FRANKFURT/MAIN. Der designierte DFB-Präsident Fritz Keller hat eine Verpflichtung für Bundesliga-Vereine gefordert, Frauenfußball zu fördern. „Die Männer-Profivereine täten gut daran, mehr in den Mädchen- und Frauenfußball zu investieren“, sagte er laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Es gibt keinen Frauen- und Herrenfußball, es gibt Fußball“, betonte er.

Der Vorsitzende des SC Freiburg geht aber noch einen Schritt weiter und droht den Erst- und Zweitliga-Vereinen mit Konsequenzen, wenn sie nicht in die Frauenförderung investieren. „Wir sollten eine Verpflichtung eingehen, daß alle Profivereine in der ersten und zweiten Liga in Zukunft zumindest einen anderen Frauenverein richtig groß unterstützen“, forderte Keller. Dies müsse „irgendwann auch als Lizensierungsbedingung“ gelten. Es gehe um einen „essentiellen Schritt für die Zukunft“.

Im Juni hatte die Vizepräsidentin des Bundestags, Claudia Roth, dem DFB zu einer gemischtgeschlechtlichen Doppelsitze geraten. „Aus eigener Erfahrung empfehle ich den Herren eine gemischte Doppelspitze, mit einer Co-Präsidentin“, sagte die Grünen-Politikerin Zeit Online. Schlimmer als der DFB sei in Sachen Strukturen und Hierarchien „nur noch die katholische Kirche“. (tb)

BERLIN. Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) hat den Vorwurf zurückgewiesen, Deutschland sei der Zahlmeister der EU. Dies sei „eine vorgestrige Erzählung“, sagte er der Welt. Es handele sich dabei um ein Märchen, das noch nie gestimmt habe, ergänzte der Bewerber um den Parteivorsitz der Sozialdemokraten. „Deutschland ist vor allem der größte Nettogewinner der EU.“

Man dürfe „Stabilität, offene Grenzen, Frieden, Wohlstand in unseren Partnerländern, in die über 60 Prozent unserer Exporte gehen, nicht in Euro und Cent bemessen“. Sein Fazit: „Je besser es der EU als Ganzes geht, desto besser geht es uns.“

Mehr Verschuldung gegen Nationalisten

Zugleich trat Roth für einen konzilianteren Kurs gegenüber Staaten ein, die die EU-Defizitskriterien nicht erfüllen. „Der Stabilitäts- und Wachstumspakt soll ja die Mitgliedstaaten unterstützen.“ Dies sei „vor allem eine politische, nicht nur eine mathematische Frage“. Es sei „weniger Taschenrechner, sondern politischer Weitblick“ gefragt, damit nicht am Ende „Nationalisten und Populisten“ siegten.

Auch Deutschland müsse mehr investieren, anstatt die schwarze Null zum Dogma zu machen. „Und die Menschen, sei es in Italien oder anderswo, müssen endlich spüren, daß Solidarität in Europa uns alle stärkt.“ Dies sei „womöglich der letzte Versuch, den Durchmarsch von Nationalisten zu verhindern“. (tb)

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat gefordert, Listenplätze für Wahlen künftig zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. „Für Listenplätze brauchen wir ein Reißverschlußverfahren, nach dem die Listen verbindlich zur Hälfte mit Frauen besetzt werden – und zwar gleichermaßen auf vorderen, mittleren und hinteren Plätzen“, sagte sie der Rheinischen Post.

Um dies umzusetzen, brachte sie finanzielle Anreize ins Spiel. „Zum Beispiel könnte es zusätzliche Finanzmittel geben, wenn ein Landesverband die Zielvorgaben bei der Aufstellung von Frauen erfüllt. Solche Modelle laufen in der Wirtschaft gut. Parteien können davon lernen“, betonte die Vorsitzende der Frauen Union.

„Integrationsoffensive“ soll Migrantinnen fördern

Zugleich kritisierte Widmann-Mauz, das innerhalb ihrer Partei das 1996 eingeführte Frauen-Quorum von einem Drittel werde nur als „unverbindliche Obergrenze“ für die Frauenbeteiligung angesehen. Das sei nicht mehr zeitgemäß.

Auch in der Migrationspolitik sprach sich die Christdemokratin für einen verstärkten Einsatz für Frauen aus. Durch eine „Integrationsoffensive“ sollten mehr weibliche Flüchtlinge eine Beschäftigung finden. In dem Zusammenhang wies sie daraufhin, daß mehr als die Hälfte der Flüchtlinge mit festem Job als Fachkräfte tätig seien. (ag)

DUBLIN. Die zum Islam konvertierte Sängerin Sinead O’Connor ist erstmals mit Hidschab aufgetreten. Bei ihrer Bühnenrückkehr auf dem staatlichen irischen Sender RTE, sagte die in einen roten Schleier gekleidete Sängerin, jeder, der den Koran studiere, merke, daß er sein ganzes Leben bereits Moslem gewesen sei, ohne es zu wissen.

Iconic.

Sinead O’Connor performs ‘Nothing Compares 2 U’#LateLate pic.twitter.com/bZzN2039y4

— RTÉ One (@RTEOne) September 6, 2019

Zuvor habe sie „viele Vorurteile“ gegen die Religion gehabt. Dabei sei ein Moslem „nur eine Person, die glaubt, daß nichts im Universum außer Gott angebetet werden“ solle. Für ihre rassistischen Kommentare über Weiße entschuldigte sich O’Connor. Sie sei dazu durch Islamhaß provoziert worden.

„Will nie wieder Zeit mit Weißen verbringen“

„Ich will nie wieder Zeit mit Weißen verbringen, sie sind ekelerregend“, schrieb die Pop-Ikone, die sich mittlerweile Shuhada Davitt nennt, damals auf Twitter. Damit, stellte sie klar, meine sie alle Nicht-Moslems. Im Oktober 2018 hatte O’Connor ihren Übertritt zum Islam mit den Worten bekanntgegeben: „Alle Studien der Schrift führen zum Islam.“ Zudem forderte sie auf Twitter ihre Follower zum Tragen eines Gesichtsschleiers auf. Der britische Fernsehsender Sky News legte bei der Berichterstattung über O’Connors Konversion seinerzeit Wert auf die Feststellung, daß die Sängerin in der Vergangenheit mehrfach an psychischen Erkrankungen litt. (tb)

Schon wieder wird ein schreckliches Ereignis in Deutschland für eine politische Agenda instrumentalisiert. Schon wieder übertönen die Empörungsfloskeln der Populisten die mahnenden Stimmen. Schon wieder werden radikale politische Forderungen laut, noch bevor die Umstände geklärt sind.

Nein, Sie haben am Wochenende keinen Anschlag, keine Massenvergewaltigung durch Ausländer verpaßt, nach der es nun Verharmlosungvorwürfe von der einen, Instrumentalisierungsbeschuldigungen von der anderen Seite gibt. In Berlin gab es am Freitag abend einen schweren und tragischen Autounfall. Vier Fußgänger starben dabei, darunter ein Kleinkind.

Bei dem Unfallwagen handelte es sich um einen Porsche Macan. Porsche, riecht irgendwie nach reich, also grundsätzlich schon mal verdächtig. Während die Unfallursache noch immer unklar ist – am wahrscheinlichsten gelten derzeit gesundheitliche Probleme des Fahrers wie ein Herzinfarkt oder epileptischer Anfall – fordern die grünen Populisten aber schon eine Obergrenze für „große SUV in den Innenstädten“.

„Am besten wäre eine bundesrechtliche Regelung, die es Kommunen erlaubt, bestimmte Größenbegrenzungen zu erlassen“, schwärmte der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, im Berliner Tagesspiegel.

Ein Tesla wiegt mehr

Der Abmahnverein „Deutsche Umwelthilfe“ twitterte noch am Freitag abend von einem „Raser-Unfall“ und von einem Kampf gegen SUV. Auch Berliner Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) fand keine mitfühlenden Worte für Opfer und Angehörige, dafür aber eine Menge politischer Forderungen: „Die SUV-Technik und -Marketingstrategie ist mitschuldig an einer Autokultur des Ich, Ich, Ich“, schrieb Schmidt auf Twitter. „Laßt uns diese Wagen und viele mehr von den öffentlichen Räumen entfernen.“

Sein Parteifreund und Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, der sich immerhin zu einer Beileidsbekundung herabließ, ergänzte: „Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt! Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige.“

Doch dieser Unfall hat Symbomcharakter! Sie SUV-Technik und -Marketingstrategie ist mitschuldig an einer Autokultur des Ich, Ich , Ich. Und davon motivierte, protzige Schnellfahrerei tötet. Lasst uns diese Wagen und viele mehr von den öffentlichen Räumen entfernen. https://t.co/jiAg08tEAo

— Florian Schmidt (@f_schmidt_BB) September 7, 2019

Diese Forderungen unmittelbar nach einem Autounfall, für dessen tödlichen Ausgang der Fahrzeugtyp nach bisherigen Erkenntnissen überhaupt nichts kann, bilden einen vorläufigen Tiefpunkt in der ohnehin mit viel Emotionen aber wenig Sachlichkeit geführten Debatte um die angestrebte Verkehrswende.

In diesem Jahr wird wahrscheinlich die Marke von einer Million verkaufter SUV erstmals überschritten. Hauptargumente dafür sind: Sie vermitteln ein größeres Gefühl von Sicherheit, sie sind in der Regel übersichtlicher und bequemer beim Ein- und Aussteigen. Dafür brauchen sie etwas mehr Sprit, sind teurer und wirken kastenartiger.

Der Porsche Macan ist kein „großer SUV“. Mit seinen unter 4,70 Metern Länge gehört er noch knapp zur Klasse der Kompakt-SUV. Mit voller Ausstattung wiegt er maximal zwei Tonnen. Ein Tesla Model S, mit dem Grünen-Chef Robert Habeck gelegentlich unterwegs ist, bringt bis zu 2,1 Tonnen auf die Wage. Ein Model X sogar über 2,4 Tonnen. Auch die Plugin-Hybride diverser Bundesminister wiegen jenseits der zwei Tonnen.

Zynische Argumente für grün-populistische Forderungen

Wenn ein Wagen mit höherer Geschwindigkeit einen Fußgänger umrast, dann ist auch ein Fiat 500 tödlich. Ein Unfallforscher wies bereits darauf hin, daß SUV nicht grundsätzlich tödlicher sind als Kleinwagen. Doch von solchen störenden Fakten lassen sich Populisten bekannterweise nicht abhalten.

Es geht den Anti-Auto-Lobbyisten um die Verbannung der individuellen, motorisierten Mobilität aus Städten. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, jeder Anlaß ein willkommener. Mal ist es der angeblich zu geringe Platz für Fußgänger, dann sind es die Autoparkplätze, die stören, von den Abgasemissionen und dem Verbrauch ganz zu schweigen. Nun war es eben ein schrecklicher Unfall.

Nebenbei: „Umwelthilfe“ und Co. erhielten durchaus Kritik für ihre Instrumentalisierungen. Solche Pauschalisierungen und Hetze aufgrund eines Einzelfalls seien „AfD-Methoden“, hieß es. Um es noch einmal zu betonen: Es war ein Unfall, höchstwahrscheinlich bedingt durch ein „plötzliches körperliches Unvermögen“, wie es in der Fachsprache heißt.

Für die Angehörigen und nicht zu vergessen den Fahrer ist das schon schlimm und belastend genug. Zynische Argumente für grün-populistische Forderungen auf ihre Kosten brauchen sie ganz bestimmt nicht. Und die Allgemeinheit auch nicht.

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ROSENHEIM. Eine 21 Jahre alte Frau ist in Rosenheim auf dem Nachhauseweg von einem Herbstfest Opfer einer Vergewaltigung geworden. Als Täter beschrieb sie einen Mann zwischen 25 und 30 Jahren mit „südländischer Erscheinung“ und „braunem Teint“.

Zudem soll er zwischen 1,65m und 1,70m groß gewesen sein und glatte, dunkle Haare sowie einen Dreitage- oder Stoppelbart getragen haben. Bekleidet war er mit einer blauen Jeans, einem dunklen T-Shirt sowie einer dicken, roten Jacke. Das Opfer trug ein Dirndl mit schwarzer Jacke.

Nicht der erste Vorfall dieser Art im Landkreis Rosenheim

Nach der Tat lief die offenbar traumatisierte Frau ziellos durch die Innenstadt und setzte sich auf eine Parkbank. Bereits im August vergangenen Jahres wurde in der oberbayerischen Stadt eine junge Frau Opfer einer Vergewaltigung.

Bei den Tätern handelte es sich damals um zwei Asylbewerber aus Somalia. Auch 2017 registrierten die Behörden im Landkreis zwei Vergewaltigungen. Täter war in einem Fall ein unbekannter Mann, der gebrochen Deutsch sprach, im zweiten Fall ein abgelehnter nigerianischer Asylbewerber, der bei Riedering über eine Joggerin herfiel. (tb)

POSTDAM. Das Glockenspiel der ehemaligen Potsdamer Garnisonkirche ist seit dem Wochenende offiziell verstummt. Es war auf Anweisung des Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) abgeschaltet worden. Bereits am Donnerstag hatte es bei einer Prüfung zur geplanten Abschaltung einen technischen Defekt gegeben, weshalb das Glockenspiel seitdem nicht mehr erklang.

Hintergrund der Abschaltung ist die Kritik an mehreren Inschriften auf den Glocken. Eine Initiative aus Vereinen, Künstlern und Wissenschaftlern monierte, auf dem 1991 aufgestellten Glockenspiel fände sich eine „Reihe revisionistischer, rechtsradikaler und militaristischer Widmungen“. So stünde auf einer Glocke beispielsweise die preußische Losung „suum cuique“, die auch der Wahlspruch der Feldjägertruppe der Bundeswehr ist.

Da die deutsche Übersetzung „Jedem das seine“ aber auch über dem Tor des Konzentrationslagers Buchenwald stand, stören sich die Kritiker an der Inschrift. Laut Oberbürgermeister Schubert sollen die Widmungen nun wissenschaftlich untersucht und das Ergebnis dann öffentlich diskutiert werden. Bis zum Abschluß des Prozesses schweigen die Glocken. Ob sie überhaupt jemals wieder erklingen werden, ist ungewiß.

Streit um Wiederaufbau

Das Glockenspiel ist den überwiegend linken Gegnern schon länger ein Dorn im Auge, steht es doch als Anfangssymbol für den Wiederaufbau der 1945 zerstörten Garnisonkirche. Gestiftet hatte es der frühere Bundeswehroffizier Max Klaar mit seinem Verein Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG). Dieser hatte ursprünglich Spenden in Höhe von 6,7 Millionen Euro für die Wiedererrichtung der Kirche gesammelt.

Klaar schwebte die originalgetreue Rekonstruktion des Gebäudes und ihre Nutzung als Kirche vor. Doch von seiten der Stadt Potsdam und aus den Reihen der Amtskirche war mit Blick auf die Rolle der Garnisonkirche beim sogenannten „Tag von Potsdam“ 1933 ein „Versöhnungszentrum“ in dem Bau ins Spiel gebracht worden. Das wollte Klaar nicht mittragen. Er warnte unter anderem vor einem „zeitgeistigen, polit-historischen Mißbrauch der Garnisonkirche zur Volkspädagogik“. Von seinen Gegnern wurde er im Gegenzug als reaktionärer Militarist geschmäht.

Die 1735 errichtete Garnisonkirche war ein Wahrzeichen Potsdams. Friedrich Wilhelm I. hatte den Bau beauftragt. Zur Kontroverse um den seit 2017 begonnenen Wiederaufbau trug der „Tag von Potsdam“ bei. Am 21. März 1933 hatten sich Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg dort zu einem Festakt getroffen. Nach einem Luftangriff am 14. April 1945 brannte die Kirche aus. 1968 ließ die SED die Ruine aus ideologischen Gründen sprengen. (krk/pm/ag)

BERLIN. Siemens-Chef Joe Kaeser hat mit Blick auf die wirtschaftlichen Beziehungen vor zu harscher Kritik an Chinas Regierung gewarnt. „Wenn Arbeitsplätze in Deutschland davon abhängen, wie wir mit brisanten Themen umgehen, dann sollte man nicht die allgemeine Empörung verstärken, sondern überlegt die Positionen und Maßnahmen in allen Facetten abwägen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Angesichts des Hongkong-Konfliktes und des Handelstreits zwischen China und den USA plädierte der Manager für diplomatische Lösungen. „Wir sollten auch deshalb immer wieder miteinander reden und integrativ nach Lösungen suchen.“ Deutschland könne klar Position beziehen und zugleich kulturelle Besonderheiten Chinas respektieren. Kaeser betonte, es gebe eine symbiotische Beziehung zwischen beiden Ländern, die Vorteile für beide Seiten bringe.

Kaeser äußert sich wiederholt politisch

Der Unternehmenschef gehörte zur Delegation von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in der vergangenen Woche China besucht hatte. Trotz der aktuellen politischen Krisen wertete er die Reise „insgesamt als Erfolg in schwieriger Zeit“.

In der Vergangenheit hatte Kaeser wiederholt Stellung zu politischen Themen bezogen. Im Juli hatte er US-Präsident Donald Trump nach dessen Kritik an demokratischen Abgeordneten Rassismus vorgeworfen. Zuvor hatte er im Mai die AfD-Vorsitzende Alice Weidel attackiert. (ag)

BERLIN. Die Heidelberger Politologin Ulrike Ackermann hält die westliche Zivilisation für ein Erfolgsmodell. Dieses habe zu einer Verbesserung des Lebensstandards geführt, sagte sie dem Deutschlandfunk. Es sei mit einem Zugewinn an politischen, individuellen und ökonomischen Freiheiten einhergegangen. „Wir sollten an dem Modell Demokratie und soziale Marktwirtschaft festhalten“, forderte sie.

Scharf wandte sie sich gegen linke Kulturkritik, wonach der westliche Wohlstand durch Kolonialisierung entstanden sei. Dabei hätten Teile Afrikas ihren Wohlstand nicht ohne die Wechselwirkungen mit dem westlichen Kapitalismus erreichen können. „Daraus ein einseitiges Ausbeutungsverhältnis zu konstruieren, halte ich für verwegen“, sagte Ackermann.

Gegen Begriffe wie „Klimaleugner“

Auch zur Klimapolitik äußerte sich die Wissenschaftlerin. Bei dieser Debatte müßten mehr Ambivalenzen zugelassen werden. Es bringe nichts, alarmistisch die Weltkatastrophe an die Wand zu malen, der nur radikal begegnet werden könne.

Bei Begriffen wie „Klimaleugner“ mahnte sie zur Vorsicht: „Das ist ein Zeichen davon, wie ideologisiert und moralisiert die Debatte ist.“ Zudem sei Erderwärmung „nicht nur menschengemacht“, es gehe vielmehr um „Prozesse von Jahrtausenden“.

Die Klimarettung als oberstes politisches Primat über alles zu setzen, komme fast einer Religion gleich, so ihr Resümee. Zudem gebe es in der Klimapolitik massive Widersprüche. „Der ganz schnelle Atomausstieg hat dazu geführt, daß wir zum Teil schmutzigen Strom aus unseren Nachbarländern in der EU importieren müssen, obwohl wir die großen Vorbilder im Kampf gegen die Erderwärmung sein wollen“, gab sie zu bedenken.

Städte- und Gemeindebund warnt vor Hysterie

Dadurch seien die Strompreise im Vergleich zu anderen europäischen Ländern die höchsten. Die damit einhergehenden Strompreiserhöhungen hätten zu Ungerechtigkeiten und Freiheitseinschränkungen für viele Bürger geführt. Zuletzt hatte auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor einer Hysterie in der Klimadebatte gewarnt. (tb)

Die Mehrheit der Parteien und Unternehmerverbände sind gegen die „Nationale Industriestrategie 2030” von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Doch der DBG stärkt Altmaier den Rücken.

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