Frankreich lobt Merkels EU-Zusagen

On June 4, 2018, in Junge Freiheit, by admin

PARIS. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Reform der EU und der Eurozone gelobt. Merkel nähere sich „bei allen Themen der europäischen Souveränität“ den französischen Zielen an, berichtet am Montag die FAZ unter Berufung auf den Élyséepalast.

Annäherungen gebe es bei den Themen Währungsunion, Migration und einer neuen EU-Eingreiftruppe. Die französische Regierung strebe aber „eine ehrgeizigere Vereinbarung zur Bankenunion und der budgetären Kapazität der Eurozone“ an.

Bundesregierung verspricht zusätzliches Geld für die EU

Die Bundeskanzlerin hatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Stellung zu Macrons EU-Reformvorschlägen vom September 2017 bezogen. Die Änderungen sollen noch vor der nächsten Europawahl im Mai 2019 zur Entscheidung gebracht werden. Merkel schlägt die Einführung eines Investivhaushalts und die Gründung eines Europäischen Währungsfonds (EWF) vor.

Für den Investivhaushalt ließ sie offen, ob dieser ein eigenständiges Finanz-Instrument unter Kontrolle der nationalen Finanzminister werden solle. Alternativ könnte er in den regulären EU-Haushalt eingegliedert werden. Der allgemeine Haushalt 2018 beträgt 160 Milliarden Euro. Die Kanzlerin spricht für den Investivhaushalt von einem Umfang in „unterer zweistelliger Milliardenhöhe“. Dieser solle dazu dienen, wirtschaftliche Unterschiede in der Eurozone auszugleichen.

Der EWF solle nach den Wünschen der deutschen Regierung eine eigenständige Instanz werden und nicht der EU-Kommission unterstehen. Er diene dazu, den Euroländern zu helfen, die durch äußere Umstände in finanzielle Schwierigkeiten geraten seien. „Immer gegen Auflagen natürlich, in begrenzter Höhe und mit vollständiger Rückzahlung“, betonte die Kanzlerin.

Neuer Fond soll den Euro-Rettungsschirm ablösen

Der Fond solle den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ablösen, der während der EU-Staatschuldenkrise geschaffenen worden war. Dieser hatte als Euro-Rettungsschirm dazu gedient, Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Das Land erhält bis heute europäische Kredite.

Griechenland war 2010 derart verschuldet, daß die anderen Euro-Mitglieder Kredite an Griechenland vergaben, um eine Kettenreaktion von Staatsbankrotts innerhalb der Gemeinschaftswährung zu verhindern. Auch Irland, Portugal, Spanien und Zypern waren durch Zahlungsausfall gefährdet und erhielten Kredite.

Der französische Präsident hatte im September 2017 eine vertiefte Integration in der EU gefordert. Die EU sei „zu langsam, zu schwach und zu ineffizient“.

In Deutschland will der Bund ab 2019 Investitionen kürzen. (mp)

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MÜNCHEN. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat Bürger davor, gemeinsam mit Linksextremisten auf die Straße zu gehen, wie dies bei der Kundgebung gegen das Polizeiaufgabengesetz in München der Fall gewesen sei. „Wenn sich Demokraten mit autonomen gewaltbereiten Gruppierungen wie der Antifa-NT München verbünden, machen sie deren gefährliches Gedankengut salonfähig“, sagte der Minister am Montag in Nürnberg.

Anlaß war der Start einer Aufklärungskampagne gegen Linksextremismus. Zusammen mit Landesverfassungsschutzpräsident Burkhard Körner stellte Herrmann die Informationskampagne gegen linksextremistische Anwerbestrategien vor.

Zunahme linksextremer Gewalt

Es sei wichtig, „neben der konsequenten Strafverfolgung auch umfassend über die gefährlichen Ziele und Taktiken von Linksextremisten und Autonomen aufklären“, sagte Herrmann. Damit wolle man „möglichst viele davon abhalten, in die gewalttätige linksextremistische Szene abzugleiten“.

Zielgruppe der Kampagne seien besonders Jugendliche und junge Erwachsene. In dem Material werde vor allem „mit dem Mythos aufgeräumt, es handele sich dabei um Demokraten oder gar Freiheitskämpfer“.

Herrmann beklagte eine Zunahme linksextremer Gewalt. Diese sei in Bayern im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent im Vergleich zu 2016 gestiegen. Besonders schlimm seien dabei Delikte, bei denen auch immer häufiger schwere Verletzungen von Polizisten in Kauf genommen würden. Das Spektrum linksextremer Taten reiche von menschenverachtenden Parolen wie „ein Baum, ein Strick, ein Bullengenick“ bis hin zu gezielten Brandanschlägen wie etwa auf die Polizeiinspektion im oberbayerischen Weilheim. (tb)

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BERLIN. Die ARD-Talksendung „hart aber fair“ wird AfD-Chef Alexander Gauland künftig nicht mehr einladen. Moderator Frank Plasberg sagte dem Tagesspiegel: „Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, kann kein Gast bei ‘hart aber fair’ sein. Daher werden wir Alexander Gauland in Zukunft nicht mehr einladen.“

Hintergrund sind die jüngsten Äußerungen Gaulands über die Zeit des Nationalsozialismus. Die zwölf Jahre seien nur ein „Vogelschiß“ in 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Gleichzeitig bekräftigte Gauland, auch die AfD bekenne sich zu der aus den Verbrechen der Nationalsozialisten resultierenden Verantwortung Deutschlands. Am Montag ergänzte Gauland, er habe mit seiner Äußerung keinesfalls die NS-Verbrechen kleinreden wollen.

Von dem Einladungs-Boykott ist auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke betroffen. Dieser sei „wegen seiner relativierenden Äußerungen zu Nationalsozialismus und Holocaust noch nie bei ‘hart aber fair’“ gewesen, erläuterte Plasberg. Diese redaktionelle Entscheidung betreffe aber nicht die AfD generell. „Vertreter der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag werden selbstverständlich auch weiter zu Gast bei ‘hart aber fair’ sein.“

Kein Stopp bei „Anne Will“ und „Maybrit Illner“ 

Bei der Talksendung „Anne Will“ hält man hingegen nichts von einem solchen Einladungsstopp. „Die Redaktion von Anne Will stellt die Runde für die Sendung grundsätzlich nach redaktionellen Gesichtspunkten zusammen – wir wählen unsere Gäste danach aus, ob sie aus unserer Sicht für das jeweilige Thema von Bedeutung sind und zur Diskussion einen konstruktiven Beitrag leisten können“, teilten die Verantwortlichen der Sendung dem Tagesspiegel mit.

Laut der Redaktion der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ gibt es auch dort keine offizielle Regelung, bestimmte AfD-Politiker nicht mehr einzuladen. Im vergangenen Jahr seien AfD-Politiker aber nur zwei Mal vertreten gewesen. Und in diesem Jahr bislang ein Mal. „Das verdeutlicht vielleicht, daß wir bei der Einladung von AfD-Vertretern sorgfältig und überlegt entscheiden.“ Zuletzt sei Gauland 2016 zu Gast bei Maybrit Illner gewesen. Zur Sendung am Donnerstag sei er aber nicht eingeladen. (krk)

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BERLIN. Die ARD-Talksendung „hart aber fair“ wird AfD-Chef Alexander Gauland künftig nicht mehr einladen. Moderator Frank Plasberg sagte dem Tagesspiegel: „Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, kann kein Gast bei ‘hart aber fair’ sein. Daher werden wir Alexander Gauland in Zukunft nicht mehr einladen.“

Hintergrund sind die jüngsten Äußerungen Gaulands über die Zeit des Nationalsozialismus. Die zwölf Jahre seien nur ein „Vogelschiß“ in 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Gleichzeitig bekräftigte Gauland, auch die AfD bekenne sich zu der aus den Verbrechen der Nationalsozialisten resultierenden Verantwortung Deutschlands. Am Montag ergänzte Gauland, er habe mit seiner Äußerung keinesfalls die NS-Verbrechen kleinreden wollen.

Von dem Einladungs-Boykott ist auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke betroffen. Dieser sei „wegen seiner relativierenden Äußerungen zu Nationalsozialismus und Holocaust noch nie bei ‘hart aber fair’“ gewesen, erläuterte Plasberg. Diese redaktionelle Entscheidung betreffe aber nicht die AfD generell. „Vertreter der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag werden selbstverständlich auch weiter zu Gast bei ‘hart aber fair’ sein.“

Kein Stopp bei „Anne Will“ und „Maybrit Illner“ 

Bei der Talksendung „Anne Will“ hält man hingegen nichts von einem solchen Einladungsstopp. „Die Redaktion von Anne Will stellt die Runde für die Sendung grundsätzlich nach redaktionellen Gesichtspunkten zusammen – wir wählen unsere Gäste danach aus, ob sie aus unserer Sicht für das jeweilige Thema von Bedeutung sind und zur Diskussion einen konstruktiven Beitrag leisten können“, teilten die Verantwortlichen der Sendung dem Tagesspiegel mit.

Laut der Redaktion der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ gibt es auch dort keine offizielle Regelung, bestimmte AfD-Politiker nicht mehr einzuladen. Im vergangenen Jahr seien AfD-Politiker aber nur zwei Mal vertreten gewesen. Und in diesem Jahr bislang ein Mal. „Das verdeutlicht vielleicht, daß wir bei der Einladung von AfD-Vertretern sorgfältig und überlegt entscheiden.“ Zuletzt sei Gauland 2016 zu Gast bei Maybrit Illner gewesen. Zur Sendung am Donnerstag sei er aber nicht eingeladen. (krk)

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Die perfekte grüne Welle

On June 4, 2018, in Junge Freiheit, by admin

An Zufall mag man kaum noch glauben. Seit Wochen surfen die Grünen in den Sendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf einer regelrechten Erfolgswelle. Ob Polit-Talk oder seichtes Unterhaltungsformat: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mindestens ein prominentes Gesicht dieser Partei von den TV-Machern hofiert wird. Aus der Fülle der Sendungen seien hier aus Platzgründen nur ein paar genannt:

Am 30. Mai sitzt Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bei Markus Lanz im ZDF. Tags darauf, am 31. Mai, begrüßt Maybritt Illner in ihrer ZDF-Talkrunde den Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck.

Am 1. Juni darf sich Katrin Göring-Eckardt in der ARD-Sendung „Kölner Treff“ über Gott und die Welt äußern. Am 2. Juni ist dann schon wieder Robert Habeck gefragt. Seine Gastgeberin ist Ina Müller in der ARD-Sendung „Inas Nacht“.

Grüne Überpräsenz

Am 3. Juni sitzt Rebecca Harms, die grüne Europaabgeordnete, bei Anne Will (ARD). Und am heutigen Montag kann Annalena Baerbock, die Co-Vorsitzende der Grünen, ihre Thesen in der ARD-Sendung „hart aber fair“ verbreiten.

Eine beachtliche Schlagzahl, wenn man bedenkt, daß die Grünen auf Bundesebene schon lange keine dominante Rolle mehr spielen. Deshalb drängt sich die Frage auf: Was steckt dahinter? Fragt man die Programmmacher, weisen sie alle Vorwürfe der Meinungsmache empört von sich. Es gäbe weder Anweisungen noch Absprachen.

Dabei geht es nicht nur um die Präsenz der Grünen im deutschen Fernsehen. Auch die Vertreter von CDU, CSU, SPD und FDP sind seit Wochen übermäßig häufig Gäste in den Talk- und Unterhaltungsformaten der Sender. Gleichzeitig läßt man die Repräsentanten der AfD links – oder, um es bildlich korrekter auszudrücken – rechts liegen.

AfD findet nicht statt

Das fällt insbesondere dann auf, wenn es um die Themen geht, zu denen gerade die AfD eine Menge zu sagen hätte. Maybritt Illner zum Beispiel stellte in ihrer Sendung am 31. Mai die Frage: „Chaos beim Asyl – Warum hat der Staat versagt?“ Ausführlich zu Wort kamen an diesem Abend der Grünen-Vorsitzende Habeck, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann von der CSU.

Diejenigen der sechs Millionen AfD-Wähler, die gerne auch einen Vertreter ihrer Partei gehört hätten, spielen bei Maybritt Illner im ZDF ebenso wenig eine Rolle, wie bei Frank Plasbergs „hart aber fair“ in der ARD. Das Thema dort am 4. Juni: „Flüchtlinge und Kriminalität“. Baerbock wird die Chance nutzen, ihre Sicht der Dinge darzustellen und viele Vorwürfe zu relativieren. Ein Klartext-Politiker der AfD hätte ihr Paroli bieten können.

Daß die Alternative für Deutschland in den prominenten Sendeformaten von ARD und ZDF kaum noch oder gar nicht mehr stattfindet, hatte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen schon vor Wochen angeprangert: „Talkshow-Bilanz April: 29 Politiker der Kartellparteien – null Politiker unserer Bürgerpartei.“ Grundsätzlich geändert hat sich seitdem nichts.

Bemühtes Totschweigen

Aber woran liegt es? Die Antwort darauf findet man in der Ausgabe Medien-Magazins journalist vom November 2017. Das offizielle Organ des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), der Journalisten-Gewerkschaft, zeigte damals auf seiner Titelseite das Foto einer extrem gut besuchten Pressekonferenz der AfD mit den Fraktionsvorsitzenden Weidel und Gauland.

Das Medienmagazin stellte dazu die Frage: „Haben wir die AfD groß gemacht?“ Michael Kraske, der Autor der Titelgeschichte, in seinem Vorwort: „Vor der Bundestagswahl wirkte der Journalismus bisweilen wie von der AfD getrieben.“ Journalisten sollten künftig deutlicher aufzeigen, „wer die AfD ist, was sie will und welche Folgen das hat“. Dazu müßten die Kollegen fortan „genauer analysieren, intelligenter kritisieren und furchtloser sein“. Wenn es so käme, wäre dagegen nichts einzuwenden.

Allerdings sieht es so aus, daß man in den Redaktionen von ARD und ZDF beschlossen hat, einen anderen Weg zu wählen. Die Antwort auf die Frage „Haben wir die AfD groß gemacht?“ ist seit geraumer Zeit das deutlich bemühte Totschweigen der Alternative für Deutschland. Daß die mündigen Zuschauer und Zwangsgebührenzahler sich das auf Dauer nicht gefallen lassen, scheint den Machern bei ARD und ZDF erst gar nicht in den Sinn zu kommen.

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Hans-Hermann Gockel war 24 Jahre lang Nachrichtenmoderator bei Sat.1 und N24.                    

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BERLIN. Die Bundesregierung hat von der US-Regierung Aufklärung über Äußerungen des neuen amerikanischen Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, gefordert. Zudem habe Grenell am kommenden Donnerstag bei seinem Antrittsbesuch im Auswärtigen Amt die Möglichkeit, seine Aussagen einzuordnen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes laut Agenturberichten.

Grenell hatte im Gespräch mit der Nachrichtenplattform Breitbart bekundet, er wolle „Konservative in ganz Europa stärken“. Grenell sieht „konservative Politikansätze im Kommen, wegen der gescheiterten Politik der Linken“. Die Wahl von Donald Trump habe „Menschen befähigt, zu sagen, daß sie es nicht zulassen können, wenn die politische Klasse vor einer Wahl entscheidet, wer gewinnt und wer antreten sollte“.

Schulz vergleicht Grenell mit „rechtsextremem Kolonialoffizier“

Scharfe Kritik am US-Botschafter kam aus der SPD. Deren Vizevorsitzender, Thorsten Schäfer-Gümbel, schrieb auf Twitter: „Europas Bürgerinnen und Bürger lassen sich von einem Trump-Vasallen nicht sagen, wie sie wählen sollen. Ein US-Botschafter, der sich derart in demokratische Auseinandersetzungen einmischt, ist einfach fehl am Platz.“

Noch weiter ging der ehemalige SPD-Vorsitzende Martin Schulz. „Grenell benimmt sich nicht wie ein Diplomat, sondern wie ein rechtsextremer Kolonialoffizier“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. (tb)

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BERLIN. Die Bundesregierung hat AfD-Chef Alexander Gauland für seine Äußerungen zur NS-Zeit kritisiert. „Es ist beschämend, daß wir uns mit solchen Äußerungen eines Bundestagsabgeordneten befassen müssen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die nationalsozialistische Herrschaft und das vom NS-Regime ersonnene Verbrechen des Holocaust sind singulär, ein wirkliches Menschheitsverbrechen. Unmeßliches Leid war die Folge in vielen Ländern, auch bei uns in Deutschland“, betonte Seibert. Nur dadurch, daß sich die Deutschen zu ihrer immerwährenden Verantwortung bekannt hätten, sei Deutschland in der Lage gewesen, wieder ein gerechter Staat zu werden.

Gauland hatte am Wochenende beim Bundeskongreß der Jungen Alternative in Thüringen gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiß in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.” In seiner Rede betonte er jedoch auch, daß sich die AfD ebenfalls zur Verantwortung aus der nationalsozialistischen Vergangenheit bekenne: „Nur wer sich zur Geschichte bekennt, hat die Kraft, die Zukunft zu gestalten.“ Und weiter: „Ja, wir bekennen uns zur Verantwortung für die zwölf Jahre.“ Die Deutschen hätten aber eine „ruhmreiche Geschichte“, die länger sei „als die verdammten zwölf Jahre“.

Höcke: Zitat aus dem Zusammenhang gerissen

Gauland betonte am Montag nochmals, er habe mit seinen Äußerungen keinesfalls die Verbrechen der Nationalsozialisten kleinreden wollen. „‘Vogelschiß’ ist und bleibt für mich der letzte Dreck, ein animalischer Auswurf mit dem ich den Nationalsozialismus verglichen habe“, teilte Gauland mit.

„Ich muß aber zur Kenntnis nehmen, daß viele in dem Begriff eine unangemessene Bagatellisierung gesehen haben. Nichts lag mir ferner, als einen solchen Eindruck entstehen zu lassen, was sich aus dem übrigen Teil der Rede auch zweifelsfrei ergibt. Die entstandene Wirkung bedaure ich. Niemals war es meine Absicht, die Opfer dieses verbrecherischen Systems zu bagatellisieren oder gar zu verhöhnen.“

Unterstützung erhielt Gauland vom Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. „Das Zitat ist wieder einmal von Journalisten aus dem Zusammenhang gerissen worden“, sagte Höcke am Montag in Berlin. Gauland habe in vier Sätzen ausführlich dargelegt, daß man selbstverständlich zur Verantwortung für die Zeit des Nationalsozialismus stehe.

Alternative Mitte ruft Gauland zu Entschudigung auf

„Die Hypermoralisten, die jetzt aufschreien“ und wie CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als Teil der Etablierten Mitschuld an illegaler Einwanderung und der damit verbundenen Plünderung der Sozialkassen sowie der Erschütterung der Inneren Sicherheit trügen, hätten „jedes Recht verwirkt, sich moralisch über AfD-Politiker zu äußern“. Kritik aus den Reihen der AfD an Gaulands Rede bezeichnete Höcke hingegen als „nicht hilfreich“.

Die Alternative Mitte, eine Interessensgemeinschaft innerhalb der AfD, hatte sich am Sonntag für Gaulands Äußerungen entschuldigt und den AfD-Chef dazu aufgerufen, sich ebenfalls zu entschuldigen. „Als Politiker und Mitglieder der AfD entschuldigen wir uns öffentlich bei allen Opfern des Naziregimes sowie deren Familien für die als unglaubliche Bagatellisierung der Nazizeit empfundene Äußerung unseres Parteivorsitzenden“, hieß es in einer Mitteilung. „Wir bitten auch Alexander Gauland selbst, bei allem Respekt vor seiner Person und seinen Verdiensten für die AfD, sich öffentlich zu entschuldigen.“ (kr)

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ANKARA/WIEN. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) scharf angegriffen. „Er ist erst 30 und als Außenminister war er 28. Jetzt spielt er sich auf und zieht eine Show ab“, sagte Erdogan laut Kurier und dem Nachrichtenportal OE24 auf einem Video, das der österreichische Ableger von Erdogans AK-Partei auf Facebook verbreitete.

„Dieser unmoralische Kanzler hat Probleme mit uns“, wetterte Erdogan weiter. Kurz würde „durchdrehen“, weil die Türkei stärker werde. „Wir sind G20-Mitglied und die räumen nur hinter uns auf. Sie haben es nicht dort hineingeschafft“, spottete Erdogan über die Alpenrepublik.

Kurz bleibt gelassen

Kurz reagierte auf die Attacke gelassen. „Solange der Herr Präsident den Wahlkampf in der Türkei und nicht in Österreich macht, ist das kein richtiges Problem“, ließ der 31 Jahre alte Kanzler über einen Sprecher ausrichten.

FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus sieht in dem Video hingegen eine Drohung. Daß dieses Video innerhalb der türkischen Gemeinde in Österreich Anklang finde, „zeichnet ein katastrophales Bild“. Türken, die sich mehr mit Erdogan identifizieren als mit Österreich, seien „ein eindeutiges Signal für die Nichtintegrierbarkeit dieser Gruppe“. (tb)

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BERLIN. Die Bundesregierung hat 7.877 der auf Zeit abgeschlossenen Arbeitsverträge sachgrundlos befristet. Dies betreffe über die Hälfte der befristeten Mitarbeiter, berichtet am Montag die Rheinische Post unter Berufung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Otto Fricke (FDP).

„Eine Bundesregierung, die die sachgrundlose Befristung vernünftigerweise in großem Maße nutzt, sollte aufhören, der Privatwirtschaft Regeln aufzuerlegen, die sie längst selbst hätte freiwillig einhalten können“, sagte Fricke.

Bundesregierung will Quote für die Privatwirtschaft

In allen größeren Betrieben sollen laut dem Koalitionsvertrag von Union und SPD künftig nur 2,5 Prozent der Mitarbeiter grundlos befristet beschäftigt werden dürfen.

Das Bundesinnenministerium hatte Ende Januar dieses Jahres die Verträge von 4.541 der 5.595 Mitarbeitern sachgrundlos befristet. Das sind mit über 80 Prozent deutlich mehr, als die Quote die von Betrieben mit mehr als 75 Mitarbeitern gefordert werden soll. (mp)

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PLAUEN. Bei einer Schlägerei zwischen Deutschen und Ausländern im sächsischen Plauen ist ein 13 Jahre alter Deutscher schwer verletzt worden. Der Jugendliche wurde ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er von einem Stein am Kopf getroffen wurde, sagte ein Sprecher der Zwickauer Polizei am Montag auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT.

Vier weitere Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren wurden leicht verletzt. Zunächst war es am frühen Samstag abend zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Deutschen und Ausländern an einer Straßenbahnhaltestelle gekommen.

Ausländische Jugendliche gehen mit Messer auf Deutsche los

„Nachdem die deutschen Jugendlichen mit der nachfolgenden Straßenbahn zum Postplatz fuhren, kam es dort zu einem Gerangel mit weiteren ausländischen Jugendlichen“, teilte die Polizei am Sonntag mit. Dabei sei das T-Shirt eines Deutschen zerrissen worden, woraufhin die rund 15 deutschen und 25 ausländischen Jugendlichen aufeinander losgingen. Letztere hatten der Polizei zufolge auch Messer dabei.

Der Grund für die Auseinandersetzung sei derzeit noch völlig unklar, erläuterte der Sprecher. „Wir hoffen in den kommenden Tagen Erkenntnisse darüber zu erhalten.“ Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. (ls)

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