Rettet Winnetou! Werdet Freunde!

On June 19, 2019, in Junge Freiheit, by admin

Die Geschichten vom Indianerhäuptling Winnetou und seinem „Blutsbruder“ Old Shatterhand sind Geschichten über eine Freundschaft, die über alle kulturellen Unterschiede und Rassengrenzen hinweg besteht. Sie mahnen zu Toleranz, Verständigung und Frieden.

Eigentlich alles Werte, die sowohl den Gutmenschen als auch den wirklich guten Menschen gefallen müßten. Nun bleibt offen, wie sich Frau Mita Banerjee selbst charakterisieren würde. Die Professorin für Amerikanistik am „Obama Institute for Transnational American Studies“ findet die Abenteuerromane von Karl May jedenfalls gar nicht gut. Pünktlich zu Beginn der Festspiele in Bad Segeberg und Elspe, wollte sie dies nun auch einmal alle wissen lassen.

Gegen Andersdenkende wird es schon mal handgreiflich

So wie der große Häuptling der Apatschen dort gezeigt wird, dürfe man ihn heute nicht mehr darstellen, sagt sie. Das Bild, daß bei den Freilichtspielen erzeugt wird, sei „kolonialistisch, klischeehaft und wirklichkeitsfern“. Die Dame hätte auch sagen können: „Eine fiktionale Geschichte ist kein Tatsachenbericht.“ Aber das wäre natürlich zu profan für eine Professorin.

Würde sie Winnetou einfach als erfundene Romanfigur betrachten, und entspannt als solche annehmen, könnte das zudem die eigene Empörung schmälern. Aber um sich nicht zu empören, hat die Gute nicht studiert. Im Gegenteil. Banerjee hat die politisch korrekte Schnappatmung von der Pike auf gelernt.

Von 2000 bis 2002 war sie Emmy-Noether-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und als Research Fellow an der University of California in Berkeley tätig. Die US-Universität ist sowas wie das Mekka der „Social Justice Warriors“. Hier wissen schon die Erstsemester bei jedem Thema, welche Ansichten die politisch, gesellschaftlichen und „wissenschaftlich“ einzig richtigen sind. Berkeley ist eine geistige Wagenburg des akademischen Linksextremismus. Wenn Andersdenkende den Campus betreten, dort vielleicht sogar ihre ketzerischen Thesen verbreiten wollen, führt das auch gerne mal zu Krawallen.

Klischeehaftes Bild vom Indianer

Den Geist von Berkeley hat die Professorin offenbar mit nach Hause nach Mainz gebracht. Im Interview mit der Bild-Zeitung sagt sie: „Wenn in den USA erst indianische Kulturen zerstört wurden und dann hauptsächlich ein klischeehaftes Bild von ‘dem Indianer’ zirkuliert, nimmt man Menschen indigener Herkunft ihre Selbstbestimmung.“ Man kann sich vorstellen, wie sehr die Frau in der Karnevalshochburg mit den Menschen indigener Herkunft mitleidet, wenn in der närrischen Zeit mal wieder die klischeehaften Indianer zu Dutzenden durch die Mainzer Innenstadt zirkulieren. Weiß sie doch, wie sehr es „schadet, daß ausschließlich ein fiktionales Bild vom Indianer wiederholt vervielfältigt wird und unsere reale Vorstellung prägt“.

Über all das macht sich der gemeine Karnevalist natürlich keine Gedanken. Vermutlich genauso wenig, wie der, angesichts der schlimmen Situation der Indianer und der ganzen Welt, oft politisch unkorrekt gut gelaunte Zuschauer bei den Karl-May-Festspielen. Wobei dem Besucher in Bad Segeberg längst schon die Möglichkeit geboten wird, sich die gute Laune zu verderben, indem er sich im Rahmenprogramm über die „bittere Realität der Vergangenheit und Gegenwart der Indianer“ informiert, wie die dortige Geschäftsführung betont.

Daß die Festspiele abgeschafft werden, will die Mainzer Professorin, die auch selbst in Mainz studierte, übrigens nicht. Sie fände es aber bedenklich, wenn die Wirklichkeit und der Dialog mit den heutigen Indianern weniger Gehör bekämen als der Respekt vor Karl Mays prägenden Romanen. Auch das ist Berkeley in Reinkultur. Alles soll den Befindlichkeiten einiger weniger und den derzeit gültigen Maßstäben der Political Correctness angepaßt werden. Bei Rechten nennt man sowas „Kultur-Chauvinismus“, bei Linken „Kultursensibilität“.

Die Social Justice Taliban haben dazugelernt

Die neuen Weltverbesserer haben gegenüber ihren Vorgängern aus sämtlichen ideologischen Lagern enorme Fortschritte gemacht. Bücher werden in der modernen Meinungsdiktatur nicht mehr verbrannt, sondern lediglich verbannt oder, dem neuen Zeitgeist entsprechend, umgeschrieben. „Überholte“ Kulturgüter sprengt der tolerante Social Justice Taliban in der Regel nicht mehr weg, sondern läßt sie rückstandslos entfernen; und unliebsame Bühnenkünstler bekommen keine offiziellen Auftrittsverbote mehr, sondern dürfen einfach nur nicht mehr auftreten.

Auch im Falle von Winnetou wird sich sicherlich ein Kompromiß zwischen Zensur und Repression finden. Neue Texte, ein neues Outfit und vielleicht ein Flüchtlingshintergrund oder ein Transgenderschicksal in der Biografie des alten Silberbüchsenträgers, und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Rettet Winnetou! Werdet Freunde!

Der Berliner Staatsrechtler und ehemalige Bundesverteidigungsminister, Rupert Scholz, wirft im Interview mit der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, der Bundesregierung vor, seit Jahren Verfassungsbruch zu begehen. Darüber hinaus zweifelt er grundsätzlich das Konzept einer funktionierenden Integration an.

Wörtlich sagte der Emeritus für Finanz-, Staats- und Verwaltungsrecht „Ich selbst habe 1993 die Änderung des Asylrechts mitgestaltet, das seitdem besagt, daß wer aus einem sicheren Drittland kommt, bei uns kein Asylrecht hat. So steht es nicht irgendwo, sondern in Artikel 16a des Grundgesetzes!“ Dieser Artikel wurde nicht nur 2015 massiv gebrochen – er wird es seitdem noch immer!“

Aufgabe der Identität unseres Staates

Scholz, der Verteidigungsminister unter Bundeskanzler Helmut Kohl und Justizsenator in Berlin war, begründet seine Auffassung wie folgt: „ Der entscheidende Verfassungsbruch lag darin, daß die Bundesregierung seinerzeit unkontrolliert die Grenzen Deutschlands für ebenso unkontrollierte Einwanderung geöffnet hat.“

Er schließt daraus: „Wer in dieser Weise auf eigene Staatsgrenzen verzichtet, der verzichtet in der weiteren Konsequenz auf die Identität des ganzen Staates.“

Ob die AfD eine Gefahr oder Verteidigerin der Demokratie sei, sagte der ehemalige CDU-Politiker: „Auf jeden Fall ist die AfD die einzige Partei, die hier die Dinge klar beim Namen nennt. Das sollte den anderen doch zu denken geben.“ Stattdessen sprächen diese von Populismus und Rassismus, so Scholz weiter. Er könne nur davor warnen, diese Themen weiter mit Tabus zu belegen.

Zweifel an erfolgreicher Integration

Scholz zweifelt grundsätzlich an einer erfolgreichen Integration: „Das zeigt ein Blick nach Frankreich, wo die Integration weitgehend mißlungen ist. Und das obwohl dort das Kultur- und Sprachproblem viel kleiner ist, da viele Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien kommen, bereits französisch sprechen und mit französischer Kultur etwas vertraut sind. Im Gegensatz zu jenen, die zu uns gekommen sind und bei Ankunft nichts von Land und Sprache wissen.“ Er wisse nicht, wo das alles hinführt.

Zur Person:

Professor Doktor Rupert Scholz war von 1988 bis 1989 unter Helmut Kohl Bundesminister der Verteidigung und von 1981 bis 1988 unter Richard von Weizsäcker und Eberhard Diepgen Justizsenator des Landes Berlin. Dem Bundestag gehörte er von 1994 bis 2002 an, bis 1998 als Vizevorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Von 1998 bis 2001 war er zudem stellvertretender Vorsitzender des CDU- Landesverbands Berlin. Zuvor hatte er einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der FU Berlin, danach in München den für Finanz-, Staats- und Verwaltungsrecht sowie Verwaltungslehre inne. Geboren wurde Rupert Scholz 1937 in Berlin, wo er heute als Rechtsanwalt tätig ist.

Volontäre gesucht

On June 19, 2019, in Junge Freiheit, by admin

„Pressefreiheit nützt nur, wenn es unbequeme Journalisten gibt.“ Das Zitat wird dem Schweizer Publizisten, Polititologen und Aphoristiker Gerhard Kocher zugeschrieben, in jedem Fall trifft es den Nagel auf den Kopf. Solche Journalisten will die junge freiheit gern wieder anlernen, wenn unsere jetzigen beiden Volontäre Björn Harms (28) und Mathias Pellack (32) ihre Ausbildung demnächst erfolgreich abgeschlossen haben werden.

Für unser Team suchen wir deshalb eine engagierte Persönlichkeit als Redaktionsvolonär/-in, die aus Überzeugung und mit Leidenschaft an unserer Sache mitwirken möchte. In einer zweijährigen Ausbildung erlernen Sie bei uns den Journalismus-Beruf von der Pike auf. Sie nehmen alle Aufgaben wahr, die in der Redaktion eines Zeitungsverlages anfallen und erlernen alle journalistischen Darstellungsformen.

Voraussetzungen: Sie verfügen über ein Abitur, von Vorteil sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium. Gutes Deutsch und die Lust am Schreiben zeichnen Sie aus. Idealerweise können Sie erste Schreiberfahrungen (Praktika/freie Mitarbeit) vorweisen.

Ihre aussagekräftige Bewerbung unter Angabe Ihres möglichen Einstiegssdatums senden Sie bitte an Frau Buchinger per E-Mail: buchinger@jungefreiheit.de

Instrumentalisierung

On June 19, 2019, in Junge Freiheit, by admin

Es gibt in den Kommentaren der Leitmedien zum Fall Lübcke zwei Tendenzen: erstens, wir haben es mit einer „braunen RAF“ zu tun; zweitens, die AfD ist schuld. Was die erste Deutung angeht, hat sie wenig für sich.

Auf der äußersten Rechten fehlt es nicht nur an der notwendigen Intelligenz, sondern auch an den notwendigen Mitteln und dem notwendigen Rückhalt (in Teilen der Bevölkerung, in einem oder mehreren ausländischen Staaten), um eine „Braune Armee Fraktion“ aufzubauen. Im Zweifel hat man es mit bösartigen, mehr oder weniger isolierten Einzelnen zu tun, die die Anonymität nutzen, um ihre Taten vorzubereiten und auszuführen.

Bleibt die zweite These, daß „Rechtsextremismus in Deutschland ein strukturelles Problem“ ist, „das enge Verzweigungen bis in den parlamentarischen Bereich hat – nicht zuletzt in der AfD nämlich“. Wenn das ungelenk in der taz steht, darf man es mit einem Achselzucken quittieren. Aber solche Denkfiguren sind mittlerweile bis in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen.

Von Bild über Welt bis zur FAZ

Unbehaglich wird es jedenfalls, wenn in der Bild an prominenter Stelle davon die Rede ist, es gebe „AfD-Politiker in Parlamenten“, die „Auslöschungs- und Säuberungsfantasien durch unverhohlene Äußerungen salonfähig“ (Julian Reichelt) machten und insofern moralische Verantwortung für die Ermordung Lübckes trügen, und Peter Tauber – zur Erinnerung: ehemaliger Generalsekretär der CDU – in der Welt darüber schwadroniert, daß neben Erika Steinbach „die Höckes, Ottes und Weidels durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes“ geworden seien.

Was die Sache noch schlimmer macht: Tauber steht bei diesem Angriff keineswegs allein. Das bürgerliche Leitorgan FAZ macht sich dieselbe Argumentation zu eigen. In einem Kommentar Jasper von Altenbockums heißt es jetzt, daß man der AfD ihr Bekenntnis zum Rechtsstaat so wenig abnehmen dürfe wie ihre Trauer über das Opfer eines feigen Anschlags.

Hinter einer „seriösen Fassade“ habe ihre Führung systematisch die Eskalation vorbereitet, „ihre Worte“ seien nichts anderes als „extremistische Gewalt“: „Verrannt haben sich die Gaulands, Meuthens und Weidels, weil sie nicht wahrhaben wollen, daß die Blase, in der sie sich bewegen und die sie rhetorisch aufgepumpt haben, die Szene mitumfaßt, in der Gewaltphantasien und Extremismus zum Alltag gehören. Das kommt davon, wenn Grenzen überschritten, Tabus gebrochen und Anstandsregeln mißachtet werden, die nicht im Grundgesetz stehen.“

Endkampf gegen die AfD

Damit geht Altenbockum deutlich über das hinaus, was weiland den „geistigen Wegbereitern“ des roten Terrors angelastet wurde. Und in den „Bleiernen Jahren“ konnte man immerhin auf Schriftsteller, Journalisten, Akademiker jeder Profession und Politiker verweisen, die aus ihrer Forderung nach „Zersetzung“ (Heinrich Böll) des bestehenden Staatswesens gar kein Hehl machten, mindestens „klammheimliche Freude“ (Der Mescalero) angesichts der Morde der Baader-Meinhoff-Bande empfanden oder gleich den neuen Partisanen im Kampf gegen das faschistische System feierten (Jean-Paul Sartre).

Wo gäbe es in der AfD oder ihrem Umfeld etwas Vergleichbares? Wann hätten die Steinbachs, Ottes, Höckes, Gaulands, Meuthens und Weidels jemals politische Gewalt gutgeheißen oder auch nur gebilligt? Wann hätten sie die Grenze dessen überschritten, was man als Polemik im politischen Tageskampf dulden muß und auf der Seite ihrer Gegner immer geduldet hat?

Altenbockum kennt die Antworten auf diese Fragen. Aber die interessieren ihn nicht. Denn er will auf etwas ganz anderes hinaus: Darauf, der AfD den entscheidenden Schlag zu versetzen. Eine Zielsetzung, die er dankenswerter Weise offen anspricht. Denn im letzten Teil seines Textes fordert er, zum Endkampf gegen den Feind AfD anzutreten. Für den Vorstoß sei eine Zangenbewegung nötig.

Perfide Forderung

Die eine Flanke bilde der antifaschistisch-demokratische „Verhinderungsblock“ von den schwarzen Sturmtruppen bis zur Union, der in Görlitz durch seine Geschlossenheit den AfD-Mann scheitern ließ. Die andere stellen die Propagandadivisionen, die mit „klaren Angeboten“ – will sagen: finanziellen Ködern und wohlfeilen Versprechungen – die abtrünnigen Wähler der alten Volksparteien zurückgewinnen sollen.

Im Klartext heißt das: Altenbockum fordert, das Entsetzen über die Ermordung eines Menschen auszunutzen, um einen lästigen politischen Konkurrenten zu erledigen. Wenn das jemand anderes bei anderer Gelegenheit getan hätte, wäre seine Empörung wie die der Reichelts und Taubers grenzenlos. Denn so etwas gilt zu recht als perfide; man nennt das: Instrumentalisierung.

JENA. Nach einem Angriff auf drei Verbindungsstudenten in Jena am vergangenen Sonntag hat die Polizei Ermittlungen wegen Körperverletzung und Raub aufgenommen. Vier Männer hatten die drei Burschenschafter in einem Park hinterrücks attackiert, teilte die Thüringer Polizei mit.

Kurz nach dem Vorfall konnten die Beamten drei Tatverdächtige im Alter von 17 und 20 Jahren festnehmen. Derzeit wird von einem politischen Motiv ausgegangen, sagte eine Polizeisprecherin der JUNGEN FREIHEIT.

„Der feige Angriff wurde mit einem Tritt in den Rücken eines Bundesbruders eingeleitet. Danach stürzte sich der Rest der Gruppe ebenso auf unsere Bundesbrüder“, schildert die betroffene Burschenschaft Germania Würzburg den Vorfall auf ihrer Facebook-Seite. Während des Vorfalls gelang es den Angreifern demnach, den Korporierten ihre Erkennungszeichen zu entreißen.

SPD-Stadtrat sieht Schuld bei Verbindungsstudenten

Der Übergriff ist nicht der erste dieser Art in der Universitätsstadt. Ende April war ein 45 Jahre altes Mitglied des Corps Saxonia Jena angegriffen und schwer verletzt worden, berichteten die Jenaer Nachrichten. Der Mann mußte mit schweren Gesichtsverletzungen mehrere Tage im Krankenhaus verbringen.

Vor dem Hintergrund des Überfalls hatte der Jenaer Stadtrat Marcus Komann (SPD) im Mai geäußert: „Wenn man in einer Stadt, die zum Glück hauptsächlich linksgerichtet ist, mit Insignien von Burschenschaften herumläuft, dann ist klar was man tut“. Die CDU Jena kritisierte, der Sozialdemokrat gebe damit den Verbindungsstudenten die Schuld daran, wenn sie das Ziel von Attacken würden.

Die Würzburger Germania teilte nach dem jüngsten Angriff in Jena mit, daß es „bei einem solchen politischen Rückhalt“ nicht überraschend sei, wenn „sich unsere Gegner nicht mehr auf das Wort beschränken“. Den Angreifern sei jedes Mittel Recht. (ag)

Taubers totalitärer Traum

On June 19, 2019, in Junge Freiheit, by admin

Der CDU-Politiker Peter Tauber gilt als eiserner Verfechter der Asylpolitik Angela Merkels. Parteiinternen Kritikern eben jener soll er einmal erwidert haben: „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen.“ Der gleiche Peter Tauber beklagt nun eine „Entgrenzung der Sprache“.

Für diese ist aber nicht er verantwortlich, sondern die AfD sowie die frühere Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach oder der Ökonom Max Otte. Denn sie bereiteten mit radikalen Äußerungen einer „Entgrenzung der Gewalt“ den Weg, kritisiert Tauber in einem Gastbeitrag für die Welt.

Genau das habe nun zur Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke geführt. Steinbach, Otte und die AfD – namentlich Alice Weidel und Björn Höcke – seien deshalb „mitschuldig am Tod Walter Lübckes“, klagt Tauber an.

Drastische Forderung

Doch der frühere CDU-Generalsekretär beläßt es nicht nur bei Vorwürfen, sondern fordert Konsequenzen – und zwar drastische. Er, der sich 2009 im Interview mit der JF noch als konservativer Werteverfechter beschrieb, bringt jetzt die Überlegung ins Spiel, ob man Leuten wie Steinbach und Weidel nicht ihre Grundrechte wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit oder das Recht auf Eigentum entziehen könnte. Schließlich stehe im Artikel 18 des Grundgesetzes, wer grundrechtliche Freiheiten wie die Meinungs- oder Pressefreiheit zum Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbrauche, verwirke genau diese Grundrechte.

Und da das Attentat auf Lübcke ein Angriff auf den Staat sei, bekämpfe derjenige, der an der Tat eine Mitverantwortung trage, die freiheitliche demokratische Grundordnung und könne deshalb seiner Grundrechte beraubt werden, lautet die krude Logik des promovierten Historikers.

Hysterisch und schäbig

Seltsamerweise wurden solche Forderungen von Tauber nie vernommen, wenn Islamisten in Deutschland mordeten. Zumindest ist nicht bekannt, daß er nach dem Anschlag von Anis Amri laut darüber nachdachte, dem radikalislamischen Unterstützermilieu oder den Anhängern der Salafisten-Szene die Grundrechte abzuerkennen.

Das zeigt, worum es Tauber in Wirklichkeit geht: Er will den Mord an Walter Lübcke dazu mißbrauchen, die parteipolitische Konkurrenz von rechts sowie mißliebige parteiinterne Kritiker wie Hans-Georg Maaßen und die „namenlosen Wichtigtuer von der Werte-Union“ mundtot zu machen. Ein solches Vorgehen ist nicht nur hysterisch, sondern vor allem schäbig. Und es offenbart Taubers totalitäre Wunschvorstellungen. Ginge es nach ihm, würden Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik nicht nur als Arschlöcher geächtet, sondern gleich für rechtslos erklärt.

BERLIN. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat vorgeschlagen, Kritikern der Asylpolitik der Bundesregierung ihre Grundrechte zu entziehen. Konkret bezog er sich auf die AfD und Personen wie die ehemalige Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, und das Mitglied der Werteunion, Max Otte, denen er in einem Beitrag für die Welt eine Mitschuld am Mord an Walter Lübcke gab. Sie hätten durch eine enthemmte Sprache zu einer Enthemmung der Gewalt beigetragen.

Tauber regte an, gegen die Feinde der Demokratie nicht nur mit den Mittel des Strafrechts vorzugehen. Denn nach Artikel 18 des Grundgesetzes verwirke derjenige seine Grundrechte, der diese zum Kampf gegen die „freiheitlich demokratische Grundordnung“ mißbrauche.

Tauber: Der Feind steht rechts

Der Artikel verkörpere „geradezu idealtypisch unsere wehrhafte Demokratie und gehört zu den tragenden Pfeilern unseres Grundgesetzes“, betonte Tauber. Er sollte daher angewendet werden. In der gegenwärtigen Situation dürfe die CDU nicht wanken. Sie müsse sich bewußt sein, daß der Feind rechts stehe. „Die politische Rechte kann man nicht integrieren oder einbinden.“

Weiter forderte Tauber, daß man offen über die falsche Nachlässigkeit im Umgang mit Rechtsextremen spreche. So seien Fehler bei der Aufarbeitung des NSU und bei der Frage eines NPD-Verbots gemacht worden. (ag)

HANNOVER. Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff sieht die Aufnahme von Asylbewerbern seit 2015 als historischen Glücksfall für Deutschland. „Die Chancen sind groß, daß der Flüchtlingszuzug zu einem Glücksfall der deutschen Geschichte wird“, sagte Wulff laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa anläßlich der Feier zu seinem 60. Geburtstag in Hannover.

Als Konservativer müsse man sich klar von Reaktionären abgrenzen. „Es sind leider alte Männer, die alte Dinge wieder herholen“, beklagte er laut einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Man müsse den Apokalyptikern entgegentreten, die derzeit für eine schlechte Stimmung in Deutschland sorgten. Denn hier sei die tatsächliche Lage wesentlich besser als der Ruf.

Vor drei Jahren hatte Wulff mehr Mitgefühl für Flüchtlinge gefordert. Es brauche „ein Mindestmaß an Empathie“, damit das Zusammenleben gelingen könne, mahnte er. An anderer Stelle sagte er damals: „Für ein Volk von 500 Millionen Europäern sollte es doch kein Problem sein, drei Millionen Flüchtlinge aufzunehmen. Das muss doch zu schaffen sein.“ (tb)

Seit der Regierung Kohl wird in Deutschland die Immobilienpolitik vernachlässigt, sagt der Immobilien- und Finanzexperte Achim Dübel. Unter Angela Merkel hätten sich die Probleme deutlich verschärft.

Die Hochschulen beklagen eine zunehmende Verschlechterung der Studierfähigkeit deutscher Abiturienten.

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