HSV geht auf Distanz zu Anti-AfD-Antrag

On January 24, 2018, in Junge Freiheit, by admin

HAMBURG. Der Hamburger Sportverein geht auf Distanz zum Antrag seines Seniorenratschefs Peter Gottschalk, AfD-Mitglieder aus dem Verein auszuschließen. Dem Ehrenrat des Vereins sei „sehr bewußt, daß es sich, insbesondere vor dem Hintergrund der freien politischen Meinungsäußerung, um einen kritischen Antrag handelt, der zudem inhaltlich unbestimmt ist“, teilte die Sprecherin des Vereins, Anne Gnauk auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. Der Ehrenrat sei deshalb derzeit mit dem Antragssteller im Gespräch. Die Mitgliederversammlung findet am 18. Februar statt.

Die Mitgliederversammlung solle das Präsidium auffordern, dafür zu sorgen, „daß AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger Sport-Verein e. V. werden oder der HSV Fußball AG angehören“, hatte Gottschalk in seinem Antrag geschrieben. Seine Begründung: „Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen.“

Shitstorm auf Facebook

Gleichzeitig betonte Gnauk, daß sich der HSV klar gegen Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhaß, Rassismus und jede Form der Diskriminierung positioniere. „Wir übernehmen als multikultureller Verein Verantwortung, zum Beispiel mit verschiedenen Sportangeboten für Geflüchtete und über gelebte Integration im Verein.“ Sollten Mitglieder mit ihrem Handeln gegen diese Grundwerte verstoßen, „gehen wir gegen ein solches Verhalten bis hin zu einem Ausschluß aus dem Verein konsequent vor“.

Auf der Facebook-Seite des Vereins entlud sich derweil wegen des Vorstoßes von Gottschalk ein Shitstorm. „Ich fühle mich als bürgerliches CSU-Mitglied und Fan von Franz Josef Strauß von diesen Forderungen angegriffen. Weil ich Angst habe, daß das nicht nur die politische Kultur in Deutschland zerstört, sondern auch noch auf alle abzielt die liberaler als die AfD sind und trotzdem rechtskonservativ“, schrieb ein Nutzer.

„Ich bin HSV Fan schon mein ganzes Leben und es erschüttert mich, wie der HSV politisch andersdenkende Menschen ausschließt und ihnen sogar verbietet, Fan oder Mitglied oder ähnliches zu sein“, hieß es weiter. Manche wünschten dem Verein wegen der Äußerungen Gottschalks sogar den Abstieg: „Also wenn ihr heute Leute aufgrund der politischen Zugehörigkeit rauswerft, wie es in den Medien heißt, wünsch ich euch den Durchmarsch in Liga 4.“

Eintracht Frankfurt will keine AfD-Wähler

Im Dezember hatte bereits der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, AfD-Wähler in seinem Verein zu unerwünschten Personen erklärt. „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt“, sagte er damals. (tb)

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BERLIN. Die Union hat die jüngste Sammelabschiebung nach Afghanistan verteidigt. „Abschiebungen von afghanischen Straftätern, Gefährdern und hartnäckigen Identitätsverschleierern sind auch in der aktuellen Lage richtig und verantwortbar“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), der JUNGEN FREIHEIT.

„Die Sicherheitslage in Afghanistan schließt Rückführungen nach Bewertung der Bundesregierung unter Einbeziehung internationaler Lagebeurteilungen nicht aus. Dafür sprechen auch die über 4.000 freiwilligen Rückkehrer in den vergangenen beiden Jahren“, erläuterte der CSU-Politiker.

Am Dienstag abend waren vom Flughafen Düsseldorf aus 19 abgelehnte Asylbewerber nach Kabul abgeschoben worden. Eigentlich hatten 80 Personen auf der Flugliste gestanden, durch Einsprüche sowie geltend gemachten Erkrankungen war die Zahl jedoch stark gesunken.

Mayer: Personen ohne Schutzbedarf müssen Deutschland verlassen

Unter den Ausgewiesenen befanden sich auch mehrere verurteilte Straftäter. So waren beispielsweise zwei afghanische Sexualtäter an Bord der Maschine, die zuvor in Bayern gelebt hatten. Einer von ihnen war wegen des Mißbrauchs von Kindern zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Andere Abgeschobene hatten sich hartnäckig geweigert, bei der Feststellung ihrer Identität mitzuwirken.

Dennoch kritisierten Flüchtlingsorganisationen und Politiker der Linkspartei deren Rückführung nach Afghanistan. „Die Menschenwürde und das Recht auf Leben gelten für Jeden – immer und ausnahmslos. Nichts kann rechtfertigen, Menschen einer konkreten Lebensgefahr auszusetzen“, beklagte beispielsweise der Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen.

Unions-Innenexperte Mayer wies die Kritik jedoch zurück. „Mit Blick auf die steigende Zahl ausreisepflichtiger Afghanen in Deutschland dürfen Bund und Länder bei der Durchsetzung des Rechts nicht nachlassen“, forderte er. So müßten die Länder die Zahl der Abschiebehaftplätze deutlich erhöhen. „Wir können von der Bevölkerung nur Verständnis für unser Asylsystem erwarten, wenn Personen ohne Schutzbedarf Deutschland auch tatsächlich wieder verlassen.“ (krk)

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HAMBURG. Die Hamburger Polizei hat bei der Fahndung nach G20-Gewalttätern bereits 600 Verdächtige namentlich identifiziert. Gegen sie werde unter anderem wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung ermittelt, teilte ein Polizeisprecher dem Sender NDR 90,3 mit. Die Zahl der Ermittlungsverfahren ist demnach auf mehr als 3.000 gestiegen.

Gleichzeitig habe die Polizei durch die laufende Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos von 107 Verdächtigen 21 Gesuchte aufgespürt. Das sei eine hohe Trefferquote von fast 20 Prozent, betonte der Sprecher. Bei anderen Öffentlichkeitsfahndungen läge die Erfolgsquote in der Regel zwischen fünf und zehn Prozent. Zusätzlich habe die Polizei 57 Razzien durchgeführt.

Hamburger Bürgerschaft will Konsequenzen ziehen

Am Mittwoch trifft sich die Hamburger Bürgerschaft, um über die Konsequenzen aus den Ausschreitungen zu diskutieren, hieß es in dem Bericht. Dabei gehe es auch um behördenübergreifende polizeiliche Zusammenarbeit, die Mobilisierung der linksextremen Szene und um den Streit um die Protestcamps. Zudem soll über die Ausschüttung der Gelder des eingesetzten Härtefallfonds für die Opfer der Ausschreitungen gesprochen werden.

Bei den Krawallen Anfang Juli 2017 war es vor allem im Schanzenviertel zu gewalttätigen Ausschreitungen, Angriffen auf die Polizei und zur Plünderung von Geschäften gekommen. In Hamburg hatten sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer getroffen. (ha)

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TÜBINGEN. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich dagegen verwahrt, Kritik an Flüchtlingen automatisch als rassistisch zu brandmarken. „Es gibt mittlerweile eine Gruppe von Menschen, die der Auffassung ist, daß jede Beschreibung von Eigenschaften von Gruppen von Ausländern in Abgrenzung zur langjährig hier lebenden Menschen bereits rassistisch sei“, kritisierte Palmer in einem Gastbeitrag für das katholische Nachrichtenportal kath.net. Diese Definition halte er aber für abwegig.

Palmer betonte, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus würden verharmlost, „wenn man alles in einen Topf wirft: Mohrenköpfe, Altersfestellung und Brandanschlag“. Die Beschuldigung, Rassist zu sein, ziele auf Ächtung und Ausgrenzung. „Wenn man einen solchen Vorwurf auf Auffassungen anwendet, die große Teile der Bevölkerung teilen, wenn nicht gar die Mehrheit, dann treibt man massenhaft Leute in die Arme von Rechtspopulisten“, befürchtet der Grünen-Politiker.

„Reformunfähige Schreihalsveranstaltung“

Auch würden dadurch „effektive Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität erschwert“, etwa wenn Polizisten nicht gegen Delikte von Flüchtlingen vorgehen könnten, ohne sich dem Vorwurf des Rassismus auszusetzen. Palmer gibt zu bedenken: „Wer immerzu Rassismus ruft, wenn etwas mit Flüchtlingen schief läuft, schadet der großen Mehrheit der ehrlichen und gesetzestreuen Flüchtlinge.“

Der Vorwurf stelle zudem eine Diskursverweigerung dar. „Man kann die Argumente in der Sache nicht mehr ausdiskutieren, wenn schon der Vorschlag, eine Altersfeststellung durchzuführen, in eine Rassismusdebatte führt.“ Wer Debatten zerstöre, weil er den Status Quo verteidigen wolle, mache die Demokratie zu einer „reformunfähigen Schreihalsveranstaltung“.

Zuletzt hatte Palmers Rottenburger Amtskollege Stephan Neher (CDU) ihm „rassistische Äußerungen“ vorgeworfen. Er verurteile Palmers Facebook-Posts, die Verbrechen in Köln, Freiburg oder Kandel mit einer ganzen Gruppe in Verbindung brächten, sagte Neher dem Schwarzwälder Boten. (tb)

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Schaut euch an was aus Kalifornien bzw. Los Angeles und dem Stadtteil Anaheim geworden ist, denn das folgende Video zeigt es eindrücklich. Eine Radtour entlang des Santa Ana River nicht weit von Disneyland entfernt, wo kilometerlange Zeltreihen der Obdachlosen zu sehen sind. Beachtet auch die Hautfarbe der “Bewohner”.

Michael “MJ” Diehl lebt schon seit vier Jahre dort. Er kann nicht arbeiten, weil er durch einen Kopfschuss schwerst behindert ist.

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Hängt sie!

On January 24, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Die medialen Scheiterhaufen brennen derzeit lichterloh und weltweit. Das Lauffeuer zieht wie die Alarmlichter in Tolkiens „Herr der Ringe“ von Berggipfel zu Berggipfel, nur daß wir derzeit nicht Holzscheite niederbrennen, sondern männliche Karrieren in der Filmbranche.

Ausgelöst durch den Hollywood-Schmierlappen Harvey Weinstein steht eine ganze Branche Kopf. Rollen Köpfe, werden Schauspieler aus Filmen geschnitten, Ämter niedergelegt und verabschieden sich Produktionsfirmen allein schon bei Verdachtserhebung präventiv von langgedienten Topstars.

Sollten sich Vorwürfe erhärten, will man schließlich genug Meilen zwischen sich und den ehemaligen Weggefährten gebracht haben. Sicherheitsabstand, um nicht mit ins Fahrwasser zu geraten. Oder in die Schußlinie. Die nötigen Brandbeschleuniger für die digitale Hexenjagd der Moderne sind Beschuldigungen und Vorwürfe von Frauen für Taten, die teilweise 20 bis 30 Jahre zurück liegen.

Stunde der Denunzianten

Na sicher, es könnten auch einfach Falschbeschuldigungen sein oder Racheakte. Wer will das schon wissen? Wer soll das noch beweisen? Wen interessiert es? Genüßlich wird statt dessen täglich neues Öl ins Feuer gegossen, wird mit dem Finger auf andere gedeutet, werden lange offene Rechnungen beglichen, wird nachgetreten, beschuldigt, verurteilt. Er hat mir die Rolle nicht gegeben, weil ich nicht mit ihm essen war. Er hat mich die Szene 20 Mal spielen lassen, weil ich ihn abgewiesen habe. Er hat versucht, sich mit mir zu verabreden, weil er mich sexy fand. Hängt ihn! Sofort. Ist doch egal, ob es stimmt, oder frei erfunden ist.

Es ist die Stunde der Denunzianten. Hängt ihn! Noch bevor auch nur ein Vorwurf bestätigt wird, sind die Beschuldigten raus aus dem Spiel. Karrieren beendet. Der Rufmord begangen. Habt ihr Kevin Spacey schon vergessen? Auch Schwule, sonst auf der sicheren Regenbogenseite, sind derzeit nicht sicher. Nicht vor unfreiwilligen Zwangsoutings, noch vor ambitionierten Nachwuchsschauspielern, die ihre „15 minutes of fame“ suchen. Ich war 14 und er hat sich auf mich gelegt damals bei dieser Party. Und während sich der Rest der Welt fragt, was ein 14-Jähriger eigentlich auf einer Hollywood-Drogen-Party zu suchen hat und warum es ihm eigentlich erst jetzt einfiel, als er selbst berühmt werden wollte, ist der öffentliche Mob bereits in Hochform und will Blut sehen.

Wird schon was dran sein

„Soll getan haben“ ist das neue Ende der Beweiskette. Reicht doch. Wer braucht schon Fakten? Wird schon was dran sein. Verstimmte und verschnupfte Möchtegern-Starlets sind genauso mit von der Partie, wie gestandene Schauspielerinnen, die die Schmach ehemaliger Kritik – sei sie nun berechtigt oder unberechtigt gewesen – bis heute offenbar nicht verwunden haben. So manche wittert gerade Morgenluft.

Und wie schön, daß man weder einen Anwalt, noch einen Beweis braucht. Kostenlose Lynchjustiz. Der öffentliche Pranger funktioniert ohne Pflichtverteidiger, ohne Gerichte, ohne Ermittlung, ohne funktionierende Justiz und vor allem ohne die Unschuldsvermutung. Hängt ihn! Worte als Waffen in einem Krieg, den man als Beschuldigter nicht gewinnen kann.

Gerade trifft die #Metoo-Hexenjagd den 76jährigen Regisseur Dieter Wedel mit voller Härte. Er wird auch in Deutschland nicht der letzte bleiben. Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen Anfangsverdachts. Einer der Vorwürfe, nicht etwa geäußert als Anzeige auf einer Polizeidienststelle, sondern in einem medienwirksamen Beitrag in der Zeit, ist juristisch wohl noch nicht verjährt.

Nicht zu gewinnender Kampf

Wedel hat sich zurückgezogen, ist nun offenbar auch gesundheitlich angeschlagen. Es nimmt ihn mit. Wer mag es ihm verdenken? Hat die Intendanz bei den Bad Hersfelder Festspielen niedergelegt und entsagt der Öffentlichkeit bis auf eine deutliche Stellungnahme im Netz. Daß er weiß, daß man Menschen fünfstellige Summen geboten hat, wenn sie ins Denunziantentum mit einsteigen gegen ihn. Daß entlastende Statements nicht gedruckt werden. Daß die Zeugen, die er gerne zur Entlastung aufrufen würde, teilweise bereits verstorben sind. Daß ihn manche versuchen zu erpressen: Zahl mir mehr als die Presse, dann rede ich nicht mit denen.

Und daß er diesen Kampf nicht gewinnen kann. Was tun als Betroffener in einer öffentlichen Hexenjagd, die nicht etwa nach Wahrheit sucht, sondern sich im schmierigen Verdacht suhlt. Hat nicht auch die Berben gesagt, da war was? Und wenn die das sagt, muß es doch stimmen. Also hängt ihn!

Auf der anderen Seite des Antlantiks trifft es derweil parallel einen echten Saubermann: Matt Damon. Everybody`s Lieblings-Schwiegersohn. Ein Musterbeispiel von Gentlemen. Keine Eskapaden, keine Affären, nie übergriffig gewesen, statt dessen braver Ehemann mit Töchtern, der in seiner Freizeit mit seinem Millionenvermögen sauberes Wasser in Afrika schafft.

Normalerweise also Anwärter für den Preis zum Gutmenschen des Jahres, tatsächlich aber neuerdings auf der #metoo-Abschußliste. Sein Vergehen scheint genauso schlimm, wie das der vermeintlichen Täter : Er hat verharmlost. Hängt ihn daneben! Ein #Metoo-Leugner. Er hatte es gewagt, zu differenzieren vor einer Weile. Damon hatte öffentlich kundgetan, daß er die Debatte für zu einseitig hält und daß man zwischen einer „Vergewaltigung“ und einem „Klaps auf den Hintern“ doch mal unterscheiden müsse.

„Wehe, du wagst zu widersprechen“

Niemand hatte ihm offenbar die ungeschriebenen Gesetze der #Metoo-Kampagne erklärt: Nummer 1: „Wirf dich als Mann in den Staub. Zeig dich betroffen und zerknirscht, auch wenn du selbst nichts getan hast.“ Nummer 2: „Komm uns nicht in die Quere“, und ganz wichtig Nummer 3: „Wehe, du wagst zu widersprechen, dann hängen wir dich direkt daneben.“

Und so muß der einstige Star aus „Good Will Hunting“ jetzt darum zittern, ob er aus dem Film „Ocean`s 8“ herausgeschnitten wird. Ob er einfach ganz gelöscht wird. Weil die Produktionsfirma es mit der Angst zu tun bekommt und einknickt vor dem weiblich-hysterischen Mob, der in einer Online-Petition gerade Unterschriften gegen Matt Damon sammelt. Und so muß er vielleicht bangen um seine ganze berufliche Existenz.

Ja, erinnern Sie sich noch an diesen Kevin Spacey? Bis vor zwei Monaten war er ein echter Superstar. Brillant. Fies. Herrlich auf der Leinwand. Dann haben sie seine Szenen aus Filmen gelöscht. Schließlich soll er doch etwas getan haben damals vor 30 Jahren. Erinnern Sie sich noch an ihn?

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BAMBERG. Ein Wuppertaler Rechtsanwalt, der auf der Facebook-Seite der AfD den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick verbal attackiert hat, bleibt straffrei. Der Mann hatte im Oktober 2016 kommentiert: „Stell dir vor, dieser Heini wird im Gottesdienst geköpft und niemand schaut hin!“

Anlaß war eine Podiumsdiskussion in Nürnberg, auf der Schick gefragt wurde, ob er sich einen moslemischen Bundespräsidenten vorstellen könne. Schick antwortete damals, daß er dafür keine gesellschaftliche Mehrheit sähe, die Kirche es aber akzeptieren würde.

„Keine strafbare Beleidigung“

Die AfD postete daraufhin: „Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar!“ Einen wegen seiner Äußerung ergangenen Strafbefehl hatte sich der Mann geweigert zu zahlen. Richterin Anne Breith am Amtsgericht Bamberg begründete den Freispruch laut Fränkischem Tag nun damit, daß die Zeilen von der Meinungsfreiheit gedeckt seien und „keine strafbare Beleidigung“ darstellten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe gefordert.

Dennoch sei der Post „äußerst geschmacklos und unangemessen“, so die Richterin weiter. In seinem Schlußwort vor Gericht plädierte der Mann auf Freispruch, fügte aber hinzu: „ Ich weiß, daß eine junge Richterin sich das vielleicht gar nicht erlauben kann.“

Zuvor hatte der Angeklagte in der Verhandlung die Umstände seines Beitrags erklärt. Dieser nehme Bezug auf den Mord an einem französischen Priester in der Stadt Rouen im Juli 2016. Damals hatten Islamisten dem 85 Jahre alten Geistlichen in seiner Kirche die Kehle durchgeschnitten.

„Vor dem Islam verbeugt“

„Kirchliche Würdenträger beider Konfessionen sind nicht nur auf den Islam zugegangen, sondern haben sich vor ihm verbeugt“, findet der Anwalt, der seinen Post „leicht angeschickert“ geschrieben haben will. Die Formulierung sei eine satirische Anlehnung an den Satz: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“ (tb)

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Der Doppelbetrug der Sozialdemokraten

On January 24, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Gute Maskottchen haben mit Rhetorik wenig am Hut. Warum auch? Niemand möchte gute Maskottchen reden hören. Sie sollen tanzen können. Sie sollen gute Miene zum bösen Spiel machen. Martin Schulz macht gute Miene zum bösen Spiel. Brav hat er sich im Bundestagswahlkampf 2017 auf dem Thema Europa ausgeruht und seiner vermeintlichen Konkurrentin großzügig das Feld überlassen. Hat die Basis 2017 noch brav applaudiert, findet sie 2018 wieder zur alten Empörungsrhetorik zurück.

Susanne Neumann, in jüngster Zeit viel gefragte Gewerkschafterin, ist enttäuscht. „Ich möchte wieder eine SPD haben, die soziale Gerechtigkeit verkörpert“, sagte sie vor wenigen Tagen in der ARD-„Tagesschau“. Nicht nur sie kommt zu dem Schluss: „In der Groko ist die SPD verloren.“ Die Empörung ist verständlich. Aber sie langweilt.

Rückgratloser Rest

Die SPD läßt jegliche Haltung nicht nur vermissen. Sie hat schlicht und ergreifend keine mehr. Was Martin Schulz heute noch verwalten darf, ist der kümmerliche rückratlose Rest einer Partei, die einmal eine stolze Arbeiterschaft vertreten wollte. Martin Schulz ist das Maskottchen des Untergangs der deutschen Sozialdemokratie. Und in dieser Rolle darf er uns leidtun.

Welch ein Unterschied zu Gerhard Schröder 2005. Mehr als zwölf Jahre ist es her, daß der Ex-Kanzler den Startschuß zum Abstieg der SPD gab. Mit seinem legendären Paukenschlag gegen Medien, CDU und Angela Merkel in der Elefantenrunde 2005 schlüpfte er ein letztes Mal in die Rolle des angriffslustigen Parteiführers. Über die Effektivität dieses Auftritts mag man streiten. Doch besser wurde es danach nicht. Seine Nachfolger wurden blaß und blässer.

Fehlender Charakter ist nicht das einzige Problem

Doch fehlender Charakter ist nicht das fundamentale Problem dieser Partei. Die wahre Ursache ihres Abstiegs ist ein beispielloser Doppelbetrug am eigenen Wählerklientel. Mit den Hartz-Reformen verprellte Gerhard Schröder den harten Kern aus Gewerkschaftern und Arbeitern, die sich wenige Jahre zuvor noch mit Verve in all die Wahlkämpfe für all die Dreßlers, Penners, Erlers, Brandts und Wehners geworfen hatten.

Es war ein heftiger Schlag ins Kontor, ausgeführt von einem kleinen Kreis von Beratern und Nutznießern um den damaligen Kanzler, der die Glaubwürdigkeit der SPD für immer untergraben sollte. Der Schlag hätte genutzt werden können: Der Gewerkschaftsmuff wurde abgestreift. Der neue Touch gefiel neuen Wählerschichten. Ein, nicht zuletzt auch von Tony Blair in Großbritannien propagierter, Dritter Weg öffnete sich.

Es kam anders

Nicht wenige Linksliberale sahen in der SPD nun eine verheißungsvolle Alternative zu einer FDP, die sich mehr und mehr der CDU anbiederte. Der Abstieg des Wirtschaftsstandorts Deutschland schien abwendbar. Dank dieser Perspektive schöpfte auch die SPD neue Hoffnung für 2005.

Aber es kam anders. Mit Schröders Paukenschlag im gleichen Jahr begann das lange Siechtum. Eine Partei ohne Typen und Charakter betrog zum zweiten Mal und wankte wieder in Richtung der alten Klischees, biederte sich angestaubten Stereotypen an, die in der Realität immer seltener ihr Abbild finden. Statt gegen eine FDP um zukunftsfähige, marktwirtschaftsorientierte Konzepte zu ringen, propagierte ein wenig glaubwürdiger Funktionärskörper den Ausbau des Sozialstaats.

Doch diese Tür war lange schon geschlossen. Die immer kleiner werdende Arbeiterschaft behielt Stolz und Mißtrauen. Sie blieb fern. Und auch neue gesellschaftlich abgehängte Schichten mieden den willenlosen Populismus. Sie suchten und fanden echten Protest.

Jetzt wird die SPD endgültig abgewickelt

Auch die von Schröder gelockten Linksliberalen wandten sich schnell wieder ab, fanden wieder zurück zum wirtschaftspolitischen Original. Was blieb, war der Rest einer ehemaligen Volkspartei, der sich jahrelang verzweifelt an die eigene Historie klammerte.

2018 wird die SPD endgültig abgewickelt. Ihrem Maskottchen aus Würselen wurden von erfahrener Seite sehr deutlich die dafür nötigen Schritte verraten. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras rieten dringend zur Großen Koalition. In Frankreich wie in Griechenland hat die Sozialdemokratie ihr Siechtum bereits erfolglos beenden dürfen.

Die deutsche Sozialdemokratie wird genauso folgen wie Martin Schulz bereits dem Ratschlag seiner europäischen Genossen. Aber was kann man von einem guten Maskottchen schon erwarten? Tanzen soll es.

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Deutschland spielt in der US-Besuchsdiplomatie aktuell keine Rolle.

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Wolfgang Schäuble könnte Bundeskanzlerin Merkel in der Flüchtlingsfrage in eine schwierige Situation bringen.

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