Wie ich schon oft berichtete habe, sind die Bilderberger auch “Königsmacher” und es ist kein Zufall, dass zahlreiche relativ unbekannte Politiker nach der Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz innerhalb kürzester Zeit in oberste Positionen gehievt werden. Einer dieser Teilnehmer, den ich geoutet habe hat in Sidges, Spanien 2010 teilgenommen und sich den Bilderbergern präsentiert. Nämlich Olav Scholz. Siehe “Der Beweis: Olav Scholz war bei Bilderberg” und “Scholz gibt zu er war bei Bilderberg”. Wo ist er jetzt gelandet? Scholz ist seit dem 14. März 2018 Bundesminister der Finanzen und Vizekanzler im Kabinett Merkel IV. Also ganz oben als zweiter in der Bundesregierung nach Merkel.

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KIEL. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein hat die Befragung seiner Mitglieder nach deren politischer Gesinnung zurückgezogen. Auslöser für den Schritt war Kritik der befragten Feuerwehrleute an den Inhalten der Umfrage. Daraufhin kassierte Landesbrandmeister Frank Homrich den Fragebogen am Dienstag.

In der Auflistung, die am Montag auf der Seite des Feuerwehrverbandes veröffentlicht worden war, ging es unter anderem um die Gesinnung der Brandbekämpfer. Diese Fragen seien von Teilen der Helfer als „stigmatisierend“, „ehrverletzend“ und „beleidigend“ empfunden worden, schreiben die Kieler Nachrichten.

Innenminister hat Verständnis für Feuerwehrleute

So sollte beispielsweise bewertet werden, ob sich Frauen „wieder mehr auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter besinnen“ sollten. Weitere Fragen drehten sich um die Thesen, ob „unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform“ sei und Deutschland „durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ werde.

Die Fragen waren in Zusammenarbeit der Fachhochschule Kiel, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung konzipiert worden. Der Verband wollte so feststellen, ob es rechtspopulistische Tendenzen in den Wehren gebe.

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) teilte die Empörung der Feuerwehrleute über die Fragen. „Ich habe großes Verständnis dafür, daß viele die Formulierung der Fragen als Zumutung empfinden. Auch ich empfinde es genauso“. (ag)

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MAILAND. Der amerikanische Investor George Soros hat die EU wegen der Flüchtlingsproblematik zu Ausgleichszahlungen an Italien aufgefordert. „Neben den wirtschaftlichen Bedenken wurde die italienische Öffentlichkeit durch die mangelhafte europäische Migrationspolitik verärgert, die Italien ungerecht belastete“, schrieb der Milliardär in der italienischen Zeitung Corriere della Sera und dem Focus.

Die EU neige nach der italienischen Wahl stark dazu, dem Land eine Lektion zu erteilen. Ein Beispiel seien die Äußerungen von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU). Dieser hatte in einem Interview mit der Deutschen Welle auf die mögliche Reaktion der Finanzmärkten auf die Regierungsbildung von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung verwiesen. „Ich kann nur hoffen, daß dies im Wahlkampf eine Rolle spielt im Sinne eines Signals, Populisten von links und rechts nicht in die Regierungsverantwortung zu bringen“, sagte der Haushaltskommissar.

Es gebe berechtigte Kritik an der EU

Soros warnte: „Folgt die EU dieser Linie, wird sie ihr eigenes Grab schaufeln“, indem sie die Parteien Fünf-Sterne-Bewegung und Lega stärke. Dies sei falsch. Es gebe berechtigte Kritik an der Art und Weise, wie die Eurozone verwaltet wird.

Statt dessen solle die EU versuchen, aus der Situation zu lernen und das italienische Volk nicht für die Sünden der Regierung bestrafen. Die Italiener seien in der Vergangenheit immer EU-Unterstützer gewesen, weil sie ihren eigenen Regierungen nicht trauten. „Und das aus gutem Grund: Italienische Regierungen neigten zu Korruption und zu einer Politik, die nicht die Belange des Volkes vertrat“, so Soros.

Der Finanzinvestor sprach sich gegen verpflichtende Aufnahme von Einwanderern auf. „Eine gewaltsame Verlagerung in andere Länder ist weder möglich noch wünschenswert.“ Länder wie Ungarn und Polen würden sich dagegen wehren.

30 Milliarden für Afrika

Aus diesem freiwilligen Grundsatz folge, daß die EU Italien für die Migranten finanziell entschädigen solle. Anders seien die Probleme der EU-Migrationspoltik nicht zu lösen.

Zudem empfahl Soros einen Marshall-Plan für Afrika. Dieser würde über mehrere Jahre etwa 30 Milliarden Dollar kosten. Dies sei mehr, als die Mitgliedstaaten bereit oder in der Lage seien, aufzubringen. Der Plan könne aber über Kredite finanziert werden.

Deutschland und Frankreich sollten sich verpflichten, die Ausgaben für das erste Jahr zu übernehmen, um das Vertrauen in die EU widerherzustellen. Dies sei nötig, um den Zerfall der EU zu verhindern. Dieser sei „kein sprachliches Bild mehr, sondern eine harte Realität“.

Salvini wehrt sich gegen Soros‘ Vorwurf

Soros hatte zuvor den italienischen Parteivorstand der Lega Matteo Salvini verdächtig, Geld vom Russland zu erhalten. „Ich weiß nicht ob Putin die Lega finanziert“ sagte er laut dem Standart. Aber die italienische Öffentlichkeit habe das Recht zu wissen, ob Salvini Geld von Putin erhalte.

Der italienische Politiker hatte empört auf den Vorwurf von Soros reagiert. „Ich habe keinen Euro von Rußland bekommen.“ Er sagte weiter: „Ich halte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen der besten Staatsmänner überhaupt.“ (mp)

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BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für die beiden in die Kritik geratenen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan um eine zweite Chance geworben. „Wenn ich die beiden Aussagen ernst nehme – und ich habe keinen Anlaß, das nicht zu tun –, dann haben die beiden jedenfalls erkannt, daß es für sie gut ist, sich zu diesem deutschen Staat und ihrem loyalen Verhältnis zu ihm zu bekennen und das entstandene Bild zu korrigieren“, zitierte die Bild-Zeitung den Bundespräsidenten.

Die Initiative für ein Treffen der beiden Spieler mit ihm sei von Gündogan ausgegangen. „Wenn jemand nach einem Rückweg sucht, soll man helfen. Eine Brücke zu bauen, so verstehe ich meine Rolle als Bundespräsident. Darum habe ich gesagt, ja, sie sollen kommen.“

Özil schweigt

Ob die Spieler sich für ihr Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in London entschuldigt hätten, sei „eine Interpretationsfrage“. Gündogan hat sich inzwischen in einer Stellungnahme geäußert und um Verständnis für das Treffen und die Signatur seines Trikots für den türkischen Präsidenten gegeben, gleichzeitig aber auch Irritationen eingeräumt.

Özil hat bisher dazu geschwiegen und nahm auch am Medientag des DFB am Dienstag nicht teil. Über den Verband ließ der Spieler ausrichten, zu seinem Foto mit Erdogan sei alles gesagt. Beim Länderspiel gegen Österreich hatten die Fans zuletzt beide Spieler ausgepfiffen. (tb)

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BERLIN. Union und SPD wollen die staatlichen Zuwendungen für Parteien anheben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der noch in dieser Woche in den Bundestag gebracht werden soll, sieht eine Erhöhung von 25 Millionen Euro vor, berichtet die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch. Dazu solle die im Parteiengesetz geregelte Obergrenze der aus Steuermitteln bestehenden Teilfinanzierung von Parteien für das Jahr 2018 von 165 auf 190 Millionen Euro angehoben werden.

Wie das Blatt unter Berufung auf Koalitionskreise schreibt, soll der Entwurf mit den Oppositionsfraktionen abgestimmt worden sein. Von 2016 auf 2017 war die Obergrenze von 161 auf 165 Millionen Euro angehoben worden – ein Plus von rund 2,5 Prozent. Die nun geplante Erhöhung der Steuermittelzuschüsse für Parteien entspräche einem Zuwachs von mehr als 15 Prozent. Begründet werde die Maßnahme mit einem erhöhten Aufwand für Kommunikation und Sicherheit aufgrund der Digitalisierung.

AfD spricht sich gegen Koalitions-Pläne aus

Die AfD widersprach dem Bericht. „Mit der AfD ist dieser Antrag nicht abgestimmt, wir lehnen eine Ausweitung der Parteienfinanzierung jenseits eines Kaufkraftausgleichs strikt ab. Seit 2013 erhöht sich die absolute Obergrenze im Rahmen des Parteiengesetzes ohnehin automatisch. Im Gegensatz hierzu müssen etwa auf dem Feld der sogenannten Parteistiftungen erhebliche finanzielle Einschnitte erfolgen“, teilte der Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser mit.

„Das Parteiengesetz in der aktuellen Form begünstigt die großen Parteien und benachteiligt die kleineren, denn es funktioniert nach dem Prinzip wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben. Wir lehnen diese gesetzlich abgesicherte Selbstbereicherung der Parteien ab.“

Parteien finanzieren sich in Deutschland über Spenden, selbst erwirtschaftete Mittel und staatliche Zuwendungen. Für letztere gibt es allerdings eine Obergrenze, damit die Unabhängigkeit der Parteien gewahrt bleiben soll. (ls)

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KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof hat das Strafmaß gegen den Vergewaltiger von der Bonner Siegaue aufgehoben. Grund ist die Persönlichkeitsstörung, die das Landgericht Bonn dem Angeklagten attestiert, aber laut den Karlsruher Richtern bei der Urteilsfindung nicht ausreichend gewürdigt hatte.

Die Bonner Richter waren von der uneingeschränkten Schuldfähigkeit von Eric X. ausgegangen. Diese habe das Landgericht aber nicht rechtsfehlerfrei festgestellt, entschied der Zweite Senat, nachdem der Verurteilte Revision eingelegt hatte.

Eric X. sagte: Come out, bitch. I wanna fuck you

Nun muß eine andere Kammer die Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen. Falls diese zu dem Ergebnis komme, daß der Angeklagte bei der Tat vermindert schuldfähig war, könne seine Strafe geringer ausfallen, sagte eine Gerichtssprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Den Schuldspruch bestätigte das Gericht hingegen.

Eric X. war im Oktober vergangenen Jahres zu einer Freiheitsstrafe von elfeinhalb Jahren wegen Vergewaltigung und räuberischer Erpressung verurteilt worden. Der 31 Jahre alte Ghanaer hatte Anfang April 2017 auf einem Zeltplatz in der Bonner Siegaue eine 23jährige Studentin und ihren 27jährigen Freund mit einer Astsäge attackiert. Da es zur Tatzeit dunkel war, war die Säge für das Paar nicht als solche identifizierbar. Der Angreifer forderte die Frau auf, das Zelt zu verlassen und vergewaltigte sie. Außerdem stahl er dem Paar Geld und eine Lautsprecherbox.

Oberstaatsanwältin Claudia Trauzettel schilderte die Tat laut Bild-Zeitung so: „Er zeigte mit der Astsäge auf die Zeugin: ‘Come out, bitch. I wanna fuck you.’ Die Zeugin kam der Aufforderung nach. Sie hatte Todesangst. Er lotste sie zehn Meter weg, zwang sie, sich auf eine Decke zu legen, die er mitgebracht hatte. Er zog seine Hose runter, drang in sie ein. Er führte ungeschützten Geschlechtsverkehr bis zum Samenerguß aus. Die Astsäge lag griffbereit in der Nähe.“

Sperma fand sich am Tatort

Die junge Frau leistete dem Bericht zufolge keinen Widerstand, versuchte den Angreifer noch zu beruhigen. „Gehen Sie bitte und lassen Sie uns leben“, soll sie gefleht haben. Anschließend floh der Vergewaltiger. Der Freund alarmierte Polizei- und Rettungskräfte. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der Asylbewerber, der zehn Tage vor der Tat seinen Abschiebebescheid erhalten und vor seiner Festnahme in einer Flüchtlingsunterkunft gelebt hatte, bestritt im Verlauf des Prozesses vehement, der Täter gewesen zu sein. Allerdings fand sich am Tatort sein Sperma.

Vor Gericht verhöhnte er sein Opfer: „Wenn das Gericht sagt, die DNA passt, dann muß ich das Mädchen eine Prostituierte nennen.“ Weiter sagte er: „Jeder, der dieses Mädchen unterstützt, das behauptet, vergewaltigt worden zu sein, ist der dreckigste Mensch auf Erden.“ Ein Gutacher hatte ihm volle Schuldfähigkeit sowie eine hohe Rückfallgefahr bescheinigt. (tb)

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BERLIN. Nach heftiger Kritik hat der WDR den Thementitel der Sendung „Maischberger“ für den heutigen Mittwoch geändert. Hunderte Facebook- und Twitter-Nutzer hatten den Talkshow-Machern vorgeworfen, mit ihrem ursprünglichen Thema „Sind wir zu tolerant gegenüber dem Islam?“ Stimmung gegen Moslems zu machen.

Die Berliner Staatssekretärin und frühere Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Sawsan Chebli, kritisierte etwa auf Twitter: „Gestern fragt Plasberg bei ‘hart aber fair’, wie kriminell Flüchtlinge sind. Morgen will ‘Maischberger‘ wissen, ob wir zu tolerant gegenüber dem Islam sind. Geht’s noch?“ Die SPD-Politikerin Bilkay Kadem veröffentlichte eine Statistik, die angeblich zeigen soll, wie viele islamfeindliche Straftaten es 2017 in Deutschland gegeben habe und fragte ironisch: „Sind wir den 4,4 Prozent Muslimen gegenüber zu tolerant?“

Gestern fragt Plasberg @hartaberfair, wie kriminell Flüchtlinge sind. Morgen will @maischberger wissen, ob wir zu tolerant ggü dem Islam sind. Geht‘s noch?

— Sawsan Chebli (@SawsanChebli) June 5, 2018

„Es war ein Arbeitstitel“

Der WDR teilte am Dienstag nachmittag mit, daß der Thementitel in „Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?“ umgeändert wurde. Auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT sagte ein Sprecher am Mittwoch, die Kritik am ursprünglichen Titel sei aber nicht ausschlaggebend gewesen. „Wir haben den Titel der Sendung gestern Nachmittag geändert, weil wir in der Regel einen sprachlichen Zweiklang haben und das auch diesmal beibehalten wollten. Aber natürlich nehmen wir die Kritik, die vor allem in den Sozialen Medien aufkam, ernst und setzen uns intern damit auseinander.“

Die „Maischberger“-Redaktion löschte ihren Ankündigungs-Tweet und veröffentlichte einen Eintrag mit dem neuen Titel. Doch auch darunter tobt seither ein Sturm der Empörung. „Ich gehöre zu denen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk massiv verteidigen, aber langsam muß man schon die Frage stellen, wie weit die ARD dem aufkommenden Faschismus noch hofieren möchte. Was für ein Irrsinn!“ kommentierte ein Nutzer und erhielt dafür massiven Zuspruch.

Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz? Das ist unser Thema morgen im Anschluss an den Spielfilm #Unterwerfung. Es diskutieren @JuliaKloeckner @janfleischhauer @NataschaKohnen #NeclaKelek @bigyildiz – morgen 21:45 @DasErste

— Maischberger (@maischberger) June 5, 2018

Die Diskussionsrunde beginnt um 21:45 Uhr nach der Ausstrahlung des Fernsehfilms „Unterwerfung“. Zu Gast sind unter anderem Spiegel-Autor Jan Fleischhauer und die Publizistin Necla Kelek. (ls)

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CEUTA. Einwanderungswillige haben in der Nacht zu Mittwoch den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta gestürmt. Etwa 400 Personen hätten versucht, über die beiden sechs Meter hohen Absperrungen auf spanisches Gebiet zu gelangen, berichtet die Nachrichtenagentur Europa Presse.

Marokkanische und spanische Sicherheitskräfte wehrten demzufolge die Mehrzahl der illegalen Einwanderer ab. Etwa 150 Männer aus der Subsahara sei es gelungen, den ersten Zaun zu überwinden, bevor sie gestoppt und zurückgeschickt wurden.

Sechs Einwanderer überschritten die Grenze

Sechs Migranten haben es laut dem Bericht bis auf EU-Gebiet geschafft. Sie seien medizinisch behandelt worden. Drei von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht, teilte das Rote Kreuz mit.

Die Grenze zu Ceuta hatten 2017 etwa 1.000 Einwanderer überquert. Die spanische Regierung verstärkte daraufhin die Grenzsicherungsanlagen. (mp)

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BRÜSSEL. Die Europäische Union wird Strafzölle auf amerikanische Produkte verhängen. Diese sollen zum 1. Juli in Kraft treten, kündigte der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, am Mittwoch in Brüssel an. Eine Einigung über Details solle unter den Mitgliedsstaaten bis Ende Juni erfolgen, „so daß die neuen Zölle ab Juli gelten“.

Die Zölle stehen nach den Worten Sefcovics in Einklang mit internationalen Handelbestimmungen. Es handle sich um eine „maßvolle und sinnvolle Antwort auf die unilaterale und illegale Entscheidung der USA“.

Zölle auf Autos sind möglich

Die Liste der Güter, die mit Strafzöllen belegt werden sollen, umfaßt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Darunter seien neben Stahlprodukten auch Bourbon-Whiskey, Erdnußbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi’s-Jeans.

Seit dem 1. Juni erheben die Vereinigten Staaten Strafzölle auf bestimmte Einfuhren aus der Europäischen Union. Stahlprodukte werden mit 25 Prozent, Aluminiumimporte mit zehn Prozent besteuert.

Mittlerweile läßt US-Präsident Donald Trump aber auch weitere Zölle, etwa auf Autos und Autoteile prüfen. Im vergangenen Jahr haben deutsche Automobilhersteller eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert. (tb)

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Mit Mut zum Profil

On June 6, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Er überrascht. Er ärgert. Er macht Mut. Es kommt auf den jeweiligen eigenen Standpunkt an. Rainer Maria Woelki irritiert nun jene, die einst Kritik an ihm für böse hielten – und nun selbst Kritik üben. Doch der Kölner Kardinal zeigt seit einiger Zeit mit für viele beeindruckender Konsequenz, daß er sehr wohl ein Profil hat, und zwar ein sehr katholisches. Manche nennen das konservativ. Als sei das dasselbe. Katholisch. Also ein für einen Purpurträger ganz normales und logisches Profil.

Einst fiel er auf mit einem Schlepperboot als Altar, mit populistischen Attacken gegen eine Partei und deren Volksnähe, ließ giftgrün #gutmensch auf öffentliche Papierkörbe sprayen. Nun rätseln manche, woran es wohl liegen könnte, daß derselbe mit theologischer Geradlinigkeit auffällt. Hobbypsychologen beobachten eine neue Freiheit und ein Zu-sich-selbst-kommen des Metropoliten seit dem Tod des für ihn stets wichtigen und ihn fördernden „Übervaters“ Joachim Kardinal Meisner.

Andere, die in einen ihnen passend zu sein scheinenden politisch korrekten Erzbischof verliebt waren und endlich einen anderen Weg für das wichtige Erzbistum auszumachen schienen als unter dem ach so „konservativen“ Vorgänger Meisner, der mit seinem unbedingten und mutigen Ja zum Lebensrecht eines jeden Menschen und theologischer Entschiedenheit aneckte, sind entsetzt.

Lichtvoll und unabhängig katholisch

Nun ist Woelki, der seinen eigenen Weg vielleicht auch im Absetzen von seinem Mentor zu suchen schien, in wesentlichen Fragen ebenfalls klar und mutig. Seine Aussagen zum Lebensschutz lassen keinen Zweifel zu. Woelki ist bekennender Lebensschützer. Und seine Verteidigung der heiligsten Eucharistie, dem Kern des katholischen Glaubens und der Kirche, sind ebenso lichtvoll wie unabhängig katholisch. Auch Kritiker seiner (früheren) tagespolitischen Irritationen müssen ihm heute aufrichtig Abbitte leisten. Das gebietet schon allein die Fairness. Woelki ist (inzwischen) mehr.

Die Profilsuche, die ja jedem Menschen zusteht, wie auch die berechtigte Notwendigkeit, die eigene Handschrift zu suchen und zu finden, ist zu einem beeindruckenden Ergebnis gekommen. Im sogenannten Kommunionstreit bot er dem Kardinalsmitbruder aus München die Stirn, ließ sich von einem Mehrheitsbeschluß der Bischofskonferenz aus Gründen der Wahrheitsverpflichtung nicht irritieren.

Er wandte sich – zusammen mit einigen anderen Bischöfen – an Rom und bat um Klärung. Jetzt bekam er von oberster Stelle Recht. Ein Brief aus dem Vatikan „überraschte“ Kardinal Marx, und er bestätigte den Kölner Kardinal. Das Gespräch mit Franziskus, das Woelki suchte, scheint diesen auch von der theologischen Logik beeindruckt zu haben. Schließlich geht es bei der Kernfrage des Katholischen nicht nur um den Blick auf die Protestanten, sondern auch um das ökumenische Miteinander mit der Orthodoxen Weltkirche.

Woelki will wohl keinen Zweifel aufkommen lassen, daß es einem Bischof heute um Wesentliches gehen muß – und darum, die Wahrheit notfalls auch gegen Mehrheiten einer austauschorientierten Konferenz zu verkünden – sei es gelegen oder ungelegen. Zumal dann, wenn – im Unterschied zur apostolischen Hirtenverantwortung des einzelnen Bischofs in Gemeinschaft mit der Universalkirche – die medienwirksame Konferenz theologisch ein Nullum, ein im geistlichen Aufbau der Kirche nicht vorgesehenes Element ist und keinesfalls über der theologischen Verantwortung des Episkopus in seiner Diözese stehen kann.

Anvertrauten Mut und Hilfe geben

Die katholische Kirche ist eben keine Konferenzgemeinschaft, sondern hierarchisch strukturiert und hat sich am Auftrag des Gottessohnes zu orientieren. Und dieser Auftrag ist klar und deutlich. Gestern, heute und morgen. Dazu gehören unerschrockene Hirten, die sich nicht vom auswechselbaren Zeitgeist irritieren lassen und den ihnen Anvertrauten Mut und Hilfe geben wollen und können.

Ein Bischof muß und sollte zum Beispiel noch wissen, daß das Allerheiligste, also das Sakrament des Altares, die Eucharistie, letztlich DER Allerheiligste ist, der nach katholischem Verständnis nicht nur symbolisch, sondern ganz real gegenwärtig ist. Da muß die Kirche absolut sicherer und standfester, verläßlicher Treuhänder sein. Woelki sprach an Fronleichnam, also dem Hochfest, an dem die katholische Kirche genau diese Wahrheit feiert und öffentlich verkündet, folgerichtig dramatisch davon, daß es hier um Leben und Tod geht.

Kritiker sind auch Menschen

Tatsächlich ist die Kommunion weder Eigentum des Bischofs oder der Kirche noch Mittel zum Zweck der Einheit. Sie ist vielmehr Ausdruck der vorhandenen Einheit derer, die daran glauben – und damit katholisch sind, sprich: den katholischen Glauben bekennen. Gewiß, manchen fällt es, um auf das neuerliche Augenreiben im Blick auf den Kölner Kardinal zurückzukommen, nicht gerade leicht, Fortschritte und weitere Profilierungen zu respektieren. Aber auch Kardinäle sind Menschen, die Respekt verdienen. Und Christen sollten stets bereit sein zur (Selbst)Korrektur und zum Erkenntniszuwachs. Auch im Miteinander, wozu Vergebungsbitte ebenso gehört wie Vergebung.

Das jetzt erkennbare theologische Profil des Kölner Purpurträgers macht vielen Mut und öffnet Horizonte der Hoffnung. Die Kirche, das zeigt der Kölner unerschrocken, ist Anwältin der geoffenbarten Wahrheit, also mehr als eine Gutmensch-Jesus-NGO. Daß dieser innere Kompaß und dieses Koordinatensystem in einer wahrheitsphoben Zeit, die auch in die Kirche selbst hineinwirkt und Spuren hinterläßt, nicht nur Applaus bekommen, weiß auch ein Rainer Maria Woelki.

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