BERGISCH GLADBACH. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Familienvater (40) im nordrhein- westfälischen Bergisch Gladbach hat ein 18jähriger die Tat gestanden. In seiner Vernehmung gab er zu, Thomas K. ins Gesicht geschlagen zu haben. Da keine Fluchtgefahr bestand, durfte der Jugendliche im Anschluß wieder nach Hause. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln bestätigte dies. Ein zuvor tatverdächtiger 16jähriger wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Er hatte seine Anwesenheit bei der Attacke eingeräumt, war aber offenbar nicht handgreiflich geworden.

In den sozialen Netzwerken kursieren derweil Gerüchte über die Herkunft des Täters. Auch die Bild-Zeitung berichtete von einem jugendlichen Türken. Weder Staatsanwaltschaft noch Polizei wollten sich bislang dazu äußern.

Zigarette löst Streit aus

Auslöser des Streits soll eine Zigarette gewesen sein. Der 40 Jahre alte Mann war mit seinen zwei Begleitern am vergangenen Donnerstag gegen 20:30 Uhr auf eine Gruppe von sechs jungen Männern gestoßen. Als der Mann die Herausgabe einer Zigarette verweigerte, schlug der Jugendliche zu. Das Opfer fiel mit dem Kopf auf den Asphalt und verstarb einen Tag später im Krankenhaus. Die Behörden ermitteln nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Laut Anwohnern sei die Innenstadt Bergisch Gladbachs in den vergangenen Jahren mehr und mehr zur No-Go-Area verkommen. Die Kriminalität sei angestiegen und die Hauptstraße in den Abendstunden für Bürger gefährlicher geworden. (ha)

NÜRNBERG. Die Stadt Nürnberg hat der AfD mit der Kündigung eines Mietvertrags gedroht, sollte ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland bei einer Wahlkampfveranstaltung auftreten. Der Ortsverband sei schriftlich aufgefordert worden, bis Dienstag zu versichern, daß Gauland nicht reden werde, sagte der Zweite Bürgermeister Christian Vogel (SPD) am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Die Kündigung des Mietvertrags für die Meistersingerhalle sei möglich, wenn Nürnberg als Stadt des Friedens und der Menschenrechte Schaden nehme. Grund für das Redeverbot seien Gaulands Äußerungen über die Integrationsbefauftrage der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD).

AfD kritisiert „fadenscheinige“ Begründung

Gauland hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld über Özoguz gesagt: „Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch – Gott sei Dank – in Anatolien entsorgen können.“

Diese Äußerung sei laut Vogel das i-Tüpfelchen gewesen, „Menschenverachtender geht es nicht mehr“, erklärte der SPD-Politiker. Nürnbergs AfD-Chef Martin Sichert warf der Stadt vor, die geplante Wahlkampfveranstaltung unter „fadenscheinigen Gründen“ verhindern zu wollen und damit die Demokratie zu beschädigen.

AfD könnte gegen Verbot klagen

Vogel spielte den Ball der AfD zu: „Ich würde mir wünschen, dass die AfD so vernünftig ist und tatsächlich sagt: ‘Ja, wir lassen Gauland nicht reden.’“ Er befürchte jedoch, daß die AfD gegen eine mögliche Kündigung klagen werde. Dann müsse das Verwaltungsgericht im Eilverfahren entscheiden, wo die Chancen für den Sieg der Stadt Nürdnber gbei 50:50 lägen.

Gauland ließ gegenüber der Nachrichtenagentur zu nächst offen, ob er auftreten werden. „Das muß der Kreisverband entscheiden.“ Sollte das Verbot jedoch mit seiner Äußerung über Özoguz zu tun haben, dann dürfe auch Sigmar Gabriel (SPD) nicht dort auftreten. Denn auch Gabriel habe davon gesprochen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu „entsorgen“. (ls)

Der alte, neue Traum

On September 4, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Es gibt ein Wort in der jüdischen Gedankenwelt, das sich mir (und vielen anderen, ich bin darin nicht besonders) bereits beim ersten Hören eingeprägt hat: Altneu. Wir begegnen dem Wort Altneu etwa im Roman Altneuland von Theodor Herzl. Zum Besuch von Prag gehört auch ein Besuch der Altneuschul, Europas ältester aktiver Synagoge.

Zur Herkunft des Wortes „Altneu“ existieren verschiedene Ansätze. Man könnte es etwa aus dem Hebräischen „al tnay“ herleiten, „unter der Bedingung“. Entscheidend ist für mich (und wieder die meisten anderen Hörer) die Bedeutung, die es ganz offensichtlich zu tragen scheint: Altes und Neues, zu einem verbunden. Und so wird es auch ins Englische übersetzt: Old-New.

Haßbild mancher Großstadt-was-mit-Medien-Vordenker

Als wir Wegners aus der damaligen Tschechoslowakei in den Westen kamen, hatten wir einen Traum, von einem neuen, alten Leben. Die Hoffnung meiner Eltern und Großeltern steckte auch uns Kinder an: Man freute sich auf all die Dinge, die Deutschland möglich machen würde. Wir Kinder besuchten Schulen, die Eltern fanden anständige Arbeit.

Unser Traum war praktisch deckungsgleich mit dem heutigem Haßbild mancher Großstadt-was-mit-Medien-Vordenker: Ein Haus in der Vorstadt, als Vater und Mutter die nächste Generation begründen, gute Schulen für die eigenen Kinder und dazu eine Musikschule, Montag bis Freitag arbeiten, am Wochenende mit Freunden im Garten grillen und über neue Bücher diskutieren. Ich weiß, daß wir diesen Traum mit Millionen Deutschen teilten.

Dieser alte Traum ist nicht tot, aber er liegt im Sterben – zumindest in Deutschland. Öffentliche Kulturschaffende verachten geradezu dieses alte Bild von Vater-Mutter-Kinder. Sie haben sogar einen Namen für ihren Haß: Familismus. Meist kinderlose Medienschaffende predigen, der moderne Mensch habe in zerrissenen Patchwork-Familien zu leben. Die Politik auf der anderen Seite macht die Städte gefährlich, so daß man es sich zweimal überlegt, in das neue Sicherheitsklima hinein eine Familie zu gründen.

Der alte Traum will noch immer gelebt werden

Der alte Traum will weitergelebt werden. Immer mehr Menschen haben aber Zweifel, ob es unter den gegenwärtigen Bedingungen wirklich möglich ist. Ich kenne einige, die ziehen aus den Städten wieder hinaus in ländliche Regionen. Ich kenne andere, die verstärken ihre Türen und Fenster und bauen sich automatische Garagenöffner ein, denn sie wollen vom Leben um ihr eigenes Haus herum so wenig wie möglich mitbekommen, wenn sie morgens die Kinder im SUV zur Privatschule fahren.

Ich kenne Menschen, die sind aus Deutschland ausgewandert. An manchen Orten der Schweiz, in Spanien oder auch in den USA hat man das Gefühl, mehr Deutsche auf der Straße zu treffen als in gewissen Stadtteilen Deutschlands.

Der alte Traum will noch immer gelebt werden. Sein Kern bleibt derselbe: Leben, lieben, lernen und die nächste Generation vorbereiten. Wie und wo aber der alte, neue Traum gelebt wird, das wird sich ändern – das ändert sich bereits.

BERLIN. Die Supermarktkette Lidl hat sich dafür entschuldigt, daß auf den Verpackungen einer Produktreihe die Kreuze auf einer griechischen Kirche wegretuschiert worden sind. „Es tut uns sehr leid, daß das aktuelle Design für Unmut sorgt, dahinter steckt keine böse Absicht“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit.

Hintergrund sind die Produkte der „Eridanous“-Reihe, die Lidl während seiner griechischen Aktionswoche verkauft. Darauf ist die orthodoxe Kirche auf der griechischen Insel Santorin abgebildet. Einem Kunden in Belgien fiel auf, daß Lidl die Kreuze auf dem Gotteshaus hatte verschwinden lassen.

Lidl: Vermeiden religöse Symbole

Nach Protesten auf Facebook begründete ein Sprecher von Lidl in Belgien den Vorgang gegenüber dem Sender RTL-Info damit, daß die Supermarktkette religiöse Symbole vermeide, um keine religiösen Überzeugungen auszuschließen. Lidl sei ein Unternehmen, das Vielfalt respektiere. „Das erklärt das Design dieser Verpackung.“

Der JF sagte die Lidl-Deutschland-Sprecherin: „Wir verkaufen unser beliebtes Eridanous-Sortiment seit über zehn Jahren in unseren Filialen in ganz Europa. In dieser Zeit gab es immer wieder Veränderungen am Verpackungsdesign.“ Lidl werde die Kritik am momentanen Design aber weitergeben und bei der Gestaltung künftiger Verpackungen berücksichtigen. (krk)

BRÜSSEL. Der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, hat die Zahl der Islamisten in Europa auf über 50.000 geschätzt. Im Interview mit der spanischen Tageszeitung El Mundo sprach de Kerchove von 20.000 bis 25.000 identifizierten radikalen Muslimen allein in Großbritannien. 500 von ihnen seien unter besonderer Beobachtung des britischen Geheimdienstes. In Frankreich läge die Zahl der Islamisten bei etwa 17.000, in Spanien bei 5.000.

Für die gesamte europäische Union sei es schwer präzise Zahlen zu veröffentlichen: „Ich will jetzt nicht mit einer genauen Zahl spekulieren, aber es sind zehntausende, die in Europa leben, mehr als 50.000.“

Terrorismusproblem kann Jahrzehnte andauern

De Kerchove rechnet deshalb mit weiteren Anschlägen. Das Problem des Terrorismus in Europa könne noch Jahrzehnte andauern. Eine mögliche Deradikalisierung der Islamisten sei nicht zu erwarten.

Gilles de Kerchove ist seit September 2007  Koordinator für die Terrorismusbekämpfung der Europäischen Union. In seinen Aufgabenbereich fallen die Überwachung der Anti-Terror-Strategie und die Sicherstellung einer verbesserten Koordination zwischen den einzelnen Organen der EU. (ha)

LEIPZIG. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat die Polizei gerügt, weil diese Frauen geraten hatte, nicht mehr alleine laufen zu gehen. Nachdem eine Joggerin Ende vergangener Woche am hellichten Tag von einem südländisch aussehenden Mann vergewaltigt worden war, gab die Polizei Frauen Tips.

„Es wäre besser, zu zweit joggen zu gehen oder zumindest zu schauen, ob immer jemand anders irgendwo in der Nähe ist“, sagte ein Polizeisprecher der Leipziger Volkszeitung. Beim Überholen sollten Läuferinnen immer einen Blick zurückwerfen, um sicherzustellen, daß sie nicht von hinten angegriffen werden.

Bürgermeister sieht mehr Polizei als Lösung

Jung kritisierte die Polizei für diesen Ratschlag. „Die Antwort des Staates auf diese unfaßbare Tat und vorgegangene Übergriffe muß sein: mehr Polizisten auf den Straßen und in den Parks, wie ich es seit Jahren fordere“, mahnte der SPD-Politiker der Bild-Zeitung.

„Wir alle möchten in einer Stadt leben, in der ganz selbstverständlich Frauen auch alleine im Park joggen können, in der sich alle sicher bewegen können. Und dafür brauchen wir sichtbar mehr Polizei.“

Frau schwer verletzt und vergewaltigt

Hintergrund ist die Vergewaltigung einer über 50 Jahre alten Frau am vergangenen Donnerstag. Das Opfer war gegen 9.30 Uhr im Rosental laufen, als sie von einem Mann attackiert wurde. Der Angreifer schlug und trat der Frau mehrfach ins Gesicht und verging sich an ihr. Aufgrund ihrer schweren Gesichtsverletzungen mußte sie später im Krankenhaus notoperiert werden.

Das Opfer beschrieb den mutmaßlichen Täter als etwa 25 bis 35 Jahre alten, südländisch aussehenden Mann mit dunklen Haaren, kurzem, dunklem, ungepflegtem Bart, stämmiger Figur und einer Größe von rund 1,70 bis 1,75 Metern. Die Polizei prüft derzeit einen möglichen Zusammenhang mit zwei weiteren Übergriffen vor wenigen Tagen. Der Mann befindet sich weiterhin auf der Flucht. (ls)

Die „Rote Hilfe“ zählt zu den einflußreichsten und wichtigsten Gruppierungen des linksextremen Spektrums. Das sieht auch der Verfassungsschutz so. Die rot-rote Landesregierung von Brandenburg legt jedoch Wert darauf, daß Mitglieder linksextremer Organisationen nicht per se Linksextremisten sind. Der Grund: Eine Linken-Abgeordnete ist Mitglied der Roten Hilfe.

Wann immer Linksextremisten mit dem Gesetz in Konflikt kommen, organisiert die Rote Hilfe die Unterstützung für sie. Sie hilft mit Anwälten und übernimmt in einzelnen Fällen auch die Prozeßkosten.

Kommt der Verurteilte in Haft, kümmert sich die Rote Hilfe auch während seines Gefängnisaufenthalts um ihn, organisiert Briefe, sorgt dafür, daß die Szene ihn nicht vergißt, er seine Wohnung nicht verliert und sichert ihm juristischen Beistand zu. Die Unterstützung ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Die Straftäter dürfen sich nicht von ihren Verbrechen distanzieren oder sich für diese entschuldigen und in keiner Weise mit der Polizei oder der Justiz zusammenarbeiten. So wurde beispielsweise in der Vergangenheit einem linksextremen Gewalttäter, der sich bei einem attackierten Polizisten entschuldigt hatte, die Unterstützung gestrichen.

Mitgliedschaft sorgt immer wieder für Streit

Unter anderem deshalb sieht die Bundesregierung in der Roten Hilfe auch keine humanitäre, auf die Resozialisierung von Straftätern ausgerichtete Solidaritätsorganisation, sondern eine Gruppierung, die vielmehr das Ziel verfolgt, „gewaltbereite ‘Linke’ in ihrem Kampf gegen die bestehende Ordnung zu stützen und zu stärken“.

Auch der Bundesverfassungsschutz wertet die Rote Hilfe mit ihren 8.000 Mitgliedern in über 50 Ortsgruppen als eine der bedeutendsten Organisationen im linksextremen Spektrum. Für einige Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei ist dies jedoch kein Hindernis für eine Mitgliedschaft in der Roten Hilfe.

So sorgte 2014 die Grüne Jugend für Aufsehen, weil sie dazu aufrief, in die Rote Hilfe einzutreten. Die damalige Grüne-Jugend-Chefin Sina Doughan selbst machte aus ihrer Mitgliedschaft in der Organisation kein Geheimnis, was zu Protesten seitens der Union führte. 2007 mußte die damalige Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel nach politischem Druck aus der Roten Hilfe austreten. Auch in der SPD hatte es mehrere führende Politiker gegeben, die mit ihrer Mitgliedschaft nicht einverstanden waren.

Verfassungsschutz: Gegen die demokratische Grundordnung

Die SPD-geführte brandenburgische Landesregierung dagegen scheint weniger Probleme mit Politikern zu haben, die sich in der Roten Hilfe engagieren. Das zumindest legt eine Antwort auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Thomas Jung nahe, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion hatte einen Bericht des Verfassungsschutzes – wonach sich die Rote Hilfe in Brandenburg momentan über einen Mitgliederrekord freuen kann – zum Anlaß genommen, die rot-rote Landesregierung um eine Bewertung der Gruppierung zu bitten.

In ihrer Antwort verwies die Landesregierung auf den Verfassungsschutz, laut dem sich die Rote Hilfe zu einer konstanten und weiter wachsenden linksextremistischen Bestrebung innerhalb Brandenburgs entwickelt habe. „Als übergreifende Konsensorganisation ist sie gut organisiert und teilweise konspirativ tätig. Nach Außen gibt sie gern vor, sich lediglich um angebliche Opfer staatlicher ‘Repression’ zu kümmern. Tatsächlich richtet sich ihr Vorgehen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung.“

Jung: Verharmlosung des Linksextremismus

Linken-Landtagsabgeordnete Isabelle Vandre auf der Demonstration in Frankfurt (Oder) Foto: AfD-Fraktion Brandenburg

So weit, so eindeutig. Doch in Brandenburg ist die Linkspartei an der Regierung beteiligt. Und deren Abgeordnete Isabelle Vandre ist nicht nur Mitglied der Roten Hilfe, sondern bekennt sich auf ihrer Internetseite auch ganz offen dazu. Vandre ist keine Unbekannte. 2015 sorgte ein Bild von ihr für Schlagzeilen, auf dem sie bei einer Demonstration neben einem Transparent mit der Parole „We love Volkstod“ posierte.

Jung wollte von der Landesregierung daher wissen, wie sie es bewerte, wenn die Abgeordnete einer Regierungsfraktion Mitglied in einer vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen Organisation sei. „Mitglieder des Vereins ‘Rote Hilfe e. V.’ sind nicht per se Linksextremisten“, lautete die knappe Antwort der Regierung. „Auch wenn der Verein als Organisation als linksextremistisch bewertet wird, gilt dies nicht für alle seine Mitglieder.“

Jung sieht in der Antwort eine Bagatellisierung des Linksextremismus. „Während die linksextremistische Szene in Brandenburg immer weiter wächst, verharmlost die Landesregierung die Mitgliedschaft in linksextremistischen Organisationen und trägt indirekt zum Erstarken des Linksextremismus in Brandenburg bei“, sagte er der JF.

Die Rote Hilfe werde nicht ohne Grund vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich eingestuft. Die Landesregierung müsse daher „ihre Strategie der Verharmlosung linksextremistischer Gewalt überdenken und sich klar gegen Mitglieder linksextremistischer Organisationen positionieren“, forderte Jung.

Uneinsichtig und überfordert

On September 4, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Zwei Sozialdemokraten stehen am Interviewtisch und wetteifern, wer am besten merkeln kann. Die eine redet in ihrem berüchtigten Holperdeutsch um ihr bisheriges Versagen herum, weiß aber, daß sie die Chefin bleibt, der andere ist der etwas eloquentere Schwätzer und bewirbt sich schon mal um einen Posten an ihrem Kabinettstisch. Außenminister Schulz, das wär doch auch was, er hat ja früher auch schon mit vielen wichtigen Leuten geredet.

Natürlich war das kein „Duell“, es konnte ja auch keins werden. Dazu müßten die vermeintlichen „Kontrahenten“ nämlich in irgendeiner relevanten Frage unterscheidbare Positionen haben; dazu müßte der zum „Herausforderer“ stilisierte Juniorpartner in Lauerstellung auch mal zum Generalangriff bereit sein, und die Amtsinhaberin müßte eine politische Überzeugung jenseits des Weiterregierenwollens haben, für die sie auch bereit wäre, zu kämpfen und sie gegen Widerspruch zu verteidigen.

Aber eine alternativlos Unfehlbare streitet nicht gern, und der aus dem unverbindlichen Brüsseler Schwadronierhimmel abgestürzte Möchtegern-Kanzlerkandidat auf Jobsuche, der mit seiner neuen Rolle heillos überfordert ist, versucht es gar nicht erst. Nicht mal seine früheren Attackenversuche will er wiederholen, er räumt sie gleich zu Beginn auf Nachfrage freundlich lächelnd ab und freut sich im weiteren Verlauf jedesmal wie ein Musterschüler, wenn er Frau Merkel recht geben kann.

Kritiklose Stichwortgeberinnen

Die hatte schon im Vorfeld jede Diskussionsgefahr gebannt und die Bedingungen entsprechend diktiert. Neunzig Minuten mit vier Interviewern für sämtliche Themen, in einem starren Frage-Antwort-Korsett mit Redezeituhr, so ein Format ist journalistisch unbefriedigend und überflüssig. Den beiden öffentlich-rechtlichen Bezahlfernseh-Moderatorinnen, die es gewohnt sind, als kritiklose Stichwortgeberinnen um die Gottkanzlerin herumzuscharwenzeln, machte das wohl am wenigsten aus.

Ihre beiden Kollegen vom frei empfangbaren Privatfernsehen haben immerhin versucht, noch etwas aus der peinlichen Konstellation zu machen. So wurde die erste Hälfte der Sendung über das Thema gesprochen, das zwar die Bürger am meisten interessiert, das aber die Großkoalitionäre am liebsten ganz aus dem Wahlkampf herausgehalten hätten. Wer sich das angetan hat, konnte immerhin die auch nicht ganz neue Erkenntnis mitnehmen, daß sich am Asyl-, Einwanderungs- und Islamisierungsdesaster mit keinem von beiden Kandidaten etwas substanziell ändern wird.

Merkel würde alles wieder so machen, Schulz hat nur zu kritisieren, daß man die „europäischen Partner“ nicht früher eingebunden hat, um ihnen einen Teil der wie ein Naturereignis hingenommenen Immigrantenflut aufs Auge zu drücken. Die Grenzen wieder schließen will auch keiner von beiden.

„Verliebt ins Gelingen“

Dreitausend Kilometer, das geht doch gar nicht, wiederholt die Kanzlerin ihren Unfug von vor zwei Jahren, man könne doch nicht mit Wasserwerfern gegen Tausende Menschen vorgehen. Warum eigentlich nicht, gegen einheimische Rechtsbrecher, die gegen ein Stelldichein der Mächtigen randalieren, kann man sie doch auch einsetzen.

Schulz will sein „wertvoller als Gold“ auch nicht zurücknehmen, er meine ja den Glauben der „Schutzsuchenden“ an „Europa“. Das ist auch dann noch hanebüchen, wenn man die zugrundeliegende Lüge akzeptiert, alle, die da in unser Land wollten, seien tatsächlich „Flüchtlinge“. Er sei „verliebt ins Gelingen“ und nicht ins Scheitern, gibt er als Schulz-Variante von „Wir schaffen das“ zum besten.

Die „Integration“ werde halt noch Jahre dauern, sagen beide, von den „Gastarbeitern“ seien auch noch immer nicht alle integriert, meint die Kanzlerin; daß unter diesen Umständen weniger Einwanderung angebracht wäre, darauf kommt keiner von beiden. Schulz will mehr Geld für „Integration“, um nicht Einheimische gegen Zuwanderer „auszuspielen“, als käme das Geld vom Himmel und nicht von eben jenen Einheimischen.

Keine kritischen Nachfragen

Mehr Abschiebungen? Da haben wir „ganz hart dran gearbeitet“, behauptet dreist die Kanzlerin, ist schwierig, sagen beide. Den Familiennachzug traut sich auch keiner von beiden in Frage zu stellen, die nächste Million kann schon mal die Koffer packen. Und klar, „der Islam gehört zu Deutschland“, bekräftigt die Kanzlerin.

Daß Bürger sich sorgen wegen der gestiegenen Terrorgefahr, kann sie immerhin „verstehen“, da müßten die „islamischen Geistlichen“ dann halt sagen, daß das „nichts mit dem Islam zu tun hat“. An den Terror sollen wir uns jetzt nun doch nicht „gewöhnen“, und Schulz findet es auch schlimm, daß so viele Gefährder herumlaufen, aber ans Rausschmeißen denkt er genausowenig. Mit der Asylindustrie will sich eben keiner anlegen.

Und die Moderatoren auch nicht mit den Kandidaten, sonst hätten sie sie mit kritischen Nachfragen noch mehr in die Enge treiben können. So plätschert es dahin, Schulz schimpft noch auf Trump und will immerhin die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beenden, „wenn ich Kanzler werde“. Kann er leicht sagen, wird er ja nicht.

Schwarz-rote sozialdemokratische Einheitspartei

Beim Nebenthema Pkw-Maut inszeniert er doch noch so was wie einen Konflikt, und am Schluß verhaspelt er sich auch noch bei seinem eingelernten Sprüchlein zum seltsam berechneten unterschiedlichen Minutenverdienst von Krankenschwestern und Managern.

Und, wer hat gewonnen? Ist völlig egal. Ob Merkel oder Schulz oder Merkel mit Schulz, es geht weiter so. Wenn kritische Fragen gestellt wurden, bei denen beide Kandidaten ins Schwimmen gerieten, kamen die Stichworte aus dem Programm der AfD, mit der die Kanzlerin auf gar keinen Fall koalieren will.

Und dabei wurden Merkel und Schulz nicht einmal wegen der von beiden Parteien zu verantwortenden Milliardenverschwendung für Einwanderung, Euro-Rettung und Energiewende zur Rede gestellt, dafür fehlte den Moderatoren die Zeit und der Biß. Interessant wird’s erst wieder, wenn der Herausforderer von rechts kommt und nicht aus der schwarz-roten sozialdemokratischen Einheitspartei.

Als Fortsetzung und Bestätigung meines vorhergehenden Artikels über die Aggression Amerikas gegenüber Russland kann ich berichten, das US-Militär hat Panzer vom Typ Abrams M1 und weitere gepanzerte Fahrzeuge per Schiff nach Georgien gebracht. Sie wurden im Hafen von Poti am Ostende des Schwarzen Meer entladen und sollen am multinationalen Manöver Agile Spirit 2017 teilnehmen. An dem Kriegsspiel in der ehemaligen Sowjetrepublik unmittelbar vor der russischen Grenze nehmen neben 500 Amerikanern, 1000 Soldaten aus Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Lettland, Rumänien und Ukraine teil.

In Berlin wurden aus einem vorbeifahrenden Auto Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft abgegeben.

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