Das Maß der Dinge (6.8.2014)

 

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Der Mensch ist das Maß aller Dinge, er steht im Mittelpunkt der Politik und ist natürlich die Krone der Schöpfung. Ja, darauf können wir wirklich stolz sein, wenn… Ja, wenn das kein Eigenlob wäre. Es gibt nämlich niemanden sonst, der uns loben könnte. Die Neandertaler sind ausgestorben, und die meisten Tierarten empfinden uns eher als Bedrohung denn als förderlich. Selbst Ihr Dienstwellensittich würde, so er denn entscheiden könnte, die Freiheit in seiner angestammten Heimat Ihrem Käfig vorziehen.

Der Mensch wurde nach dem Ebenbild Gottes geschaffen – sagen wir Menschen in für heilig erklärten Büchern. Die Wissenschaft hat einen eigenen Ausdruck: das anthropozentische Universum. In deren heiligen Büchern steht, daß der ganze uns bekannte Kosmos bis ins kleinste austariert wurde, um uns zu ermöglichen. Wichen Naturkonstanten nur um ein Prozent ab, es hätte uns nie gegeben. Sind wir also wahrhaftig das Maß aller Dinge?

Um das zu beantworten, brauchen wir ein G3, mit dem schönen alten Nato-Kaliber 7,62 mm. Was zuerst da war, das Gewehr oder die Patrone, ist nicht so wichtig. Tatsache ist, daß eine 7,62-Patrone ganz wunderbar in dieses Gewehr paßt. Der Lauf ist so eng, daß sich seine Züge ins Geschoß einfräsen, wenn es abgefeuert wird. Dadurch wird das Geschoß in Drehung versetzt, es bekommt einen Drall, damit es zielgenau fliegt. Nehmen wir nun eine Patrone im neuen Nato-Kaliber 5,56 mm. Sie soll tatsächlich ins Patronenlager passen (was sie in Wirklichkeit nicht tut) und abgefeuert werden. Die Treibgase fließen an der Kugel vorbei, verpuffen zum großen Teil. Das Projektil selbst erfährt im Lauf keine Führung, es wackelt herum und beschädigt den Lauf. Es bekommt keinen Drall verliehen und eiert ziel- und wirkungslos davon, mag vielleicht 100 Meter fliegen, bevor man es mit dem Barett auffangen kann. Wie sieht es mit dem Wehrmachts-Kaliber 7,92 mm aus? Wahrscheinlich verstopft es sofort den Lauf, ansonsten hobelt es die Züge glatt und beschädigt den Lauf. Die Treibladung kämpft gegen die Enge des Laufs an, das Gewehr wird furchtbar heiß und schließlich unbrauchbar.

Nur wenn Kugel und Waffe passen, das gleiche Kaliber haben, funktioniert die Waffe. Somit sind wir Menschen ein Anzeichen dafür, daß dieses Universum fähig ist, Menschen hervorzubringen. Das Universum wurde nicht so gemacht, damit es uns gibt, sondern es gibt uns, weil das Universum so gemacht wurde. “Marsmännchen” gibt es aller Wahrscheinlichkeit nicht, doch ebenso wahrscheinlich gibt es im Universum Leben in vielfältigster Form. An uns Menschen ein ganzes Universum zu verschwenden, ist unökonomisch. Da draußen wird es noch mehr “Kronen der Schöpfung” geben.

Wobei das mit der Krone der Schöpfung so eine Sache ist. Daß ich die Krone der Schöpfung bin, kann ich ja noch nachvollziehen. Aber mein Nachbar? Oder der Typ, der mich früher auf dem Schulhof verhauen hat? Und, was Gott verhüten möge, die Bundeskanzlerin? Gauck? Obama? Netanjahu? Das sind alles Gottes Ebenbilder? Da glaube ich lieber an das große Spaghetti-Monster! Aber weshalb glauben wir überhaupt, daß wir es seien, die Gott auserwählt hat? Grob geschätzt, gibt es 10.000 Milliarden Milliarden Sonnen im Universum. Wenn nur eine aus einer Milliarde Leben hervorgebracht hat, ergibt das 10.000 Milliarden belebte Welten. Wenn nun eine von tausend intelligentes Leben trägt, sind das zehn Milliarden Lebensformen, die sich alle für die Krone der Schöpfung halten. Oder halten könnten, wenn sie so vermessen sind wie wir.

Die Chance, daß Kim Jong Un der beste aller lebenden Menschen ist, ist geringfügig größer, als daß wir, die Menschheit, die Auserwählten Gottes sind. Wobei die Leute in Nordkorea anderer Ansicht sein müssen, ebenso wie eine kleine Gruppe unter den Menschen sich in dieser kosmischen Vielfalt für allein auserwählt hält. Jedenfalls hätte Gott eine Menge zu tun, wenn er im ganzen Universum in brennenden Dornbüschen erscheinen wollte. Das Argument, daß wir sein Eingreifen besonders nötig hätten, widerspricht dem Auserwähltsein doch ein wenig, denn dann wären wir die schlimmsten Rabauken.

Neben der Religion, die einem lehrt, daß man Staub ist und wieder zu Staub werden wird, gibt es die Esoterik, die einem sagt, daß man selbst der wichtigste Mensch auf der Welt ist. In dieser Beziehung sind alle Politiker und vor allem Volldemokraten Esoteriker, das sein am Rande erwähnt. In gewisser Weise hat die Esoterik recht, denn für Sie selbst sind Sie der wichtigste Mensch auf der Welt, denn Sie sind der einzige Mensch, ohne den es Sie nicht gäbe. Wenn ich verschwände, sind Sie immer noch da, aber wenn Sie verschwinden, dann…

Damit sind wir bei Albert Einstein gelandet. Der hat das zwar auch nicht so recht begriffen, was er damit gesagt hat, aber auch ein blindes Huhn trinkt gerne mal einen Korn. Es geht darum, daß jeder Beobachter gleichwertig ist und alle Beobachtungen nur relativ zu diesem Beobachter gelten. Sie sind der Einzige, der die Welt, der das Universum so sehen kann wie SIE! Ist das eine Auszeichnung oder ist das ein Problem? Die Antwort darauf ist, wie so oft, JA.

Betrachten wir gemeinsam ein Bild, konkrete, photorealistische Kunst, nicht etwas, das die Verachtung des “Künstlers” für all jene ausdrückt, die das für Kunst halten. Es sei ein See in den Bergen darauf abgebildet, das Wasser kräuselt sich ein wenig, im Vordergrund ragt ein Bootssteg hinein, hinter dem See erheben sich bewaldete Berge. Sie sehen die Kühe auf der Bergalm, mir fällt die kleine Hütte auf, in deren Dach ein paar Schindeln fehlen. Sie bemerken den Hirsch, der aus dem Wald hervortritt, ich suche das Boot, das zum Steg gehört. Wir betrachten dasselbe Bild, und doch sieht jeder etwas Anderes. Sie sind der Einzige, der diese Welt so wie Sie sieht und sie so sehen kann.

Unter 100 Milliarden Milliarden intelligenter Lebewesen im ganzen Universum sind Sie das einzige, das die Welt mit Ihren Augen betrachtet, das sieht, was Sie sehen und das dabei empfindet, was Sie empfinden. Sie bewerten diese Welt, ja die ganze Schöpfung. Damit sind Sie das Maß der Dinge. Ja, ehrlich! Doch Ihr Maß ist nur für Sie bestimmend, schon Ihr Zwillingsbruder wird einen geringfügig anderen Maßstab anlegen. Und jeder dieser Maßstäbe ist gleichberechtigt!

Damit wird es schwierig, denn jetzt bekommen wir ein Problem. Wenn vier Personen auf einem Bild zu sehen sind, meinen Sie die zweite von links und ich die dritte von rechts – da können wir uns schnell einigen. Bei “die Gutaussehende” wird es schon schwieriger, weil mit dieser Aussage eine Wertung verbunden ist. Sie können mir den Hirsch auf dem Bild zeigen, den ich übersehen habe, aber Sie werden mich niemals dazu trainieren, ein Bild so zu sehen wie Sie es tun.

Jeder Mensch ist das Maß seiner eigenen Dinge. Genau an diesem Punkt beginnen Freiheit und Toleranz – wenn wir dem Anderen, dem Mitmenschen zugestehen, die Dinge nach seinem eigenen Maß zu messen. Am gleichen Punkt beginnen Unfreiheit und Unterdrückung, wenn wir diesem Anderen vorschreiben, die Dinge nach unserem Maß zu messen. Wir haben jedes Recht, dem Anderen unsere Sichtweise darzulegen, doch wir haben keinerlei Recht, ihm diese Sichtweise aufzuzwingen. Das heißt nicht, daß wir die Meinung hinnehmen müssen, wir dürfen widersprechen, wir dürfen sie bekämpfen. Aber nur die Meinung selbst, die geäußerte Ansicht, nicht die Person, die diese Meinung vertritt.

Ein Punkt bleibt dabei unberücksichtigt: Ist das, was der Gegenüber vertritt, wirklich seine eigene Ansicht, oder ist es die Ansicht, die ihm aufgezwungen worden ist? Ist der Gegenüber bereit, unsere Sichtweise als berechtigt zu akzeptieren, oder beharrt er auf eine althergebrachte Meinung, aus einem “heiligen” Buch, das Koran, Bibel oder Parteiprogramm heißt? Für ein Kind ist es sinnvoll, die Werte und Ansichten seiner Eltern zu übernehmen, da ihm die eigene Erfahrung fehlt. Doch wir entwachsen unseren Kinderschuhen und sind mehr und mehr dazu in der Lage, unsere eigenen Maßstäbe zu erarbeiten und zu benutzen. Weihnachtsmann und Osterhase haben irgendwann ausgedient.

Wenn wir, wenn ICH das Maß aller Dinge MEINER eigenen Welt, meiner eigenen Weltansicht bin, dann habe ich geradezu die Pflicht, mich zu informieren, meine übernommen Ansichten zu hinterfragen, zu eigener Erkenntnis und eigener Weltanschauung zu gelangen. Die Märchen meiner Großmutter habe ich hinter mir gelassen, warum soll ich die Märchen in der Tageszeitung weiterhin ernst nehmen? Meine Sicht der Welt ist gleich wertvoll wie jene, die mir ein Kardinal, ein Abgeordneter oder eine Richterin einreden will. Und wo schöne Worte mich zu blenden drohen, muß ich auf die Taten schauen, um mein Urteil zu gewinnen.

Jetzt kommen Sie ins Spiel. Meine Weltanschauung ist nur für mich das Maß der Dinge. Wenn Sie mich in Ihr Leben lassen und durch das Lesen meiner Texte an meiner Weltanschauung teilhaben, so sollten Sie das nur tun, um sich das Boot, die fehlenden Schindeln oder die Kühe auf der Alm in jenem Bild zeigen lassen. Sie können so Ihr Auge schulen, etwas lernen, Ihre eigene Sicht der Welt erweitern. Meine Sicht der Welt ist nur für mich richtig, nur für meine eigene Welt. Ihre Welt muß durch Ihre Augen betrachtet werden.

Was Sie tun, ist Ihre Entscheidung. Sie dürfen gerne lesen, lächeln und vergessen. Dann bin ich eben nur ein Unterhalter, ein Hofnarr. Sie dürfen, aber Sie sollten nicht, meine Ansichten übernehmen. Zumindest nicht ungeprüft, denn ich bin ein fehlbarer Mensch. Wenn ich Ihnen etwas lehren kann, dann ist das eine große Ehre für mich. Aber nur, wenn Sie verinnerlichen, daß es diese andere Ansicht gibt, wenn Sie akzeptieren, daß Sie kein fertiger, abgeschlossener und vollendeter Mensch sind, sondern ein Mensch im Werden, der dazulernen und sich neuen Gegebenheiten anpassen kann, entwickeln Sie sich weiter.

Haben Sie schon mal das Wort “Halbstufe” gehört? Sie kann fest installiert sein oder auch transportabel. Das ist ein Hilfsmittel für Gehbehinderte, die Schwierigkeiten haben, eine ganze Treppenstufe zu steigen. Sie benutzen die Halbstufe, und kommen so in zwei kleinen, bewältigbaren Schritten die Treppe nach oben. Meine Weltsicht, mein Maß der Dinge, mag Ihnen als solche Halbstufe dienen, als Tritthilfe zur nächsten Stufe. Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Universum, Sie sind das Maß der Dinge in Ihrem Leben. In einem Leben, das Entwicklung ist, das fortlaufende Gewinnen neuer An- und Einsichten. Mehr als diese Halbstufe kann ich nicht sein, nach oben steigen, sich fortentwickeln, müssen Sie selbst tun.

Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

© Michael Winkler

PS: und dann gibt es noch die Maß Bier und der Holocaust…

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Die meisten Journalisten sind Feiglinge

On August 5, 2014, in Endzeit, by admin

Wir sollten wirklich aufhören Reporter der Mainshitmedien Journalisten zu nennen, denn sie sind in Wirklichkeit nur die Pressesprecher und PR-Agenten der Weltverbrecher, sind Mitglieder der Pretorianer Garde welche die Lüge schützt und die Wahrheit bekämpft. Sie sind auch noch Feiglinge die Angst haben. Das hat der investigative Journalist Glenn Greenwald seine amerikanischen “Kollegen” am Montag genannt, die über den Völkermord durch Israel gegen Gaza nicht berichten. Das trifft aber hier in Europa genau so zu.

In einem Interview mit The Huffington Post sagte Greenwald, es gebe einige gute Journalisten, aber im Ganzen würde er der Berichterstattung die Note 6 geben. “Die meisten amerikanischen Journalisten sind Feiglinge wenn es um Israel geht. Sie wollen es nicht erwähnen,” sagte er.

Es steht ausser Frage, dass die Art und Weise wie die amerikanischen Medien diesen Konflikt behandeln, auf dem Prinzip beruht, israelische Leben sind grundsätzlich viel wertvoller als das der Palästinenser,” sagte Greenwald.

Es müssen wahrscheinlich erst 50 Palästinenser sterben um nur in die Nähe der Aufmerksamkeit zu kommen, sagen wir mal, was eine alte israelische Frau bekommt, weil sie Angst in ihrer Wohnung hat und unter einem medizinischen Problem leidet wegen dem Trauma.

Zur Erläuterung, laut israelischen Medien stammt Glen Greenwald von jüdischen Eltern ab, die versuchten ihn für die Religion zu begeistern, was er aber ablehnte. Er hat auch nicht eine Bar Mitzwa erlebt. “Meine moralische Einstellung ist nicht durch religiöse Doktrinen in irgendeiner Art geformt,” sagte er.

Greenwald sagte im Interview: “Fast so viele Palästinenser sind getötet worden wie Amerikaner durch 9/11 und die Medien sind praktisch sehr ruhig darüber.

Ich glaube es gibt eine rassistische Komponente zu dem. Ich meine es gibt ein ethnozentrisches Element zu der Berichterstattung,” sagte er. “Es gibt definitiv eine anti-moslemische Ader in der ganzen Berichterstattung die hier geführt wird.

Laut aktuellen Zahlen beläuft sich die Anzahl getöteter Palästinenser mittlerweile auf 1’865 nach 29 Tagen Krieg. Davon sind 430 Kinder. Fast 10’000 Menschen sind verletzt, davon 2’800 Kinder, 1’800 Frauen und 374 ältere Menschen. Auf der anderen Seite wurden 64 israelische Soldaten und drei Zivilisten getötet, wobei es sich in einem Fall um einen palästinensischer Landarbeiter handelt.

Als 2001 insgesamt 2,977 Menschen am 11. September starben, haben die Vereinigten Staaten den globalen Krieg gegen den Terrorismus ausgerufen und dabei einen Angriffskrieg gegen Afghanistan und Irak geführt, dem fast 2 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Gegen Pakistan, Jemen und Somalia einen Krieg mit Killerdrohnen.

Auch hier sehen wir eine rassistische Komponente die man nur mit brutaler Rache beschreiben kann und den Faktor 1’000 zu 1 beinhaltet. Alleine dieses Jahr wurden 4 moslemische Länder durch die USA (Jemen, Pakistan, Afghanistan, Somalia) und 4 durch Israel (Sudan, Syrien, Libanon, Palästina) bombardiert.

Die zuerst gemeldete angebliche “Entführung” des israelischen Soldaten Hadar Goldin durch die Hamas zeigt wie falsch mit Wörtern umgegangen wird. Ein Soldat kann nicht “entführt” werden, nur gefangen genommen. Später musste die israelische Regierung zugeben, der Soldat ist während der Kämpfe gefallen. Diese Lüge über eine Entführung wurde aber benutzt, um den Tod von hunderten Palästinensern zu rechtfertigen.

Viele westliche Journalisten haben die Propagandavorgabe Israels übernommen und mit grossen Schlagzeilen über eine “Entführung” berichtet. Aus Sicht der westlichen Medien war die Gefangennahme eines einzelnen israelischen Soldaten, die gar nicht stattfand, viel wichtiger als das Massaker an den palästinensischen Zivilisten in mehreren Schulen in der vergangenen Woche.

Mittlerweile wissen wir, Israel benutzt die “Hannibal Direktive“, in dem sie eher eigene Soldaten tötet, als sie in die Hände der Hamas fallen zulassen. Der Grund, um dem Feind einen psychologischen Vorteil bei Verhandlungen zu nehmen. Durch den Einsatz von massiven Artilleriebeschuss wurde der Tunnel in dem sich der Soldat Goldin befand zugeschüttet und er kam dabei um.

Über hundert spanische Künstler um Javier Bardem, Penélope Cruz und Pedro Almodóvar haben in einer Facebook-Petition Israel scharf kritisiert. In dem “Kommuniqué der Kultur gegen den Völkermord an Palästinensern” fordern sie den sofortigen Waffenstillstand. Angesichts des “Horrors” sei eine neutrale Haltung im Gaza-Konflikt nicht angemessen, schreibt Bardem. “Es ist ein Besatzungs- und Auslöschungskrieg gegen ein Volk ohne Mittel“, so der Oscar-Preisträger, “schwer zu verstehen und unmöglich zu rechtfertigen.” Die Haltung des Westens, “diesen Völkermord zuzulassen“, sei “beschämend“.

Jegliche berechtigte Kritik an dem Vorgehen der israelischen Regierung gegen die Bevölkerung von Gaza wird als “Antisemitismus” hingestellt. Auf die oben genannten Künstler prasselt ein Shitstorm nieder. So schrieb der konservative Kommentator und orthodoxe Jude Ben Shapiro auf Twitter, der regelmässig bei CNN und Fox News auftritt: “Traurig das Javier Bardem und Penelope Cruz Antisemiten sind, aber nicht unerwartet, wo doch Spanien bis zum Himmel voll mit Judenhassern ist.

Was hat der Aufruf den Krieg gegen Gaza zu beenden mit Judenhass zu tun? Das ist ein unverschämte und ungeheuerliche Verdrehung aller menschlichen Werte. Wie bigott muss man sein, wie tief muss man moralisch sinken und hasserfüllt sein, um Leute die Frieden wollen so übel zu beschimpfen?

Wie gesagt, die meisten Journalisten sind zu feige die Tatsachen beim Namen zu nennen, ignorieren die Verbrechen die gegen die Bevölkerung in Gaza passieren, übernehmen 1 zu 1 die zionistische Propaganda. Jeder der nur etwas Mitgefühl und Menschlichkeit in sich hat muss zum Schluss kommen, was hier abläuft ist Völkermord. Wer dazu schweigt, Friedensaktivisten verleumdet oder den Mord sogar rechtfertigt, ist ein Komplize und Mittäter.

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Der “Führer der freien Welt” war an Bord der Air Force One auf dem Rückflug nach Washington aus Kansas City, wo er eine Ansprache über seine Wirtschaftspolitik gehalten hatte, als zwei Journalisten des Economist ein Interview mit ihm führten. Die drei sassen um ein Mikrofon und sprachen über den Afrika-Gipfel den Obama als Gastgeber veranstaltet, plus eine Reihe anderer Themen, wie über China und Russland. Dabei hat Obama Russland als Nation “die gar nichts produziert” disqualifiziert und gesagt, Moskau spielt eine untergeordnete Rolle auf der Welt. Wenn Obama Russland so gering einschätzt, dann beweist dies was ich schon lange vermute, er ist wirklich strohdumm, hat ein Hirn in der Grösse einer Erbse und wird offensichtlich von Drahtziehern kontrolliert. Das er nicht frei sprechen kann und alles was er sagt vom Teleprompter abliest, ist hinlänglich bekannt.

Jeder der in den USA mal war kann bestätigen, die meisten Amerikaner sind überheblich, arrogant und meinen sie sind was besonderes. Dabei sind sie nur die grössten Klugscheisser der Welt und haben generell ein sehr geringes Wissen was ausserhalb abgeht, wenn überhaupt vorhanden. Jeder Volksschüler bei uns weiss mehr über Geschichte, Länder und Völker der Erde als die meisten Amis. Obama hat diesen Wissensmangel auf erschreckende Weise wieder deutlich bestätigt. Hier ein Auszug aus dem Interview:

The Economist: Was ist mit den Leuten die wirklich sehr schwierig sind? Russland ist das offensichtliche Beispiel im Moment. Sie haben mit Russland einen “Neustart” versucht. Angela Merkel verbrachte die ganze Zeit mit Wladimir Putin zu telefonieren. Wie gross fühlen sie sich persönlich im Stich gelassen über was passiert ist?

Obama: Ich fühle mich nicht in Stich gelassen. Wir hatten ein sehr produktives Verhältnis mit Präsident Medwedew. Wir haben vieles erledigt das erledigt werden musste. Russland hat denke ich immer schon eine Janus ähnliche Qualität, nach Osten und Westen schauend, und ich denke Präsident Putin vertritt eine tiefe Belastung in Russland, die wahrscheinlich langfristig schädlich für Russland ist, aber kurzfristig populär im Inland ist und sehr ärgerlich im Ausland.

Aber ich denke es ist wichtig die Perspektive zu halten. Russland produziert gar nichts. Migranten stürmen nicht nach Moskau auf der Suche nach Gelegenheiten. Die Lebenserwartung russischer Männer liegt bei 60 Jahren. Die Bevölkerung schrumpft. Und deshalb müssen wir mit Entschlossenheit antworten in was effektiv regionale Herausforderungen sind die Russland darstellt. Wir müssen sicherstellen, dass sie nicht eskalieren, wo plötzlich Atomwaffen zurück in der Diskussion der Aussenpolitik sind. Und so lange wir das das tun, dann glaube ich steht die Geschichte auf unserer Seite.

Obama schätzt also die Leistungskraft Russlands als sehr gering ein. Diesen Fehler haben in der Vergangenheit schon einige Grössenwahn- sinnige gemacht, wie Napoleon und Hitler. Beide GRÖFAZ (grösste Feldherren aller Zeiten) meinten sie können Russland so mal auf die Schnelle überrennen und besiegen, da die Russen eh nichts auf die Beine bringen. Dabei haben diese Grossmäuler die grösste und vernichtende militärische Niederlage ihrer Karriere erlebt. Wer die Leistungsfähigkeit und den Verteidigungswillen der Russen unterschätzt, der kann gleich sein Grab schaufeln.

Mr. President, ich will keine Nachhilfestunde über Russland abhalten, um ihre Wissenslücke aufzufüllen, aber hier einige Fakten: Russland ist flächenmässig mit Abstand das grösste Land der Welt, doppelt so gross wie die Vereinigten Staaten inkl. Alaska. Es hat alle Ressourcen die es gibt, einschliesslich die grössten Gas- und Ölvorkommen dieser Erde. Dazu ist es der Hauptlieferant des sehr wichtigen Metalls Palladium mit 41% und die USA haben nur 9%.

Aber es geht nicht nur um Rohstoffe, Ihre Behauptung, Russland produziert gar nichts, ist komplett falsch. Ich möchte Sie daran erinnern, dass ohne russische Raketenmotoren bringt die USA keine einzige Rakete in den Weltraum. Ja ihr kauft sie ein weil ihr selber nichts auf die Reihe bringt. Astronauten kann Amerika schon mal gar nicht ins All transportieren und ihr müsst sie mit Hilfe der Russen als Taxiservice mitfahren lassen. Das nur als Beispiel, was ihr nicht in der Lage seid zu tun und die Russen schon.

Ihre Behauptung, Russland hätte keine Einwanderer weil nicht attraktiv, zeigt wie wenig Ahnung sie haben. Es sind alleine 3 Millionen Ukrainer als Gastarbeiter in Russland tätig. Sie schicken Milliarden zurück zu ihren Familien und viele können nur deshalb existieren. Wegen dem Krieg ihrer Nazi-Schergen in Kiew gegen die eigene Bevölkerung sind Zehntausende nach Russland geflüchtet und suchen Schutz dort. Gerade sind 460 ukrainische Soldaten über die Grenze abgehauen, weil sie das Tötend er eigenen Landsleute nicht mitmachen wollen.

Sie flüchten zum ach so bösen Feind!

Auch aus den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken leben und arbeiten Millionen in Russland. Dazu, ohne Russland als wichtiger Absatzmarkt könnten die Nachbarländer gar nicht existieren. Viele junge Menschen kommen nach Moskau um ihr Studium zu absolvieren und finden einen Arbeitsplatz nach dem Abschluss. Ausländische Künstler können nur in Russland ihre Berufung für das Theater, Film oder Showgeschäft ausüben. Wissenschaftler finden nur in Russland geeignete Forschungsstätte.

Was Russland auch auf dem Bausektor kann wurde eindrücklich mit der erfolgreichen Organisation und Abhaltung der Winterolympiade in Sochi diesen Winter bewiesen. Es wurden gewaltige Infrastrukturprojekte, neuer Flughafen, Stadien, Bahnverbindung, Seilbahnen und Unterbringung der Sportler innerhalb kürzester Zeit errichtet. Trotz der Schlechtmacherei durch die westlichen Medien und Politiker war alles pünktlich fertig und funktionierte.

Eine Lebenserwartung von 60 Jahren für russische Männer ist auch falsch. Das mag vielleicht während der Sowjetzeit so gewesen sein und ist eine ole Kamelle. Das Klischee von Wodka saufenden Russen die sich zu Tode trinken stimmt doch schon lange nicht mehr. Viele sind genau so gesundheitsbewusst wie hier und treiben Sport. Auch die Bevölkerung geht nicht zurück. Russland konnte 2013 den ersten natürlichen Zuwachs seit der Sowjetzeit vermelden. Kinder zu bekommen und eine Familie zu haben ist “In” und wird vom Staat stark gefördert.

Sie sehen Mr. President, was Sie über Russland meinen zu wissen ist völlig daneben und hat mit der Realität nichts zu tun. Ihre Fehleinschätzung ist schon sehr bedenklich. Wie ich bereits gesagt habe, es haben schon viele im Westen Russland unterschätzt und sind dann eines besseren belehrt worden. Kümmern sie sich lieber um den rasanten Niedergang der USA. Was produziert ihr denn noch? Die ganze Industrie ist nach China und andere Billiglohnländer ausgelagert worden. Um eure Statistiken zu fälschen habt ihr sogar das Hamburgerflippen zu einem Industriejob umgetauft.

Ach ja, Waffen produzieren, das könnt ihr noch. Aber sogar euren neusten F-22 Raptor Kampfjet bringt ihr nicht in die Luft und dieser Flop hat sich nicht nur als teuerstes, sondern auch für seine Piloten gefährlichstes Jagdflugzeug der Welt entpuppt. Auch eure neusten Schiffe für die Navy, Littoral Combat Ships, die 36 Milliarden Dollar gekostet haben, taugen nichts und das Pentagon musste zugeben, die Waffen funktionieren nicht richtig und die Schiffe würden einen Kampf nicht überleben. An Arroganz und Überheblichkeit ist schon manche Nation zu Grunde gegangen.

Auf der letzten Münze die das Römische Reich prägte stand drauf, “roma invicta”, Rom ist unbesiegbar. Dieser symbolische Slogan sollte die Moral steigern, hat aber den unvermeidlichen Untergang des Imperiums nicht aufhalten können. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind in der gleichen Situation. Ein Imperium das sich im Zusammenbruch befindet, meint aber immer noch der Grösste und unbesiegbar zu sein. Ihr glaubt eure eigene Hollywood-Propaganda. Wer völlig überschuldet ist, nur noch auf Pump lebt und am ertrinken ist, sollte nicht auf andere mit dem Finger zeigen.

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Internationale Organisationen bestimmen das Tempo der Globalisierung. Die klassischen europäischen Werte - Vielfalt, Fairness und Solidarität - sind nur noch historische Reminiszenzen. (Foto: dpa)

Internationale Organisationen bestimmen das Tempo der Globalisierung. Die klassischen europäischen Werte – Vielfalt, Fairness und Solidarität – sind nur noch historische Reminiszenzen. (Foto: dpa)

Kultur und Lebensstil der gesamten westlichen Welt beruhen auf dem unschätzbaren historischen Vermächtnis Griechenlands, Italiens, Spaniens, Frankreichs, Hollands, Deutschlands/Österreichs, Großbritanniens und weniger anderer europäischer Länder. Aus dessen Tiefe und bunter Vielseitigkeit sind beide entstanden und immer wieder zur Blüte gelangt. Doch heute werden sie immer mehr von einem flachen, globalen Einheitsformat bedroht.

Dieses Einheitsformat, das Kulturen und Lebensstile gleichschaltet, geht vor allem aus fünf Globalisierungszentralen hervor, die diese Entwicklung rücksichtslos vorantreiben: Washington/NewYork, London, Berlin/Frankfurt, Brüssel/EU und immer mehr Peking/Schanghai. Große Multis und Verbände der Industrie und Finanzwirtschaft treiben in diesem Sinne die Regierungen vor sich her. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler und das Gros der Journalisten leisten begeisterte Hilfsdienste, ohne die Entwicklung richtig einzuordnen zu wollen. Die neue Einheitssuppe wird überall ausgegeben. Sie allein soll Wachstum und Glück der Völker garantieren. Trotz aller Finanz- und Wirtschaftskrisen bleibt es dieselbe Suppe. Wer das zu Ende denkt, möchte sich erbrechen.

Man kann es auch als ein Netz bezeichnen, in dem wir alle gefangen und unserer demokratischer Rechte weitgehend enteignet sind (Abbildung).

So steigt der Weltexport seit vielen Jahren weit stärker als die Weltwirtschaftsleistung insgesamt (Abb. 18265). Die Weltindustrieproduktion konzentriert sich dabei immer mehr auf die Standorte mit den niedrigsten Lohnkosten, miesesten Sozialsystemen und der geringsten Repräsentanz von Gewerkschaften und oft auf zugleich höchst undemokratische Systeme, wie das chinesische. An einen fairen Wettbewerb ist unter solchen Verhältnissen nicht mehr zu denken.

Die deutsche Industrie agiert in diesem Netz als neoliberaler Verstärker in mehrfacher Weise: Sie kauft billige Vorprodukte in Osteuropa ein, um sie in ihre Exportwaren einzubauen, exportiert auf der Basis unsozial ausgebremster deutscher Löhne und rüstet den Billigstexporteur und Exportweltmeister China mit Maschinen und Anlagen zum Export auf, wobei dort das Fehlen gewerkschaftlicher Gegenmacht, eines garantierten Streikrechts sowie überhaupt demokratischer Rechte der chinesischen Wanderarbeitnehmer von den eigenen Machthabern brutal ausgenützt wird.

In wenigen Jahren seit 1990 ist der Anteil Kerneuropas in Gestalt der heutigen Eurozone am Weltexport von 38 % auf nur noch 25 % gefallen und fällt weiter und das selbst unter Einschluß des exportstarken Deutschlands; alle entwickelten Industrieländer zusammen bestreiten nur noch wenig mehr als 60 % (Abb. 18428). Was hier wegfällt, geht im Wesentlichen nach Asien und in dessen Billigststandorte.

Im Finanzbereich sieht es noch vernetzter aus. Die grenzüberschreitenden Finanzströme in entwickelte Industrieländer sind bis zum Ausbruch der Finanzkrise auf 25 % der jährlichen Wirtschaftsleistung dieses Raumes gestiegen (Abb. 18426), werden sich aber nach Ende der Krise wieder erholen. Dabei hat ihre Volatilität, also Unberechenbarkeit, immer mehr zugenommen (Abb. 18425). Allein der Weltwährungshandel pro Tag ist auf über 3,9 Billionen US$ expandiert, fast das 20-Fache der täglichen Wirtschaftsleistung der Welt, der Handel mit Wettpapieren auf Währungen und Zinsen sogar auf 9,4 Billionen US$, das 45-Fache der täglichen Weltwirtschaftsleistung (Abb. 18427). Das sind schon gespenstische Dimensionen, die das menschliche Vorstellungsvermögen sprengen.
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Schon diese Entwicklung in Wirtschaft und Finanzen drückt ängsteschürend gewaltig auf traditionelle Kulturen und Lebensstile. Doch global vernetzt ist nun auch der Kulturbereich selbst. Die USA dominieren nach einer Übersicht der UNESCO die weltweite Produktion und den Handel mit modernen Kulturgütern. Dieser Handel hat sich über die achtziger und neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts etwa vervierfacht und nimmt weiter zu. Mehr als die Hälfte der fünfzig weltgrößten Produzenten von audiovisuellen Produkten sitzen in USA, und 85 Prozent aller in der Welt gedrehten Filme entstehen in Hollywood. Zum ersten Mal überholten schon 1996 Kulturgüter die klassischen amerikanischen Exportprodukte, wie Kraftfahrzeuge, Agrargüter, Flugzeuge oder Rüstungsgüter. An der Spitze der audiovisuellen Produktion stehen mit AOL-TimeWarner, Disney und News Corporation riesige Konglomerate. Gleichzeitig beherrschen die USA die Technologien, die hinter der Verbreitung von Kulturgütern stehen, vor allem das Internet und das Satellitenfernsehen. Von den vierzehn Top-Internetunternehmen sollen dreizehn amerikanische sein, das vierzehnte britisch. Amerikanische Unternehmen sollen fast zwei Drittel des globalen Geschäfts mit Informationstechnologie und drei Viertel dessen mit Software besetzt haben.

Global beherrschen nach Prof. Bernd Hamm in seinem Essay von 2007 „Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewußtsein gemacht wird“ nur sechs große Medienkonzerne heute den Weltmarkt: AOL Time Warner, Disney, Vivendi, Viacom, Bertelsmann und die News Corporation – ein riesiger Apparat zur Gehirnwäsche und Gleichschaltung der Kulturen.

Am deutlichsten sichtbar wird diese kulturelle Gleichschaltung in den Eßgewohnheiten, die um den Globus herum sehr stark von den gleichen amerikanischen Fast-Food-Ketten bestimmt werden. Sebst Frankreich, das auf seine Küche immer stolz war, unterwirft sich in Teilen diesem „malbouffe“.

Die meisten von uns zappeln nun – meist ohne es zu wissen – in diesem vielfach geknüpften globalen Netz und bedienen die Tretmühle, an die sie gekettet sind, immer schneller. Hätten diese Verhältnisse schon in früheren Jahrhunderten bestanden, hätte in Europa die uns noch immer, wenn auch abnehmend prägende Kultur gar nicht erst entstehen können.

Doch die Globalisierer drängen noch weiter. Eine weitere große Welthandelsrunde, die die Grenzen für Waren der Multis und für oft gedumpte Produkte noch weiter aufreißen soll, wird seit Jahren in der Welthandelsorganisation betrieben. Über ein allumfassendes Abkommen zwischen der EU und den USA, das die Interessen investierender Multis über elementare Rechte der Bürger, wie im Umweltbereich, stellen soll, wird demnächst verhandelt. Die EU soll noch weiter ausgedehnt werden, worauf der restliche Teil des Balkans, die Türkei und auch noch die Ukraine warten – noch einmal 132 Millionen Menschen aus miesesten Sozialverhältnissen mit billigster Arbeit mehr (Abb. 18405).
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Der Kultur und traditionellen Lebensstil störende bis vernichtende Effekt der Hyperglobalisierung kommt zusätzlich aus den damit verbundenen systemischen Unsicherheiten, die im Tempo des Globalisierungsprozesses gewachsen sind. Waren früher nationale Volkswirtschaften und Sozialsysteme noch gegen äußere Schocks wenigstens teilweise schützbar, so ist in der Hyperglobalisierung solcher Schutz nicht mehr möglich. Globale systemische Risiken haben überwältigende Proportionen angenommen, von Finanzkrisen, wie der noch anhaltenden, über Unterbrechungen der globalen Versorgungsketten durch Erdbeben und Überflutungen (siehe Japan und Tailand in 2011) bis zu pandemischen Krankheiten und Brüchen in den globalen Umweltsystemen. Eine drohende Zinssteigerung in USA läßt die Börsen auch in Europa abstürzen. Selbst politische Krisen, wie die in der Ukraine, können durch Wirtschaftssanktionen sehr schnell unerwartete und nicht berechenbare globale Dimensionen annehmen. Überall fehlt es an einem vernünftigen Management des Globalisierungsprozesses. Unsere an MBA-Schmieden ausgebildeten Manager und erst recht die von der Wirtschaft abhängigen und oft von ihr finanzierten politischen Eliten sind dafür wenig geeignet.

Diese Form von Globalisierung hat sicher einigen Ländern, wie China, genützt. Den Massen an Bevölkerung in den entwickelten Industrieländern und auch in Deutschland hat sie dagegen wegen des Konkurrenzdrucks aus den Niedrigstlohnländern schlechtere Sozialverhältnisse, geringere Löhne, unsicherere Arbeitsverhältnisse und ein belastenderes Leben gebracht. Der Mangel an Massen-Einkommen wurde zeitweise bis zur Krise durch Öffnen der Kreditschleusen und niedrige Zinsen der Notenbanken überbrückt. Und dennoch ging das Wirtschaftswachstum immer weiter zurück (Abb. 15837, 14871). In dieser Lage sicherten die wohlhabenden Kreise ihre Pfründe und schraubten die Aufstiegsmobilität immer mehr gegen Null. Sollen sich die so betroffenen Mehrheiten wirklich für eine solche Globalisierung begeistern?
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Selbst glühende Befürworter der Globalisierung, wie der Oxford Professor für Globalisierung und Entwicklung, Ian Goldin, fordern inzwischen ein weit besseres Management der Globalisierung ein. Dazu Goldin:

„Die Globalisierung ist es wert, verteidigt zu werden, denn sie ist die Quelle des größten Fortschritts, den die Welt erlebt hat. Aber sie muss sorgfältig gemanaged werden, weil sie sonst von den Kräften systemischen Risikos, das sie freigesetzt hat, überwältigt wird. Die Regierungen müssen sich darauf konzentrieren, eine widerstandsfähige Globalisierung aufzubauen, die besser gemanaged ist und Schocks besser aushalten kann.“

Man kann allerdings zweifeln, ob die Regierungen solchem Rat nachkommen. Am Ende werden sich nur starke populistische Gegenbewegungen, wie sie jetzt ansatzweise in einigen europäischen Ländern, vor allem in Frankreich, in Stellung gehen, diesen ausufernden Entwicklungen einer Hyperglobalisierung noch entgegenstellen und damit Kultur und Lebensstil des alten Europas wenigstens in Teilen seiner Reste bewahren können. Es ist schier unglaublich, wie blind unsere politische Elite für unsere nicht an der Börse gehandelten Werte geworden ist. Man kann diese Form von Globalisierung auch als die Pest unserer Tage bezeichnen.

Joachim Jahnke, geboren 1939, promovierte in Rechts- und Staatswissenschaften mit Anschluss-Studium an französischer Verwaltungshochschule (ENA), Mitarbeit im Kabinett Vizepräsident EU-Kommission, Bundeswirtschaftsministerium zuletzt als Ministerialdirigent und Stellvertretender Leiter der Außenwirtschaftsabteilung. Europäisc

buchhe Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London, zuletzt bis Ende 2002 als Mitglied des Vorstands und Stellvertretender Präsident. Seit 2005 Herausgeber des „Infoportals“ mit kritischen Analysen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung (globalisierungskritisch). Autor von 10 Büchern zu diesem Thema, davon zuletzt „Euro – Die unmöglich Währung“, „Ich sage nur China ..“ und „Es war einmal eine Soziale Marktwirtschaft“. Seine gesellschaftskritischen Analysen beruhen auf fundierter und langjähriger Insider-Erfahrung.

Sein Buch über das Ende der sozialen Marktwirtschaft (275 Seiten mit 176 grafischen Darstellungen) kann unter der ISBN 9783735715401 überall im Buch- und Versandhandel für 15,50 Euro bestellt werden, bei Amazon hier.

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Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman sagt, dass die Schweiz im Konflikt zwischen der EU und Russland neutral bleiben wolle. (Foto: dpa)

Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman sagt, dass die Schweiz im Konflikt zwischen der EU und Russland neutral bleiben wolle. (Foto: dpa)

Der Wirtschaftsminister der Schweiz, Johann Schneider-Ammann, spricht sich gegen die Russland-Sanktionen aus. Eine direkte Übernahme der EU-Sanktionen komme nicht in Frage.

Schweiz am Sonntag zitiert ihn:

„Wir sanktionieren nicht eins zu eins mit. Aber wir stellen sicher, und das ist das Entscheidende, dass die Schweiz nicht als Umgehungsplattform benutzt werden kann. Und das muss bis auf weiteres unsere Politik bleiben.“

Es sei wichtig, dass es auch „unparteiische“ Länder gebe. Schneider-Ammann sagt, dass die Sanktionen gegen Russland auch Unternehmen aus Europa und den USA schwer treffen könnten. Zuvor hatte Putin mit einer Erhöhung der Energiepreise gedroht. Eine Erhöhung würde automatisch in die Preise von Produkten und Dienstleistungen fließen. „Am Schluss bezahlt der Konsument“, zitiert der Tagesanzeiger Schneider-Ammann.

Ein Sprecher des Wirtschafts-Dachverbands Economiesuisse sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten:

„Wir sind weder für noch gegen die Sanktionen. Der Bundesrat hat die Entscheidungsbefugnis. Wir werden uns an seinen Vorgaben orientieren. Meldungen, wonach wir uns klar und deutlich für die EU-Sanktionen ausgesprochen haben sollen, sind falsch.“

Die EU hatte am Mittwoch weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen. Sie traten am Freitag in Kraft. Damit soll das Land zum Einlenken in der Ukraine-Krise bewegt werden (mehr hier).

Die EU-Kommission erwartet, dass die EU in diesem Jahr durch die Sanktionen 40 Milliarden Euro verliert. Das macht rund 0,3 Prozent des Brutto-Inland-Produktes aus (mehr hier).

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Deutschland droht wegen dem Rüstungsexporte-Stopp Schadenersatzklagen aus Russland und von dem betroffenen Unternehmen Rheinmetall. (Foto: dpa)

Deutschland droht wegen dem Rüstungsexporte-Stopp Schadenersatzklagen aus Russland und von dem betroffenen Unternehmen Rheinmetall. (Foto: dpa)

Nachdem Deutschland das Rüstungsgeschäft mit Russland gestoppt hat, droht Moskau mit einer Schadenersatzforderung. Überlegt wird eine Klage wegen Vertragsbruchs. Das berichtet Deutschlandfunk. Auch die Düsseldorfer Firma Rheinmetall überlegt, Schadenersatzforderungen an die Bundesrepublik stellen.

Die Bundesregierung stoppte wegen der Ukraine-Krise ein Millionen-Rüstungsgeschäft von Rheinmetall mit Russland. Das Wirtschaftsministerium bestätigte am Montag, dass es die Genehmigung für den Verkauf eines Gefechtsübungszentrums (GÜZ) an das russische Heer widerrufen habe. Das Volumen des Geschäftes liegt bei rund 100 Millionen Euro.

Rheinmetall hatte zuvor erklärt, nichts von einem endgültigen Stopp zu wissen. Das Unternehmen sei mit der Bundesregierung weiter im Gespräch. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte in Potsdam auf die Frage, ob die Bundesregierung nun Schadenersatz leisten müsse: „Es geht nicht um Geld, es geht um Menschenleben.“ Die Entscheidung sei mit dem Kanzleramt abgesprochen. Zugleich betonte Gabriel, dass Rheinmetall selbst um Rechtssicherheit geben habe.

Deutschland geht mit dem Widerruf der Ausfuhrgenehmigung über die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Russland hinaus. Die EU hatte vergangene Woche ein Moratorium für Rüstungsgeschäfte beschlossen, aber auf Druck vor allem von Frankreich bereits vereinbarte Geschäfte davon ausgenommen. Frankreich möchte unbedingt zwei bestellte Mistral-Hubschrauberträger mit einem Bestellwert von mehr als einer Milliarde Euro noch an Russland ausliefern (mehr zu dem Deal hier). Ein Sprecher der Bundesregierung betonte erneut, dass sich Deutschland wünschen würde, dass gar keine Rüstungsgüter mehr an die Regierung in Moskau geliefert würden. Es gebe seines Wissens nach keine weiteren deutschen für Russland bestimmten Rüstungsprojekte, die ebenfalls gestoppt werden müssten, sagte Gabriel.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzte, das Gefechtsübungszentrum sei ohne die noch nicht gelieferten Teile aus Deutschland nicht funktionsfähig. Das Geschäft sei nicht mit staatlichen Exportversicherungen, den sogenannten Hermes-Bürgschaften, abgesichert gewesen.

Wegen des Widerrufs der Ausfuhrgenehmigung ist denkbar, dass Rheinmetall Entschädigungszahlungen für das Projekt fordert. Das Wirtschaftsministerium hatte vor zwei Wochen eingeräumt, Regresszahlungen könnten drohen, wenn die Bundesregierung über die EU-Sanktionen hinausgehen sollte. Bisher galt eine informelle Vereinbarung mit Rheinmetall, die noch ausstehenden Teile des Gefechtsübungszentrums nicht an Russland auszuliefern.

„Wir befinden uns mit der Bundesregierung im Gespräch zu diesem Thema“, sagte ein Rheinmetall-Sprecher lediglich. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte im März erklärt, er sorge sich nicht um das Zustandekommen des Geschäfts. Der 100-Millionen-Auftrag sei fast abgearbeitet und beinahe vollständig bezahlt, hatte er auf der Bilanzpressekonferenz gesagt. „Zu inhaltlichen Details äußern wir uns nicht“, sagte der Sprecher nun. Ebenso wenig wollte er die Frage nach einer etwaigen Klage gegen die Bundesregierung beantworten. Das sei pure Spekulation.

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Der französische Finanzminister Michel Sapin ist immer noch erbost über die neun Milliarden Dollar schwere US-Geldstrafe gegen die Großbank BNP Paribas. (Foto: dpa)

Der französische Finanzminister Michel Sapin ist immer noch erbost über die neun Milliarden Dollar schwere US-Geldstrafe gegen die Großbank BNP Paribas. (Foto: dpa)

Frankreich will sich mit der milliardenschweren US-Geldstrafe gegen die französische Großbank BNP Paribas nicht abfinden. Die Abstrafung von internationalen Banken durch die US-Justiz soll auf die Agenda der G20 kommen. Das nächste G20-Treffen findet im November in Australien statt.

Deutschland und Italien unterstützen dieses Vorhaben. Denn auch gegen die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Unicredit Bank sprach die USA Geldstrafen aus. Auslöser der Geldstrafen war die Nutzung des Dollars als Währung bei Geschäften etwa mit Ländern wie Iran, Sudan, Kuba oder Myanmar. Denn diese Länder stehen unter US-Sanktionen (mehr hier).

Die Franzosen akzeptieren, dass BNP Paribas gegen US-Sanktionen verstoßen hat. Doch besonders wütend macht sie die Höhe der Geldstrafe, die bei neun Milliarden US-Dollar liegt (mehr hier). Ein hochrangiger EU-Vertreter sagte den Financial Times, dass die Europäer über die Unverhältnismäßigkeit der Strafen erbost sind.

Der Vorsitzende der französischen Notenbank, Christian Noyer, hatte zuvor sogar mit dem Ausstieg aus dem Dollar-System gedroht (mehr hier).

Derzeit fänden „inoffizielle Gespräche“ zwischen EU-Politikern statt. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, sein italienischer Amtskollege Pier Carlo Padoan und Frankreichs Finanzminister Michel Sapin wollen gemeinsam gegen die USA auftreten. Die deutsche Bundesregierung ist der Ansicht, dass die Europäer ihre Reihen schließen müssen, um ihre finanziellen Interessen in Washington durchzusetzen.

Die USA beharren auf ihrer Position. Ein Sprecher des US-Finanzministeriums sagt:

„Die US-Regierung respektiert bei der Anwendung des geltenden Rechts alle Finanzinstitute, die in den USA operieren oder Transaktionen mit US-Banken vornehmen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ausländische oder einheimische Banken handelt. Wenn ausländische Banken in den USA operieren, sind sie dem US-Recht unterworfen.“

Doch auch der Vorsitzende der britischen Finanzaufsichtsbehörde, Andrew Bailey, sieht die Höhe der Geldstrafen kritisch. Unter diesen Bedingungen sei es für Banken schlichtweg unmöglich, Kapital aufzubauen.

Als Folge der Geldstrafe gegen BNP Paribas, hatte die französische Großbank im zweiten Quartal einen Rekordverlust in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen. Doch die Kernkapitalquote konnte aufrechterhalten werden.

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Hochfrequenzhandel: Beim „Flash Crash“ von 2010 verlor der Dax verlor in 0,4 Sekunden mehr als 200 Punkte. (Foto: dpa)

Hochfrequenzhandel: Beim „Flash Crash“ von 2010 verlor der Dax verlor in 0,4 Sekunden mehr als 200 Punkte. (Foto: dpa)

Während Handelsaufträge an der Börse früher noch von Menschen per Handzeichen in Auftrag gegeben wurden, haben heute längst Computer die Vormachtstellung am Finanzmarkt übernommen. Mittels spezieller Algorithmen werden Aktienkäufe – und -verkäufe innerhalb von Bruchteilen von Sekunden durchgeführt. Zunächst boten Glasfaser-Kabel dabei die schnellste Möglichkeit der Datenübertragung. Nun hat ein regelrechtes Wettrüsten begonnen und die Hochfrequenzhändler stellen auf Mikrowellen-Technologie um.

„Es kommt darauf an, die eigene Position zu verteidigen. Wenn eine Gruppe auf Mikrowellen setzt, dann hat sie einen entscheidenden Vorteil, weshalb andere Firmen auch auf Mikrowellen setzen müssen, um ihre relative Geschwindigkeit beizubehalten. Es ist wie bei Radrennfahrern, die darum kämpfen, in der vordersten Gruppe mit dabei zu sein“, zitiert Bloomberg Peter Nabicht, ehemaligen Technologie-Chef der Hochfrequenz-Händler „Allston Trading LLC“.

Die Firma Jump Trading aus Chicago kauft seit einiger Zeit ausgediente Sendemasten des Militärs auf. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Aktienhändlern gegründet und hat sich auf den Hochfrequenzhandel spezialisiert. Ihr jüngster Coup ist ein 240 Meter hoher Mikrowellen-Funkmast der Nato in Belgien. Der militärische Sendemast befindet sich in Westflandern unweit des Ärmelkanals. Die USA nutzten den Sendemast unter anderem zur Übermittlung von Nachrichten aus dem Nahen Osten, so auch beim Selbstmord-Attentat auf einen US-Stützpunkt im Libanon 1983, bei dem Hunderte Soldaten ums Leben kamen. Die Nato hat den Sendemast jedoch seit Jahren nicht mehr benutzt und ihn 2006 zum Verkauf angeboten.

Jump Trading will den Sendemast für die Übermittlung von Handelsaufträgen nutzen. Dazu hat sie zunächst viel Geld in die Modernisierung der Anlage investiert. Durch die Übertragung der Daten per Mikrowellen-Technologie erhofft sich das Unternehmen einen Zeitvorteil beim Handel von Finanzprodukten. In den USA läuft mittlerweile mehr als die Hälfte des gesamten Aktienvolumens über die „Blitzhändler“. Auch in Europa ist der Anteil zwischen 2009 und 2013 von 25 auf 41 Prozent gestiegen, wie die Beratungsfirma Aite Group LLC ermittelt hat.

Die Firma Custom Connect´s aus Amsterdam verwaltet seit März 2013 das erste Mikrowellen-Netzwerk, das die Haupthandelsplätze Europas miteinander verbindet und von Händlern gemietet werden konnte. Das Netzwerk besteht aus 13 Sendemasten in Europa, darunter auch der Nato-Mast von Jump Trading. Custom Connect´s kürzte die Übertragungszeit zwischen Frankfurt und London um 50 Prozent auf 4,43 Millisekunden. Das Unternehmen bietet die Infrastruktur gegen Gebühr an Börsenhändler aus aller Welt an. Mittlerweile nutzen 25 Firmen das Netzwerk.

Mit Mikrowellen können Daten doppelt so schnell übertragen werden, wie über Glasfaserkabel. Die Handelsaufträge lassen sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit von Frankfurt nach London senden. Der dadurch entstehende Zeitvorsprung – oft nur wenige Millisekunden – reicht aus, um aus winzigen Preisunterschieden bei Vermögenswerten noch genügend Profite herauszuschlagen. Allerdings hat die Technologie auch Nachteile: So ist die Bandbreite geringer als bei Glasfaserkabeln. Zudem kann die Übertragung durch schlechtes Wetter beeinträchtigt werden.

Hochfrequenzhändler analysieren in Bruchteilen einer Sekunde, wo gerade welches Finanzprodukt gehandelt wird. Im selben Moment greifen sie mit eigenen Handelsaufträgen ein und manipulieren so den Kurs von Aktien kurzeitig nach oben oder unten, noch bevor der Auftrag ausgeführt wurde. Insider behaupten, das ganze System diene nur der Manipulation der Kurse (mehr hier).

Hinzu kommt, dass der Hochfrequenzhandel das Finanzsystem hochgradig anfällig für Crashs macht, so geschehen im Jahr 2010. Beim sogenannten „Flash Crash“ stürzte der Dow Jones binnen weniger Minuten um 1.000 Punkte ab, wie Deutsche Welle berichtet. Auch der Dax verlor in Folge dessen binnen 400 Millisekunden mehr als 200 Punkte, bevor der Handel ausgesetzt wurde. Mittlerweile wird gegen führende Finanzinstitute wegen ihrer Verwicklung in den Hochfrequenzhandel ermittelt. In den USA laufen dzudem Klagen gegen die Bank of America, JPMorgan, Citigroup und Morgan Stanley. Es wird vermutet, dass die Banken bevorzugt Handelsdaten erhalten und so Anleger weltweit betrogen haben (hier).

Auch in Europa wird deshalb gegen führende Finanzinstitute ermittelt, darunter auch die Deutsche Bank und die Schweizer UBS. Doch die Aufsichtsbehörden sind bei der Jagd nach den Hochfrequenzhändlern stets einen Schritt zu spät. Ihnen fehlen schlicht die Mittel, um ihre Aufgaben zu erfüllen, so der Chef der Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (hier). Es ist also nicht zu erwarten, dass die Regulierungsbehörden den nächsten „Flash-Crash“ verhindern können.

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Großbritannien ist mit Junckers Plan, einen eigenen EU-Finanzkommissar zu schaffen, nicht einverstanden. (Foto: dpa)

Großbritannien ist mit Junckers Plan, einen eigenen EU-Finanzkommissar zu schaffen, nicht einverstanden. (Foto: dpa)

Die britischen Banken wollen einen EU-Kommissar für Finanzmärkte mit aller Macht verhindern. Dieser Schritt könnte den Binnenmarkt zerbrechen und dem „nationalen Interessen Großbritanniens schaden“.

Anthony Browne, der Chef der British Banker’s Association (BBA), warnt, dass die Debatte in Brüssel zu einer Regulierung der City of London zugunsten der Eurozone führen würde.

Derzeit werden alle EU-Finanzvorschriften von Michel Barnier, dem Binnenmarkt-Kommissar und ehemaligen französischen Außenminister, betreut. Jean-Claude Juncker kündigte nach seiner Wahl zum nächsten Kommissionspräsidenten an, den kommenden Finanzkommissar mit mehr Rechten auszustatten. Dieser heißt zwar formal noch „Kommissar für Finanzmärkte“, soll aber langfristig Aufgaben übernehmen, die früher Finanzminister in den Nationalstaaten zustanden. Vor allem soll dieser politische Kommissar die EZB kontrollieren (mehr dazu hier).

Browne fürchtet, dass das Entfernen der Finanzdienstleistungen aus dem Bereich des Kommissars für Binnenmarkt, gegen die Interessen der City of London abläuft. So würde der Fokus auf die Eurozone gelegt werden und weniger auf die Binnenmärkte. Das führe zu einer Benachteiligung von Großbritannien.

Barnier hätte einige richtige Reformen auf den Weg gebracht, die nun noch vollständig umgesetzt werden müssen. Doch ein eigener Finanz-Kommissar würde sich mit großen Initiativen beweisen wollen, und „das Letzte, was wir jetzt brauchen, sind neue, große Initiativen“, schreibt Browne in seinem Blog.

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Im Mount Sanai Hospital in New York ist der erste Verdacht eines Ebola-Virus aufgetaucht. Ein Mann wurde mit den für das Virus typischen Symptomen eingeliefert und in Quarantäne genommen. Er hatte hohes Fieber und Übelkeit. Der Patient war aus einem westafrikanischen Land eingereist. Das Krankenhaus wollte keine näheren Angaben zu seiner Person machen. Ein zweiter Mann wurde in das Bellevue-Krankenhaus von New York eingeliefert, jedoch nach einem Tag wieder entlassen, weil sein Fieber deutlich zurückging.

Eine Sprecherin des Mount Sinai sagte der New York Times, dass alle Schritte unternommen worden seien, um Ärzte, Patienten und Besucher zu schützen.

Die US-Gesundheitsbehörde hat alle Krankenhäuser mit einem Notfallplan versorgt. Auch die Airlines wurden angewiesen, bei Verdachtsfällen Passagiere sofort in ein Krankenhaus zu bringen.

Die WHO hatte erst vor wenigen Tagen eingeräumt, dass die Krankheit außer Kontrolle geraten sei (hier). In den USA laufen ersten Tests mit einem Impfstoff gegen Ebola.

Die Bundeswehr, die in Westafrika tätig ist, hat erste Vorkehrungen getroffen, um die Soldaten bestmöglich zu schützen.

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