Das wird die Ölbranche komplett durcheinander bringen und die Geostrategie völlig verändern. In Australien wurde das grösste Ölfeld der letzten 50 Jahre entdeckt und könnte sogar das grösste der Welt sein. Der Fundort ist in der Nähe von Coober Pedy in der Wüste von Australien und beinhaltet mehr Öl als der Iran, Irak, Kanada und Venezuela zusammen haben. Die aktuelle Schätzung beläuft sich auf 233 Milliarden Fass, was fast so viel ist wie Saudi-Arabien an Reserven angibt. Aber ein bekannter Energieexperte meint, die Reserven sind viel grösser.

Der Fund könnte sich auf 300 oder 400 Milliarden Fass belaufen, was es zur grössten unkonventionellen Entdeckung die wir in unserem Leben sehen werden macht,” sagt Dr. Kent Moors, Berater der sechs grössten Ölproduzenten und von 20 namhaften Regierungen.

Es repräsentiert eine bona fide Neuzeichnung der globalen Energielandkarte, so wie wir sie kennen,” sagt Moors, “und die Mainstreammedien ignorieren es komplett.

Der Fundort liegt in der Nähe von Coober Pedy im Bundesstaat Südaustralien, 840 Kilometer nordwestlich von Adelaide, ein Ort der bisher bekannt ist als “Opal-Hauptstadt der Welt” und tatsächlich die grösste Quelle dieser Edelsteine ist.

Für die Bewohner dieses Ortes, die wegen der extremen Hitze hauptsächlich in unterirdischen Wohnhöhlen wohnen, sogenannten “dugouts”, wird der Ölboom alles verändern. Mit dem Öl befindet sich ein “Schatz” im Boden der 20 Billionen US-Dollar wert ist (20’000 Milliarden).

Das Ackaringa Basin mit dem Ölvorkommen umfasst über 78’000 Quadratkilometer und beinhaltet genug “schwarzes Gold” um den globalen Ölmarkt komplett zu verändern. Analysten meinen, die Situation für Investoren ist so wie in Saudi-Arabien in den frühen 50-Jahren.

Dr. Moors sagt, eine ganz kleine Firma hat die gesamten Ölbohrrechte und wird jetzt von den Ölmultis massiv umworben. Die Investoren schlagen sich regelrecht um dabei zu sein.

Laut niedrigsten Schätzungen wird Cooper Pedy nicht nur die Energiebedürfnisse Australiens genügend abdecken, sondern zu einem Ölexporteur machen. Höhere Schätzungen meinen, Australien könnte einer der grössten Ölexpoteure der Welt werden.

Was wir hier sehen ist eine sehr sehr grosse Lagerstätte,” sagt der Minister für Bergbau von Südaustralien, Tom Koutsantonis. “Das ist der Schlüssel, um die Energiesicherheit Australiens jetzt und in der Zukunft zu garantieren.

Dieser erneute Fund einer noch grösseren Öllagerstätte bestätigt was ich schon seit Jahren vertrete. Siehe meinen Artikel “Welche Energiekrise?” Die gängige wissenschaftliche Meinung, Erdöl ist fossilen Ursprungs und wurde nur einmal vor 500 Millionen Jahren produziert, ist völlig falsch. Richtig ist, Erdöl ist abiotisch, stammt also nicht von biologischen Lebewesen, sondern entsteht in einem chemischen Prozess unter hohem Druck und Temperatur kontinuierlich in der Erdkruste. Es ist auch praktisch überall zu finden, wenn man tief genug bohrt.

Das heisst, es ist ein komplettes Märchen, Erdöl ist endlich, geht aus und wir sitzen bald im Trockenen. Tatsächlich schwimmen wir auf einem Meer von Öl. Die ganzen Kriege der Amerikaner sind schon wegen Öl, aber nicht wie alle denken, um es zu holen, sondern damit es im Boden bleibt. Denn, wenn alle Quellen sprudeln würden, dann verdirbt es den Preis und das wollen weder die Saudis noch die Amerikaner. Die Lüge über eine Knappheit und baldigen Ende verbreiten die Ölkonzerne, damit der Preis schön oben bleibt.

Jetzt ist auch verständlich, warum das Pentagon eine US-Militärbasis mit 2’000 Marines in Darwin neu errichtet hat und im Juli mit 20’000 Soldaten ein Grossmanöver an der Ostküste Australiens durchführte, einschliesslich Flugzeugträger, Landungsbooten und 11 anderen Kriegsschiffen. Wir wissen ja, das US-Militär ist die Schlägertruppe der amerikanischen Grosskonzerne, um den Markt zu erweitern und zu sichern.

Der grosse Ölfund erklärt auch das gestörte Verhältnis zwischen Riad und Washington in letzter Zeit. Die saudischen Despoten sind völlig erzürnt darüber, dass Obama nicht ihrem Wunsch gefolgt ist, Syrien anzugreifen und auch eine neue Verständigung mit Teheran eingegangen ist. Offensichtlich befolgt Obama nicht mehr die Befehle der Ölscheichs mit ihren Petrodollars. Möglicherweise meint Washington, sie können Saudi-Arabien durch den sehr verlässichen Verbündeten Australien als Öllieferanten ersetzen. Die Geostrategie hat sich damit völlig verändert!

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PS: Ab sofort bin ich jeden Werktag ab 19:00 Uhr auf unserem ASR-Fantalk und diskutieren gerne mit Euch das Tagesgeschehen und meine aktuellen Artikel.

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Milliardäre drängen in die europäischen Parlamente. Was genau sie vorhaben, bleibt meist im Dunklen. In Tschechien gewann der Landwirtschafts-Oligarch Andrej Babis auf Anhieb 18,7 Prozent der Stimmen. In Deutschland möchte nun der ehemalige EnBW-Manager Utz Claassen die Politik aufmischen. (Foto: dpa)

Milliardäre drängen in die europäischen Parlamente. Was genau sie vorhaben, bleibt meist im Dunklen. In Tschechien gewann der Landwirtschafts-Oligarch Andrej Babis auf Anhieb 18,7 Prozent der Stimmen. In Deutschland möchte nun der ehemalige EnBW-Manager Utz Claassen die Politik aufmischen. (Foto: dpa)

Die Euro-Kritiker waren bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Tschechien die großen Verlieren: Die Partei Hlavu Vshuru! (Kopf hoch!), die sogar mit dem Ex-Premier Vaclav Klaus geworben hatte, schaffte nicht einmal ein Prozent.

Der große Sieger ist ein anderer Neuling: Der Inhaber der deutschen Großbäckerei Lieken, Andrej Babis, schaffte es mit seiner Partei Ano („Ja) auf 18,7 Prozent und damit aus dem Stand auf den zweiten Platz. Er ist Milliardär und kommt aus der Landwirtschafts-Industrie. Außerdem hat er sich bei der Traditions-Zeitung Mlada Fronta Dnes eingekauft – wohl auch, um eine Plattform für seine politischen Ambitionen zu haben. Was genau Babis politisch will, ist unklar: Er hat seine Allianz der „unzufriedenen Bürger“ vor allem mit der Gegnerschaft gegen die herrschenden politischen Eliten mobilisiert.

Babis will das Land wie ein Unternehmen führen. Seine Kritik am herrschenden System erinnert an den Österreicher Frank Stronach, der den Politikern vor der Wahl in Österreich ebenfalls vorwarf, sie hätten noch nie in ihrem Leben richtig gearbeitet und seien in Politik gegangen, um am Staat zu verdienen und nicht dem Staat zu dienen.

Stronachs euroskeptische Partei hat nach der Wahl in Österreich massive Auflösungserscheinungen gezeigt: Der Gründer kündigte seinen Ausstieg an, in der Partei fliegen die Fetzen, weil Stronach von den Landespartei-Organisationen Kredite verlangt, die er ihnen für den Wahlkampf zur Verfügung gestellt hat. Die Kredite sollen, so zeigen vom ORF vorgelegte Dokumente, aus den der Partei zustehenden Steuergeldern getilgt werden.

Auch die zweite neue Partei, die in Österreich erfolgreich ist, wurde im Wahlkampf von einem Mäzen finanziert: Der Industrielle Hans-Peter Haselsteiner steckte einige hunderttausend Euro in NEOS – und schaffte den Einzug in den Nationalrat (mehr hier).

Der italienische Charismatiker Beppe Grillo genießt in Italien die Unterstützung eines Industriellen: Hinter dem Movimento Cinque Stelle steht der Inhaber einer Internet-Agentur, Gianroberto Casaleggio. Der ehemalige Olivetti-Manager hatte nach seinem Ausstieg bei Olivetti nur mäßige Geschäftserfolge zu verzeichnen. Die Gründung einer Partei beschert Casaleggio neue Einnahmequellen: Wegen der 163 Mandatare, die die Fünf-Sterne-Bewegung im italienischen Parlament erobern konnte, kann Casaleggio nun mit neuen Millionen jonglieren – die direkt vom Steuerzahler kommen.

Hinter der „Alternative für Deutschland“ (AfD) steckt zwar kein bekannter Einzelunternehmer, doch ist auch diese Partei stark in der Wirtschaft verankert. Die AfD will sich nach Aussage ihres Parteichefs Bernd Lucke neben der Euro-Kritik vor allem für eine freie Marktwirtschaft stark machen. Immerhin erhält die Partei 1,7 Millionen Euro aus Steuergeldern als Parteien-Förderung (hier).

Dieser Trend deutet auf eine Amerikanisierung der Politik in Europa hin: Die alten Parteien-Eliten gelten als korrupt und realitätsfern. Wegen der Krise wird die Parteienfinanzierung über Mitgliedsbeiträge immer schwieriger: SPD und CDU beklagen seit Jahren einen ungebremsten Mitgliederschwund.

Für Unternehmer kann es dagegen auch wirtschaftlich lukrativ sein, sich in die Politik einzukaufen: Mit modernen Kommunikationsmethoden wie Internet (Grillo) oder Partys (NEOS) ist es heute möglich, relativ schnell in ein nationales Parlament einzuziehen. Für die meisten Unternehmer ist das politische Engagement knallhartes Kalkül: Sie gehen, wie Stronach, davon aus, dass es ein „Payback“ aus Steuerzahler-Mitteln gibt. Der politische Einfluss, den sie für ihre kommerziellen Interessen gewinnen, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Wenn Unternehmen direkten Einfluss auf die Politik durch eigene Parteien nehmen können, dann können sie an den Kosten für Lobbyisten sparen.

In Deutschland hat am Sonntag ein weiterer Unternehmer die Gründung einer neuen Partei gemeldet: Ex-EnBW-Chef Utz Claassen sagte, er werde mit Sicherheit in die Politik einstiegen, die Gründung einer neuen Partei sei denkbar; die FDP habe auf ganzer Linie versagt; Philipp Rösler hätte es in einem richtigen Unternehmen nicht einmal bis zum Abteilungsleiter geschafft; die Frage, ob er in die Politik gehe, sei für Claassen keine Frage des OB, sondern lediglich eine Frage des Wann und Wie.

Claassen hatte für den gefürchteten Finanz-Investor Cerberus gearbeitet und ist heute nach eigenen Angaben Senior Advisor bei Valiance Capital – einem in Luxemburg und Mailand ansässigen Finanz-Investor.

Für die Demokratie in Europa ist das eine ganz neue Situation: Es ist in der Tat misslich, dass im Deutschen Bundestag vor allem Rechtsanwälte und Beamte die Entscheidungen für die Bürger treffen.

Dass aber nun jene, die ihrer natürlichen Rolle wegen für weniger Staat plädieren, den Marsch durch die Institutionen antreten, um den Staat von innen auszuhöhlen, ist keine erfreuliche Perspektive: Die vollständige Verkommenheit der US-Politik zeigt, wohin es führt, wenn Geld die Politik regiert. Die umfassenden wirtschaftlichen Interessen, die etwa die US-Botschaft in Berlin durchzusetzen hat, kennen keine Spielregeln, wie man an den Spionage-Aktionen erkennen kann (mehr zu den dunklen Machenschaften der US-Botschafter hier).

Die Bürger werden immer mehr zur Randfigur in diesen Systemen.

Ihre Freiheit geht verloren, weil Unternehmer in der Politik in der Regel Politik nicht als Dienst an der Gemeinschaft, sondern als Geschäftsmodell betreiben.

So werden die demokratischen Strukturen langsam zu leeren Hüllen, die von zwei Seiten ausgehöhlt werden: Von den alten politischen Eliten, die nur an ihre eigenen Karriere-Vorteile denken (wie etwa bei der EU – hier). Und von den kommerziellen Interessen von Geschäftsleuten, die nichts anderes im Sinn haben, aus Steuergeldern neue Erlös-Ströme zu generieren.

Beide Trends kommen zum selben Ergebnis: Der Steuerzahler muss dafür aufkommen, dass sein hart erarbeitetes Geld nicht der Allgemeinheit, sondern nicht erkennbaren Einzelinteressen dient.

Damit wird der grundsätzliche Gesellschaftsvertrag, der die Grundlage einer Demokratie ist, außer Kraft gesetzt.

Die Investorin Pippa Malmgren erklärte das grundlegende Problem bei den DMN:

„Wir haben ein sehr grundlegendes Problem – übrigens nicht nur in Europa, sondern auch in den USA: Wer werden den Gesellschaftsvertrag neu verhandeln müssen. Was ist denn passiert? Staat und Bürger haben sich auf folgendes Modell geeinigt: Die Bürger zahlen Steuern, und dafür sorgt der Staat für das Sozialsystem und stellt die Renten der Bürger sicher. Und nun liefert der Staat nicht, was er versprochen hat. Stattdessen wird den Bürgern gesagt: Ihr müsst sparen, weil wir alle unsere Mittel zur Banken-Rettung benötigen. Der Staat hat den Gesellschaftsvertrag gebrochen. Die Bürger fordern jetzt zu recht eine Neuverhandlung des grundlegenden Gesellschaftsvertrages.“

Doch die Bürger könnten zu spät kommen: Unternehmer versuchen, den Gesellschaftsvertrag zu kippen. Sie sagen – mit einigem Recht: Der Staat ist ein Rechtsbrecher. Wir müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Doch der direkte Durchmarsch von wirtschaftlichen Interessen in die nationalen Parlamente führt nicht zu mehr Gerechtigkeit.

Er bringt keine Erneuerung der von der Krise erschütterten Gesellschaften.

Der Trend zeigt eine beschleunigte Abschaffung der Demokratie in Europa.

(171)

Trotz Abhörskandal kommt kein neues Datenschutzgesetz zustande. Die Technologie-Lobby hat ganze Arbeit geleistet. (Foto: dpa)

Trotz Abhörskandal kommt kein neues Datenschutzgesetz zustande. Die Technologie-Lobby hat ganze Arbeit geleistet. (Foto: dpa)

Die EU hat auf dem Gipfel am vergangenen Freitag die Stärkung der Datenschutzrechte der europäischen Internetnutzer um mindestens ein Jahr verschoben. Der britische Premier David Cameron verlangte die Verschiebung. Die offizielle Begründung: Die Direktive sei „zu beschwerlich“, zitiert die FT einen EU-Offiziellen.

Nach derzeitiger Rechtsgrundlage muss Google die Daten europäischer Bürger an die US-Behörden herausgeben, ohne zu Zögern, wenn dies verlangt wird. Eine neue EU-Direktive will das verhindern. Demnach müsste Google vor der Herausgabe der Daten zuerst die Zustimmung einer EU-Behörde einholen. Diese könnte  die Herausgabe der Daten verweigern.

Diese neuen Datenschutzbestimmungen würden einen „Konflikt“ zwischen europäischer und US-amerikanischer Gesetzgebung auslösen und Unternehmen in einer schwierigen wirtschaftlichen Erholungsphase unnötig mit Bürokratie belasten, so Cameron. Damit stellt er sich hinter die US-amerikanische Technologie-Lobby, allen voran Facebook und Google, die schon lange gegen die EU-Datenschutznovelle vorgehen.

EU-Ratspräsident Van Rompuy ergänzte, eine voreilige Beschlussvorlage könne Unternehmen schaden, die auf die Verwendung von persönlichen Kundendaten angewiesen sind. Damit widerspricht er EU-Justizkommissarin Reding, die auf dem EU-Gipfel deutlich gemacht hatte, dass gemeinsame europäische Datenschutzegeln sehr dringend gebraucht werden, und zwar jetzt“ (mehr Zitate aus dem EU-Gipfel – hier).

Damit ist das Vorhaben von Frankreich, Italien und Polen gescheitert, noch vor den EU-Wahlen im Mai nächsten Jahres ein neues EU-Datenschutzgesetz zu verabschieden. Großbritannien wollte sich zunächst nicht auf eine Deadline einlassen, musste aber einen Kompromiss eingehen, der die Einführung eines neuen Datenschutzgesetzes auf 2015 oder darüber hinaus verschiebt.

Mit der letzten Abänderung der EU-Datenschutzdirektive sollte der Einfluss der US-Behörden auf die Daten der europäischen Bürger beschnitten werden. Für die Umsetzung einer solchen Direktive bedarf es aber der Zustimmung der nationalen Regierungen. Da Großbritannien sich weigert, dem Entwurf in seiner bestehenden Form zuzustimmen, wird es bis 2015 erhebliche Änderungen und Kompromisse geben müssen, die den EU-Entwurf aufweichen und die Rechte der EU-Bürger einschränken.

Der schnell wachsenden Big Data-Industrie könnten durch stärkere Nutzerrechte Hürden in den Weg gestellt werden, die die nationalen Industrien schädigen, so die Argumentation vieler Mitgliedstaaten. Deswegen werden sich die Regierungen genau überlegen, ob sie einer solchen Direktive zustimmen.

„Es sieht so aus, als hätten wir gewonnen“, sagte ein Mitarbeiter eines großen US-Technologieunternehmens der FT.

Von einer gemeinsamen europäischen Position, die auf dem EU-Gipfel hätte gefunden werden können, spricht nun bis auf weiteres niemand mehr. Die Briten setzen die Interessen der USA durch.

Allerdings dürfte der Widerstand in Brüssel ohnehin nur halbherzig gewesen sein: Die US-Lobbyisten sind gut organisiert. Gegen ein geringes Eintritts-Geld können sie sich von einem Think-Tank, in dem neben anderen Daniel Cohn-Bendit tätig ist, Gespräche mit Parlamentariern vermitteln lassen (hier).

Das Gesprächs-Angebot dürfte ausgiebig genutzt worden sein.

(176)

Der Maschinenbau hat seine Aufholjagd im laufenden Jahr unterbrechen müssen. (Foto: dpa)

Der Maschinenbau hat seine Aufholjagd im laufenden Jahr unterbrechen müssen. (Foto: dpa)

Der deutsche Maschinenbausektor hat sich noch immer nicht von den schwachen Produktionszahlen aus dem ersten Quartal 2013 erholt. Von Januar bis März ist die Produktion um 7 Prozent zurückgegangen. Bis August lag die Produktion bei einem Minus von 3,3 Prozent vor Jahresfrist.

„Unsere im Juli veröffentlichte Prognose von minus ein Prozent für das laufende Jahr können wir daher heute bekräftigen“, sagte Thomas Lindner, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einer Mitteilung des Verbands. Für 2014 prognostiziert Lindner, der sich in seinem letzten Jahr als VDMA-Präsident befindet, ein Wachstum von drei Prozent. Wie die Branche dieses Wachstum erreichen will, sagt Lindner nicht.

Die Maschinenbauer müssen derzeit „eine Atempause einlegen. Die Folgen der Finanzkrise sind noch nicht überwunden. Die internationale Nachfrage nach Investitionsgütern schwächelt“, sagte Lindner. In den  beiden größten Exportmärkten des Maschinenbaus, China und den USA, habe sich die Konjunktur wieder gefestigt. Auch im krisengeschüttelten Europa sei die rezessive Phase weitgehend abgeschlossen. Lindner rechnet mit „expansiven Impulsen rechnen“.

Vor zwei Wochen machte der schwäbische Maschinenbauer Trumpf Schlagzeilen, als er die Übernahme eines chinesischen Konkurrenten für einen zweistelligen Millionenbetrag bekannt gab. Experten waren von der Übernahme überrascht. Sind es doch überwiegend chinesischer Firmen, die durch Zukäufe in Deutschland einen Technologietransfer anstreben (mehr dazu – hier).

Die VDMA-Volkswirte rechnen für 2013 mit einem Produktionswert von 195 Milliarden Euro. 2010 lag der Produktionswert bei 164 Milliarden, 2011 bei 189 Milliarden und 2012 ebenfalls bei 195 Milliarden Euro. Seine Amtszeit charakterisiert Lindner daher als „Aufholjagd“.

Auf das Beschäftigungsniveau haben sich die vergangenen Aufholjahre nicht negativ ausgewirkt. Im Juli 2013 steigt die Stammbelegschaft um 11.000 neue Mitarbeiter auf insgesamt 984.000. Der Tiefstand der Beschäftigung der letzten drei Jahre (2010 bis 2012) lag im Mai 2010 bei 901.000 Beschäftigten, berichtet der VDMA.

„Im Kern fordern wir eine Steuerpolitik, die uns unternehmerischen Freiraum lässt, um investieren zu können“, sagte Lindner. Unternehmen sind nicht in erster Linie verantwortlich für die Investitionsschwäche in Deutschland. Bei Investitionen müsse man auch die Ausgaben des Staates zusätzlich berücksichtigen, sagen Sebastian Dullien und Mark Schieritz in einer wissenschaftlichen Studie zum Thema, die in der Zeitschrift Wissenschaftsdienst veröffentlicht wurde.

Nettoinvestitionen des Staates im Vergleich in Prozent des BIP. (Grafik: AMECO)

Nettoinvestitionen des Staates im Vergleich in Prozent des BIP. (Grafik: AMECO)

Brutto- und Nettoinvestitionen des Staates sind im europäischen Vergleich sehr niedrig (siehe Grafik). In Frankreich und Spanien liegt die Quote deutlich höher, in Deutschland liegt sie weit unter dem Durchschnitt der Eurozone. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Wohnungsbau-Investitionen ab, die bereits seit der Wiedervereinigung kontinuierlich abnehmen.

Angesichts der hohen Beschäftigung und der unterdurchschnittlichen Investitionsquoten im Maschinenbau in den vergangenen Jahren, antizipiert Lindner für die kommenden Jahre höhere Zuwachsraten bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Es sei erschreckend, welche hohe Zahl von Politikern nur wenig über die Arbeit mittelständischer Unternehmen wüssten, sagte der VDMA-Präsident. Er fordert eine Energiepolitik, die nachhaltig ist. Die Ökostrom-Umlage steigt stetig an. Die Energiewende wird immer teurer. Einige Unternehmen können sich von der Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz befreien lassen.  Für Unternehmen, die genau unterhalb der Grenze zu der Befreiung liegen, wird Energie zu einer echten Belastung (mehr dazu – hier).

(153)

Präsident Hollande schlägt der EU eine Steuer auf den Internet-Verkehr vor. Innovative Steuererhöhungen sind sein Markenzeichen. (Foto: dpa)

Präsident Hollande schlägt der EU eine Steuer auf den Internet-Verkehr vor. Innovative Steuererhöhungen sind sein Markenzeichen. (Foto: dpa)

Frankreich will eine Steuer auf die Datenübertragung aus der EU durchsetzen. Zudem solle die EU-Kommission bis zum Frühjahr 2014 die Steuerregeln für Internet-Unternehmen ändern. Diese müssten in Europa stärker besteuert werden, fordert Frankreich. Die Steuereinnahmen sollten zwischen den EU-Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden.

Die französische Innovations-Ministerin Fleur Pellerin hat ihren Amtskollegen in der EU entsprechende Vorschläge unterbreitet, berichtet Tax-News.

Die von Frankreich vorgeschlagene Steuer soll immer dann erhoben werden, wenn Daten über das Internet aus der EU in andere Teile der Welt transferiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Daten innerhalb eines Unternehmens oder an ein anderes Unternehmen außerhalb der EU gesendet werden. Wie hoch die neue Steuer sein soll, geht aus den Dokumenten nicht hervor.

Aufgrund der aktuellen komplizierten Steuerregeln müssen Unternehmen wie Amazon und Google in den meisten EU-Staaten kaum Steuern zahlen, obwohl sie dort hunderte Millionen Euro Gewinne machen. Google zahlt seine Steuern in Irland, wo die Unternehmenssteuern relativ gering sind.

NSA, CIA und FBI zahlen bisher gar keine Steuern.

Paris hofft, mit dieser Maßnahme den notorisch klammen Amerikanern die Lust am Spionieren zu nehmen.

Der französischen Regierung versucht auf allen Wegen, die Steuern zu erhöhen. Die Unternehmen leiden unter den immer neuen Steuererhöhungen und bürokratischen Hürden. Zu den Vorstößen der Regierung gehörten sogar eine Steuer auf Energy-Drinks von 1 Euro pro Dose und eine Steuer auf Smartphones (hier).

Frankreich hat die höchsten Unternehmenssteuern in der entwickelten Welt, berichtet der Sovereign Man Blog. Zudem gibt es noch einen Steueraufschlag auf die Unternehmenssteuer. Anfang Oktober wurden Pläne angekündigt, diesen zu verdoppeln. Zudem hält Präsident Francois Hollande an seinen Plänen zur Einführung einer Reichensteuer von 75 Prozent fest.

Das französische Rentensystem ist praktisch bankrott. Doch aus Angst vor sozialen Unruhen verweigert die Regierung von Hollande eine Reform. Statt das Renteneintrittsalter von 62 Jahren zu erhöhen, wurden die Rentenbeiträge leicht angehoben (mehr hier).

Im September kündigte die französische Regierung Pläne zur Neubewertung von Vermögen an. Dadurch würden sich die Vermögenssteuern erhöhen. Aufgrund der anhaltenden Attacken aus Paris haben viele Unternehmen und Bürger bereits das Land verlassen. Um dies zu verhindert, will Hollande sogar die Schließung von Unternehmen unter Strafe stellen (hier).

Mit der Internet-Steuer will Frankreich offenbar seine Politik der massiven Steuern auf alles und jedes auch in der EU durchsetzen. Doch dieses Modell hat sich schon im eigenen Land nicht bewährt.

(176)

Zwei Brücken nur für Fledermäuse. Anderen Tierarten wie Rehen und Füchsen nützt die Brücke beim Überqueren nichts. (Foto: M. Rösler)

Zwei Brücken nur für Fledermäuse. Anderen Tierarten wie Rehen und Füchsen nützt die Brücke beim Überqueren nichts. (Foto: M. Rösler)

Sie heißen Großes Mausohr Brücke und Großer Abendsegler Brücke – die zwei Fledermausbrücken in Biberach. Zwei Brücken, deren Nutzen für die Fledermäuse nicht nachgewiesen ist. Die aber den Steuerzahler etwa 435.000 Euro gekostet haben.

Grund für das Entstehen der Fledermausbrücken war der Bau der Nordwestumfahrung Biberach. Der Bau der neuen Umfahrung hatte das Durchschneiden von zwei Waldkomplexen zur Folge, so die Stadt Biberach. Diese werden jedoch von etlichen Fledermausarten als Jagdgebiet genutzt. Fledermäuse gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Arten und Bauvorhaben, die man nicht töten darf.

„Sollte ein bauliches Vorhaben dagegen verstoßen bzw. wie die Juristen sagen ‚das Tötungsverbot verwirklichen‘, darf das Vorhaben nicht genehmigt werden“, berichtet der Bund der Steuerzahler in seinem neuen Schwarzbuch 2013. Und da Untersuchungen zeigten, dass manche Fledermäuse sich an Bepflanzungen und Böschungen etc. entlanghangeln und orientieren, hätte der Bau der Umfahrung die Fledermäuse durch die Teilung der Waldkomplexe in Gefahr gebracht. Deswegen baute man die Brücken.

Verschwendung beim gesamten Projekt

Mit seiner Kritik an den Kosten der zwei Brücken hat „der Bund der Steuerzahler einen Fehlgriff getan“, sagte Martin Rösler vom NABU Biberach den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Viel eher hätte das Straßenbauprojekt in seiner Gesamtdimension eine kritische Würdigung durch den Bund der Steuerzahler verdient.“ Denn es sei von der Stadt äußerst großzügig mit Geld und Landschaft umgegangen worden, wie ein Blick in den landschaftspflegerischen Begleitplan zeige:

„Indirekte Flächenverluste entstehen vor allem durch die großräumigen Anschlüsse und Anschlussinnenflächen. Der Verlust durch Böschungen ist ebenfalls relativ hoch, da die Trasse überwiegend in Dammlage bzw. Einschnittlage verläuft.“

Hier hätten bei 22 Millionen Gesamtkosten für das gesamte Straßenbauprojekt viele Millionen eingespart werden können, so Rösler. Stattdessen aber errege man sich nun im Nachhinein über die inzwischen zur Berühmtheit gewordenen Fledermausbrücken.

Andere Tiere zahlen den Blutzoll

Erst nach dem offiziellen Planfeststellungsverfahren sei der Stadt der Schutz der Fledermäuse eingefallen. Die Planer hätten dann aber ohne Einbeziehung der Naturschutzbände „nach einer möglichst billigen Lösung gesucht – also ganz im Sinne des Bundes der Steuerzahler“, sagt Rösler:

„Dass ihre Sparbemühungen hier soweit gingen, dass eine womöglich kaputtgesparte Lösung dabei herauskam, erregt jetzt im Nachhinein die Gemüter. Sinnvoll wäre es gewesen, an dieser Stelle ein echte Grünbrücke zu realisieren, die dann nicht nur von Fledermäusen, sondern von allen Tieren, deren Lebensraum durch die Straße genauso zerschnitten wurde, genutzt werden könnte. Tote Rehe, überfahrene Füchse und andere Leichen am Straßenrand lassen erahnen, wie hoch der Blutzoll der Tierwelt durch diese neue Straße in Wirklichkeit ist.“

Effektivität der Brücken ungewiss

Im kommenden Jahr sollen Infrarotkameras testen, ob die Fledermäuse diese Brücken tatsächlich nutzen. (Foto: M. Rösler)

Im kommenden Jahr sollen Infrarotkameras testen, ob die Fledermäuse diese Brücken tatsächlich nutzen. (Foto: M. Rösler)

Die Brücken selbst sind ca. drei Meter hoch, unterscheiden sich jedoch in Länge und Breite. So ist die westliche Brücke 34 Meter lang und die östliche mit 40 Metern etwas länger. Ob dieser künstlich geschaffene Flugkorridor aber tatsächlich wie geplant von den Fledermäusen genutzt wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Dennoch war es notwendig gleich zwei Brücken dieser Art zu bauen. Die Gruppe Fledermäuse-Biberach zitiert dazu den Amtsleiter vom Straßenamt Biberach, Georg Stolz:

„Sie haben uns gefragt, ob es nicht möglich gewesen wäre zunächst nur eine Brücke zu errichten um die Wirksamkeit der Maßnahme festzustellen. Diesen Gedanken hatten wir auch, leider wurde uns dies verwehrt, da der Planfeststellungsbeschluss ganz klar die Notwendigkeit von zwei Querungsmöglichkeiten für die Fledermäuse vor der Verkehrsfreigabe vorsieht.“

Um nun zu sehen, ob die Fledermäuse die Brücke nutzen, sollen dann ab 2014 Infrarotkameras und Detektoren aufgestellt werden. Kostenpunkt: 35.000 Euro. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Brücken ihren Zweck nicht erfüllen, können sie allerdings auch nicht großartig anderweitig genutzt werden. Für Fußgänger wurden die Brücken nicht freigegeben.

(233)

Rumänien könnte Stephen Harpers (li.) und Jose Manuel Barrosos Freude über das Freihandelsabkommen noch stoppen. Unterschrieben wird nur, wenn Rumänen in Kanada Reisefreiheit gestattet wird, so der Außenminister des Landes. (Foto: dpa)

Rumänien könnte Stephen Harpers (li.) und Jose Manuel Barrosos Freude über das Freihandelsabkommen noch stoppen. Unterschrieben wird nur, wenn Rumänen in Kanada Reisefreiheit gestattet wird, so der Außenminister des Landes. (Foto: dpa)

Rumäniens Außenminister Titus Corlatean sagte während eines Besuches in Washington, er glaube nicht, dass das Freihandelsabkommen (mehr hier) im rumänischen Parlament ratifiziert wird. Zumindest so lange nicht, bis für alle Rumänen die Einreise-Bestimmungen in Kanada fallen.

Rumänien wolle nur die Gleichstellung mit Tschechien, deren Visa-Bestimmungen für Kanada in den kommenden Tagen aufgehoben werden. Das versprach zumindest der kanadische Premierminister Stephen Harper den Tschechen, als er vergangene Woche das Freihandelsabkommen in Brüssel unterzeichnete, berichtet EUObserver.

Tschechien hat angekündigt, die Ratifizierung zu verzögern, sollten die versprochenen Visa-Bestimmungen nicht gelockert werden. Von 2007 bis 2009 gab es bereits eine Zeit der Reisefreiheit für Tschechen in Kanada. Diese Lockerung wurde aufgehoben, weil zu viele Roma-Asylbewerber über Tschechien nach Kanada einreisten. Doch die „positiven Entwicklungen“ im Umgang mit den Asylsuchenden, so die Kanadier, führen jetzt zu einer erneuten Lockerung.

Währenddessen kündigt Marie-Anne Coninsx, Botschafterin der EU in Kanada, an, dass Teile des Freihandelsabkommens schon früher in Kraft treten könnten. Welche Teile dabei gemeint sein könnten, verriet sie jedoch nicht.

Alle 28 europäischen Parlamente plus die kanadische Regierung müssen dem Abkommen zustimmen, bevor es eingeführt werden kann. Das wird frühestens im Jahr 2015 passieren. Es gilt als Vorläufer eines noch größeren Abkommens zwischen den USA und der EU.

(181)

Indien und China setzen auf Thorium-Reaktoren

On October 28, 2013, in Endzeit, by admin
Thorium ist auch radioaktiv, allerdings lässt er sich energiesparender abbauen. Außerdem muss weder Plutonium eingesetzt werden und der CO2-Ausstoss soll gegen null gehen. (Foto: dpa)

Thorium ist auch radioaktiv, allerdings lässt er sich energiesparender abbauen. Außerdem muss weder Plutonium eingesetzt werden und der CO2-Ausstoss soll gegen null gehen. (Foto: dpa)

Thorium ist ein schwarzes, radioaktives Material, das weltweit vorkommt. Sein Abbau verbraucht viel weniger Energie als der Abbau von Uran. Diese Technologie soll jetzt in China und Indien flächendeckend zum Einsatz kommen.

In China ist der Bau von Flüssigsalz-Thorium-Reaktoren geplant – sogenannte Lifer (für „Liquid Fluoride Thorium Reactor“). Der Vorteil gegenüber altbekannten Atomkraftwerken: Der Rohstoff Thorium ist in großer Menge verfügbar. Der Reaktor soll weder giftigen Atommüll produzieren, noch waffenfähige Stoffe – weil kein Plutonium verwendet wird. Dennoch wird – wie sonst üblich – im Reaktor Kernenergie zu Wärme gewandelt werden.

Seit 2011 arbeiten in Shanghai im eigens gegründeten Forschungsinstitut 400 Menschen an dem Konzept. 350 Millionen Dollar wurden den Forschern zu Verfügung gestellt, berichtet der Telegraph. Insgesamt sollen 26 Reaktoren bis zum Jahr 2015 fertiggestellt werden. Weitere 51 sind geplant.

Indien hat ebenfalls große Ambitionen in diese Richtung: Das Land will bis 2050 ein Drittel seines Stroms mittels Kernkraft erzeugen. Ein Viertel des weltweiten abbauwürdigen Vorrats von 1,2 Millionen Tonnen versteckt sich in indischen Böden, berichtet der Guardian.

Dabei ist die Technik nicht neu. Bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde in den USA damit experimentiert. Man entschied sich allerdings damals für ein Zukunft mit Uran statt Thorium.

Japan plante einen Thorium-Reaktor vor dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2011. Seit der Katastrophe ist der Plan auf Eis gelegt. Doch gerade bei Erdbeben soll die neuentdeckte Technologie ihre Vorteile haben. Denn wenn der Reaktor ein Leck bekommt, würde die austretende Salzschmelze sofort erstarren und keine Gefahr mehr darstellen.

In Norwegen wurde im Juni Thorium-Tests gestartet. Das entsprechende Thorium wurde von dem der Europäischen Kommission unterstellten Institut für Transurane Elemente in Deutschland hergestellt.

(159)

Harvard: Milch von der Kuh ist nicht gesund

On October 28, 2013, in Endzeit, by admin
Milch ist gesund - aber nur in der Werbung. Eine neue Studie warnt vor Übersäuerung beim Genuss von zuviel Kuh-Milch. (Foto: dpa)

Milch ist gesund – aber nur in der Werbung. Eine neue Studie warnt vor Übersäuerung beim Genuss von zuviel Kuh-Milch. (Foto: dpa)

Wenig wirksam gegen Osteoporose, dafür mit Inhaltsstoffen, die das Krebsrisiko steigern: Das Werbemärchen von der gesunden Milch wird durch neue Studienergebnisse immer stärker angezweifelt. Besonderes Hauptargument der Fürsprecher eines häufigen Milchkonsums ist die angebliche Wichtigkeit des Inhaltsstoffes Kalzium, das tatsächlich in hohem Maße in der Milch vorhanden ist.

Das Mineral helfe bei der Vermeidung von Osteoporose, so die weit verbreitete Meinung. Vor allem bei älteren Menschen führt diese Knochenschwäche oft zu Brüchen. Schon allein der Grad der Kalzium-Aufnahmefähigkeit durch den Menschen ist aber bei Milchprodukten geringer als bei anderen kalziumhaltigen Lebensmitteln, insbesondere bei gewissen Gemüsearten. 30 Prozent sind es bei der Milch, während bei Brokkoli, Rosenkohl und Blattsalaten 40 bis 60 Prozent Ausbeute erreicht werden.

Tröpfchenweise lösen wissenschaftliche Erkenntnisse den Mythos von der gesunden Milch auf. (Foto: Flickr/Tambako the Jaguar)

Tröpfchenweise lösen wissenschaftliche Erkenntnisse den Mythos von der gesunden Milch auf. (Foto: Flickr/Tambako the Jaguar)

Eine Studie der Harvard University meldet gar Zweifel an der generellen Wirkung des Kalziums an. Die Wissenschaftler der Harvard Public School for Health testeten 75.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinsichtlich des Effektes von Milch auf ihre Knochen. Wie sich zeigte, wurden die Knochen der Testpersonen nicht widerstandfähiger, sondern waren sogar einem höheren Bruchrisiko ausgesetzt. Erklärt wird dieser Zusammenhang mit der Übersäuerung des Körpers, der durch häufigen Milchkonsum ausgelöst wird. Zur Neutralisation entzieht der Körper den Knochen ihren Kalzium-vorrat, wodurch die Osteoporoseanfälligkeit steigt.

Für eine bestimmte Gruppe von Menschen ist indes der Milchkonsum schon von vornherein tabu: Durchschnittlich 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einer Form der Laktoseintoleranz. Tatsächlich bergen Milchprodukte aber auch für alle anderen gewisse Gefahren in sich. So weisen viele Milchprodukte einen hohen Anteil an gesättigten Fetten auf, einem Risikofaktor für Herzkrankheiten. Weitere Studien weisen darauf hin, dass Frauen durch die in der Milch enthaltene Laktose einem höheren Risiko von Eierstockkrebs ausgesetzt sein könnten. Bei Männern hingegen dürfte eine hohe Kalziumeinnahme – sei es über Milchprodukte oder über Gemüse – zu einer erhöhten Anfälligkeit für Prostatakrebs führen. In einer weiteren langfristig angelegten Harvard-Untersuchung mit 20.000 männlichen Teilnehmern wurde bei jenen mit mindestens zweimal täglichem Milchkonsum ein um 34 Prozent höheres Risiko auf Prostatakrebs festgestellt als bei jenen, die wenig oder gar keine Milchprodukte zu sich nahmen.

Harvards Ernährungsexperten behaupten auf ihrer Website, sie seien komplett unabhängig von Interessen der Milchwirtschaft. Die Ergebnisse ihrer Arbeit scheinen dies zu bestätigen. Und man liefert auch zahlreiche Vorschläge für Ersatzprodukte für die Kuhmilch: von Soja- über Reis- bis hin zu Hafermilch stehen heute bereits einige Ausweichmöglichkeiten in den Regalen. Der Milchwirtschaft könnten die gehäuften Studien zu den Schattenseiten ihres Produktes jedenfalls erhebliches Kopfzerbrechen bereiten.

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Biotreibstoff: Stroh als neuer Energie-Träger

On October 28, 2013, in Endzeit, by admin
Aus Stroh wird Sprit. Keine Zukunftsvision mehr, aber in der Herstellung bislang sehr teuer. (Foto: Flickr/Peter Heilmann)

Aus Stroh wird Sprit. Keine Zukunftsvision mehr, aber in der Herstellung bislang sehr teuer. (Foto: Flickr/Peter Heilmann)

Aus Abfall Geld machen und etwas für die Umwelt tun: Stroh-Ethanol ist einer der neuesten Ansätze in der Biotreibstoff-Produktion. Statt etwas zu verwenden, was auch gegessen werden kann (Mais oder Weizen), liegt der Fokus der Forscher auf Abfallprodukten von Getreide.

Man nehme Mais- und Weizenstroh, also die nach der Ernte übriggebliebenen Pflanzenteile. Die Zellulose des Strohs wird zuerst in Traubenzucker umgewandelt, dieser von Hefen vergoren und so zu tankbarem Alkohol gemacht, berichtet die österreichische Tageszeitung Standard.

Die Idee ist nicht neu, die Technik wird allerdings deutlich effektiver und günstiger als noch vor einigen Jahren. Forscher auf der ganzen Welt führen ähnliche Studien mit Kuhmist (Biogas), Algen (Biodiesel) und altem Speiseöl durch.

Bis zum Jahr 2050 soll Biosprit mehr als ein Viertel des weltweiten Treibstoffbedarfs decken, vermutet die International Energy Agency (IEA). So sollen 21 Gigatonnen CO2 eingespart werden. Stroh-Ethanol wird bereits in den USA (Maisstroh), Brasilien (Zuckerrohrstroh) oder Italien (Schilf) erzeugt, allerdings gibt es noch keine Anlagen für eine flächendeckende Versorgung.

Das Problem sind die hohen Nebenkosten der Ethanol-Erzeugung. Ein Liter Normalbenzin kostet in Rotterdam rund 50 Cent, ein Liter Stroh-Ethanol 75 Cent. Die Herstellung kostet mehr Energie, als der Treibstoff liefert. Bei Algen liegt die Quote bei 5:1.

Das Positive an der Abfallverwertung von Stroh ist, dass weder Nahrungsmittel verwendet werden, noch dass dafür Regenwald abgeholzt werden muss. Je nach Staat werden Pflanzenabfallprodukte genutzt, die vor Ort angebaut werden – und somit im Überfluss vorhanden sind. Die österreichischen Forscher des Stroh-Ethanol-Sprits rechnen vor, dass die Hälfte des im Land vorhandenen Strohs reichen würde, um ganz Österreich mit E10-Treibstoff zu versorgen.

Kritiker argumentieren, dass durch die Biotreibstoffproduktion die Fruchtbarkeit des Bodens leiden würde. Weil das Stroh nicht mehr auf den Feldern verrotten könne, werde dem Boden so Kohlenstoff vorenthalten. Früher wurde es geerntet, an Tiere verfüttert und mit Mist angereichert wieder auf die Felder gebracht. Die Mikroorganismen im Mist sorgten dafür, dass beim Kompostieren der Boden gedüngt wurde.

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