Spatz: Der Winter vor der Tür

On November 9, 2014, in Spatz, by admin

Der Winter vor der Tür

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

Wie konnte der westliche Friedensfürst von den Wählern so abgestraft werden? An seiner Kriegspolitik im Nahen-, Fernen-Osten und in der Ukraine lag es nicht. Die brachten ihm beim Wähler eher noch Pluspunkte. Schließlich will man noch „Jemand“ sein, und dass man Jemand ist, beweist man mit Draufhauen. Der Grund: „It’s the money, stupid!“

Die Federal Reserve Bank (FED), die 1913 privatisierte Zentralbank der USA, hat in den letzten fünf Jahren 3,6 Billionen Dollar neu geschaffen. Das Geld stammt nicht aus Werte schaffender Arbeit, es wurde nicht gespart. Es entstand nur so, quasi aus dem Nichts und entsprechend repräsentiert diese Summe auch Nichts. Es verwässert den bisherigen Wert. Und doch geriet jeder Cent davon in irgendjemandes Tasche, kam es bestimmten Leuten zu Gute. Angeblich sollte das Geld die Wirtschaft ankurbeln. Aber Geld kurbelt nicht. Das tun Menschen. Geld arbeitet – trotz anders klingender Behauptungen – auch nicht, das tun nur Menschen. Was ist mit dem Geld geschehen, wer hat es bekommen? Ich weiß es nicht – und Sie vermutlich auch nicht. Theorien und Mutmaßungen dazu gibt es natürlich viele.

Was relativ belegt ist (soweit man Medien noch glauben kann), scheint das Folgende zu sein: „90% aller US-Amerikaner sind heute ärmer als 1987“. Das jedenfalls behauptet das National Bureau of Economic Research der Vereinigten Staaten in der Studie Wealth Inequality in the United States since 1913: Evidence from Capitalized Income Tax Data (Wohlstandsungleichgewicht in den USA seit 1913: Beweise aus Daten kapitalisierten Einkommens) in einem im Oktober 2014 erschienen Arbeitspapier No. 20625. Danach besitzt die “untere” Hälfte aller US-Bürger nur noch 1 Prozent aller Vermögenswerte, während die “oberen” fünf Prozent in den Vereinigten Staaten immer wohlhabender werden. “Die neue, harte Realität ist, dass die unteren 90 Prozent aller Haushalte heute ärmer sind, als im Jahr 1987″ … “Es waren verlorene 25 Jahre für die unteren 90 Prozent, aber auch verlorene 15 Jahre für weitere neun Prozent.” (Washington Post Wonkblog vom 22.10. 14). Tatsächlich sind demnach die unteren 99 Prozent ärmer als im Jahr 1998. Die ärmeren 50 Prozent aller US-Bürger (62 Millionen Haushalte) besaßen vor 25 Jahren noch drei Prozent am US-Vermögens, heute nur noch ein Prozent. Ein Viertel dieser Familien hat keinerlei Rücklagen dafür meistens Schulden. An diese Leute ist das neue Geld der FED also bestimmt nicht geflossen. Es hat ihnen nur die wenigen Spargroschen, die sie hatten, durch die Entwertung des Dollars seit 1998 auf die Hälfte reduziert. Dagegen steigen die Bonuszahlungen in die Millionen und Hedgefonds-Manager und Banker überholten die alten Schlotbarone. Genaueres dazu schreibt Stockman in seinem Buch „The Great Deformation”. Das war in den USA so, bei uns, den notorischen Nachäffern der USA, wird es nicht anders sein, nur kennen wir die entsprechenden Zahlen nicht so genau, weil wir zu herrschaftstreue Medien haben.

Aber auch die bösen Banken jammern – in Europa wenigstens nicht ganz zu Unrecht „Bei Anwendung einer Standarddefinition für notleidende Engagements (Verbindlichkeiten, die 90 Tage überfällig sind, oder Engagements, die ausfallgefährdet oder bereits ausgefallen sind) zeigte sich, dass die notleidenden Engagements der Banken um 136 Milliarden € auf insgesamt 879 Milliarden Euro zugenommen haben“ (im letzten Jahr). Da beruhigen auch Stress-Tests nicht mehr. Die Pleite geht um in Europa. „Es ist etwas faul in der westlichen Welt“ fragte Hamlet 2014, und diesmal liegt es nicht am Regent, denn der tut nur, was man ihm sagt, sondern am Geld (und an dessen ehrenamtlichen Schöpfern und Verwaltern).

Einige bekommen das zu spüren, und von denen beginnen einige alternativ (aber nicht grün, denn grün befolgt die Orders des Geldes besonders korrekt) zu wählen. Obama bekam das zu spüren, bei uns als Vorreiter die FDP. Aber die anderen fürchten das Gleiche. Finanzminister Wolfgang Schäuble bezeichnet die Lucke-Partei (AfD) als „Schande für Deutschland“, und zwar am 9.10 bei einer Podiumsdiskussion am Rande der Herbsttagung des Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Die AfD sei eine Gruppierung, „die hemmungslos alles demagogisch missbraucht, was man missbrauchen kann“, sagte er in einem Zeitungsinterview. Andere Etabliert sagen Ähnliches. Dabei ist sich die AfD bisher noch nicht einig, ob sie wirklich eine Alternative zu Washington und Brüssel ist oder nur ein wohlweislich eingerichtetes Auffangbecken, das Unzufriedene möglichst für diese unauffällig zurück in den politischen Mainstream schleusen soll.

Der Ausbruch der Fäulnis des Geldes hat einen Grund. Sicherlich liegt die in der Grundstruktur des Geldes als Schuldgeld, also darin, dass Dollar und Euro ihrem Wesen nach nichts anderes sind als Zahlungsverpflichtungen eines anderen aber keinen Wert mehr repräsentieren (außer der Zahlungsfähigkeit/willigkeit des anderes). Wenn nun einige Privatleute (Eigentümer der FED) das Privileg haben, solche Schuldforderungen beliebig ohne Gegenleistung in Umlauf zu bringen, dann wird es aufgrund der Gier dieser Leute früher oder später faul – nämlich dann, wenn die Privilegierten Schuldforderungen in großem Umfang, der in keinem Verhältnis mehr zu der Nachfrage nach Geld als gültigem Zahlungsmittel steht, in Umlauf bringen. Nun sinkt ausgerechnet noch die Nachfrage nach Geld aufgrund der falschen Geldideologie und Finanzpolitik im Inneren und deren Folgen im Geschehen auf dem scheinbar so heiligen Geldmarkt.

Ein Beispiel: Singapur und China haben sich in der vergangenen Woche geeinigt, den Devisentausch zwischen dem chinesischen Renminbi (oder kürzer Yuan) und dem Singapur-Dollar nicht mehr über den US-Dollar, sondern direkt (über eigene Verrechnungsstellen) abzuwickeln. Das geschieht nun seit dem 28.10.14. Der Singapur-Dollar ist damit die zehnte internationale Devise, die auf der Forex-Plattform Chinas gehandelt werden kann (und soll). „Singapur, was soll’s, ein winziges Land“?

Nun, Singapur ist das führende Devisenzentrum Asiens und eine der ersten Offshore-Wechselstuben für den Handel mit Yuan. Es liegt dazu in einer günstigen Zeitzone. Beide Faktoren erlauben es nun europäischen Firmen, die an Umsatz rasant wachsende Wechselstube Singapur für die Finanzierung ihrer China-Geschäfte viel umfangreicher zu nutzen als bisher. Denn die Vermeidung des US-Dollar als Zwischenschritt im Ostasiengeschäft verringert die Transaktionskosten deutlich, um bis zu fünf Prozent für jedes Geschäft, sagen einige. Das macht den Yuan attraktiver. Hinzukommt das dadurch verminderte Währungsrisiko.

China und Russland benutzen viel ihrer verdienten Devisen zum Goldeinkauf. Gold ist sicherlich ein fiktiver Wert, weil es zu kaum etwas Praktischem (abgesehen von dem wenigen Gold auf der Computer-Platine oder am Hals der Hübschen) gebraucht wird. Gold ist aufgrund einer Jahrtausende alten Ideologie Vertrauensbildner für Geld. Goldbestände schaffen oder nehmen Vertrauen in Währungen. Die tatsächlichen fremden und eigenen Goldbestände in den Bunkern der FED, der Wall Street oder der London City werden immer dubioser. Die einen können vorzeigen, die anderen lassen daran glauben – das macht für die Masse der besser gestellten Geldbesitzer einen Unterschied. Afrikanische Notenbanken werden umworben, mehr chinesische Währung in ihre Reserven zu nehmen. Mit Brasilien will China den bilateralen Handel im Umfang von jährlich bis zu 30 Milliarden Dollar in Yuan abwickeln. Mit über 50 Ländern wurden Swap-Vereinbarungen getroffen, um in Krisenzeiten Reserven in den Landeswährungen im Rahmen von hunderten Milliarden Dollar gegeneinander auszutauschen. Um uns die Größenordnung verständlich zu machen, greifen wir noch auf den Dollar zurück, doch die Abmachungen dienen dazu, ihn zu umgehen. Das geschieht, weil damit das unselige Wirken der Privatbanken, denen die FED gehört, ausgeschaltet wird, und dient der Stabilisierung der globalen Devisenmärkte. Diese wurde nötig, weil der Westen eine solche zwar 2008/9 versprochen, aber das Versprechen wegen der guten Gewinnmöglichkeiten an den Fluktuationen nicht eingehalten hat. Im Oktober 2013 forderte aus diesem Grund ein Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua im Zusammenhang mit der „Einführung einer neuen internationalen Reservewährung als Ersatz für den dominanten Dollar“ eine „de-amerikanisierte“ Welt. Es blieb nicht bei der Forderung.

Mindestens 40 Notenbanken bis hin nach Afrika und Südamerika haben inzwischen begonnen, ihre Devisenreserven – bisher weitgehend Dollar und Euro – durch Yuan zu ergänzen oder umzuschichten. Dadurch werden Dollar frei. Deutsche Banken richten Firmenkunden, die mit China Handel treiben, Yuan-Konten ein. Das senkt den Dollar-Bedarf. Internationale mit Yuan gehandelt wird bereits in Hong Kong, Singapur, Taiwan, London und seit Juli 2014 auch in der Schweiz. Zu erinnern sei, dass im März 2014, beim Besuch von Staatspräsident Xi Jinping in Deutschland, vereinbart wurde, in der Eurozone auch den Finanzplatz Frankfurt als direkte Wechselstube für die chinesische Währung einzurichten. Die Deutsche Bundesbank und Chinas Zentralbank richten dazu eine Clearing-Stelle ein, über die Handelsgeschäfte in Yuan abgewickelt werden. Das spart Dollars. Große westliche Firmen, darunter Volkswagen, haben in Asien auf Yuan lautende Anleihen ausgegeben, sammeln dort also Geld, dafür weniger Dollars. Chinas wachsende Bedeutung im Welthandel (2012 war China für 124 Länder der größte Handelspartner, für 76 waren es noch die USA) bringt nicht nur den Yuan voran, sie verdrängt auch die Nachfrage nach Dollar.

Dann war da noch das Öl hinter dem Petro-Dollar. Energie ist der Lebenssaft der Volkswirtschaft. Man bekam früher Öl nur gegen Dollar. Das war lange Zeit der eigentliche „Wert“ des Dollars. Er wurde bissig verteidigt. Saddam Hussein und Gaddafi bekamen das zu spüren. Inzwischen wurden Öl-Futures an der Börse Shanghai von Dollar auf Yuan umgestellt. Russland kündigte an, Öl und Gas „auch“, gegen Rubel und Yuan zu handeln. Wenn die dafür hart bestraften Husseins und Gaddafis Schule machen, könnte vermehrt auch Nahost-Öl unter dem Dollar wegbrechen. Wo bliebe dann der Petro-Dollar, bekommen wir einen Petro-Yuan und einen Petro-Ruble? Was bleibt dem Dollar dann noch außer der US-Army (zum Schuldeneintreiben und zur Dollarzwangsverpflichtung) an „Wert“?

Kürzlich fand in Wales das NATO-Treffen statt. Man einigte sich öffentlich auf eine “rapid reaction force” (inöffentlich auf anderes), um künftigen Entwicklungen wie in der Ukraine vorzugreifen. Worum ging‘s in der Ukraine? Um einen bereits über Jahre vorbereiteten westlichen Putsch und den Versuch der mit dem Putsch nicht einverstanden Menschen, sich der Gewalttätigkeit der Putschisten zu entziehen – und zwar per „Wahl“, dem heiligen Rest der Demokratie. Ähnliches hatte Menschen in Schottland versucht, was durch Medienkonditionierung und/oder Wahlmanipulationen gerade noch verhindert wurde. Waliser denken daran. In Spanien will die Regierung die Abwahl einer durch sie bedrängten Region gewaltsam verhindern. Versagende Systeme zeigen Risse und Auflösungserscheinungen. Sie mehren sich in den USA wie in Europa. Ob dagegen rasche Reaktionstruppen und die Nichtanerkennung von Wahlen helfen werden?

Interessanter vielleicht das im Westen kaum beachtete Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO), eines möglichen Gegenstücks zur NATO, in Dushanbe, Tajikistan. Dort haben sich China, Russland und die vier Zentralasiatischen Staaten um drei eindrucksvolle Staaten nämlich Indien, Pakistan und Iran erweitert. In Indien folgte Primierminister Narendra Modi dem chinesischen Seidenstraßenkonzept. Wenn es nicht von außen gestört wird (etwa durch IS-Aktivitäten in den dortigen muslimischen Gebieten) bahnt sich eine “Chindia” Wirtschaftszusammenarbeit an, die die seit Mackinder (1904) verfolgte eurasische Geopolitik auf den Kopf stellen könnte. Die Behandlung Putins im Westen und seine inzwischen in Gang gesetzte Ostanbindung bekräftigen das. Der Beitrag des Iran in diesem Kreis, in dem die USA nicht mehr und die EU kaum noch willkommen sind, sollte aufgrund westlichen Hochmuts nicht unterschätzt werden. Die SCO ist dabei, die wichtigste internationale Organisation Asiens zu werden. Ob ein unabhängiges Deutschland sich dort einreihen oder weiterhin westliche Stiefel lecken wird, kann über unsere Zukunft mehr und tiefgreifender entscheiden als eine ideologische Energieunabhängigkeit durch Windmühlen und chinesische Solar-Paneele.
Vor dem Hintergrund lassen sich auch die Vorgänge in der Ukraine verstehen.

(142)

Das offizielle Deutschland feiert das Ende der DDR als einen Sieg der Bürgerrechtler gegen einen Unrechtsstaat. Tatsächlich kollabierte die DDR an ihrer Schulden-Last und der schlechten Wirtschaftslage. In dieser Hinsicht ist der Untergang des kommunistischen Imperiums ein Mentekel für alle überschuldeten Staaten auf der Welt.

(125)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich überraschend deutlich gegen die Wahl von Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten in Thüringen geäußert. Ein Mann von der Links-Partei an der Spitze eines Bundeslandes sei geopolitisch, außenpolitisch und europapolitisch ein großes Problem für Deutschland.

(133)

Ungarn hat ein Gas-Gesetz beschlossen, mit dem der Bau der South-Stream-Pipeline gemeinsam mit Gazprom ermöglicht wird. Die EU schaltet sich nun in die neue Gesetzgebung ein. Brüssel kritisiert, dass der russische Gaskonzern sowohl das Gas liefert als auch die Pipeline betreiben soll.

(113)

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erhält einen neuen Polizei-Chef, der auch Vize-Kommandeur der Neo-Nazi-Truppe Asow-Bataillon ist. Der ukrainische Minister ist überzeugt von der Richtigkeit seiner Wahl. Doch die Charkiwer Gruppe für Menschenrechte stuft diesen Schritt als Schlag ins Gesicht aller Euromaidan-Anhänger ein.

(105)

Die spanische Armee bereitet sich offenbar auf Unruhen in der Bevölkerung vor. In den vergangenen Wochen haben Truppen den Einsatz gegen Demonstranten geübt. Ob die Übungen in Zusammenhang mit der Test-Abstimmung über die Unabhängigkeit in Katalonien am Sonntag stehen, ist unbekannt.

(96)

Florian Homm gehörte zu den schillerndsten verurteilt heute das System, in dem er einst Millionen verdiente. Der aktive Trader Michael Berkholz hat Florian Homm für die Deutschen Wirtschafts Nachrichten getroffen, und versucht herauszufinden, ob man dem System wirklich entrinnen kann.

(116)

Der letzte Führer der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, ist überzeugt, dass die aktuelle Politik des Westens vor allem Europa schade. Ohne eine russisch-deutsche Partnerschaft könne es keine Sicherheit in Europa geben. Daher müssten die EU und Russland mit der Aufhebung der gegenseitigen Sanktionen beginnen.

(101)

Die Bürger der Schweiz sind etwas verwundert was für ein “Geschenk” mit der Post eingetroffen ist. Es handelt sich um 5 Millionen Packungen Kaliumiodid die an alle Haushalte nördlich der Alpen verschickt werden. Die Begründung für diese Aktion, nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss der Bundesrat, Jodtabletten an alle Haushalte im Umkreis von 50 statt wie bisher von 20 Kilometern um die AKW zu verteilen. Damit wird von den Behörden offiziell zugegeben, mindestens zwei Drittel der schweizer Bevölkerung wäre von einer radioaktiven Verseuchung betroffen und deshalb Empfänger der Tabletten.

Angeblich bewirkt das Kaliumiodid eine Jodblockade und führt zu einer Verminderung der Aufnahme radioaktiven Jods in die Schilddrüse um den Faktor 90. Interessant ist, die Gruppe der über 40-jährigen soll keine Kaliumiodidtabletten einnehmen, da es wegen Unverträglichkeit zu Nebenwirkungen kommen kann. Irgendwie wirkt diese gross angelegte Schutzaktion lächerlich, da ja nur die Schilddrüsen bei zeitgerechter Einnahme geschützt werden. Die Jodtabletten schützen nicht gegen direkte Strahlung, die von aussen auf den ganzen Körper einwirkt. Dazu müsste man sofort einen unterirdischen Schutzraum aufsuchen.

Für die Schweiz ist das kein Problem, denn es ist das einzige Land auf der Welt, dass für 100 Prozent der Einwohner Schutzbunker hat. Jedes Wohn- und Geschäftshaus hat einen, einschliesslich jedes Privathaus, einen Bunker aus dicken Beton mit Luftfilteranlage, Stockbetten, chemischer Toilette und hoffentlich Notvorrat. Dazu sind die meisten Strassentunnel in den Städten auch als Zivilschutzanlagen ausgebaut. Die Frage die sich daraus ergibt, wie lange kann oder muss man überhaupt im engen Schutzraum bleiben, Tage, Wochen oder Monate? Und was passiert danach?

Die AKW-Betreiber stört das Signal, dass mit der Tablettenverteilung an alle Haushalte über den Umkreis von 20 Kilometer hinaus gesendet wird. Die Bevölkerung werde “verunsichert“, sagen sie. “Nur ein äusserst unwahrscheinliches Szenario mit einem Ex­trem-Erdbeben könnte überhaupt eine Ausweitung der Verteilzone auf 50 Kilometer rechtfertigen“, schreibt Swissnuclear. Der Bundesrat begründet den erweiterten Radius damit, dass im Katastrophenfall die Verteilung in den Ballungsräumen an alle Betroffenen innert zwölf Stunden unmöglich wäre.

Atomkraftgegner meinen, die Aktion wäre im gewissen Sinne gut, denn es zeige der Bevölkerung, AKW sind nicht sicher und schlimme Unfälle können passieren. Statt diesen kostspieligen Pseudoschutz zu veranstalten, wäre eine rasche Still­legung der AKW richtiger. Es sieht aber danach aus, dass die Laufzeit­ der Atomkraftwerke wieder verlängert wird. Dabei hat die Schweiz das weltweit älteste AKW überhaupt, nämlich Beznau 1 aus dem Jahre 1969.

Kritik übt Grünpiss am behördlichen Slogan “Im Notfall gut geschützt” auf dem Begleitblatt. Das sei irreführend und eine Verharmlosung der wirklichen Gefahr durch die radioaktive Verseuchung. Es entstehe der Eindruck, Jodtabletten schützten generell gegen Folgen eines AKW-Unfalls. Im Text steht kein Wort über weitere Gefahren und Massnahmen, oder wie eine Evakuierung ablaufen soll. Es wird auch so getan, wie wenn die Gefahr an der Grenze aufhört, denn die im Umkreis des AKW Leibstadt liegenden deutschen Gemeinden bekommen keine Tabletten.

Interessant ist, eine ähnliche Aktion findet auch gerade in Luxemburg statt. Die Luxemburger bekommen die Jodtabletten nicht per Post nach Hause geschickt, wie in der Schweiz, sondern alle Einwohner sollen an der nächsten Apotheke sie gratis abholen. Siehe Merkblatt in dem steht: “Die Regierung hat einen neuen Notfallplan für Nuklearunfälle verabschiedet, der die vorsorgliche Verteilung von Kaliumiodid-Tabletten an alle Einwohner des Großherzogtums Luxemburg vorsieht. Die Einnahme dieser Tabletten ist eine der Hauptschutzmaßnahmen.

Hauptschutzmassnahme? Ist ja lächerlich. Wenn das Schlucken einer Tablette wirklich fast alles ist was den Regierungen als “Schutz” einfällt, dann gute Nacht. Zeigt wie hilflos sie sind. Aber in Deutschland und Österreich ist eine vorsorgliche Ausgabe der Jodtabletten an die Bevölkerung gar nicht mal vorgesehen, sondern sie sollen irgendwo auf Lager liegen und erst nach einem Reaktorunfall verteilt werden.

Dabei soll eine Einnahme nur dann Sinn machen, wen sie innerhalb von Stunden nach der Explosion und Verbreitung der radioaktiven Wolke stattfindet. Was meinen die Behörden eigentlich in D und A? Statt sich vor der verseuchten Aussenwelt zu schütze, sollen die Menschen nach dem Knall schnell zu einer Apotheke oder nächsten Verteilzentrum rennen, also sich der Radioaktivität im Freien erst aussetzen?

Ob die Jodtabletten auch bei einem Atomkrieg helfen? Diese Gefahr beschwören die europäischen Regierungen ja auch gerade heraus!!!

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