Englands Medien kommentieren den Fall „Erich Priebke“

Zwei Wochen nach seinem Tod sind die medialen und gesellschaftlichen Wogen hinsichtlich des Umgangs mit Erich Priebke noch lange nicht abgeklungen, erst recht nicht in Italien, wo man darauf wartet, wo er denn nun begraben werden wird. Aber auch in Israel und in England arbeitet man sich an ihn ab, ähnlich wie die BRD-Presse mit niederträchtiger und böswilliger Feder, dafür etwas feiner geschwungen als die grobschlächtige deutsche Journaille.

So sind in den letzten 24 Stunden drei Artikel zu Erich Priebke auf den Netzseiten von drei namhaften englischsprachigen Zeitschriften eingestellt worden:

1) The Economist
Dieses renommierte britische Wirtschaftsmagazin druckt in seinem Abschnitt „Todesanzeigen“ einen Artikel mit dem Titel „Just following orders“ (Nur Befehlen gefolgt), der mit vielen Lügen und Verleumdungen gegenüber Erich Priebke versehen ist, das es auch einem geschulten und gestählten Leser der Schundpresse in Sachen Nationalsozialismus und im Speziellen zu Erich Priebke den Atem verschlägt. Gleich am Anfang wird die Lüge in den Raum gestellt, Priebke wäre der Organisator der Vergeltungsmaßnahme der Erschießungen in den Ardeatinischen Höhlen in Rom 1944 gewesen, was er aber nicht war, sondern Hauptsturmführer Carl-Theodor Schütz.
Auch soll er des Nachts die Liste der zu Erschießenden erstellt haben, was wiederum gelogen ist, denn das war der Vorgesetzte von Priebke, Obersturmbannführer Herbert Kappler. Dieser hatte nebenbei bemerkt „nur“ 270 Namen aus der ihm zur Verfügung stehenden Liste der 320 Gefangenen identifiziert, wobei er 50 Personen unter anderem deswegen gestrichen hatte, weil sie zum Beispiel Familienväter waren und keine schweren Straftaten gegen die Deutschen begangen hatten. Weitere 50 Personen wurden am Folgetag nach dem Bombenattentat vom 23. März 1944 in der Via Rasella, dem zu diesem Zeitpunkt 32 deutsche Polizeianwärter aus Südtirol zum Opfer gefallen waren (später waren es insgesamt 42 getötete Deutsche und 10 Italiener, davon ein 11-jähriger Junge) von der italienischen Polizei beigebracht, außerdem weitere 15 – es hätten nur 10 sein sollen, aber es waren dann 15, errare humanum est -, als am Morgen des 24. März 1944 ein weiterer Deutsche, also der 33., seinen Verletzungen des Bombenattentats erlegen war. Des weiteren behauptet der Economist, Priebke allein hätte bei der Vergeltungsmaßnahme die „Streichliste“ geführt, doch tatsächlich hat er diese weit vor der Hälfte aller 355 Erschossenen an seinen Offizierskollegen Clemens abgegeben, weil er seelisch hinsichtlich dieses zwar rechtlich zulässigen, aber dennoch menschlich grausamen Gemetzels an seine Grenzen gestoßen war. Die Krönung der Verleumdung in diesem Artikel ist aber die Behauptung, Priebke hätte bewußt Juden ausgewählt, um diese umbringen zu lassen, nur weil sie Juden waren und weil sie so die Reichsbahn entlastet hätten, weil diese ja sonst diese Juden in die Konzentrationslager hätten transportieren müssen. Damit mag man zwar Applaus im heutigen philosemitischen Mainstream erreichen, doch zeigt es nur, welcher niederträchtiger Lügengeist hinter solchen Artikelschreibern steckt.

2) Jewish Chronicle
In dieser jüdischen Zeitschrift aus London müht sich ein gewisser David Aaranovitch damit ab, in seinem Artikel mit dem Titel „What Erich Priebke tells us about evil“ (Was Erich Priebke uns über das Böse sagt) einem anderen Juden zu erklären, warum denn die Times aus London in ihrer Rubrik der Todesnachrichten berechtigterweise den Tod von Priebke abgedruckt habe. Das würde doch, so der eine Jude, diesem „Nazi-Verbrecher“ Priebke nur unnötig Aufmerksamkeit verschaffen. David Aaranovitch belehrt seinen Glaubensgenossen dahingehend, daß diese Todesnachricht doch gerade, quasi im Ahrendt’schen Sinne, die Banalität des Bösen und die Ära des Holocaust dokumentieren würde, denn hier hätte sich doch gezeigt, wie ein an sich gewöhnlicher Mann, der als Kellner und Portier in den besten Hotels von San Remo und London gearbeitet habe, dann wegen seiner Sprachkenntnisse fast zufällig zur SS kam, um dann später in Rom in der deutschen Botschaft zu arbeiten, ja, wie so jemand zu einem Massenmörder mutieren könne und, als wäre es das Banalste der Welt, in der Lage wäre, einfach mir nichts Dir nichts Menschen „weg zu pusten“. Das würde doch sehr lehrreich hinsichtlich des Verständnisses des allgegenwärtigen Bösen, sowohl für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Nun denn.

3) Guardian
Hier begegnen wir unserem bekannten Schmierfinken aus Hamburg, dem gewissen Dr. Malte Herwig, der sich bekanntlich besondere Verdienste aus der Sicht der heutigen auserwählten Machtelite damit verdient hatte, als er im Sommer 2013 in einer journalistischen Überrumpelungsaktion Erich Priebke in dessen Wohnung in Rom aufgesucht und ihm ein selbstgerechtes Verhör aufgenötigt hatte, um dieses dann in Form eines Artikels kurz vor dessen Tod in dem Süddeutschen Magazin mit dem Titel „Der letzte Fall“ abdrucken zu lassen, um ihm sozusagen noch zu Lebzeiten den letzten Eselstritt auf Erden zu geben. Zum Glück hatte das Schicksal diesem Dr. Malte Herwig einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn Erich Priebke hatte sein bereits heute berühmtes Vermächtnis zur gleichen Zeit verfaßt, wahrscheinlich mit Hilfe seines Anwaltes Dr. Paolo Giachini, das dann unmittelbar nach seinem Tode weltweit veröffentlicht wurde. In diesem als Interview geführten achtseitigen Text behandelt Priebke ausführlich und wahrheitsgemäß die Thematik der Judenverfolgung im Dritten Reich und im speziellen die Frage der Existenz der Gaskammern im Zweiten Weltkrieg. Für zukünftige Zeiten und Generationen ist damit dank der Standhaftigkeit und Treue Erich Priebkes zur Wahrheit und zum deutschen Volk ein bedeutsames Dokument hinterlassen worden, das seine heilende Wirkung noch entfalten wird, wenn in unseren Breitengraden die Meinungs- und Forschungsfreiheit über diese geschichtliche Epoche wieder hergestellt sein wird.

Jedenfalls durfte also nun Malte Herwig im Guardian eine neue Salve gegen Priebke abfeuern mit dem Titel „ We must bury this Nazi war criminal, let his grave be a reminder“ (Wir müssen diesen Nazi-Kriegsverbrecher begraben. Sein Grab soll uns eine Erinnerung sein.) Er faßt die aktuelle Diskussion über die Geschehnisse nach dem Tod von Priebke zusammen, zählt die verschiedenen Vorschläge auf, wie man sich jüdischerseits und aus der Seite der sich den Juden anbiedernden Nichtjuden die Vernichtung und Entsorgung der Leiche Priebkes idealerweise vorstellt. Am liebsten in ähnlicher Form wie bei der Verbrennung und anonymen Verstreuung der Asche von Hitler, Eva Braun, Göbbels oder Eichmann -, wobei Herwig genüßlich auch den antiken Mythos des Königs von Theben hervorkamt, der so die Überlieferung seinen Feinden auch kein Grab zugestehen wollte.

In seinem Schlußabsatz unterbreitet er dann gnädiger Weise den Vorschlag, man solle doch Erich Priebke, der zwar „monströse Taten“ begangen habe, aber selbst „kein Monster war“, ein Grab in Deutschland zur Verfügung stellen, damit dieses Grab zu einer Mahnstätte mutieren könne, die uns an die Grausamkeiten erinnern würde, die im Namen des Nationalsozialismus begangen worden seien. Malte Herwig kann mitgeteilt werden, daß er sich noch wundern wird, wie sich das Grab Erich Priebkes auf zukünftige Generationen auswirken wird, sollte es denn wirklich ein solches für ihn geben.

Wahrscheinlicher ist es aber, daß sich der Wunsch jüdischer Organisationen durchsetzen wird, die endgültige Entsorgung von Erich Priebke über die Einäscherung und Verstreuung seiner Überreste zu bewerkstelligen. Doch auch diesen Damen und Herren darf gesagt werden, daß sich die Wahrheit über Erich Priebke und das ehrenvolle Andenken an ihn auch damit nicht aufhalten wird lassen. Warum das so sein wird, kann in der Familiengrabstätte der Keitels in Helmscherode nachgelesen werden, wo im Angedenken an den ermordeten Wilhelm Keitel (geb. am 22.9.1882, gest. am 16.10.1945) geschrieben steht:

„Der Feind hat gerichtet mit rächender Hand und streute die Asche weithin übers Land. Dabei tat er grausam den harten Spruch: „Kein Ruh’statt zu haben, das sei Euer Fluch! Nirgendwo finde man Kranz oder Stein als Stätte für Euer totes Gebein. Wenn niemand Euer Grabmal kennt, bald keiner mehr Eure Namen nennt, gelöscht, getilgt aus des Volkes Sinn – ruchlose Asche, fahr hin, fahr hin!“

Und der Wind fuhr auf und trug sie fort und streute sie bald hier, bald dort. Die rauschenden Wälder, die sanften Höh’n, die silbernen Bäche, die Fluren so schön, die lieblichen Auen, der steile Grat, sie alle empfangen die seltsame Saat. Und es raunt und flüstert landauf, landab: Wo ist der letzten Helden Grab? Ist es nirgends? Nein, es ist überall! Ganz Deutschland wurde ihr Ehrenmal!“

Lesen Sie hier das Vermächtnis von Erich Priebke

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Das angenehme Leben der feudalen Herren der EU: Für jeden Politiker ist ein Job auf Kosten der europäischen Steuerzahler wie ein wöchentlicher Lotto-Gewinn. Draußen vor der Tür darben die Völker Europas. (Foto: consilium)

Das angenehme Leben der feudalen Herren der EU: Für jeden Politiker ist ein Job auf Kosten der europäischen Steuerzahler wie ein wöchentlicher Lotto-Gewinn. Draußen vor der Tür darben die Völker Europas. (Foto: consilium)

Das EU-Parlament ist zwar aus demokratischen Wahlen hervorgegangen, doch damit endet bereits das demokratische Verfahren. Im EU-Parlament haben die Abgeordneten kein Initiativrecht. Sie dürfen keine Gesetze einbringen, dürfen lediglich die von der Kommission eingebrachten Verordnungen und Richtlinien absegnen oder ablehnen.

Sollten sie einen Vorschlag der Kommission verweigern, wie im Fall des Luxemburgers Yyes Mersch (25.10.2012), der für das Direktorium in der EZB vorgeschlagen wurde und von den EP-Abgeordneten mehrheitlich abgelehnt wurde (weil er ein Mann ist), kann der EU-Rat diesen Kandidaten trotzdem installieren, was dann auch geschah. Im Grunde spielt das EU-Parlament eine ähnlich unbedeutende Rolle, wie seinerzeit die Duma in der UdSSR – ohne Opposition. Noch nicht einmal von der EU-Kommission bzw. deren „Hohe Vertreterin“ wird das EP respektiert, denn die farblose Britin, Lady Ashton, folgt nur selten einer Einladung des EPs, selbst wenn es um brennende außenpolitische Debatten geht. In nationalen Parlamenten undenkbar und ein Affront. Doch Brüssel tickt anders.

Aber vielleicht könnten die Bürger mit dem Demokratiedefizit des EU-Parlaments, das sie als solches kaum wahrnehmen, sogar leben, wäre gewährleistet, dass man den Pseudodemokraten vertrauen kann, dass es sich bei den EU-Abgeordneten um verantwortungsbewusste, vertrauenserweckende, integere und kompetente   Persönlichkeiten handelt, die im Sinne der Bürger ihres Wahlkreises und nicht in erster Linie im Sinne der EU und der Industrie-Lobby abstimmen, die nicht aus Eigeninteresse handeln, die nicht käuflich sind und auch nicht zuallererst ihre ganz persönlichen Ziele, seien sie finanzieller- oder machtpolitischer Natur, verfolgen.

Doch Vertrauen kann nur erwarten, der auch ein Höchstmaß an Verantwortung beweist. Auch deshalb vertraut weniger als ein Drittel der Deutschen dem EU-Parlament und der EU-Kommission (YouGov im Auftrag von Open Europe, 17.9.2013).

Wer sind nun die „frei“ vom Bürger gewählten EU-Abgeordneten? In Deutschland und Österreich wurden sie (außer „die Unabhängigen“) nicht wirklich vom Bürger in das EU-Parlament gewählt. Vielmehr wurden sie von ihren Parteien nach Brüssel geschickt. Das heißt, sie wurden von den Parteien auf einen der vorderen Listenplätze gesetzt, womit ihnen die Wahl und ein Platz an der Sonne so gut wie sicher war, bevor der Wähler überhaupt gewählt hat.

Die wenigsten Menschen kennen einen der 99 deutschen oder 14 österreichischen Abgeordneten, es sei denn, jemand fällt durch betrügerische Aktivitäten, extreme Faulheit oder skandalöse Äußerungen negativ auf. Aber ob Faulheit im EU-Parlament wirklich auffällt, ist eher unwahrscheinlich, schenkt man dem ehemaligen EU- Parlamentarier Ernst Strasser Glauben: Laut Wiener „Kurier“ vom 5.8.2012 äußerte er sich gegenüber Journalisten der britischen „Sunday Times“, die ihn in eine Falle lockten, wie folgt: „Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich. Die ganze Arbeit machen die Mitarbeiter, ja“. Auch die jüngste und von Brüssel noch nicht vereinnahmte Abgeordnete im EU-Parlament, die 24jährige Schwedin Amelia Andersdotter, sorgt sich in einem FM4 Radio-Interview (14.9.2012) um den Zustand des EU-Parlaments: „Das EU-Parlament ist voller guter Absichten, hat aber keine Lust dazu, diese Absichten auch umzusetzen.“ Im Grunde nimmt kaum ein Bürger wahr, was das Europa-Parlament eigentlich tut.

Um einige Beispiele besonderer Paradiesvögel im EU-Parlament zu nennen:  Da gab es Hans-Peter Martin (Liste Martin), ein vom österreichischen Volk frei gewählter unabhängiger EU-Abgeordneter. Er war ein Aufrechter. Er wies auf Betrügereien im großen Stil hin, begangen von EU-Abgeordneten bei der Erschleichung von Sitzungsgeldern, indem er ein RTL-Kamerateam EU-Abgeordnete beim Betrügen filmen ließ. Das erforderte Mut und dafür gebührt ihm Anerkennung.

Es war beschämend anzusehen, wie sich EU-Abgeordnete aus verschiedenen Ländern, alle reisefertig mit gepackten Kabinenkoffern, Freitagmorgens in die Anwesenheitslisten für die Parlamentssitzung eintrugen, um die € 304,– pro Sitzungstag zu kassieren, obwohl sie überhaupt nicht daran dachten, an der Parlamentssitzung teilzunehmen, sondern sofort nach Leistung ihrer Unterschrift mit einer EU- Limousine zum Flughafen und ab ins Wochenende reisten. Auch unterhalb der Woche war dieses widerliche Schauspiel zu beobachten. Beim Anblick der Kameras machten einige der feinen Damen und Herren eine Kehrtwendung und flüchteten wie gewöhnliche, auf frischer Tat ertappte Diebe, sofort wieder zurück zu den Aufzügen, denen sie gerade entstiegen waren (mehr hier).

Andere versuchten sich stotternd herauszureden, wieder andere drohten mit Konsequenzen für die Reporter, einige riefen die Haus-Security, die das Reporterteam von RTL dann rechtswidrig des Hauses verwies. Wer nun glaubt, dass sich an diesen Betrügereien etwas geändert hat, kennt Brüssel nicht, obwohl der „Unabhängige“ Martin Ehrenhauser im EU-Parlament dagegen ankämpfte. Ehrenhausers Antrag auf „Abstellung dieser unmoralischen Praxis“ wurde jetzt prompt und mehrheitlich abgeschmettert.

Das Abkassieren für Sitzungstage ohne Anwesenheit ist weiter üblich. (Stand, April 2012). Doch bereits 1996 berichtete eine britische TV- Anstalt über das skandalöse Treiben von Abzockern und Betrügern, wie es hieß. Damals empörte sich der ehemalige EP-Präsident José Gil Robles und forderte Disziplinarmaßnahmen – doch nicht etwa gegen die betrügerischen EU-Abgeordneten, sondern gegen indiskrete Beamte des Rechnungshofes. Wie sagte schon Wilhelm Busch? „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Hans Peter Martin, der Skandal um Skandal aufdeckte, wurde verständlicherweise von seinen EU-Kollegen als Nestbeschmutzer gemobbt und geächtet. Im Europa der Bürger allerdings galt er als kleiner Robin Hood, bis Gerüchte über widerrechtliche Verwendung seiner Sekretariatszulage von monatlich € 21.209,– auftauchten. Da glaubte man noch an Rache seiner EU-Kollegen. Doch nicht Hans-Peter Martin!? Gottbewahre.

Aber dann erstattete sein eigener Mitstreiter, Martin Ehrenhauser, bei der Wiener Staatsanwaltschaft Anzeige. Hans-Peter Martin soll außerdem private Ausgaben von mindestens einer Million Euro als Parteiaufwendungen abgerechnet und unerklärlich hohe Honorare an befreundete Unternehmer gezahlt, sowie die Wirtschaftsprüfer mit Scheinbelegen getäuscht haben (es gilt, da noch nicht verurteilt, die Unschuldsvermutung).

Das EU-Parlament hob seine Immunität ganz schnell auf und eine bis in alle Mitgliedsstaaten hörbare Welle der Erleichterung durchströmte das EU-Parlament. Doch Hans Peter Martin sitzt weiterhin (Stand Oktober 2013) im EU-Parlament.

Um bei Österreich zu bleiben: Ein weiteres Beispiel echter EU- Volksvertreter: In einem Interview mit einigen Bezirksblättern sinnierte der EU-Abgeordnete (ÖVP) und ehemalige österreichische Innenminister Ernst Strasser über  EU-Abgeordnete: „Es ist schon interessant“, meinte er, „wie Leute, die in der EU arbeiten, nach einer Art brainwashing seltsam agieren“ und dass er als EU-Parlamentarier dort nicht abheben werde. Nein, er blieb bodenständig, versuchte lediglich sein karges Gehalt etwas aufzubessern.

Dabei ging er Reportern der britischen Sunday Times voll auf den Leim. Diese wollten eine Enthüllungs-Reportage über die gängige Bestechlichkeit von EU-Abgeordneten veröffentlichen. Für die Recherchen hatten sich Journalisten als Lobbyisten getarnt. Mit versteckter Kamera wurden Gespräche mit Strasser geführt, in denen er ohne Zögern auf ein getürktes Bestechungsangebot einging. Strasser erläuterte in unterirdischem Englisch, er kassiere neben seiner Stellung als EU-Parlamentarier pro Fall mindestens 100.000 Euro jährlich von mehreren Lobbyisten. Einige Geschäfte stünden noch aus, verkündete er stolz.

Ernst Strasser musste von seinem lohnenden EU-Posten zurücktreten und wurde aus seiner Partei, der ÖVP, ausgeschlossen. Am 14.1.2013 wurde Ernst Strasser in Wien zu vier Jahren Haft unbedingt (ohne Bewährung), verurteilt (nicht rechtskräftig).

Außer Ernst Strasser gingen zwei weitere EU-Abgeordnete auf Lockangebote der englischen Reporter von der Sunday Times ein. Dabei handelte es sich um den ehemaligen slowenischen Außenminister Zoran Thaler und den Ex-Außenminister von Rumänien, Adrian Severin. Severin sitzt weiterhin (Oktober 2013) im EU-Parlament. Dass dies keine Einzelfälle waren, davon ist auszugehen.

Die Dunkelziffer der bestochenen EU-Abgeordneten, die für Geld ihr Abstimmungsverhalten den Wünschen von Lobbyisten anpassen, dürfte sehr hoch liegen, berücksichtigt man die von der Organisation Lobby Control geschätzte Anzahl von etwa 15.000 Lobbyisten. Sie alle nehmen Einfluss auf EU-Institutionen und auf Abgeordnete bzw. deren Stimmverhalten. Etwa vier von fünf Gesetzen haben bei den Lobbyisten ihren Ursprung.

Wörtlich heißt es auf der Homepage von Lobby Control: „Etwa 70% davon arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände – nicht immer mit sauberen Methoden. Die EU-Kommission gewährt ihnen häufig bevorzugten Zugang zu Entscheidungsprozessen oder Expertengruppen. Gesamtgesellschaftliche, weniger gut ausgestattete Anliegen wie Ökologie oder soziale Gerechtigkeit geraten dabei leicht unter die Räder. Es droht eine zunehmende Aushöhlung der Demokratie zugunsten eines primär an den Interessen der Wirtschaft orientierten Europas“.

Dass die obigen Beispiele nur die Spitze des Eisbergs sein können, nicht nur in besonders korruptionsanfälligen Ländern im Süden oder im Osten Europas, davon ist auszugehen. Doch die Antibetrugsbehörde der EU, „Olaf“, darf die Büros von Verdächtigten weder untersuchen, noch darf sie Strafen verhängen. Wie diese oben genannten Vergehen von EU-Abgeordneten kleingeredet werden, war in der Sendung von Bayern 1 „Jetzt red i“ vom 28.11.2012 zu sehen und zu hören. Sowohl Rebecca Harms/die Grünen, wie auch Monica Hohlmeier/CSU verniedlichten diese Art von Gehaltsaufbesserung, indem sie meinten, das seien Einzelfälle und schwarze Schafe gebe es schließlich überall, auch im Bundestag oder in den Landtagen. Na, wenn das so ist, wozu dann die Aufregung?

Den Konzernen und Interessenverbänden wird es aber auch leicht gemacht. Statt an jedem europäischen Regierungssitz ihre Lobbyisten, auch Korruptionsvermittler genannt, in Stellung zu bringen, hängen sie nun zentral in Brüssel an den Rockschößen der Eurokraten und üben ihre teils schamlose Einflussnahme aus, wobei gesagt werden muss, dass die Interessenvertretung in gewissen Bereichen durchaus legitim sein mag.

EU-Abgeordnete und andere EU-Entscheidungsträger mögen alle einmal durchaus integere Menschen gewesen sein, doch Brüssel, die Lobbyisten, das große Geld, korrumpiert schnell.

Das schöne Leben unter den Sternen: EU-Parlamentariern Silvana Koch-Mehrin. (Foto: dpa)

Das schöne Leben unter den Sternen: EU-Parlamentariern Silvana Koch-Mehrin. (Foto: dpa)

Reichlich spät wurden im November 2011 im EU-Parlament Konsequenzen aus den vielen Lobbying-Affären gezogen und eine neue Regelung verabschiedet, die Interessenskonflikte zwischen politischen und privaten Tätigkeiten künftig ausschließen sollen. EU-Parlamentarier müssen künftig jedes  zusätzliche  Einkommen  über € 500,– monatlich, sowie alle Anteile und Mitgliedschaften an Unternehmen und Organisationen melden. Das gilt auch für Beratungstätigkeiten sowie Zuwendungen von dritter Seite, egal ob sie finanzieller, personeller oder materieller Art sein mögen.

Dass eine derartige Regelung überhaupt greift und kontrolliert werden kann, darf stark angezweifelt werden – es sind ja nicht alle Mandatare so dumm, wie jene, die der Sunday Times auf dem Leim gingen. Kein Mensch wird herausfinden, aus welchen Gründen ein EU-Abgeordneter für das eine oder andere Gesetz stimmt … bei tausenden Lobbyisten mit Milliarden Euro im Hintergrund. Deshalb besteht kaum Anlass zur Beunruhigung: Die zusätzlichen Pfründe der EU-Politiker sind nicht Gefahr.

Weiters wäre da noch die deutsche Abgeordnete und ehemalige Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, Vollmitglied des Petitionsausschusses und einstige Vorzeige-Liberale Silvana Koch-Mehrin, (FDP), deren Doktortitel ihr von der Universität Heidelberg aberkannt wurde – ihre Dissertation soll in substantiellen Teilen aus Plagiaten bestanden haben. Wäre da nicht der große Medienrummel ob dieses Vorwurfs, hätte sich wohl auch die Presse nicht weiter um die schöne Silvana gekümmert.

Doch so kam auch ans Tageslicht, dass Frau Koch-Mehrin, die sich gerne in Talk-Shows und bunten Blättern der Öffentlichkeit präsentierte, ihren Aufgaben als Volksvertreterin in erschreckender Weise nicht nachkam. So schwänzte sie bis September 2011 und das gesamte Jahr davor alle regelmäßig tagenden Sitzungen des Petitionsausschusses. Es ist der einzige Ausschuss in dem Silvana Koch-Mehrin Vollmitglied ist. Zuletzt soll sie an einer dieser wichtigen Sitzungen, dort, wo die eigentliche Detailarbeit stattfindet, im November 2009 teilgenommen haben. Ihr teures Wahlkreisbüro besuchte sie laut Christian Mandery (Junge Liberale) in den letzten vier Jahren nur zwei Mal. Ruft man dort an, gibt es lediglich  eine Weiterleitung auf eine anonyme Mailbox.

Zudem scheint Frau Koch-Mehrin eine ziemlich ahnungslose Parlamentärin zu sein, wobei diese Charakterisierung leider auf viele Abgeordnete zutrifft. In der Sendung „Hart aber Fair“ vom 6.5.2010 wurden die fünf Gesprächsteilnehmer nach dem Schuldenzuwachs während der Sendung, also innerhalb von 75 Minuten, befragt. Frau Koch-Mehrin, schätzte 6.000 Euro. Die weiteren vier Teilnehmer schätzten zwischen 15 und 20 Millionen. Es waren 20 Millionen Euro. Soviel zur Wirtschaftskompetenz dieser Abgeordneten.

Am 28.9.2011 stimmte auch Silvana Koch-Mehrin über die Reform des Euro-Stabilitätspaktes mit ab. Kaum anzunehmen, dass sie wusste, worum es genau ging. Dessen ungeachtet fehlte Silvana Koch-Mehrin der Anstand ihr Mandat sofort aufzugeben. Doch nun, wohl weil der Druck zu groß wurde oder sie die Aussichtslosigkeit einer Wiederwahl erkannte, kündigte Fr. Koch-Mehrin an, bei der EU-Wahl 2014 nicht mehr anzutreten.

Es mangelt in Brüssel an ethischem Verhalten, Selbstachtung und an Integrität. Konrad Adenauer sagte einmal: „Politiker sein heißt, seinem Land zu dienen“. Diesen Anspruch haben viele EU-Politiker jedoch nicht verinnerlicht bzw. offensichtlich falsch verstanden. Für sie gilt: „Politiker sein, heißt, an seinem Land zu verdienen“.

Leider sind die erwähnten EU-Abgeordneten, die für Faulheit üppig bezahlt werden, keine Einzelfälle. Denn seit in der EU  2009 beschlossen wurde, die Gehälter der EU-Abgeordneten nicht mehr an die Gehaltsschemata ihrer Heimatländer zu koppeln, stiegen die Gehälter der Abgeordneten aus den ehemaligen Ost-Ländern um ein Vielfaches, zum Teil um mehr als € 75.000,– an. Eine fürstliche Gage für Parlamentarier aus Tschechien, Ungarn, Bulgarien und anderen ehemaligen Ostblock-Ländern. Da waren einige dieser Damen und Herren auf  die  Sitzungsgelder gar nicht mehr angewiesen und schwänzten einen Großteil der Sitzungen. Doch waren sie nicht die Einzigen.

EU-Abgeordnete verdienen – unabhängig von fachlicher Kompetenz oder Leistung monatlich € 7.956,87.  Daneben erhalten sie eine sogenannte „allgemeine Kostenvergütung“. Diese beträgt € 4.299 monatlich und ist steuerfrei. Weiters stellt das Europäische Parlament jedem Abgeordneten monatlich € 21.209 zur Verfügung, um notwendige Mitarbeiter in Brüssel, Straßburg oder in seinem Heimatland zu beschäftigen.

Der ehemalige österreichische Innenminister, Ernst Strasser, hier auf der Anklagebank in Wien: „Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich.“ (Foto: dpa)

Der ehemalige österreichische Innenminister, Ernst Strasser, hier auf der Anklagebank in Wien: „Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich.“ (Foto: dpa)

Aber das reicht noch nicht. Jedem Parlamentarier steht ein Tagegeld von € 304 (neben dem Grundgehalt) zu, für jeden Tag, an dem er sich in Brüssel oder Straßburg in die offizielle Anwesenheitsliste einträgt (und auch teilnehmen sollte). Zusätzlich gibt es eine Residenz-Zulage von 15% des Grundgehalts, eine monatliche Aufwandsentschädigung von € 607 (Vize € 911, Präsident € 1.418) und Kindergeld von € 300 pro Kind. Dann wäre da noch der Urlaubsanspruch von mehr als zehn Wochen der EU-Beamten im EAD. Ein Antrag der EDF-Fraktion (Unabhängige) Mitte Juni 2013, der vorsah, den Urlaubsanspruch zu begrenzen (keinesfalls mehr als zehn Wochen) wurde mit 508 Stimmen im Plenum zu Straßburg klar abgelehnt.

Ja, das Paradies gibt es wirklich, zudem ein Paradies in einer selbstgeschaffenen Steueroase, in der niemand Verantwortung übernehmen muss. Zur Paradieserkenntnis gelangte selbst der Präsident des EuGH, der Grieche Vassilios Skouris: „Dieses Amt am Gerichtshof ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagte der oberste Richter in einem Welt-Online-Interview vom 18.12.2012.

Was die sogenannte Sekretariatszulage von € 21.209 angeht, sollen Familienmitglieder mit Steuergeldern bezahlt worden sein. Ein interner Revisionsbericht der EU-Parlamentsverwaltung belegt in einer Stichprobe 167 Vorfälle (kann nur die Spitze des Eisbergs sein), in denen EU-Abgeordnete kreativ bis kriminell mit der ihnen zustehenden Sekretariatszulage umgingen. Einige Parlamentarier bezahlten nicht existierende Mitarbeiter, andere verpflichteten ihre Assistenten, einen Teil des Geldes an den Abgeordneten zurück zu überweisen, andere beschäftigten Verwandte, ohne dass diese im geringsten qualifiziert waren.

Laut  EU-Webseite  dürfen Abgeordnete  „generell“  keine „engen“ Verwandten mehr   unter   den   Mitarbeitern   haben.   Für diejenigen, die bereits in der vorangegangenen Wahlperiode eingestellt aut  Webseite  dürfen  Abgeordnete  „generell“  keine „engen“  Verwandten  mehr   unter   den   Mitarbeitern   haben.   Für diejenigen, die bereits in der vorangegangenen Wahlperiode eingestellt wurden, gilt eine Übergangsfrist. Das lässt viel Raum für Auslegungen. Zudem wird hiermit offiziell bestätigt, dass enge Verwandte in der Vergangenheit eingestellt und Missbrauch von Steuergeldern betrieben wurde. Die Verwandten wurden jedoch trotzdem weiterbeschäftigt – da fragt man sich, wieso diese sogenannten „Mitarbeiter“ nicht sofort gefeuert wurden, denn „ … die Prüfer, die exemplarisch 167 Zahlungen unter die Lupe nahmen, fanden wohl einen Missbrauch ungeahnten Ausmaßes vor. Es sei erschreckend“.

Es bedarf keiner besonderen Phantasie, um diese schwammigen Vorschriften zu umgehen bzw. so auszulegen, dass Freunde, entferntere Verwandte, oder auch Strohmänner eingestellt werden können. Dass Mitarbeiter auch am Standort des Heimatmitgliedslandes – auch auf dem Balkan – eingestellt werden dürfen, öffnet betrügerischen Abgeordneten weiter Tür und Tor.

Jeder Abgeordnete hat außerdem das Recht, so die Abgeordnete Angelika Niebler (CSU) in einem Interview, auf Nebeneinkünfte. Da muss die Frage erlaubt sein, ob überhaupt noch Zeit bleibt, um sich ernsthaft mit wichtigen Verordnungen, Gesetzestexten etc. vor Abstimmungen im EU-Parlament auseinander zu setzen. Sie können doch nicht nur fürs Abnicken bezahlt werden! Doch wer immer über Auswüchse oder Privilegien der Eurokraten berichtet, wird von der Beamtenvertretung (FEPE) vorgeworfen, er bediene Neidreflexe und antieuropäische Ressentiments.

Der oberste Personalchef der EU und Kommissionsvizepräsident, der Slowene Marcos Sefcovic, rechtfertigte (Spiegel-Online 5.2.2013), die hohen Gehälter sogar mit dem Argument, „man müsse die Besten holen, die man kriegen kann.“ Nun, ohne hier nochmals gewisse Namen zu strapazieren oder fachlich qualifizierte Mitarbeiter zu diskreditieren, darf mit Verlaub festgestellt werden: Ist wohl – zumindest bei den Spitzenpositionen – nicht unbedingt gelungen.

Haben die „Besten“ jahrelang nicht bemerkt, was sich in Griechenland, in Spanien, in Zypern etc. abgespielte, fiel den „Besten“ jahrelang groß angelegte Betrügereien und laufende Korruption mit verplemperten Milliarden Euro nicht auf? Nur ein weiteres Beispiel: Mindestens eine Milliarde Euro sind in der Demokratischen Republik Kongo spurlos verschwunden. Die EU hat das Ausmaß der Korruption übersehen. EU-Ratspräsident Van Rompuy versucht den Skandal unter der Decke zu halten. Er spricht von schlechter PR (mehr hier).

Nein, liebe ungeliebte Eurokraten, eure Gehälter, Privilegien seien euch vergönnt – selbst der mehrere zehntausend Euro teure Aufzug zum privaten Weinkeller einer EU-Beamtenwitwe aus Steuergeldern – wenn ihr als Gegenleistung vernünftige, vorausschauende Arbeit im Interesse der Bürger Europas leisten würdet.

Nur werdet ihr mit eurer beschränkten Sichtweite, dem politischen Reagieren auf kurze Sicht und dem Solidaritäts-Populismus, die Totengräber, nicht nur des Euro und der Europäischen Union sein, sondern ganz Europas. Ihr seid verantwortlich für Millionen Arbeitslose, Armut und letztendlich Aufstände, wie sie bereits jetzt in einigen Ländern ausbrechen – besonders natürlich in Griechenland, aber auch in Spanien, Portugal und Rumänien.

Obwohl die Eurokraten, auch ohne Nebenverdienste oder Betrügereien, in Brüssel nicht am Hungertuch nagen, waren die üppigen Gehälter der EU-Kommission, dem Parlament, dem Beamtenheer (ca. 45 bis 50.000) nicht genug. Ungeachtet der ersten schweren Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009, während der ganz Europa litt und Millionen Menschen arbeitslos wurden, Kurzeit arbeiten mussten, Gehälter gekürzt, Weihnachtsgeld und andere Zulagen gestrichen wurden, als Rentner in Deutschland mit Nullrunden leben mussten, erhielt das Beamtenheer eine Gehaltserhöhung von 1,85%. Doch das war ihnen zu wenig.

Die EU-Kommission forderte für alle EU-Mitarbeiter 3,7%. Auch das EU-Parlament stimmte für eine Gehaltserhöhung von 3,7%. Die Beamten drohten mit Streik (nicht Hungerstreik). Es gab EU-weite Kritik in den Mitgliedsländern. Die Regierungschefs sträubten sich gegen diese den Bürgern schwer vermittelbare Gehaltserhöhung, zu einer Zeit, in der von den Bürgern Verzicht und Solidarität eingefordert wurde.

„Die EU fußt auf dem Konzept der Solidarität“, so steht es in den Bibeln der EU. Nicht gesagt wird, dass dieser Satz nur für die Bürger, nicht jedoch für die Eurokraten gilt. Aber selbst die Regierungschefs, mit ihrer durch die EU eingeschränkten Handlungsfähigkeit, waren machtlos gegen die Kommission. Josė Manuel Barroso persönlich verteidigte mit politischer Instinktlosigkeit das Gehaltsplus: „Es basiert auf einer EU-Verordnung. Wir müssen uns an das Gesetz halten“. Plötzlich!

Die schwedische EU-Abgeordnete Amelia Andersdotter von den Piraten kritisiert: „Das EU-Parlament ist voller guter Absichten, hat aber keine Lust dazu, diese Absichten auch umzusetzen.“ (Foto: De Gröna/Europeiska Fria Alliansen)

Die schwedische EU-Abgeordnete Amelia Andersdotter von den Piraten kritisiert: „Das EU-Parlament ist voller guter Absichten, hat aber keine Lust dazu, diese Absichten auch umzusetzen.“ (Foto: De Gröna/Europeiska Fria Alliansen)

Letztlich wandte sich das verwöhnte Eurokraten-Heer an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg … und die EU-Richter entschieden für die Gehaltserhöhung, sogar rückwirkend. Nicht nur die Richter selbst profitierten vom Geldsegen, auch Parlament und Kommission und so weiter. Für den Kommissionspräsidenten, Herrn Barroso, bedeutete die Gehaltserhöhung ein Plus von € 900 auf € 27.500 monatlich.  Seine Diäten machten ebenfalls einen Sprung um € 300 auf fast € 8.000. Natürlich erhöhten sich auch die Zulagen entsprechend. Nur kein Neid, liebe EU-Mitbürger, schließlich ging alles rechtens zu. Dafür haben die EU-Bürokraten in ihren Verträgen selbst vorgesorgt und ihre Privilegien werden sie mit Zähnen und Klauen knallhart verteidigen.

Auch im November 2011, während der schwersten Krise der EU, das gleiche Spiel. Die Regierungschefs aller Mitgliedsländer wehrten sich gegen eine Gehaltserhöhung von 1,7% der üppig bezahlten, mittlerweile ca. 50.000 (so genau weiß das keiner) EU-Beamten. Sie machten Druck auf die Kommission, die diesmal eine Änderung der jährlichen Anpassungen der Gehälter und der sehr kurzen Lebensarbeitszeit vorschlug. Aber da kamen die Beamten-Gewerkschaften (Fédération de la Fonction Publique Européene) mit dem Totschlagargument, das sonst EU-Kritikern vorbehalten ist: Sie warfen nun ihrerseits der Kommission vor, sie beuge sich dem „Populismus“ und drohten der Kommission und dem Ministerrat mit einer Klage vor dem EuGH, um die Gehaltserhöhung zu erzwingen. Die Bediensteten erhielten ihre Gehaltserhöhung. Sie drohten trotzdem mit Streik, falls ihr mit Privilegien überfrachteter Beamtenstatus angetastet werden sollte. Moralische Bedenken? Fehlanzeige. Schiefe Optik? Na und? Wir sind in Brüssel und ganz weit weg in unserem EU-Raumschiff … und wir sind im Recht.

Nach einer Forderung des EU-Kommissionspräsidenten, Josė Manuel Barroso, das EU-Budget für 2013 um weitere 6,8% zu erhöhen (auch um den Verwaltungsapparat in Brüssel und weltweit am Laufen zu halten), mahnte Selbiger gleichzeitig alle Mitgliedsstaaten zu rigiden Sparmaßnahmen. Diese Leute besitzen weder Anstand noch Selbstbeschränkung. Dazu zitierte Spiegel-Online am 2.8.2012 den europäischen Steuerzahlerbund: „Die Bürger Europas haben das Gefühl, dass sich in Brüssel eine Kaste schamlos und ohne Kontrolle selbst bedient“.

Wie es mit der persönlichen „Solidarität“ der Abgeordneten des Europaparlaments sonst noch bestellt ist, berichtete der britische EU-Abgeordnete Daniel Hannan (Conservative Party), als es um Hilfsgelder für die Opfer der Tsunami-Katastrophe von 2004 ging: „Ein Abgeordneter nach dem anderen argumentierte für das Lockermachen von Millionen von Euro für die betroffenen Gebiete. Jeder nannte dabei eine höhere Summe als sein Vorredner (…). Dann erhob sich ein freundlicher Christdemokrat aus Italien und schlug vor, wir, die Abgeordneten könnten doch – abgesehen vom Hinüberschieben des Geldes der EU-Steuerzahler – einen eigenen Beitrag leisten und für diesen Tag für die Tsunami-Opfer spenden. Es ging damals um die Summe von 290 Euro Sitzungsgeld, die jeder Parlamentarier allein für sein Erscheinen im Sitzungssaal erhält. Schlagartig breitete sich eine mürrische Stimmung aus. Dieselben Abgeordneten, die gerade noch großzügig mit dem Geld anderer Leute umgegangen waren, wurden plötzlich sehr heikel bei nur 290 Euro aus der eigenen Tasche. Der arme Mann wurde genötigt seinen Antrag zurückzuziehen, während seine Kolleginnen und Kollegen erleichtert 1,5 Milliarden für die Katastrophenhilfe abnickten.“

Laut EU-Selbstauskunft „verdienen“ allein 37 sogenannte Top- Beamte ca. 24.000,00 Euro monatlich (also mehr als die deutsche Bundeskanzlerin)  und  am 22.11.2012 berichtete Spiegel-Online von 214 „hochrangigen“ EU-Vertretern, die mit £ 178.000 (€  220.000) mehr als der britische Premier David Cameron erhalten. Doch nach Aussagen von Vanessa Mock, Korrespondentin des Wall Street Journal in Brüssel, sind es sogar 3.000 EU-Beamte, die das Gehalt von David Cameron übertreffen. Sie berief sich dabei auf Studien bzw. Umfragen von EU-Abgeordneten (ORF III-Sendung „Inside Brüssel“ vom 29.11.2012). Doch gerade vor ihnen, vor den EU-Politikern der höheren Gehaltsklassen, muss man sich in acht nehmen. Sie sind gefährlich.

Aber auch die unteren Chargen nagen nicht am Hungertuch. Genau 5.461 Beamte (Zahl kann sich mittlerweile erhöht haben) verdienen mehr als € 10.000 Euro im Monat. Sie alle profitieren außerdem von einer äußerst günstigen Besteuerung. Brüssel, ein Schlaraffenland für Günstlinge der Politik, eine Zentralregierung mit einer Selbstbedienungsmentalität, die jedes Maß verlor? Ist wohl zu bejahen. Zu den Top-Verdienern gehören ebenfalls ca. 3.500 Diplomaten in den Botschaften der Mitgliedsländer. Sie genießen zudem das Privileg, bei Beträgen über € 300 mehrwertsteuerfrei einzukaufen. Alle Gehaltsangaben beziehen sich auf den Stand von 2011 und sind Änderungen (nicht nach unten) unterworfen.

Im Jahr 2013 wird seitens der EU der Ruf nach Steuergerechtigkeit von Tag zu Tag lauter, egal ob es um die Finanztransaktionssteuer oder um Steueroasen geht. Dagegen ist wenig einzuwenden. Doch geht es um Steuergerechtigkeit bei den EU-Gehältern, stellen sich Eurokraten taub. Laut EU-Eurostat zahlen EU-Beamte nur etwa 12% Lohnsteuer und Sozialversicherung. Das entspricht etwa einem Viertel der Abgaben, die Arbeiter oder Angestellte in Österreich oder Deutschland entrichten müssen.

Bisher galt, dass die Abgeordneten oft mit Billigfliegern in ihr Heimatland fliegen und hohe Pauschalen vergütet bekamen. Das war legalisierter Betrug, zudem steuerfrei. Dieser Zuverdienst konnte im Monat aber einige tausend Euro ausmachen. Dieses Loch wurde erst nach lautstarken Bürger- und Medienprotesten gestopft. Heute werden den Eurokraten die tatsächlichen Kosten gegen Vorlage der Quittungen bis zum Höchstbetrag eines Flugpreises der Business-Class erstattet. So kostet beispielsweise ein Flug mit der Alitalia von Brüssel nach Rom (Stand 2012) und zurück in der Economy-Class € 295. In der Business-Class betragen die Kosten  € 1.150.  Also etwa das Vierfache.

Die reine Flugzeit beträgt knappe zwei Stunden. Kaum einem Manager in der freien Wirtschaft wird für Kurzstrecken innerhalb Europas noch die Business-Class zugestanden. Die durch diese Flüge erworbenen Meilen, die eigentlich der EU bzw. dem Steuerzahler gehören, dürfen diese Damen und Herren für Privatflüge nutzen. In Deutschland sind wegen dieses Delikts schon Politiker zum Rücktritt gezwungen worden bzw. traten freiwillig zurück – auch wenn sie nach einigen Jahren wieder die politische Bühne betraten, wie etwa der Grüne, Cem Özdemir. Was also in Deutschland und anderen Ländern als Straftat gilt, wird EU-Volksvertretern offiziell erlaubt.

Betriebe müssen wirtschaftlich denken und handeln. Anders der Europäische Selbstbedienungsladen. Hier wird fremdes Geld, also Geld, das andere erwirtschaftet haben und das oft noch gar nicht vorhanden ist, mit vollen Händen zum Fenster rausgeschmissen. Es darf einem Mitglied des EU-Parlaments (MdEP) doch zugemutet werden, zwei Stunden neben einem „Normalbürger“ in der Economy- Class zu sitzen. Auch dort gibt es für die zarten Hinterteile dieser verwöhnten Damen und Herren bei den meisten Fluggesellschaften bereits Ledersitze. Gleichzeitig könnten MdEPs die so oft propagierte „Bürgernähe“ beweisen, wenn auch nur für kappe zwei Stunden. Ein Risiko bestände allerdings: Sie könnten die Wahrheit erfahren. Ein Antrag des unabhängigen EU-Abgeordneten Martin Ehrenhauser im April 2011 auf Abschaffung des Privilegs bei Flügen unter vier Stunden, wurde vom EU-Parlament mit großer Mehrheit (402 zu 216 Stimmen) abgeschmettert.

Jeder EU-Abgeordnete, sagte der Ex-EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin in einem Interview, kann jedes Jahr netto mehr einstreichen als jeder europäische Regierungschef netto verdient, sofern der Abgeordnete die ganzen EU-Zulagen- und EU-Spesentöpfe ausschöpft. Er selbst tue es nicht, sondern halte sich an einen Ehrencodex. So ein Pharisäer.

Auch für großzügige Pensionen wurde von den Eurokraten vorgesorgt. So haben beispielsweise Kommissare nach ihrem Ausscheiden drei Jahre Anspruch auf ein sogenanntes Übergangsgeld, das ihnen beim Übergang in den Arbeitsmarkt helfen soll. Es bewegt sich um die € 10.000 monatlich. Da viele Kommissare nach ihrem Abschied direkt in die nationale Politik zurückkehren, oder auf Grund ihrer intimen Kenntnisse und Beziehungen von der Wirtschaft mit offenen Armen aufgenommen werden, bedeutet die Trennung von Brüssel für die Kommissare, aber auch für Abgeordnete, in der Regel keine Erschwernis.

Nach nur 16 Jahren Amtszeit für die EU ist bereits der Höchstsatz der EU-Rente erreicht: 70% des letzten Gehalts. Für die meisten Lebenszeit-Beamten der Oberklasse bedeutet das eine Altersrente von weit über 10.000 Euro im Monat. Im Schnitt gehen EU-Beamte mit € 4.300 in Pension. Zum Vergleich: Deutsche Bundesbedienstete erhalten durchschnittlich € 2.520, Angestellte €  1.200.  Die Beiträge zum Krankenversicherungssystem der EU betragen gerade mal 2% des Grundgehalts. Jeder deutsche oder österreichische Bürger kann auf seinem Lohnzettel vergleichen, was ihm die Kranken- und Sozialversicherung kostet.

Brüssel ist voller Widersprüche. EU-Politiker predigen Wasser und trinken Champagner. Würde man die von EU-Granden stets geforderte Solidarität am persönlichen Geldbeutel der EU-Politiker koppeln, würde mit Sicherheit kein einziger Euro in die Problemstaaten fließen. Denn ihr Solidaritätsverständnis haben die Eurokraten während der Tsunami-Katastrophe, sowie der ersten und zweiten Wirtschaftskrise hinreichend bewiesen. Sie verzichteten auf keinen Cent ihrer üppigen Gehälter. Blanke Heuchelei, wenn sie das Wort „Solidarität“ in den Mund nehmen; es ist eben leichter über fremdes Geld großzügig zu verfügen.

Es ist an der Zeit, nicht nur angesichts der sich breitmachenden Verarmung in vielen Mitgliedsländern (selbst in Deutschland), sondern auch wegen des allgemeinen Schadens, den EU-Politiker in Europa anrichten, die Überversorgung und Privilegien der EU-Bediensteten abzuschaffen, sprich, „gleichzuschalten.“ Damit käme Brüssel auch dem Anspruch nach Nivellierung, dem Ausgleich von Unwuchtungen, und natürlich nach Solidarität, entgegen. Es wäre ein erster Beitrag.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem eben erschienen Buch „Kurs halten, bis zum Untergang Europa. Unglaubliche Erfolgsgeschichten aus dem Brüsseler Tollhaus.“

Sven Kesch arbeitete viele Jahre als Top-Manager eines großen deutschen DAX-Unternehmens.

Das außerordentlich lesenswerte Buch kann hier und hier als PDF bestellt werden.

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Das meiste, was man an diesem Stand in Mexiko kaufen kann, ist alles andere als gesund. (Foto: Flickr/ Omar Omar)

Das meiste, was man an diesem Stand in Mexiko kaufen kann, ist alles andere als gesund. (Foto: Flickr/ Omar Omar)

Junk Food – das ist das Essen der Armen.

Auf die hat es nun die mexikanische Regierung abgesehen: Sie will am Verkauf der Massen-Produkte mitverdienen.

Vergangene Woche hat das mexikanische Unterhaus bereits die entsprechende Steuer auf Junk Food gebilligt. Nun ist es am Senat, der neuen Steuer zuzustimmen. Die Steuer ist Teil eines großen Reform-Paketes der Regierung. Der Gesetzesentwurf für die Junk Food-Steuer sieht eine Sondersteuer auf abgepackte Lebensmittel in Höhe von 5 Prozent vor, wenn diese mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm enthalten. Für Soft Drinks etwa bedeutet die Junk Food Steuer eine Erhöhung des Kaufpreises um 8 Cent pro Liter.

Hamburger und Tacos nicht besteuert

Bis zu 20 Millionen Dollar sollen dadurch zusätzlich in die Kassen gespült werden, so der Business Insider. Hamburger und Tacos sind allerdings von der Steuer ausgenommen. Ob die Mexikaner aber aufgrund der die Steuer tatsächlich weniger häufig zu Junk Food greifen werden, wird sich erst noch zeigen müssen.

Von der Opposition kam nun sogar der Vorschlag, die Sondersteuer noch vor der Einführung von 5 auf 8 Prozent zu erhöhen. Bis Ende des Monats muss der Senat nun über die Reformen entscheiden. Auf die Frage, ob die Regierungspartei (PRI) die vorgeschlagene Anhebung der zukünftigen Steuer billigen werde, sagte Emilio Gamboa Reuters „Die PRI wird das zweifelsohne unterstützen.“ Gamboa ist der Chef der PRI im Senat.

Abgesehen von den zusätzlichen Steuereinnahmen will die mexikanische Regierung auch den Konsum des Junk Foods reduzieren. 71 Prozent der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder in Mexiko leiden an Übergewicht oder Fettleibigkeit. Mexiko ist das Land mit den meisten Übergewichtigsten.

Internationale Relevanz

Viele Krankheitsbilder werden gestiegen Zucker- und Fettkonsums in Verbindung gebracht. Neben Übergewicht und Fettleibigkeit sind nur die schnellsten Folgen. Aber auch das Risiko, an Diabetes Typ 2 oder auch Krebs zu erkranken, ist erhöht. Die Universität von Oxford schätzt, dass eine Steuer auf ungesundes Essen jedes Jahr allein in Großbritannien bis zu 3.000 Leben retten kann.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg hatte deshalb versucht, den immensen Konsum von Soft Drinks zu stoppen. Im September vergangenen Jahres hatte die Stadtverwaltung ein Verbot von XXL-Softdrinks erlassen. Doch kurz bevor dieses Gesetz in Kraft treten sollte, stoppte ein Gericht in New York das Verbot.

In den USA hat sich gezeigt, dass vor allem Besitzer von Essensmarken in den Super-Märkten auf Junk Food zurückgreifen.

Die Reichen gehen zu Whole Foods oder anderen Bio-Märkten, die in den USA astronomisch teuer sind.

Die Entwicklung zeigt: Anstatt die Wurzeln zu beseitigen – nämlich das dramatische Ansteigen der Armut – fällt den Schulden-Staaten nichts anderes ein als eine neue Steuer.

Das Ergebnis: Die Reichen leben länger, Arme sterben früher (mehr dazu hier).

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Das billige Geld der Zentralbanken nützt den Herstellern von Luxus-Autos wie Ferrari: Die Banken können ja nicht alles Geld in neue Derivate stecken. (Foto: dpa)

Das billige Geld der Zentralbanken nützt den Herstellern von Luxus-Autos wie Ferrari: Die Banken können ja nicht alles Geld in neue Derivate stecken. (Foto: dpa)

Der Premiumhersteller Porsche verdient pro Fahrzeug 16.590 Euro in Europa. Auch Ferrari und Maserati können sich über hohe Erträge freuen (15.000 Euro pro Fahrzeug). Bei den Massenherstellern ist zum Teil das Gegenteil der Fall. Ford Europa macht pro Fahrzeug 843 Euro Verlust. Auch Peugeot Citroen und Fiat schreiben rote Zahlen pro Fahrzeug. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer.

In der Studie, die Dudenhöffer an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt hat, werden die Bilanzen der Konzerne nach den verschiedenen Marken und Fahrzeugen aufgeschlüsselt. Fahrzeugfinanzierungen oder andere Produkte der Marken werden aus der Rechnung herausgenommen. Dadurch werden die Einnahmen pro Fahrzeug und Hersteller transparent. Es stellt sich heraus, dass der Automobilmarkt einer Zwei-Klassen-Gesellschaft gleicht, die sich in Premium- und Massenhersteller aufgliedert.

Auf Platz drei bei den Premiumherstellern liegt Audi (3.821 Euro), gefolgt von BMW (3.495 Euro) und Mercedes (2.012 Euro). Bei den Massenherstellern liegt Toyota ganz weit vorn. Pro Fahrzeug verdient der japanische Konzern 1.801 Euro und liegt dabei vor seinen Konkurrenten Hyundai (1027 Euro), Kia (911 Euro) und Nissan 861 Euro). Volkswagen verdient noch 629 Euro pro Fahrzeug.

Die Verlierer holen auf

Die Marken, die im Vorjahr noch Verluste gemacht haben, konnten diese Verluste deutlich reduzieren. Opel-Vauxhall hat seinen Verlust um die Hälfte reduziert (von 834 auf 414 Euro), ebenso wie Seat (von 364 auf 164 Euro) und Fiat (von 384 auf 130 Euro). Die Verlustbremse sei eine Folge der Restrukturierungsmaßnahmen der Hersteller. Für die Einfuhr von Gewinnen ist es aber noch zu früh, der europäische Automarkt befindet sich in der stärksten Krise seit 20 Jahren.

Die Unterschiede bei den Gewinnmargen haben verschiedene Gründe. Dabei sei es „nicht so, dass ein Autobauer mit hohen Gewinnen die Kunden über den Tisch zieht“, sagte Dudenhöffer einem Bericht von Format zufolge. Vielmehr komme es darauf an, wie stark die Werke ausgelastet sind. Danach ist das Image der Marke entscheidend: „Wenn die Marke profiliert ist, darf es auch beim Preis ein bisschen mehr sein“, sagt Dudenhöffer.

Das Image des Herstellers Opel hat durch die schlechte Finanz-Situation des Mutterkonzerns General Motors gelitten. In Bochum ist aufgrund der schwachen Nachfrage in Europa das Opel-Werk geschlossen worden (hier). Auch andere Hersteller haben die Situation erkannt. Daimler hat in der zweiten Hälfte 2012 in manchen Werken Zwangsurlaub verordnet. Insgesamt liegt die Werksauslastung in Europa derzeit nur bei 58 Prozent (hier). Weitere Werksschließungen können nicht ausgeschlossen werden.

Ein weiterer Grund für die Krise am Automobilmarkt ist die hohe Arbeitslosigkeit in Europa. Der Preis für ein Neufahrzeug ist selbst für Arbeitende eine hohe Belastung. Zudem kommt hinzu, dass die Banken in Europa nur noch zu schlechten Konditionen Kredite vergeben. Es ist daher abzusehen, dass der Absatzmarkt für Neufahrzeuge nie wieder auf das Vorkrisen-Niveau zurückfinden wird.

Der Autopapst Ferdinand Dudenhöffer lobt die Sparmaßnahmen der Massenhersteller. Viele Marken schreiben dennoch rote Zahlen für jedes Fahrzeug, das vom Band geht. (Screenshot: Youtube)

Der Autopapst Ferdinand Dudenhöffer lobt die Sparmaßnahmen der Massenhersteller. Viele Marken schreiben dennoch rote Zahlen für jedes Fahrzeug, das vom Band geht. (Screenshot: Youtube)

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Eine einfache SIM-Karte zu hacken ist keine Kunst. Millionen Handy-Benuter wiegen sich in falscher Sicherheit. (Foto: dpa)

Eine einfache SIM-Karte zu hacken ist keine Kunst. Millionen Handy-Benuter wiegen sich in falscher Sicherheit. (Foto: dpa)

Wie einfach Mobiltelefone geknackt werden können, zeigt Karsten Nohls Security Research Labs. Er und seine Mitarbeiter fanden heraus, dass Millionen genutzte SIM-Karten alles andere als sicher sind.

Weltweit sind etwa sieben Milliarden SIM-Karten im Einsatz. Der perfekte Angriffspunkt für Hacker. Und angesichts der vielfältigen Funktionen, die ein Handy heutzutage bietet, ist das Hacken dieser ein durchaus lukratives Geschäft. Passwörter, Bargeldloses Zahlen, SMS verschicken, Telefonie, Internetkäufe – all das ist mit vielen der heutigen Handys möglich. Und eine einfache SMS aus der Ferne kann dem Hacker den Zugriff zum Mobiltelefon verschafften.

Viele SIM-Karten greifen noch auf eine Verschlüsselung aus den 70er Jahren zurück (DES-Verschlüsselung), warnt Security Research Labs. Um die Verschlüsselung zu knacken, bedarf es lediglich einer SMS mit einer ungültigen Signatur, die der Hacker an das jeweilige Telefon schickt. Ist die SIM-Karte mit der alten DES-Verschlüsselung ausgestattet, schickt die angesimste SIM-Karte eine Fehlermeldung mit einer gültigen DES-Signatur zurück.

Neben der IMSI (International Mobile Subscriber Identity) ist auf der Sim-Karte des Handys auch ein so genannter individueller Schlüssel namens Ki gespeichert. Dieser ist auf unterschiedliche Weise verschlüsselt, mit DES, 3DES oder AES. Innerhalb weniger Minuten gelang es Security Research Labs mittels so genannten Rainbow Tables den Ki-Schlüsse zu rekonstruieren. „Die SIM bietet einen ähnlich tiefen Zugriff auf ein Telefon wie ein Virus, der Angriff mit einem Virus ist aber viel leichter zu entdecken“, zitiert die Zeit den Sicherheitsexperten Nohl. „Eigentlich hatten wir gedacht, dass SIM vergleichsweise sicher sind und gute Verschlüsselung nutzen.“ Zumindest seien bisher keine Sicherheitslücken bekannt gewesen.

Ende Juli will Nohl die detaillierte Ergebnisse von Security Research Lab präsentieren.

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Durch die Metallgitter in den Türen von Mikrowellengeräten tritt immer auch etwas Strahlung aus. (Foto: Flickr/gfairchild)

Durch die Metallgitter in den Türen von Mikrowellengeräten tritt immer auch etwas Strahlung aus. (Foto: Flickr/gfairchild)

In der Küche werden viele kleinere elektronische Geräte wie Thermometer, Uhren oder Waagen mit Batterien betrieben. Doch eigentlich würde die Mikrowelle ausreichen, um diese Geräte mit Energie zu versorgen.

Ein Mikrowellengerät nutzt ein sogenanntes Magnetron, um elektromagnetische Wellen mit einer Wellenlänge von 12,5 Zentimetern und einer Frequenz von 2,4 Gigahertz zu erzeugen. Diese Wellen regen Wassermoleküle zur Bewegung an und erwärmen so das Essen.

Wenn ein Wellenleiter die Mikrowellen auf das Essen ausrichtet, tritt immer auch etwas Strahlung durch den Raum um die Mikrowellentür und durch das Metallnetz im Mikrowellenfenster nach draußen. Die Energie der austretenden Strahlen liegt unterhalb von 5 Milliwatt pro Quadratzentimeter und stellt somit keine Gefahr für den Menschen dar.

In Kooperation mit US-Forschern untersuchte der japanische Ingenieur Yoshihiro Kawahara den Energieaustritt bei einer Reihe von Mikrowellengeräten, berichtet NewScientist. So wollte er erkennen, wie groß die nutzbare Energie tatsächlich ist und ob sie ausreicht, um batteriebetriebene Küchengeräte zu versorgen.

Der durchschnittliche Energieaustritt der untersuchten Geräte lag bei 0,5 Milliwatt pro Quadratzentimeter. Vor der Ofentür ist somit 1 Milliwatt Energie verfügbar.

Um diese Energie nutzbar zu machen, entwarfen die Forscher einen kleinen Stromfänger, der mit einer 1 Zentimeter langen Mikrowellenantenne ausgestattet ist. „Die innerhalb von zwei Minuten aus dem Mikrowellengerät gesammelte Energie reichte aus, um einige Küchengeräte über mehrere Minuten zu betreiben“, sagte Kawahara.

Wenn man diese Geräte also in die Nähe der Mikrowelle stellt, könnten sie sich mithilfe des Stromfängers aufladen. Der Stromfänger ist auch klein genug, um in den meisten Küchengeräten Platz zu finden.

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Mark Carney greift zu radikalen Maßnahmen, vor denen sein Vorgänger bei der BoE noch zurückschreckte. Die Banken sind zufrieden. (Foto: dpa)

Mark Carney greift zu radikalen Maßnahmen, vor denen sein Vorgänger bei der BoE noch zurückschreckte. Die Banken sind zufrieden. (Foto: dpa)

Der Chef der britischen Zentralbank, Mark Carney, hat angekündigt, marode Banken mit mehr Liquidität auszustatten. Er folgt dem Beispiel der Federal Reserve und der EZB. Führende Banker haben dies begrüßt.

Carney sagte am Donnerstag, die Bank of England habe die Pflicht, „mit den Ereignissen Schritt zu halten“, zitiert ihn die FT. Die britische Zentralbank müsse bereit sein, den bedürftigen Banken mehr Geld zur Verfügung zu stellen.

Die Bank of England werde den Banken Geld über längere Zeiträume anbieten und eine größere Auswahl an Sicherheiten akzeptieren, und zwar „alle Vermögenswerte, deren Risiko wir einschätzen können“, so Carney. Zudem sollen die Kreditkosten gesenkt werden. Die billigen Kredite sollen auch für finanzielle Unternehmen zugänglich gemacht werden, die keine Banken sind.

Die Banken begrüßten Carneys Ankündigung, ihre Aktienkurse stiegen. Barclays sagte, der Vorstoß sei „eine positive Entwicklung“. Denn er senke die Notwendigkeit und die Kosten einer Liquiditätsreserve.

Die Politik des früheren Goldman-Banker Carney steht in krassem Widerspruch zur Politik seines Vorgängers Mervyn King. Dieser hatte argumentiert, dass die Banken zu massiven Risiken ermutigt würden, wenn man ihnen Liquidität zusichert, falls sie in Probleme geraten sollten. Der neue Zentralbank-Chef Carney, der seit Juli im Amt ist, teilt diese Sorge offenbar nicht.

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Schutzplatte gegen Elektro-Smog baut Stress ab

On October 26, 2013, in Endzeit, by admin
In Städten sind Mobilfunkmasten weit verbreitet. Der dadurch entstehende Elektrosmog kann gesundheitsschädlich sein. (Flickr/Thristian)

In Städten sind Mobilfunkmasten weit verbreitet. Der dadurch entstehende Elektrosmog kann gesundheitsschädlich sein. (Flickr/Thristian)

Die Telekommunikationsbranche kann in den letzten Jahren auf atemberaubende Wachstumsraten verweisen. Mittlerweile sind Handys, Smartphones, Funkmasten und W-LAN-Router gerade in städtischen Gebieten an jeder Ecke zu finden. Bei dieser Wachstumsgeschichte wurden allerdings die gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Strahlung außer Acht gelassen. Die Wissenschaft ist gespalten bei der Frage, ob Elektrosmog gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen hat oder nicht. Das Ökohaus-Unternehmen Bau-Fritz wollte einen Konsens der verschiedenen Lager nicht abwarten und entwickelte nun eine Schutzplatte, die ein Haus zu 99 Prozent vor elektromagnetischer Strahlung abschirmt.

Neueste Erkenntnisse vermuten einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Mobilfunkgeräten und dem Anstieg von Fällen des Burn-Out-Syndroms (BOS). Dies geht auf Untersuchungen der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V. zurück. Dabei stellen die Autoren Ulrich Warnke und Peter Hensinger Zusammenhänge zwischen der Einwirkung von Mobilfunkstrahlung auf Zellen und den Symptomen des BOS dar.

Beim Burn-Out-Syndrom handelt es sich um eine psychosomatische Stresserkrankung. Frühe Symptome können Kopfschmerzen, Nervosität und Konzentrationsschwäche sein. Die Erkrankung selbst kennzeichnet sich dann vor allem durch Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit aus. Statistiken des BKK-Bundesverbandes zufolge sind die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle aufgrund von BOS von 2004 bis 2011 um das 18-fache angestiegen.

Die Autoren gehen in ihrem Forschungsbericht darauf ein, wie sich das BOS durch Veränderungen der Zustände der Zellen ergibt: „Exogener Stress führt zu oxidativem Zellstress, einer übermäßigen Entstehung von Freien Sauerstoff-Radikalen, Stickstoff-Radikalen und Folgeprodukten (ROS/RNS). Dadurch entstehen mitochondriale Stoffwechselstörungen, die zu einem Mangel an ATP (Adenosintriphosphat) und in der Folge zur verminderten Leistungsfähigkeit der Zellen führen. ATP-Mangel ist ein wesentlicher Faktor beim BOS als auch beim Chronic Fatigue Syndrom (CFS).“

Um Hausbesitzer vor Elektrosmog zu schützen, entwickelte das Unternehmen Bau-Fritz die Schutzplatte „Xund-E“. „Wenn man sich im Freien schon nicht gegen belastende Strahlungen schützen kann, dann sollte man sich wenigstens Zuhause sicher aufgehoben fühlen“, so die Geschäftsführerin des Holzhausherstellers Dagmar Fritz-Kramer.

Dabei handelt es sich um eine Platte aus Naturgips mit einer dünnen Kohlenstoffauflage. Sie kann an Wänden und Dächern angebracht werden und reduziert von außen kommende hochfrequente Strahlungen und niederfrequente elektrische Wechselfelder innerhalb des Hauses um bis zu 99 Prozent. Das verbleibende 1 Prozent Reststrahlung reicht dabei aus, um mit dem Mobiltelefon von zuhause aus zu telefonieren.

„Die bessere Lösung wäre natürlich, auf W-LAN im eigenen Haus zu verzichten und hier nicht gepulste Schnurlos-Haustelefone mit ECO-Mode zu benutzen (oder das kabelgebundene Telefon). Dies würde den selbst produzierten Elektrosmog stark reduzieren!“, so die Experten des Ökohaus-Pioniers Bau-Fritz.

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Giftige Substanzen in Kaugummis entdeckt

On October 26, 2013, in Endzeit, by admin
Nicht nur Finanzblasen sind gefährlich für den Konsumenten. (Foto: dpa)

Nicht nur Finanzblasen sind gefährlich für den Konsumenten. (Foto: dpa)

Durch den Kauprozess und den Speichel gelangen Inhaltsstoffe des Kaugummis in den Körper. Und zwar direkt, ohne große Umwege. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe fördert durchaus Unerfreuliches zu Tage.

Einige Zutaten der Kaugummis sind nämlich gefährlich, wie eine Untersuchung des Health Wyze Report zeigt. Hierfür wurden die gängigen Kaugummi-Sorten auf Inhaltsstoffe untersucht und eine Liste der häufigsten Zutaten erstellt. Dazu gehören unter anderem Aspartame, Kaumasse, Acesulfam-K, Butylhydroxytoluol und Titanium Dioxide.

In vielen Kaugummis, die man auch in Deutschland kaufen kann, finden sich meist sogar mehrere dieser fragwürdigen Inhaltsstoffe. Ein Blick auf die Verpackung des Lieblings-Kaugummis ist also durchaus geboten. Zumal bei den Verpackungen nicht angegeben wird, in welchem Umfang diese Stoffe eingesetzt wurden

Aspartame

Der Inhaltsstoff Aspartam (E951) findet sich in sehr vielen Kaugummis. Vor allem aber auch in denjenigen, die angeblich keinen Zucker enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sagt dazu:

„Aspartam ist ein kalorienarmes, intensives künstliches Süßungsmittel. Es handelt sich um ein weißes, geruchloses Pulver, das etwa 200-mal süßer ist als Zucker. In Europa ist Aspartam für die Verwendung als Tafelsüßstoff sowie als Lebensmittelzusatzstoff in Nahrungsmitteln zugelassen.“

Der Zusammenhang zwischen Aspartam und Krebserkrankungen wird seit Jahren diskutiert. Eine Studie des Europäischen Ramazzini-Instituts von 2005 stellte einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr des Inhaltsstoffes und Krebs her. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält Aspartam für unbedenklich. Aber auch andere Erkrankungen werden immer wieder mit Aspartam in Verbindung gebracht: Epilepsie, Asthma, Schlaflosigkeit, Diabetes etc., so der Wealth Wyze Report. Auch in vielen Diät- und zuckerfreien Lebensmitteln wird Aspartam eingesetzt.

Acesulfam-K

Wie Aspartam ist Acesulfam-K ein Süßstoff.  Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen über die Unbedenklichkeit des Inhaltsstoffes. Studien an Tieren hatten einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Tumoren und der Einnahme von Acesulfam-K entdeckt.

Kaumasse

Ob zuckerfrei draufsteht oder nicht, spielt keine Rolle. Drin ist Zucker auf jeden Fall. (Foto: DWN)

Ob zuckerfrei draufsteht oder nicht, spielt keine Rolle. Drin ist Zucker auf jeden Fall. (Foto: DWN)

Was man sich genau unter einer Kaumasse vorzustellen hat, ist schwer zu sagen. Die Angabe Kaumasse auf Kaugummi-Verpackungen wird in der Regel nicht erklärt. Der Kaugummi Verband erklärt dazu:

„Die Base ist der eigentliche ‚Gummi‘, auf dem man kaut. Die natürliche Kaumasse besteht aus Harzen, Kautschuk und Milchsaft bestimmter Bäume, die vorwiegend in Südamerika, Indonesien und Malaysia wachsen. So gewinnt man in Südamerika beispielsweise aus dem Saft des Sapotillbaumes das ‚Chicle‘, eine altbewährte Grundlage für Kaugummi. Der eingedickte Saft wird in festen Blöcken zur Weiterverarbeitung zu den Herstellern geschickt. Dort werden natürliche und künstliche Rohstoffe kombiniert, um Kaugummi den bestmöglichen “Biss” zu verleihen.“

„Natürliche und künstliche Rohstoffe“ werden zu der „natürlichen Kaumasse“ hinzugefügt. Was genau das jedoch bedeutet, erklärt der Verband nicht. Auch bei Wrigley’s, die einen Großteil der am Markt erhältlichen Kaugummi-Sorten vertreiben, findet man dazu nichts. Auf die Frage, woraus ein Kaugummi hergestellt ist, gibt Wrigley’s auf seiner Seite an:

„Kaugummi enthält hauptsächlich Zucker, Glukosesirup, Kaumasse, Aromen und Zutaten, die für eine geschmeidige Konsistenz, gleichbleibende Qualität und angenehme Kauerfahrung sorgen. Bei zuckerfreien Kaugummis ersetzen Zuckeraustauschstoffe den Zucker und den Glukosesirup.“

Weichmacher sind mit Sicherheit enthalten. Was genau es damit aber auf Sicht hat, kann der Kunde nicht wissen.

Butylhydroxytoluol

In einigen Kaugummis findet sich auf Butylhydroxytoluol (BHT). Dieser Inhaltsstoff ist in vielen Ländern wie Großbritannien und Japan bereits als giftig verboten worden. In den USA zum Beispiel wird Butylhydroxytoluol  als Konservierungsmittel für Kaugummi und andere Lebensmittel noch immer eingesetzt. Nieren- und Leberschäden, Hyperaktivität bei Kindern werden mit dem Stoff in Verbindung gebracht. Auch der Verdacht, krebserregend zu sein, ist noch nicht ausgeräumt.

In einem Bericht des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung heißt es 2011:

„Butylhydroxytoluol (BHT) ist ein zugelassender Lebensmittelzusatzstoff (E321) und wird als Antioxidans in verschiedenen Verbraucherprodukten, z. B. kosmetischen Mitteln, Pflanzenschutzmitteln und Lebensmittelverpackungen eingesetzt.“

Titanium Dioxide

Der Inhaltsstoff Titanium Dioxide wird in einigen Kaugummis als Weißmacher eingesetzt. Diese Substanz wird mit Auto-Immunkrankheiten und Asthma in Verbindung  gebracht. Titanium Dioxid findet sich auch bei der Universität Hamburg auf der Liste der gesundheitsschädlichen Stoffe mit „Verdacht auf krebserzeugende Wirkung“.

Der Blick auf die Rückseite von Airwaves zeigt, wie fragwürdig viele der Inhaltsstoffe sind. (Foto: DWN)

Der Blick auf die Rückseite von Airwaves zeigt, wie fragwürdig viele der Inhaltsstoffe sind. (Foto: DWN)

Alles andere als frei von Zucker

Von dem Gedanken eines zuckerfreien Kaugummis können sich die Konsumenten auch verabschieden. In vielen angeblich zuckerfreien Kaugummis finden sich Inhaltsstoffe wie Sorbit, Maltit und Mannit. Dabei handelt es sich um Zucker-Alkohole. Diese werden normaler Weise aus Zucker hergestellt und sie erhöhen den Blutzuckerspiegel genauso wie beim Essen von Zucker. Da diese drei Inhaltsstoffe kein reiner Zucker sind, steht auf den Verpackungen zuckerfrei.

Bei Wrigley’s heißt es zu den zuckerfreien Kaugummis:

„Nein, unsere Produkte enthalten keinen Alkohol im herkömmlichen Sinn (Trinkalkohol, Ethylalkohol bzw. Ethanol). Unsere zuckerfreien Kaugummis, welche derzeit in Deutschland erhältlich sind, enthalten mehrwertige Alkohole. Dieser Begriff ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Bezeichnung für Zuckeraustauschstoffe, auch Polyole genannt. Zuckeraustauschstoffe wie z.B. Isomalt, Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit und Erythrit werden anstelle von Zucker in unseren zuckerfreien Produkten der Marken Wrigley´s EXTRA, Airwaves, Orbit und 5 GUM verwendet.“

In jedem Fall ist der Kaugummi-Markt trotz der geringen Preise, die dafür bezahlt werden, lukrativ. 2012 lag der Umsatz in Deutschland bei etwa 651 Millionen Euro, so der Kaugummi-Verband.

 

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Der Screenshot vom Bildschirm zeigt ein Bild aus der Live-Übertragung einer Webcam der Firma Tepco am AKW in Fukushima, Japan, aufgenommen am 25.10.2013, kurz nach einem Erdbeben in der Region. Ein stärkeres Erdbeben hat die Region Fukushima erschüttert. Die Behörden gaben eine Warnung vor einem Tsunami aus, berichtete der Fernsehsender NHK Samstagnacht um 02.30 Uhr Ortszeit. (Foto: dpa)

Der Screenshot vom Bildschirm zeigt ein Bild aus der Live-Übertragung einer Webcam der Firma Tepco am AKW in Fukushima, Japan, aufgenommen am 25.10.2013, kurz nach einem Erdbeben in der Region. Ein stärkeres Erdbeben hat die Region Fukushima erschüttert. Die Behörden gaben eine Warnung vor einem Tsunami aus, berichtete der Fernsehsender NHK Samstagnacht um 02.30 Uhr Ortszeit. (Foto: dpa)

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat die Region Fukushima erschüttert. Die japanischen Behörden gaben eine Warnung vor einem voraussichtlich einen meter-hohen Tsunami aus, meldet der Fernsehsender NHK. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum sagte dagegen, dass es keine Flutwelle erwartet. Die nationale Erdbebenwarnstelle hat die Warnstufe Gelb für die Regionen Fukushima, Iwate, Miyagi, Ibaraki und Teile der Region Chiba ausgerufen. Diese Stufe bedeutet noch keine unmittelbare Gefahr, aber erhöhte Wachsamkeit.

Bisher haben die Wellen an der Küste vor Fukushima lediglich etwa 30 cm Höhe erreicht.

Die Karte der Japanischen Erdbeben Agentur (JMA) zeigt die Schwerpunkte des Erdbebens von Samstag Nacht (Ortszeit). (Grafik: JMA)

Die Karte der Japanischen Erdbeben Agentur (JMA) zeigt die Schwerpunkte des Erdbebens von Samstag Nacht (Ortszeit). (Grafik: JMA)

Zunächst wurden von der Atom-Ruine in Fukushima keine Schäden gemeldet. Es wurde auch keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Firma Tepco hat jedoch vorsorglich die Evakuierung der Anlage angeordnet. Die Arbeiter wurden angewiesen, sich vom Meeresspiegel zu entfernen und höher gelegene Orte aufzusuchen.

Ein Sprecher der Präfektur Fukushima sagte der AP, dass es zwar ein starkes Beben gewesen sei, dass jedoch keine Gegenstände in den Häusern von den Tischen gefallen sei. Ein solches Beben sei man in der Region gewöhnt.

In Fukushima Daiichi lagern 1.300 zerstörte Brennelemente. Wenn sich diese Brennelemente berühren, besteht die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Tepco hat über dem zerstörten Gebäude einen Kran installiert und will ab November mit der Bergung der Brennelemente beginnen – eine ausgesprochen risikoreiche Aktion (mehr dazu – hier). Ob die Operation nach dem Erdbeben wie geplant durchgeführt werden kann ist zur Stunde nicht abzuschätzen.

Es ist unklar, was die Evakuierung der Tepco-Arbeiter bedeutet: Die Atom-Ruine muss beständig gekühlt werden. Schon nach dem letzten Taifun war radioaktives Wasser massenweise in das Meer ausgetreten.

Der Unit 4 hat schwere Schäden an dem Fundament – das Fundament schwimmt eigentlich nur noch. Wenn das Gebäude einstürzt, müssten alle Helfer das Gelände dauerhaft verlassen. Die Folgen wären unabsehbar.

Aktuelle Hintergründe zu Fukushima hier.

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