Alles klar beim Kanzler-Klartext im ZDF?

On September 15, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Handverlesenes Studio-Publikum? Abgesprochene Fragen? Stellte das ZDF für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Rund-um–Sorglos-Atmosphäre in einem Polit-Talk mit der Bevölkerung her? In den Sozialen Medien kochen die Diskussionen und Mutmaßungen hoch. Die JUNGE FREIHEIT fragte beim ZDF nach: Was war da los, beim Kanzler-Klartext?

Donnerstag abend, 20.15 Uhr. „Klartext, Frau Merkel! – Bürger fragen die Bundeskanzlerin“ heißt die Sendung, in der Angela Merkel der Bevölkerung Rede und Antwort stehen will. Die 90 Minuten moderieren das ZDF-Duo Peter Frey und Bettina Schausten. „Wieder sind 150 Bürgerinnen und Bürger bei uns zu Gast“, begrüßt Frey die Gäste und die TV-Zuschauer – und natürlich die Kanzlerin.

Und schon geht es mit einem Einspieler zum ersten großen Themenbereich Sicherheit los. Kriminalitätsopfer Josef Mooseder, Einzelhändler aus Dachau in Bayern erzählt von einem Einbruch in seinem Laden und darf die erste Frage an die Kanzlerin stellen: „Für mich wäre wichtig zu wissen, was würden Sie bei der Justiz und bei der Polizei verändern, wenn Sie noch mal die Chance dazu bekommen?“

Bürger fragen, Merkel antwortet

Und Kanzlerin Merkel kann ausführen, was die Regierung unter ihrer Ägide getan hat – nämlich das Mindeststrafmaß für Wohnungseinbrüche auf ein Jahr hochgesetzt zu haben. Da meldet sich dann auch ein Kevin Komolka, Polizist aus Niedersachsen und Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei zu Wort.

Zum Thema Rente rechnet dann Reinigungskraft Petra Vogel aus Bochum in einem Einspieler vor, wie kläglich ihre Rente nach 40 Jahren mit 654 Euro ist, bei 1.050 Euro Gehalt. Frau Vogel ist darüber hinaus Betriebsrätin. Und stellt dann im Studio die Frage, warum in Deutschland nicht ein System wie das österreichische System der Bürgerrente eingeführt wird?

Merkel sagt, das deutsche Rentensystem sei in langer Zeit gewachsen, hält aber das österreichische System für besser. Und fragt dann, ob die Frau eine Riesterrente hätte? Was dann von einer Zuschauerin als unverschämt bezeichnet wird.

Spontane Fragen eines zufällig eingeladenen Publikums?

Was wie spontane Fragen eines zufällig eingeladenen Studio-Publikums daherkommt, wird dann allerdings zu einem PR-Desaster für das Öffentlich-Rechtliche als plötzlich über die Mattscheibe von Hunderttausenden deutschen Fernsehern ein „Spickzettel“ des Moderators flimmert, den er in der Hand hält. Der Zuschauer zu Hause vor der Mattscheibe kann auf dem „Spickzettel“ Portraitfotos einzelner Studio-Zuschauer und Randbemerkungen erkennen.

In den sozialen Medien wird nun vermutet, daß die spontan wirkenden Publikumsfragen gar nicht so spontan seien. Vielmehr handele es sich um ausgesuchte Personen, die zuvor abgestimmte Fragen stellten, wird gemutmaßt.

Die Eigenwerbung des Zweiten Deutschen Fernsehens für das Format liest sich wie folgt: „Mit dem ‚TV-Duell‘ am Sonntag, 3. September 2017, 20.15 Uhr, startet das ZDF in eine informationsreiche Primetime-Sendewoche zur Bundestagswahl – mit einem TV-Dreikampf, einer ‚Wie geht’s, Deutschland?‘-Erkundung und fünfmal ‚Illner intensiv‘ an vier Tagen. Und in der Woche darauf bittet das ZDF um ‚Klartext, Herr Schulz!‘ und ‚Klartext, Frau Merkel!‘. In diesen beiden Publikumssendungen haben die Bürger Gelegenheit, dem SPD-Kanzlerkandidaten und der Bundeskanzlerin direkt ihre Fragen zu stellen.“

Ein Teil der Gäste war ausgesucht

Kein Wort über vorsortiertes Publikum. Wie sieht es denn nun aus? ZDF-Pressesprecher Thomas Hagedorn, erklärt gegenüber der JF:

Wie an verschiedener Stelle von den Moderatoren erwähnt, waren einige Gäste bereits als Protagonisten Teil von ZDF-Formaten im Fernsehen oder dem crossmedialen Projekt zur Wahl #ichbindeutschland. Die Moderatoren kannten einige der Gäste aus von der Redaktion vorbereiteten Profilen bzw. aus den oben genannten Fernseh- bzw. Netzformaten. Die Redaktion hat in der Vorbereitung der Sendung selbstverständlich auch geprüft, welche der eingeladenen Gäste zu welchen Themenkomplexen Fragen stellen könnten. Hagedorn

Auf nochmalige Nachfrage sagt Hagedorn: „Ja, ein Teil der Gäste war ausgesucht. Das haben wir immer erwähnt und transparent gemacht. Auch der Syrer, der seine Frau nachholen möchte, ist der Redaktion vorher bekannt gewesen. Und natürlich haben wir bei den Anmeldungen der Gäste geschaut, ob auch alle gesellschaftlichen und politischen Bereiche vertreten sind. Wir laden Leute mit und ohne politischen Hintergrund ein.“

Zuschauer müssen sich bewerben

Und wie war das nun mit dem Spickzettel? „Die Moderationskarte ist ein Hilfsmittel, eine Gedächtnisstütze für den Moderator. So wie sie sich Notizen machen wenn sie eine Rede halten. Da waren nur die Fotos der Leute aus den Einspielern drauf und Notizen des Moderators, damit der auch weiß, wo die sitzen.“

Und Hagedorn gibt zu bedenken: „In einer 90-minütigen, dynamischen Livesendung kann das aber nicht viel mehr sein als eine grobe Orientierung für die Moderatoren. Es war verabredet, daß die Protagonisten, die in einem Film vorgestellt werden und in einen Themenkomplex einführen, auch zu Wort kommen. Alle anderen Entscheidungen fielen während der Sendung.“

Aber das ist nicht alles: Denn um Zuschauer bei der Sendung aus dem Hauptstadtstudio zu werden, muß man sich bewerben und zwar beim Ticketservice des ZDF.

BERLIN. Der „Bus der Meinungsfreiheit“ hat am Freitag seinen letzten Tourstop in Berlin erreicht und im Kanzleramt die Petition „Ehe bleibt Ehe“ eingereicht. Ein Bündnis aus den Organisationen „CitizenGO“ und „Demo für alle“ hatte rund 220.000 Unterschriften gegen die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare gesammelt. Um für die Petition zu werben, war das Bündnis in einem Bus durch zehn deutsche Städte gereist. Dabei standen auch andere Themen wie Gender oder Meinungsfreiheit im Fokus ihrer Aufklärungsarbeit.

Er sei angenehm überrascht von den Gesprächen mit interessierten Bürgern gewesen, betonte Eduard Pröls von „CitizenGO“ gegenüber der JF. Die Reise sei jedoch nicht darauf angelegt gewesen, Massen zu mobilisieren. Vielmehr wolle man ein Bewußtsein für die Problematik schaffen und ins Gespräch kommen.

Ein Aktivist von „Demo für alle“ im Gespräch Foto: JF/Harms

Die Ehe existiere zwischen einem Mann und einer Frau, weil nur aus diesem Lebensbund Kinder entstehen könnten, sagte Hedwig von Beverfoerde von „Demo für alle“ in Berlin. Die Ehe habe der Staat nicht erfunden, sondern vorgefunden. Deshalb sei es wichtig, die Institution Ehe vor staatlichem Einfluß zu schützen. Etwa 60 Gegendemonstranten versuchten die Veranstaltung durch einzelne Zwischenrufe zu stören. Größere Zwischenfälle gab es jedoch nicht. (ha)

Die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) gehört sicher nicht zu bekanntesten innerparteilichen Organisationen der CSU. Das bedeutet nicht, daß sie ohne Einfluß wäre. Im Gegenteil. Etwa 15.700 Mitglieder hat diese Arbeitsgemeinschaft, nahezu alle wichtigen kommunalen christsozialen Mandatsträger in Bayern gehören ihr an, darunter sieben Bezirkstagspräsidenten, 52 Landräte, 25 Ober- und fast tausend Bürgermeister. Innerhalb der Bundestagsfraktion stellen die KPV-Mitglieder fast 60 Prozent der Unionsabgeordneten.

Bei derlei Vernetzung ist es schon verwunderlich, auf wie wenig öffentliche Resonanz die jüngste Landesversammlung Anfang September in München stieß. Vor allem vor dem Hintergrund, daß die CSU-Mandatare, denen zuvor der Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer seine Aufwartung gemacht hatte, mit nur einer Gegenstimme einem Antrag zugestimmt haben, der die von Seehofer propagierte Obergrenze für Asylbewerber überflüssig machen würde.

180-Grad-Wende der aktuellen Politik

Der Beschluß im Wortlaut: „Allen aus einem sicheren Drittstaat, wie z.B. Österreich nach Deutschland einreisenden Nicht-EU-Ausländern, die nicht über die erforderlichen Paß- oder Visa-Dokumente verfügen, muß die Einreise nach Deutschland gemäß Art. 16 a Abs. 2 Grundgesetz  und § 18 Abs. 2 Nr. 1 Asylgesetz verweigert werden. Die Bundesregierung wird aufgefordert, unverzüglich für einen lückenlosen Gesetzesvollzug zu sorgen.“

Inhaltlich gibt der Antrag zwar nur die geltende Rechtslage wieder; faktisch bedeutet dies im Klartext eine Obergrenze von null. Die Umsetzung des Antrags liefe also auf eine 180-Grad-Wende der aktuellen Politik hinaus. Auch in einem weiteren Punkt sprachen sich die Christsozialen von der kommunalen Basis für eine rechtliche Verschärfung aus.

„Vereine und sonstige Organisation, die zur illegalen Einreise in die EU oder zu rechtswidrigen Verhinderungen von Abschiebungen aufrufen oder sogar Anstiftung bzw. Beihilfe zur illegalen Einreise leisten, müssen durch die zuständigen Innenminister verboten werden. Sie dürfen zumindest nicht Empfänger von staatlichen Mitteln sein. Ein etwaiger Gemeinnützigkeitsstatus muß entzogen werden.“

Keine öffentlichen Reaktionen

Reaktionen aus der CSU-Spitze waren bisher nicht öffentlich vernehmbar. Wird der Antrag also wirkungslos in den Schubladen verschwinden? Wenn es nach Initiator Thomas Jahn vom antragstellenden KPV-Bezirksverband Schwaben geht, nicht. „Die Kommunalpolitiker der CSU haben mit ihrem Antrag auf lückenlose Grenzsicherung klargemacht, daß wir einen Stop der immer noch unkontrollierten Zuwanderung brauchen, nicht nur eine Obergrenze“, betont der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion von Kaufbeuren gegenüber der JUNGEN FREIHEIT.

Daran sehe man, daß die Aufnahmekapazitäten der Städte und Gemeinden erschöpft sind, so Jahn. Sein Antrag, den auch der Bezirksverband Schwaben unterstützt, wird daher auch auf dem CSU-Parteitag im November „nahezu inhaltsgleich eingebracht“, kündigt der CSU-Kommunalpolitiker gegenüber der JF an. Spätestens dann werden sich auch die Parteispitze und der Ministerpräsident in dieser Frage positionieren müssen.

BAMBERG. Nach den sexuellen Übergriffen auf einem Volksfest in Bamberg hat die Polizei am Mittwoch abend den mutmaßlichen Haupttäter festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 33 Jahre alten irakischen Asylbewerber. Er befindet sich zusammen mit drei weiteren verdächtigen Einwanderern in Untersuchungshaft.

Am Samstag waren zwei 13 und 16 Jahre alte Mädchen auf der Kirchweih in Hirschaid im Landkreis Bamberg von einer Männergruppe abgedrängt worden. Der Hauptverdächtige soll die Mädchen dann begrapscht haben, während seine Begleiter zuschauten.

Anschließend hielten die Männer eine 17jährige unter einer Brücke fest, um sich an ihr zu vergehen. Den Opfern gelang die Flucht. Der Iraker konnte kurze Zeit später festgenommen werden, wurde aber von einem Trio gewaltsam befreit. Bei den drei Männern handelt es sich laut Polizei um 16 bis 20 Jahre alte Asylbewerber aus Syrien und dem Irak.

Die Bamberger Staatsanwaltschaft erließ am Donnerstag Haftbefehl gegen die vier Männer wegen sexueller Nötigung. (ls)

LONDON. Nach der Explosion in einer Londoner U-Bahn geht die Polizei von einem terroristischen Anschlag aus. In einer ersten Erklärung verurteilte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) den Anschlag und forderte die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Premierministerin Theresa May (Konservative) berief umgehend eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein.

Im Londoner Stadtteil Fulham hatte es am Freitag eine Explosion in einer vollbesetzten U-Bahn gegeben. Laut Scotland Yard seien dabei mindestens 18 Menschen verletzt worden. Hinweise über Tote lägen nicht vor. Die BBC berichtete von einem Verletzten mit Verwundungen im Gesicht, sowie von einer Frau, die mit Verbrennungen an Gesicht und Beinen behandelt werde.

Berichte über zweiten Sprengsatz

Zeugen hatten um 8:20 Uhr Ortszeit von einem Feuerball und einem lauten Knall in der Metro gesprochen. Die Haltestelle Parsons Green wurde umgehend gesperrt. Zahlreiche Beamte und Rettungskräfte seien vor Ort, berichtet der Londoner Ambulanz-Service. Unter ihnen sei auch eine Spezialeinheit zur Behandlung von Sprengsätzen.

In den sozialen Netzwerken kursieren Bilder von einem weißen Plastikeimer, dessen Inhalt die Explosion ausgelöst haben soll. Der Eimer steht in einer Supermarkttüte, aus seinem Inneren lodern kleine Flammen. Die Polizei hat die Echtheit der Fotos noch nicht bestätigt. Auch die Berichte von einem zweiten Sprengsatz, der nicht gezündet haben soll, kommentierte sie nicht. (ha)

Der von niemanden gewählte Präsident der Europäischen Kommission, die auch von niemanden gewählt werden konnte, Jean-Claude Juncker, besser bekannt als “Die Saufnase der EU”, weil er ständig besoffen ist, hat in einem nüchternen Moment zugegeben, die Schengen-Zone “hat den Terroristen geholfen“, indem sie ungehindert zwischen den Ländern sich bewegen können.

Da die EU-Aussengrenzen nicht wirklich kontrolliert werden und löchrig wie ein Emmentaler sind und deshalb unerwünschte Gestalten einfach reinspazieren können, ja sogar ohne Ausweise durchgewunken werden, sind sie mal im Schengen-Raum, können sie herumreisen ohne das es jemand weiss. Das heisst, die Schengen-Zone ist ein Paradies für Verbrecher und Terroristen, denn wie wir schon mehrmals gesehen haben, begehen sie ihre kriminelle Taten in einem Land und verschwinden unbemerkt in ein anderes.

Ein Fallbeispiel ist die Flucht des Berlin-Attentäters Anis Amri, der von Täuschland über die Niederlande, Belgien, Frankreich bis nach Italien gelangte, also VIER Grenzen passierte, und obwohl europaweit zur Fahndung ausgeschrieben und gesucht, ohne von der Polizei entdeckt zu werden von Land zu Land reisen konnte. Erst am Bahnhof in Mailand ist er bei einer Personenkontrolle aufgefallen.

Zahl der Salafisten steigt auf Rekordhoch

On September 15, 2017, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Die Zahl der Salafisten in Deutschland hat sich seit 2011 beinahe verdreifacht. Laut einem Bericht des Bundesamts für Verfassungsschutz, der der dpa vorliegt, verzeichnete die Behörde vor sechs Jahren 3.800 Salafisten in Deutschland. Die Zahl wuchs bis Ende 2015 auf 8.300, inzwischen hat sie sich auf rund 10.300 erhöht.

Anhänger des Salafismus propagieren eine wortgetreue Auslegung des Korans. Ihren Vorstellungen nach sind sämtliche vom Menschen gemachten Gesetze und Verfassungen ungültig und haben keine Bedeutung. Laut Verfassungsschutz bietet die Ideologie einen wesentlichen Nährboden für den Terrorismus. Alle Attentäter des 11. September entstammten dem Salafisten-Milieu.

700 Gefährder allein in Deutschland

Der islamistischen Szene in Deutschland werden rund 24.000 Menschen zugerechnet. Davon gehören 1.800 dem islamistisch-terroristischen Lager an. Zu ihnen zählt der Verfassungsschutz auch die 700 sogenannten Gefährder, also Menschen denen die Sicherheitsbehörden grundsätzlich einen Terroranschlag zutrauen. Darunter sind Rückkehrer dschihadistischer Gruppierungen aus dem Nahen Osten.

Gleichzeitig reisten in den vergangenen Jahren etwa 940 Islamisten aus Deutschland in Richtung Syrien und Irak, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Von ihnen starben 145 im Kampfgebiet. (ha)

Eine Mehrheit der Deutschen will schwangere Frauen verstärkt dabei unterstützen, Kinder auszutragen und Abtreibungen zu vermeiden. Das belegt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Wochenzeitung Junge Freiheit. 50 Prozent der Bundesbürger sind demnach der Meinung, daß der Gesetzgeber schwangeren Frauen, die sich trotz Konfliktsituation zur Austragung des Kindes entscheiden, eine finanzielle Unterstützung anbieten sollte. Dabei ist die Zustimmungsrate unter Frauen noch höher (52 Prozent). Nur 27 Prozent sprechen sich dagegen aus. Auch die Frage, ob der Bundestag Adoptionen erleichtern sollte, um Abtreibungen zu verhindern, bejaht eine deutliche Mehrheit (64 Prozent). Nur 15 Prozent sind dagegen.

BERLIN. Der slowakische EU-Abgeordnete Richard Sulík hat die EU-Flüchtlingspolitik als zutiefst undemokratisch verurteilt. Es dürfe nicht sein, daß der Europäische Gerichtshof die EU-Mitgliedsländer zwinge, Flüchtlinge aufzunehmen, schreibt Sulík in einem Gastbeitrag für die JUNGE FREIHEIT.

Mit vorgeschriebenen Asylquoten verlören die einzelnen Nationalstaaten ein großes Stück ihrer Souveränität. „Die Grundsatzfrage lautet: Wer soll darüber entscheiden, wer in einem Land leben darf? Ich sage, nur die Bürger, direkt im Referendum oder indirekt über die gewählten Volksvertreter, aber stets nur die Bürger eines Landes“, betonte der frühere Parlamentspräsident der Slowakei.

In Ungarn, der Slowakei, Polen und der Tschechei seien die Bürger und ihre Regierungen strikt gegen die EU-Flüchtlingspolitik. „Trotzdem gibt es eine höhere Gewalt, die uns die Migranten aufzwingt, nämlich den Rat, also die 28 EU-Innenminister. 27 von ihnen haben die Slowaken nicht gewählt und haben auch keine Möglichkeit, sie zu wählen“, kritisierte Sulík. Trotzdem entschieden diese darüber, daß die Slowakei Einwanderer aufnehmen müsse. „Ein klareres Beispiel für ein Demokratiedefizit gibt es kaum.“ (krk)

„Die Schwächsten schützen“

On September 15, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt vergangene Woche veröffentlichte, sind alarmierend. Obwohl die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist, nimmt seit diesem Jahr die Zahl der Abtreibungen wieder zu. Eine Steigerung von zwei Prozent verzeichneten die Statistiker zwischen Januar und Juli 2017 verglichen mit dem Vorjahr. 52.200 Kinder, die nie geboren wurden.

96 Prozent aller Abtreibungen erfolgten zudem ohne einen zwingenden Grund gemäß der sogenannten Fristenregelung. Diese besagt, daß ein Schwangerschaftsabbruch zwar illegal, jedoch mit der Vorlage eines Beratungsscheins straffrei ist. Dem wollen sich am Samstag Lebensschützer aus der ganzen Republik entgegenstellen und für eine Kultur werben, die den Wert menschlichen Lebens wieder in den Mittelpunkt stellt. Zum 13. Mal findet der „Marsch für das Leben“ nun in Berlin statt.

Rekordteilnehmerzahl im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr konnten sich die Veranstalter des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) über eine Rekordteilnehmerzahl von 7.500 freuen. Das diesjährige Motto lautet: „Die Schwächsten schützen: Ja zu jedem Kind.“ Ändern soll sich erstmals der Ablauf der Veranstaltung: „Die Auftaktkundgebung vor dem Bundeskanzleramt wird kürzer“, verspricht die neue BVL-Vorsitzende Alexandra Maria Linder gegenüber der jungen freiheit. Der Marsch sei dieses Jahr vielmehr integriert in ein Lebensrechtswochenende. Dieses beginnt bereits am Freitag mit einer Fachtagung „Bioethik und Menschenwürde“ und geht am Samstag vormittag weiter mit einem Requiem für ungeborene Kinder in der Kirche St. Marien in Berlin-Spandau.

Auch in diesem Jahr sind wieder zwei Gegenkundgebungen angemeldet. Am Brandenburger Tor, das an der Marschroute der Lebensschützer liegt, veranstaltet das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ einen Aktionstag. Gewaltbereite Linksextremisten haben zur „kämpferischen queer-feministischen und antifaschistischen“ Gegendemo „What the fuck“ aufgerufen. Ihre „Kundgebung“ erschöpfte sich in der Vergangenheit in wüsten Beschimpfungen der Lebensrechtler, Spuckattacken und dem Entreißen der weißen Kreuze, die von den Teilnehmern des „Marsches für das Leben“ hochgehalten werden.

Linksextreme wollen Transfrauen nicht diskriminieren

Während die Kundgebung der Lebensschützer um 13 Uhr beginnt, wollen die Antifa-Randalierer bereits um 10.30 Uhr auf der Straße sein. Für die selbsternannten Aktivisten offenbar keine einfache Übung. Wie eine Beschwörung liest sich da schon fast der Aufruf: „Doch wir sind früher wach und nehmen uns die Straße zurück.“ Dabei warnt das Antifa-Bündnis dieses Jahr, Trans-Frauen nicht zu diskriminieren. Weil: „Innerhalb feministischer Bewegungen werden leider immer noch die an Körpern festgemachten Geschlechtergrenzen nicht genug hinterfragt.“

Deswegen empfiehlt „What the fuck“, auf die Darstellung von Vulven zu verzichten, da diese „stark auf Körperlichkeiten bezogene Symboliken insbesondere für Trans- und Inter*personen negativ vorbelastet“ sein könnten. Auch Slogans wie „Könnten Männer schwanger werden, wäre Abtreibung legal“ gelte es tunlichst zu unterlassen. Die Begründung: Auch Trans-Männer könnten schwanger werden.

Umfrage zu Abtreibungen Quelle: Insa Foto: JF-Grafik

Linder sieht die Antifa-Gegendemo auf dem absteigenden Ast: „Sie werden zunehmend aggressiver, weil sie zunehmend bedeutungsloser werden“. Wie in den vergangenen Jahren haben wieder zahlreiche Prominente aus Politik und Kirchen Grußworte an die Lebensschutzdemo gesandt. Darunter sind der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der evangelische Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Hans-Jürgen Abromeit, sowie die aus dem Bundestag ausscheidenden Abgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU) und Johannes Singhammer (CSU).

Daß die Menschen im Land zum Thema Abtreibung Antworten von der Politik erwarten, belegt auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der jungen freiheit (siehe Grafik). 50 Prozent der Bundesbürger sind demnach der Meinung, daß der Gesetzgeber schwangeren Frauen, die sich trotz Konfliktsituation zur Austragung des Kindes entscheiden, eine finanzielle Unterstützung anbieten sollte. Dabei ist die Zustimmungsrate unter Frauen noch höher (52 Prozent). Nur 27 Prozent sprechen sich dagegen aus. Auch die Frage, ob der Bundestag Adoptionen erleichtern sollte, um Abtreibungen zu verhindern, bejaht eine deutliche Mehrheit (64 Prozent). Nur 15 Prozent sind dagegen.

JF 38/17

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