Im September 2009 hat Barrack Hussein Obama als Präsident eine Rede anlässlich des UN-Klimagipfels gehalten. Also zum selben Anlass, wo auch Greta Thunberg jetzt ihren Zorn ausgedrückt hat. Obama sagte damals: “Keine Nation, egal ob gross oder klein, reich oder arm, kann sich den Auswirkungen des Klimawandels entziehen. Steigende Meeresspiegel bedrohen jede Küstenlinie.

Es sind 10 Jahre vergangen und nichts von dem ist eingetroffen, keine Küstenlinie ist bedroht. Aber diese Fehlprognose wird noch getoppt, denn die Obamas glauben selber nicht an dem Quatsch den sie erzählen, sie haben sich nämlich für 15 Millionen Dollar ein riesiges Stück Land mit Villa am Meer gekauft.

Wie man sehen kann, liegt das Grundstück nur wenig über dem Meeresspiegel:

Die Klimahysterie hat eine neue Dimension erreicht, denn jetzt wird ernsthaft verlangt, nicht nur Verstorbene zu essen sondern auch Kinder, denn nur so kann man das CO2 reduzieren und das Klima retten.

Am Donnerstag hat die Kongressabgeordnete der Demokraten für New York, Alexandria Ocasio-Cortez (AOC), an einem Town-Hall-Meeting teilgenommen und es ging um den “Green New Deal”, welche die USA radikal de-karbonisieren will, also den Verbrauch von Brennstoff auf null bringen. Die Veranstaltung wurde unterbrochen als eine Frau aufstand und verlangte, “wir müssen anfangen Babys zu essen“, um die Klimaveränderung aufzuhalten.

Gegen Ende des Vortrages von AOC in der Queens Public Library in Corona, New York, als Fragen gestellt wurden, stand die Frau auf, die ein T-Shirt trug auf dem stand, “Save the Plant. Eat the Children” – “Rettet den Planeten. Esst die Kinder“. Das sei ihre Lösung zur Klimarettung.

Die Leipziger Bio-Lebensmittelkette Biomare, dessen Chef der Grünen-Politiker Malte Reupert ist, hat Produkte der Spreewälder Hirsemühle aus dem Sortiment genommen, weil deren Chef Jan Plessow sich für die AfD engagiert. Mittlerweile sind die großen Bio-Supermarktketten Alnatura und Bio Company diesem Beispiel gefolgt. Wie es dazu kam und wie der Betreiber Jan Plessow zur Nachhaltigkeit steht, lesen sie im JF-Interview.

Zwei sehr große Kunden haben sich von Ihnen getrennt. Wie gehen Sie damit um?

Jan Plessow: Es trifft uns schon, da hängen mehrere Existenzen dran. Meine Familie und etwa 15 weitere Bio-Bauern. Das interessiert aber offenbar nicht. Nun ja, wir arbeiten erstmal normal weiter.

Gibt es neben Alnatura, Biocompany und Biomare noch weitere Abnehmer, die nicht mehr bei Ihnen einkaufen?

Plessow: Ja, die Supermarktkette aus Dresden Vorwerk Podemus, deren Geschäftsleitung hat die Filialleiter angewiesen unsere Hirse auszulisten, weil sie „politisch nicht mehr korrekt“ ist. Weiter hat Naturkost Grell aus Hamburg auch ein sehr bezeichnendes Schreiben geschickt. Das ist ein Zulieferer von Alnatura. Die schrieben: „Aus bekannten Hintergründen, denen wir uns anschließen, werden wir die Hirse auslisten, da die Nachfrage nicht mehr da ist.“ Ich habe da nochmal nachgehakt. Weil ich merkte, daß das vorgespielt ist.

Und?

Plessow: Die haben kein Interesse, das Problem zu lösen. Da wird einfach behauptet, die Nachfrage sei nicht mehr da. Da gab es keine wirkliche Stellungnahme, weil die Leute wahrscheinlich Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben, wenn sie aus politischen Gründen auslisten. Das sind merkwürdige Verhaltensweisen – als gäbe es eine Kontaktschuld. Die haben ihre Ideologie. Das ziehen die durch. Wahrscheinlich hat auch jeder Angst sich in irgendeiner Form anzustecken. Als wären wir ein Virus.

Wie sind die Reaktionen, die Sie bekommen?

Plessow: Die meisten Zuschriften sind wohlwollend. Viele sagen, daß sie kein Verständnis für das Vorgehen von Biomare Geschäftsführer Malte Reupert oder Alnatura haben. Es gibt aber auch eine Reihe anderer E-Mails. Ich hatte gerade eine aus Hamburg mit „Nazi“-Beschimpfungen, was aber nicht so ernst zu nehmen ist.

Das klingt schlimm. Gibt es noch Hoffnung für ihren Betrieb?

Plessow: Ich weiß von einigen Großhändlern und Bio-Supermärkten, die ich jetzt nicht nennen will, um den Druck nicht weiter zu verschärfen, daß die sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen haben, uns auszulisten. Ich erhalte auch Zuschriften von Privatpersonen, denen das gegen den Strich geht – die uns unterstützen wollen.

Der Biomare-Betreiber behauptet, daß Sie nicht nachhaltig produzieren können, weil Sie in der AfD sind. Wie denken Sie darüber?

Plessow: (lacht) Ich bin ja das beste Beispiel dafür, daß es doch geht. Ich habe hier vor 15 Jahren angefangen, mit ein paar Biobauern die Hirse in Deutschland wieder einzuführen. Im Vordergrund stand damals ökologisch zu wirtschaften, ohne Spritzmittel und ohne Ackergifte. Artenschutz, Vielfalt, Ökolandwirtschaft und regionale Produktion standen im Vordergrund. Daß das auch gut für das Klima ist, ist ja eine zwangsläufige Folge schon allein durch die kurzen Transportwege. Außerdem haben wir in der Mühle eine Biomasse-Heizung. Unser Produkt ist auch weiterhin regional und Bio-zertifiziert.

15 Jahre ging es gut. Was ist plötzlich anders?

Plessow: In letzter Zeit ist das Thema „Klima“ wahnsinnig hochgekocht. Vor allem seit Greta Thunberg in den Medien ist. Man könnte es als eine Folge des sehr heißen Sommers von 2018 sehen. Seither wird überall Ökologie und Bio-Landwirtschaft nur noch auf Klimaschutz runtergebrochen. Artenschutz, Nachhaltigkeit, Pestizidfreiheit und letztlich die Gesundheit des Menschen kommen seither nicht mehr vor.

Und wie soll es weitergehen?

Plessow: Die Alternative, die ich für den Biomarkt sehe, ist momentan Hirse auch China. Das bedeutet wesentlich längere Transportwege, was natürlich viel Klimaschädlicher ist. Einige Anbieter produzieren auch Bio-zertifizierte Hirse in der Ukraine. Aber das meiste kommt aus China. Da fragt niemand nach der ideologischen Einstellung, geschweige denn nach den Arbeitsbedingungen.

BERLIN. Die Mehrheit der Deutschen lehnt die Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zur Aufnahme von Mittelmeerflüchtlingen ab. Laut einer Umfrage im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland durch das Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 30 Prozent „voll und ganz“ dagegen aus. 24 Prozent der Befragten wollen „eher“ keine dieser Migranten aufnahmen.

Seehofer hatte sich Mitte September bereit erklärt, jeden vierten aus Seenot geretteten Flüchtling, der in Italien ankommt, nach Deutschland zu holen. „Wir lassen niemanden ertrinken“, betonte er damals.

Zustimmend zu dem Vorhaben Seehofers äußerten sich demnach 23 Prozent, die es „eher“ befürworten. Elf Prozent unterstützten die Aufnahmepläne „voll und ganz“. Unentschlossen zeigten sich zwölf Prozent der Befragten. (ag)

BERLIN. Der Grünen-Bundesvorstand hat sich für Enteignungen ausgesprochen, um so die Wohnungsnot zu bekämpfen. In einem Antrag für den Bundesparteitag im November bekennt sich die Parteispitze dazu, Kommunen zu unterstützen, die „bei besonders angespannten Wohnungsmärkten“ Eigentümer zum Verkauf zwingen wollen, berichten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Falls dem Baugebot nicht entsprochen wird und die öffentliche Hand daraufhin als ultima ratio enteignet, sollte die Entschädigung einem realistischen Ertragswert entsprechen“, heißt es in dem Antrag.

Mitte der Woche hatte bereits Grünen-Chef Robert Habeck Enteignungen „als das letzte Mittel“ befürwortet. Er begründete dies damit, daß jährlich 80.000 Wohnungen fehlten. Er wolle dem entgegensteuern: „Erst fordert man die Eigentümer auf, zu bauen, dann bietet man an, das Grundstück abzukaufen. Und wenn das nicht funktioniert, kann eine Enteignung das letzte Mittel sein.“ Natürlich gegen „Zahlung einer Entschädigung“. Es solle auch nicht so wie in der DDR gehandhabt werden, „daß man es einfach nimmt, und dann ist es weg“, stellte er klar.

Instrument: „Bebauungsgebot“

Der Bundesvorstand formuliert dies nun präziser und schärfer. Als Instrument fordert die Öko-Partei ein „Bebauungsgebot“. Wenn ein Eigentümer nicht „innerhalb einer zu bestimmenden angemessenen Frist entsprechend den Festsetzungen des Bebauungsplans“ baut, solle ein „Enteignungsverfahren eingeleitet werden“, heißt es in dem Antrag.

Als weitere Mittel im Kampf gegen die Wohnungsnot nennt das Papier die Anhebung der Grunderwerbssteuer für Wohnungskonzerne, eine Einschränkung der Nutzung von Wohnraum für touristische Zwecke in Großstädten sowie die Einführung eines „Transparenzregisters“, aus dem Besitzverhältnisse von Häusern und Wohnungen hervorgehen. Außerdem sieht der Antrag ein Recht für Mieter vor, Wohnungen unterschiedlicher Größe untereinander zu tauschen. (tb)

MASSING. Eine Israelin ist am Mittwoch im niederbayerischen Massing Opfer eines judenfeindlichen Angriffs geworden. Die 27 Jahre alte Frau wurde mit einem Stein beworfen, nachdem sie zuvor mit einem ihrer Söhne Hebräisch gesprochen hatte, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Der Täter habe daraufhin auf Arabisch „Jude“ gerufen und einen Stein nach ihr geworfen, der sie am Kopf traf. Die Frau wurde leicht verletzt. Der Täter konnte fliehen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Weitere Vorfälle in München, Berlin und Potsdam

Die Polizei veröffentlichte eine Beschreibung des Mannes. Er soll zwischen 40 und 50 Jahre alt sein, schwarze, kurze Haare haben und gebrochen Deutsch mit ausländischem Akzent sprechen. Er trug ein graues Hemd, dunkle Jeans und soll einen ungepflegten Eindruck gemacht haben.

Der Fall reiht sich ein in eine Serie antisemitischer Übergriffe und Beleidigungen gegen Juden und Israelis in Deutschland. Die Tatverdächtigen haben dabei fast ausschließlich einen arabisch-moslemischen Hintergrund. Im August wurde in der bayerischen Landeshauptstadt München ein Rabbi mit seiner Familie zum Opfer. Eine als orientalisch beschriebene Frau beschimpfte den Sohn der Familie als „Scheiß Jude“ und spuckte ihm ins Gesicht.

In Berlin schlug im September ein arabisch aussehender Täter einen 21 Jahre alten Touristen aus Israel ins Gesicht, nachdem dieser sich zuvor vor einer Diskothek mit anderen Israelis auf Hebräisch unterhalten hatte. Ende Juli kam es an einem Wochenende in Berlin und Potsdam zu antisemitischen Angriffen gegen den Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Yehuda Teichtal, und den jüdischen Studenten Marvin F. Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT gab F. später an, mindestens einmal pro Woche in Berlin oder Potsdam judenfeindlichen Übergriffen oder Beleidigungen ausgesetzt zu sein. (tb)

ERFURT. Nach zwei Morddrohungen gegen Thüringens AfD-Vorsitzenden Björn Höcke hat die Polizei dessen Schutz verstärkt. In den Schreiben werde auch die Familie des Politikers bedroht, berichtete die Thüringer Allgemeine.

Laut MDR habe das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen. Die beiden Briefe seien im Wahlkreisbüro Höckes in Heiligenstadt und bei der Landtagsfraktion in Erfurt eingegangen.

Es handele sich nicht um die ersten Drohungen dieser Art. Neu sei jedoch, daß auch die Familie Höckes als Ziel eines Anschlages genannt werde. Daher sicherten seit Bekanntwerden der Morddrohungen sechs Polizisten dauerhaft das Haus des AfD-Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl am 27. Oktober. (ag)

BRÜSSEL. Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat den Abgeordneten des EU-Parlaments mangelnde Unterstützung für ihre Arbeit vorgeworfen. „Wo waren Sie alle, als wir auf allen möglichen Kanälen um Hilfe baten“, fragte sie. „Wo waren Sie, als auf die Bitte nach einem sicheren Hafen immer nur die Antwort ‚Tripolis‘ kam?“

Auch an Italien ließ Rackete kein gutes Haar. „Dort wurden wir empfangen, als ob wir die Pest an Bord hatten und nicht ungeschützte Menschen.“ Rackete sprach vor dem Ausschuß für bürgerliche Freiheit, Justiz und Inneres auf Einladung der Linksfraktion.

Flämischer Abgeordneter: Sie gehören ins Gefängnis

Der flämische Abgeordnete, Tom Vandendriessche vom Vlaams Belang, kritisierte Rackete scharf. In seiner Rede nach Racketes Wortbeitrag sagte er an sie gewandt: „Sie respektieren einfach die Gesetze und den Rechtsstaat nicht. Sie wählen stattdessen den Weg der Gewalt.“ Rackete sei „Teil eines kriminellen Netzwerkes“ und „Handlangerin der Menschenschmuggler“. Sie gehöre deshalb nicht ins Europaparlament, „sondern in eine Gefängniszelle“.

Rackete verteidigte sich auch gegen die von der italienischen Zeitung Il Giornale erhobenen Anschuldigungen, sie habe Mörder und Folterer auf ihrem Schiff Sea Watch 3 nach Europa gebracht. „Wenn wir eine Rettungsaktion durchführen, können wir die Hintergründe oder Lebensgeschichten der Menschen in Seenot gar nicht kennen. Wir versuchen, diesen Menschen einfach nur zu helfen.“ Laut dem Bericht der Zeitung haben andere Migranten drei Männer identifiziert, die in Libyen Menschen vergewaltigt, gefoltert und ermordet haben sollen. (tb)

Kriegspropaganda ist umso wirksamer, je grausamer sie ist. So inszenierte die PR-Agentur Hill & Knowlton im Auftrag der kuweitischen Regierung im Vorfeld des Zweiten Golfkriegs 1990 die Lüge, irakische Soldaten hätten in Kuweit Frühgeborene aus Brutkästen gerissen und sterben lassen. Wie wirksam solche Geschichten sind, wußte man auch im Ersten Weltkrieg.

Gräuelmärchen über die sadistischen deutschen „Hunnen“, die mordend, plündert, vergewaltigend und brandschatzend durch das besetzte Belgien zögen, mobilisierten in Frankreich und Großbritannien zum Kampf gegen das Deutsche Reich. Um dieser Agitation entgegen zu treten, veröffentlichten am 4. Oktober 1914 unter dem Titel „An die Kulturwelt!“ 93 deutsche Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle ein Manifest.

In pathetischen Worten wiesen sie „vor der gesamten Kulturwelt“ die Anschuldigungen gegen die kaiserlichen Truppen und den Vorwurf der deutschen Kriegsschuld zurück. Geradezu verzweifelt endete der Text mit dem Appell: „Glaubt uns! Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämpfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vermächtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle.“ Zu den Unterzeichner gehörten unter anderem der Physiker Wilhelm Röntgen, der Schriftsteller Gerhart Hauptmann und der Mediziner Emil von Behring.

Zivilistenerschießungen waren Reaktion auf Partisanenangriffe

Die Rezeption im feindlichen Ausland hatte – wenig überraschend – den gegenteiligen Effekt. Das Schreiben verstärkte das Bild vom arroganten Deutschen. Im neutralen Ausland nahm man die Worte der deutschen Intellektuellen bestenfalls kühl zur Kenntnis.

Deutsche Soldaten als Frauen- und Kindermörder, antideutsche Propaganda aus dem Ersten Weltkrieg Foto: picture alliance/Mary Evans Picture Library

Nachdem deutsche Truppen Anfang August 1914 bei ihrem Vorstoß im Westen Belgien besetzt hatten, war es zu Erschießungen von Zivilisten gekommen. Die deutschen Truppen rechtfertigten ihr Vorgehen als Reaktion auf Partisanenangriffe. Von alliierter Seite wurde bestritten, daß belgische Freischärler aus dem Hinterhalt den Kampf fortsetzen. Als während des weiteren deutschen Vormarschs auch noch die alte Universitätsstadt Löwen zerstört wurde, war das Klischee vom deutschen Barbaren endgültig verfestigt.

Mittlerweile gehen neuere Forschungsarbeiten davon aus, daß es belgische Partisanenaktivitäten im größeren Umfang gab. Das stellte einen Verstoß gegen die Haager Landkriegsordnung dar. So setzte sich im besetzten Gebiet eine unheilvolle Gewaltspirale in Gang, der zahlreiche Zivilisten zum Opfer fielen. Was die alliierte Propaganda daraus machte, spottete jedoch jeder Beschreibung.

Deutsche Propaganda verfehlte ihre Wirkung

So machten in der französischen und britischen Presse Schilderungen von bestialisch verstümmelten und zu Tode gefolterten Frauen und Kindern die Runde. Es wurde immer wieder behauptet, deutsche Truppen hätten belgischen Kindern systematisch die Hände abgeschlagen. Allerdings war diese Art der Verstümmelung im Kongo von belgischen Kolonialherren an den Afrikanern in großem Stil praktiziert worden. Die unter dem Schlagwort von der „Schändung Belgiens“ verbreitete Propaganda verfehlte ihre Wirkung dennoch nicht. Noch lange nach dem Ersten Weltkrieg lebten die Schauergeschichten in der Vorstellungswelt fort. Einige Jahre später sollte sich der Kriegsteilnehmer Adolf Hitler in „Mein Kampf“ daran erinnern, daß er insbesondere von der britischen Propaganda viel über die Manipulation der Massen gelernt habe.

Gegenüber den bluttriefenden und oftmals mit verstörenden sexuellen Details angereicherten Schilderungen wirkte das „Manifest der 93“ wie ein hilfloser Appell an das neutrale Ausland. Ebenso wirkungslos war auch die deutsche Propaganda. Statt Gräuelgeschichten präsentierte sie Hohn und Spott über die Feindnationen, die als schwächliche Gegner dargestellt wurden. Dies führte dazu, daß sich die Heimatfront wunderte, warum der angeblich minderwertige Feind nicht niedergerungen werden konnte. Infantile Reime wie „Jeder Schuß ein Ruß, jeder Tritt ein Britt, jeder Stoß ein Franzoß“ taugten nicht dazu, den Haß auf den Feind zu schüren.

ISTANBUL. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, Max Eberl, hat die Behandlung der eigenen Fans durch die türkische Polizei beim Europapokal-Spiel gegen Basaksehir Istanbul scharf verurteilt. Unter anderem konfiszierten die türkischen Behörden dabei die Fahnen der Gäste-Fans vom Niederrhein mit der Begründung, daß darauf christliche Symbole zu sehen seien, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Dabei handelte es sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, auf dem unter anderem auch ein Kreuz abgebildet ist.

Auch wurden zwei Borussen-Anhänger vor dem Spiel festgenommen, weil sie angeblich Polizisten geschlagen hätten. Laut dpa beweisen allerdings Videoaufnahmen, daß das nicht der Fall war. Ebert sprach nach dem 1:1 Unentschieden von „Polizeidiktatur“. So kenne er die Türkei nicht. „Wenn im Stadtwappen christliche Zeichen drin sind, und wir deswegen nicht rein dürfen, wo leben wir denn heutzutage“, fragte der gebürtige Niederbayer.

Hat „nichts mit Fußball und Europapokal zu tun“

„Wenn der Gastgeber einfach entscheiden kann, welche Fahnen ins Stadion kommen und welche nicht, dann können wir uns auch, ob wir Recht haben oder nicht, bei der Uefa beschweren.“ Genau das werde man von Seiten des Vereins auch tun und anmerken, daß die Vorkommnisse am Rande der türkischen Millionenmetropole „nichts mit Fußball und Europapokal zu tun“ gehabt hätten.

„Wir sind keine politische Veranstaltung und wollen Spaß und Sport haben“, betonte Eberl. „Unsere Fans bereichern diesen Totentanz hier, daß hier zumindest etwas Stimmung aufkommt und werden dann von Anfang an drangsaliert“, sagte er mit Blick auf die nur 5.000 anwesenden Zuschauer im Stadion des 2014 gegründeten Lieblingsklubs von Staatschef Recep Tayyip Erdogan. (tb)

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