Selbstorganisierende Systeme (11.11.2015)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Wir Menschen tun uns schwer damit, selbstorganisierende Systeme zu bauen. Am nächsten kommt diesem Begriff ein Kriegsschiff, wobei die hölzernen Segelschiffe darin weitaus besser gewesen waren als die heutigen Gefährte. Ein Kriegsschiff hat genügend Besatzungsmitglieder, um Reparaturen eigenständig durchzuführen. An Bord ist alles, was zu einer Werkstatt gehört, so daß selbst die Schiffsmaschinen bis zu einem gewissen Grad wiederhergestellt werden können, sollten sich Ausfälle ereignen. Segelschiffe, die monatelang fernab der Heimat unterwegs gewesen waren, haben ihre Rümpfe reparieren, Masten ersetzen und Segel zusammennähen können. Es gab zwar das Reglement und die Vorschriften der jeweiligen Marine, doch auf dem Schiff selbst wurden diese Regeln angepaßt, um die bestmöglichen Abläufe an Bord sicherzustellen.

Ihre Haushaltsgeräte und Ihr Automobil sind zur Selbstorganisation nicht in der Lage. Ihre Küchenmaschine müssen Sie mit Knethaken oder Schnitzelwerk bestücken, Ihrem Fernseher müssen Sie vorgeben, welches Programm er empfangen und wiedergeben soll. Ihr Auto steuern Sie, trotz aller Assistenzsysteme, die da eingebaut worden sind. Und nichts von alledem repariert sich selbst, Sie müssen jemand kommen lassen oder das Gerät in die Werkstatt bringen.

Die Selbstorganisation erlaubt es einem System, sich an wechselnde äußere Bedingungen anzupassen und bis zu einem gewissen Grad Störungen selbst zu beheben. Das System kann ein Organismus sein, aber auch eine Gemeinschaft, die wiederum als “Superorganismus” aufgefaßt werden kann. Wenn Sie sich in den Finger schneiden, sorgt das ausfließende Blut, daß Keime aus der Wunde gespült werden. Die Blutgerinnung verschließt die Wunde, und nach einiger Zeit ist die Verletzung ausgeheilt. Wenn Sie sich den Finger abschneiden, wird die Wunde ebenfalls nach diesem Muster geschlossen, der Finger wächst jedoch nicht nach. Da sind die Grenzen der Selbstheilung erreicht.

Bienen und Ameisen sind gute Beispiele für selbstorganisierende Gemeinschaften. Die Tierchen haben die Arbeitsteilung entwickelt, da gibt es Wächter und Sammler, Aufklärer und Baumeister, Kinderpfleger und Wehrdienstleistende. So ein Bienenstock oder Ameisenhaufen hat Ähnlichkeiten mit einem menschlichen Dorf. Mit einem gewachsenen menschlichen Dorf, nicht mit einer Schlafvorstadt für Berufspendler. Ein Dorf mit Krämer und Schmied, mit Pfarrer und Wirtshaus, mit Schneider und Bäcker… Jenes Idyll, das es vor hundert Jahren noch gegeben hat, wobei die Idylle verdeckt hat, wie viel anstrengende Arbeit im Dorfleben angefallen ist.

Selbstorganisation ist in der Lage, sich Umweltbedingungen in Grenzen anzupassen. Tieren wächst ein Winterfell, der Stoffwechsel reduziert sich, ganz von selbst, nicht als bewußter Vorgang. Der Wechsel der Jahreszeiten ist vorgesehen, doch wenn statt des Winters eine Eiszeit ausbricht, werden die Grenzen der Anpassungsfähigkeit erreicht. 50 Sommerfrischler, die Bayern in freier Wildbahn beobachten wollen, hat das traditionelle Dorf ausgehalten, erst die Autofabrik, die bessere Verdienstmöglichkeiten geboten hat, hat den Charakter des Dorfes verändert. Nun wohnen dort Berufspendler, die allenfalls noch Nebenerwerbslandwirte sind. Die Dorfwirtschaft hat geschlossen, der Dorfladen ist einem Supermarkt gewichen. Der Schmied betreibt eine Tankstelle mit Kfz-Werkstatt, der Pfarrer betreut seine Großgemeinde aus dem Nachbardorf. Der Schneider ist gestorben, Kleidung kauft man in der Kreisstadt oder gleich im Internet. Schuhe werden nicht mehr geflickt, sondern weggeworfen. Aus der weitgehend selbstgenügenden Dorfgemeinschaft ist eine Ausstülpung geworden, eine kleine Blase, die davon abhängig ist, daß die Versorgung von außen funktioniert.

Das interessanteste selbstregulierende System ist jedoch die menschliche Psyche. Diese ist unglaublich anpassungsfähig, jeder Mensch kann enorm viel lernen, wenn er muß – und wenn er WILL. Die einseitigen Begabungen sind eher selten. Der Professor für Quantenphysik, Nobelpreisträger, der es nicht schafft, seine Schuhe zu binden und seine Hose richtig anzuziehen, ist weit mehr ein Produkt der Professorenwitze als der Wirklichkeit. Wem die Mutter oder die Ehefrau tagtäglich das Essen auf den Tisch stellt, der wird nie erfahren, daß er ein guter Koch sein könnte, weil ihm die Übung dazu fehlt. Auf der anderen Seite ist das Universalgenie ebenfalls eine Figur der Erfindung. Gottfried Wilhelm Leibniz, 1646 – 1716, gilt als letzter Universalgelehrter, als der Letzte, der die komplette Wissenschaft seiner Zeit beherrscht hatte. Aber hätte er auch als Steinmetz arbeiten können? Als Schuhmacher? Als Schreiner? Als Matrose? Zugegeben, das wäre eine Verschwendung seiner Fähigkeiten gewesen, aber das gesamte Wissen und Können der Menschheit hat auch Leibniz nicht mehr beherrscht.

Ein Tarot-Deck, ein Kartenspiel, das für Wahrsagerei benutzt wird, enthält 78 Karten. Bei vier Spielern gäbe es 19 Karten für jeden, plus zwei verdeckte, eine Art Skat. Für Ihr Leben bekommen Sie aber nur acht Karten, das heißt, die meisten Karten sind gar nicht im Spiel. Sie haben die 2 der Kelche auf der Hand. Das ist keine sehr hohe Karte, aber womöglich ist das die einzige Kelch-Karte im Spiel. Dann kostet diese Karte den Gegner einen wertvollen Trumpf… Die acht Karten in Ihrer Hand entsprechen den Fähigkeiten, die Sie im Leben bekommen haben, den Talenten. Dis sind die Pfunde, mit denen Sie wuchern können. Anders als im Kartenspiel können Sie die Kelch 2 aufwerten, sich entwickeln, daraus eine Drei werden lassen, oder gar eine Zehn. Sie organisieren sich selbst, Sie sind es, der dieses Ihnen zugeteilte Blatt entwickelt.

Das ist die eine Seite. Es gibt eine andere Seite, eine Seite, die nicht so gut und vorteilhaft ist. Hat Ihnen das Schicksal vier Münz-Karten zugeteilt, werden Sie die Kelch 2 wahrscheinlich ausblenden, sie vernachlässigen. Oder Sie haben keine einzige Kelch-Karte, dann ist der ganze Bereich “Kelche” ausgeblendet. Dann können Sie eben nicht singen, kein Instrument spielen, nicht malen (Kelche stehen im Tarot für Gefühle). Na und? Als Finanzvorstand eines Konzerns (Münzen stehen für materielle Güter) wird niemand von Ihnen verlangen, doch mal bitte das “Ave Maria” zu singen. Außerdem entwickeln Sie im Laufe Ihres Lebens Strategien, um das, was Sie nicht können, zu umgehen. Um den Kunstkenner zu geben, wenn das Ihre Karriere fördert, gibt es genug Bücher voller Sachkunde. Daraus ein bißchen zitieren, die Ansichten dreier Autoren vermischen, mit eigenen Worten ergänzen – und keiner kommt darauf, daß Sie den Van Gogh eher nach seinem Brennwert taxieren möchten.

Als Menschen gehen wir ökonomisch vor, das heißt, wir versuchen unsere Ziele mit dem geringsten Aufwand zu erreichen. Wenn es nicht nötig ist, eine eigene Meinung zu erarbeiten, übernehmen wir eine Meinung, die von außen vorgegeben wird. Die gute Botteram… Ich habe diese Margarine nie probiert, es gibt sie auch nicht mehr im Handel. Ich habe diesen Spruch aus dem Werbefernsehen, der hat sich in mir festgesetzt. Eine eigene Meinung über die Margarine werde ich mir nie bilden, also bleibt sie für alle Zeiten die “gute” Botteram.

Das ist ein harmloses Beispiel, aber was ist mit der “Einsicht”, daß jemand, der aus München kommt, einen waffenscheinpflichtigen Fahrstil pflegt? Oder daß jemand, der nicht Auto fahren kann, dies am besten in einem Mercedes tut? Die Spanier mit ihrer Siesta sind ja so faul… Diese Tage habe ich gelesen, daß dort sogar die sonst so fleißigen Bienen eine Art Siesta halten, also ihre Aktivitäten während der heißesten Stunden des Tages reduzieren. Haben die Spanier etwa die Bienen angesteckt? Oder reagieren die Bienen auf die Umweltbedingungen genauso vernünftig wie die Spanier? Ganz davon abgesehen, arbeiten die Spanier ihre Siesta nach, da geht es eben bis acht Uhr abends, wenn die faulen Deutschen gerade das dritte Feierabendbierchen zu sich nehmen.

Solche Urteile sind nur schwer zu revidieren, wenn sie sich erst einmal verfestigt haben. Wer 30 Jahre über die faulen Spanier schimpft, wird das weiterhin tun, wenn er dort nur zwecks Urlaub hinfährt. Ganz davon abgesehen, daß eine Klimaanlage die Siesta unnötig werden läßt. Verfestigte Erkenntnisse werden nur schwer revidiert, es sei denn, nach einschneidenden Ereignissen. Eine Verkostung, einmal “Pfui Deibel!”, und es gäbe keine “gute” Botteram mehr. Einen Monat in einer spanischen Firma arbeiten, mit Überstunden bis 22 Uhr, und die “faulen” Spanier sind vergessen.

Ansonsten sind selbstregulierende Systeme sehr stabil. Wahrnehmungen, die den eigenen Erkenntnissen widersprechen, werden ausgeblendet, Wahrnehmungen, die sie stützen, werden aufgewertet. Wir spielen mit den Münzkarten, nicht mit dieser einen verdammten Kelch 2. Gerade auf geistiger Basis lernen wir am schwersten dazu, sind am wenigsten bereit, uns umzuorientieren. Obendrein kann uns dabei auch keiner helfen.

Bei einem nicht selbstregulierenden System sind Eingriffe von außen zumeist erfolgreich. Mit einem Austauschmotor läuft das Auto wieder wie neu, baue ich einen besseren Prozessor oder mehr Speicher in einen Rechner ein, wird dieser schneller als zuvor. Erkläre ich einem typischen Deutschen, daß die NSDAP eine linke, eine sozialistische Partei gewesen ist, ernte ich Kopfschütteln. Der hat ja Zeit seines Lebens gehört, daß das die “Rechten” gewesen sind. Und die “Rechten” sind die Bösen…

Rauchen ist ungesund, das weiß jeder seit Jahrzehnten. Sogar derjenige, der zwei Schachteln am Tag wegqualmt. Alle Menschen sind sterblich, bloß ich nicht. Sonst wäre ich doch schon gestorben, oder? Den Splitter im Auge des Gegenübers läßt uns das Brett vor dem Kopf genau erkennen, den Balken im eigenen Auge nicht. Ohne den äußeren Schock ändern wir uns nur sehr, sehr langsam, selbst wenn die Erkenntnisse als Tsunami-Welle über uns hereinbrechen.

Kleine Wunden, welche in unsere Überzeugungen geschlagen werden, spült die Selbstsicherheit frei von jedweden Infektionen durch die Wirklichkeit. Das ich-weiß-es-besser dichtet die Wunden ab und am Ende bleibt nicht mal eine Narbe zurück. Sollte die Wunde ernster sein, gar einen Stachel der Erkenntnis hinterlassen, eitert er dank der selektiven Wahrnehmung wieder heraus. Es kann nicht so sein, deshalb ist es nicht so. Wir geben nichts so schwer auf wie unsere liebgewordenen Überzeugungen. Unsere Wahrheitsmedien tragen dazu bei, daß die Wirklichkeit uns fremd bleibt. Putin ist eben der böse Staatschef, der russische Interessen durchsetzt, Obama hingegen der der großartige Präsident, der sich für die Freiheit der ganzen Welt einsetzt. Wenn Amerikaner absichtlich Krankenhäuser in Afghanistan bombardieren, ist das ein bedauerliches Versehen, die sind eben einer Falschmeldung aufgesessen. Wenn Russen keinerlei zivile Einrichtungen in Syrien bombardieren, schon gar keine Krankenhäuser, ist das noch lange kein Grund, die Falschmeldungen darüber zurückzunehmen.

Die deutsche Geschichte ist mit einer Erbsünde behaftet, für die wir büßen, büßen und büßen müssen. Ob diese Erbsünde wirklich geschehen ist, darf nicht hinterfragt werden, denn das ist mit Strafe bedroht. Und wieso jemand für etwas büßen müssen, was andere Menschen lange vor seiner Geburt getan haben sollen, kann erst recht keiner erklären. Es gibt keine besondere Verantwortung Deutschlands für Israel, denn das ist ein souveräner Staat, der seine eigene Politik betreibt, keine deutsche Kolonie. Das Existenzrecht Israels ist die Angelegenheit Israels, wir dürfen das weder bestreiten noch dafür eintreten. Wir haben weder das Recht, noch die Aufgabe, noch die Verpflichtung dafür zu sorgen, daß die Juden einen eigenen Staat haben. Die Katalanen, die Schotten, die Kurden – sie alle haben das Recht auf einen eigenen Staat. Sie haben jedoch nicht das Recht, daß wir diese Staaten gründen, fördern und verteidigen. Das ist deren Aufgabe, das gehört dazu, wenn man einen eigenen Staat haben will.

Ich habe Leute kennengelernt, die umgeschwenkt sind, die wie ich die Erbsünde ablehnen. Ich habe hingegen noch keinen angetroffen, der die Rolle rückwärts hingelegt hat, keinen einzigen Holocaustleugner, keinen einzigen Revisionisten, der wieder “rechtgläubig” geworden wäre. Offenbar gleicht der Wechsel der Überzeugung einem Erwachen, bei dem ein erneutes Einschlafen nicht mehr möglich ist. Doch praktisch alle, die diesen Schritt gewagt haben, haben zuvor das Hamsterrad verlassen. Entweder sie sind herausgeflogen und hatten dadurch Zeit, ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen, oder sie haben sich als Rentner aus dem Berufsleben zurückgezogen. Und ja, eine kleine, stetig zusammenschrumpfende Gruppe hat das noch miterlebt. Sie haben die Erbsünde nicht gesehen, sie können sie nicht bezeugen, weil dies ihrem eigenen Erleben widerspricht. Die Gnade der frühen Geburt hat dafür gesorgt, daß ihnen niemals die Erbsünde eingeredet worden ist.

Man mag diejenigen, die sehen, aber nicht begreifen wollen, als Schlafschafe abtun. Sie sind jedoch nur selbstorganisierende Systeme, die ihre erlangte Überzeugung gegen die Wirklichkeit verteidigen. Diese Menschen glauben, wir würden eine multikulturelle Gesellschaft, wenn wir unsere eigene, unsere einzigartige Kultur aufgeben und dafür Fragmente anderer Kulturen bei uns aufnehmen. Eine türkische Hinterhofmoschee ist kein Topkapi-Palast, ein arabischer Kulturverein keine Alhambra. Dafür sollte niemand den Kölner Dom einreißen. Die Schlafschafe verdrängen die Wirklichkeit, wenn sie davon sprechen, daß unsere Städte bunter werden. Ich sehe nichts von Buntheit, ich sehe nur Tristesse, wenn arbeitslose Ausländer und Kopftuchträgerinnen in den Stadtzentren herumlungern. Das sind die Bilder, die wir aus den Slums kennen, oder aus den heruntergekommenen Stadtzentren sterbender amerikanischer Städte. Die Ruinen Detroits, das sind die Symbole der Buntheit, die unseren Städten drohen.

Die Integration kommt? Ach ja… Nach tausend Jahren haben wir immer noch Juden in Deutschland, keine deutschen Juden. So bezeichnen sie sich selbst, sie sind Fremde geblieben. Nach mehr als fünfzig Jahren ist die dritte Generation der Türken in Deutschland schlechter integriert als die erste, hat der Islam nicht zu Deutschland gefunden, sondern Salafisten hervorgebracht, korantreue Muslime, die nach Syrien ziehen um dort zu morden. Deutsche Imame türkischer Abstammung sind nicht als Friedensapostel ausgezogen, um in den Moscheen des Nahen Ostens Versöhnung zu predigen, dafür sind die Imame des Orients zu uns gekommen, um hier den Haß und den Heiligen Krieg zu verkünden. Der damalige Minister- und heutige Staatspräsident der Türkei hat hier in Deutschland Wahlkampfreden gehalten und die Türken aufgefordert, sich eben nicht zu integrieren, sich immer bewußt zu sein, daß sie Türken sind und keine Deutsche. Nichts davon ist geheim, es ist sogar allgemein bekannt. Trotzdem beten die Menschen noch immer die sinnleeren Sprüche vom Miteinander, vom bunten Zusammenleben der vielen Kulturen.

Es gibt ein einfaches Experiment, das nur ein paar Euro kostet. Man nehme Knetmasse, jenen bunten Knet, mit der Schulkinder im Kunstunterricht arbeiten. Diesen Knet vermische man, knete ihn ordentlich durch, zu einem einzigen Klumpen. Die Knetmasse ist danach unansehnlich, für den Schulunterricht nicht mehr zu gebrauchen. Wenn man sie mit dem Messer durchschneidet, sieht man noch Farbschlieren, ein Achatmuster des Nebeneinanders, das eine gewisse Faszination aufweist. Das ist die multikulturelle Gesellschaft von innen. Seien Sie nun fleißig und kneten den Klumpen weiter. Eine halbe Stunde dürfte reichen. Die Knetmasse ist nun vollständig grau geworden, ein nutzloser Klumpen. Und wenn Sie den durchschneiden, gibt es auch innen keine Farben mehr, sondern nur Grau. Von der multikulturellen Buntheit ist nichts geblieben, jene Vielfalt, die sich die Menschen einst vorgestellt haben, hat sich im Einheitsgrau aufgelöst. Das italienische Restaurant serviert Bratwurstpizza mit Sauerkraut, das chinesische Restaurant Dönerfleisch süß-sauer auf Balkanreis, die deutsche Kneipe Eisbein mit Knoblauchkartoffeln und griechischen Bohnen. Guten Appetit!

Gegen Dummheit kämpfen sogar die Götter vergebens, besagt ein altes Sprichwort, und dank Angela Merkel wissen wir, daß die menschliche Dummheit unendlich ist. Wissen und Erkenntnis kommen von außen, die Beharrung auf die eigenen Vorurteile von innen. So nützlich einmal erworbenes Wissen ist – lieber auf den Genuß von Bärlauch verzichten, als aus Versehen Maiglöckchen verzehren – so schwierig ist es, sich davon zu lösen und sich neuen Erkenntnissen zu öffnen. Ich habe RECHT, Basta!

Deshalb ist Gutmenschen so schwer zu helfen wie Suchtkranken. Wenn der eigene Familienwellensittich von Asylbetrügern gefoltert wird, kommen sogar Refugees-Welcome-Deppen ins Grübeln, ohne derartig einschneidende Ereignisse erodieren Überzeugungen nur ganz langsam. Wir sind eben zur Selbstorganisation fähig, da heilen kleine Nadelstiche in den Überzeugungen schnell wieder aus. Bei einer Maschine bräuchte man nur ein paar Teile oder das Programm auswechseln, dann wäre der Schaden behoben. Bei Menschen bedarf es großer Geduld und langwieriger Umerziehung.

Es gibt jedoch gleichermaßen Anlaß zur Hoffnung wie zur Verzweiflung. Jahrzehnte der Umerziehung haben es nicht vermocht, die Erbsünde flächendeckend einzuführen. Immer wieder brechen Menschen aus, erwachen aus der einlullenden Dauerberieselung. Auf der anderen Seite zeigt dies, daß es Verlorene gibt, die selbst die Wahrheit nicht befreien kann. Immerhin, die menschliche Gier ist ein verläßlicher Partner. Sobald man an der Erbsünde oder an den Asylbetrügern nichts mehr verdient, entweicht die Lust aus den bisher vehement verteidigten Überzeugungen. Die Dauerberieselung der Wahrheitsmedien, wonach alle Deutschen schlecht und alle Ausländer gut sind, kann nicht gegen die “normative Kraft des Faktischen” aufrecht erhalten werden.

Das Leben besitzt eine eigene Form der Entropie: Eine Lüge kann nur durch dauernde Energiezufuhr aufrecht erhalten werden. Der natürliche Zustand, die Wahrheit, stellt sich hingegen von selbst ein, sobald die Energiezufuhr wegfällt. Das ist nur eine Frage der Zeit. Und das Leben hat Zeit, alle Zeit der Welt.

© Michael Winkler

Richard Wagner -

Prelude to the first act from Wagner’s “Tristan und Isolde”, german opera in three acts. Author: Richard Wagner (1813-1883).
Conductor: Wilhelm Furtwangler & Philharmonia Orchestra
Picture: Caspar Friedrich’s “Meeresufer im Mondschein” (Seashore by Moonlight).
Video Rating: / 5

Es ist schon bemerkenswert, wie die westlichen Schlafschafe sich immer wieder verarschen lassen und wie die Medien ihren Beitrag zur Desinformation leisten. Jeder der sich nur etwas mit Syrien und Irak beschäftigt kommt drauf, Washington betreibt ein dreckiges Doppelspiel im Mittleren Osten und lügt wie gedruckt. Einerseits behauptet das US-Regime, es bekämpft die Schlächter der ISIS, andererseits tut sie alles, um sie zu schützen und zu unterstützen. Im folgenden Video sieht man wie eine lange Kolonne an weissen Pickups der ISIS vom Irak nach Syrien fahren, begleitet von einem Apache-Helikopter der US-Armee. Die Terroristen können völlig ungestört am helllichten Tag die Autobahn benutzen.

Offensichtlich haben die ISIS-Terroristen gar keine Angst, unter den von der USA kontrollierten Luftraum zu operieren. Wo ist da ein Angriff der US-Luftwaffe auf so ein gutes Ziel? Das geht doch nur, wenn das Pentagon das Eindringen der ISIS nach Syrien toleriert.

Die Fahrzeugkolonne wird nicht nur nicht angegriffen, sie wird von einem Apache sogar begleitet. Oder hat die ISIS seit neuesten eigene Helikopter? Wenn ja, dann werden die genau so von den USA und seinen Alliierten Saudi Arabien geliefert, wie die Tausenden von Pickups und die Waffen.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog

Dunkeldeutschland hier :-)…

Das System ächzt und stöhnt…

Die Entmerkelfizierung kann über Nacht kommen

Oder tun es nur seine Bürger? Von John Quincy Adam (1767 – 1848), dem sechsten Präsidenten der Vereinigten Staaten, stammt der bemerkenswerte Satz:

„Denken Sie daran: Eine Demokratie hat niemals längere Zeit Bestand. Sie verausgabt sich, begeht Selbstmord. Es hat noch nie eine Demokratie gegeben, die sich nicht letztlich selbst zur Strecke gebracht hätte. Es ist sinnlos zu behaupten, die Demokratie sei weniger eitel, weniger stolz, weniger eigensüchtig oder habgierig als eine Aristokratie oder Monarchie. Das ist sie nicht; die Geschichte bietet kein Beispiel dafür. Alle Menschen unter allen ursprünglichen Regierungsformen werden von den gleichen Leidenschaften beherrscht, die sich, wenn unkontrolliert, in den gleichen Phänomenen von Lug und Trug, Gewalt und Grausamkeit äußern.“

Ja, „wenn unkontrolliert!“ Und wer kontrolliert?

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

„Die Presse“, lautet die Antwort der Demokraten. Wir erleben die Presse inzwischen als Propagandaorgan der Machthaber mit all den typischen „Phänomenen von Lug und Trug, Gewalt und Grausamkeit“. Dafür wird die Presse zwar von ihren bisherigen Lesern abgestraft mit dem Erfolg, dass sie sich jetzt an die Regierung wendet, um ähnlich wie ARD und ZDF durch das Publikum zwangsfinanziert zu werden. Doch ihre Vorherrschaft über die angeblich öffentliche Meinung bleibt bestehen. Ihre Regierung wird gewählt, freiwillig oder aufgrund gekonnter Überredung. Hier ein jüngstes Beispiel, wie man so etwas vorplant:
Lügenpresse Markus Gärtner    Eine schonungslose Abrechnung mit unseren Massenmedien  Den deutschen Leitmedien laufen die Leser davon. Hohe Auflagenverluste, Anzeigeneinbrüche und massive Kritik aus der Leserschaft - das sind die Symptome einer Medienlandschaft, die völlig versagt. Journalisten sind nicht nur gekauft, sie verhalten sich ihren Lesern gegenüber auch wie Oberlehrer. Anstatt ihre Leser objektiv zu informieren, versuchen sie diese durch Fälschen, Verdrehen und Verschweigen politisch korrekt zu erziehen und zu manipulieren. Doch Journalisten haben ihren Lesern gegenüber keinen Erziehungsauftrag, sondern einen Informationsauftrag. Das ist die klare Aussage von Markus Gärtner in diesem Buch.  Warum der Begriff »Lügenpresse« gerechtfertigt ist  Dieses Buch öffnet Ihnen die Augen für das Dauerversagen der »Lügenpresse«. Es zeigt Ihnen, warum Sie sich nicht mehr auf die etablierten Medien verlassen können und warum der Begriff »Lügenpresse« gerechtfertigt ist. Markus Gärtner belegt die seit Jahren andauernde Manipulation der Leser an Hunderten von Beispielen. Sein Buch ist eine wahre Fundgrube an entlarvenden Quellen und Zitaten.  Angesichts der einseitigen Berichterstattung nennt Ihnen der Autor aber auch Nachrichtenseiten im Internet, die Ihnen alternative und objektive Informationen bieten.  gebunden, 284 Seiten, zahlreiche Grafiken

Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) kündigte kürzlich eine neue PR-Offensive für die deutsche Außen- und Militärpolitik an. Man will die aktuelle Flüchtlingsdebatte nutzen, um die Diskussion über deutsche Auslandsaktivitäten „in die breite Öffentlichkeit“ zu tragen. An eine „Diskussion“ – wie behauptet – ist dabei gerade nicht gedacht, auch nicht an einen „Bürgerdialoge“, sondern an die Schaffung von „Zustimmung zu den befohlenen Auslandsaktivitäten mit vermehrter militärischer Präsenz im Ausland“. Die „Experten“ des wichtigsten außenpolitischen Thinktanks der Bundesregierung weisen darauf hin, dass dazu ein gewisser Rückhalt in der Bevölkerung nötig sei, um Reibungsverluste im Inland zu minimieren. „Diskussion“, „Dialog“ steht für Propaganda und Überredung, da man weiß, dass die Bevölkerung mit großer Mehrheit die grundgesetzwidrige „militärische Präsenz im Ausland“ ablehnt.

Der Hintergrund dessen, worauf auch das letzte Papier der Konrad-Adenauer-Stiftung (Arbeitskreis Junge Außenpolitiker: Deutsche Verantwortung in der internationalen Politik (III): Sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit stärken. Konrad-Adenauer-Stiftung, Analysen und Argumente Nr. 194, Oktober 2015) hinweist, ist einmal „die Umorientierung der USA zum asiatisch-pazifischen Raum“ („Pivot to Asia“), der mit einem „Rückzug der Vereinigten Staaten aus der sicherheitspolitischen Führungsrolle in Europa“ einhergehe. Gemeint ist das verschärfte Vorgehen der USA gegen China, das sich in dem Flottenaufmarsch vor den künstlichen Inseln zeigt, die China im südchinesischen Meer zwischen den Philippinen und Vietnam errichtet hat. Zum anderen heißt es in dem Papier, fehlten „Frankreich und Großbritannien, den traditionellen sicherheitspolitischen Pfeilern Europas, derzeit die politischen und die finanziellen Mittel“, um die von den USA aufgerissene außen- und militärpolitische Lücke zu schließen. Daher wäre „Deutschlands Rolle in der NATO zu stärken“. Das setzt natürlich „mehr Kapazitäten für die Bundeswehr“ voraus. Dazu solle man die Anzahl deutscher Soldaten für UN-Einsätzen deutlich erhöhen. Da hierfür die Anzahl geeigneter Bundesbürger beschränkt sei, solle man mehr Verbündete in aller Welt ausrüsten und trainieren, um sie für Interventionen an der eigenen Seite fit zu machen. Bedeutete das auch, mehr geeignete „Flüchtlinge“ ins Land zu holen? Die Angekommenen sehen zum großen Teil danach aus. Jedenfalls hat der dumme Bürger zu bezahlen.

Worum es wirklich geht, wird – wie in Deutschland üblich – nicht offen gesagt, aber klar genug angedeutet. Die jungen Außenpolitiker wollen vor allem die NATO als „Speerspitze des Westens“ stärken und sehen als ersten Schritt vor, Bataillone dauerhaft im Baltikum zu stationieren. Weil die NATO-Russland-Grundakte eine ständige Stationierung von NATO-Truppen in den Ländern der ehemaligen Warschauer Vertragsorganisation nicht zulässt, schlagen sie vor, diese Bataillone unmittelbar an der Westgrenze Russlands wenigstens vorerst noch „rotieren zu lassen“. Damit kündigt sich die geplante Arbeitsteilung des Westens an: Europa gegen Russland und die USA gegen China, falls es gelingt, beim Gegner den ominösen „ersten Schuss“ auszulösen, was – wie im Fall des Vietnamkriegs und anderen – ja auch durch Desformation – sprich, betrügerische Behauptung – geschehen kann.

In wessen Interesse diese Politik vorgeschlagen wird, scheint die jungen Heißsporne, die sich in diesem Fall ja nicht um die Weltwirtschaftssituation kümmern, nicht zu interessieren. Sie argumentieren damit, dass ein solches Vorgehen der Bundesrepublik eine „große Chance“ böte, nicht nur in der Umweltpolitik, sondern in der Außen- und Militärpolitik „eine Führungsrolle“ zu übernehmen. Dabei haben sie wohl weniger die Chancen der Bundesrepublik im Auge als ihre eigene. Denn Sie fordern, dass zu diesem Zweck „unter Federführung des Bundeskanzleramts … die Position eines Beauftragten für Sicherheitszusammenarbeit und Ertüchtigung geschaffen wird, dessen Amt ressortübergreifend die Kompetenzen in diesem Bereich bündelt und koordiniert“. In einem solchen Amt ließen sich gut dotierte Posten besetzen, und darauf kommt es den aufstrebenden Elitären angesichts der wenigen verfügbaren Juristen- und Volkswirt-Stellen wohl hauptsächlich an.

Die Regierung und ihre Leute wissen natürlich, dass die Bevölkerung solche Vorschläge nicht gerade schätzt. Daher fordert man, die „Diskussion um die gestiegene Führungsverantwortung Deutschlands… mit Blick auf den Einsatz militärischer Mittel intensiver“ als bisher zu führen, um die bekannten Widerstände gegen deutsche Militärinterventionen zu brechen. Auch hier steht wieder „Diskussion“ für das, was eigentlich gefordert wird: „Propaganda“. Selbst das wird in dem Papier mehr oder weniger offen zugegeben, nur setzt man für das hässliche Wort „Propaganda“ den juppiesken Begriff „Erwartungsmanagement … gegenüber der eigenen Bevölkerung“. Insbesondere Schulen hätten „eine besondere Verantwortung, jungen Menschen einen informierten Umgang mit deutscher Sicherheitspolitik und der Rolle der Streitkräfte als Teil der Gesellschaft zu ermöglichen.“ Denn Kinder kann man besser indoktrinieren als Menschen mit Lebenserfahrung. Das praktiziert die Bundesregierung bereits im Bereich ihrer absurden „Klima-Politik“. Die jungen Außenpolitiker wollen es bei den Schulen aber nicht bewenden lassen. „Gespräche und Diskussionen mit Jugendoffizieren“ sollten auch an Hochschulen „vermehrt gesucht und angeboten“ werden. Ferner sollten vermehrt „Universitätsprofessuren mit einem Fokus auf sicherheitspolitische Fragestellungen eingerichtet“ und „die Forschungsmittel (gemeint ist „Propagandamittel“) für deutsche Sicherheits- und Friedensforschungsinstitute aufgestockt“ werden. Man arbeite verstärkt an dem „Ziel, Sicherheitspolitik in die breite Öffentlichkeit zu tragen“, fasst der neue Präsident der BAKS, Karl-Heinz Kamp, den Vorstoß der Jungen zusammen.

Vielleicht geht es bei dem Unterfangen nicht einmal nur um den Vorstoß nach Osten, denn die immer glücklosere Kanzlerin warnte – laut Spiegel online vom 3.11. – in Darmstadt bei ihrem Versuch, zerschlagenes Porzellan zu kitten, vor Grenzschließungen in Europa. Denn damit drohten „militärische Auseinandersetzungen“ innerhalb Europas. Ich weiß nicht, ob sich die Kanzlerin dabei auf das großangelegte Militär-Manöver „Conex 15“ der Schweiz vom 16. bis zum 25. 9. 2015 bezogen hat. Dort haben 5.000 Soldaten in Zusammenarbeit mit zivilen Behörden geübt, „besonders gefährdete Infrastrukturen der Telekommunikation, der Stromversorgung und der Lebensmittelverteilung zu schützen“. Das Übungsszenario wurde auf der Webseite der Schweizerische Eidgenossenschaft (http://www.he.admin.ch/internet/heer/de/home/verbaende/terreg2/territorialregion.html) wie folgt beschrieben: „In einem fiktiven Europa der Zukunft, mit neuen Ländern und Grenzen, herrscht Wirtschaftskrise. Die Folgen wirken sich auch auf die Schweiz aus: Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen. Große Öl-, Gas- und Getreidevorräte werden zum Ziel von Sabotagen und Plünderungen. Außerdem führen ethnische Spannungen zu größeren Flüchtlingsströmen in die Schweiz.“ Im Mittelpunkt des Szenarios steht demnach gar nicht die Flüchtlingskrise, sondern in erster Linie die sie auslösende Wirtschaftskrise.

Vielleicht meinen Sie, diese Krise sei doch von sehr weit hergeholt. Nehmen Sie folgende aktuellen Entwicklungen zur Kenntnis: Der Baltic Dry Index – der Maßstab für die Frachtkosten, zu denen Güter über die Meere transportiert werden – nähert sich gerade seinem 30-Jahre-Tief. Auch Frachtpreise ergeben sich bekanntlich aus Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage derart sinkt, deutet das auf eine deutliche Abschwächung des globalen Handels mit Realien hin (fiktive Werte werden elektronisch verfrachtet). Diese Entwicklung wird vom chinesischen Containerumschlag-Index unterstützt. Der erfasst die Frachtkosten der Container, die von China an 14 Zielorte der Welt verschifft werden. Er ist seit 2013 um 30% abgefallen. Die japanische Firma ‚Hitachi` – einer der großen Hersteller von Baumaschinen – hat gerade ihre Gewinnprognose auf die Hälfte des letzten Jahres gesenkt. Anderen großen Baumaschinen-Herstellern in den USA und England ergeht es ähnlich. Die chinesische Firma ‚Cummins` stellt Motoren für nahezu alle Arten schweren Baugeräts, das es auf dieser Erde gibt, her. Auch ihre Verkaufszahlen stürzen ab. Laut Bloomberg „kollabiert“ in China die Nachfrage nach Stahl. Neue Aufträge gingen dort schneller zurück, als die Produktion heruntergefahren werden könne. Auch die Preise für Industrierohstoffe sinken. Schließlich bricht der von der Hochfinanz auf Teufel heraus angeheizte, weltweite Kreditrausch, der die Blasen und „Aufschwünge“ der letzten 20 Jahre erzeugt hatte, in sich zusammen. Privatleute und Unternehmer halten sich beim Schuldenaufstocken zurück. Deren Kreditaufnahme dient allenfalls noch der Umschuldung. Nettokreditnehmer sind lediglich Regierungen. Deren Kredite sind so billig, dass die Gläubiger die Regierungen sogar mit Negativzinsen dafür bezahlen, dass sie ihnen Geld abnehmen. Geht es absurder?

Die deutsche Regierung wollte sparen. Sie hatte eben noch den deutschen Steuerzahlern und Wählern erzählt, für Lohnerhöhungen, Straßenbau und Kindergärten (sogn. „Kitas“) sei kein Geld vorhanden. Man wolle die Kreditneuaufnahme wie den Energieverbrauch drosseln. Letzteres tut man: Am 1. Juli 2015 wurde z.B. beschlossen, dass die Industrie wegen des Aktionsprogramms Klimaschutz bis 2020 im Wert von 12,5 Mill. t CO2 weniger deutsche Braunkohle verbrennen soll. Dazu sind Braunkohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 2.700 MW schrittweise für vier Jahre in eine „Sicherheitsbereitschaft“ zu überführen und anschließend stillzulegen (den Schadensersatz trägt der Steuerzahler wie die wegen des schrumpfenden Angebots entsprechend steigenden Stromkosten). Doch kaum trafen die ersten Flüchtlingszüge ein, war wieder Geld da, viel Geld sogar. Gläubiger Banken freuen sich, sie bekommen für ihre Geldflut – hier wenigstens – Zinsen. Das bremst natürlich die „Klimaschutz-Maßnahmen“ der Regierung nicht – im Gegenteil.

Dafür meldet Reuters am 3.11 2015: Allein in Asien bauen Versorgungsunternehmen an über 500 neuen Kohlekraftwerken. Des Weiteren stehen über tausend neue Kohlekraftwerke in den Planungsunterlagen. “Kohle ist noch immer der billigste Treibstoff und derjenige, den die meisten Länder in Asien einsetzen wollen” sagte Loreta G. Ayson, Stellvertreterin des Philippinischen Energieministers. Die Tschechen setzen nicht auf Kohle, sie wollen sich ihren Wohlstand und ihre Energieversorgung mit Kernenergie sichern. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sanep befürworten dort 78,4 % der Bevölkerung den Bau neuer Kernkraftwerke, nur 9,3 % sind dagegen. Dementsprechend will die dortige Regierung bis 2040 die Energieversorgung zu über 50% durch Kernenergie abdecken. In Temelín soll dafür ein dritter, in Dukovany ein fünfter Reaktorblock entstehen.

John Quincy Adams hatte mit seiner Einschätzung Recht, nur seine Begründung war banal oder ideologisch. Die bürgerliche Demokratie ist nicht zum Untergang bestimmt, weil ihre Elite wie die der anderen Regierungsformen „menschelt“, sondern weil ihre Institutionen im Gegensatz zu ihrem theoretischen Anspruch (dem kategorischen Imperativ) den Menschen prinzipiell zu einem Mittel macht, statt ihn Zweck sein zu lassen – auch wenn einige Individuen versuchen, moralisch zu bleiben.

Die russische Luftwaffe hat nach Angaben aus Moskau innerhalb der vergangenen drei Tage 448 Infrastruktur-Anlagen von Terroristen in Syrien zerstört. Der engste US-Verbündete Saudi-Arabien ist wegen des Kriegs offenbar in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Microsoft nimmt französische Schulen ins Visier

On November 10, 2015, in Endzeit, by admin

Der Software-Konzern Microsoft greift der klammen französischen Regierung unter die Arme und will 13 Millionen Euro in die Schulen investieren. Bis jetzt haben europäische Schulen versucht, sich von kommerziellen Anbietern fernzuhalten. Doch die leeren Staatskassen treiben die Schulen in die Arme der US-Unternehmen.

Das EU-Parlament stimmt diese Woche über ein neues EU-Wahlrecht ab. Laut Entwurf soll europaweit die Drei-Prozent-Hürde eingeführt werden. Splitter- und Kleinstparteien würde so verhindert werden. Diese führen zur „Destabilisierung“ des Parlaments warnen Vertreter der großen Parteien.

Der Bitcoin verfügt über all jene Eigenschaften, die Gold über viele tausend Jahre zum bevorzugten Geld der Menschheit gemacht haben: er ist knapp, teilbar, nicht zu fälschen und unverwüstlich. Seit einem Monat steigt der Kurs wieder stetig an. Einige Experten schätzen, dass der Preis eines einzigen Bitcoins langfristig bei 100.000 Euro oder mehr liegen wird.

Die neue polnische Regierung könnte einen Schwerpunkt auf Privatisierungen legen: Wirtschaftsminister soll ein Banker aus der spanischen Santander-Gruppe werden. Als Finanzminister ist ein auf Privatisierungen spezialisierter Anwalt vorgesehen.

Den deutschen Kommunen fehlen hunderttausende von Plätzen, um Flüchtlinge unterbringen zu können. In vielen Städten wird daher improvisiert. Im Westen rechnet jede dritte Kommune damit, im laufendem Jahr zusätzliche Schulden zu machen, so eine Umfrage der 300 größten deutschen Gemeinden.

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