Zum Ableben von Günter Grass

On April 13, 2015, in Schall und Rauch, by admin

Der Dichter Günter Grass ist Am Montagmorgen in Lübeck gestorben. Er wurde 87 Jahre alt. Jetzt wo er tot ist, würdigen die deutschen Medien ihn und sein Lebenswerk, nennen ihn den wichtigsten Autor der deutschen Nachkriegsliteratur. Aber es ist noch nicht lange her, da haben sie ihn völlig fertiggemacht und auf übelster Weise mit Dreck beworfen. 2012 haben sie ihn als Antisemiten beschimpft, nur weil er in einem Gedicht die Politik Israels kritisierte, was völlig legitim und berechtigt ist.

1999 bei der Übergabe des Literaturnobelpreises

Was gesagt werden muss
Von Günter Grass

“Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen, in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes, dem sich mein Schweigen untergeordnet hat, empfinde ich als belastende Lüge und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt “Antisemitismus” ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird, wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert, ein weiteres U-Boot nach Israel geliefert werden soll, dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist, doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will, sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, es mögen sich viele vom Schweigen befreien, den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern und gleichfalls darauf bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.”

Siehe dazu: “Die Wahrheit zu sagen ist antisemitisch“.

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Passend dazu: Am vergangenen Freitag hat das Landgericht ein Zensururteil ausgesprochen. Walter Herrmann (76) darf keine Fotos von Opfern des Bombenkrieges, den Israel gegen Gaza führte, auf seiner Klagemauer in Köln zeigen. Im Sommer 2014 sind 2’200 Menschen wieder durch israelische Bomben und Granaten umgebracht worden. Als er sich weigerte die Bilder von verstümmelten Kinderleichen zu entfernen, kam die Polizei und forderte ihn auf, sechs Fotos, die nicht “jugendfrei” sind, abzuhängen. Die Beamten konfiszierten die Fotos. Zeigt Herrmann solche Fotos erneut, erwartet ihn eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro. In Deutschland darf man nicht die Wahrheit über die Gräueltaten der verbrecherischen israelischen Kriegspolitik gegen die Palästinenser zeigen. Könnte ja die deutsche Jugend aufklären, ich meine, gefährden!

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Der Umsatz von Siemens ist wegen der Russland-Sanktionen drastisch eingebrochen. Siemens-Chef Kaeser verzichtet auf eine direkte Kritik an der Bundesregierung. Er hat aus der Schelte gelernt, die über ihn vor einem Jahr hereingebrochen war, als er vom ZDF-Mann Kleber wegen einer Russland-Reise beispiellos abgekanzelt wurde. Nun lässt Kaeser eben einfach die Fakten sprechen.

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Wegen zu lascher Zensur droht einem der größten Online-Dienste in China das Aus. Die Betreiber wurden nach Peking zitiert, wo ihnen öffentlich Ketzerei und Verletzung der Moral vorgeworfen wurde. Nur mit dem erfolgten Versprechen, die Zensur zu verschärfen, darf die Seite weitermachen.

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Die Arbeitskosten, die Vorschriften zur Regelung der Arbeitszeit und den wachsenden Wettbewerb kritisierten Mittelständler an Österreich. Zudem werden Investitionen nur im Ausland getätigt. Den Erfolg sichern allerdings erfahrende Arbeitskräfte und kluge Innovationen den Landwirten und Maschinenbauern.

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Acht Abgeordnete der US-Republikaner haben im Repräsentantenhaus des Staats Washington einen Gesetzesentwurf eingebracht, worin sie die Einführung einer Gold-Währung fordern. Dadurch soll eine alternative Währung zu den Dollar-Noten der Fed geschaffen werden.

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Die Banken an der Wall Street müssen 26 Milliarden Dollar an Sicherungsgeschäften ausgleichen. Zuvor hatten mehrere US-amerikanische Öl-Förderer Sicherungskontrakte abgeschlossen, um sich gegen einen möglichen Preis-Verfall abzusichern. Unter den betroffenen Banken sind die Bank of America, Citigroup, JPMorgan Chase und Wells Fargo.

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Der starke Dollar riskiere das Vertrauen in die US-Wirtschaft, warnt der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock. Das gefährde Wachstum und Investitionen. Devisen-Experten erwarten, dass der Dollar noch weiter aufwerten wird.

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In Polen wurde eine neue Partei gegründet, die sich gegen die Russland-Politik der Regierung in Warschau richtet. Sie nennt sich Zmiana und ihr Chef Mateusz Pistorski sieht in Moskau einen wichtigen Wirtschafts-Partner. Der Nationale Sicherheitsrat Polens bezeichnet Pistorski als russischen Agenten.

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Eine Bombendrohung hat am Sonntagabend auf dem Flughafen Köln/Bonn eine Germanwings-Maschine gestoppt. Alle 132 Insassen mussten die Maschine verlassen. Gefunden wurde nichts.

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Die westlichen Industrie-Staaten beraten über die Ukraine-Krise, allerdings ohne Russland. Linke-Chef Gysi hält dies für einen Unsinn: Eine Lösung für die Ukraine sei nur mit Russland möglich. Die Bundesregierung verlangt zuvor die Umsetzung des Minsker Abkommens.

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