BUDAPEST. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (Fidesz) hat angekündigt, den Spitzenkandidaten der EVP-Fraktion, Manfred Weber (CSU), nicht mehr im Wahlkampf zu unterstützen. Weber habe klargemacht, daß er nicht mit den Stimmen der Ungarn Präsident der Europäischen Kommission werden wolle, sagte Orbán laut der Nachrichtenagentur Reuters nach einem Treffen mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Budapest. Dies schließe jede weitere Unterstützung seiner Fidesz-Partei für Weber aus. „Wir suchen nach einem neuen Kandidaten.“

Bislang hatte Orbán Weber unterstützt, auch wenn dieser sich für ein EU-Verfahren gegen Ungarn ausgesprochen und die unbefristete Suspendierung der Mitgliedschaft von Fidesz in der EVP-Fraktion unterstützt hatte. Zwischen Orbán und EVP-Politikern hatte es in den vergangenen Wochen mehrfach Verstimmungen gegeben. Ende Februar zog er Kritik auf sich, als Fidesz eine Medienkampagne gegen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und den US-Milliardär George Soros startete. Mitte März entschuldigte er sich, die Mitglieder der EVP als „nützliche Idioten“ bezeichnet zu haben.

Zusammenarbeit mit neuer Rechtsfraktion

Vor kurzem hatte Orbán gefordert, die EVP müsse mit rechten Parteien wie der italienischen Lega zusammenarbeiten. Zudem warnte er vor einem Bündnis zwischen der EVP und linken Kräften. Die EVP bereite sich in dem Fall auf ihren Selbstmord vor. „Sie will sich mit der Linken zusammenschließen, um gemeinsam unterzugehen“, sagte er anläßlich eines Treffens mit Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega).

Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer widersprachen Orbán. Es werde nach der Wahl am 26. Mai keine Kooperation mit den rechten Parteien geben, die sich zur „Europäischen Allianz der Völker und Nationen“zusammengeschlossen haben. Weber hatte jüngst angekündigt, den Streit mit Ungarn „mit Respekt und Zuhören“ zu lösen. (ls)

BERLIN. Die Rechtsanwältin und Islamkritikerin Seyran Ates hat vor falscher Toleranz gegenüber den moslemischen Fastenbräuchen in der Schule gewarnt. „Es kann nicht sein, daß eine Religionsgemeinschaft auf das Schulwesen so einen Einfluß gewinnt, daß der Unterricht nicht mehr richtig stattfinden kann“, sagte sie dem Fernsehsender n-tv.

Hintergrund ist der Beginn des moslemischen Fastenmonats Ramadan am vergangenen Sonntag. In dieser Zeit sind Moslems dazu angehalten, zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang keine Nahrung zu sich zu nehmen.

„Es passiert haufig, daß Kinder in der Schule zusammenbrechen, weil sie den ganzen Tag nichts getrunken haben“, äußerte Ates. Schüler setzten sich gegenseitig unter Druck, besonders streng zu fasten. Anderenfalls würden sie als schlechte Moslems gelten oder als „Deutsche“ beschimpft.

Schulen verschieben Prüfungen wegen Ramadan

Manche Schulen würden Tests und Prüfungen auf die Zeit nach dem Fastenmonat verschieben, kritisierte die Juristin. Lehrern riet sie, dem Islam nicht soviel Platz einzuräumen. Die Schüler sollten sich vielmehr mit ihrer Frömmigkeit zurückhalten. In dem Zusammenhang kritisierte Ates auch die türkische Religionsbehörde Ditib. Die Organisation verlange ausdrücklich von Moslems die Allgemeinbildung zugunsten der Frömmigkeit zu vernachlässigen.

Die Gründerin einer liberalen Moscheegemeinde forderte dazu auf, die Säkularität selbstbewußt zu verteidigen. „Ich finde, es ist schon tragisch genug, daß sich hier in Deutschland alle dauernd mit dem Islam beschäftigen müssen. Es wird einem ja regelrecht aufgedrängt.“ Jeder müsse inzwischen Islamkenner sein. Es werde erwartet, daß jedermann über die Feiertage und über die Praktiken Bescheid wisse und dem Islam Respekt zolle. (ag)

LONDON. Wegen transgenderkritischer Tweets hat eine britische Steuersachverständige ihre Arbeitsstelle verloren. „Wenn Männer Make-up, hochhackige Schuhe und Kleider tragen, macht sie das nicht zu Frauen“, schrieb Maya Forstater auf Twitter.

Durch die Erweiterung der rechtlichen Definition des Frauseins würden Frauenrechte verletzt, monierte die Feministin, die sich in der Vergangenheit für geschlechteneutrales Kinderspielzeug eingesetzt hatte.

„Bedenken“ von Kollegen

Ihr Arbeitgeber, das in London und Washington D.C. ansässige „Zentrum für weltweite Entwicklung“ habe ihren Vertrag nicht verlängert, weil, „Kollegen Bedenken angemeldet“ hätten. Ihr sei gesagt worden, daß viele ihre Tweets als „beleidigend und ausschließend“ empfänden, berichtet die Daily Mail.

Forstater hat nun angekündigt, ihren Arbeitgeber zu verklagen, da sie wegen ihrer Standpunkte ein Opfer von Diskriminierung geworden sei. „Ich hätte meinen Job nie verlieren dürfen, nur weil ich auf meinem privaten Twitter-Account meine Ansichten zu Geschlechterfragen mitgeteilt habe“, schrieb sie auf ihrer Spendensammel-Homepage, über die sie bereits über 15.000 Euro eingenommen hat. (tb)

GRAZ. Der österreichische Musiker Andreas Gabalier hat die Grazer SPÖ für ihr Liederverbot scharf kritisiert. „Was am 1. Mai in Graz passiert ist, ist nicht nur traurig, es ist nicht nur ein Skandal, eigentlich ist es Zensur und Faschismus in seiner reinsten Form und höchst bedenklich – und das aus den sozialdemokratischen Reihen“, sagte der Schlagerrocker in einem auf Facebook verbreiteten Video.

Bei einer Veranstaltung der SPÖ anläßlich des 1. Mai in Graz hatte eine Parteisprecherin auf der Bühne einer Coverband verboten, Lieder von Gabalier zu spielen. Bei der Feier habe unter anderem Gleichberechtigung, Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit im Zentrum gestanden, teilte die SPÖ Steiermark mit. Es sei bereits im Vorfeld mit der Band vereinbart worden, keine Lieder des Volksrock’n’Rollers zu spielen. „Diese Bitte hat die Vorsitzende der Grazer SPÖ-Frauen auf der Bühne wiederholt. Überdies handelte es sich um einen bezahlten Auftritt der Musikgruppe.“

„Mit Toleranz überhaupt gar nichts zu tun“

Die Band „4you“ hatte zuvor das Stück „Hulapalu“, einen Erfolghit Gabaliers, gespielt. Gruppe verteidigte dies und kritisierte die SPÖ. Wenn jeder SPÖ-Politiker in seiner Ansprache von Toleranz spreche und eine halbe Stunde später „einen großen Künstler beschimpft und somit viele Menschen in Österreich beleidigt, dann ist doch jede Ansprache nur warme Luft“.

Auch Gabalier warf der SPÖ Intoleranz vor. „Wer Toleranz so groß schreibt und alles andere mit Händen und Füßen tritt, was der eigenen Weltanschauung nicht entspricht, hat mit Toleranz aber schon überhaupt gar nichts zu tun.“ Zudem sei er vor allem in den kommenden Monaten während seiner Stadiontour Arbeitgeber für Tausende Personen und leiste mit seinen „wirklich großen Steuerzahlungen“ einen „großen Beitrag zu unserem Sozialsystem“.

Gabalier werden seit vielen Jahren eines veraltetes Frauenbilder sowie Heimattümelei vorgeworfen. Er singt etwa die österreichische Nationalhymne in seiner ursprünglichen Form ohne „gendergerechte“ Änderungen. Mit seinen jüngsten Alben erreichte er jeweils sowohl in Österreich als auch in Deutschland und der Schweiz Platz 1 der Charts.

Kanzler Kurz äußert sich

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte sich am Montag in dem Fall. „Toleranz sollte man nicht nur predigen, sondern auch leben. Lassen wir die Kunst sowie die Künstlerinnen und Künstler frei arbeiten. Egal wie sie aussehen, welche Musik sie spielen oder Meinung sie haben.“ Auch er sei von Austro-Pop-Größen wie Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros kritisiertw roden und würde „nie auf die Idee kommen, das Abspielen ihrer Lieder irgendwo zu verhindern“. (ls)

Verlorene Kriege sind Folge von Politikversagen. Die Machthaber haben den Krieg und die damit verbundenen Opfer nicht verhindert. Ohne Krieg hätte es auch keine Niederlage gegeben. Auch ein Sieg muß kein dauerhafter Erfolg oder Anlaß zur Freude sein. Der Versailler Frieden zeigt, daß sogar Demokratien den Frieden verspielten und zur nächsten und größeren Katastrophe beigetragen haben. John Maynard Keynes war als Mitglied der britischen Delegation an den Friedensverhandlungen beteiligt.

Er hatte nicht nur Zweifel an der Moral der Sieger, sondern an der Durchführbarkeit des Programms, das die Sieger dem besiegten Deutschland auferlegten. Von deren ökonomischer Kompetenz hielt er nichts. Die ökonomische Kompetenz der Besiegten ist unerheblich, weil die sich dem Diktat der Sieger beugen mußten. Keynes hat seine Position in der britischen Delegation aufgegeben und 1919 in seinem Buch „The Economic Consequences of the Peace“ den Versailler „Frieden“ einer vernichtenden Kritik unterzogen.

Die Ausgangslage war klar. Von den USA abgesehen waren alle am Krieg beteiligten Volkswirtschaften geschwächt. Deutschland litt zusätzlich unter territorialen Verlusten: den Kolonien, Elsaß-Lothringen mit seinen Erzgruben (an Frankreich), Eupen-Malmedy (an Belgien), Teilen Oberschlesiens mit seinen Kohlegruben, Posen und Westpreußen (an Polen), Danzig (selbständig), Memelland (an Litauen), Nordschleswig (an Dänemark). Außerdem hatte Deutschland den größten Teil seiner Flotte und Privatbesitz im Ausland eingebüßt.

Höhe der Reparationen war nicht das einzige Problem

Bei der Festsetzung der Reparationen, die Deutschland zahlen sollte, hätte es nahegelegen, nicht die Wünsche der Sieger zu addieren, sondern die Zahlungsfähigkeit des besiegten Landes zu analysieren. Keynes war kein grundsätzlicher Gegner von damals üblichen Reparationen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 hatte Deutschland dem besiegten Frankreich schließlich auch Reparationen auferlegt. Aber Keynes schätzte die deutsche Zahlungsfähigkeit auf ungefähr ein Viertel der alliierten Reparationsansprüche.

Die Höhe der Reparationen im Verhältnis zur Zahlungsfähigkeit war nicht das einzige Problem. Man hätte auch bedenken müssen, was für eine Handels- und Leistungsbilanz erforderlich ist, damit Deutschland die Reparationen überhaupt tragen kann. Um das aus eigener Kraft – und nicht nur mit US-Krediten, wie es zeitweise geschehen ist – zu leisten, hätte Deutschland hohe Exportüberschüsse erzielen müssen.

Das hätte offene Märkte bei den Siegern und anderswo in der Welt erfordert. Die Sieger hätten darauf verzichten müssen, heimische Produzenten durch Zölle und andere Handelshemnisse zu schützen. Das haben die Sieger nicht getan. Auch wenn man die innenpolitische Tragbarkeit des Verzichts auf Protektionismus in den westlichen Demokratien der Zwischenkriegszeit bezweifelt, gilt, daß offene Märkte eine Voraussetzung für deutsches Erwirtschaften der Reparationen waren.

Daß die Handelsbilanzüberschüsse einiger Länder in Defizitländern als Problem wahrgenommen werden – von Laien mehr als von Ökonomen – das sehen wir heute noch, etwa an den Bemerkungen des US-Präsidenten Donald Trump zu deutschen oder chinesischen Exportüberschüssen.

Junge Demokratie wurde von Beginn an geschwächt

Es gab nachvollziehbare Gründe für einen harten Frieden, vor allem auf französischer Seite, wo man sich noch an die Niederlage von 1870/71 erinnerte, als Deutschland und Frankreich allein gegeneinander kämpften. Deutschland hatte mehr Bevölkerung und die größere Wirtschaftskraft, damit auch das stärkere Kriegspotential. Das erklärte französische Ängste. Deutschlands Kriegsfähigkeit über seine Wirtschaft zu schwächen, das war eine naheliegende Strategie, die den Versuch der Versöhnung und Überwindung der sogenannten „Erbfeindschaft“ ausschloß.

Andere Siegermächte, vor allem die USA, hatten andere Ziele, wie die Verbreitung der Demokratie. Daß die Chancen der Verankerung der Demokratie mit dem Wohlstand steigen, gilt heute als eines der am besten abgesicherten Ergebnisse der Politischen Soziologie. Wer die junge Weimarer Demokratie absichern wollte, hätte sie nicht mit Reparationsforderungen überlasten dürfen.

Einerseits kann man den Politikern nach dem Ersten Weltkrieg nicht Unkenntnis von sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen vorwerfen, die erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg gewonnen wurden. Andererseits: Waren wirklich abgesicherte Erkenntnisse nötig, um zu ahnen, daß Elend und Not in Deutschland nicht zur Demokratisierung des Landes und zur Erhaltung des Friedens in Europa beitragen würden? Bei Keynes reichte die Verbindung von gesundem Menschenverstand und etwas Phantasie für düstere Vorahnungen kommender Ereignisse aus.

Der „Frieden“ von Versailles ist ein Beispiel für ein Negativsummenspiel, wo alle Beteiligten verloren haben. Daß die Reparationen Deutschland schadeten, war klar und sollte so sein. Aber sie haben Frankreich nicht vor der deutschen Wehrmacht geschützt. Seine Rettung hing von seinen Alliierten ab. Negativsummenspiele oder Politikversagen, das allen schadet, sind nicht selten. Man kann auch den Euro so sehen. Die Südländer haben eine für sie zu harte Währung bekommen und die Wettbewerbsfähigkeit verloren, Deutschland ist in die Haftung für fremde Schulden hineingeschlittert. Politiker sollten die Vermeidung von Negativsummenspielen als ihre Hauptaufgabe sehen.

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Prof. Dr. Erich Weede lehrte Soziologie an den Universitäten Köln und Bonn. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Friedrich-A.-von-Hayek-Gesellschaft.

JF 19/19

BERLIN. Die AfD hält an ihrer Unvereinbarkeitsliste fest. Der Bundesvorstand entschied am Montag einstimmig, daß aktive oder ehemalige Mitglieder bestimmter Organisationen und Vereine nicht Mitglied der AfD werden dürfen. Dazu zählen unter anderem die NPD, die Pro-Bewegung, die DVU und Der III. Weg, aber auch die Identitäre Bewegung. IB-Mitglieder können aber in Ausnahmefällen dennoch aufgenommen werden, wenn sich der zuständige Landesvorstand mit einer Zweidrittel-Mehrheit dafür entscheidet.

Am Wochenende war bei einem Treffen des Flügels im bayerischen Greding die Forderung laut geworden, die Unvereinbarkeitsliste abzuschaffen. Diese gehöre auf den „Müllhaufen der Parteigeschichte“, sagte Benjamin Nolte, Mitglied des bayerischen Landesvorstands der AfD.

Gauland distanziert sich von IB

Zuvor hatte sich bereits AfD-Chef Alexander Gauland von der IB distanziert. „Wir haben uns ganz klar gegen Rechtsextreme, Reichsbürger oder die Identitäre Bewegung gestellt“, sagte er der Welt am Sonntag.

Daß IB-Chef Daniel Fiß eine zeitlang für den AfD-Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese gearbeitet habe, erklärte Gauland damit, dieser habe nicht gewußt, um wen es sich bei Fiß handle. Als ihm dessen führende Rolle bei der IB dann bekannt geworden sei, habe er Fiß entlassen. (krk)

Mit Rechten beziehungsweise mit Linken reden statt über sie zu reden. Und das in der Öffentlichkeit. Jakob Augstein, Herausgeber der Wochenzeitung Freitag, und der Historiker Karlheinz Weißmann haben am vergangenen Sonntag die demokratische Tradition des agonalen Gesprächs wieder aufleben lassen, bei der es nicht um Konsensfindung, sondern um Positionsbestimmung ging. Gastgeber der ausverkauften Veranstaltung war der Direktor von Schloß Ettersburg bei Weimar, Peter Krause.

Den Gesprächshintergrund bildeten der Aufstieg rechter Parteien in Europa und die Wahlerfolge der AfD. „Wir befinden uns inmitten einer rechten Revolution“, stellte Augstein fest. Diese sei durch ein Versagen der Linken möglich geworden, die die eigentlichen sozialen Interessen vergessen hätte. „Wir haben nicht die Machtfrage gestellt, sondern uns ständig um Minderheitenprobleme gekümmert.“ Es sei bedauerlich, daß Linke diese Entwicklung verdrängten und sich nicht mit rechten Positionen auseinandersetzten.

„Normalisierung der Verhältnisse“

Das aber sei notwendig, um den eigenen Standpunkt wiederzufinden. „Leute wie Sie greifen den Artikel 1 des Grundgesetzes an“, warf er Weißmann vor. Als linken Gegenentwurf zeichnete Augstein ein Land ohne Grenzen, „in dem jeder willkommen ist, der sich an gewisse Regeln hält“. Über diese Funktion einer bloßen Rückbesinnung für Linke sprach Augstein der Rechten eine Existenzberechtigung ab. „Sie haben null Antwort auf die heutigen Probleme.“

Weißmann mochte dem revolutionären Pathos Augsteins nicht folgen. Schlußendlich sei die gegenwärtige Entwicklung eine „Normalisierung der Verhältnisse“ nach „Jahrzehnten linker Hegemonie“. Linke müßten wieder lernen, mit Widerspruch von rechts umzugehen. Diesen neuen Gegenwind, für den der Hilfsbegriff „Neue Rechte“ stehe, nannte Weißmann den „Einbruch des Realitätsprinzips“. Linke Utopien seien bisher ohne jede Ausnahme gescheitert.

Unkonkretes Einwanderungs-Utopia

„Die Linke kapiert noch immer nicht, daß ihre Projekte an Rahmenbedingungen geknüpft sind, wie Grenzen von Nationalstaaten.“ Rechts zu sein dagegen heiße, vom Konkreten auszugehen. Und die Nation sei etwas völlig Konkretes. Unkonkret sei dagegen Augsteins Einwanderungs-Utopia. „Wo bleiben da die Interessen, die Sie eingangs angesprochen haben?“

Naturgemäß endete das Gespräch offen. Naturgemäß sah das Publikum einen Punktsieg seines Favoriten. In einer Sache endete die Veranstaltung aber doch mit einem Konsens von Rechts und Links. „Jeder, mit dem ich bisher sprach, war hocherfreut, daß dieses Gespräch stattfinden konnte“, sagte Krause nach der Veranstaltung. „Und zwar Vertreter aus beiden Lagern.“ (FA)

> Ein ausführlicher Bericht erscheint am Freitag in der Ausgabe 20/19 der JUNGEN FREIHEIT.

MAGDEBURG. Zum wiederholten Mal hat ein Ausländer in Magdeburg mehrere Passanten grundlos attackiert. Der Asylbewerber aus Eritrea boxte am Samstag abend laut Polizei zunächst einem Mann von hinten gegen den Kopf. Anschließend soll er dem Opfer mit einer Bierflasche ins Gesicht geschlagen haben, wobei diese zerbrach. Damit versuchte er dann, auf den Mann einzustechen, was aber ein Begleiter des Eritreers verhindert habe. Der Verletzte mußte in die Uniklinik Magdeburg eingeliefert werden.

Der mutmaßliche Täter flüchtete. Der Polizei gelang es wenig später, den Mann festzunehmen. Dabei stellte sich heraus, daß der Asylbewerber unter Alkohol- und Drogeneinfluß stand. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft entließ ihn die Polizei jedoch wieder.

Wenige Stunden später griff der Eritreer aber erneut grundlos Passanten an. Laut Polizeischilderungen ging der 27 Jahre alte Einwanderer mit einer Bierflasche auf eine fünfköpfige Gruppe los. Er verletzte dabei einen Mann am Arm. Anschließend versuchte er mit der zerbrochenen Flasche einen anderen Mann anzugreifen. Dieser konnte jedoch ausweichen. Der Angreifer und sein 16 Jahre alter Begleiter wurden in Tatortnähe festgenommen. Der Eritreer kam in Haft. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Syrer verletzt Gymnasiastin schwer

Nach Informationen der Magdeburger Volksstimme ist der Asylbewerber mit Duldungsstatus bei der Polizei kein Unbekannter. Bereits im März dieses Jahres soll er in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein. Außerdem sei er bereits wegen anderer Körperverletzungs- und Betäubungsmitteldelikten auffällig gewesen.

Vor einer Woche war in Magdeburg bekannt geworden, daß ein Syrer am Gründonnerstag zwei Passanten, darunter eine 18 Jahre alte Gymnasiastin, zum Teil schwer verletzt hatte, trotzdem aber zunächst nicht in Haft kam. Sachsen-Anhalts Innenminister Holter Stahlknecht (CDU) räumte diesbezüglich Versäumnisse bei den Ermittlungen ein. Der Polizei war zuvor vorgeworfen worden, die Attacken des Syrers verharmlost zu haben. (ls)

KÖLN. Am Wochenende haben Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen von Clans zu mehreren Polizeieinsätzen in Nordrhein-Westfalen geführt. In Köln, Unna und Kamen gingen laut Polizei Mitglieder der Großfamilien mit Waffen aufeinander los.

In Köln-Kalk kämpften am Freitag abend 15 bis 20 Libanesen zunächst mit Fäusten, dann mit Baseballschlägern und Messern gegeneinander. Fünf Personen wurden während der Auseinandersetzung schwer verletzt. Die Polizei nahm mehrere Beteiligte in Gewahrsam.

Wagen von der Straße gedrängt

Ebenfalls am Freitag eskalierte in Unna und Kamen ein Streit zwischen zwei Clans aus dem ehemaligen Jugoslawien. Angehöriger einer Großfamilie verfolgten Mitglieder der rivalisierenden Gruppe mit Autos und bedrängten deren Fahrzeuge. Anschließend griffen sie die Wagen an und bedrohten die Insassen. Den Opfern gelang in beiden Fällen die Flucht in Polizeiwachen.

Bei den folgenden Einsätzen nahmen die Beamten insgesamt sechs Personen vorläufig fest. Sie leiteten Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ein und beschlagnahmte bei Durchsuchungen mehrere Schlag- und Stichwaffen. (ag)

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On May 6, 2019, in Junge Freiheit, by admin

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