SCHEISSPIEL OHNE GRENZEN

On September 27, 2016, in Akif Pirinci, by admin

SCHEISSPIEL OHNE GRENZEN

Beim Betrachten des dänischen Films „Adams Äpfel“ schwankt man zwischen Ungläubigkeit und Lachanfällen angesichts des Verhaltens von Pfarrer Ivan (Mads Mikkelsen), dessen Optimismus, Gutgläubigkeit und seine Schwäche in Menschenkenntnis nicht nur grotesk sind, sondern bereits pathologisch. Zum Beispiel vermutet er in dem Portraitfoto von Adolf Hitler, welches im Zimmer eines ihm zur Resozialisierung anvertrauten Neonazis das Abbild dessen Vaters. Und selbst als der Nazi darauf beharrt, daß das Bild Hitler darstelle, weicht Ivan keinen Millimeter von seiner irrigen Meinung ab und erwidert, das könne gar nicht sein, denn Hitler hätte ja schließlich einen Vollbart getragen.


Akif auf Achse Pirincci, Akif    »Das Schlachten hat begonnen« jeder erinnert sich an diesen Paukenschlag, der aus dem Krimi-Autor Akif Pirinçci über Nacht einen politischen Publizisten machte. Pirinçci veröffentlichte diesen Wutschrei 2013 auf dem Blog »Achse des Guten« anläßlich der Tötung eines jungen Deutschen durch Ausländer. Pirinçci sah darin einen beispielhaften Vorgang: den schleichenden Genozid an der konkurrierenden Gruppe männlicher, junger Deutscher. »Das Schlachten hat begonnen« erscheint nun ungekürzt in gedruckter Form: Akif auf Achse versammelt alle Texte, die Pirinçci bei der »Achse des Guten« veröffentlichte enthält aber auch vier neue Stücke. Drei davon sind exklusiv für Akif auf Achse geschrieben worden. Und auf einen dürfen sich langjährige wie auch neue Pirinçci-Fans besonders freuen: »Immer Ärger mit Jonny« ist die Fortsetzung von »Das Schlachten hat begonnen«.Selbstverständlich ist dies schwarzer Humor, und man könnte meinen, in der Realität existierten solche lächerlich naiven Figuren gar nicht. Und schon gar nicht sitzen sie als hoch dotierte Schreiber in Redaktionsstuben irgendwelcher angesehenen Zeitungen und verfassen Artikel, deren Unlogik selbst 6-jährige durchschauen können und deren Tenor wie aus einer heilen Micky-Maus-Welt fernab unserer Galaxis entnommen anmutet. Doch, tun sie! Ein Thomas Schmid schreibt in WELT ONLINE in der Mitte eines solchen und offenkundig an die Leser eines Heimes für Debile adressierten Elaborates Folgendes:

„Grenzen sind so wenig natürlich und beständig, wie Nationen es sind. Auch ist die Idee der Grenze als einer Linie, die den Staat A messerscharf vom Staat B trennt, recht jungen Datums. Sie setzte sich erst vollends durch, als der Nationalismus in Europa Fahrt aufnahm und so viele Völker im souveränen, ethnisch homogenen Nationalstaat das Heil sahen.“

Faszinierend, das habe ich gar nicht gewußt. Adolf Hitler höchst persönlich hat also dieses Grenzgedöns erfunden – neben der Autobahn und dem Kartoffelstampfer. Davor gab es weder Grenzen noch Nationalstaaten, sondern nur Sonne, Mond und Sterne, was auch erklärt, daß alle Länder rund um Deutschland sich damals vor Freude gar nicht mehr eingekriegt haben, als die Wehrmacht über sie herfiel und sie zu einem einzigen grenzenlosen deutschen Land formte. Bleibt die Frage, weshalb diese Länder nach dem Krieg den Schwachsinn mit den Grenzen beibehalten haben. Vermutlich aus reiner Faulheit.

Aber der Reihe nach. Thomas Schmid ist einer, den man bei einer konservativ tuenden Zeitung wie DIE WELT am wenigsten vermuten würde, schon gar nicht als dessen Herausgeber und Chefredakteur, also ein sehr großes Tier dort. Denn in den 1960er Jahren gehörte er zur Westdeutschen Studentenbewegung, in den 1970er Jahren zur Sponti-Szene an, in den 1980er Jahren zu den Politikern der Grünen. Ein Mann, ein grün-rot versifftes Klischee. Falls sich also jemand immer noch wundert, weshalb die ehemals die Interessen dieses Landes reflektierende WELT inzwischen zu einem Deutsche und Deutschland hassenden und nonstop den Moslemschwanz nuckelnden Klopapier degeneriert ist, das ist die Antwort.

Gehen wir den Artikel durch. Er trägt die Überschrift „Wir müssen lernen, grenzenlos zu denken“. Hübsches Wortspiel – aber völlig falsch. Denn keine Grenze der Welt hindert einem „grenzenlos zu denken“. Vielmehr besitzen die Menschen im Westen die Freiheit, grenzenlos zu denken und zu handeln,  weil es Grenzen gibt, welche Unzivilisierte daran hindern, hier einzufallen und ihre antifreiheitliche und von einer ekelhaften Steinzeitreligion diktierte Weltsicht sowohl Einheimischen als auch Abweichlern unter sich überzustülpen.

„Denn diesem Thema wohnt offensichtlich noch immer eine vulkanische Kraft inne. Warum besteht die Gefahr, dass Deutschland in der Flüchtlingsfrage die Fasson verliert?“

Ja, warum verlieren wir eigentlich bei solch einem vernachlässigbaren Thema die Fasson? Ist doch gar nix passiert. Zwar laufen nun Millionen dauergeile, analphabetische, zu nichts zu gebrauchende Jungmänner durch die Straßen und begrapschen, nötigen und vergewaltigen unsere Frauen, Mädchen und Kinder und beanspruchen eine Vollversorgung bis zu ihrem Lebensende, zwar fließt das Erarbeitete der Einheimischen über Steuern in Abermilliardendimension an irgendwelche Fremde, die sich einen Dreck um unsere Gepflogenheiten scheren und in ihrer Rückständigkeit und ihrem destruktiven Gotteswahn verharren wollen wie in den Höllen, von wo sie herkommen, zwar werden wegen ihnen angefangen bei den Krankenkassenbeiträgen sämtliche Abgaben für Sozialsysteme einheimischerseits in einem heute noch unvorstellbaren Ausmaß steigen, zwar verschandeln und prägen ihre Frauen, die in ihrer eingekapselten Welt nicht mehr als Maschinen zur Triebabfuhr und zum Nonstop-Gebären sind, mit ihren widerlichen Verschleierungen unsere Alltagsästhetik und den öffentlichen Raum, zwar penetriert der längst überwunden geglaubte Aberglaube, zudem ein sich ausschließlich mit Gewalt, Kollektivismus und der Muschi beschäftigender Aberglaube namens Islam, immer unverschämter unsern Alltag und unsere Gedankenwelt und schüchtert uns ein, zwar wird im Namen ihrer uns nichts anzugehenden Probleme und Wahngebilde mittlerweile auch hier gemordet, gebombt und terrorisiert, so daß unsere vom Staat garantierte Sicherheit eine Lachnummer ist … Aber sonst ist alles in Ordnung. Warum die Fasson verlieren?

„Einwanderung kann große, geradezu kreatürliche Ängste auslösen. Gesellschaft kippt dann schnell in Natur um. Es heißt dann, Migranten `überschwemmen´, `überfluten´ die bisher angeblich homogene Gesellschaft. Völkisch motivierte Horrorideen finden ihre Anhänger: von `Umvolkung´ oder `Bevölkerungsaustausch´ ist die Rede.“

Was ja Quatsch ist. Denn die Gesellschaft war ja nie homogen, sondern immer schon islamisch. Und schon immer ließen gut genährte junge Männer in Überzahl von morgens bis abends ihre Eier im Café schaukeln, soffen, forderten mit einem afghanischen Grundschulabschluß Elektroingenieur bei Siemens zu werden oder alternativ Gebetsräume in der Universität, worin natürlich die minderwertigen Schlampen keinen Zugang haben sollten, während einheimische alte Männer die Kohle für die Wlan-Flatrate fürs Handy treu doof herbeischafften. Ja, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, bereits vor 30, 40 Jahren wachten wir jeden Morgen in einem orientalischen Basar mit angeschlossener Pipeline zum Sozialamt auf und freuten uns darüber wie Bekloppte. Denn wir hatten ja keine „völkisch motivierte Horrorideen“ wie „Umvolkung“ im Kopf, dessen Nennung in diesem Land heutzutage schwerer wiegt als mit dem Vorwand der kulturbedingten Kinderehe kleine Möschen zu ficken.

„Und weil sich der Einheimische im Fremden spiegelt, nötigt Einwanderung die Gesellschaft dazu, sich ihrer selbst zu vergewissern. Kräftige Einwanderung zerstört den alten, lieb gewonnenen Trott. Sie wirft komplizierte Fragen auf, und zwar immer wieder von Neuem.“

Aha, der Einheimische spiegelt sich also im Fremden. Und wie geht das? Schaue ich mir einen Drogen verkaufenden Afro und einen kopftretenden Marokkaner an und denke „Jaja, so waren auch meine Urahnen aus Neandertal; Kinder, wie die Zeit vergeht“? Zum Glück zerstört die Einwanderung „den alten, lieb gewonnenen Trott“. Was haben wir uns damals in der Straßenbahn zu Tode gelangweilt, weil niemand mit einer Axt unsere Köpfe spaltete und Zigeuner nicht direkt aus dem Fenster auf die Straße schissen. Jetzt endlich kommt Schwung in die Bude!

Dann nimmt uns Thomas Schmid an die Hand und klärt uns über den Begriff der Grenze auf, weil wir davon keine Ahnung haben. Da wird er aber selber etwas völkisch, denn das Wort Grenze komme vom slawischen „granica“ und müßte uns eigentlich wesensfremd sein. Ich wußte schon immer, warum ich diese Jugos nie so richtig leiden konnte. Denn:

„Auf alten Landkarten waren gar keine Grenzen zu sehen. Grenzen waren Grenzräume, Grenzzonen, eben Marken. Also Zonen, in denen das eine in das andere langsam überging. Aber auch Zonen des Austauschs, der doppelten Identitäten, der – wir würden sagen: liberalen – Vieldeutigkeit … Grenzen sind so wenig natürlich und beständig, wie Nationen es sind.“

Nein, nein, es gab Anno Tobak überhaupt keine Grenzen. Deshalb entschlossen sich auch die Moslems seiner Zeit einfach mal nach Europa zu marschieren, um hier den „Austausch“, die „doppelte Identität“ und die „Vieldeutigkeit“ anzuleiern. Wie völkisch von den Europäern, ihnen als Dank dafür einen Arschtritt zu verpassen. Nationen sind widernatürlich so wie es Grenzen sind, einverstanden. Ist es da aber zu viel verlangt, von Leuten, die offenbar weder das eine noch das andere kennen, einzufordern, die Staatsknete, von dem sie und ihre Kinder bis zu ihrem Ableben hier existieren werden, einfach mitzubringen? Denn wenn alles Jacke wie Hose ist, kann ja die Nicht-Nation Saudi Arabien, die Nicht-Nation Pakistan, die Nicht-Nation Iran, die Nicht-Nation Irak usw. das zu schmarotzende Steuergeld ihnen zur Verfügung stellen und nicht allein die Überhaupt-nicht-Nation Deutschland.

„Aber kein Land, das bürgerlich verfasst bleiben will, hat die Möglichkeit, Einwanderung pauschal abzulehnen.“

Ähm … doch, die Möglichkeit haben viele Länder und machen auch davon fleißig Gebrauch. Und du wirst es mir nicht glauben, Schmidi, die sind total bürgerlich verfaßt. Oder willst du etwa behaupten, Ungarn, Kanada, Australien, Japan usw. ergehen sich noch in blutigen Stammesritualen und kochen Menschenopfer in großen Töpfen?

„Grenzschutz ist dabei eine schwache, wahrscheinlich gar keine Hilfe. Wir werden wohl lernen müssen, über den Nationalstaat hinauszudenken.“

Und wir müssen noch darüber hinausdenken, ob wir in Zukunft für all jene, die durch verantwortungs- und besinnungslose Fickerei in die Welt gesetzt worden sind, die Hälfte unseres Einkommens hergeben oder gleich alles. Gott sei dank haben wir keinen Nationalstaat mehr, der uns diese Entscheidung überläßt, sondern ein Kartell von „doppelten Identitäten“ in dieser Drecksregierung, dem unsere Identität voll am Arsch vorbei geht.

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Die Hamburger Datenschutzbehörde verbietet Facebook, Nutzerdaten seines Tochterunternehmens WhattsApp automatisch zu verwenden. Zuvor hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen WhatsApp wegen der Weitergabe von Kundendaten an den Mutterkonzern Facebook abgemahnt.

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Der Dax ist zum Mittag nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone zurückgekehrt. Auch die Aktien der beiden deutschen Großbanken gaben wieder deutlich nach, ebenso wie Geldinstitute in ganz Europa.

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Großbritannien wird mit allen Mitteln gegen die Errichtung einer EU-Armee kämpfen. Diese sei eine unnötige Kopie der NATO, sagt der britische Verteidigungsminister. Zuletzt hat die EU sehr vernünftige Pläne zu einer Straffung beim Militär vorgelegt. Doch die Briten wollen keine Konkurrenz in Militär-Fragen aus Europa – sie sehen sich als Weltmacht.

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Die Deutsche Bank ist seit Monaten unter Beschuss. Ihre US-Konkurrenten haben Unterstützung von der amerikanischen Regierung bekommen. Die Bundesregierung zaudert – und spielt ein gefährliches Spiel. Bluffen Merkel und Schäuble? Haben sie im Poker um die größte Bank Deutschlands wirklich bessere Karten als die Finanzindustrie?

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Die Deutsche Bank ist aber beileibe nicht die einzige, sondern nur eine gut sichtbare exponierte Bank in Schwierigkeiten. Am Markt sind Anzeichen eines aufziehenden Vertrauensverlusts zu erkennen. Die Credit Default Swap Spreads weiten sich wieder aus.

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Zeitproblem (28.9.2016)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Der DJK dürfte Ihnen ein Begriff sein. Ausgeschrieben ist die Bezeichnung dieses katholischen Sportverbandes weniger geläufig: Deutsche Jugendkraft. Gegründet wurde er 1920 in Würzburg, aber das habe ich gerade nachgeschlagen, das war mir auch nicht bekannt. Das “deutsch” dürfte da nicht mehr so eng gesehen werden, sonst riefe das Merkels Denunziationsminister Heiko Ehrenburg Maas auf den Plan. Katholisch ist ebenfalls keine Pflicht mehr, und schon bei der Gründung herrschte Einigkeit, daß die Mitgliedschaft nicht auf die Jugend begrenzt sein würde.


Lebenszeit ohne Ende Guthke, Karl S.    Der Wunschtraum der Unsterblichkeit in "dieser Welt" hat eine lange Tradition, die besonders in der Literatur bis heute wirksam ist. Er ist das Gegenbild, aus dem man etwas über sich selbst erfährt. Aber was? Romane und Dramen, die sich mit "vernunftbestimmter Einbildungskraft" (Borges) dem Thema "Lebenszeit ohne Ende" zuwenden, oft in Zwiesprache mit Spekulationen der biologischen oder kybernetischen Wissenschaften, bemühen sich um Antworten. Schlüsselwerke dieser Art werfen Streiflichter auf Variationen menschlicher Selbstvergewisserung in der Kulturgeschichte der letzten 300 Jahre. Autoren: Swift, Wilde, Shaw, A. Huxley, C?apek, de Beauvoir, Borges, Calvino, Rushdie, Houellebecq, Saramago, Pascal Mercier u.a. Eher selten und nicht ohne kritisch-nachdenklich stimmende Aspekte erweist sich der Triumph über den Tod als Glück und Bereicherung. Häufiger wird er als "Fluch" erfahren - aus sehr verschiedenen Gründen. So gut wie immer aber zielt das Gedankenexperiment "ewiges Leben im Hier und Jetzt" auf die Alternative, nämlich die Herausforderung, die Chance zu ergreifen, das zeitlich begrenzte Leben "in die eigenen Hände zu nehmen": es auf je eigene Weise sinnvoll zu gestalten, "eine neue Art, in der Welt zu sein", zu erfahren (Mercier). Der fiktionale Unsterbliche kennt diese Herausforderung nicht und bringt sich derart um das, was den Menschen zum Menschen, das Leben lebenswert macht. Und was das ist, daran erinnern die Werke nicht nur zwischen den Zeilen. Damit kommt eine Facette der Kulturgeschichte in Sicht, die aufschlußreich und anregend sein könnte in einer Zeit, die (so "Der Spiegel" 2014) "besessen" ist von der "Erfindung der Immortalität".Damit lasse ich den DJK in Frieden und widme mich dem Teil, das zu seiner Erwähnung geführt hat: der Jugendkraft. Wissen Sie noch, wie es in der Jugend war? Das Leben erschien als eine einzige große Wundertüte, voller angenehmer Überraschungen, voller Chancen. Wenn ich groß bin… Dieser Einleitung folgten zahlreiche Wünsche und Hoffnungen. Ich fahre Porsche, ich habe ein Haus, bin Pilot, Wissenschaftler, Pfarrer… Der nächste Tag bringt neue Überraschungen, neue Wunder… Ja, das ist Jugend, Probleme waren dazu da, mittels der Jugendkraft gelöst zu werden.

Mit fast 60 habe ich das reifere Alter erreicht. Ich bin mir der Endlichkeit des Lebens bewußt. In der Wundertüte habe ich immer wieder Mausefallen gefunden, die mir ordentlich eins auf die Finger gegeben haben. Porsche fahre ich nicht, ein Haus habe ich nicht, Pilot bin ich nicht geworden, als Wissenschaftler bezeichnet mich allenfalls mein Universitätsdiplom und Pfarrer… Mit dem Buch “Die spirituelle Welt” wäre ich früher auf dem Index oder dem Scheiterhaufen gelandet. Der nächste Tag bringt neue Rechnungen, Probleme türmen sich immer aufs Neue auf. Die Jugendkraft ist eine ferne Erinnerung.

Psychologen haben dafür schöne Erklärungen. Mit fünf Jahren entspricht das sechste Jahr 20% des bisherigen Lebens, was immer kommt, ist zum größten Teil neu. Wir kommen in die Schule, werden jedes Jahr “befördert”, also in die nächste Klasse versetzt. Wir dürfen endlich in die Filme “ab 12” (einverstanden, das ist heute keine Schwelle mehr), wir steigen auf zum Mofa, zum Moped, zum Auto… Wir werden volljährig, dürfen ab nun unseren Mann oder unsere Frau stehen. Wir sind jedes Jahr gewachsen, wir wurden jedes Jahr stärker, haben jedes Jahr mehr gekonnt als zuvor. Wir treten hinaus in die Welt, um der Welt zu zeigen, wer wir sind. Denn genau das wissen wir noch nicht, da erwarten wir noch die Antworten auf unsere Fragen.

Das Leben erscheint unendlich, wir selbst sind unsterblich. Mit dem Tod werden wir nur ganz selten konfrontiert. Höchstens ein guter Freund erleidet einen Unfall, ansonsten trifft das Sterben nur ganz alte Leute. Wir wissen, das Sterben gehört zum Leben, aber gewiß nicht zu unserem Leben. Wer mit 20 einen Baum pflanzt, darf davon ausgehen, daß er dereinst in dessen Schatten sitzen wird. Wer mit 30 ein Haus baut, erwartet, daß er darin die nächsten Jahrzehnte wohnen wird.

Wer mit 60 einen Baum pflanzt, kann eher davon ausgehen, daß dessen Krone sein Grab überschattet. Sicher gibt es Leute, die 100 werden, und die Rekordhalter haben sogar die 120 überschritten. Doch der Blick nach vorne zeigt, daß da irgendwo ein Grabstein stehen wird, der meinen Namen trägt. Ein Haus bauen? Wozu? Für die Kinder vielleicht, doch ich habe keine Kinder. Wenn ich mein Elternhaus erbe, lohnt es sich nicht, das noch großartig umzubauen. Die Zeit des Aufwands lohnt nicht die Zeit des Nutzens.

Als mein Vater mir früher erzählt hat “vor zwanzig Jahren”, war das vor meiner Geburt. Das war eine mystische Zeit, etwa dort, wo die Märchen spielen, die ich früher gerne gelesen habe. Inzwischen ist diese Vergangenheit sortiert, Antike, Kreuzzüge, Biedermeier – es sind feste Pfähle eingeschlagen. Heute könnte ich selbst erzählen “vor vierzig Jahren”, nur ist da nichts traum- oder märchenhaft, die Zeit besteht aus Gesichtern, aus Handlungen, aus Freude und Verlust. Und manchmal sehnt man sich danach, daß der Nachbarsjunge klingelt und einen zum Fußballspielen abholt. Etwas, das nie geschehen wird, denn es war vor vierzig, vor fünfundvierzig Jahren.

Die Ureinwohner Australiens nennen ihre mystische Vergangenheit die Traumzeit. Ich möchte mir diesen Begriff gerne ausleihen. Wann war sie zu Ende, meine Traumzeit? Jene Zeit, von der ich heute träume? Wann habe ich angefangen, nicht mehr fröhlich nach vorne, sondern immer öfter sehnsüchtig in den Rückspiegel zu sehen? Es muß irgendwann zwischen 30 und 40 gewesen sein, als in der Wundertüte des Lebens immer öfter die Mausefallen aufgetaucht sind. Mein Studium hat sich hingezogen, doch dann kam die finale Beförderung, der Sprung hinaus ins Leben. Ab dann sind die Möglichkeiten endlich geworden.

Ich habe das früher mit einem Kreis verglichen. Mit dem Abitur hat man alle Möglichkeiten zur Auswahl, die 360 Grad des vollen Kreises. Doch schon der nächste Schritt verengt die Perspektive, schließt viele Möglichkeiten aus. Nach dem Studium ist man ein ganzes Stück weitergekommen, doch es sind höchstens noch fünf Grad des Kreises übrig geblieben. Mit der Berufswahl verengt sich der Weg erneut. Ein “Physiker” kann vielfältig eingesetzt werden, ein Spezialist für technische Software ist auf einer schmalen Spur gelandet, fährt nur noch eingleisig weiter, wurde auf ein Viertelgrad reduziert.

An dem Tag, als ich mein Diplom erhalten habe, war mir bewußt, daß dies mein letzter Tag als Physiker sein würde. Danach wurde ich Programmierer, und mein schönes Diplom hat mich dazu berechtigt, statt mit 2.000 DM pro Monat mit 4.000 DM anzufangen. 17 Jahre später kam der Tag, an dem ich aufgehört habe, Programmierer zu sein. Der Schritt ins Nichts, der Neuanfang als Schriftsteller. Damals muß noch ein Funke der Jugendkraft in mir geglommen haben, der Antrieb, erneut in die Wundertüte zu greifen, trotz der möglichen Mausefallen. 2004, mit 47 Jahren…

Entschuldigen Sie, wenn ich so viel von mir selbst hier schreibe. Mein eigenes Leben ist nun einmal das, welches ich am besten kenne. Ich nehme an, daß Sie selbst vieles ähnlich durchlebt haben, nur daß bei Ihnen eine 25 steht oder eine 38, wo ich eine 30 stehen habe. Wenn ich meinen Bekanntenkreis durchforste, finde ich dort kein Leben, das ohne Brüche verlaufen wäre. Und wenn doch, dann liegt es daran, daß ich nicht genau genug hingeschaut habe. Das Leben beginnt wie die Blüte eines Löwenzahns. Zumeist erwählen wir uns aus der Fülle dieser Blüte ein einziges, ganz kleines gelbes Blättchen, das uns in die Zukunft trägt. Wir können festhalten, warten, bis die Blüte reif ist, uns mit einem Schirmchen und dem Samenkorn dem Wind überlassen. Wir müssen es, denn die Pflanze wird schließlich absterben.

Wenn man jung ist, und irgendwelche Leute, die man immer getroffen hat, tauchen nicht mehr auf, dann sind die nicht etwa tot, sondern nur verheiratet. Im fortgeschrittenen Alter ist das anders. Erst vor zwei Tagen habe ich erfahren, daß ich einen Mann, der früher oft in meinen Chat gekommen war, nicht etwa vergrault habe, sondern daß dieser mittlerweile verstorben ist. Die Todesanzeigen der Tageszeitung haben mich früher nie interessiert, das war zwischenzeitlich anders, als dort bekannte Namen auftauchten. Ehemalige Lehrer… Inzwischen lese ich das Käseblättchen nicht mehr, so bleibt mir der nächste Schritt erspart, die Namen ehemaliger Mitschüler.

Das Alter ist die Zeit der eingeschränkten Möglichkeiten. Dies bringt die sprichwörtlichen bösen alten Männer hervor, die mit Macht und Geld das ersetzen, was ihnen die Jahre genommen haben. Wir kennen ihre Namen, George Soros, Henry Kissinger, Joachim Gauck mögen genügen. Es gibt genauso die bösen alten Frauen, Hillary Clinton, Liz Mohn und Friede Springer seien hier angeführt. Diese Menschen, die längst an der Schwelle des Jenseits stehen, wollen der Welt nach wie vor ihren Stempel aufdrücken, wollen das Leben der Jugend bestimmen.

Wenn ich eines gelernt habe, dann daß man im Alter loslassen muß. Gelernt heißt aber nicht verinnerlicht, denn diese Lehre mißachte ich immer wieder. Loslassen ist das, was ebenso als altersmilde bezeichnet wird. Ich kann mit 60 einem Zwanzigjährigen Ratschläge geben, doch ich darf nicht sein Leben bestimmen wollen. Die Jugend hat ein Recht auf eigene Erfahrungen, auf eigene Fehler. Wer mit dem Kopf gegen die Wand rennen will, soll das tun, es ist nicht meine Aufgabe, ihn vorher niederzuschlagen.

Genauso ist es ein Fehler, im Alter mit Scheuklappen herumzulaufen. Die Alten können genauso von den Jungen lernen, die in ihrem Ungestüm und ihrer Kreativität Lösungen finden, wo wir selbst früher gescheitert sind. Wir Alten wissen zwar oft mehr, aber beileibe nicht alles besser. Daß die Jugend faul, unfähig und verlottert ist, lesen wir in Texten, die schon vor 2.500 Jahren geschrieben worden sind. Und jedesmal ist die faule, unfähige und verlotterte Jugend zu Alten herangewachsen, die das Gemeinwesen weitergeführt und ihrerseits über die faule, unfähige und verlotterte Jugend geschimpft haben.

Das Alter bietet neue, eigene Möglichkeiten. Wir können unsere Erfahrungen aufzeichnen und diesen Schatz an unsere Nachkommen weitergeben. Aber bitte nicht in der Form der “Auto”-Biographien der Politiker, die uns einreden, sie hätten von Anfang an recht gehabt und alle anderen sind wahlweise Arschlöcher oder Schwerverbrecher. Wir haben eben nicht immer recht gehabt, wir haben Fehler begangen und aus diesen gelernt. Wenn die Jugend die Möglichkeit hat, aus unseren Fehlern zu lernen, eröffnet ihnen das die Möglichkeit, neue, eigene Fehler zu begehen und daraus zu lernen.

Die eigenen Kinder sind zu beschäftigt um zuzuhören? Die Enkel sind es nicht! Doch vielleicht sind wir zu beschäftigt, um mit ihnen zu sprechen. Nicht umsonst gibt es das Wort “Unruhestand”, das den Alten beschreibt, der auf vielerlei Weise versucht zu zeigen, wie wichtig und unverzichtbar er doch ist. In manchen Vereinen wird notiert, wann ein bestimmtes Mitglied in Rente geht, um ihm dann Pöstchen anzubieten, für die er ja jetzt Zeit hat.

Andererseits, die Lebensphase, die wir “Alter” nennen, zieht sich hin. Der Arzt, der seinem alten Patienten empfiehlt, keine Langspielplatte mehr zu kaufen, ist nur eine Witzfigur. Uns bleiben Jahre und Jahrzehnte, um das zu übergeben, was wir der Nachwelt hinterlassen wollen. Wir müssen uns dabei bewußt sein, daß das, was wir tun, nicht mehr für uns selbst sein wird, sondern für eine Nachwelt, die unsere Hinterlassenschaft annehmen oder verwerfen kann. Der demokratische Politiker läßt eine Umgehungsstraße bauen, weil diese JETZT gebraucht wird. Frühere Könige haben Eichenwälder pflanzen lassen, damit in hundert Jahren Schiffsbauholz zur Verfügung steht.

Die teure Flasche Wein, die Sie kaufen, um sie für eine besondere Gelegenheit zurückzulegen, werden Sie vielleicht nicht mehr selbst trinken. Aber deswegen darauf verzichten? Nein, das wäre grundfalsch! Ihr Leben hat weiterhin einen Wert, und Sie verfügen zwar nicht mehr über die Jugendkraft, dafür über Schaffenskraft, Lebenserfahrung und Altersweisheit. Ihre Zeit läuft aus, unerbittlich. Verluste, die Sie erleiden, werden Sie ziemlich sicher nicht mehr ausgleichen können. Das alles ist richtig, doch wenn Sie sich dieser Tatsachen bewußt sind, richten Sie Ihr Leben darauf ein. Reduzieren Sie das Risiko und planen Sie Ihre Vorhaben kleinteilig, am besten so, daß selbst die Zwischenschritte brauchbare Ergebnisse liefern.

Im Kontobuch eines jeden Lebens stehen offene Rechnungen. Sie werden sie weder einfordern noch bezahlen können, weil Ihre Zeit dafür ausläuft. Sie können diese offenen Posten jedoch schließen, sie als Verluste in die Bilanz übernehmen und damit aus dem Kontobuch löschen. Auch das gehört zum Loslassen. “…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern…” Kennen Sie diese Zeile? Diese Worte folgen auf “Und vergib uns unsere Schuld”. Das ist der Rat, die offenen Rechnungen im Kontobuch des Lebens zu schließen. Das schließt auch Ihren allergrößten Schuldiger ein, dem Sie vergeben sollen, ja unbedingt müssen: sich selbst!

Warum habe ich vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren das getan und mich nicht anders entschieden? Hätte ich doch… Ich habe aber nicht! Ich lebe seit zwanzig, dreißig, vierzig Jahren mit dieser Entscheidung, und hätte ich es damals anders, aus heutiger Sicht richtig gemacht, hätte ich einen anderen Fehler begangen, dem ich stattdessen nachtrauern würde. Da Ihre Zeit ausläuft, wird es Zeit, sich selbst zu vergeben. Vergeben, nicht vergessen, die Lehre aus dem Fehler behalten, darauf kommt es an.

Ob auf der Autobahn oder im Stadtverkehr, es ist wichtig, hin und wieder in den Rückspiegel zu schauen. Das entscheidende Geschehen spielt sich jedoch vor uns ab, deshalb sollten wir die meiste Zeit nach vorne blicken, auf das, auf das wir zusteuern, auf das, was uns entgegen kommt. Das Ende einer jeden Autofahrt ist der heimische Parkplatz, daran ändern selbst 2.000 Kilometer Strecke nichts. Auf der Fahrt begegnen uns andere Autos, Landschaften, Baustellen, Ampeln, Kreuzungen – das alles gehört dazu. Wir entscheiden, ob und wieviel wir von der Welt da draußen aufnehmen. Wir entscheiden, ob wir bloß ein endloses Band diverser Straßen sehen oder das Leben, das entlang dieser Straßen pulsiert. Doch am Ende stehen wir auf dem Parkplatz, sind dort, wo wir schon so oft gewesen sind. Je näher das Ende einer Fahrt heranrückt, desto mehr beschäftigen wir uns mit unserem Zuhause, ob wir uns darauf freuen oder dessen Eintönigkeit verabscheuen.

Es ist ganz natürlich, mit fortschreitendem Alter an das Ende zu denken. Es zu verdrängen wäre ein Fehler, denn das Ende ist unvermeidbar. Manche Menschen planen ihre Beerdigung, treffen alle Arrangements, bezahlen den Leichenbestatter, erstellen das Menu für den Leichenschmaus. Andere werden hektisch, rennen zum Pfarrer, vermachen ihr Hab und Gut der Kirche. Wieder andere halten ihren Tod für eine Katastrophe, die sie um jeden Preis hinauszögern wollen. Vegane Ernährung, kein Alkohol, nicht rauchen, viel Bewegung, keine Aufregung – vielleicht werden Sie trotzdem keine Hundert, aber es dürfte Ihnen so vorkommen. Dabei ist es gleichgültig, wie gesund Sie sterben, denn sterben werden Sie trotzdem. Ihre Zeit läuft aus. Wenn Sie nicht damit umgehen können, wird daraus ein Zeitproblem.

“Wir wollen Ihre Lebensversicherung am liebsten an Sie selbst auszahlen.” Diesen Werbespruch habe ich schon lange nicht mehr gehört. Es ist Ihre Sache, ob Sie an Wiedergeburt glauben, doch wenn Sie es tun, dann sind letztlich Sie selbst derjenige, der die Früchte Ihres Lebens ernten wird. Nicht das Photoalbum Ihres Großvaters, und auch der Familienschmuck wird anderweitig vererbt, doch die Welt, die Sie hinterlassen, wird die Welt sein, die Sie im nächsten Leben vorfinden. Insofern sind Sie selbst derjenige, der Ihr Vermächtnis erhalten wird. Insofern sehe ich jene Zeit, die mir noch verbleibt, als eine Zeit der Aussaat. Und wenn ich selbst dies nicht ernten werde, so bleibt das ein Geschenk an eine zukünftige Welt.

Jedes Leben hat einen Sinn!

© Michael Winkler

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Spatz: Mit dem Kopf voraus

On September 27, 2016, in Spatz, by admin

Mit dem Kopf voraus

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reiste am 21.9 nach Russland. Die naiven deutschen Unternehmer, jedenfalls ihr Verband, hoffen auf eine Aufhebung der Russland-Sanktionen, als hätte Russland sie verhängt. Diese hatten die deutschen Exporte nach Russland auf die Hälfte einbrechen lassen. Warum sollten sie aufgehoben werden? Etwa weil US-Experten und -Spitzenmanagern fordern, die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland wieder zu normalisieren, um der US-Erdölindustrie strategisch wichtige Förderprojekte in der russischen Arktis zu sichern? Die Sanktionen betreffen nicht die US-Industrie, sondern die der EU, nur die europäische insbesondere die deutsche. Dazu wurden sie ausgedacht und verhängt. Glaubt man wirklich die eigenartigen Vorgänge in der Ukraine oder die falsch gelaufene Wahl auf der Krim seien der Grund und nicht nur Vorwand gewesen? Wie naiv kann einen die Angst vor dem Großen Bruder machen?

Haben die Damen und Herrn der Industrie und ihre gut bezahlten Experten diverse Reden von Mr. George Friedman von STRATFOR nicht gehört, die dieser z.B. am 16.3. 2015 vor dem Chicago Council on Global Affairs gehalten hatte, oder haben sie das Gehörte schnell „verdrängt“? Der geopolitische Vordenker der USA hatte offen ausgesprochen, worum es bei den Sanktionen eigentlich ging und geht: „Wenn deutsches Kapital und deutsche Technologie mit russischer Arbeitskraft und russischen Ressourcen kooperieren würden, wäre das eine existentielle Bedrohung für die USA“. Er wurde damals noch deutlicher. „Die Deutschen haben ein sehr komplexes Verhältnis zu den Russen“ und das genau sei die „Deutsche Frage“. Diese bestehe seit 1871 und sei bis heute das „größte Problem der USA“. Und an anderer Stelle „Das ursprüngliche Interesse der Vereinigten Staaten, aufgrund dessen wir Kriege geführt haben – den 1. Weltkrieg, den 2. und den Kalten Krieg – bezog sich auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland, da die beiden vereint die einzige Kraft waren, die uns bedrohen konnte, und um sicherzustellen, dass dies niemals geschehen würde.“ Darum geht es noch immer, vor allem darum „sicherzustellen, dass dies nicht geschieht“ – so einfach ist das. Dazu bedarf es keiner Verschwörungstheorie, sondern diese nur zur Verhinderung der Einsicht der Betroffenen.

Wenn sich,  zwischen den beiden wieder einen Krieg zu inszenieren wegen der dabei auftretenden Folgeerscheinungen unerwünscht oder unter heutigen Verhältnissen insgesamt als unmöglich erweisen würde, was ließe sich im gleichen Sinne nach Ende des Kalten Kriegs sonst noch unternehmen? Man könnte, man hat einen neuen Kalten Krieg entfacht und alles mit politischem Rang und Namen hat ihn in Deutschland abgenickt – oder etwa nicht? Doch der neue Kalte Krieg beruht auf windigen Argumenten und in erster Linie auf Propaganda. Das kann auf Dauer nicht überzeugen. Was ließe sich nachhaltiger sonst noch unternehmen?

Richtig! Man könnte die eine Seite des Problems beseitigen: „Deutsches Kapital und deutsche Technologie.“ Wie das geschehen könnte? Haben Sie nichts über die jüngsten Skandale der „Deutschen Bank“ oder des „VW-Konzerns“ gehört und die infolge dessen verhängten „Strafen“. Sie halten „die paar Milliarden“ für nicht entscheidend. Mag sein. Ähnlich gelaufene Skandale vor langer Zeit bei der Hela-Bank oder später die teuren Spielchen des Ron Sommer mit der Telekom hatten nicht den durchschlagenden Effekt. (Bei Ron Sommers Einstieg 1995 bei der Telekom verfügte der Bundeskonzerns über ein Finanzpolster von rund 500 Mrd. DM. Nach seinem Ausscheiden 2002 lag eine ausgewiesene Schuld von 70 Mrd. € vor. Wohin das Geld geflossen ist, hat man uns nicht verraten. Es sei einfach „an der Börse vernichtet“ worden. Sommer bekam für seine Leistung eine Abfindung von 11,6 Mio €). Da gab es dann noch die Bundesdruckerei und manch andere Aktion dieser Art. Selbst die Deutsche Wiedervereinigung macht unter dem Aspekt, Kapital aus dem geopolitischen Verkehr ziehen, Sinn.

Vielleicht sollte man dabei auch an die Kosten und gesellschaftspolitischen Auswirkungen der sogenannten Flüchtlingswelle mit den eingebauten IS-Schläfern denken, vor allem, wenn man berücksichtigt, wer den IS überhaupt ins Leben gerufen, stark gemacht und für seine Zwecke eingesetzt hat und noch einsetzt (trotz angeblicher Bekämpfung; aber auch das einzusehen verbietet die Angst vor dem Großen Bruder). Und dann ist da noch der Atomausstieg und die sogenannte Energiewende, von der nicht nur der ehemalige Verbandsvorsitzende der Stahlindustrie Prof D. Ameling auf der 9. IKEK am 12.12.2015 in Essen bezeugt, dass sie zur „De-Industrialisierung Deutschlands“ führen werde, oder – mit den Worten ihrer deutschen Propagandisten – zur „Transformation der Industriegesellschaft“. Inzwischen bekennt sich selbst der BDI (Bund Deutscher Industrie!) zu dieser Wende und kündigt seine Mitarbeit an. Wahrscheinlich wollen die „Biedermänner“ – wie immer – den „Brandstiftern“ noch die Zündhölzer reichen, um wenigstens „das Schlimmste abzuwenden.“

Was hindert Biedermann daran 1 und 1… und 1 zusammenzuzählen? Wahrscheinlich die Vernebelung durch die Leitmedien. Über sie hatte sich schon Upton Sinclaire in seinem Buch The Brass Check (1920), (dt. Der Sündenlohn 1921) ausgelassen. Aber da Sinclair (horribile dictu) „Sozialist“ war, durfte man sein Buch natürlich nicht lesen und schon gar nicht ernst nehmen. Heute sind zum gleichen Zweck diejenigen, die von „Lügenpresse“ reden, selbstredend Rechtsextremisten.

Ein Beispiel: Nach offiziellen Angaben der Polizei demonstrierten mindestens 230.000 Personen am 17.9. in Deutschland gegen die diversen Freihandelsabkommen (TTIP, CETA, TISA). Die Veranstalter schätzten die Zahl auf etwa 320.000. Doch „der Spiegel“ schrieb „Hunderttausende wurden zu den Demonstrationen gegen TTIP und Ceta erwartet. Am Ende kamen teils deutlich weniger.“ Auch „Die Zeit“ titelte: “ Der Protest ist bunt und laut – doch die Beteiligung an den Demonstrationen gegen die Handelsabkommen TTIP und Ceta bleibt hinter den Erwartungen zurück.“ Womit begründen sie diese Behauptung? Die Anzahl der Demonstranten übertrafen die aller bisherigen Demonstrationen und lagen recht genau bei der von den Veranstaltern erwarteten Zahl der Teilnehmer. Natürlich muss der gegenwärtigen Polit-Mode entsprechend der Protest auch „braun“ eingefärbt werden: „In der Allianz der TTIP-Gegner schreiten Gewerkschaften und Umweltverbände Seite an Seite mit Nationalisten vom rechten Rand. Ein paar ganz Braune sind auch dabei“ propagiert Der Spiegel. Also! Nur nicht mitmachen!

Übergehen wir treudeutsch den israelischen Angriff während des Waffenstillstands auf Damaskus und die Golan Höhen. Tel Aviv hat dafür mit dem Abschuss eines Flugzeugs und der Beschädigung eines zweites bezahlt. Das mag auch für die westlichen Staats- und Regierungschefs gelten, die den vereinbarten Waffenstillstand, ohne den Inhalt zu kennen, beklatscht und vom Angriff weggesehen haben. Sie sollten das Abkommen nicht kennen, weil es der Große Bruder aus Gründen, die nur er kennt, nicht veröffentlicht haben wollte. Dann kam der Bruch dieser Vereinbarungen durch eben den Großen Bruder mit einem „versehentlichen“ Angriff auf syrische Regierungstruppen, die einer IS-Offensive gegen die angegriffene syrische Stellung Deir Ez–Zor vorausging. Das heißt: Der Angriff war geplant, weil man Offensiven, auch nicht die des hochgerüsteten IS, nicht ad hoc macht. Die Stellung der syrischen Regierung blockierte den Versorgungsweg des IS. Wie peinlich für die Westpresse – nur nicht nachbohren. „Es war nur ein Versehen.“ Wer wollte sich darüber aufregen. Steinmeier tat es vor der UNO nicht. Der drosch auf die syrische Regierung ein, die nach dem Angriff den verlogenen Waffenstillstand förmlich aufgekündigt hatte. Doch dann kam der Angriff auf einen Versorgungskonvoi der UNO als Ablenkung gerade recht. Fahrzeuge des Konvois wurden „in Brand geschossen“ (der Unterschied interessierte weder Steinmeier noch unsere Presse), wohl aber der Sturm der Entrüstung gegen die angebliche russische oder syrische Bomber. Sie bekommen ihre Einschätzung von der so genannten „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ einer in London ansässigen Person, die für die Aufständischen (und ihre westlichen Führungsoffiziere) Propaganda in die Welt setzt.

Der Brand im Konvoi kam sehr gelegen, er lenkte von dem US-Angriff ab. Aber war es nur das? Aus US-amerikanischer Sicht war der Waffenstillstand ein Mittel, Zeit zu gewinnen, um die Dschihadisten, die von der Versorgungsstraße durch die syrische Stellung abgeschnitten waren, mit Waffen zu versorgen, damit sie den Krieg gestärkt fortzusetzen können. Übrigens gelangten auch Waffen der Bundesrepublik, die angeblich an die Kurden gingen, in die Hände des IS – doch Schwamm drüber. Als Russland eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen hatte, war Washington besorgt. Man brauchte dringend propagandistische Entlastung durch die allzeit „bösen“ Russen. Die US-Botschafterin am UN-Sicherheitsrat, Samantha Power, hatte das Vorgehen vorbereitet. Sie verließ die UN-Sitzung, in der der Vorwurf der Russen vorgetragen wurde, um sich an die Journalisten zu wenden. Dort machte sie die russische „Inszenierung“ wegen eines Fehlschusses (mit 62 Tote und 100 Verletzte!) verächtlich und verwies auf die weitaus schwerwiegenderen Verbrechen des Regimes von Damaskus (Wie der folgsame Steinmeier).

Und da waren sie schon. Der UN-Konvoi wurde beschossen und das waren selbstverständlich russische oder syrische Bomber. Nur denen ist so etwas zuzutrauen – oder? Der humanitäre UN-Konvoi war möglicherweise voll von Waffen und Munition – sagen Leute wie der ehemalige Leiter der türkischen Anti-Terrorismus Abteilung, Ahmet Sait Yayla. Denn Pentagon und Türkei würden – wie er sagte – humanitäre Konvois verwenden, um die Dschihadisten zu bewaffnen. Yayla ist jetzt auf der Flucht aus der Türkei – vielleicht besucht er Edward Snowden. Der besagte Konvoi wartete lange an der türkischen Grenze, offiziell, weil die Straße nicht sicher gewesen sei, tatsächlich, weil Syrien darauf bestand, ihn vor der Weiterfahrt durch das eigene Staatsgebiet zu kontrollieren. Was dann folgte, lässt sich aufgrund widersprüchlicher Angaben beider Seiten noch nicht klären. Russlands Verteidigungsministerium veröffentlichte inzwischen ein Video des Angriffs auf den UN-Konvoi (YouTube/ Минобороны России Russlands Verteidigungsamt zeigt angegriffenen UN-Konvoi auf VIDE) Danach sei von russischen Erkennungsradaren am Abend des 19. September eine Angriffsdrohne vom Typ Predator in 3.600 Meter Höhe mit 200 km/h in der Nähe des UN-Hilfskonvois erfasst worden. Sie sei vom türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik gestartet und im Raum der Ortschaft Urum-al-Kubra aufgetaucht, als dort der Hilfskonvoi der Uno unterwegs gewesen sei. Wenige Minuten nach dem Auftauchen der Drohne fing der Konvoi Feuer. Die Drohne sei danach noch rund 30 Minuten über der Gegend gekreist, so der Sprecher des Amtes.

Stimmen im Westen wie im Osten führen sowohl den Angriff auf Deir Ez–Zor wie auf den Konvoi auf einen Machtkampf zwischen US-Außenminister und Präsident, die ein Ende der Kämpfe und Abstimmung mit den Russen wünschen, und Verteidigungsminister Ashton Carter, der angeblich den offenen Krieg mit Russland und Syrien sucht, zurück. Demnach hätten die Falken die Maßnahmen der Tauben sabotiert und damit gegen den Präsident gemeutert. Von Konsequenzen der Meuterei war allerdings nichts zu merken. Bei einer effektiven Gehirnwäsche, die den mentalen Widerstand von Delinquenten (und Publikum) brechen sollen, setzt man sogenannte hard und soft cops ein. Ist das auch hier der Fall?

Zum zündeln bleibt schließlich noch der Iran. Die iranische Kurden-Partei PDKI hat erneut den bewaffneten Widerstand gegen den Iran aufgenommen und von den Medien unbemerkt ab Februar den Iran in 16 militärischen Aktionen den Iran angegriffen. Nach Informationen des Online- Nachrichtendienstes „Asia Times“ wird die PJAK (Partei für freies Leben in Kurdistan) seit Jahren von den US-Special Forces im Irak in Guerillatechniken ausgebildet.

Ich glaube, die westliche Elite verspielt den letzten Rest an Respekt und Glaubwürdigkeit bei unabhängig denkenden Menschen. Nur fanatisierte Westler und dafür Bezahlte werden noch zu ihnen stehen, bis auch die… Aber lassen wir das Träumen.

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