CHRISTCHURCH. Mehrere Stunden nach dem Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch werden immer mehr Details über die Motivation des Hauptattentäters, Brenton Tarrant, bekannt. In einem Manifest hat der 28 Jahre alte Schütze, der am Freitag 49 Moslems tötete, Einblick in seine Weltanschauung gegeben.

Sich selbst bezeichnet Tarrant darin als „Öko-Faschist“ und Moslems als die „am meisten gehaßte Gruppe von Invasoren im Westen“. Gleichzeitig definiert sich der Attentäter seinen eigenen Worten nach als Sozialist, der sich für Arbeitnehmerrechte einsetzt. Die Nation, die seine politischen Ansichten am besten widerspiegele, sei die Volksrepublik China.

Haß auf Konservative

Für Konservative hat der gebürtige Australier nur Verachtung übrig. „Konservatismus ist tot, Gott sei es gedankt“, schreibt er. Seine Hauptkritik: Konservative „glauben nicht, daß Rassen existieren“.

Als sein Ziel nennt er, mit dem Attentat in den USA einen Bürgerkrieg auszulösen. Der Anschlag werde Rufe nach einem Verbot von Handfeuerwaffen nach sich ziehen, „die in einen Bürgerkrieg münden werden, der die USA entlang politischer, kultureller und – am wichtigsten – rassischer Linien teilen wird“.

Unterdessen haben Politiker weltweit den Anschlag zum Anlaß genommen, einen schärferen Kampf gegen Islamhaß zu fordern. Man müsse „Vielfalt als eine Quelle der Stärke, nicht als Bedrohung“ sehen, teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit. „Wir müssen uns alle Islamophobie entgegenstellen und daran arbeiten, eine Welt zu schaffen, in der sich alle Menschen – ungeachtet ihres Glaubens, wo sie leben oder wo sie geboren sind – sicher fühlen können.“

Türkei macht westliche Politiker und Medien mitverantwortlich

Der frühere US-Präsident Barack Obama rief dazu auf, sich „gegen Haß in all seinen Formen“ zu stellen. „Ich schreibe diese zunehmenden Terroranschläge der gegenwärtigen Islamophobie zu“, diagnostizierte der pakistanische Premierminister Imran Khan. 1,3 Milliarden Moslems seien seit dem 11. September 2001 kollektiv für Terrorakte verantwortlich gemacht worden.

Für den türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu ist nicht nur Tarrant, „sondern alle Politiker und Medien verantwortlich, die die ohnehin schon außer Kontrolle geratene Feindschaft gegenüber dem Islam“ weiter befeuerten. Zuvor hatte die neuseeländische Premierminister Jacinda Ardern die Tat bereits als „Terrorakt“ eingestuft und verurteilt. (tb)

Die Geburtstagsfeier des Publizisten Matthias Matussek hat in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt. Linke Journalisten, Entertainer wie Jan Böhmermann und sogar der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) fühlten sich berufen, Stellung zu beziehen. Hintergrund waren einige Gäste der Feier, die rechts des linken Mainstreams stehen. Im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT äußert Matussek seine Sicht der Dinge.

Ex-Außenminister und -SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich zu Ihrer Geburtstagsfeier geäußert, hätten Sie mit einem solchen Wirbel gerechnet?

Matthias Matussek: Ich dachte, ich sehe nicht richtig! Statt sich mit der sittlichen und politischen Verluderung der SPD zu beschäftigen (feministische Pornos, Abtreibungspropaganda, Enteignungen, kaputte Sozialsysteme für die einheimische Arbeiterschaft wegen Überlastung durch Geschenke an Immigranten) beschäftigt der sich tatsächlich mit meinem Geburtstag. Im übrigen sehr verwirrt: Er sagt, ich dürfe nicht mit „Rechten feiern“. Vor drei Jahren noch hat er dem Stern erklärt: „Jeder hat das demokratische Recht, deutschnational zu sein.“ Ich glaube, die politische Klasse kapituliert vor ihren Aufgaben und befindet sich im Zustand geistiger Auflösung. Daß das viele im Lande so sehen, belegen Umfragen, die am gestrigen Donnerstag auf Spiegel Online präsentiert wurden.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, Sie würden durch die Mischung Ihrer Gäste rechtsextremes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft tragen?

Matussek: Natürlich ist das Unsinn. Ich habe zwar in meiner launigen Begrüßung auch den Verfassungsschutz herbeiphantasiert, der sicher unter meinen Gästen sei, großes Gelächter war die Antwort, aber wenn es mit dem linken McCarthyismus in unserm Land so weitergeht – übrigens stammt diese Warnung von Jakob Augstein – ,wird sich, wie es damals in den USA mit der antikommunistischen Hysterie passierte, die Zivilgesellschaft zur Wehr setzen. Wenn zu einem privaten Geburtstag Gästelisten durchforstet werden, ist ein Grad an Hysterie erreicht, der sehr bald kippen wird – und dann stehen denunziationssüchtige Clowns wie Böhmermann mit runtergelassenen Hosen da. Mit denen wird keiner mehr was zu tun haben wollen. Ich sehe die Zeiten, die wir derzeit durchleiden, als Filmstoff von morgen: Jagd auf Abweichler!

„Ich will dem Verfassungsschutz Arbeit abnehmen“

Liest man einige Medienberichte, könnte man meinen, es habe sich bei der Feier um eines der größten Nazi-Treffen der vergangenen Jahre gehandelt.

Matussek: Ein Witzbold hat in die Gästeschar auf einem Foto meiner sehr vergnüglichen Familienfeier – ja, meine geliebten Brüder Johannes und Andreas waren auch vertreten – hinten rechts und vorne links den Föööhrer und Göring reinkopiert. Das alles ist mittlerweile Hochkomik!

War es ein Fehler, die Bilder Ihrer Gäste auf Facebook zu veröffentlichen?

Matussek: Wissen Sie, nachdem der letzte Gast gegangen war, war ich so euphorisch über diese gelungene Party, daß ich das auf Facebook erzählen mußte. Da erzähl ich sehr viel, praktisch alles. Im Moment zum Beispiel, wir sind wie jedes Frühjahr in Tel Aviv, über die zwei Raketen, die letzte Nacht abgefangen wurden. Und natürlich fotografiere ich nicht nur die Headline der Zeitung, sondern auch meinen Frühstücksteller, der daneben steht. Sagen wir mal so: Ich will dem Verfassungsschutz Arbeit abnehmen, deshalb mache ich offene bzw. öffentliche Buchführung.

Reinhold Beckmann sah sich gezwungen, sich am nächsten Morgen von seinem Kommen zu distanzieren.

Matussek: Reinhold ist ein lieber Kerl, und als er mich am Tag vorher fragte, ob er mir ein Ständchen bringen dürfe, sagte ich selbstverständlich: „ Ja, wunderbar“. Ich kenne ihn seit Jahren, war auch auf seinem letzten Geburtstag, wo, huch, eine Stripperin auftrat, und sogar, huch, ein Joint kreiste. Ich mochte und mag ihn, und für seinen Schwächeanfall mache ich nicht ihn, sondern ganz marxistisch die Verhältnisse verantwortlich. Das Lied, mit dem er mich erziehen wollte, übrigens kannte ich, es stammt von seiner ersten CD, ich hatte ihn damit in der Welt porträtiert – es ist autobiographisch, ein resignativer, grandioser Song über das Altern, über die eigene Kaputtheit und nachlassende Virilität. Es ist autobiographisch. Er kommt vom Land, hat sich hochgearbeitet, er ist ein herzensguter Mensch.

Was ist nur aus dem Spiegel geworden?

Auch die Chefredaktion des „Spiegel“ hat sich geäußert und versichert, alle Mitarbeiter distanzierten sich selbstverständlich von rechtsextremem Gedankengut.

Matussek: Das nun ist McCarthyismus in Reinkultur: Der einst stolze Spiegel krümmt sich und versichert – wie der arme Brecht damals vorm McCarthy-Ausschuß: „I was never member of the communist party“. Was für eine Verkrümmung, und das nicht etwa vor einer gefährlichen Behörde, sondern vor einem denunzierenden TV-Clown! Was ist nur aus diesem Blatt geworden?! Man sollte sich dieser Tage noch einmal den großartigen Film mit Zero Mostel über diese Ära anschauen.

Offiziell handelte es sich um Ihren 65. Geburtstag. Die Quersumme von 65 ist 11. Addiert man die beiden Zahlen, kommt man auf 76. Die 7 steht im Alphabet für G, die 6 für F. Zufall? Wofür steht der Code GF? Großer Führer oder geile Feier?

Matussek: Ha ha, dreimal dürfen Sie raten. Auf seinem 65. Geburtstag hat Sloterdijk übrigens ein nettes Zahlenspiel gebracht. 65, sagte er, das sind eigentlich fünf 13jährige übereinander. Das große Kind, die ewige Pubertät (die Goethe noch mit 80 beschwor) – das ist doch eigentlich die Gewähr für anhaltende Produktivität. Übrigens war er auch eingeladen, er mußte absagen, weil er am gleichen Abend in Berlin eine Premiere hatte. Und Safranski sitzt in der Schlußphase zu seinem großen Hölderlin-Buch, aber er schickte das Nietzsche-Motto: „Nur im Angriff ist klingendes Spiel“. Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe hat sich beschwert, daß er nicht eingeladen war (ich war jüngst auf seinem Geburtstag); dabei war er eingeladen. Sie sehen also: lauter hochrangige Nazis!

Warum haben Sie sich die Feier und die Gästeliste nicht im Vorfeld von der Neo-Royal-Redaktion und Jan Böhmermann genehmigen lassen?

Matussek: Der Typ muß sich mal entscheiden. Er hat getwittert, es gehöre sich nicht für einen Journalisten, heimlich mit Nazis zu feiern. Und dann zeigt er in seiner Sendung, die kaum einer sieht, alle meine Facebook-Fotos. Also meine Party war übermütig, vergnüglich, anregend, alles, aber eines sicher nicht: heimlich!

„Jeder hat eine zweite Chance verdient“

Haben Sie wenigstens einen Warnhinweis auf die Einladung geschrieben? In etwa: „Betreten auf eigene Gefahr, Sie könnten am Buffet auf Nazis treffen“?

Matussek: Ich wußte ja bis zuletzt nicht, wer kommt. Viele hatten sich trotz Bitten um Ankündigung nicht gemeldet und sind trotzdem erschienen. Andere, wie mein Freund Alex Schaumburg, nicht. Insgesamt aber hatte ich den Eindruck – ich hatte ja in meiner Einladung von alten und neuen Freunden geschrieben – ,daß mir an diesem Abend ein Stück gelebter Utopie gelungen ist, nämlich Leute aus Lagern, Linke wie Rechte, Schwule und Heteros, Christen und Atheisten zusammenzubringen unter dem, was Habermas mal den „herrschaftsfreien Diskurs“ genannt hat. Mit Wein, Weib, Gesang. Mein Freund Alexander Wendt hat das auf Tichys Einblick wunderbar aufgeschrieben.

Schade, daß dieser Versuch nachträglich durch Denunzianten wie Böhmermann, der wirklich ein schrecklich-deutscher Archetyp ist, geschreddert wurde. Und durch die Bild, die mit ihrer Zeile „Vorbestrafter Rechtsradikaler auf Autor Matusseks Party“. Das ist ein Framing, das auf die soziale Vernichtung abzielte, nicht nur meiner, sondern auch meiner Frau, meines Sohnes. Zu diesem „Rechtsradikalen“ noch ein Wort. Mario ist ein Identitärer, mit dem ich durch Syrien gereist bin. Wir haben uns angefreundet, ich hatte über ihn und die Identitären bereits ausgiebig geschrieben.

Er hat sich gegen militante Antifanten, die ihn und seine Freundin einkesselten, zur Wehr gesetzt. Das ist sein gutes Recht. Er ist dann wegen des rätselhaften Vorwurfs der „Notwehrprovokation“ auf Bewährung verknackt worden und gilt als vorbestraft – zu unserer Justiz will ich jetzt nichts sagen …

In seiner Jugend mag er mit dem falschen Haufen mitgetanzt sein, aber ich finde, jeder hat eine zweite Chance verdient. Mein Gott, ich war Maoist und hab vom Umsturz der Verhältnisse geträumt. Unser linkes Establishment hat mit Mördern der RAF später fraternisiert, der linksradikale Polizistentreter Fischer war Außenminister, RAF-Anwalt Schily ist später ein knallharter Innenminister geworden. Kaum ein hochrangiger SPDler oder Grüner, der nicht im Kommunistischen Bund war. Unsere Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth läuft hinter einem Transparent her auf dem „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ steht, und da will man diesen Jungen Mario zur Nazibestie machen? Ich glaub es hakt.

„Irre Ideologeme verpesten derzeit die Luft“

Was sagt die Aufregung über ihre Party über die derzeitige gesellschaftliche Situation in Deutschland aus?

Matussek: Mein Freund Jan Fleischhauer hat dazu eine gute Kolumne im Spiegel geschrieben – bis auf die Zeile, ich sei ein „politischer Wirrkopf“. Der Spiegel hat dann auch das ursprüngliche Porträtfoto ausgetauscht gegen eines, das mich als Verrückten auf einer Bierkiste zeigt. Die übrigens ein hochdemokratisches Utensil ist, die Bühne des kleinen Mannes, im Speaker’s Corner in Londons Hydepark kommt es zu Ehren. Da kann jeder Luft ablassen. Bei uns gilt so etwas als igitt.

Wie ich oben schon sagte, ich glaube, daß dieser linke McCarthyismus sich selbst bald ad absurdum führt. Wie überhaupt viele der irren Ideologeme, die derzeit die Luft verpesten. Etwa wenn diese Lehrerin und Feministin ein Buch schreibt, daß sie sich wegen des ökologischen Abdrucks, also aus Angst vor Umweltzerstörung, keine Kinder wünscht. Und die Kanzlerin es toll findet, daß Kinder unter der Führung einer 16jährigen die Schule schwänzen, um den Planeten zu retten – das alles hat wahnhafte Züge wie die grausame Wiedertäuferbewegung damals in Münster im 16. Jahrhundert. Ein Spuk, ein religiöser Wahn, der so schnell verschwand, wie er auftauchte.

Werden Sie jemals wieder Geburtstag feiern?

Matussek: Es haben sich unfaßbar viele Leute beklagt, daß sie nicht eingeladen waren, deshalb plane ich den nächsten Geburtstag im Hamburger Congress Centrum auszurichten – der Vorverkauf beginnt morgen.

Nach Studium der bisherigen Informationen und Aussagen über die beiden Abstürze einer Boeing 737 Max 8 und den Eigenschaften dieses Flugzeugs, komme ich in wenigen Worten zum Ergebnis, hier fand ein Kampf zwischen dem Computer des Flugzeugs und den Piloten statt.

Das heisst, wegen falschen Angaben von Sensoren hat der Computer die Maschine in eine Lage gebracht, die gefährlich war, die Piloten haben versucht dies zu korrigieren, aber der Computer korrigierte die Korrektur und brachte die Maschine wieder in eine gefährliche Lage.

Das erklärt, warum das aufgezeichnete Flugprofil sehr erratisch rauf und runter geht. Zum Schluss stürzte die Maschine mit extrem hoher Geschwindigkeit fast senkrecht in den Boden.

Die erste Grafik zeigt die Geschwindigkeit der 737 Max 8, die der Lion Air, die am 29. Oktober 2018 in Indonesien kurz nach dem Start aus Jakarta ins Meer stürzte. Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Darunter das Profil der Ethiopian Airlines 737 Max 8, die am vergangenen Sonntag kurz nach dem Start aus Addis Ababa aus dem Himmel fiel und auf den Boden knallte, wodurch alle 157 Passagiere und Besatzung getötet wurden.

NEW YORK. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Andrew Yang, sieht asiatischstämmige Amerikaner von einer zahlenmäßig schrumpfenden weißen Mehrheit bedroht. „Ich denke, wir sind nur eine Generation davon entfernt, wie die Juden zu enden, die vor zwei Monaten in Pittsburgh angegriffen wurden“, sagte Yang mit Verweis auf den Angriff auf die Synagoge in der zweitgrößten Stadt Pennsylvanias im Oktober 2018.

„Wir sind nur eine Generation davon entfernt, daß Amerikaner Asiaten erschießen und dabei sagen: ‘Verdammte Chinesen’“, ergänzte er bei dem Ende vergangenen Jahres gehaltenen Vortrag, der erst jetzt durch ein Video bekannt wurde. Dies sei die große Gefahr, in der seine Kinder aufwüchsen.

Weiße werden ab 2045 nicht mehr die Mehrheit stellen

Hintergrund von Yangs Äußerungen sind absehbare demographische Veränderungen in den USA. Yang bezog sich auf statistische Erhebungen, die prognostizieren, daß weiße Amerikaner ab 2045 nicht mehr die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen. Es gebe „sehr, sehr wenige Beispiele in der Menschheitsgeschichte, daß eine dominante ethnische Gruppe einfach so ihre Vormachtstellung aufgibt“.

Das sei „kein normales Verhalten“. Stattdessen zeichne sich bereits heute ab, daß eine „zunehmend verunsicherte weiße Mehrheit immer feindlicher werde“, meinte Yang. Die asiatische Minderheit sei vor allem deswegen am stärksten bedroht, weil China in der amerikanischen Gesellschaft das neue Feindbild in einem sich abzeichnenden neuen Kalten Krieg sei. (tb)

BERLIN. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich skeptisch gegenüber den „Fridays for Future“ Klimademonstrationen geäußert. „Während der Schulzeit zu demonstrieren, macht das Engagement nicht wertvoller“, schrieb er in einem Beitrag für die Zeit.

Einerseits werde in Deutschland über Unterrichtsausfall geklagt. Andererseits bagatellisiere die Bundesregierung das Schuleschwänzen, kritisierte Lindner das Lob von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den sogenannten Schulstreik.

Stattdessen sollten in der Schule die naturwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Klimawandels vermittelt werden. Der FDP-Politiker schlug dafür einen Klimatag pro Schuljahr vor. Zugleich lobte er jedoch das politische Engagement der Jugendlichen.

Hofreiter beklagt „Ablenkungsdiskussion“

Lindner warnte davor, die Ökologie zu instrumentalisieren, um Wirtschaft und Gesellschaft umzubauen. Als Beispiele nannte er Forderungen, das Auto zu verdrängen, Menschen zu Vegetarianern zu machen und Flugreisen zu unterbinden.

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, nannte die Debatte um das Schulschwänzen für die Klimademonstrationen eine „Ablenkungsdiskussion“. Der entscheidende Punkt sei, „daß die jungen Menschen darauf aufmerksam machen, daß die momentan herrschende Politik ihnen ihre Zukunft kaputt“ mache, sagte er im Deutschlandfunk.

Thunberg: „Trump ist nur ein sehr gefährlicher Verrückter“

Am heutigen Freitag demonstrieren weltweit zahlreiche Schüler für den Klimaschutz. In Deutschland sind laut Nachrichtenagentur dpa rund 200 Kundgebungen geplant.

Leitfigur der Proteste ist die 16 Jahre alte Schwedin Greta Thunberg. Sie kritisiert die Politik, sich nicht engagiert genug für das Klima einzusetzen. Für einen Wandel in der Klimapolitik sei US-Präsident Donald Trump nicht das größte Hindernis. „Trump ist nur ein sehr gefährlicher Verrückter. Ich glaube, daß jene Politiker gefährlicher sind, die sagen, daß sie genug tun gegen den Klimawandel, aber in Wahrheit nur an der Oberfläche kratzen“, sagte sie gegenüber der Welt. (ag)

Kaum Frauen im Afghanistan-Einsatz

On March 15, 2019, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Der Anteil weiblicher Soldaten am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nach wie vor sehr gering. Seit Beginn des Einsatzes 2001 waren etwa 95 Prozent aller nach Afghanistan geschickten Soldaten männlich.

Wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Harald Weyel hervorgeht, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt, waren zwischen Dezember 2001 und März 2019 insgesamt 151.513 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan. Darunter waren 8.126 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von rund 5,4 Prozent.

Bei der „International Security Assistance Force“-Mission (ISAF) lag der deutsche Frauenanteil bei 4,95 Prozent, bei der nachfolgenden Nato-Ausbildungsmission „Resolute Support“ (RS) bei 8,85 Prozent. Von 135.538 deutschen ISAF-Soldaten waren zwischen Dezember 2001 und Dezember 2014 lediglich 6.712 weiblich. Bei der RS-Mission waren es seit Januar 2015 von insgesamt 15.975 Soldaten 1.414.

Weyel: „Der Krieg bleibt eine Männerdomäne“

Laut Bundeswehr beträgt der Frauenanteil in der deutschen Armee derzeit rund zwölf Prozent. Von den insgesamt rund 181.500 Soldaten – Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Freiwillig Wehrdienstleistende – sind 22.098 Frauen. Am stärksten vertreten sind sie dabei mit 8.214 Soldatinnen im Sanitätsdienst.

Für Weyel belegen die Zahlen zu den Afghanistan-Einsätzen, „daß der Gleichstellungswahn an seine Grenzen gelangt, wenn es ernst wird“, sagte er der JF. „Der Krieg bleibt eine Männerdomäne, um die sich Frauen nicht gerade reißen, weil man dort, anders als an den Schreibtischen der vielbeschworenen Führungspositionen, zu Schaden kommen kann.“ Dies solle auch Außenminister Heiko Maaß (SPD) berücksichtigen, wenn er wieder einmal in Afghanistan gefallenen Soldatinnen gedenke, die es gar nicht gebe, empfahl der AfD-Abgeordnete.

Einsatz, den wir nicht vergessen werden: In Masar-e Scharif gedenkt Außenminister @HeikoMaas gefallenen Soldatinnen und Soldaten. pic.twitter.com/VJjJnAsORE

— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) 11. März 2019

Maas hatte Anfang der Woche bei seinem Besuch in Afghanistan am Ehrenhain im Feldlager Masar-e-Sharif auch einen Kranz zum Gedenken an die gefallenen Bundeswehrsoldaten niedergelegt. Das Auswärtige Amt twitterte dazu: „Einsatz, den wir nicht vergessen werden: In Masar-e Scharif gedenkt Außenminister Heiko Maas gefallenen Soldatinnen und Soldaten.“ Sämtliche 35 bislang in Afghanistan gefallenen Soldaten waren jedoch männlich. (krk)

LONDON. Das britische Parlament hat für eine Verschiebung des EU-Austritts gestimmt. Am Donnerstag votierten die Abgeordneten mit 412 zu 202 Stimmen für eine Fristverlängerung des Brexit, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte sich eine Mehrheit bereits gegen eine zweite Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen.

Ursprünglich sollte das Vereinigte Königreich die EU am 29. März verlassen. Doch da das von Premierministerin Theresa May und der EU-Kommission verhandelte Abkommen bisher vom britischen Unterhaus abgelehnt wurde, war diese Frist verworfen worden. Nun müssen alle 27 Mitgliedstaaten der Union entscheiden, ob sie eine Verlängerung der Austrittsfrist billigen. EU-Ratspräsident Donald Tusk warb auf Twitter für den Aufschub.

During my consultations ahead of #EUCO, I will appeal to the EU27 to be open to a long extension if the UK finds it necessary to rethink its #Brexit strategy and build consensus around it.

— Donald Tusk (@eucopresident) 14. März 2019

Juncker spricht sich für kurze Frist aus

May betonte, die britischen Abgeordneten müßten bis zum 20. März über ihr Brexit-Abkommen mit der Kommission abstimmen. Nur in dem Fall sei ein Aufschub bis zum 30. Juni möglich. Im Fall einer längeren Verschiebung werde eine Teilnahme Großbritanniens an der Europawahl Ende Mai notwendig.

Eine Zustimmung der EU-Kommission zur Brexit-Verschiebung gelte als sicher. Jedoch habe sich Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zuletzt nur für einen kurzen Aufschub ausgesprochen.

Am Mittwoch abend hatte das Unterhaus gegen einen Austritt ohne Abkommen gestimmt. Die Entscheidung ist jedoch nicht bindend. (ag)

CHRISTCHURCH. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat die Attacke auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch als Terrorakt eingestuft. „Dies kann nur als Terrorangriff beschrieben werden“, sagte Ardern laut Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Angriff auf die Moscheen waren 40 Menschen getötet und weitere 20 durch Schüsse schwer verletzt worden, darunter auch Kinder.

Laut Augenzeugen drang gegen 13.45 Uhr Ortszeit ein bewaffneter Mann mit kugelsicherer Weste und Helm in die Al Noor Moschee in der Innenstadt ein und eröffnete das Feuer. Dabei soll er 30 Menschen getötet haben. Später fielen auch in der Linwood Avenue Moschee Schüsse. Hier starben sieben Menschen. Drei weitere wurden tot vor der Moschee aufgefunden. Die Polizei nahm vier Verdächtige – drei Männer und eine Frau – fest. Es sei aber nicht ausgeschlossen, daß es noch weitere Beteiligte gebe.

Beim Hauptverdächtigen handelt es sich um einen 28 Jahre alten Australier. Er soll laut Nachrichtenagenturen vor der Tat ein rechtsextremes Manifest im Internet veröffentlich haben. Zudem soll er ein 17minütiges Video von der Tat gestreamt haben. Dieses wurde von Twitter und Facebook mittlerweile gesperrt.

Australiens Premierminister verurteilt die Tat

Auch Australiens Premierminister Scott Morrison sprach von einem terroristischen Akt. „Wir verurteilen diese Attacke, die von einem rechtsextremistischen, gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste“, sagte Morrison am Freitag.

Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb auf Twitter: „Wir sind tief erschüttert von dem brutalen Verbrechen in Christchurch.“ Der grausame Terroranschlag habe friedlich betende Moslems getroffen. „Wenn Menschen allein wegen ihrer Religion ermordet werden, ist das ein Angriff auf uns alle.“

Der grausame Terroranschlag in #Christchurch trifft friedlich betende Muslime. Wenn Menschen allein wegen ihrer Religion ermordet werden, ist das ein Angriff auf uns alle. Wir stehen zusammen an der Seite der Opfer. Stay strong, New Zealand!

— Heiko Maas (@HeikoMaas) 15. März 2019

Die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales beim Regierenden Bürgermeister von Berlin, Sawsan Chebli (SPD), machte eine weltweite islamfeindliche Stimmung für das Verbrechen verantwortlich. „Diese Menschen sind nicht Opfer eines einzelnen Mörders. Sie sind Opfer der weltweiten Stimmungsmache gegen den Islam und Muslime“, kritisierte sie auf Twitter.

The Muslims at the #Christchurch mosque are not the victims of one single terrorist. They are the victims of an ugly and dangerous anti-muslim sentiment and propaganda. It has to stop. My thought are with you, #NewZealand.

— Sawsan Chebli (@SawsanChebli) 15. März 2019

(krk)

Wegen der Unfähigkeit der EU, ihre Außengrenzen zu sichern, wird der Aufruf des Parlaments keine Folgen haben.

Die Containerschifffahrt steht vor Problemen. Der stagnierende Welthandel, höhere Treibstoffpreise, neue Emissionsnormen der UN und massive Überkapazitäten führen in der Branche zum Überlebenskampf.

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