BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat eine islamistische Organisation gefördert, der Antisemitismus vorgeworfen wird. Die „Islamic Human Rights Commission“ (IHRC) erhielt das Geld für ein „Counter Islamophobia Kit“, berichtete die Bild-Zeitung.

Dabei handelte es sich um ein Maßnahmenpaket gegen Islamfeindlichkeit, das die Organisation in Kooperation mit der Universität Leeds erstellt hat. Der Förderbetrag, den die EU-Kommission für das Projekt veranschlagt hatte, beträgt 156.000 Euro. Dieses Geld soll nun entweder nicht ausbezahlt, beziehungsweise, sofern bereits überwiesen, zurückgefordert werden.

Antizionistische Verschwörungstheorien

Die EU-Kommission rechtfertigte sich auf Anfrage der Zeitung damit, daß die Vorwürfe zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Förderung noch nicht bekannt gewesen seien. Unter anderem hatte die IHRC Israel als „Apartheidsstaat“ bezeichnet. Neben den antizionistischen Tiraden auf der Internetseite der Organisation gibt es auch Antisemitismusvorwürfe gegen führende Mitglieder. 2017 behauptete ein Repräsentant der IHCR demnach, „die Zionisten“ seien schuld am Brand im Londoner Grenfell Tower, der 71 Menschen das Leben kostete.

Zwei Monate nach dem islamischen Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar 2015 wurden die ermordeten Redakteure bei einer Veranstaltung der Organisation als „islamophob“ verunglimpft. Zudem ist die IHRC einer der Ausrichter des jährlich stattfindenden Al-Quods-Tags in London, bei dem regelmäßig israelfeindliche und antisemitische Parolen gerufen werden. Neben der Rückzahlungsforderung hat die Kommission auch angekündigt, in Zukunft Sicherheitsmechanismen zu überprüfen, um zu verhindern, daß Förderprojekte gegen Grundwerte der EU verstießen. (tb)

(0)

BERLIN. Im Rennen um den CDU-Vorsitz hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) seiner Partei geraten, auf Friedrich Merz zu setzen. „Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte. Das würde es erleichtern, wieder zu einer Integration der politischen Kräfte zur Mitte hin zu kommen und unser System zu stabilisieren. Die politischen Ränder würden wieder schwächer“, sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Merz sende mit klaren Konzepten klare Signale und habe den Mut, nicht nur das Ende einer Diskussion abzuwarten, sondern sie statt dessen zu gestalten. „Das stößt auch mal auf Widerstand, aber das tut der politischen Debatte gut“, lobte Schäuble den 63 Jahre alten Juristen.

Lob für Merkels Regierungszeit

„Daß Merz ein anständiger Kerl ist, habe ich immer gewußt. Er ist ein überzeugter Europäer, ein verläßlicher Streiter für die atlantische Partnerschaft und jemand, der die soziale Marktwirtschaft hochhält.“ Für die Profilierung der CDU sei es wichtig, jemanden mit einem so klaren Kompaß an der Spitze zu haben. Das spreche für Merz.

Positiv äußerte sich Schäuble zur Regierungsbilanz Angela Merkels. „Die Amtszeit der Kanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel war und ist außerordentlich erfolgreich. Daran kann es keinen Zweifel geben.“ Die Union habe wichtige gesellschaftliche Veränderungen beeinflußt und gesteuert, weshalb sie besser dastehe als andere Parteien.

„Aber daß wir nach der jüngsten Bundestagswahl so lange für eine Regierungsbildung gebraucht haben und nichts anderes als wieder eine große Koalition hinbekommen haben, war lähmend“, gestand der CDU-Politiker, der dem Bundestag seit 1972 angehört. Hinzu sei der lange Streit über die Auswirkungen des Flüchtlingszustroms gekommen. (krk)

(0)

CHIEMSEE. Der Münchner Künstler Wolfram Kastner ist für die Schändung des Grabs von Wehrmachtgeneral Alfred Jodl auf der Insel Frauenchiemsee verurteilt worden. Kastner hatte das Grab des als NS-Kriegsverbrecher verurteilten Jodls mit roter Farbe beschmiert. Nun muß er die Reinigungskosten in Höhe von 4.000 Euro bezahlen, urteilte das Landgericht München I am Dienstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Verwandte Jodls hatten Kastner verklagt. Das Gericht sah das Beschmieren des Grabs nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt, sondern sah darin einen Angriff auf das Eigentum der Familie Jodl.

Leichnam eingeäschert und in die Isar gestreut

Der frühere Chef des Wehrmachtführungsstabes liegt aber nicht auf Frauenchiemsee begraben. Nach seiner Verurteilung und Hinrichtung 1946 in Nürnberg wurde sein Leichnam eingeäschert und in den Wenzbach, einem Seitenarm der Isar, gestreut. Seit Jahren befinden sich Jodls Nachkommen im Streit mit der Gemeinde Chiemsee um eine mögliche Auflösung des Grabs.

Mit Farbe beschmiertes Grab von Alfred Jodl Foto: JF

Anfang des Jahres beschloß der Gemeinderat, das Grab zu erhalten, allerdings ohne das eingravierte Eiserne Kreuz. Zudem sollen nur noch die Mitglieder der Familie Jodl auf dem Grabstein genannt werden dürfen, die tatsächlich dort begraben sind. Nach dem Willen der Gemeinde soll Jodls Name mit einer Platte verdeckt werden. (tb)

(0)

CHEMNITZ. Der Online-Pranger der linksradikalen Gruppierung „Zentrum für politische Schönheit“ beschäftigt die Justiz und hat scharfe Kritik der Politik hervorgerufen. Die Berliner Datenschutzbeauftragte prüfe laut Freier Presse wegen der Urheberschaft der verwendeten Bilder die Zulässigkeit der Aktion.

Die sächsische Landesregierung mahnte die Gruppe ab. Sie hatte auf der Homepage der „Soko Chemnitz“ das Marketing-Logo des Bundeslandes verwendet.

Jüdisches Forum mahnt „Künstlerkollektiv“ ab

Die Aktion hat für das „Zentrum für politische Schönheit“ auch darüberhinaus juristische Konsequenzen. Das „Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus“ (JFDA) geht ebenfalls mit einer Abmahnung wegen der unerlaubten Verwendung von Bildern gegen das Online-Portal vor, berichtet der MDR.

Hintergrund ist der Denunziationsaufruf des „Zentrums für politische Schönheit“. Dazu zeigt das sogenannte Künstlerkollektiv nach eigenen Angaben Bilder von 7.000 Personen auf der Online-Plattform. Dabei handele es sich um Teilnehmer der Demonstrationen in Chemnitz gegen Ausländergewalt. Verbunden ist die Darstellung mit der Aufforderung, die Personen bei ihren Arbeitgebern als Rechtsextreme anzuschwärzen.

Das JFDA betonte, man habe die Verwendung der eigenen Bilder für die „Soko Chemnitz“ untersagt. Grund dafür seien Bedenken, daß die Aktion gegen den Schutz von Persönlichkeitsrechten und journalistischen Standards verstoße. Offenbar hätten sich die Verantwortlichen der „Soko“-Aktion öffentlich einsehbarer Bilder bedient. „Ein Fahndungs- und Denunziationsportal, in dem Teilnehmer der rechtsextremen Demonstrationen als ‚AfD-Ratten‘ bezeichnet werden, unterminiert eine sachliche und fundierte Auseinandersetzung“, kritisierte Levi Salomon, Sprecher des JFDA.

Vermieterin kündigt Linksradikalen

Am Montag hatte die Polizei die Plakate mit den Bildern von angeblichen Demonstrationsteilnehmern in den Räumen der linksradikalen Künstlergruppe abgehängt. Sie begründete den Schritt mit der Gefahrenabwehr, nachdem zuvor in sozialen Medien Nutzer zu Angriffen auf die Einrichtung aufgerufen hatten. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Chemnitz, ob die Inhalte des Portals den Tatbestand der Beleidigung erfüllen.

Die Gruppe warf der Polizei Sachsen vor, ihr Eigentum zerstört und vor dem rechten Mob gekuscht zu haben.

#SokoChemnitz wird gerichtlich gegen Polizei Sachsen vorgehen! Wenn wütender Mob mit Sachbeschädigung an Eigentum Dritter droht, ist Aufgabe der Polizei, Eigentum zu schützen. @PolizeiSachsen zerstört hingegen bedrohtes Eigentum einfach selbst und kuscht vor rechtem Mob!

— Zentrum für Politische Schönheit (@politicalbeauty) 4. Dezember 2018

Unterdessen teilte die Vermieterin der Büroräume in der Chemnitzer Innenstadt der Freien Presse mit, den Mitvertrag kurzfristig gekündigt zu haben. Sie sei von den Linksextremen über die Nutzung des Ladenlokals getäuscht worden.

Gauland verurteilt Aktion

Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alexander Gauland, warf den Verantwortlichen „Nazimethoden“ vor. „In niederträchtigster Blockwartmentalität soll die Existenz von Menschen vernichtet werden, die im Zweifel nichts anderes getan haben, als ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen.“ Der Rechtsstaat müsse in diesem Fall mit allen Mitteln einschreiten.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) beschuldigte das „Zentrum für politische Schönheit“, mit der Aktion den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gefährden. „Die Zeiten des Prangers gehören eigentlich ins Mittelalter. Das trägt nicht unbedingt dazu bei, den Frieden und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken“, sagte er der Freien Presse. (ag)

 

(0)

DÜSSELDORF. Die Flüchtlingswelle 2015 hat nach Ansicht von Generalbundesanwalt Peter Frank nicht zu einer Erhöhung der Terrorgefahr in Deutschland geführt. Islamischer Terrorismus sei auch schon vor 2015 eine Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland gewesen, sagte Frank der Rheinischen Post.

„Islamistischer Terrorismus ist nichts, was erst im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen ist. Der islamistische Terrorismus war schon vorher hier. Der bislang größte islamistische Terroranschlag weltweit, der Anschlag auf das World-Trade-Center in New York am 11. September 2001, ist hier bei uns in Deutschland geplant worden.“

Anschlagsgefahr: „Alles ist möglich“

Auch in den Jahren danach hätten Islamisten immer wieder versucht, Anschläge in Deutschland zu begehen. So zum Beispiel die Sauerland-Gruppe 2007. „Es wäre daher völlig verfehlt, jeden Flüchtling zu verdächtigen, ein islamistischer Terrorist zu sein.“ Allerdings sei auch bekannt, daß der IS die Flüchtlingsbewegung mißbrauche und auf diesem Weg Personen nach Westeuropa geschleust habe.

Feste stehe jedenfalls, daß Deutschland weiterhin ein Feindbild islamistischer Terrororganisationen sei, allen voran des IS. Aber auch Al Qaida dürfe man nicht unterschätzen. Die Sicherheitsbehörden müßten sich auf verschiedene Anschlagsszenarien einstellen. „Auf komplexe Anschläge von professionell agierenden Zellen, wie beispielsweise in Paris 2015, aber auch von Einzelpersonen, die nicht als Terroristen zu uns gekommen sind, die sich aber bei uns radikalisieren und beispielsweise wie in Hamburg mit einem einfachen Messer einen Anschlag begehen. Alles ist möglich“, warnte Frank. (krk)

(0)

KIEL. Die AfD-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein hat die Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein aus der Fraktion ausgeschlossen. Das bestätigte Sayn-Wittgenstein am Dienstag beim Verlassen der Fraktionssitzung der Nachrichtenagentur dpa. „Ich bin ausgeschlossen worden“, sagte die 64jährige. Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT stimmten vier der insgesamt fünf AfD-Fraktionsmitglieder für ihren Ausschluß.

Anlaß ist das Verhältnis der Landesvorsitzenden zum Verein „Gedächtnisstätte“. Der Thüringer Verfassungsschutz wirft diesem vor, „unter dem Deckmantel des Gedenkens an die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs“ rechtsextremes und geschichtsrevisionistisches Gedankengut zu verbreiten. Es besteht ein Unvereinbarkeitsbeschluß zwischen der Mitgliedschaft in der AfD und der im Verein „Gedächtnisstätte“

Sayn-Wittgenstein bestreitet Mitgliedschaft

Nach einem Bericht der Welt soll Sayn-Wittgenstein 2014 zur Unterstützung der Gedächtnisstätte in Thüringen aufgerufen haben. In dem Text, der auch der JF vorliegt, heißt es unter anderem: „Für unser ganzes Volk ist die Zeit gekommen, grundsätzlich umzudenken. Fast 70 Jahre Krieg und Entmündigung sind genug. Geben Sie der Gedächtnisstätte daher die verdiente Unterstützung, damit von dort weitere Impulse zur Selbstbestimmung des deutschen Volkes ausgehen können und werden Sie Mitglied!“

Als sie in der Fraktion auf den Bericht angesprochen wurde, habe sie laut Fraktionschef Jörg Nobis erklärt, sie sei seit Jahren Mitglied in dem Verein. Sayn-Wittgenstein bestreitet dies. Sie habe nie dem Verein angehört, sagte sie dem NDR. Sie habe lediglich zu dessen Unterstützung aufgerufen.

Die AfD-Landesvorsitzende wird dem rechten Parteiflügel zugeordnet. Auf dem Bundesparteitag im vergangenen Dezember in Hannover hatte sie überraschend gegen den Berliner AfD-Chef Georg Pazderski für das Amt des zweiten Bundesvorsitzenden kandidiert und fast gegen diesen gewonnen. Nach Beratungen zogen beide daraufhin ihre Kandidaturen zurück. Der Parteitag wählte im Anschluß Alexander Gauland zum zweiten Parteisprecher. (krk)

(0)

PARIS. Um den Konflikt mit der „Gelbwesten“-Bewegung zu entschärfen, will die französische Regierung die zum 1. Januar geplante Erhöhung der Ökosteuer auf Diesel und Benzin aufschieben. Demnach werde die Maßnahme um mehrere Monate verschoben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Kulturminister Franck Riester sagte laut Nachrichtenagentur dpa nach einem Treffen der Regierung mit Staatspräsident Emmanuel Macron, man wolle eine „starke Geste der Öffnung“ zeigen. Zunächst war auf Demonstrationen der „Gelbwesten“ gegen die steigenden Spritpreise, Steuern und Lebenshaltungskosten mobilisiert worden. Mittlerweile fordern die Teilnehmer den Rücktritt Macrons.

„Gelbwesten“-Delegation sagt Treffen mit Premierminister ab

Die seit zwei Wochen anhaltenden Proteste gegen dessen Politik waren am Wochenende in Straßenschlachten umgeschlagen. Medien schreiben von den schwersten Ausschreitungen seit den Studentenprotesten im Jahr 1968.

Unterdessen sagten Vertreter der Protestbewegung ein für Dienstag geplantes Treffen mit Premierminister Edouard Philippe ab. Hardliner aus den Reihen der „Gelbwesten“ hätten sie bedroht, da die Delegation nicht von allen Teilnehmern der Bewegung akzeptiert werde. (ag)

(0)

Lauwarmer Kaffeeklatsch

On December 4, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Die ARD widmete sich am gestrigen Montagabend der Frage um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende. In der Talkshow „hart aber fair“ kam es zu Beginn der Sendung zu einem kleinen Tumult, weil ein Zuschauer lautstark gegen den UN-Migrationspakt protestierte und daraufhin von Sicherheitsleuten aus dem Studie befördert wurde.

Danach wurde die Diskussion deutlich gesetzter. Leider nicht gehaltvoller. Dies lag auch an den Gästen. So hatte die Redaktion aus irgendeinem Grund Klaus Wowereit eingeladen. Der einstige SPD-Chaos-Bürgermeister von Berlin warf der CDU Mittelmäßigkeit bei der Personalsuche vor. Dazu gehört angesichts der politischen Pleiten, Pech und Pannen-Bilanz Wowereits und dem Zustand seiner eigenen Partei schon reichlich Chuzpe.

Überhaupt wirkte die Gästeauswahl etwas willkürlich zusammengewürfelt. Nicht nur, weil der große blaue Elefant im Raum, die AfD, mal wieder mit keinem Gast vertreten war, dafür aber, wie so oft, FDP-Chef Lindner. Aus den Reihen der CDU war der Merz-Fan Christian von Stetten eingeladen. Seine mangelnde Talkshowerfahrung machte ihn merklich gehemmt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, daß die WDR-Redakteure gerade ihn als Vertreter der Merz-Fraktion ausgewählt hatten.

Kaum Angriffe

Auch Politberater und Talkshow-Dauergast Michael Spreng war einst glühender Merz-Fan. Ist es jetzt aber nicht mehr so ganz. Was wohl der Hauptgrund war, warum er in die Sendung kommen durfte. Für Annegret Kamp-Karrenbauer durfte die stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der Rheinischen Post, Kristina Dunz, die Werbetrommel rühren. Sie kritisierte, daß AKK von vielen „Mini-Merkel“ genannt wird. Mit ihrer Kritik hat Dunz recht. Kramp-Karrenbauer überbietet Merkel in Sachen Wischi-Waschi-Konservativismus und nichtsagender Rhetorik eher, als daß sie eine Mini-Version von ihr wäre.

Die Debatte über die Vor- und Nachteile der einzelnen Kandidaten kam leider nicht über das Niveau der Frage hinaus, ob jemand eine „Mini-Merkel“ sei oder nicht. Dazu wurde das Ganze noch in einer ziemlich lauwarmen Kaffeeklatsch-Atmosphäre diskutiert. Harsche Kritik oder gar echte Angriffe gab es so gut wie nicht.

Wenn die „hart aber fair“-Redaktion einmal tatsächlich einen der CDU-Kandidaten kritisch anging, dann eigentlich immer nur dafür, daß er in bestimmten Punkten tatsächlich konservative oder wirtschaftsliberale Positionen vertritt. Insgesamt war die Diskussion so unspektakulär, daß es am Ende nicht einmal Bedarf für den berühmten „Fakten-Check“ der Sendung gab.

Einblicke ins Machtzentrum der CDU

Deutlich interessanter war da schon die Dokumentation „Der Machtkampf“, die vor der „hart aber fair“-Sendung lief. Mit reichlich Hintergrundinformationen und in überraschend sachlichem Ton zeigten die Macher des Films auf, wie sehr Friedrich Merz das Rennen um die Nachfolge Merkels vorangetrieben, ja es in gewisser Weise überhaupt erst ins Rollen gebracht hat.

Spannend waren auch die Einblicke in die höchsten Kreise der CDU. Im Präsidium der einstigen Merkel-Partei gewährte man der „großen Vorsitzenden“ nicht einmal mehr die von ihr erbetenen zwei Stunden Diskretion, bevor man mit der Nachricht über ihren Verzicht auf den Parteivorsitz an die Öffentlichkeit ging. Merkel war wohl noch nicht einmal vom Tisch aufgestanden, da hatten die ersten die frohe Kunde schon an die Medien durchgestochen.

Nach Merkel scheint dennoch vor Merkel zu sein. Zumindest, so beschreibt es der ARD-Beitrag, war die Stimmung im CDU-Vorstand von Anfang an eindeutig pro Kramp-Karrenbauer.

Merz als gekänkter Racheengel

Annegret Kramp-Karrenbauer, die zeitgeistige „neue Konservative“, deren Mann zuhause blieb, damit sie als junge Mutter politische Karriere machen konnte. Die Vorreitern, die einst ganz im Sinne Merkels im Saarland eine Jamaika-Koalition einging, und sie dann, sehr zum Ärger Merkels, wieder platzen ließ. Die Kanzlerin soll AKK damals am Telefon regelrecht angeschrieen haben.

Aber auch Friedrich Merz, sonst aktuelles Lieblingsfeindbild vieler Journalisten, wird relativ fair behandelt. Natürlich können sich die Macher einige Klischees nicht verkneifen. Dazu ist das Bild vom gekränkten Rachengel, der Angela Merkel einst als Generalsekretärin empfohlen haben will, um später hinterrücks von ihr abgesägt zu werden, wohl zu verlockend. Auch Merz, der Lobbyist und Millionär, wird selbstverständlich ausführlich seziert. Der Beitrag verzichtet aber auf die sonst üblichen Vorverurteilungen und räumt Merz selbst reichlich Raum ein, sich zu den Kritikpunkten zu äußern.

Jens Spahn wird pflichtgemäß, aber durchaus berechtigt, als junger ehrgeiziger Merkel-Kritiker gezeigt. Anfangs selbst in der eigenen Fraktion kaum beachtet. Was sich schnell änderte, als er früher als manch anderer bemerkte, daß Kritik an der einst so übermächtigen Parteivorsitzenden einen nicht mehr den Kopf kostet, sondern sogar zum persönlichen Erfolg führen kann.

(0)

WIEN. Die israelische Regierung wird auch weiterhin alle FPÖ-Minister der österreichischen Regierung boykottieren. „Wir haben keinerlei Kontakt mit gewählten Amtsträgern der FPÖ oder Amtsträgern, die mit der FPÖ verbunden sind“, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emanuel Nahshon, laut einem Bericht der Kronen-Zeitung.

Auch mit Außenministerin Karin Kneissl, die kein FPÖ-Parteibuch hat, aber von der FPÖ nominiert wurde, weigert sich Jerusalem weiterhin zu sprechen. Und dies, obwohl Kneissl in Israel studiert hat und Hebräisch spricht.

„Eine politische, diplomatische Position, die auf der Geschichte basiert“

Mit Blick auf den geplanten Staatsbesuch von Bundespräsident Alexander van der Bellen in Israel Anfang 2019 sagte Nahshon, der frühere Grünen-Vorsitzende sei „ein willkommener Gast hier in Israel“. Daß Kneissl als Außenministerin den Bundespräsidenten zu einem solchen Anlaß begleiten könnte, gefällt der israelischen Regierung hingegen gar nicht. „Ich hoffe, daß eine angemessene Lösung gefunden wird, die kompatibel mit unserer Politik ist“, sagte Nahshon zu dieser Möglichkeit. Van der Bellen sei die Politik Israels gegenüber der FPÖ bekannt, betonte er.

Gleichzeitig stellte das Außenministerium auch klar, daß der Boykott gegenüber den FPÖ-Politikern nichts mit deren politischen Positionen zu tun habe und diese somit auch nicht durch eine Änderung bestimmter Haltungen die Aufhebung des Boykotts erwirken könnten. „Ich weiß nichts von möglichen Arbeiten an Bedingungen oder Benchmarks“, sagte Nahshon. Es handele sich vielmehr um „eine politische, diplomatische Position, die auf der Geschichte basiert“. Das sei keine Marotte. „Es gibt sehr gute Gründe für diese Position.“

Unmittelbar nach dem Amtsantritt hatte das von Premierminister Benjamin Netanjahu in Personalunion geführte Außenministerium klargestellt, keine diplomatischen Kontakte zu FPÖ-Ministern zu pflegen. Die Begründung dafür lautete damals: „Die israelische Regierung möchte ihre Verpflichtung für den Kampf gegen Antisemitismus und zu einer Erinnerungskultur für die Shoa betonen.“ (tb)

(0)

Was ist beim G20-Gipfel in Buenos Aires, Argentinien für uns Normalsterbliche rausgekommen, weswegen die Staatschefs der “wichtigsten” 20 Länder der Welt um den halben Globus geflogen sind? NICHTS was ich erkennen kann, nur reine Zeitverschwendung und es wurde dafür eine Menge Treibstoff in die Luft blasen, da jeder Wichtigtuer mit eigenem Jet angeflogen kam. Und dann reden sie von Klimaschutz und dem bösen CO2, dass die Erde erwärmen soll, produzieren den “Klimakiller” aber selber am meisten. Noch nie von Video-Konferenzen gehört, was die Fliegerei überflüssig machen würde?

(0)

Free WordPress Theme