ROM. Erneut wartet ein Flüchtlingshilfsschiff vor der italienischen Insel Lampedusa auf die Anlandeerlaubnis für einen europäischen Hafen. Die Open Arms hatte vor rund einer Woche 121 Einwanderer im Mittelmeer aufgenommen. Die Einsatzleiterin der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Anabel Montes Mier, sagte in einer Videobotschaft, je mehr Zeit vergehe, desto schwieriger werde es, den Personen an Bord zu erklären, warum sie nicht an Land gehen könnten.

„Der siebte Tag ohne einen Hafen. An Bord, aufgelöste Männer, Frauen und Kinder, traumatisiert von Gewalt und Mißbrauch. Die europäischen Staaten? Sie zeigen ihren Mut, indem sie sich abwenden. Ist noch jemand übrig, um die Rechte und das Leben zu verteidigen? Es braucht dringend einen sicheren Hafen“, teilte Open Arms auf Twitter mit.

Settimo giorno senza un porto.
A bordo, uomini, donne e bambini fragili, traumatizzati da violenze e abusi. Gli stati europei? Dimostrano il loro coraggio voltandosi dall’altra parte. È rimasto ancora qualcuno a difendere i diritti e la vita?
Serve subito un porto sicuro.#Europa pic.twitter.com/KVZh6Q0PFj

— Open Arms IT (@openarms_it) August 8, 2019

Aus dem italienischen Innenministerium verlautete laut italienischen Medien, das Schiff befinde sich in internationalen Gewässern in der Sar-Zone Maltas. Die Position der italienischen Regierung ändere sich auch angesichts des Appells der Nichtregierungsorganisation nicht.

Erst am Montag abend hatte die zweite italienische Parlamentskammer ein Gesetz beschlossen, das deutliche härtere Strafen gegen Flüchtlingshilfsorganisationen vorsieht.

Malta verweigert Flüchtlingsschiff Tankstopp

Ein zweites Schiff, die Ocean Viking, ist unterdessen auf dem Weg in Richtung libyscher Küste. Zuvor hatte es vergeblich versucht, einen Hafen in Malta anzusteuern, um zu tanken. „Wir haben Wasser, Treibstoff, Menschen warten darauf, gerettet zu werden, wir machen weiter“, teilte Einsatzleiter Nicholas Romaniuk laut der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mit.

Das Schiff der Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen habe demnach Treibstoff für zehn bis zwölf Tage an Bord. Das 69 Meter lange Schiff war am Sonntag in Marseille in See gestochen. Den Angaben nach hatte die Crew sich mit den maltesischen Behörden verständigt, das Schiff in Malta auftanken zu dürfen. Die Behörden hätten die Erlaubnis jedoch zwei Stunden vor dem geplanten Tankstopp zurückgezogen.

Es soll sich um das erste Mal handeln, daß ein Flüchtlingshilfsschiff nicht in Malta tanken darf. Für die Ocean Viking ist es der erste Einsatz im Mittelmeer. Die beiden Organisationen hatten zuvor die Arbeit mit dem Schiff Aquarius eingestellt, nachdem es zu einem tagelangen Konflikt mit Italien gekommen war. Nach eigenen Angaben nahmen die Flüchtlingshelfer zwischen 2016 und 2018 rund 30.000 Einwanderer auf und brachten sie nach Europa. (ls)

BERLIN. Die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer hat ein mögliches Bündnis mit der Linkspartei auf Bundesebene nicht ausgeschlossen. „Sollte es eine Mehrheit links von der Union geben, müssen wir das Gemeinsame suchen und das Trennende analysieren. Unser Anspruch muß sein, ein Bündnis anzuführen“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zwar vertrete die Linkspartei zum Teil Positionen, die sie nicht teile, und einige davon seien auch nicht verhandelbar. „Aber Koalitionspartner sind nie das gleiche wie man selbst. Dann muß man sich eben verständigen.“ Sie sei jedenfalls „gespannt“ auf Rot-Rot-Grün in Bremen.

Linke: Äußerungen machen Hoffnung

Zuvor hatte der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel der derzeitigen SPD-Führung aus Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel einen zu starken Linkskurs vorgeworfen. Die Partei sei „linker als die Linkspartei geworden und ökologischer als die Grünen“. Man konzentriere sich zu sehr auf Gruppen- und Minderheitenthemen, beklagte er.

Die Linkspartei hingegen zeigte sich erfreut über Dreyers Äußerungen. Diese machten Hoffnung, daß nach der nächsten Bundestagswahl „konstruktive Gespräche über neue linke Mehrheiten möglich sind“, sagte Parteichefin Katja Kipping der Nachrichtenagentur dpa. Gemeinsam könne man so dafür Sorge tragen, „daß soziale Gerechtigkeitsthemen wie Arbeit, Rente und Gesundheit nicht von einer schwarz-grünen Mehrheit untergebuttert werden“. (krk)

Das südostasiatische Land Myanmar gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Im Mittelpunkt steht dabei die Behandlung der ethnischen Minderheit der Rohingya. Die Vereinten Nationen stufen sie als die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt ein. Mehrere hunderttausend Menschen dieser Volksgruppe moslemischen Glaubens sind vor Übergriffen des Militärs aus dem Land ins benachbarte Bangladesch geflohen.

Völlig aus dem Blick gerät dabei das Schicksal einer anderen bedrohten Minderheit in dem Land. Laut der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“ leben derzeit 100.000 der über vier Millionen Christen in Flüchtlingslagern. Immer wieder kommt es zu Kirchenzerstörungen durch buddhistische Mönche oder kommunistische Rebellen. Besonders evangelische Christen sind davon betroffen.

Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf

Im jährlichen Weltverfolgungsindex der Organisation belegt das Land mittlerweile den 18. Rang – nach Platz 24 im Vorjahr. Der Situation der Christen nahm sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen nun in einer Anfrage an die Bundesregierung an. So wollte Friesen unter anderem wissen, welche finanziellen Hilfen Berlin für die christliche Minderheit in den Flüchtlingslagern bereitstellt und ob eine Aufnahme christlicher Flüchtlinge im Rahmen eines Resettlement-Programms in Erwägung gezogen werde.

Die Antwort war ernüchternd. Die Bundesregierung gewähre Unterstützung unabhängig von der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit. „Eine Unterscheidung der Begünstigten nach Religionszugehörigkeit erfolgt dabei nicht.“ Und eine Aufnahme von verfolgten Christen in Deutschland sei „aktuell nicht vorgesehen“. Auch spezielle Projekte gegen Christenverfolgung stehen demnach nicht auf der Agenda.

„In Deutschland dreht sich die politische Diskussion ausschließlich um die in Myanmar verfolgten Muslime“, beklagte Friesen gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Die etablierten Parteien hätten ignoriert, daß auch Christen in dem buddhistisch geprägten Land unter massiver Verfolgung litten.

Friesen: „Größte Christenverfolgung aller Zeiten“ 

Friesens Appell: „Es darf nicht sein, daß diese erschreckende Tatsache in der deutschen Öffentlichkeit ignoriert wird!“ Deutschland müsse sich weltweit gegen die „größte Christenverfolgung aller Zeiten“ stark machen. „Dies gilt auch und gerade für Myanmar, wo buddhistische Fundamentalisten und kommunistische Banden Kirchen zerstören und Bibeln verbrennen.“

BERLIN. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat die Einführung einer Steuer auf Kohlendioxidemissionen als grundgesetzwidrig eingestuft. „Eine Besteuerung einer CO2-Emission scheidet aus verfassungsrechtlichen Gründen aus“, schreiben die Bundestagsjuristen laut der WirtschaftsWoche. Es gebe „gerade kein Steuererfindungsrecht“.

Vielmehr müsse sich eine neue Steuer in die vorhandenen Steuerarten einfügen. Dies bedeute, sie müsse dem Charakter einer Ertrags-, Verkehrs-, Aufwands- oder Verbrauchssteuer annehmen. Die CO2-Steuer würde jedoch unter keine dieser Kategorien fallen. Sie ließe sich nur mit einer Grundgesetzänderung durchsetzen. Dafür ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag nötig.

Unterdessen regt sich in der Union Widerstand gegen die Pläne. Man solle lieber „positive Anreize“ setzen, statt die Bürger über eine zusätzliche Besteuerung zu bestrafen, forderte der Unions-Berichterstatter für Energiebesteuerung, Sebastian Brehm (CSU), gegenüber dem Blatt.

Kritik an CO2-Steuer

Auch die Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Bettina Stark-Watzinger (FDP), lehnt eine mögliche Grundgesetzänderung ab. Sie werde einer solchen nicht zustimmen. Stattdessen solle man lieber den Emissionshandel ausweiten, das sei „eindeutig die bessere Lösung“.

Die Bundesregierung will bis zum Ende des Jahres schärfere Maßnahmen beschließen, um die Weltklimaziele einzuhalten. Neben einer Steuer auf den CO2-Ausstoß wird auch die Erweiterung des Emissionshandels diskutiert. Die Energiewirtschaft sowie Teile der Industrie müssen für den Ausstoß von CO2 Emissionsrechte nachweisen. Wer zu wenige besitzt, kann sich Zertifikate von anderen Unternehmen kaufen, ansonsten drohen Strafzahlungen. Die Menge der Zertifikate wird regelmäßig verringert. (ls)

PADERBORN. Das Amtsgericht Paderborn hat entschieden, daß die Sparkasse Paderborn-Detmold das Konto der Identitären Bewegung (IB) nicht kündigen darf, nur weil der Verfassungsschutz sie als rechtsextremistisch einstuft. „Die Kündigung des Kontos der Identitären Bewegung war nicht rechtmäßig, weil der Verein zwar unter Beobachtung steht, aber es kein Vereinsverbot gibt“, sagte der Direkter des Amtsgerichts, Günther Köhne, der Nachrichtenagentur dpa.

Zudem habe die IB nachweisen können, daß es ihr nicht möglich sei, bei anderen Banken ein Konto einzurichten, so Köhne weiter. Daher dürfe sich die Sparkasse bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren nicht von ihrem Kunden trennen. Einen Termin für die Verhandlung vor dem Landgericht gibt es noch nicht.

Der Sparkasse sei es nicht gelungen, zu beweisen, daß andere Kunden die Bank verlassen würden, sollte die Geschäftsbeziehung zur IB bekannt werden. Das Kreditinstitut hatte das Konto zum 1. Oktober gekündigt. (ag)

BERLIN. Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat verstimmt auf Kritik an der derzeitigen Parteiführung reagiert. „Zwischenrufe von der Seitenlinie“ sollten die Sozialdemokraten „nicht ablenken oder irritieren“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Schäfer-Gümbel, der zusammen mit Manuela Schwesig und Malu Dreyer derzeit die SPD führt, kritisierte damit indirekt den ehemaligen SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Dieser hatte gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger bemängelt, die Partei sei „linker als die Linkspartei geworden und ökologischer als die Grünen“. Gabriel zufolge lehne die Mehrheit der Parteimitglieder diese Entwicklung ab, man konzentriere sich zu sehr auf Gruppen- und Minderheitenthemen.

Derzeit bewerben sich mehrere Paare um den Parteivorsitze der SPD. Dabei haben sich Kandidaten wie Karl Lauterbach und Simone Lange für ein linkeres Profil und ein Ende der Koalition mit der CDU ausgesprochen. (ag)

Die Altparteien, die Medien, die Extremismusforscher und andere Verdächtige sind sich einig: Die AfD hängt in großen Teilen dem Extremismus an, mindestens aber ist sie rechtsradikal. Die kontaminierten Attribute sind zunächst einmal ernst zu nehmen, nämlich als Elemente eines Psychokriegs und der politisch-medialen Repression.

Im Herzen davon beeindrucken lassen aber sollte man sich nicht, sondern sich vergegenwärtigen, daß der Maßstab für diese Zuschreibungen die Politik der Merkel-Regierung ist, die darauf hinarbeitet, die „alte Dreieinigkeit aus Volk – Territorium – Staat, auf der die Nation geruht hatte“ (Hannah Arendt), irreversibel aufzulösen. Zur Politik gehört, jede Kritik daran durch entsprechendes „Framing“ in den Graubereich der Amoralität und schließlich der politischen Kriminalität zu rücken, um sie zum Schweigen zu bringen.

Die Folgen der Grenzöffnung 2015 – angefangen vom allgemeinen Kontrollverlust bis zum islamistischen Terror – sind bekannt. Als besonders gravierend erweist sich im Alltag der Massenimport junger, oft ungebildeter Männer, die in ihren Herkunftsländern von Tribalismus und Machismus vormoderner Kulturen sowie vom buchstäblichen Überlebenskampf, ja von regelrechter Kriegskultur geprägt worden sind.

Deutsche Gesellschaft als schwächliche Beutegesellschaft

Persönlich ist es ihnen nicht einmal vorzuwerfen, wenn sie ihren mitgebrachten Verhaltensmustern gemäß die deutsche Gesellschaft als eine schwächliche Beutegesellschaft betrachten und behandeln. Ihre natürlichen sexuellen Bedürfnisse, die durch die für sie ungewohnte Freizügigkeit zusätzlich stimuliert werden, können sie nur bei einheimischen Mädchen und Frauen befriedigen. Pat Benatars Song Love Is a Battlefield war 1983 ein Welthit. An ein Schlachtfeld, auf dem ein Kampf der Kulturen ausgetragen wird, dachte damals noch keiner.

Durch die Zuwanderung ist das zahlenmäßige Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Mitgliedern der Population in den jungen Alterskohorten ins Ungleichgewicht gekippt. Seine besondere Qualität ergibt sich daraus, daß eine testosterongesättigte, in dominanten Gruppen auftretende Phalanx mit durchgegenderten und mit Schuldkomplexen abgefüllten Einzelsöhnen um die unterzähligen Frauen im gebärfähigen Alter konkurriert.

Da der Staat sich als Ordnungs- und Schutzinstanz vorsätzlich aus dem Spiel genommen hat, enthält die Entwicklung eine biopolitische Komponente, die übrigens Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble 2016 gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit auf verquere Weise einräumte: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe.“ Er dachte wohl an alte Adelsdynastien, in denen von Zeit zu Zeit dralle Köchinnen und kräftige Bauernburschen klammheimlich für Blutauffrischung sorgten. Ob der deutsche Genpool sich ausgerechnet durch Unterschichteneinwanderung qualitativ beleben läßt, ist nach den Büchern von Thilo Sarrazin oder Volkmar Weiß zweifelhaft.

Radikale Veränderung des Landes

Doch war Schäuble schon damals ein Mann von gestern. Die Frankfurter Juraprofessorin Ute Sacksofsky, die auch als Vizepräsidentin am hessischen Staatsgerichtshof tätig ist, war 2014 in der Zeitschrift Merkur schon deutlicher geworden. Für sie stand fest, „daß es um die Weitergabe deutschen Erbgutes nach der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht mehr gehen kann“, weshalb es kein Problem sei, wenn „das Territorium, auf dem sich derzeit (!) Deutschland befindet, (…) der Natur zurückgegeben oder (das ist wahrscheinlicher) von anderen Menschen besiedelt werden“ würde.

Eine Politik, die diesem Programm tendenziell folgt, ist die wahrhaft radikale und extremistische, denn sie legt die Axt an die ethnisch-kulturellen Wurzeln des Landes und verändert seinen Charakter bis zum Äußersten. Wenn ihre Kritiker als Radikale und Extremisten bezeichnet werden, geht es um mehr als um Projektionen. Politik, Medien, Kirchen, die sogenannte Zivilgesellschaft versuchen, ihre selbstgeschaffene Faktizität in den Rang einer Verfassungsnorm, eines ewigen Naturgesetzes, eines zeitlos gültigen Kulturwerts und religiösen Gebots zu hieven, die anzuzweifeln einer Blasphemie, einer Verfassungs- und Menschenfeindlichkeit gleichkommt.

Wie bescheiden, wie harm- und auch arglos nimmt dagegen sich die AfD aus. Sie ist konservativ, weil sie den rasenden Zug ins Blaue wenigstens verlangsamen will. Sie ist liberal, weil sie die individuellen Freiheitsrechte nicht unter das Dogma eines Religionsimports beugen will. Sie ist sogar links, weil sie moniert, daß die kleinen Leute für das bezahlen müssen, was die angemaßten Eliten als ihr Rendezvous mit der Geschichte abfeiern. Und sie ist rechts, weil sie die nationalsozialistische Gewaltherrschaft soweit relativiert, daß sie nicht als Begründung für ein deutsches Kamikaze dient.

BRASILIA. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat ein Gesetz zur Straffreiheit für Polizisten und Privatpersonen angekündigt, die Kriminelle töten. „Diese Typen werden in den Straßen wie Kakerlaken sterben, und so sollte es auch sein“, sagte Bolsonaro laut dem Guardian in einem auf YouTube veröffentlichten Interview.

Dem Präsidenten zufolge kämpft die Polizei des größten lateinamerikanischen Landes einen „ungleichen Kampf“ gegen das Verbrechen. Deswegen sollten Polizisten dafür ausgezeichnet werden, wenn sie ihre Waffen benutzen, anstatt vor Gericht gezerrt zu werden. Das gleiche gelte für „aufrechte Bürger“, wenn diese tödliche Gewalt einsetzen müßten, um ihr Leben oder ihr Eigentum zu verteidigen.

Zuletzt hatte Bolsonaro das Waffenrecht des Landes liberalisiert. Statt 50 Schuß dürfen brasilianische Bürger seit Mai nun zwischen 1.000 und 5.000 Schuß Munition pro Jahr kaufen. Bereits im Januar, kurz nach seiner Amtseinführung, hatte der Präsident den Kauf von Schußwaffen erleichtert. Bewohner von Kommunen mit einer Tötungsrate von mehr als zehn Fällen pro 100.000 Einwohner erhalten seitdem leichter einen Waffenschein. Der Durchschnittswert in Brasilien liegt bei 30 Fällen pro 100.000 Einwohner. (tb)

Schon im Vorfeld hatte die gestrige Talkshow von Dunja Hayali in den sozialen Netzwerken für heftige Debatten gesorgt. Angekündigt hatte der Sender: Grünen-Chef Robert Habeck und, die selbsternannte private Seenotretterin, Carola Rackete.

Das war für viele Zuschauer dann doch eine etwas sehr dreist präsentierte Dauerwerbesendung für die Grünen und ihre politische Agenda. Sie warfen den Machern des Formats extreme Einseitigkeit bei der Gästebesetzung vor und wirkten dabei mitunter auf fast schon rührende Weise überrascht.

Hayali quittiert Zuschauerkritik mit Herablassung

Das ZDF und die Moderatorin traten solchen Vorwürfen des aufmüpfigen Gebührenzahlers auf Twitter energisch entgegen. „Es handelt sich um zwei getrennte Themenblöcke: Erst geht es um Klimapolitik, dann um Seenotrettung. Beide Themen werden kritisch beleuchtet.“ Zudem stelle sich Habeck der Kritik von Bürgern, hieß es aus der ZDF-Pressestelle.

Auch Hayali stellte sich der Kritik der Internetgemeinde – mit gewohnt herablassendem Interesse: „Lustig, wie viele hier abgehen, weil Habeck zum Klima und Rackete zur Seenotrettung kommt“, twitterte sie. Den Vorwurf, es gebe in der Sendung „keine Gegenstimme“ sei falsch. „Fakt: Habeck hat drei Bürger als Gegenstimmen! Aber das ist plötzlich falsch, weil es keine Politiker sind. Tja, was zählen schon Bürger“, schrieb sie, gerade so als meine sie es ironisch.

Zumindest im ersten Teil der Sendung konnte die Moderatorin die Vorwürfe der politischen Einseitigkeit tatsächlich weitgehend entkräften. Der Grünen-Vorsitzende sah sich in der Tat mit drei, argumentativ auch noch ziemlich starken, Bürgern konfrontiert. Gegen die konkreten und sachlichen Argumente des eingeladenen Landwirts, des Geschäftsführers des Flughafens Hannover und der Personalreferentin bei der Braunkohleindustrie in der Lausitz, machte Habeck mit seinen gestanzten Politiker-Antworten über weite Strecken nicht die beste Figur. Auch Dunja Hayali hakte so manches Mal in einer kritischen Weise nach, wie es der Zuschauer von sonst gegenüber dem grünen Spitzenpersonal oft extrem handzahmen Journalisten nicht gerade gewohnt ist.

Rackete würde es wieder tun

Schon deutlich anders sah die Sache aber aus, als der wahre Star der Show die Bühne betrat. Carola Rackete durfte völlig ohne Gegenrede sprechen und die zumindest hier und da immer noch kritischen Nachfragen der öffentlich- rechtlichen Moderatorin trug diese mit einem strahlenden Gesichtsausdruck vor, als hätte sie gerade das Christkind gesehen. „Captain Europe“, wie der Spiegel sie einst nannte, durfte ohne größeren Widerspruch von „KZ-ähnlichen Zuständen“ in den libyschen Lagern sprechen und behaupten, es hätte für sie und die Flüchtlinge keinen anderen sicheren Hafen als den vor Lampedusa gegeben.

Auf die Frage, ob sie Verständnis habe für Menschen, die sagen „Jetzt reicht es“, antwortet Rackete so schnodderig, daß selbst der ein oder andere ihr eigentlich eher wohlgesonnene Fernsehzuschauer auf die Idee gekommen sein könnte, daß Salvini mit seiner Einschätzung der „verwöhnten Göre“ vielleicht doch gar nicht so falsch gelegen haben könnte. „Nee, eigentlich nicht! Die Frage wird für politische Zwecke genutzt.“

Ob sie noch einmal an Bord gehen würde, wenn ein Kapitän ausfiele, fragte die sichtlich von ihrer Heldin begeisterte Moderatorin. Die klare Antwort der Refugees-Welcome-Ikone: „Wenn ein Kapitän ausfällt und kein anderer da ist, dann auf jeden Fall!“ Im ZDF-Studio bekam die Schlepper-Kapitänin für ihre selbstgerechten Antworten mehrfach Zwischenapplaus. Ob sie sich und ihrer Bewegung mit dem Auftritt insgesamt einen Gefallen getan hat, ist fraglich. Der Bürger vor dem Fernseher weiß nun spätestens seit gestern zumindest, wer diese Carola Rackete wirklich ist.

Es hat eine Weile gedauert, aber mittlerweile sind die Spaßbremsen und Meinungspolizisten der Politischen Korrektheit auch in unseren Fußballstadien tonangebend. Eine kleine, aber sehr lautstarke Gruppe dauerbeleidigter Antifa- und Regenbogenfahnenschwinger pocht auf konsequente Durchsetzung vermeintlich linksliberaler Verhaltenskodizes auch in der Fankurve. Hierbei treiben sie die Vereinsverantwortlichen mit immer absurderen Forderungen vor sich her.

Werder Bremen hat jüngst einen Schal aus dem Verkauf seines eigenen Fanartikelshops genommen, weil dieser die Aufschrift „Auf gute Freunde“ trug. Diese drei kleinen Worte assoziierten einige Anhänger des Vereins und der Political Correctness mit dem gleichnamigen Lied der Rockband „Böhse Onkelz“.

Kuschen vor übersensiblen Kulturmarxisten

Zwar hat die Gruppe sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder deutlich von der eigenen Skinheadvergangenheit distanziert, dennoch gilt sie all jenen linken Moralaposteln, die in ihrem ganzen Leben noch nie auf irgendwelche Abwege gekommen sind, aber bis heute als rechtes Feindbild. Ob der Hersteller des Bremen-Schals überhaupt an den Song der Frankfurter Musiker gedacht hat, darf bezweifelt werden.

Das war für die aufgescheuchte Vereinsführung in ihrem blinden Gehorsam gegenüber dem linken Meinungsterror aber auch irrelevant. „Uns erreichte die Kritik, daß es möglich ist, diesen Slogan in Verbindung mit einem politisch rechten Kontext zu setzen. Wir haben diese Hinweise sehr ernst genommen und sie geprüft“, sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald am Tag des Testspiels zwischen Werder Bremen und dem FC Everton. Und weiter: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, daß wir den Vertrieb nicht mehr unterstützen werden. Allein die Möglichkeit, daß rechte Gruppierungen diesen Schal mit der Werder-Raute für ihre Botschaften mißbrauchen könnten, ist für uns nicht tolerierbar.“

Das Kuschen der Bremer vor ein paar übersensiblen Fan-Kulturmarxisten ist längst kein Einzelfall mehr. Immer öfter zwingen einige wenige politische Aktivisten und Sportjournalisten die Verantwortlichen zum Einknicken. Die Vereine und Verbände werden dabei auch Opfer der Standards, die sie selbst gesetzt und vorangetrieben haben. Hierbei wurde der alte Grundsatz, daß Politik im Sport und den Stadien nichts verloren habe, eingetauscht gegen eine allumfassende Anpassung an die gesamtgesellschaftliche Politarisierung und soziale Spaltung.

AfD-Mitgliedschaft im Widerspruch zur Vereinstreue?

Für welche Seite sich die Verkäufer des Mainstream-Produkts Fußball hierbei entschieden haben, dürfte schon lange jedem klar sein. Dennoch schrieb die taz, im vergangenen Jahr sämtliche Vereine der Bundesliga mit folgender Frage an: „Ist es ein Widerspruch, Ihren Verein gut zu finden und die AfD zu wählen?“ Früher wäre eine solche Presseanfrage vermutlich geschlossen unbeantwortet geblieben; oder die Medienabteilung der Klubs hätte eine diplomatische Variante der Gegenfrage „Habt Ihr in der Redaktion noch alle Latten am Tor?“ formuliert. In Zeiten des Zwangs zur Haltung hat sich das aber natürlich kein Verein mehr getraut. Alle befragten Bundesligaclubs haben auf das Schreiben der taz geantwortet. Einige davon so brav, daß den Redakteuren in Berlin ganz warm ums Herz wurde.

„Davon ausgehend, daß sich Fans mit den Leitlinien und dem Auftreten ihres Vereins befassen, muß man klar sagen: Ja, das ist ein Widerspruch“, schrieben zum Beispiel die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach. Auslöser der peinlichen Befragung durch die linke Tageszeitung war übrigens neben Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer, der im FAZ-Interview AfD-Wählern die Vereinsmitgliedschaft versagen wollte, auch damals schon der SV Werder Bremen.

Im Weser Kurier betonte Hess-Grunewald 2018 bereits ähnlich politisch korrekt wie heute, wie groß der Widerspruch der Vereinswerte zu den Positionen der AfD sei und drohte AfD-Anhängern mit Dauerkartenentzug. AfD-Sympathisanten sollten sich „mit unserer Haltung auseinandersetzen und sich vielleicht überzeugen lassen, sich doch für eine offene, tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Populismus einzusetzen“.

„Unser Ball ist bunt“

Seitdem dreht sich die Schraube der Politischen Korrektheit im deutschen Fußball immer rasanter. Neuester Trend: Dicke Arme machen bei der politisch korrekten Tugendprotzerei. RB Leipzig will am Sonntag im DFB-Pokalspiel gegen Zweitligist Osnabrück für seine Kampagne „Unser Ball ist bunt“ werben und damit ein „Zeichen gegen Rassismus“ setzen.

Der Energiebrause-Verein nutzt für sein Statement eine Neuerung in den Regeln des DFB-Pokals. Erstmals dürfen die Vereine nämlich ihren linken Trikot-Ärmel (wie passend) selbst vermarkten. Da man bei RasenBallsport Leipzig auf dieses Geld nicht angewiesen ist, investiert der Verein quasi ins eigene Image und betreibt ein wenig „Virtue Signalling“. Vorbild für die Kampagne der Leipziger könnte eine Aktion des VfL Wolfsburg gewesen sein. Dort hat die Vereinsführung den Kapitän im vergangenen Jahr mit Regenbogenarmbinde auflaufen lassen, auch wenn nicht alle Spieler in den eigenen Reihen die Pro-Homo-Aktion unterstützen wollten.

Einer der Höhepunkte dieser Anbiederung an den linksgrünen Zeitgeist, mit der Vereine und Verbände bei den Zeitgeistmachern um positive Schlagzeilen betteln, war „Das erste genderneutrale Stadionerlebnis“. Mit diesem beglückten die DFB-Verantwortlichen die Fans im Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig 2019. Im Berliner Olympiastadion gab es für die Schlachtenbummler damals nicht nur die Möglichkeit, sich auszusuchen, ob sie bei der Einlaßkontrolle lieber von einem männlichen oder einem weiblichen Order abgetastet werden möchten. Für die vielen „Diversen“, die offenbar nicht nur ständig einen Job, sondern auch ganz dringend eine Toilette suchen, wurden auch erstmals Unisex-WCs angeboten.

Auch Zurückrudern half Tönnies nicht

Die vielen Stöckchen, über die linke Meinungsmacher die Fußballbosse springen lassen, werden für die gut dressierten bunten Zirkuspferdchen in den Chefetagen aber immer häufiger zum Bumerang. Jüngst mußte Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies seine sämtlichen Ämter „ruhen lassen“, nachdem er wegen vermeintlich rassistischer Äußerungen in seiner Rede zum „Tag des Handwerks“ ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war.

Alle Entschuldigungen, alles Zurückrudern und jedes reflexartige Bekenntnis zu einer „offenen und vielfältigen“ Gesellschaft, nutzten ihm nichts mehr. Selbst die Ankündigung, er würde seine Ämter für mehrere Monate ruhen lassen, besänftigte die „Krieger der sozialen Gerechtigkeit“ in den neuen und alten Medien nicht. Tönnies soll für seine Aussagen in die ewige Verbannung geschickt werden, so der allgemeine Tenor.

Über die Leistungen von Clemens Tönnies in seiner Funktion als Chef von Schalke 04 könnte man sich sicherlich trefflich streiten. Es wäre aber bedeutungslos. Selbst wenn er den Verein in den vergangenen Jahren durch seine Entscheidungen zu Meisterschaft und Champions-League-Sieg geführt und jedes Jahr den DFB-Pokal nach Gelsenkirchen geholt hätte, wären seine Tage in der Vereinsspitze nun gezählt gewesen. Wo Kulturmarxisten den Ton angeben, ist Leistung kein Argument mehr. Zumindest kein gutes.

Shitstorm gegen Owomoyela

Aber auch beim Schalke-Erzrivalen Borussia Dortmund geht es derzeit um das Thema „Haltung“. Der Verein kassierte einen Shitstorm im Netz, weil Stadionsprecher Norbert Dickel und der ehemalige Fußballprofi Patrick Owomoyela ein Testspiel der Dortmunder im hauseigenen Fernsehsender kommentierten und dabei ein paar flache Witze rissen. Das Wort „Itaker“ ist gefallen und der Spieler von Gegner Udinese Calcio, Kevin Lasagna, wurde kurzerhand in Kevin Lasagne umgetauft.

Als das Spiel dann auch noch nach einem Unwetter zur „Regenschlacht“ mutierte, „inspirierte das den ehemaligen deutschen Nationalspieler mit afrikanischen Wurzeln zu einer Imitation von Adolf Hitler. Alles nicht sonderlich lustig, bis vor wenigen Jahren aber noch lustig genug für jede durchschnittliche Comedyshow im deutschen Fernsehen. Dennoch waren einige BVB-Anhänger so empört, daß sie mit grotesken Rassismusvorwürfen auf den eigenen Verein losgingen und diesen zu wilden Distanzierungsorgien und Sanktionsankündigungen gegen die beiden Spaßvögel drängten.

Auch aktive Spieler sind nicht mehr sicher vor dem Damoklesschwert der Politischen Korrektheit. Der Chemnitzer FC hat jetzt sogar seinen Kapitän gefeuert, nachdem dieser mehrmals die falsche Gesinnung durchblicken lies. Eigentlich kann sich ein Verein gar nicht leisten, einen seiner Topspieler rauszuwerfen. Schon gar nicht ein Drittligist, der, wie der Chemnitzer FC, in der Tabelle ganz unten steht. Aber in Zeiten, in denen nichts mehr zählt, als daß die eigene Weste nicht nur lupenrein, sondern auch noch auf links gedreht ist, ist ein sauberes Klub-Image eben wichtiger als der sportliche Erfolg.

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