Schon öfters habe ich aufzeigt, wie die amerikanischen Nachrichten- sender CNN, MSNBC, ABC und CBS keine Ahnung von der Weltkarte haben und in ihren Grafiken oft Länder am falschen Ort platzieren. Generell leiden die Amerikaner an einem grossen Mangel an Geographiekenntnissen. Die wissen oft gar nicht wo die Länder sich befinden die sie angreifen, wenn man ihnen einen Globus zeigt.

Jetzt ist diese “Panne” dem amerikanischen Ableger von Russia Today passiert. In einer Nachrichtensendung über eine Raketenstationierung des US-Militärs in Asien, haben sie eine Grafik gezeigt, in dem sie Neuseeland als Japan und Papua-Neuguinea als Südkorea bezeichneten. Nur Australien war richtig.

DRESDEN. Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag bei der zweiten #Unteilbar-Demonstration in Dresden für eine „freie und solidarische Zivilgesellschaft“ protestiert. Die Kundgebung stand unter dem Motto: „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung“. Nach Angaben der Veranstalter folgten bis zu 35.000 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet dem Aufruf. Der MDR schätzte die Zahl auf 20.000. Zu größeren Zwischenfällen kam es offenbar bis zum frühen Abend nicht. Am Altmarkt wurden aber nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung AfD-Plakate heruntergerissen.

Mission-Lifeline Kapitän Claus-Peter Reisch, der eigentlich vor Ort in Dresden sein wollte, wandte sich in einer Videobotschaft von seinem Schiff Eleonore im Mittelmeer an die Teilnehmer. Es dürfe sich nie mehr wiederholen, daß, wie zu Zeiten der deutschen Teilung, auf Flüchtlinge geschossen werde, sagte Reisch. „Die gesamte Welt ist eine Einheit und wir gehören alle zusammen“, betonte er. Deswegen dürfe man auch nicht über die Teilung in verschiedene Regionen oder Kontinente sprechen.

Wir sind #unteilbar! Meine Videobotschaft zur Demonstration in #Dresden: pic.twitter.com/utUdQfxPQ7

— Claus-Peter Reisch (@ClausReisch) August 24, 2019

Kretschmer bleibt Kundgebung fern

Während SPD, Grüne und Linkspartei die Proteste unterstützten und zur Teilnahme aufriefen, hatte die sächsische CDU angekündigt, der Demonstration fernzubleiben. Er könne „nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Auch von der AfD kam Kritik: Die Partei warf den Verantwortlichen der #Unteilbar-Demo vor, auch gewaltbereite Linksextremisten in ihren Reihen zu dulden.

Tatsächlich finden sich auf der Internetseite der Kampagne linkextreme und linksradikale Gruppen unter den Beteiligten. So umfaßte der Demonstrationszug mehrere verschiedene Themenblöcke, darunter auch: „#WannWennNichtJetzt – Support your Hinterland!“ An diesem beteiligten sich unter anderem die Interventionistische Linke (IL). Sie zählt zu den einflußreichsten und mobilisierungsstärksten linksextremen Bündnissen in Deutschland und war vor zwei Jahren maßgeblich für die schweren Ausschreitungen währende des G20-Gipfels in Hamburg verantwortlich. Dennoch kam selbst Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Der GRÜNE Block ist auf dem Altmarkt #Dresden angekommen. Klares Zeichen von @ABaerbock. #unteilbar #herzaufangstraus #dumusstesnurwählen pic.twitter.com/nHKXO04mG0

— Grüne Dresden (@gruene_dresden) August 24, 2019

Zur ersten #Unteilbar-Demonstration waren im Oktober vergangenen Jahres mehrere zehntausend Teilnehmer nach Berlin gekommen. Auch damals waren mehrere linksextreme Gruppen an den Protesten beteiligt. Anmelder der Demonstration war zudem ein Anwalt der linksextremen Gefangenen-Organisation „Rote Hilfe“. (tb/krk)

In Italien ist in dieser Woche endgültig die Regierung zusammengebrochen. Schuld daran ist, da sind sich die hiesigen Mainstream-Medien und weite Teile der italienischen Politik einig, vor allem der Rechte in der Regierung. Innenminister Matteo Salvini hat wohl einmal zu viel die italienischen Häfen dicht gemacht und den illegalen Schleppern der Asyl-Industrie die Einfahrt verweigert.

Das hat zwar großen Teilen der Bevölkerung gefallen, nicht aber den mächtigen Migrationslobbyisten innerhalb der EU. Unter dem politischen Druck, der gerade aus Berlin und Brüssel auf Italien ausgeübt wird, doch eine Regierung ohne den Flüchlingsblocker Salvini zu bilden, könnten vermutlich Diamanten gepreßt werden, die mehr wert sind als Gold. 

Tempo 30 und fleischfreie Kantinen

Die Volksinitiative „Klimanotstand Berlin“ hat in dieser Woche 43.522 Unterschriften an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), übergeben. Die Unterzeichner fordern den Ausruf des Klimanotstands in der Bundeshauptstadt und zeigen damit ein Bewußtsein für die wahren Probleme in Berlin. Von außen mag es vielleicht so wirken, als leide die Stadt vor allem unter Clan-Kriminalität, Gewalt auf den Straßen, No-go-Areas und Drogensucht.

Der echte Berliner weiß aber: auch Berlin ist vor allem eins – zu warm. Nicht erst seit Klaus Wowereit. Als Sofortmaßnahmen schlägt das Bündnis Tempo 30 auf allen Berliner Straßen, fleischfreie Kantinen und Mensen sowie die Verteuerung der Start- und Landegebühren auf den Berliner Flughäfen vor.

Ob alle 43.522 Gutbürger, die das Votum mitunterzeichnet haben, wirklich genau wußten, was sie da unterschreiben, ist fraglich. Bei ihrer Unterschrift am Klimanotstand waren sie sich vermutlich aber zumindest sicher, daß sie anschließend keine Waschmaschine zugeschickt bekommen.

Mannheim führt Frauennachttaxis ein

Nicht alle Städte sind bereits so sauber, sicher und rundum perfekt, daß sie sich voll und ganz höheren Aufgaben wie der Rettung des Weltklimas widmen können. In Mannheim muß man(n) erst einmal dafür sorgen, daß die Frauen nach Einbruch der Dunkelheit sicher nach Hause kommen. Deshalb wird es in der Mulitkulti-Metropole jetzt ein sogenanntes Frauennachttaxi geben.

Es soll von Frauen und Mädchen genutzt werden können, die auf den Straßen von Islamabad… Pardon, Mannheim, leichtsinnigerweise ohne männliche Begleitung unterwegs sind. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr kann das Taxi innerhalb der Mannheimer Stadtgrenzen gerufen werden. Auf jede Frauentour gibt es sieben Euro Rabatt und im Idealfall kommt die sichere Kutsche für die urbane Großstadtdame sogar schneller als die unterbesetzte Polizei.

Um ein Frauentaxi zu werden, müssen die Fahrer aber erst durch eine Schulung, die nicht nur Hintergründe und Eckpunkte des Konzeptes vorstellt, sondern auch Verhaltensrichtlinien vorgibt. Die Mannheimer Frauen sollen ja schließlich nicht vom Regen in die Taxe kommen. Vor allem aber sollen nicht irgendwelche regional ansässigen Rechtspopulisten das Thema für ihre Zwecke ausschlachten können.

Hund beißt Belästiger

Andere Ecke Deutschlands, ähnliche Probleme: In Mönchengladbach haben ein 19 Jahre alter Algerier und ein 25jähriger Marokkaner ihre gemeinsame Vorliebe für sexuelle Belästigung  entdeckt und eine 52jährige massiv bedrängt. Als zwei rassistische Beamte der Bundespolizei dem bunten Treiben ein Ende machen wollten, wehrten sich die beiden Afrikaner mit Schlägen, Tritten und einer abgebrochenen Glasflasche. Nachdem die Polizei brutal zum Schlagstoff griff, flüchtete der Marokkaner. Auch die Androhung, daß der Diensthund eingesetzt werde, veranlaßte den 25jährigen nicht zum stehenbleiben.

Er rannte weiter, wurde aber von dem unreinen Tier eingeholt und von diesem im Bauch- und Rückenbereich verletzt. Die Besatzung eines zufällig vorbeikommenden Rettungswagens erkannte die Situation und kümmerte sich sofort um den bemitleidenswerten Belästiger.

Die Sanitäter stellten aber zum Glück fest, daß es sich bei den Verletzungen des Geflüchteten lediglich um ein paar Kratzwunden handelte. Also nichts, womit der polizeibekannte marokkanische Einwanderer und sein ebenso aktenkundiger algerischer Kumpane nicht gelernt hätten umzugehen.

Zusammenprall der Kulturen in Duisburg

Auch in Duisburg führten noch unüberwundene kulturelle Unterschiede zu einer Auseinandersetzung zwischen Biodeutschen und Migrationshintergründlern. Am Rheinufer machte ein 20 Jahre alter Duisburger mit türkischen Wurzeln eine 50jährige Deutsche auf ihren zu kurzen Rock aufmerksam. Statt den wohlgemeinten Hinweis des türkischstämmigen Mitbürgers dankbar anzunehmen, hetzte die provokante Rockträgerin ihre Begleiter gegen den Deutschtürken und seine Freunde auf und wunderte sich lautstark darüber, warum in der Gruppe des Türken Männer und Frauen getrennt sitzen würden.

Was dann passierte, beschreibt die Duisburger Polizei so: „Das gegenseitige Unverständnis über die kulturellen Unterschiede der Beteiligten führte zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung und endete in einer Schlägerei.“ In was für einer herrlichen Welt könnten wir leben, wenn doch nur alle Menschen so kultursensibel wären wie die Polizei in Duisburg.

Am 24. August jährt sich der Todestag Friedrich Naumanns zum einhundertsten Mal. Soweit das Ereignis überhaupt Beachtung findet, ist von Naumann nur in allgemeinen Wendungen die Rede: Naumann als Demokrat, Naumann als Parlamentarier, Naumann als einer der Väter der Weimarer Verfassung. Vielleicht geht es auch noch um Naumann als Namenspatron der FDP-Parteistiftung und als große Gestalt des deutschen Liberalismus.

Indes war Naumann alles andere als ein Liberaler im heutigen Sinn des Wortes: vielmehr ein überzeugter Imperialist, Darwinist, Monarchist und National-Sozialist. Hinzu kommt, daß Naumanns politische Vita nicht zu verstehen ist ohne einen Blick auf seinen religiösen Lebensweg.

Praktisches Christentum

Naumann, 1860 geboren, zählte zu den vielen Begabten, die aus einem evangelischen Pfarrhaus stammten. Sein Entschluß, dem Beispiel des Vaters zu folgen und ein Theologiestudium aufzunehmen, entsprach einem verbreiteten Muster. Aber Naumanns Frömmigkeit war nicht konventionell, sondern persönlich geprägt und keinesfalls quietistisch.

Ihm ging es um ein praktisches Christentum, das sich an der sozialen Realität bewehren sollte. Deshalb nahm er nach dem Ende seiner Ausbildung als Geistlicher eine Tätigkeit für die Innere Mission auf, die es als eine ihrer Hauptaufgaben betrachtete, der Verelendung der Arbeiterschaft entgegenzutreten.

Nur wuchsen bei Naumann und seinen Freunden rasch Zweifel, daß karitative Maßnahmen ausreichen würden. Sie waren fasziniert von den Ideen Adolf Stoeckers und schlossen sich dessen christlich-sozialer Bewegung an. Aber auch das blieb nur eine Zwischenstation. Nach kurzer Zeit kam es zum Bruch zwischen den älteren und den jüngeren Christlich-Sozialen. Die störten sich an der konservativen Starre des ehemaligen Oberhofpredigers Stoecker wie an dessen Fixierung auf Antiliberalismus und Antisemitismus.

Proletariat ins Volksganze integrieren

Die Idee eines „christlichen Sozialismus“ hielt Naumann allerdings noch fest und schloß sich dem 1890 gegründeten Evangelisch-Sozialen Kongreß an, in dessen Rahmen die Anhänger Stoeckers, christliche Gewerkschafter und führende Vertreter des liberalen Protestantismus zusammenarbeiteten.

Das Ziel war bei grundsätzlicher Bejahung der Staatsordnung eine umfassende Reform, die vor allem dazu dienen sollte, das Proletariat in das Volksganze einzufügen. Besonders wichtig wurde für Naumann in dieser Phase die Begegnung mit dem Soziologen Max Weber. Dessen kalt-sezierender Blick auf die Realität hatte allerdings zur Folge, daß Naumann in den folgenden Jahren seine Anschauungen grundsätzlich änderte.

Entscheidend war, daß Naumann das Christentum nicht länger als tragfähige Basis für die Existenz des modernen Individuums und der modernen Gesellschaft betrachtete. 1896 sollte er deshalb auch sein Pfarramt aufgeben. Die dogmatischen Grundaussagen der kirchlichen Lehre wurden ihm nach und nach immer fragwürdiger. An deren Stelle traten für ihn der Glaube an den menschlichen Fortschritt und das darwinistische Prinzip der Auslese. Unter den Umständen der Zeit führte das fast zwangsläufig zur Bejahung von nationalem Machtstaat und imperialer Ausdehnung, um den deutschen „Einfluß auf der Erdkugel auszudehnen“.

Streiter für Demokratisierung und Parlamentarisierung

Die Formulierung stammt aus dem National-sozialen Katechismus, den Naumann 1897 veröffentlichte. Im Vorjahr hatte er den Nationalsozialen Verein (NSV) gegründet. Ein Schritt, den er damit rechtfertigte, daß die Zeit gekommen sei, um eine neue politische Kraft zu organisieren, die als eine Art Katalysator die Blockade der wilhelminischen Innenpolitik überwinden konnte.

Das hieß, daß Naumann die Forderung der SPD nach sozialer Reform zwar anerkannte, aber die antinationale Ausrichtung der Partei für unverantwortlich hielt. Umgekehrt billigte er Konservativen und Liberalen zu, daß sie die Bedeutung der nationalen Kraftentfaltung verstanden hätten – vor allem was den Erwerb von Kolonien betreffe –, aber im übrigen die Illusion pflegten, daß es genüge, die Arbeiterschaft niederzuhalten oder mit Almosen abzuspeisen.

Wenn Deutschland aber im Wettstreit mit den übrigen „steigenden Völker“ – vor allem den Briten („Wer ‘international’ ist, der mag englisch denken, wer ‘national’ ist, muß antienglisch sein“) – bestehen wolle, bedürfe es der Integration der unteren Volksklassen. Dem Zweck sollte eine umfassende Demokratisierung und Parlamentarisierung dienen, von der Naumann glaubte, daß sie geeignet sei, die Deutschen zu nationaler Verantwortung und politischem Realitätssinn zu erziehen.

Bekenntnis zum deutschnationalen Sozialismus

Naumann meinte, daß angesichts der Ignoranz der Linken wie der Rechten gegenüber den tatsächlichen Herausforderungen nichts übrig bleibe, als eine selbständige und „leistungsfähige Ansammlung nationaler Sozialisten“ zu schaffen: „Wir brauchen einen Sozialismus, der regierungsfähig ist. Regierungsfähig heißt: fähig, bessere Gesamtpolitik zu treiben als bisher. Ein solcher Sozialismus ist bisher nicht vorhanden. Ein solcher Sozialismus muß deutschnational sein.“

Die Idee eines nationalen Sozialismus verbreitete sich an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in fast allen entwickelten europäischen Staaten. In Großbritannien wurden entsprechende Ideen von Teilen der Fabian Society vertreten, in Frankreich wie in einigen Kronländern der Habsburgermonarchie entstanden sogar schon national-sozialistische Parteien. Die blieben allerdings so erfolglos wie Naumanns NSV.

Es gelang dem Verein nur, 3.000 Mitglieder zu sammeln; bei den Wahlen scheiterte er regelmäßig. Trotzdem darf die intellektuelle Strahlkraft nicht unterschätzt werden. Naumann war ein Erfolgsautor. Sein im Jahr 1900 veröffentlichtes, programmatisches Buch Demokratie und Kaisertum, das die plebiszitäre Erneuerung des Hohenzollernstaates im Sinn einer „sozialen Monarchie“ verlangte, löste intensive Debatten aus.

„Lautere, durchsichtige Persönlichkeit“

Aber schon 1903 mußte der Nationalsoziale Verein wegen Erfolglosigkeit aufgelöst werden. Ein Teil der Mitglieder ging zur SPD über, ein anderer schloß sich mit Naumann der Fortschrittspartei an. Aber auch die konnte Naumann nicht zu jener bestimmenden politischen Kraft machen, die er eigentlich schaffen wollte. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg galt er als Mann von gestern.

Nur mit seinem 1915 erschienenen Buch Mitteleuropa, in dem er gegen die radikalen Annexionisten die Vorstellung eines informal empire unter deutscher Führung entwarf, verschaffte ihm noch einmal größere Aufmerksamkeit. Aber die erhoffte Wirkung hatte das so wenig wie sein Bemühen, den deutschen Liberalismus nach der Niederlage zu reorganisieren. Den raschen Verfall der von ihm mitgegründeten Deutschen Demokratischen Partei (DDP) mitzuerleben, blieb ihm wenigstens erspart. Naumann starb mit nicht einmal sechzig Jahren.

Ob es ihm gelungen wäre, dem gegenzusteuern, was den Untergang der Republik herbeiführte, ist fraglich. Letztlich war Naumann das, was man einen „Übergangsmenschen“ nannte, und ihn hinderte gerade das, was sein Charisma ausmachte, daran, tatsächlich in das Geschehen einzugreifen. Einer seiner Weggenossen, der Psychologe Willy Hellpach, hat von Naumanns „lauterer, reinlicher, durchsichtiger Persönlichkeit“ gesprochen, die ihn als Politiker regelmäßig scheitern ließ.

Heuß glaubte an Ideen Naumanns

Ein anderer, ein enger Mitarbeiter, der nachmalige Bundespräsident Theodor Heuß, schrieb allerdings 1932 in seinem Buch Hitlers Weg, daß der Erfolg der NSDAP wohl zu verhindern gewesen wäre, wenn jemand die Idee eines „nationalen Sozialismus“ im Sinne Naumanns aufgegriffen hätte. Ein Gedankengang, der Gegenwart so fremd, daß diese Feststellung auch erklärt, warum Naumann heute nicht einmal mehr zu den bekannten Unbekannten zählt.

Das zeitliche Zusammentreffen mag Zufall gewesen sein oder auch nicht. Als das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung meldete, fiel Dieter Kempf, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), nichts Besseres ein, als eine Kausalkette zu konstruieren: Die Wahlerfolge der AfD schadeten dem Image Deutschlands im Ausland, ergo drohten Abschwung und Strukturschwäche. Christian Lindner, verzweifelt auf der Suche nach dem Markenkern der FDP, sekundierte beflissen: „Wer die AfD wählt, muß wissen, daß er damit unseren Wohlstand gefährdet.“

Europas größte Volkswirtschaft läuft in der Tat nicht mehr rund. Schon im 3. Quartal 2018 war das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) und damit der inflationsbereinigte Wert aller in Deutschland produzierten Waren und Dienstleistungen um 0,1 Prozent geschrumpft. Das zurückliegende 2. Quartal brachte dann wieder ein Minus von 0,1 Prozent. Damit bildet Deutschland das Schlußlicht aller Staaten der Eurozone. Sobald zwei Quartale hintereinander einen Rückgang ausweisen, sprechen die Volkswirte von einer „technischen“ Rezession.

Industrie biedert sich den Grünen an

Weitaus bedenklicher ist, daß die deutsche Industrieproduktion nun schon in vier Quartalen hintereinander gesunken ist. Die Industrie steckt bereits in der Rezession. Besserung ist nicht in Sicht. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (es umfaßt Industrie, Bau und Energiewirtschaft) notiert auf Krisenniveau und noch dazu unter dem Durchschnitt der Eurozone. Er gilt als bewährter Frühindikator im Gegensatz zur Arbeitslosenquote, die erfahrungsgemäß erst spät auf einen Konjunktureinbruch reagiert.

Was aber bringt Dieter Kempf dazu, das Mandat des BDI, des laut Spiegel „mächtigsten Lobbyverbandes Deutschlands“, zu überschreiten und sich in Wahlkämpfe einzumischen? Unternehmer wie andere BDI-Chefs vor ihm war er nie. Er machte Karriere als Wirtschaftsprüfer, als Manager und schließlich als Funktionär an der Spitze des Branchenverbandes Bitkom. Den BDI mit seinen mehr als 100.000 Firmen führt er seit dem 1. Januar 2017. „Deutschland ist und bleibt ein Industrieland“, ist auf der Homepage des BDI zu lesen.

Nun kann man manchen Politikern der AfD manches vorwerfen, nicht aber, daß die Partei industriefeindlich sei. Sie ist sogar sehr industriefreundlich und damit der Gegenpol zu den Grünen. Bei denen aber biedern sich gewisse Konzernmanager an, was ihrem natürlichen Opportunismus geschuldet ist. Sie glauben, daß sie sich mit den Autoabschaffern und Klimaapokalyptikern irgendwie arrangieren müssen, wenn diese erst einmal an der Regierung sind.

Kempf ist kein politischer Kopf

Kempf selbst hat sich vorsorglich schon einmal privat ein Elektroauto der Marke BMW zugelegt, das er angeblich „liebt“, obwohl er nach eigenem Bekunden an seiner Funktionstüchtigkeit verzweifelt. Auf der Fahrt von München nach Nürnberg, seinem Heimatort, sei er schließlich mit Tempo 80 im Windschatten der Lkws „getuckert“, um nicht liegenzubleiben. Er habe es mit dem letzten bißchen Strom gerade noch nach Hause geschafft. „Da lobe ich mir doch einen Diesel, mit dem ich theoretisch bis zu 900 Kilometer fahren kann.“ Warum fährt er dann keinen? Er tut sich offenbar schwer damit, aus Erfahrungen Konsequenzen zu ziehen.

Es ist nicht so, daß er die Interessen seines Verbandes nicht vertreten könnte. Anfang Juni tat er das beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin sogar sehr nachdrücklich, noch dazu in Anwesenheit der Bundeskanzlerin. Da tönte er ganz anders als in der vergangenen Woche. „Die Regierungspolitik schadet den Unternehmen“, sagte er. Und: „Das fehlende Management der Energiewende droht die Unternehmen aus dem Land zu vertreiben“, klagte er. Merkel war schwer verärgert. Um so mehr Pluspunkte wird er jetzt mit seinen parteipolitischen Ausfällen bei ihr gesammelt haben. Ob es die Mehrheit der Unternehmer gut findet, plumpen Wahlkampf für die Regierung zu machen, ist zu bezweifeln.

Ein politischer Kopf ist Kempf nicht. Wenn er Meinungen zur deutschen Innenpolitik zum besten gibt, sind es nicht seine eigenen. Er leiht sie sich nur aus. Auch die großen makroökonomischen Zusammenhänge sind nicht seine Stärke. Er hat sich nie damit befaßt, welche Folgen der Verlust der monetären Souveränität für die deutsche Wirtschaft haben mußte. „Zu Zeiten der D-Mark“, erinnert sich wehmütig Jens Ehrhardt, der Doyen der deutschen Vermögensverwalter, „hat die Deutsche Bundesbank fast 50 Jahre lang eine ausgezeichnete Konjunkturpolitik betrieben.“

Europa wird zum Hauptopfer des Handelskriegs

Wenn Deutschland und die Eurozone in diesem oder im nächsten Jahr in die Rezession rutschen, wird die EZB kaum noch wirkungsvoll gegensteuern können. Die Zinsen sind schon bei Null, und zusätzliches Gelddrucken kann nur oberflächlich und vorübergehend helfen, wird aber um so größere Folgeschäden verursachen. Vor allem aber wurde der deutsche Export­sektor durch die Weichwährung Euro ungesund aufgebläht – mit der Folge einer fatalen Abhängigkeit der Wirtschaft vom Weltmarkt und vom Welthandel.

Der Anteil der Exporte am BIP hat sich seit der Euroeinführung 1999 verdoppelt! Damit wird Deutschland zum europäischen Hauptopfer des amerikanischen Handelskrieges gegen China. Die Zeiten, da sich die amerikanische Notenbank noch mit der Bundesbank abstimmte und die deutsche Position bei der US-Regierung noch Gewicht hatte, sind lange vorbei.

Der Gründe für die Konjunkturschwäche sind viele. Wahlerfolge der AfD zählen nicht dazu. Die junge Partei kann den Abschwung ebensowenig verursachen wie verhindern. In der Verantwortung stehen andere. Den Imageschaden im Ausland, über den der Funktionär Kempf phantasiert, redet er selbst herbei.

JF 35/19

Die italienischen Parteien führen Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung. Dabei ist es völlig unerheblich, wer regiert. Keine Regierung wird imstande sein, Italiens Banken-Krise zu lösen.

Das Handeln der Menschen wurde auf vielfältige Weise von Gold beeinflusst. Auch unser heutiges Wirtschaftssystem ist noch stark abhängig von diesem Rohstoff.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant eine europäische Cloud mit den Namen “Gaia-X”, um für Unternehmen eine Alternative zu US-Anbietern wie Amazon, Google und Microsoft zu schaffen.

Die chinesische Regierung hat angekündigt, weitere US-amerikanische Importwaren mit Einfuhrzöllen zu belegen.

Südkorea hat ein Militärabkommen mit Japan abgeschlossen. Ein Pentagon-Sprecher ruft zur Mäßigung auf. Doch die USA könnten von dieser Entwicklung auch profitieren.

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