BAGDAD. Die irakische Regierung hat die Übergabe des geständigen Mörders von Susanna, Ali Bashar, an Deutschland kritisiert. Das Außenministerium in Bagdad teilte mit, es gebe kein Abkommen über die Auslieferung von gesuchten Personen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Sowohl die deutsche Regierung als auch die kurdische Regionalregierung hätten unrechtmäßig gehandelt. Nur die irakische Zentralregierung habe das Recht, gesuchte Personen auszuliefern. Der Iraker war nach dem Mord an der 14jährigen Susanna in sein Herkunftsland geflohen. Die Bundespolizei hatte in Begleitung durch den Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, Bashar aus dem kurdisch kontrollierten Nordirak zurückgeholt.

Bashar ist vermutlich älter, als er sich mit seinen Asylpapieren ausgegeben hatte. Er war im Sommer 2015 mit seiner Familie mit falschen Papieren nach Deutschland eingereist. Sein Asylantrag wurde im Dezember 2016 abgelehnt. (mp)

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COTTBUS/ GÖTTINGEN Eine Reihe gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern hat am Dienstag zu einem Großeinsatz der Polizei in Cottbus geführt. Die Ausschreitungen seien in einer Unterkunft für Flüchtlinge ausgebrochen, teilte die Polizei Brandenburg mit.

Zwei Gruppen von jungen Tschetschenen und Afghanen seien am Dienstagabend vor der Einrichtung miteinander in Streit geraten. Dabei habe einer der tschetschenischen Asylbewerber eine Stichwunde, zwei weitere Prellungen und Kopfverletzungen erlitten. Die drei Personen sowie drei Afghanen kamen laut Polizei in eine Klinik zur Behandlung. Dort soll es zu weiteren Angriffen der Asylbewerber untereinander gekommen sein.

Kurz darauf mußte die Polizei am Brandenburger Platz in Cottbus zu weiteren Einsätzen wegen gewalttätiger Ausländer ausrücken. Dabei sei ein Syrer von einem Afghanen mit Pfefferspray angegriffen und verletzt worden.

Cottbusser Polizei war im Großeinsatz

Um der Situation Herr zu werden, seien „alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber nach Cottbus beordert“ worden. Es habe 26 Festnahmen gegeben.

Ebenfalls am Dienstag mußten 40 Polizisten einen Aufruhr in einer Flüchtlingsunterkunft in Göttingen beruhigen. Dort sei es zu Tumulten gekommen, als eine Asylantengruppe gegen die Verlegung eines Mitbewohners protestiert haben soll. Die Flüchtlinge hätten die eintreffenden Beamten mit Brettern und Fahrrädern beworfen, berichtet der NDR. Mehrere Verfahren gegen die Randalierer sollen eingeleitet worden sein.

In Potsdam hat die Polizei am Dienstagnachmittag einen Asylbewerber angeschossen, der die Beamten mit einem Messer attackierte. Nachdem der 24jährige aus dem Tschad zunächst mit einer Holzlatte um sich geschlagen habe, sei er mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen. Er wurde laut Polizei in ein Krankenhaus gebracht und soll ein bekannter Gewalttäter sein. (ag)

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Bundestagsvizepräsidenten Claudia Roth (Grüne) warnte kürzlich in einem Interview davor, so zu tun, als seien Geflüchtete per se krimineller als Deutsche. Dem widersprach der AfD-Bundestagsabgeordnete und Polizist Martin Hess. Flüchtlinge seien krimineller als Deutsche. Wer dies immer noch leugne, habe entweder keine Ahnung oder lüge bewußt die deutsche Bevölkerung an, schrieb Hess auf Twitter und untermauerte seine Aussage mit einem selbsterstellten Diagramm.

Die FAZ warf dem AfD-Politiker deshalb vor, die Polizeiliche Kriminalstatistik zu verbiegen. „Die Statistik von Hess ist falsch. Sie stimmt nicht. Gar nicht“, schrieb das Blatt. Die JUNGE FREIHEIT hat deshalb bei Hess nachgehakt, wie er zu seinen Zahlen und Ergebnissen kommt.

Doch, Frau Roth, Flüchtlinge sind krimineller als Deutsche! Besonders bei Delikten, die die Innere Sicherheit beeinträchtigen! Wer dies immer noch leugnet, der hat entweder keine Ahnung oder lügt bewusst die deutsche Bevölkerung an. Schluss mit Schönrederei und Augenwäscherei! pic.twitter.com/NEcrZVASL1

— Martin Hess (@Martin_Hess_AfD) 11. Juni 2018

Herr Hess, Claudia Roth hat kürzlich behauptet, Flüchtlinge seien nicht per se krimineller als Deutsche, stimmt das?

Martin Hess: Vergleichen wir, wie häufig ein Flüchtling – also ein anerkannter, abgelehnter oder anderweitig geschützter Asylbewerber – von der Polizei bei bestimmten Delikten als Tatverdächtiger ermittelt wird, und vergleichen wir das mit dem Anteil der Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung in Deutschland, dann stimmt die Aussage von Frau Roth schlicht und einfach nicht. Denn Flüchtlinge sind statistisch gesehen wesentlich häufiger kriminell als Deutsche, bei Delikten, die unsere Innere Sicherheit besonders beeinträchtigen, etwa zehnmal so häufig.

„Unsaubere Recherche“

Die FAZ wirft ihnen vor, mit solchen Aussagen die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zu verbiegen.

Hess: Das tue ich nicht. Denn die von mir erstellte und auf Facebook und Twitter geteilte Statistik wird so in der PKS gar nicht aufgestellt. Allerdings: Nur weil das BKA eine solche Aussage nicht trifft, heißt das nicht, daß meine Statistik falsch ist oder ich irgend etwas „verbiege“. Die überproportionale Kriminalitätsbelastung von Flüchtlingen läßt sich sehr wohl nachweisen, und zwar auf Grundlage der Daten, die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erhoben und aufgeführt sind. 

Das Blatt sagt, Ihre Statistik sei falsch und stimme nicht.

Hess: Das ist wieder mal ein klassischer Beleg für unsaubere Recherche aufgrund einer politischen Tendenz. Wenn der Autor des Artikels meine Zahlen und meine Rechnung nicht nachvollziehen konnte, dann hätte er mich ja einfach kontaktieren können, und ich hätte es ihm erläutert. Hat er aber nicht. Statt dessen schreibt er, meine Statistik sei falsch. Das mag für ihn einfacher sein, widerspricht aber der journalistischen Sorgfaltspflicht.

„Kein Hexenwerk“

In dem Bericht sagt eine Sprecherin des BKA, sie könne nicht nachvollziehen, wie Sie auf die Zahlen kommen.

Hess: Das ist überhaupt kein Hexenwerk: Die Kriminalstatistik weist zu bestimmten Straftaten die Anzahl tatverdächtiger Deutscher, Nichtdeutscher und Zuwanderer aus. Laut BKA werden unter dem Begriff „Zuwanderer“ alle Personen zusammengefaßt, die sich mit dem Status: „Asylbewerber, International/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte, Duldung, 
Kontingentflüchtling oder 
unerlaubter Aufenthalt“ 
in Deutschland aufhalten. Die Definition des BKA für Zuwanderer entspricht somit dem, was wir gemeinhin als Flüchtling bezeichnen.

Nun muß man schauen, wie viele es von ihnen in Deutschland gibt. Das waren laut Ausländerzentralregister Ende 2016 etwa 1,6 Millionen Schutzsuchende. Hinzu kommt die Asylstatistik der Bundesregierung für das Jahr 2017 mit 198.000 Asylerstanträgen. Zieht man davon nun Abschiebungen sowie freiwillige Ausreisen ab und mittelt den Wert, kommt man auf etwa 1,7 Millionen Flüchtlinge. Mit einem einfachen Dreisatz lassen sich dann die Tatverdächtigen dieser Gruppe pro 100.000 Personen errechnen.

Will man die Ergebnisse mit den Deutschen vergleichen, ist das kein Problem. Laut Statistischem Bundesamt hatten wir im Sommer 2017 eine Wohnbevölkerung von 82,7 Millionen Menschen in Deutschland. Hier ziehe ich 10,6 Millionen Ausländer ab, die es laut Ausländerzentralregister bei uns gab. Macht 72,1 Millionen Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Und auch hier läßt sich mit einem Dreisatz deren Anteil an den jeweiligen Tatverdächtigen errechnen. Und nebenbei. In dieser Gruppe sind dann noch alle Tatverdächtigen enthalten, die zwar die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber auch einen Migrationshintergrund haben. Würde man diese Personen herausrechnen, wäre der Kontrast noch erheblich größer.

Also nochmals: Ich verbiege gar nichts. Meine Zahlen sind für jeden überprüfbar. Nur weil das BKA etwas nicht darstellt, bedeutet das nicht automatisch, daß die Fakten nicht stimmen. Manches soll eben offiziell gar nicht ausgewiesen werden.

Falsches Sicherheitsgefühl durch Rechenmanipulationen

Aber vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen, wenn sie Zuwanderer mit Deutschen vergleichen? Unter 100.000 Deutschen sind mehr Alte und mehr Frauen als unter 100.000 Zuwanderern. Alte und Frauen sind aber allgemein weniger kriminell als junge Männer, die unter den Flüchtlingen überrepräsentiert sind.

Hess: Wer so argumentiert, betreibt genau diese unsägliche Relativierung der Kriminalitätsbelastung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Es kamen mit der Asylwelle 2015 nun mal 80 Prozent junge Männer. Die AfD hat damals gewarnt, daß genau das statistisch ein Personenkreis ist, der überproportional häufig straffällig wird. Nun ist genau das eingetreten, und jetzt sollen deshalb bestimmte Faktoren wieder herausgerechnet werden.

Natürlich ist es richtig, daß bestimmte männliche Alterskohorten besonders kriminalitätsauffällig sind. Aber wenn ich genau diese Gruppe massenweise ins Land lasse, dann versündige ich mich doch an der heimischen Bevölkerung! Darum ging und geht es in der Asylkrise. Wir müssen endlich sagen, was ist, und dürfen nicht versuchen, durch irgendwelche Rechenmanipulationen ein falsches Sicherheitsgefühl zu erzeugen.

Niemand behauptet, daß alle Flüchtlinge auf der ganzen Welt krimineller sind als Deutsche. Oder daß die Gesamtheit der syrischen oder afghanischen Staatsangehörigen krimineller ist als die Deutschen. Es geht darum, daß die Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind – überwiegend junge, alleinstehende Männer aus islamisch geprägten Kulturkreisen – deutlich krimineller sind als der Durchschnittsdeutsche.

„Regierung trägt eine Verantwortung für die Opfer der Grenzöffnung“

Claudia Roth wirft der AfD auch vor, den Mord an Susanna durch den abgelehnten irakischen Asylbewerber politisch zu instrumentalisieren. Ist es nicht so, daß die AfD solche Taten eher skandalisiert, wenn der Täter Ausländer ist?

Hess: Das ist falsch. Jeder Mord, jeder Totschlag und jede Vergewaltigung wird von uns aufs Schärfste verurteilt. Wir sagen, jeder, der solche Taten begeht, muß hart und konsequent bestraft werden, unabhängig von seiner Nationalität. Für uns ist vor dem Gesetz jeder Mensch gleich, nur geben wir eben auch keinen Migrantenbonus.

Eine andere Frage ist die nach der politischen Verantwortlichkeit für all die Vergewaltigungen und Morde durch illegale Einwanderer. Als Claudia Roth im Bundestag eine Gedenkminute für die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge abhalten ließ, ging es ihr darum, eine Politik der offenen Grenzen zu propagieren, was ja auch gelungen ist. Die Abgeordneten im Hohen Haus, allen voran die Minister der Bundesregierung, tragen also eine Verantwortung für die Opfer der Grenzöffnung.

Eines jungen Mädchens zu gedenken, das durch die Hände eines abgelehnten Asylbewerbers so früh aus dem Leben gerissen wurde, sind die Abgeordneten schon der Familie des Opfers schuldig. Susannas Mutter wußte die spontane Schweigeminute übrigens durchaus zu schätzen. Das beweist, daß wir richtig und angemessen gehandelt haben.

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Martin Hess, Jahrgang 1971, Hauptkommissar. Der AfD-Politiker bis zu seinem Einzug in den Bundestag bei der Polizei in Baden-Württemberg, unter anderem Dozent an der Hochschule für Polizei in Baden-Württemberg am Institut für Fortbildung. Für die AfD sitzt er im Innenausschuß und ist polizeipolitischer Sprecher der Fraktion.

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BERLIN. Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat einen realistischen Blick auf die Gewaltaffinität junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis angemahnt. Man müsse über „Gewalt gegen Frauen im Alltag reden, über archaische Rollenbilder bis hin zur Weigerung muslimischer Männer, mit Lehrerinnen zu sprechen“, sagte sie der Bild-Zeitung.

Es gebe im Islam „ein Verständnis von männlicher Ehre, das auch mit Gewalt verknüpft ist“. Man müsse klar sagen, „daß unter 1.000 muslimischen Männern eine höhere Gewaltneigung vorhanden ist, als unter 1.000 nichtmuslimischen Männern mit dem gleichen sozialen Hintergrund“, konstatierte die hessische CDU-Politikerin.

„Die Islamophobie-Keule trifft seltener“

Gleichzeitig kritisierte Schröder die Sprachlosigkeit der Politik gegenüber islamischen Parallelkulturen. Politiker hätten Angst, „als islamophob oder rassistisch gebrandmarkt zu werden“. Viele wollten die Fakten nicht wahrhaben und lieber „über Gewalt von Männern generell reden“. Die gebe es natürlich auch, aber „bei Männern mit muslimischen Hintergrund ist das Problem klar stärker ausgeprägt“.

Schröder forderte unter anderem, islamische Verbände stärker in die Pflicht zu nehmen. „Wer die realen Probleme leugnet, kann kein Partner des Staates sein.“ Zudem müsse der Staat sich klarmachen, „daß junge muslimische Männer eben nicht in beliebiger Zahl integriert werden können“. Es gebe eine Obergrenze der Integrationsfähigkeit. Dennoch habe sich in den vergangenen Jahren viel bewegt. „Die Islamophobie-Keule wird immer noch geschwungen, aber sie trifft wesentlich seltener.“ (tb)

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Am 7. Juni sollte ein Freundschaftsspiel zwischen Argentinien und Israel in Haifa stattfinden. Als Israels Kultur und Sportministerin Miri Regev die Partie nach Jerusalem verlegen wollte, hat der argentinische Fussballverband das Spiel abgesagt. Die Nationalmannschaft Argentiniens weigerte sich für Propagandazwecke sich ausnutzen zu lassen. Es gab aber weitere Gründe, warum Lionel Messi und seine Kameraden nicht für die Zionisten als Werbeträger herhalten wollten.

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FRANKFURT/MAIN. Die Europäische Zentralbank hat Verpflichtungen im Rekordwert von 956 Milliarden Euro bei der Bundesbank angesammelt. Deutschland ist damit Hauptgläubiger im Target2-System.

„Die Kapitalflucht nach Deutschland ist in vollem Gange. Sicher wird viel Geld nach Deutschland überwiesen, um sich hier einzukaufen, was die Bundesbank zwingt, die Käufe zu kreditieren“, sagte der Ökonom Hans-Werner Sinn der Welt. Bald würden die deutschen Forderungen die eine-Billionen-Euro-Marke überschreiten.

Deutschland hält die meisten Schuldpapiere

Deutschland ist bei weitem der größte Kreditgeber für die Europäische Zentralbank. Hauptschuldner sind Italien, Spanien und Frankreich. Die drei Mittelmeerländer schulden der EZB zusammen 972 Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs an Verbindlichkeiten wies die Banca d’Italia mit fast 40 Milliarden Euro allein im Mai auf. Sie hat 456 Milliarden Euro Schulden bei der EZB.

Die Verbindlichkeiten der Zentralbank gegenüber der Bundesbank wuchsen seit Jahren kontinuierlich. Ende Mai 2017 betrugen sie noch 857 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 11,5 Prozent.

Verglichen mit Mai 2016 ist die Summe der Target2-Froderungen der EZB gegenüber der deutschen Bundesbank sogar um über 40 Prozent gewachsen. Sie betrug vor zwei Jahren 655 Milliarden Euro.

Target2 ermöglicht zinslose und unbesicherte Kredite

Neben Deutschland haben nur wenige Euro-Länder Schuldscheine von der EZB. Darunter sind Luxemburg mit über 200 Milliarden Euro, die Niederlande mit 135 Milliarden Euro und Finnland mit 66 Milliarden Euro.

Target2 ist ein Verrechnungssystem für den innereuropäischen Zahlungsverkehr. Eine negative Bilanz kann entstehen, indem private Personen, Banken, Firmen oder der Staat selbst permanent mehr in einem anderen Land investierten oder dort Produkte kauften.

Das System ermöglicht den Euro-Mitgliedern, quasi zinslos Geld bei der EZB zu leihen. Für diese indirekten Kredite fordert die Zentralbank keine Sicherheit. Es gibt auch keine Vereinbarung zu regelmäßigen Rückforderungen.

Ein Austritt wäre für Italien lukrativ

Würde man die Target-Forderungen als Staatschulden werten, wäre Italien zu 160 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts verschuldet. Gegen das Land sind Forderungen in Höhe von 2,3 Billionen Euro offen. Das entspricht einer Staatsverschuldung von 133 Prozent.

Ein Austritt Italiens aus dem Euro wäre für die Italiener demnach über 400 Milliarden Euro wert. Der Verbleib ermöglicht, aber weitere Target2-Schuldscheine anzuhäufen. (mp)

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BERLIN. Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg hat bedauert, daß Bundestrainer Joachim Löw Mesut Özil und Ilkay Gündogan nicht aus dem WM-Kader gestrichen hat. „Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, daß man die beiden Spieler rauswirft“, sagte Effenberg dem Internetportal t-online.de.

Özil und Gündogan hätten „Glück gehabt, daß der DFB inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat“. In diesem Zusammenhang erinnerte Effenberg auch an seine Suspendierung aus dem Nationalteam, nachdem er bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten Fans den Mittelfinger entgegenstreckt hatte. Damals habe der DFB anders als heute „sehr konsequent und sehr schnell“ entschieden.

„Die Entscheidung ist durch“

Dementsprechend scharf fällt Effenbergs Kritik an den Verantwortlichen aus. Man drehe es sich beim DFB so, wie man es gerade brauche. „Bei mir oder bei Uli Stein haben sie anders reagiert. Ich sehe dementsprechend auch keine klare Linie.“ Stein wurde 1986 bei der WM in Mexiko von Teamchef Franz Beckenbauer aus dem Nationalteam geworfen, weil er Beckenbauer einen „Suppenkasper“ genannt hatte.

Gleichzeitig stellte der frühere Kapitän von Borussia Mönchengladbach aber klar: „Auch wenn ich sage, daß ein Rauswurf konsequent gewesen wäre, finde ich es nicht gut, wenn Boulevardmedien immer noch auf den beiden herumhacken. Die Entscheidung ist durch.“

Unterdessen wurde bekannt, daß sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während ihres Besuchs im Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol vergangene Woche zu einem Sechs-Augen-Gespräch mit Özil und Gündogan getroffen hat. Nach Informationen der Zeitschrift Sport Bild wollte die Kanzlerin von den beiden türkischstämmigen Spielern persönlich die Umstände ihres Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erfahren. Regierungssprecher Steffen Seibert wies auf die Vertraulichkeit des Gesprächs hin. Informationen über dessen Inhalt drangen nicht nach außen. (tb)

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„Die Alte hat nichts kapiert!“

On June 13, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Verglichen mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion müßte man eine preußische Kadettenanstalt wohl als diskutierfreudigen Hort gelebter Gehorsamsverweigerung beschreiben. Offener Widerspruch gegen die Oberen, ob in Gestalt von Kanzlerin Angela Merkel oder Fraktionschef Volker Kauder, gilt nämlich unter den Schwarzen im Parlament als eher unschicklich. Um so erstaunlicher, wenn er doch mal vorkommt. So wie am gestrigen Dienstag.

Eigentlich stand der „Masterplan für Migration“ von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gar nicht mehr auf der Tagesordnung der Fraktion. Es habe schließlich noch keine Einigung gegeben, argumentierte Fraktionschef Kauder (CDU). Die Direktive: Erst müssen Merkel und Seehofer ihren Streit um die Frage, ob Asyl begehrende Personen an der deutschen Grenze abgewiesen werden können, beilegen, dann kann das fertige Produkt besprochen, bewundert und beklatscht werden. Solange der Kuchen redet, haben die Krümel zu schweigen. Logisch.

Kaum Zustimmung für Merkel

Doch die „Krümel“ begehrten diesmal auf und malten das Szenario einer Kampfabstimmung  – pro Merkel oder pro Seehofer – an die Wand. Als der Innenminister bekräftigte, seinen Plan werde es nur ganz oder gar nicht und auf keinen Fall mit einem faulen Kompromiß verwässert geben, da erhielt er viel Applaus. Etwa Dreiviertel der Anwesenden hätten ihm zugestimmt, heißt es. Und nur sehr wenige Hände rührten sich, als Merkel entgegenhielt, hier ginge es um eine Abwägung zwischen europäischem und nationalem Recht.

Merkel habe ziemlich konsterniert gewirkt, daß sich nicht nur CSU-Leute, sondern auch zahlreiche Christdemokraten auf die Seite Seehofers geschlagen hätten, berichtet ein Teilnehmer. „Die Alte hat nichts kapiert!“, resümiert der CDU-Abgeordnete augenrollend. „Sie beschwerte sich dann noch, daß alle sie nur kritisiert hätten, anstatt sie für ihren Türkei-Deal zu loben.“

CSU wegen Wahl unter Druck

Nach rund anderthalb Stunden wurde das Thema dann vertagt. Zumindest in der Fraktion. Warum die Situation so verfahren ist? Gibt Merkel nach, käme das dem Eingeständnis gleich, daß ihre gesamte auf europäische „Gemeinsamkeit“ zielende Asylpolitik gescheitert ist. Andererseits kann auch der Innenminister nicht einen seiner berüchtigten Ausfallschritte („Drehhofer“) machen: Denn die bayerische Landtagswahl steht vor der Tür, und das setzt vor allem die Christsozialen unter maximalen Druck.

Jeder faule Kompromiß könnte Stimmen kosten. Sicherlich: eine Merkel-Dämmerung wurde schon häufiger herbeigeschrieben – und blieb dann doch aus. Aber ausbleibender Applaus für das Leittier für Unionsverhältnisse schon etwas, das man anderswo als Revolte beschreiben würde.

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VELBERT. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt gegen acht Jugendliche aus Bulgarien, die ein 13jähriges Mädchen brutal vergewaltigt und mißbraucht haben sollen. Sechs der Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft, berichtet die Bild-Zeitung. Zwei weitere Jugendliche hätten sich ins Ausland abgesetzt.

Die Tat soll bereits am 21. April in Velbert geschehen sein. Damals hätte die bulgarisch-stämmige Gruppe die Schülerin und ihre Freundinnen in einem Freibad belästigt. Als die 13jährige das Bad am frühen Abend verließ und sich auf den Heimweg machte, sei sie in einem Waldstück erneut auf die acht Jugendlichen gestoßen.

Beweislage relativ „eindeutig“

Zwei von ihnen sollen das Mädchen dann vergewaltigt haben, während die anderen die Tat filmten. Danach zerrte die Gruppe die Schülerin zu einer Autobahnbrücke im Wald, wo sie sie weiter mißbrauchten. „Sie sind, man muß es so sagen, über das Mädchen hergefallen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa. Als eine Frau vorbeikam und Täter zur Rede stellte, flüchteten diese. Die Beweislage sei relativ „eindeutig“, erläuterte der Sprecher, da die Gruppe ihre Tat mit dem Handy gefilmt habe. Die Aufnahmen würden derzeit kriminaltechnisch ausgewertet.

Daß Polizei und Staatsanwaltschaft mit dem Fall bislang nicht an die Öffentlichkeit gegangen waren, begründete ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums gegenüber der Bild mit dem Opferschutz. Das Opfer dürfe nicht durch die Berichterstattung identifizierbar werden. Je jünger das Opfer und je kleiner der Wohnort sei, um so zurückhaltender äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Fall. (krk)

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LANDSHUT. Ein nigerianischer Asylbewerber, der abgeschoben werden sollte, hat im niederbayerischen Landshut mehrere Polizisten attackiert. Der 30jährige erschien am Dienstag kurz nach Mittag im Landratsamt und ging dort unvermittelt auf mehrere Beamte los. Wie die Polizei Niederbayern am Dienstag mitteilte, entriß der Mann bei der Festnahme einem Polizisten zunächst die Dienstwaffe und versuchte vergeblich, einen Schuß auf diesen abzufeuern.

„Bei einem erneuten Versuch auf den Beamten zu schießen, gelang es den beiden anderen Polizeibeamten, dem Mann die Waffe zu entreißen.“ Anschließend attackierte er einen weiteren Polizisten mit einem spitzen Gegenstand, hieß es weiter. Ein dritter Beamter wurde dabei ebenfalls verletzt. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray sei es den Einsatzkräften gelungen, den wütenden Mann zu überwältigen.

Afrikaner kam 2015 und war bereits polizeibekannt

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern sagte am Mittwoch auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, der Nigerianer werde nun vorläufig nicht abgeschoben. „Jetzt steht erst mal das Strafverfahren im Vordergrund.“ Er bestätigte auch, daß der Mann bereits polizeilich in Erscheinung getreten ist. Der Afrikaner befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam, bis ein Richter über einen Haftantrag entscheide. Die drei verletzten Beamten seien derzeit nicht dienstfähig.

Warum der Nigerianer ins Landratsamt kam und auf Polizisten losging, ist bislang unklar. Eine Sprecherin der Behörde vermutete gegenüber der JF, dies hänge mit der geplanten Abschiebung zusammen. Dem Afrikaner war am Dienstag mitgeteilt worden, daß er ausreisepflichtig ist, erklärte sie.

Der Nigerianer kam demnach Anfang 2015 nach Deutschland. Zuletzt war er im Landkreis Landshut dezentral untergebracht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe seinen Asylantrag abgelehnt. Rechtsmittel dagegen seien nicht mehr möglich gewesen. (ls)

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