Vom Niedergang der Staaten (6.5.2015)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Es gibt Abhandlungen über den Aufstieg einer Nation, über den Reichtum der Nationen, aber nur selten wird der Niedergang und der Abstieg einer Nation beschrieben. Zumal ein solcher Abstieg in aller Regel nicht mehr eine Nation betrifft, sondern einen Staat, der sich aus der ursprünglichen Nation heraus entwickelt hat. Rom ist hierbei ein Musterbeispiel. Es hat seinen Aufstieg als Bauernrepublik begonnen, deren männliche Bevölkerung für den Kriegsdienst herangezogen wurde. Eine Bauernrepublik, die sich nach und nach mit “Bundesgenossen” umgeben hatte, die mehr und mehr zu Vasallen Roms wurden. Römer und Bundesgenossen dienten in den Heeren, die ein Weltreich erkämpften. Das prächtige, kaiserliche Rom war ein Schmelztiegel aller Rassen und Völker, und in jenen Heeren, die den Untergang des Reiches hinauszögerten, dienten kaum noch Römer. Was als Nation aufgestiegen war, ist als Staat untergegangen.

Ich gebe zu, dies trifft nicht die übliche Definition eines Staates. Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsmacht – das alles kann auch auf eine Nation zutreffen. Bei einer Nation kommt die völkische Identität hinzu, die Nationalsprache und die nationalen Werte, die ein Staat nicht unbedingt braucht. Für den Aufstieg der Nation sind Patrioten nötig, die das Wohl ihres Volkes über das eigene stellen, oder zumindest ihr eigenes Wohl mit jenem ihres Volkes verbinden. Die Römer hatten ein gutes Wort gefunden: res publica, die öffentlichen Angelegenheiten, die Dinge der Allgemeinheit. Das heutige Wort “Republik” ist davon abgeleitet, bezeichnet allerdings eine Staatsform, nicht den Staat selbst.

Ein Carl Peters, der dem Deutschen Reich Kolonien beschaffen wollte, ein Cecil Rhodes, der möglichst große Teile der Weltkarte Britisch-Rot färben wollte, sind Patrioten dieses Schlages. John F. Kennedy hat es treffend formuliert: “Ask not, what your country can do for you, ask, what you can do for your country!” Solange solche Leute in der Überzahl sind, die sich fragen, was sie für ihr Land tun können, blüht das Land auf. Überwiegen jedoch jene, die das Land für sich selbst ausnutzen wollen, geht es darnieder. Hinzu kommen die vaterlandslosen Gesellen, die nach der Devise handeln: “Ubi bene, ibi patria!” Sie fallen wie ein Parasitenschwarm ein, und solange es ihnen dort, wo sie sich niedergelassen haben, gut geht, ist dies ihr Vaterland. In früheren Zeiten traf das hauptsächlich auf Juden zu, deren Bankhäuser dort auftauchten, wo es möglich war, das hart erarbeitete Vermögen anderer Leute abzuschöpfen. Heute haben Wirtschaftsflüchtlinge dieses Verhalten übernommen.

Kein einziger dieser Flüchtlinge kommt nach Deutschland, um hier etwas für dieses Land zu tun, sie alle sind hier, um von diesem Land zu profitieren. Dies wäre nicht grundsätzlich verwerflich, wenn sie vorhätten, diesem Land die Wohltaten zurückzugeben, die sie empfangen haben, doch ihr Verhalten zeigt deutlich, daß sie dann, wenn sie wirklich gebraucht würden, diesem Land den Rücken zukehren werden. Wer seine Heimat und seine Familie zurückläßt, weil das Gras jenseits des Hügels grüner aussieht, fragt niemals, was er für das Land tun kann, in dem er sich gerade niederläßt, sondern immer nur, wo er ein Land findet, das noch mehr für ihn tun kann. Eine solche Zuwanderung schwächt jedes Land, weiht es dem Untergang.

Im 19. Jahrhundert sind Menschen nach Amerika ausgewandert, die dort ein neues Leben anfangen wollten. Sie wollten unbestelltes Land unter den Pflug nehmen, in der aufstrebenden Industrie arbeiten und gute Amerikaner werden. Die Nachkommen dieser Leute haben für ihr Land im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten gekämpft, sogar gegen jenes Land, aus dem sie ursprünglich gekommen waren. Zwischen den Weltkriegen hatten die USA ihre Zugangstore eher geschlossen. Prominente Juden durften einreisen, unbekannte Juden wurden abgewiesen, in einem Land, das schon damals jüdische Banken, jüdische Presse und jüdische Filmproduzenten beherrscht haben. Im späten 20. Jahrhundert sind die “Illegalen” ins Land gekommen, die “Hispanics”. Die USA sind heute kein weißes, angelsächsisches Land mehr.

Die USA pflegen zwar einen patriotistischen Kult, mit Blau-Weiß-Rot an allen Ecken, mit Nationalhymne bei jeder Gelegenheit und Hand-aufs-Herz in den Schulklassen, doch echte Patrioten sind selten geworden. Die amerikanischen Soldaten entstammen der Unterschicht, sie sind in der Armee mangels Perspektiven, nicht für ihr Land. Das sind Söldnerhorden, nicht anders als in den Legionen des untergehenden Roms. Die Politiker sind Exponenten irgendwelcher Interessengruppen, Präsidenten werden ins Amt gehievt, weil Dritte ein Interesse daran haben. Ein erfolgreicher Präsidenten-Wahlkampf kostet mittlerweile zwei Milliarden Dollar – wer es schafft, ist während seiner ganzen Amtszeit der Schuldknecht seiner Geldgeber.

In Deutschland haben wir schon immer das Problem gehabt, daß eher Lobbyisten als Patrioten in den Regierungen gesessen waren. Dank der monarchischen Strukturen bis 1918 stand an oberster Stelle immer ein Patriot. Der Herrscher mußte Patriot sein, da er sich sein Vaterland nicht aussuchen konnte. Er war von Geburt an dazu verdammt, für sein Land einzutreten. Die Riege unter ihm, seine Minister, waren oft genug mehr dem Regenten verpflichtet als dem Land. Diese Loyalität war in aller Regel jedoch sehr stabil! Der Vorzeige-Deutsche Goethe war kein Frankfurter Patriot, stand aber in Treue fest zum Hof von Weimar. Diese persönliche Verpflichtung entstammt der Feudalzeit, dem bindenden Eid zwischen Lehnsherrn und Vasall, ist sogar noch älter, es gab sie bereits in der germanischen Stammestradition.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war eher unpatriotisch, ein Prinz Eugen schlug seine Schlachten nicht für das Reich, sondern für den Kaiser. Der Gedanke an die (moderne) Nation stammt erst aus dem 18. Jahrhundert. Die Engländer haben damit angefangen, Frankreich hat den Gedanken an die Nation als moralische Kriegswaffe genutzt. In den Revolutionstruppen kämpften nicht mehr Untertanen des Königs, sondern Söhne des Vaterlands. Die deutsche Nation bildete sich heraus, als es keinen deutschen Staat mehr gegeben hatte: nach den Befreiungskriegen. Das Hambacher Fest, die Revolution von 1848 waren die Vorboten eines gemeinsamen Deutschlands, das 1871 gegründet wurde. Es hat den Menschen nicht mehr genügt, Untertanen der Könige von Bayern, Preußen oder Sachsen zu sein, sie wollten sich als Deutsche fühlen.

Es gab das Deutsche, es gab die Deutschen, doch Deutschland selbst ist ein Kind des 19. Jahrhunderts. Die spanischen Konquistadoren haben die Neue Welt nicht “für Spanien”, sondern “für den allerchristlichsten König von Spanien” erobert. Von diesem Detail abgesehen, waren es Männer, die etwas für ihr Land getan haben, die ihr Schicksal mit dem Schicksal ihres Landes verbunden haben. Dabei ist es sogar egal, daß sie “El Dorado” oder den Jungbrunnen gesucht haben.

Der Niedergang eines Landes beginnt, wenn die Eigeninteressen überhand nehmen. Der königlich-bairische Sozialdemokrat war seinem Selbstempfinden nach in erster Linie bayrischer Patriot, der Sozialdemokrat im Berliner Reichstag war in erster Linie Sozialdemokrat. Nach außen hin gab er den Arbeitervertreter, doch letztlich war er Parteifunktionär, der die Interessen seiner Partei loyal vertreten hat. Hierbei schwingt wieder die Feudalgesellschaft mit, denn der Funktionär ist der Vasall seiner Partei, jedoch oft genug nicht aus Loyalität, sondern aus blankem Egoismus, weil es ihm zum Vorteil gereicht.

Am 1. August 1914 konnte Kaiser Wilhelm mit vollem Recht sagen: “Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!” Mögen heutige gekaufte Historiker noch so lügen, jeder Deutsche hatte damals mit dem Kaiser empfunden, als dieser verkündete: “Mitten im Frieden überfällt uns der Feind.” Dieser Krieg ist nicht von Deutschland ausgegangen, er war die Folge einer angelsächsischen Einkreisungspolitik, eines revanchistischen Frankreichs und eines aufgehetzten Rußlands. Weil Deutschland diesen Krieg nie gewollt hatte, unterbreitete es immer wieder Friedensangebote, die in aller Regel eine Rückkehr zum Stand vor Ausbruch des Krieges vorschlugen – Waffenstillstand, Rückzug aller Truppen, Verzicht auf Reparationen, Annektionen oder sonstiger Veränderungen zum Nachteil einer Partei. Und wer weiß, ohne die Juden, denen in der Balfour-Deklaration Palästina versprochen wurde, hätte es womöglich genau diesen Frieden gegeben. In Europa wären die Lichter wieder angegangen…

Am 9. November 1918 hatte sich die Situation grundlegend geändert. Hätte der Kaiser erneut gesprochen, er hätte sagen müssen: “Ich erkenne keine Deutschen mehr, ich erkenne nur noch Parteien.” Deutschland wurde nicht an der Front, es wurde in der Heimat besiegt. Parteien haben im Februar aus eigenem Interesse einen Streik in den Munitionsfabriken ausgerufen, Parteien haben aus eigenem Interesse an jenem 9. November eine Revolution begonnen. Parteien, Sozialdemokraten zumal, haben den deutschen Unterhändlern eines Waffenstillstandes den Boden unter den Füßen weggezogen. Am Ende stand der Versailler Vertrag, der auf Seiten der Sieger von erstaunlich vielen Juden ausgehandelt worden war. Die Parteien hatten gesiegt, sich den Staat zur Beute geholt, allerdings einen waidwunden, unter der Last der Reparationen kaum lebensfähigen Staat.

Die sogenannte Weimarer Republik war kein Staat der Patrioten, sie war ein Staat der Eigeninteressen, ein Spielball der Parteifunktionäre. Es gibt jedoch ein paar Unterschiede zur heutigen BRD: Während die BRD offen fremdbeherrscht wird, wurde die Weimarer Republik nur verdeckt fremdbeherrscht. Damals haben Belgier und Franzosen das Rheinland offen besetzten müssen, um die Reparationen zu erzwingen, heute zahlt Deutschland dank Montanunion, EWG, EG und EU freiwillig. In der Weimarer Republik durfte man noch offen patriotisch sein, heute ist jeder Patriot verdächtig und wird kriminalisiert. Damals wirtschafteten unfähige Demokraten im Auftrag des Feindes in die eigenen Taschen, heute wirtschaften unfähige Demokraten im Auftrag des Feindes ganz Deutschland in den Abgrund. Zur Weimarer Zeit hätte man Leute wie “Joschka” Fischer im Zuchthaus versauern lassen und nicht in die Regierung gesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten in Deutschland die Patrioten wenig zu sagen. Aus heutiger Sicht kann ich nur einen erkennen, der patriotische Anwandlungen hatte: Erich Honecker. Die westdeutschen Regierungen waren und sind amerikahörige Vollstrecker der Alliierten, die meisten DDR-Funktionäre sowjethörige Vollstrecker Moskaus. Die Schnittmenge dieser beiden Ambitionen heißt übrigens Angela Merkel, die Teflon-Kanzlerin, die schon morgen als Statthalterin Putins weiteramtieren könnte – mitsamt der CDU.

Kennedys Satz gilt nach wie vor, und wenn man sich Figuren wie Joachim Gauck anschaut, weiß man sofort, was diese für unser Land getan haben: Nichts! Geld einstecken, auf Kosten der Steuerzahler durch die Welt reisen und ansonsten bei jeder Gelegenheit die immerwährende deutsche Schuld verkünden – in den meisten Staaten dieser Welt bliebe so ein “Staatsoberhaupt” keinen weiteren Tag im Amt. In der Weimarer Zeit hätte ihn vermutlich die eigene Präsidenten-Garde über den Haufen geschossen. Und zu Kaisers Zeiten? Da wäre Prinz Joachim als “schwermütig” weggesperrt worden und wahrscheinlich seinem persönlichen Bernhard von Gudden begegnet. Bei der Thronfolge wäre so eine Schande für die Familie übergangen worden.

Deutsche sind obrigkeitshörig und unbegrenzt verhetzungsfähig. Ihre Loyalität läßt sie Schläger der Antifa werden, in den Dschihad ziehen und Selbstmordattentate verüben, immer wieder Merkel wählen und sogar den Wahrheitsmedien glauben. Der gute Charakter der Deutschen läßt sie durchhalten und sogar die verrücktesten Parolen idiotischer Führer nachbeten. Deutsche sind großzügig und hilfsbereit, sie sind leidensfähig und fleißig. Allerdings, wenn sie erkennen, daß ihre gute Seele nur ausgenutzt worden ist, packt sie der “furor teutonicus”. Heutige Politiker sollten sich die Filmchen anschauen, in denen Italiener auf den toten Mussolini eintreten. Die Zukunft könnte durchaus so aussehen.

Der Niedergang eines Staates läßt sich nur durch eine Katastrophe aufhalten und umkehren. Beim normalen Gang der Dinge haben sich die Herrschaften an der Macht mit dem Niedergang eingerichtet. Merkel fliegt durch die Welt und verteilt Geschenke, wobei Israel jederzeit einen Nachschlag mit einer zusätzlichen Extrawurst erhält. Sie ruiniert die deutsche Wirtschaft, die EU, die deutschen Sparer und das deutsche Ansehen in der Welt gleichzeitig. Ihr Kabinett aus fünfzehn gefolgsamen Nullen hilft ihr tatkräftig, und wo zusätzlicher Schaden zu erzielen ist, redet der GAU aller Bundespräsidenten.

Patrioten werden vergrault und einer gewissenlosen Gesinnungsjustiz zum Fraß vorgeworfen. Dafür werden Leute ins Land geholt, die für den kleinsten Vorteil alles aufgeben und verraten, die dank ihrer Mentalität nur ein gewaltiges Konfliktpotential in dieses Land tragen. Der Staat wird ausgeplündert und überschuldet, am Ende wird es nicht einmal zu den Pensionen für die loyalen Beamten reichen. Es ist eben ein besonderes Privileg, Erfüllungsgehilfe der Volksverräter zu sein. Beim “arabischen Frühling” konnten abgesetzte Potentaten noch schnell bei der Nationalbank vorbeifahren und ein wenig Gold und ein paar Säcke Dollar einladen. Unsere Potentaten sitzen in Berlin, die Bundesbank residiert in Frankfurt und das Sagen dort hat die EZB – es sieht demnach schlecht aus für das Fluchtgepäck in letzter Minute. Da müßten die Herrschaften schon jetzt vorsorgen und ihre Beute in Sicherheit bringen. Wer zu spät kommt, dem drohen der Dankesorden des Deutschen Volkes und Mussolini.

Ich kann wenig über die chinesische Regierung sagen. Funktionäre, die zum Schaden des Landes hemmungslos in die eigene Tasche wirtschaften, gibt es dort immer wieder. Und sie werden mit schöner Regelmäßigkeit erschossen, auf daß es ihnen nicht mehr wohl ergehe auf Erden. Putins Rußland sei korrupt, schreiben unsere Wahrheitsmedien. Vermutlich sehen sie da einen Splitter in Putins Auge und übersehen den Balken im Auge der Merkel-Regierung. Ich halte Putin nach wie vor für einen russischen Patrioten, der für Rußland russische Politik betreibt. Gleiches kann ich von keinem einzigen Deutschen seit dem Zweiten Weltkrieg sagen.

Unabhängig von Washington und Tel Aviv sind noch der Iran und Nordkorea. Der Iran ist definitiv kein aggressiver Staat, er hat zudem wirtschaftliche Probleme. Die Perser sind jedoch bereit, sich todesmutig zu verteidigen, wenn die Weltschurken aus den Verarmten Staaten von Amerika oder Israel sie angreifen sollten. Nordkorea ist nicht berechenbar. Dieses Land wirkt auf mich wie eine Klapperschlange, die lautstark rasselt, damit sie in Ruhe gelassen wird und nicht kämpfen muß.

Der Niedergang (West-)Roms hat etwa drei Jahrhunderte gedauert. Der Niedergang des Westens hat vor 70 Jahren begonnen und wird seit 25 Jahren immer deutlicher sichtbar. Aus dem geschichtlichen Rückblick wird es irrelevant sein, ob es noch fünf, zehn oder fünfzehn Jahre dauern wird, bis die Staaten des Westens zusammenbrechen. Viel wichtiger wird sein, wie lange die Phase der Anarchie dauern wird und wie schnell wo die Erholung einsetzt. Im Zusammenbruch wird es auf die Patrioten ankommen – und beim Wiederaufbau erst recht.

Ich sage es bereits seit zehn Jahren: Im Zusammenbruch wird man auf das zurückgreifen, was sich seit Jahrhunderten bewährt hat: Monarchie als Regierung (ob Kaiser oder Häuptling sei dahingestellt) und Edelmetalle als Tausch- und Zahlungsmittel. Und es wird wichtig sein, daß es genug Leute gibt, die fragen, was sie für ihr Land tun können. Für jene, die fragen, was ihr Land für sie tun kann, gibt es auch eine Antwort: eine lebenslange Vollkasko-All-Inclusive-Rundum-Versorgung. Ja, wirklich. Der Name für dieses Programm steht auch schon fest: Arbeitslager.

© Michael Winkler

Die französische Nationalversammlung hat mit überraschend großer Mehrheit ein Gesetz beschlossen, mit welchem die bürgerlichen Rechte dramatisch eingeschränkt werden. Die Geheimdienste erhalten umfassende Rechte der Kontrolle der Bürger. Gerichtliche Beschlüsse zur Überwachung sind kaum noch nötig. Die Entwicklung könnte beispielhaft für die ganze EU sein.

Die UBS hält ein Bargeld-Verbot für nicht umsetzbar. Denn nicht alle Schlupflöcher, um die Niedrigzinsen zu umgehen, können geschlossen werden. Tatsächlich ist der Umlauf von 1.000-Franken-Noten in der Schweiz seit Einführung der Strafzinsen deutlich gestiegen.

Ein Hafen auf Kreta hat mindestens zwei Ausschreibungen veröffentlicht, in der eine Bezahlung in „Euro oder jeder anderen griechischen Währung“ vereinbart wird. Mit dieser Sonderklausel will sich die Stadt offenbar für einen Grexit wappnen. Es ist das erste Mal, dass diese Verträge für mehrere Währungen geschlossen werden.

Im Osten der Ukraine setzt sich still und leise der Rubel als Zahlungsmittel durch. Die ukrainische Hrywnja wird als Währung verdrängt. Mit dieser Prozess schwindet auch der Einfluss der Regierung in Kiew auf den Donbass.

Trotz des Währungskriegs, der zwischen China und den USA stattfindet, sagt Microsoft-Gründer Bill Gates, er würde einen Yuan-Währungskorb einem Dollar-Währungskorb vorziehen. Die Aussage hat offenbar strategische Gründe. Der Chef-Analyst der Baader Bank, Robert Halver, sagt, dass China einer der wichtigsten Absatzmärkte für Microsoft ist.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden ihre monatlichen Vergütungen um 1.500 Euro auf 22.879 Euro erhöhen. Sie argumentieren, dass es seit dem Jahr 2011 keine Erhöhungen gegeben hat. Das müsse nachgeholt werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beruhigt die deutscher Steuerzahler: Niemand habe über einen Schuldenschnitt – also Verlusten für die Steuerzahler – gesprochen. Die Troika prüfe lediglich alle Optionen, die sich aus der sich verschlechternden Lage in Griechenland ergeben könnten.

Der Dax kommt heftig unter Druck. Auslöser ist das US-Handelsbilanzdefizit, das den Euro nach oben schießen lässt und so den deutschen Leitindex drückt. Belastend ist auch die Haltung des IWF, der die Gläubigerstaaten Griechenlands zu einem Forderungsverzicht bewegen will.

Die EU bereitet die europäischen Steuerzahler auf Verluste im Griechen-Poker vor: In einer französischen Offensive spricht nach IWF-Chefin Lagarde nun auch EU-Finanzkommissar Moscovici von einem Schuldenschnitt. Das geschieht – sehr raffiniert – verklausuliert in einer Drohung an Athen.

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