustimmen. Einer europäischen Regelung, die dazu führe, daß die 1,5 Millionen Asylsuchenden, die Deutschland seit 2015 aufgenommen habe, zu sogenannten Ankerpersonen würden, die weitere Flüchtlinge nach sich zögen, werde die Unionsfraktion keinesfalls zustimmen, sagte Frei der Welt.

„Den Plan, Neuankömmlinge von den EU-Außengrenzen dorthin zu bringen, wo Verwandte leben, hat bereits einmal das EU-Parlament formuliert. Da kann ich nur sagen: nicht mit uns.“ Eine solche Umverteilung hätte laut Frei zur Folge, daß Länder mit einer EU-Außengrenze wie Griechenland oder Italien dazu verleitet würden, sich weniger um den Grenzschutz zu kümmern und ankommende Migranten einfach durchzuwinken.

Obergrenze von 200.000 zu hoch

Kritisch äußerte sich der CDU-Politiker auch zu Seehofers signalisierter Bereitschaft, jeden vierten im Mittelmeer aufgegriffenen Migranten aufzunehmen. Dies könne lediglich als Notfallmechanismus zeitlich begrenzt gelten. „Wir wären jedoch nicht klug beraten, langfristig einen Anteil X von einer unbekannten Größe aufzunehmen. Es kann auf Dauer auch nicht zielführend sein, Menschen, die an den Küsten ankommen, durch Europa zu fahren, bis dann irgendwann festgestellt wird, ob ein Schutzgrund besteht.“

Letztlich müsse Deutschland aber zu den niedrigen Asylzahlen aus der Zeit vor der Flüchtlingskrise 2015 zurück. Als verkraftbaren Jahreswert nannte Frei eine Zahl zwischen 50.000 und 75.000 Asylsuchenden. Die von der Großen Koalition beschlossene Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr dürfe nicht zu einer dauerhaften Größenordnung werden, warnte der Fraktionsvize. „Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß in Deutschland jährlich 780.000 Kinder geboren werden, wäre es nicht akzeptabel, dauerhaft ein Viertel der Bevölkerung allein durch das Asylverfahren aufzunehmen.“ (krk)

BERLIN. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Bezeichnung der DDR als „Unrechtsstaat“ abgelehnt. Sie sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, der Begriff wirke so, „als sei das ganze Leben Unrecht gewesen“. Viele Bürger der ehemaligen DDR fühlten sich dadurch herabgesetzt.

Schwesig schwenkte damit auf die Linie führender Politiker der Linkspartei ein, die diese Zuschreibung ablehnen. So hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) sich zuletzt ähnlich geäußert. Zwar sei die DDR kein Rechtsstaat gewesen, „‘Unrechtsstaat‘ aber ist für mich persönlich unmittelbar und ausschließlich mit der Zeit der Nazi-Herrschaft und dem mutigen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und seiner Verwendung des Rechtsbegriffs ‘Unrechtsstaat‘ in den Auschwitz-Prozessen verbunden“, so Ramelow. Er widerspricht damit der Bewertung, die im Koalitionsvertrat seines rot-rot-grünen Regierungsbündnisses steht.

DDR dürfe nicht mit Nationalsozialismus verglichen werden

Auch die Linksparteipolitiker Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht wollen die DDR nicht als „Unrechtsstaat“ bezeichnen. Auch Schwesigs Amtsvorgänger Erwin Sellering (SPD) hatte sich bereits 2009 gegen die Bezeichnung ausgesprochen.

In der Vergangenheit hatte Ramelow bereits betont, die DDR sei nicht mit dem nationalsozialistischen Deutschland vergleichbar. „In der Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte ist jeglicher Bezug auf die menschenverachtenden Verbrechen während der NS-Herrschaft unangemessen. Wir haben immer klar gesagt, daß jeglicher Vergleich und erst recht jegliche Gleichsetzung von DDR und NS-Herrschaft ausgeschlossen sind.“ (ag)

Wer unterstützt welche Söldner in Syrien?

On October 7, 2019, in Endzeit, by admin

Der Syrien-Krieg ist ein Krieg, welcher weitgehend von bezahlten Söldnern geführt wird. Welcher externer Akteur hinter welcher Gruppe steht, ist ein mehr oder minder offenes Geheimnis. Die USA, Russland, der Iran, Saudi-Arabien, Israel, die Türkei, Frankreich und Großbritannien – sie alle mischen in Syrien mit.

Gewinner und Verlierer des Brexit

On October 7, 2019, in Endzeit, by admin

Natürlich gibt es bei jeder größeren Veränderung Gewinner und Verlierer. Daher sollten wir bei all den Berichten über einen „harten Brexit“, die im Stil von Katastrophenfilmen gehalten sind, auch einen Blick auf die möglichen Gewinner und Vorteile des Brexit werfen.

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