Das erste Interview mit JF-Reporter Billy Six nach seiner Freilassung aus der Haft in Venezuela, aufgenommen gleich nach seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen. Darin beklagt Billy Six, von der Bundesregierung im Stich gelassen worden zu sein. Für ihn sei es „eine dramatische Erfahrung, daß wir als deutsche Staatsbürger nicht mehr sicher sein können, daß uns die Behörden im Ausland unterstützen.“ Offenbar sei es „mehr und mehr eine politische Frage, ob sie gewillt sind, was für dich zu tun, oder nicht“.



Konflikte mit der Staatsmacht

On March 18, 2019, in Junge Freiheit, by admin

Die Beerdigung Christa Wolfs am 13. Dezember 2011 fand unter einem jahreszeittypisch grauen Berliner Himmel statt. In der Trauerhalle des Dorotheenstädtischen Friedhofs rezitierte die hörbar um Fassung ringende Corinna Harfouch das Sonett „Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren“ von Paul Fleming. Schriftstellerkollege Volker Braun hob in seiner Ansprache Wolfs existentielle Einheit aus Leben, Schreiben und sorgendem Engagement hervor: „Jetzt, da ihr Leib in die Erde kommt, und alles fällt von ihm ab, was ihn anstrengte – denn er trug ihr Schreiben mit, reflektierte es, und sei es, daß die Gelenke blockierten“.

Unterdessen stürzten draußen die Temperaturen gegen den Nullpunkt, und als der Sarg zum Schubert-Lied „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“ herausgetragen wurde, fiel kalter Nieselregen, in den sich Eisnadeln mischten. Keine offiziellen Vertreter waren zugegen, zu Recht: Die politischen Kiezgrößen von Bund und Land wären fehl am Platze gewesen.

Christa Wolfs Einzug in die Fremde begann am bitterkalten 29. Januar 1945, als ihre Familie unter Heulen und Zähneklappern das heimatliche Landsberg in Ostbrandenburg auf einem Pferdefuhrwerk verließ. Beim Blick durch einen Schlitz in der Plane durchzuckte die knapp 16jährige die Gewißheit: „Das siehst du niemals wieder.“

Selbstentfremdung an eine Ideologie

Die Familie wollte weiter westwärts über die Elbe, doch kurz vor dem Ziel verweigerten die zu Tode erschöpften Pferde den Gehorsam. So blieb die Familie dort, was die Sowjetzone und später die DDR werden sollte. In einem ihrer letzten Bücher warf die zwischenzeitlich als „Staatsdichterin“ Gescholtene die Frage auf, ob sie heute denn schuldlos wäre, hätten damals die Pferde mehr Kraft gehabt.

Die Lebensläufe und ihr Bewertungsrahmen waren – und sind teilweise bis heute – durch die deutsch-deutsche Frontstellung determiniert, der schicksalhaften Folge des Zweiten Weltkriegs. Sie bildet auch den Hintergrund des Romans „Der geteilte Himmel“, der von einem jungen Paar handelt, das durch den Mauerbau endgültig getrennt wird.

Manfred, ein Akademiker, ist aus Erbitterung über die Parteibürokratie nach West-Berlin gegangen, wo er bei seiner Tante, der Schwester seiner verstorbenen Mutter, wohnt. Vergeblich versucht Rita ihn zur Rückkehr zu bewegen. Nach dem Mauerbau unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Sie gesundet in dem Maße, wie sie erkennt, daß ihre Entscheidung für die DDR trotz der persönlichen Härten richtig war.

Diese ins Innere verlegte, scheinbare Konfliktlösung – faktisch die Internalisierung beziehungsweise die Selbstentfremdung an eine Ideologie – sollte 1990 zu einem zentralen Kritikpunkt im deutsch-deutschen Literaturstreit werden.

Aus Schirrmacher sprach eine Siegermentalität

Das 1963 erschienene Buch stellte viel mehr in Frage, als DDR-Schriftsteller bis dahin gewagt hatten, aber eben nicht den Glauben an den Sozialismus. Das macht seine Beschränktheit aus und reduziert es im Vergleich zu Uwe Johnsons „Mutmaßungen über Jakob“ auf ein primär literaturhistorisches Ereignis. Als solches aber ist es lehrreich: Christa Wolfs Sozialismus hat mit Stalin nichts und mit Ulbricht wenig, dafür viel mit protestantischer Askese, mit deutschem Idealismus, mit der Sehnsucht nach innerweltlicher Transzendenz und dem Bedürfnis zu tun, Wurzeln zu schlagen in der Fremde.

Frank Schirrmacher, damals Literaturchef der FAZ, schrieb 1990 in einem folgenreichen Aufsatz, Wolfs Einstellung sei von Schuldgefühlen gegenüber den in der NS-Zeit verfolgten Antifaschisten geprägt gewesen, die später in der DDR das Sagen hatten. Aus Schirrmachers Attacke sprach leider auch eine Siegermentalität, die gänzlich ungerechtfertigt war, denn dieser generations- und sozialisationsbedingte Komplex, den er so scharfsinnig herausgearbeitet hatte, sollte sich in der größer gewordenen Bundesrepublik binnen weniger Jahre zu einer hirnvernebelnden Metaphysik und Staatsideologie auswachsen.

Im Rückblick besitzt eine kleine Szene aus dem Roman visionäre Kraft. Als Rita im Sommer 1961 ihren republikflüchtigen Freund besucht, führt er sie in das Zimmer der Tante, das er die „Vorhölle“ nennt. Die Frau sitzt am Fenster, „von einer unheimlich lautlosen Sonne angeschienen“, und strickt an einem schwarzen Schal für den Winter. „Sie hatte nichts weiter, als die Trauer um die verstorbene Schwester, die mußte für lange Zeit reichen.“

Die Szene könnte von Ingmar Bergman stammen, der seine Figuren, um ihre Trostlosigkeit und Gottverlassenheit zu offenbaren, einem harten, grellen Sonnenlicht aussetzte. Wolf ging es um die Entfremdung im Kapitalismus, doch erscheint die Frau am Fenster heute auch wie ein Gleichnis auf die Bundesrepublik, die ihre Existenz in manischer Trauerarbeit verhaucht.

Der Riß war nicht mehr zu kitten

Zu Christa Wolfs bleibenden Texten gehört die Erzählung „Kein Ort. Nirgends“, erschienen 1979. Sie schildert ein fiktives, möglicherweise 1804 stattgefundenes Treffen der Dichterin Karoline von Günderrode, einer engen Freundin Bettina von Arnims, und Heinrich von Kleists. Beide waren Außenseiter, beide endeten durch Selbstmord nahe am Wasser, die eine mit 26 Jahren in Winkel am Rhein 1806, der andere 34jährig 1811 am Berliner Wannsee.

Sie sind Gäste eines ästhetischen Tees, an dem unter anderem Bettina und deren Bruder, der Romantiker Clemens Brentano, und der Jurist Carl von Savigny teilnehmen. Die Zeit ist aus den Fugen: Napoleon hat sich zum Kaiser gekrönt, das alte Deutsche Reich ist am Ende. Karoline leidet an den Rezensenten, denen ihre Dichtung nicht weiblich genug ist, und an einer unglücklichen Liebe. Kleist leidet ohnehin: an Preußen und seinem Militär, an das er seine Jugend verschenkt hat; an der Ignoranz des Publikums, das mit seinem „Schroffenstein“-Drama nichts anfangen kann, weil es voller Gewalt und Zweifel ist und auf die fällige Katharsis verzichtet.

Christa Wolf verarbeitete ihre Erfahrungen im Zuge der Biermann-Ausbürgerung 1976, gegen die sie öffentlich protestiert hatte. Wochenlang war sie von Stasi-Schnüfflern gestalkt worden und hatte tribunalartige Prozeduren über sich ergehen lassen müssen. Der Riß war nicht mehr zu kitten und der Konflikt mit der Staatsmacht zur offenkundigen Tatsache geworden. Darin lag zugleich die Chance, ideologische Dogmen endgültig abzustreifen. Die Erzählung ist somit auch eine Parabel über Dissidenz und Erkenntnisgewinn durch die Ablösung vom Zeitgeist.

Kleist: „Und da sitzen wir immer noch und handeln mit den Parolen des vergangenen Jahrhunderts, spitzfindig und gegen unsere stärkere Müdigkeit ankämpfend, und wissen: Das ist es nicht, wofür wir leben und worum wir sterben könnten. Unser Blut wird vergossen werden, und man wird uns nicht mitteilen, wofür.“

Die Übermacht der anderen nicht akzeptieren

Was vor vierzig Jahren ein Kommentar zur DDR-Wirklichkeit war, liest sich heute als Verriß von Merkels „Wir schaffen das!“ Oder als Fußnote zum Sterben deutscher Soldaten in Afghanistan. Aufgekündigte Freundschaften, Illoyalität und Gemeinheit sind einzukalkulieren: „Wer so hoch spielt, mit sich selbst als Einsatz, soll auf Gefährten nicht rechnen.“

Ein anderes Risiko liegt in der Selbstgerechtigkeit, in die der Stigmatisierte sich flüchtet. Savigny will Karriere im Staatsdienst machen, die ihn bis ins Amt des Justizministers führen wird. „Kleist verbietet sich das Vorurteil gegen einen Mann, der einem Amt zustrebt.“

Es gilt also, das Gleichgewicht zu halten. Was wiederum heißt, die numerische Übermacht der anderen nicht als Argument zu akzeptieren. „Soll der Staat seine Ansprüche an mich stellen, soll er mich verwerfen. Wenn er mich nur überzeugen könnte, daß er dem Bauern, dem Kaufmann gerecht wird; daß er uns nicht alle zwingt, unseren höheren Zwecke seinem Interesse zu unterwerfen. Die Menge, heißt es. Soll ich meine Zwecke und Ansichten zu den ihren machen? Und vor allem: Was ihr wirklich zuträglich wäre, ist noch die Frage. Nur stellt sie niemand. Nicht in Preußen.“

Die Günderrode und Kleist führt ihre Ohnmacht jedoch in die Verzweiflung: „Wenn nicht Überspanntheit, sondern ein scharfes, gut: überscharfes Gespür für die wirklichen Verhältnisse ihm den Ausruf abpreßte: ‘Wohin beweg ich meinen Schritt, dem Ekel zu entgehn, der vor mir liegt.’“ Kein Ort! Nirgends! Der gemeinsame Nenner der beiden lautet folgerichtig: „Welch ein Trost, daß man nicht leben muß.“

Einen lebensfreundlicheren Ausblick eröffnete Christa Wolf in der parallel begonnenen Erzählung „Sommerstück“, die erst Jahre später beendet und 1989 veröffentlicht wurde. In einem mecklenburgischen Dorf verbringen Künstlerfreunde in ihren Ferienhäusern gemeinsam einen Jahrhundertsommer. Sie sind nicht außerhalb der Welt, aber sie erscheint ihnen weniger wichtig. Wichtiger sind ihnen die Natur, die Kunst, das Gespräch unter Freunden. „Die obskuren Inseln der kultivierten Gemeinschaft“, gifteten Kritiker nach der Wiedervereinigung. Die souveräne Antwort hatte Christa Wolf im „Sommerstück“ vorweggenommen: „Was bleibt zu hoffen für eine Zeit, die vom Hohn auf Schönheit gezeichnet ist?“

Volker Braun beschloß seine Totenrede: „Was sah sie zuletzt, welches Licht? Winter wird es.“ Am 18. März wäre Christa Wolf 90 Jahre alt geworden.

JF 12/19

MÜNCHEN. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat Staats- und Landesanwältinnen sowie Richterinnen das Tragen von Kopftüchern an Gerichten untersagt. Damit wiesen die höchsten Richter im Freistaat die Klage einer islamischen Religionsgemeinschaft ab.

Zwar greife das Verbot in die Religionsfreiheit ein, allerdings träten die Rechte der einzelnen Person hinter das Neutralitätsgebot des Amtes zurück, hieß es zur Begründung. „Daher kann das Tragen religiös konnotierter Kleidung oder Symbole auch nicht dem Bereich der privaten Selbstdarstellung des Amtsträgers zugeordnet werden.“

Auch Kippa-Tragen untersagt

Auch einen Verstoß gegen das Gleichheitsgebot können die Richter nicht erkennen. Die Klägerin hatte dies mit den Kreuzen begründet, die in bayerischen Gerichtssälen hängen. „Die Ausstattung von Verhandlungsräumen betrifft ersichtlich einen anderen Sachverhalt als das Tragen von religiösen oder weltanschaulichen Symbolen durch die betroffenen Amtsträger“, stellte das Gericht klar.

Dies ergebe sich schon daraus, daß die Ausstattung des Verhandlungsraums Angelegenheit der Gerichtsverwaltung sei und nicht des einzelnen Amtsträgers. Auch von Geschlechterdiskriminierung könne nicht die Rede sein, da etwa auch die Kippa bei jüdischen Männern nicht zulässig sei. (tb)

UTRECHT. Nach den tödlichen Schüssen im niederländischen Utrecht hat die Polizei einen Terroranschlag nicht ausgeschlossen. Am Vormittag habe ein Täter in einer Straßenbahn auf die Fahrgäste geschossen, meldet die Bild-Zeitung unter Berufung auf holländische Medienberichte. Dabei starb eine Person, mehrere wurden verletzt.

Laut Zeugenaussagen könnte es weitere Verdächtige geben. Derzeit gingen die Sicherheitskräfte aber nur von einem Täter aus.

Polizei habe eine Wohnung umstellt

Ein Großaufgebot von Spezialkräften sei vor Ort und habe ein Wohngebiet in Tatortnähe abgeriegelt. Eine Wohnung, in der sie den Täter vermuteten, sei umstellt worden. Schulen wurden aufgerufen, ihre Türen geschlossen zu halten.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einer „beunruhigenden“ Situation. Die Behörden riefen die höchste Terrorwarnstufe aus. (ag)

BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht den Kampf für die Gleichberechtigung von Mann und Frau als die große Aufgabe „unserer Generation“. „Und deswegen sage ich aus vollem Herzen: Ich bin Feminist“, äußerte er anläßlich des sogenannten Equal Pay Day im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Zugleich mahnte er, Unternehmen nicht zu sehr unter Druck zu setzen, um Frauen in Führungspositionen zu bringen. Es müsse nicht alles bis ins kleinste Detail reguliert werden. „Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, das Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen zu evaluieren und Vorschläge zu machen, wie wir damit umgehen.“

Am „Equal Pay Day“ finden Kundgebungen für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen statt. Laut Statistischem Bundesamt verdienen weibliche Arbeitnehmer 21 Prozent weniger Lohn. Das liege unter anderem daran, daß sie häufiger in Teilzeit und im Niedriglohnsektor arbeiteten. Berechnungen des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts haben jedoch nur eine Gehaltslücke von zwei Prozent zwischen den Geschlechtern ergeben. Sie werde erst größer, wenn sich die Frauen im Zuge der Kindererziehung aus dem Arbeitsleben zurückzögen.

Nahles nennt Gehaltsunterschiede „schreiende Ungerechtigkeit“

SPD-Chefin Andrea Nahles nannte die Gehaltsunterschiede „eine schreiende Ungerechtigkeit“. Gemeinsam mit dem Parteivorstand demonstrierte sie am Brandenburger Tor.

Wenn einigen am #EqualPayDay nichts anderes einfällt, als die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern kleinzurechnen, kann ich nur sagen: Jeder Cent ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Und es geht hier um viele, viele Euros. Wir kämpfen, bis gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit! pic.twitter.com/sStpUzDdSM

— Andrea Nahles (@AndreaNahlesSPD) 18. März 2019

Wir kämpfen für gleichen Lohn für Frauen und Männer! Heute beim #EqualPayDay des @dgb_news #EuropaistdieAntwort pic.twitter.com/9sEQaWAs6p

— SPD Parteivorstand (@spdde) 18. März 2019

Die Berliner Verkehrsbetriebe bieten an diesem Tag für Frauen Tickets mit einem Rabatt von 21 Prozent an.

Zum heutige #EqualPayDay zahlen Frauen bei der @BVG_Ubahn 21 Prozent weniger als Männer. Genau so viel Gehalt bekommen Männer mehr als ihre Kolleginnen. BVG-Chefin Sigrid Nikutta hat sich das Ticket für 5,50 Euro statt für regulär sieben Euro schon gekauft. pic.twitter.com/ZLZausEG47

— ZfK-Team (@ZfK1) 18. März 2019

(ag)

DÜSSELDORF. Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) hat sich für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren ausgesprochen. „Bundespolitisch müssen wir regeln, daß ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eingeführt wird“, sagte Linnemann der Rheinischen Post. Mädchen sollten genauso frei und unbeschwert aufwachsen dürfen wie Jungen.

Linnemann bekräftigte zudem seine Position, wonach der politische Islam nicht zu Deutschland gehöre. „Der politische Islam beginnt für mich nicht erst beim islamistischen Gefährder, sondern wenn jemand religiöse Gesetze über die Gesetze des Staates stellt.“ Nur mit einem konsequenten Vorgehen gegen den politischen Islam könne der liberale Islam in Deutschland gestärkt werden.

Zudem forderte der CDU-Politiker, die Sprachentwicklung von Kindergartenkindern stärker zu fördern. „Ich bin dafür, eine Vorschulpflicht für Kinder einzuführen, die bei Sprachstandserhebungen im Alter von vier Jahren nicht altersgemäß abschneiden. Natürlich für alle Kinder – egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“ (krk)

WELLINGTON. Die Premierministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, hat nach dem Terroranschlag von Christchurch eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. Neue strengere Regeln sollen „so schnell wie möglich“ in Kraft treten, sagte sie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Auch ihr rechter Koalitionspartner NZF, der bisher eine Verschärfung immer abgelehnt hatte, ist jetzt dafür. „Unsere Welt hat sich für immer geändert, deshalb werden sich auch unsere Gesetze ändern“, sagte dessen Vorsitzender, Winston Peters.

Weißer Nationalist, der Konservative haßt

Am Samstag hatte sich Ardern mit Moslemvertretern in Christchurch getroffen. Dabei trug sie die islamische Kopfbedeckung, den Hidschab. „Daß sie ein Kopftuch getragen hat, war eine große Sache für uns“, freute sich ein Mitarbeiter der attackierten Al-Noor-Moschee. Neuseeland stehe für „Vielfalt, Freundlichkeit und Mitgefühl“, sagte Ardern in einer Ansprache an die Nation am Wochenende. Das Land sei Heimat für alle, „die unsere Werte teilen, ein Zufluchtsort, für alle, die ihn brauchen“.

Der 28 Jahre alte Australier Brenton Tarrant hatte am Freitag in der zweitgrößten Stadt des Landes 50 Moslems in zwei Moscheen erschossen. In einem Manifest beschrieb sich der Attentäter als weißer Nationalist und Sozialist, der Konservative und Moslems hasse. (tb)

BERLIN. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht keine Anzeichen für ein islamfeindliches Klima in Deutschland. „Der Großteil der Menschen in Deutschland lebt friedlich miteinander. Davon bringen uns auch gewaltbereite Extremisten nicht ab“, sagte er mit Blick auf den Anschlag in Christchurch der Bild-Zeitung.

Zugleich betonte der CSU-Politiker, die Bundesregierung sei entschlossen, die Religionsfreiheit zu verteidigen. „Islamfeindliche Straftaten und Angriffen auf Moscheen gilt es entschieden und mit aller Härte des Rechtsstaats entgegenzutreten.“

Zentralrat der Muslime verlangt mehr Schutz

Unterdessen forderte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, den Schutz von Moscheen zu verbessern. „Nach unserem Dafürhalten gab es bereits schon vor dem Terrorattentat in Neuseeland dafür akuten Bedarf. Aber besser spät, als nie“, äußerte er gegenüber der Heilbronner Stimme.

Der Zentralrat habe immer wieder angemahnt, daß die islamischen Gotteshäuser praktisch ungeschützt seien. „In der muslimischen Gemeinde leidet inzwischen das Vertrauen in die Arbeit der Sicherheitsbehörden. Viele haben das Gefühl, daß ihre Sorgen und ihr nachvollziehbares Sicherheitsbedürfnis nicht ernstgenommen werden.“ (ag)

Gesundheitsminister Jens Spahn will Patientendaten künftig auch auf Handys verfügbar machen. Dies bringt ein erhebliches Risiko mit sich, dass Unbefugte sich Zugang verschaffen.

2018 war für die deutschen Handwerksbetriebe ein gutes Jahr.

Free WordPress Themes