Felberstraße
Foto: AP / flickr.com (CC0 1.0)

Zielfahnder hatten sich auf die Fersen des Erpressers geheftet, denn er war EU-weit zur Verhaftung ausgeschrieben, hatte seinen Hauptwohnsitz aber in der Felberstraße in Wien-Fünfhaus, wo er schließlich auch in die Falle ging. Der Afghane soll nun nach Deutschland ausgeliefert werden.

Afghane bedrohte Escort-Dame mit Tod

BERLIN. Die Polizei hat konkrete Warnungen vor dem Berlin-Attentäter Anis Amri ignoriert. Das geht aus internen Polizeidokumenten hervor, die dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ vorliegen.

Demnach wurden die Behörden zwei Mal durch einen Asylbewerber vor Anis Amri als gefährlichem Islamisten gewarnt. Bereits im Herbst 2015 soll sich der Syrer Mohamed J. an einen Mitarbeiter seiner Flüchtlingsunterkunft gewandt haben, nachdem Amri ihm zuvor ganz unverhohlen seine islamistischen Überzeugungen geschildert hatte.

„Anis hat sich nicht verstellt“, berichtet Mohamed J. gegenüber „Frontal 21“. So habe er unter anderem seine Absichten offenbart, sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) anzuschließen: „Ich will nach Syrien gehen und im Dschihad kämpfen.“

Zeugenanhörung erst nach dem Attentat

Die Ausländerbehörde habe die Warnungen des Asylbewerbers an die Polizei weitergeleitet, die daraufhin am 28.10.2015 einen „Prüffall Islamismus“ angelegt habe. Zu einer Befragung von Mohamed J. als Zeuge sei es jedoch nicht gekommen.

Im Juli 2016 schilderte dieser seine Erkenntnisse daher im Rahmen seines Asylverfahrens erneut einer staatlichen Behörde – dieses Mal dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Im Protokoll einer Anhörung vom 27. Juli 2016 wird Mohamed J. zitiert: „Der Tunesier (Amri, Anm. d Red.) ist sehr islamistisch radikal. (…) Er ist dann nach Berlin gezogen und hat dort einen neuen Asylantrag gestellt mit einer neuen Identität.“

Auch infolge dessen wurde Mohamed J. jedoch offenbar nicht von polizeilicher Stelle vernommen. Erst am 30. Januar 2017 – und damit nach Amris Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz – soll es zu einer polizeilichen Vorladung und Zeugenvernehmung gekommen sein.

Bereits vorige Woche hatte ein Sonderermittler den Behörden in einem Gutachten zahlreiche „grobe Fehler“ nachgewiesen und festgehalten, daß an einigen Stellen alles falsch gelaufen sei, was falsch laufen konnte. (ser)

BERLIN. Der mutmaßliche Mörder der Kunsthistorikerin Susanne F. sollte vor seiner Tat im Berliner Tiergarten nach Rußland abgeschoben werden. Das geht aus einer Polizeiakte über den mittlerweile 18 Jahre alten Tschetschenen hervor, die der Bild-Zeitung vorliegt.

Demnach müssen minderjährige Ausreisepflichtige in ihrem Heimatland an einen Sorgeberechtigten oder eine Aufnahmeeinrichtung übergeben werden. Rußland habe die erforderlichen Zusagen verweigert. Die Abschiebung des in Jugendhaft sitzenden Ilyas A. konnte nicht vollzogen werden und er kam frei.

Tatverdächtiger schon in jungen Jahren kriminell

Der junge Tschetschene reiste laut Angaben der Polizei im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie in die Bundesrepublik. Ein im Jahr 2012 gestellter Asylantrag sei jedoch abgelehnt worden und die Sicherheitsbehörden hätten die Familie 2014 abgeschoben. Einige Monate später kam der damals 15 Jahre alte Junge alleine zurück und stellte in Berlin einen neuen Asylantrag. Als unbegleiteter Minderjähriger sei er geduldet worden.

Bereits kurze Zeit später habe der Jugendliche einen kriminellen Weg eingeschlagen. Er begann mit Gelegenheitsdiebstählen: Fahrräder, Rücksäcke, Mobiltelefone. Schließlich habe er sich gezielt schwache Opfer gesucht. So überfiel er laut Akte im Juni 2015 eine schwerbehinderte 75 Jahre alte Frau, raubte ihr Handy und verletzte sie schwer.

Dann vergriff er sich in kurzen Abständen an einer 87jährigen und einer 98 Jahre alten Rentnerin, um ihnen Geld zu stehlen. Im letzteren Fall verfolgten ihn jedoch Passanten und überwältigen ihn. Das Amtsgericht verurteilte den Jugendlichen im September 2015 wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu 18 Monaten Haft. Danach sollte er abgeschoben werden.

Mord wegen 50 Euro und einem Handy

Im September diesen Jahres kam es schließlich zum Mord im Berliner Tiergarten. Der mutmaßliche Täter überfiel die 60 Jahre alte Susanne F. auf ihrem Weg von einer Gaststätte zur S-Bahn. Der Polizei zufolge erwürgte Ilyas A. die Frau und warf sie anschließend ins Gebüsch. Er stahl 50 Euro und ein Handy. Nach zwei Tagen entdeckten Passanten die Leiche von Susanne F. in der Nähe des Landwehrkanals.

Die Polizei spürte den 18jährigen wenige Tage später in Polen auf, als er versuchte, das Handy der Toten zu aktivieren. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. (ha)

QUITO. Hunderttausende Menschen sind am Wochenende in Ecuador gegen Abtreibung und Gender-Ideologie auf die Straße gegangen. Katholische Quellen sprachen gar von 1,5 Millionen Teilnehmern bei verschiedenen Kundgebungen, die größte davon in der westecuadorianischen Millionenstadt Guayaquil. Zu den Protesten hatte die Nationale Front für die Familie Ecuadors aufgerufen.

Unterstützung erhielt sie dabei von der katholischen Kirche des Landes. Die Demonstrationen standen unter dem Motto: „Con mis hijos no te metas“ (etwa: Hände weg von meinen Kindern). Teilnehmer hielten Transparente hoch auf denen etwa stand: „A mis hijos los educo yo.“ (Meine Kinder erziehe ich). Im Januar war es zu vergleichbaren Demonstrationen unter demselben Motto in Peru gekommen.

Paraguay wird zur genderfreien Zone

Im August hatte das Gesundheitsministerium des Landes eine Anordnung erlassen, die laut Kritikern das bisher geltende Abtreibungsverbot aushebeln soll. In dem südamerikanischen Land ist die vorgeburtliche Kindstötung nur erlaubt, wenn durch eine Fortsetzung der Schwangerschaft Leben oder Gesundheit der Mutter in Gefahr sind.

Im Falle einer Vergewaltigung ist ein Abbruch nur erlaubt, wenn es sich bei dem Opfer um eine geistig behinderte Frau handelt. 2013 hatte der damalige sozialistische Staatschef Rafael Correa mit Rücktritt gedroht, sollte das Parlament die Abtreibungsgesetze liberalisieren. Derzeit diskutiert die Nationalversammlung laut der ecuadorianischen Tageszeitung La República über mehrere Initiativen, sexuelle Vielfalt und verschiedene Typen von Familien im Schulunterricht als gleichberechtigt zu behandeln.

Erst im September hatte die Regierung Paraguays der Gender-Ideologie den Kampf angesagt. Sie kündigte an, betreffende Schulmaterialien zu entfernen, die von der Vorgängerregierung unter Präsident Fernando Lugo eingeführt worden waren. Bildungsminister Enrique Riera beruft sich bei der Entscheidung auf die Verfassung, die die klassische Familie und traditionelle Werte schütze, berichtete die Catholic News Agency. (tb)

VALETTA. Eine maltesische Journalistin und Bloggerin ist am Montag mit einer Autobombe getötet worden. Der Polizei zufolge starb Daphne Caruana Galizia, als ein unter ihrem fahrenden Auto angebrachter Sprengsatz explodierte, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Galizia hatte vor zwei Wochen wegen Todesdrohungen Anzeige bei der Polizei erstattet.

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat (Malta Labour Party) sprach von einer „barbarischen“ Tat und einem „schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit“. Der Sozialdemokrat wies die Polizeikräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen.

Die 53 Jahre alte Journalistin hatte mit einem Artikel international für Aufsehen gesorgt, in dem sie schrieb, daß ein in den sogenannten Panama Papers erwähntes Unternehmen Muscats Frau gehöre. Der Regierungschef hatte diese Darstellung als Lüge bezeichnet. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit den 2016 veröffentlichten Dokumenten richteten sich auch gegen den Energieminister sowie Muscats Kabinettschef in.

Muscats Partei ging trotz der Korruptionsvorwürfe aus der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni als Siegerin hervor. Zum erste Mal seit der Unabhängigkeit des Inselstaats von Großbritannien 1964 gewann die Arbeiterpartei zwei Wahlen in Folge.

Mahnwachen für Galizia

Kurz vor ihrem Tod veröffentlichte Galizia auf ihrem Blog einen Artikel über eine Verleumdungsklage des Stabschefs des Ministerpräsidenten gegen einen Oppositionspolitiker.

Mehrere tausend Menschen hatten sich nach dem Autobombenanschlag mit Blumen und Kerzen an Mahnwachen beteiligt. Sie hielten unter anderem Schilder hoch, auf denen stand: „Wenn die Menschen ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei, wenn die Regierung die Menschen fürchtet, ist das Freiheit.“

Der Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, sagte, die Tat stärke die Entschlossenheit, die Verteidigung der Demokratie bis zum letzten Ende fortzusetzen. Journalisten ermutigte er, „die Wahrheit zu verteidigen, niemanden zu fürchten und den Menschen und der Demokratie zu dienen“. (ls)

KÖLN. Der Bürgermeister des Bezirks Köln-Innenstadt, Andreas Hupke (Grüne), hat vor der steigenden Kriminalität am Ebertplatz gewarnt. Die Polizei habe den Bereich aufgegeben, sagte Hupke im Express. „So darf es nicht weitergehen. Die Probleme sind dort mit polizeilichen Mitteln allein nicht zu lösen.“

Der zentrale Platz, der den Eigelstein, das Kuniberts- und das Agnesviertel verbindet, ist schon länger als Kriminalitätsbrennpunkt bekannt. Die Stadt stuft ihn offiziell als „Angstraum“ ein. Junge Männer aus Nord- und Schwarzafrika handeln dort mit Drogen, wodurch die Straftaten vor Ort rasant in die Höhe schnellten. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sind laut Polizeiangaben von 257 Fällen im Jahr 2016 auf 372 Delikte im laufenden Jahr gestiegen.

Junger Afrikaner stirbt nach Messerstecherei

Erst am vergangenen Samstag war es zu einem tödlichen Messerangriff gekommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geriet ein 22 Jahre alter Mann mit einer Gruppe von fünf bis sechs Personen aneinander. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Einer aus der Gruppe zog ein Messer und stach dem 22jährigen in den Oberkörper.

Rettungskräfte versuchten den Verwundeten zu reanimieren und brachten ihn in ein Krankenhaus. Dort erlag er kurz darauf seinen Verletzungen. Die Polizei konnte nach Hinweisen von Zeugen drei Verdächtige im Alter von 22 bis 25 Jahren noch in Tatortnähe schnappen. Sowohl der Getötete als auch die Festgenommenen stammen aus Afrika.

Filmcrew muß Dreh abbrechen

Kürzlich mußte die Produktionsfirma „Sony Pictures“ einen Filmdreh am Ebertplatz abbrechen. Bei den Dreharbeiten zur ZDF-Serie „Heldt“ mit Kai Schumann und Janine Kunze in den Hauptrollen kam es zu Übergriffen durch Dealer und Junkies.

„Bei unserem Nachtdreh an der Unterführung haben sich die dort verweilenden Menschen offenbar gestört gefühlt und die Crew massiv gestört“, sagte Produktionsleiterin Carina Hackemann im Express. Durch die aggressive Stimmung hätten sich die Mitarbeiter nicht mehr sicher gefühlt. (ha)

Wagenknecht droht mit Rücktritt

On October 17, 2017, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sarah Wagenknecht, hat mit ihrem Rückzug gedroht. Sie sehe keinen Sinn darin, ihre Kraft und Gesundheit „in permanenten internen Grabenkämpfen mit zwei Parteivorsitzenden zu verschleißen“, heißt es in einem Brief an die 69 Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Darin wirft Wagenknecht den Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger vor, „gute Kontakte zu bestimmten SPD-Kreisen“ zu pflegen, die in ihr „schon seit längerem ein großes Hindernis für eine angepaßte, pflegeleichte Linke sehen“. Gleichzeitig spricht sie von „Konflikten, die, wenn sie weiter eskalieren, der Linken massiven Schaden zufügen können“. Co-Fraktionsvorsitzender Bartsch teile ihre Position.

Machtkämpfe verschärfen sich unmittelbar vor Klausurtagung

Am Dienstag und Mittwoch treffen die neugewählten Bundestagsabgeordneten der Linkspartei in Potsdam bei einer Klausurtagung zusammen. In einem Antrag zur Geschäftsordnung beanspruchen die Parteivorsitzenden Kipping und Riexinger laut der Nachrichtenagentur AFP ein Erstrederecht im Bundestag. Das steht normalerweise nur den Fraktionsvorsitzenden zu.

Überdies wollen sie mehr Einfluß auf die künftige Zusammensetzung der Führungsspitze nehmen. Dabei sind den beiden vor allem die ersten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Heike Hänsel und Jan Korte ein Dorn im Auge. Die entwicklungspolitische Sprecherin Hänsel vertritt Wagenknecht, der Reformer Korte vertritt Bartsch.

Langjähriger Konflikt innerhalb der Partei

Der Konflikt zwischen den Partei- und Fraktionsvorsitzenden schwelt schon seit Jahren, ruhte im Bundestagswahlkampf aber. Wagenknecht und Bartsch hatten bei der Entscheidung über die Spitzenkandidatur darauf gepocht, nur allein und nicht gemeinsam mit Kipping und Riexinger anzutreten. Die Parteichefs hatten sich dem beugen müssen. Zwischen den Beteiligten soll es bereits seit langem persönliche Animositäten geben.

Die Linke verbesserte sich bei der Wahl am 24. September auf 9,2 Prozent, büßte im neuen Bundestag allerdings ihre bisherige Rolle der Oppositionsführer ein. Nach der Wahl kritisierten Wagenknecht und ihr Mann Oskar Lafontaine die Flüchtlingspolitik der Linkspartei. Lafontaine monierte außerdem die fehlende Anerkennung von Kipping und Riexinger bei den Wählern selbst. (ha)

Fake-News im Namen des Guten

On October 17, 2017, in Junge Freiheit, by admin

„Rock gegen Rechts“ war gestern. Heute heißt es „Lügen gegen Rechts“. Dies ist wohl die Haupterkenntnis aus den Ereignissen auf der Frankfurter Buchmesse. Es waren gerade die selbsternannten Fake-News-Jäger der mainstreammedialen Klasse, die bei der Verbreitung von Halbwahrheiten und handfesten Lügen eine besonders unrühmliche Rolle spielten.

Vom Satiriker bis zum vermeintlich seriösen Journalisten sprangen alle auf, auf den Zug ins Märchenland der Antifa-Fantasie. Nico Wehnemann, Stadtverordneter von „Die Partei“, legte den Grundstein für das Frankfurter Lügengebäude, daß schon sehr bald in sich zusammenfiel, wie ein Soufflé in der zugigen Küche einer im Häuserkampf besetzen Abrißimmobilie.

Schon als sein deutlich bekannterer Parteifreund und einstiger Chefredakteur der Titanic, Leo Fischer, die Geschichte über seinen Facebook-Account verbreitete, hätte jedem, der nicht völlig hinter dem Mond lebt, klar sein müssen, daß sich die Geschichte kaum so abgespielt haben kann. Ein friedlicher Demonstrant, der von einem Rechtsradikalen zusammengeschlagen wird, woraufhin die Polizei ausschließlich die Personalien des „Opfers“ aufnimmt, „während dutzende Identitäre Sieg Heil schreien“.

Inszenierter Skandal

Hier das Video, das den Vorfall zeigt, in dem @nico_wehnemann „zusammengeschlagen“ wird (@leogfischer) bzw. wie „Rechtsradikale Sieg Heil-rufend prügeln“ (@ndaktuell).

Es tut mir leid, ich sehe da etwas anderes. #fbm17 pic.twitter.com/vFWbay43RI

— Jonas Fedders (@jonas_fedders) 15. Oktober 2017

Daß all dies im Jahr 2017 auf einer Veranstaltung wie der Buchmesse passiert sein soll, ohne daß davon auch nur ein einziges Handy-Video existiert, scheint in etwa so realistisch, wie die einwanderungspolitischen Vorstellungen von Katja Kipping. Dennoch sind der Geschichte so viele Medienschaffende auf den Leim gegangen, daß man sich des Eindrucks nicht verwehren kann, hier sollte ein Skandal inszeniert werden, der eine Einladung von rechten Verlagen für die Zukunft ein für alle mal ausschließt.

Die Reaktionen nach der Veröffentlichung des Videos mit dem tatsächlichen Hergang der Ereignisse verstärken diesen Eindruck noch. Kaum einer der Verbreiter der Story wollte Fehler eingestehen, oder sich gar entschuldigen. Statt dessen gab es fadenscheinige Ausflüchte, Zynismus und noch immer viel Verachtung gegenüber einem politischen Gegner, den man vernichtet sehen will.

Sogar Jakob Augstein hat unterdies die Verbreitung von Fake News im Namen des „Guten“ kritisiert. Zumindest das dürfte dem ein oder anderen ein wenig peinlich sein. Wenn man in Sachen journalistische Redlichkeit und Fairneß gegenüber Andersdenkenden sogar gegen Jakob Augstein absinkt, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob man sich im „Kampf gegen Rechts“ nicht vielleicht doch ein kleinwenig verrannt hat.

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Boris T. Kaiser ist freier Autor und Blogger

ERFURT. Thüringens Verfassungsschutz schließt eine Beobachtung der AfD nicht mehr aus. Die Behörde müsse nach dem Austritt der früheren Parteichefin Frauke Petry sehr genau hinsehen, ob die radikaleren Kreise innerhalb der Partei das Geschehen bestimmten, sagte ihr Präsident Stephan Kramer am Montag bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichts 2016.

Führende Vertreter der AfD bedienten sich zudem regelmäßig rechtsextremistischer Rhetorik. Die AfD werde noch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Man müsse das aber überdenken, mahnte Kramer laut dem Sender MDR. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke unterhalte Kontakte zur Identitären Bewegung (IB). Diese werde bereits beobachtet. Verschieden Landesämter schätzten sie als fremdenfeindlich und völkisch orientiert ein.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) bezeichnete die IB als besonders gefährlich, da sie der intellektuelle Kopf des Rechtsextremismus geworden sei. Es stelle sich die Frage, inwiefern die AfD, wenn sie diesen Weg weitergehe, zur Intellektualisierung des Rechtsextremismus beitrage. Höcke sei sicherlich der Anknüpfungspunkt nach ganz rechts, ergänzte Maier.

Die größte Gefahr für den Freistaat sei der Rechtsextremismus. „Die Aggressivität der rechten Szene hat erheblich zugenommen.“ Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der rechten Gewaltstraftaten um fast 40 Prozent auf 128 angewachsen. 2016 wurden rund 850 Personen dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet.

AfD bezeichnet Darstellung als Instrumentalisierung

Die AfD wies die Darstellung als „skandalöse Instrumentalisierung“ zurück. Nicht der Rechtsextremismus, sondern der Islamismus sei die Hauptgefahr. Zudem kritisierten AfD und CDU das Weglassen der Kommunistischen Plattform im Verfassungsschutzbericht. Beide Parteien vermuten dahinter eine politische Einflußnahme der Linkspartei.

Kramer hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, daß die AfD nicht beobachtet werde. „Die gesetzlichen Grenzen für das Tätigwerden des Verfassungsschutzes sind klar geregelt“, sagte er Anfang Februar der Berliner Zeitung. „Im Lichte der jüngsten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im NPD-Verbotsverfahren und mit Blick auf das Parteienprivileg unserer Verfassung müssen wir hier besonders sorgfältig sein. Wir sind auch keine Meinungspolizei im Auftrag der Regierung.“ (ls)

Feministinnen verleihen Porno-Preis

On October 17, 2017, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Am kommenden Wochenende wird in Berlin der PorYes-Award verliehen – die feministische Qualitätsauszeichnung für Pornofilme. PorYes-Filme legen unter anderem ihren „Schwerpunkt auf weibliche Lust und deren Vielfalt“. Sex sei keine Naturgewalt, sondern genauso wie Geschlecht und Identität konstruiert, schreiben die Veranstalter auf ihrer Internetseite.

Los geht’s am Freitag mit einem „Freundensalon“ im Sexshop „Sexklusivitäten“. Hier wird ein „Meet and Greet“ der Pornostars in Aussicht gestellt. „Alle, die Lust auf gemeinsame Vorfreude, persönliches Kennenlernen und anregenden Austausch mit den Stars haben, sind ganz herzlich und vulvarisch willkommen.“

Doch bei der dreitägigen Veranstaltung geht es nicht nur um Lust und Sex. Um sich einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, haben die Veranstalter auch zwei Podiumsdikussionen angesetzt. Am Sonnabend wollen sie in der Berliner Urania der Frage nachgehen: „Brauchen wir feministische Pornographie und hat sie sogar einen Bildungsauftrag?“

„Vulva University“

Im Zeitalter des Internets bezögen die meisten Porno-Konsumenten ihre Inhalte aus dem Internet. Doch hier werde vor allem ein „stark normiertes, kategorisiertes und betont leistungsorientiertes Verständnis von Lust und Liebe, das zudem kommerziellen Zwecken dient“, vermittelt, beklagen die Veranstalter. Dem wolle der „sex-positive Feminismus“ nicht nur positive und nicht diskriminierende Ansätze aufzeigen, sondern konkretes sexuelles Wissen vermitteln.

Geladen hierzu sind unter anderem die feministische Filmemacherin und Regisseurin Ula Stöckl, die Kulturwissenschaftlerin Corinna Rückert, die mit einer Arbeit über Frauenpornographie promoviert wurde, und die Amerikanerin Dorrie Lane, die unter anderem eine „Vulva University“ ins Leben gerufen hat.

Am Montag dann steht ein „Porn Talk“ auf dem Programm – und zwar in der Humboldt-Universität Berlin. Auch hier ist wieder Ula Stöckl geladen, die unter anderem gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlerin Anja Schmidt und dem „genderqueeren Performer“ Bishop Black die Frage diskutieren soll, wie faire Pornographie aussehen soll.

„Sexuelle Mutterschaft“

Pornographie diene sowohl als „Mittel der Unterdrückung oder Behinderung nicht heteronormativer und selbstbestimmter Sexualitäten“ als auch als „Mittel der Förderung vielfältiger und selbstbestimmter Sexualitäten“. „Im Podiumsgespräch soll die Grenzlinie zwischen Mainstreampornographie und fairer/sexpositiver Pornographie insbesondere anhand der Absicherung von Konsensualität bei der Produktion von Pornographie und der Darstellung von Konsensualität in Pornographie sowie die Darstellung sexueller Vielfalt ausgelotet werden.“

Bishop Black gehört auch zu den für den diesjährigen PorYes-Award Nominierten. In der Darstellung der Nominierten heißt es über ihn: „Bishop Black bringt als provokativer Performer* und Künstler* genderqueere Darstellungen auf die Bühne und in den Film. Eine Person of Colour zu sein war ein wichtiger Antrieb, die ethische Pornbewegung mitzugestalten und Sexualität_en fluid und kreativ darzustellen.“

Ebenfalls nominiert ist María Llopis. Sie wird wie folgt vorgestellt: „Die queere Künstlerin und Aktivistin beschäftigt sich mit Pro Sex- und Transfeminismus. Intimität ist für sie schöpferische Kraft und wichtiges politisches Mittel zur Veränderung der Gesellschaft. Mit Águeda Bañón zusammen gründete sie 2002 Girlswholikeporn, um sexuelle Alternativen zu erforschen. Ihr aktueller Fokus liegt auf sexueller Mutterschaft und orgasmischem Gebären.“ (krk)

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