Portugals Premier Anibal Cavaco Silva will die Espritio Santo mit EU-Hilfsgeldern retten. (Foto: dpa)

Portugals Premier Anibal Cavaco Silva (re.) will die Espritio Santo mit EU-Steuermitteln retten. (Foto: dpa)

Die portugiesische Zentralbank hat am Sonntag die angeschlagene Banco Espírito Santo (BES) verstaatlicht und will die Rettung mit europäischen Steuergeldern finanzieren. Das Institut werde im Rahmen der milliardenschweren Aktion voraussichtlich in einen „guten“ Teil sowie eine „Bad Bank“ aufgespalten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Sonntag laut Reuters. Die Bank wird künftig unter dem Namen Novo Banco firmieren.

Die Regierung in Lissabon arbeite intensiv mit der EU-Kommission sowie der EZB an den Details des Rettungsplans. Die Zentralbank teilte in einem Statement mit, dass nachrangige Gläubiger ihre Einlagen verlieren werden, ebenso wie die bisherigen Shareholder. Die Sparer sollten jedoch geschützt werden. Die Zentralbank beruhigte die Bankkunden, um einen Bank-Run am Montag zu verhindern. Zur Beruhigung der Sparer dürfte auch EU-Geld vonnöten sein: Die 2008 eingerichtete portugiesische Einlagen-Sicherung umfasst nur knapp 200 Millionen Euro für den gesamten Sektor, wie die FT berichtet.

Die Espírito Santo ist eine ausgesprochene Skandalbank, deren Schieflage auf dubiose Machenschaften eines Familien-Clans zurückzuführen sind (mehr zu den Hintergründen hier).

Portugal verließ erst kürzlich das EU-Programm und hat in weiser Voraussicht die noch übrigen 6,4 Milliarden Euro nicht zurückgezahlt. Wie locker das Geld sitzt, zeigt die Entwicklung des Bail-Outs: Zunächst hieß es, etwa drei Milliarden sollen zur Rettung der BES verwendet werden. Doch später meldete Bloomberg, dass die Bank 6,6 Milliarden Dollar braucht und dazu möglicherweise auf die gesamten EU-Gelder zurückgreifen könnte.

Mit dem Geld soll ein Abwicklungsfonds finanziert werden, den Portugal 2012 gründete und der wiederum der „guten“ Bank eine Geldspritze verabreichen könne. Voraussichtlich werde das Unternehmen am 4. August von der Börse verschwinden und die Aktionäre ihr Geld verlieren, berichtet Bloomberg. Eine der Personen erklärte, die BES benötige mindestens vier Milliarden Euro.

Der Verlust der größten an der Börse notierten portugiesischen Bank belief sich in den sechs Monaten auf 3,6 Milliarden Euro. Damit wurden alle Kapitalpuffer vernichtet, die Kernkapitalquote fiel unter den von der Notenbank vorgeschrieben Wert. Ausgelöst wurden die Schwierigkeiten durch Geldprobleme der Gründerfamilie der Bank. Mehrere Unternehmen der Familie sind insolvent.

Die Aktien der sich seit einiger Zeit in Notlage befindenden Banco Espírito Santo wurden am Freitag vom Handel ausgesetzt. Der Kurs war um 50 Prozent eingebrochen. Bereits drei Unternehmen aus der Espírito-Gruppe mussten wegen der Bank die Insolvenz anmelden. Die Börsen in Europa reagierten mit deutlichen Verlusten (mehr dazu hier).

Die Banken-Krise in Portugal sendet schneller als erwartet Schockwellen durch das Land. Auch die Investment-Bank Goldman Sachs zieht sich aus der Bank zurück, nachdem sie vor kurzem noch mit ihrem Einstieg versuchte, die Bank zu retten (mehr dazu hier). Doch nun ist selbst dem ehemaligen Arbeitgeber von Mario Draghi das Pflaster zu heiß geworden – ein klassischer Fall für den Zugriff auf die Mittel der Steuerzahler.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat erst kürzlich die Notbremse gezogen und den Notverkauf der Schweizer Tochter der Espírito Santo veranlasst. Die Folgen eines möglichen Konkurses der Espírito-Mutter seien nicht absehbar. Kunden, Vermögen und Berater gehen an ein anderes Geldhaus, die Bank selber bleibt bei den Portugiesen (mehr dazu hier).

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte dagegen erst vor wenigen Tagen erklärt, dass die Probleme bei der Espírito Santo kein Thema für Europa sein werden (hier). Allerdings hätte es der Portugiese besser wissen müssen: Er hat sich zahlreiche verlängerte Wochenenden in seiner Heimat auf Kosten der Steuerzahler genehmigt (im Detail hier).

Bei der Espírito Santo scheint er in dieser Zeit nicht gewesen zu sein. Die Rechnung reicht die EU nun an die Steuerzahler weiter. Wehren können sich diese nicht: Eine neuerliche Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Frage, warum die Deutschen hart arbeiten müssen, damit sie für die Taten einer korrupten Familie in Portugal bezahlen müssen, passt nicht in das ideologische Schema der ideologischen Umverteilungs-Maschine, als die sich die EU mit ihrem derzeitigen Spitzenpersonal präsentiert.

Hoffnungen, dass dies mit dem neuen Kommissionspräsidenten Juncker besser werden könnte, sind unbegründet: Die Banken seines Heimatlandes Luxemburg gelten als besonders gefährdet (mehr hier).

Gut möglich, dass die heimliche Banken-Rettung mit Steuergeldern in Portugal eines Tages als “Blaupause” für weitere Enteignungen der Steuerzahler herangezogen wird.

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Sollte der Rubel weiter fallen, überlegt Moskau die Wiedereinführung von Kapitalverkehrskontrollen. (Foto: dpa)

Sollte der Rubel weiter fallen, überlegt Moskau die Wiedereinführung von Kapitalverkehrskontrollen. (Foto: dpa)

Moskau hat vor acht Jahren seine Kapitalverkehrskontrollen abgeschafft. Russland wurde so zum größten Schwellenland, das uneingeschränkt Geldströme über die Grenzen hinweg ermöglichte. Nun wird über eine Wiedereinführung spekuliert.

Grund dafür sind die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland. Sollte der Rubel mehr als 15 Prozent einbrechen oder die internationalen Reserven auf unter 100 Milliarden US-Dollar sinken, befürworten russische Wirtschaftsinstitute – die auch die Regierung beraten – eine Kapitalverkehrskontrolle.

Die Ablehnung des freien Kapitalfluss ist eher eine politische Entscheidung als eine für die Zentralbank“, so Michail Khromow, ein leitender Forscher am Moskauer Institut Gaidar. „Es kann die russische Antwort auf die westlichen Sanktionen sein“, zitiert ihn Bloomberg.

„Die Notenbank wird versuchen, Marktinstrumente zu nutzen“, so Anton Tabakh, ein leitender Ökonom beim Energie-und Finance-Institut in Moskau, zu Bloomberg. „Aber wenn es massive und systemische Rubel-Abschreibungen gibt, Kapitalabfluss und den Druck auf Reserven, so wird die Zentralbank weichen Maßnahmen verhängen, um Kapital zu kontrollieren“.

Im Jahr 2006 hat die Zentralbank den Rubel durch die Aufhebung der Währungskontrollen und Lockerung der Anleger-Beschränkungen voll konvertierbar gemacht. Bis dahin waren für den Handel der Einsatz von Sonderkonten und Sicherheitseinlagen nötig, um Gelder zu transferieren.

Vor sechs Jahren erreichten Russlands Reserven mit 598 Milliarden US-Dollar ihren Höhepunkt. Nun liegen sie bei rund 126 Milliarden und somit auf dem niedrigsten Stand seit 2010.

Im ersten Quartal gab es in Russland einen Kapitalabfluss ins Ausland in Höhe von 48,8 Milliarden US-Dollar. Es ist der höchste Abzug seit dem vierten Quartal 2008. Damals wurden als Folge der Lehman-Pleite 132 Milliarden Dollar abgezogen. Im aktuellen Jahr wurden bisher 75 Milliarden US-Dollar außer Landes gebracht, meldet die russische Notenbank. Der US-Investor JPMorgan Chase hat sogar Analysten-Stellen für den Russland-Markt gestrichen (mehr dazu hier).

Auch russische Oligarchen ergreifen bereits eigene Maßnahmen gegen die Sanktionen. Öl-Milliardär Timtschenko verteilt seine geschätzten 14 Milliarden Dollar jetzt über chinesische Kreditkarten. Nach Vorbild des Präsidenten Putin orientieren auch die Oligarchen sich finanziell Richtung China (mehr dazu hier).

Als „neues Instrument der US-Außenpolitik“ bezeichnet Victoria Nuland den Finanzkrieg gegen Russland. Die Amerikaner kämpfen vor allem um die Vorherrschaft des Dollar. Dafür ist ihnen jede Manipulation recht – offenbar auch ein offener Wirtschaftskrieg gegen Russland (mehr dazu hier).

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Aus einer ersten Hilfs-Tranche des IWF sind drei Milliarden Euro an die Ukraine geflossen, von der EU vorab eine Milliarde Euro. Weitere Hilfsgelder in Milliardenhöhe sind zugesagt. Kiew nutzte die ersten Zahlungen zum Ankauf von Gold. (Foto: dpa)

Aus einer ersten Hilfs-Tranche des IWF sind drei Milliarden Euro an die Ukraine geflossen, von der EU vorab eine Milliarde Euro. Weitere Hilfsgelder in Milliardenhöhe sind zugesagt. Kiew nutzte die ersten Zahlungen zum Ankauf von Gold. (Foto: dpa)

Ende April dieses Jahres wurde vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ein milliardenschweres Rettungspaket bewilligt, wonach 17 Milliarden Euro für zwei Jahre für die Ukraine freigegeben wurden. Bedingungen des Fonds sind unter anderem Vorkehrungen zur Sicherung des flexiblen Wechselkurses und erste Anhebungen der Energiepreise. Bereits Ende April sollten die Gaspreise gemäß früherer Ankündigungen der Regierung um mehr als die Hälfte steigen. Inwieweit die anderen Zusagen eingehalten werden, ist dagegen unsicher.

Darüber hinaus sollen die Fonds-Gelder sicherstellen, dass die Ukraine neben Rückständen von 2,2 Milliarden Dollar seine künftigen Zahlungen an Russland begleichen kann.

Die USA hat zur Abwendung eines Staatsbankrotts eine Milliarde US-Dollar zugesagt. Die EU gab eine Milliarde Euro frei und stellte weitere 10 Milliarden in Aussicht (insgesamt also 11 Milliarden Euro), verteilt auf mehrere Jahre. Das Geld soll aus dem Gemeinschaftshaushalt und von EU-Finanzorganisationen kommen. Die wichtigsten Bestandteile des Hilfsangebots sind drei Milliarden Euro aus dem EU-Budget. Davon seien 1,4 Milliarden Euro Zuschüsse und 1,6 Milliarden Kredite. Hinzukommen sollen von der Europäischen Investitionsbank im Zeitraum zwischen 2014 und 2015 rund 3 Milliarden Euro Kredite. Außerdem kalkuliert die Kommission mit Hilfen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in Höhe von fünf Milliarden Euro.

Aus einer ersten Hilfs-Tranche des IWF sind drei Milliarden Euro geflossen, von der EU vorab eine Milliarde. Die nächste Tranche des IWF ist Ende August fällig.

Anfang Mai wurde bekannt, dass die Ukraine eine Milliarde aus der ersten IWF-Tranche verwendete, um Gold zu kaufen, mehr hier.

Die Ukraine benötigt finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 35 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro). Dies sei der Bedarf für das laufende und das kommende Jahr, erklärte Finanzminister Juri Kolobow bereits im Februar.

Wirtschaftswissenschaftler schätzen, dass bis Ende 2018 Anleihen und Zinsen in einem Volumen von 49 Milliarden Dollar fällig werden. Dazu kommen weitere Summen zur Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits und für neue Schulden (mehr dazu hier).

Dies lässt darauf schließen, dass es früher oder später zu einer Umschuldung in der Ukraine kommen wird. Jedoch ist dabei das Land auf die Bereitwilligkeit Russlands angewiesen. Russland ist einer der größten Gläubiger des Landes. Ohne ein Entgegenkommen des russischen Präsidenten Putin bei den Verhandlungen zur Schuldenrestrukturierung lässt sich ein Staatsbankrott wohl kaum vermeiden.

Wohin fließen nun die Gelder des IWF und der EU?

Anzunehmen ist, dass sie vorerst in den Staatshaushalt fließen. Wofür die Mittel konkret verwendet werden, ist nicht bekannt. Die nächste Trance des IWF ist Ende August fällig. Indessen wurde bekannt, dass bei anhaltender Krise weitere Kredite für Ukraine nötig sind. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz in Washington, dass zusätzliche Kredite möglicherweise in zwölf Monaten gebraucht würden, wie die Welt berichtete.

Ob Gelder direkt an die Oligarchen in der Ukraine fließen, ist nicht verifizierbar. Sollte die Wirtschaft „angekurbelt“ werden, was derzeit kaum ein Thema ist, so dürften die Gelder an die Oligarchen fließen, da sie, wie in Russland, die Wirtschafskreisläufe im Wesentliche bestimmen und zuteilen auch in der Regierung sitzen.

Die Kriegssteuer, die die Ukraine nun von den Bürgern erhebt, soll umgerechnet 550 Millionen Euro in die Staatskasse einbringen (mehr dazu hier). Der Krieg kostet pro Tag 4,5 Millionen Euro. Der Kampf tobt nunmehr seit einigen Monaten. Insofern dürfte die Steuer – die bis vorerst bis 1.1.2015 limitiert ist – bereits „aufgebraucht“ sein und derzeit aus anderen Töpfen kommen, siehe oben.

In einem Interview der Deutschen Welle stellte Erik Berglöf, Chefvolkswirt der Europäischen Bank für Wiederaufbau (EBRD) fest: „Zudem hat das Bankensystem riesige Probleme. Wir gehen derzeit durch eine Überprüfung durch den Internationalen Währungsfonds. Aber es ist schon jetzt klar, dass die ukrainischen Banken eine Totalsanierung benötigen. Das ist allerdings auch eine Chance – ein besseres Bankensystem in der Ukraine zu schaffen, das der Wirtschaft künftig helfen kann.“

In der Ukraine sind vor allem Österreichs Banken engagiert. Österreichische Banken wie die Bank Aval und Bank Austria sollen 3,6 Milliarden Euro an Krediten in ihren Büchern stehen haben. Andere Quellen berichten, dass Raiffeisen mit 500 Millionen und Bank Austria mit 220 Millionen Euro in Staatspapieren investiert ist. Das gesamte Exposure der beiden Institute in der Ukraine beläuft sich auf acht Milliarden Euro, wie Der Standard berichtete.

Aus einem Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ ) geht hervor, dass sich die Auslands-Forderungen an die Ukraine wie folgt darstellen:

dfsdfasdfsdfdsffDie russischen Banken, die in der Ukraine engagiert sind, scheinen einen guten Stand zu haben. „Während die ukrainischen Banken in ihrer Gesamtheit eine negative Bilanz ausweisen, haben die russischen Banken einen satten Gewinn ausgeworfen. Spitzenposition nimmt die Tochterbank der russischen Bank WTB (Außenhandelsbank) ein. Das Geheimnis des Erfolges der russischen Banken liegt nicht darin, dass sie besonders fähige Manager haben, sondern in der eigentlichen Finanzpolitik, die weniger risikoreich ist, wie die Bankenpolitik der ukrainischen Banken. Die russischen Banken in der Ukraine haben rechtzeitig Finanzreserven geschaffen, von denen sie zum jetzigen schwierigen Zeitpunkt gut leben können.

Die WTB-Ukraine hat im ersten Quartal 107 Mio. USD Gewinn erwirtschaftet. Den zweiten Platz belegte die amerikanische Citi-Bank und den dritten Platz belegte wiederum die russische Bank „PromInvestBank“, wie Russland.ru berichtet.

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Bereits in den Monaten April bis Juni habe die Entwicklung in der Ukraine „Bremsspuren beim Wachstum“ hinterlassen, so ifo-Chef Hans-Werner Sinn. (Foto: dpa)

Bereits in den Monaten April bis Juni habe die Entwicklung in der Ukraine „Bremsspuren beim Wachstum“ hinterlassen, so ifo-Chef Hans-Werner Sinn. (Foto: dpa)

Die Ukraine-Krise und Sanktionen gegen Russland werden das Wirtschaftswachstum in Deutschland dem Präsidenten des ifo-Instituts zufolge auf null drücken. Bereits in den Monaten April bis Juni habe die Entwicklung in der Ukraine einen Rückgang des Wachstums hinterlassen, schrieb Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. Die Annahme, das zweite Quartal dieses Jahres weise gegenüber dem ersten Vierteljahr ein Plus von 0,3 Prozent auf, sei nicht mehr zu halten. Auch das dritte Quartal müsse wohl nach unten revidiert werden. „Das wird dann auch die Jahresprognosen für 2014 und 2015 senken.“

Die EU hatte am Mittwoch weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen. Sie traten am Freitag in Kraft. Damit soll das Land zum Einlenken in der Ukraine-Krise bewegt werden. Die Krise trübt inzwischen die Aussicht von immer mehr deutschen Unternehmen. Wie das ifo-Institut ermittelte, sank die Stimmung im Juli bereits den dritten Monat in Folge. Das gilt als Anzeichen für einen Abwärtstrend in der Konjunkturentwicklung.

Deutschland werde allerdings nicht in eine Krise rutschen, schrieb Sinn. Die Binnenwirtschaft werde von einem ansehnlichen Konsumzuwachs getragen, der Dienstleistungssektor sei stabil und der ifo-Indikator habe im Vergleich zu früheren Vergleichsperioden nur moderat nachgegeben. „Es gibt somit keine Ähnlichkeiten zum Katastrophenjahr 2008.“

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 0,8 Prozent so stark gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr. Eine erste Schätzung für das zweite Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 18. August.

Mehrere Euro-Staaten haben bereits angekündigt, dass sie wegen der Russland-Sanktionen die Defizit-Grenzen nicht werden halten können und mehr Schulden machen müssen als geplant (mehr dazu hier).

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise hat die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge ein umfangreiches deutsch-russisches Rüstungsgeschäft endgültig gestoppt. Wie die “Süddeutsche Zeitung” (Montagausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben des Wirtschaftsministeriums vorab berichtete, widerrief das von Sigmar Gabriel (SPD) geführte Ressort die von der schwarz-gelben Vorgängerregierung erteilte Genehmigung für den Bau eines Gefechtsübungszentrums (GÜZ) durch die Düsseldorfer Firma Rheinmetall. Das Volumen des Rüstungsgeschäftes betrage rund 100 Millionen Euro.

Das Gefechtsübungszentrum, das in der Stadt Mulino in der Wolga-Region erbaut und noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden sollte, war der Zeitung zufolge zur Ausbildung von Soldaten mit technisch hochentwickelten Simulationsinstrumenten vorgesehen. Pro Jahr hätten bis zu 30.000 Soldaten in einer solchen Anlage ausgebildet werden können. Deutschland gehe mit dem Widerruf der Ausfuhrgenehmigung nun noch über die von der Europäischen Union beschlossenen Sanktionen gegen Russland hinaus. Die Maßnahmen, die unter anderem ein Moratorium für Rüstungsgeschäfte vorsehen und seit Ende vergangener Woche in Kraft sind, schließen eigentlich keine bereits vereinbarten Geschäfte ein.

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Die Wasservorräte in Toledo sind fast ausverkauft, das Problem allerding ist noch lange nicht gelöst. (Foto: Twitter)

Die Wasservorräte in Toledo sind fast ausverkauft, das Problem allerding ist noch lange nicht gelöst. (Foto: Twitter)

In Toledo, der viertgrößten Stadt Ohios, wird das Trinkwasser knapp. Der nahe gelegene Eriesee ist durch giftige Algen verunreinigt. Forscher wiesen das Algenprodukts Mikrozystin nach, das Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auslöst. Toledo und einige Gegenden des benachbarten Bundesstaat Michigan sind gänzlich von der Wasserversorgung abgeschnitten. Der Gouverneur rief den Notstand aus. Er wisse nicht, wie lange es braucht, um den Eriesee wieder von den Algen zu befreien.

Die Einwohner dürfen das Wasser weder trinken, noch zum Zähneputzen oder Geschirrabwaschen verwenden. Die Bewohner wurden ebenfalls davor gewarnt, das Wasser zu kochen, denn so würde sich die Konzentration des Giftes nur erhöhen. Das Wasser eignet sich auch nicht mehr zum Duschen oder Baden. Die Bewohner kauften als Reaktion die Wasservorräte in den umliegenden Supermärkten leer, berichtet USA Today.

Die Wasser-Betriebe entlang des Eriesees versorgen elf Millionen Menschen mit Trinkwasser. Die Verantwortlichen sollen bereits in den vergangenen Jahren über Giftstoffe aufgrund von Algen berichtet haben.

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Auch in Belgien kam es in den vergangenen Tagen zu Protesten gegen Israel. Der Antisemitismus ist in Belgien besonders gewalttätig: Erst kürzlich waren in einem jüdischen Museum drei Besucher erschossen worden. (Foto: dpa)

Auch in Belgien kam es in den vergangenen Tagen zu Protesten gegen Israel. Der Antisemitismus ist in Belgien besonders gewalttätig: Erst kürzlich waren in einem jüdischen Museum drei Besucher erschossen worden. (Foto: dpa)

Ein belgischer Arzt weigerte sich, eine 90-jährige jüdische Frau zu behandeln. Der Sohn rief den Arzt an, nachdem sich seine Mutter die Rippe gebrochen hatte und unter starken Schmerzen litt.

„Schicken Sie sie in den Gazastreifen für ein paar Stunden, dann wird sie ihre Schmerzen loszuwerden“, soll der Arzt dem Sohn gesagt haben. „Ich komme nicht“ fügte er hinzu, und legte auf. Das berichtet die belgische Zeitung Joods Actueel.

Der Zeitung zufolge soll der Arzt wegen des jüdischen Namens sofort gewusst haben, dass er die Patientin nicht behandeln wolle.

Der Sohn, ein amerikanischer Staatsbürger, rief seinen Freund Samuel Markowitz an, der Stadtrat von Antwerpen und ein freiwilliger Sanitäter ist. Markowitz kontaktierte den Arzt und zeichnete das Gespräch auf. Der Enkel der Frau legte bei der Polizei eine Beschwerde wegen Diskriminierung ein.

Es erinnert mich an das, was vor 70 Jahren in Europa passiert ist“, so der Enkel. „Ich hätte nie gedacht, diese Tage würden sich noch einmal wiederholen.“

Joods Actueel erreichte der Arzt ebenfalls. Er leugnete den Anruf nicht und bestätigte den antisemitischen Kommentar und die Verweigerung der Behandlung. Allerdings sei es eine „emotionale Reaktion“ gewesen.

Der Chefredakteur von Joods Actueel, Michael Freilich, spricht von einem alarmierenden Vorfall, da sich ähnliche Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit abgespielt haben:

„Dies ist ein weiterer Vorfall in einer kurzen Zeitspanne. Ein Laden in Antwerpen weigerte sich eine Frau zu bedienen, weil sie Jüdin war, ein Café in Lüttich hat ein Schild aufgehängt mit der Spruch ,Hunde willkommen, Juden nicht‘, und in Brüssel werden bei Demonstrationen Slogans wie ,Tod den Juden‘ gerufen. Bei Facebook sehen wir jeden Tag den Hass gegen das jüdische Volk“, so Freilich.

Vor kurzem wurde ein Ehepaar aus Israel bei einer Anti-Israel-Demo in Berlin attackiert, weil der Mann eine Kippa trug. In Paris musste die Polizei trotz massiver antisemitsicher Ausschreitungen dem Druck der Öffentlichkeit weichen und erneut eine Demo genehmigen. Der Nahost-Konflikt wird zum Problem für die Juden in Europa (mehr dazu hier).

Bereits im Juni warnte Efraim Zuroff vom Simon-Wiesenthal-Center vor den politischen Folgen der Finanzkrise in Europa: Rechtsextreme Klischees und radikale Islamisten könnten zu einem Aufflackern des Antisemitismus in Europa führen. Er fordert eine Allianz von Juden und Muslimen gegen den Extremismus (mehr dazu hier).

In Brüssel sehen sich die Juden seit längerem wegen der starken Einwanderung aus arabischen Ländern besonders kritisch. Die Juden haben das Zentrum der Stadt verlassen und sind in die Vororte Brüssels gezogen. An die Stelle der Juden wanderten in die Innenstadt Brüssels vor allem muslimische Immigranten ein. Insbesondere der Gaza-Konflikt habe hier verstärkt zu Antisemitismus geführt (mehr dazu hier).

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Bereits in der 3. Auflage: Der Bestseller von Michael Maier erklärt, warum Regierungen und Finanz-Industrie vor nichts zurückschrecken, auch nicht vor einem Krieg. (Foto: DWN)

Bereits in der 3. Auflage: Der Bestseller von Michael Maier erklärt, warum Regierungen und Finanz-Industrie vor nichts zurückschrecken, auch nicht vor einem Krieg. (Foto: DWN)

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben gezeigt: Die von vielen befürchtete und von den DWN schon sehr früh beschriebene Plünderung der Welt als Folge der globalen Schuldenkrise hat begonnen. Mit dem Kriegslärm um die Ukraine kämpfen die Regierungen um die immer wertvoller werdenden Assets: Land, Rohstoffe, Energie. 

Das neue Buch, “Die Plünderung der Welt”, von Michael Maier, dem Herausgeber der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, ist daher brandaktuell. Maier beleuchtet in dem Buch alle Beteiligten und ihre Rolle: Regierungen, Parteien, Banken, die Finanzinstitutionen und die Konzerne. Er gibt eine historische Einordnung der aktuellen Schulden- und Finanzkrise und zeigt Auswege, wie sich der einzelne schützen kann – aber auch, warum der Einzelne aufwachen und Widerstand leisten sollte.

Denn die Entwicklung zeigt: Rastlos getrieben und immer wieder auf der Suche nach Auswegen und Ausreden, schrecken Regierungen und Finanz-Industrie auch nicht vor kriegerischen Handlungen zurück: Eine militärische Auseinandersetzung kurbelt, so ihr Kalkül, wenigstens die Rüstungsindustrie an und eröffnet der Schulden-Industrie immer neue Kundenstämme. Denn all diese Kriege müssen finanziert werden. Die Rechnung werden am Ende in einem doppelten Sinn die Bürger bezahlen.

Die mit immer härteren Bandagen ausgetragene Konflikt zwischen den USA und Russland ist die logische Folge einer hemmungslosen Plünderung der Welt. Über immer neue Schulden beuten die Finanz-Eliten die Völker der Welt aus – und scheuen offenbar auch vor kriegerischem Treiben nicht zurück. In seinem neuen Bestseller beschreibt DWN-Herausgeber Michael Maier, wie Regierungen, Zentralbanken und die Finanzindustrie versuchen, sich das Geld von den deutschen Sparern zu holen, um ihre immer neuen Eskapaden zu finanzieren.

Der Verlag beschreibt den Inhalt des Buches so:

Unbemerkt von der Öffentlichkeit treibt eine internationale Clique aus Politikern, Lobbyisten, Bankern und Managern die Plünderung der Welt voran. Eine globale Feudalherrschaft entsteht: Die Reichtümer der Erde wandern zu einer winzig kleinen Gruppe im Innersten des Finanzsystems. Die Regierungen wollen zu den Profiteuren zählen und zwingen ihre Bürger zu immer neuen Opfern.

Unterstützt von mächtigen und verschwiegenen Organisationen wie der Weltbank, dem IWF, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und den Zentralbanken plündern die Regierungen die privaten Vermögen und kündigen den wirklich Bedürftigen die Solidarität auf. Ozeane von wertlosem Geld überfluten die Welt, während sich globale Finanzströme der demokratischen Kontrolle entziehen. Recht wird nach Belieben gebrochen. Willkür ist die neue Ideologie. Anstand ist ein Fremdwort geworden.

Um ihre eigene Haut zu retten, sind Regierungen und Finanzindustrie entschlossen, die Welt ohne Rücksicht auf Verluste zu plündern.

Was bedeutet das für den Einzelnen?
Ist Widerstand möglich? Gibt es gar eine Revolution?

Das Buch ist seit Wochen auf der Bestseller-Liste des Spiegel. Beim Manager Magazin ist das Buch mittlerweile bereits auf Platz 4 der Bestseller-Listen. Rezensentin Ariana Martinez schreibt auf Amazon: “Das Buch packt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.” Top-Rezensent Dr. R. Manthey nennt das Buch einen “echten Aufreger”, Nario Suker schreibt, das Buch sei “für Nicht-Ökonomen verständlich geschrieben und kommt ohne Umwege präzise und schonungslos zum Punkt”.

Das neue Buch von Michael Maier ist bereits die dritte Woche in Folge auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Das neue Buch von Michael Maier ist bereits die dritte Woche in Folge auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Michael Maier
Die Plünderung der Welt
Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen 288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag 19,99 € (D), 20,60 € (A)
Auch als E-Book erhältlich
ISBN 978-3-89879-853-2
FinanzBuch Verlag, München 2014

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

Das Buch ist bei Amazon erhältlich – hier.

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