Nach dem eine unbewaffnete Frau in Washington durch die Polizei erschossen wurde, nur weil sie sich verfahren hat und ein Abgrenzung touchierte, meiden viele Autofahrerinnen die amerikanische Hauptstadt aus Angst die gleiche Strafe für einen Fahrfehler zu erleben. Speziell für die Mütter, welche mit grossen Wagen herumkutschieren und des Öfteren einen Parkschaden verursachen, ist Washington eine absolute Tabuzone geworden.

Die Polizei von Washington hat immer mehr Probleme mit Frauen die mit den Riesenkarren nicht umgehen können, sich an keine Verkehrsregeln halten und über Hindernisse brettern. Folgendes Foto zeigt so einen Fall einer Fahrerin die meinte mit einer Abkürzung in den Parkplatz zu kommen. Die Ausrede der Mutter: “Sorry, ich habe das Auto voller schreiender Raubtiere die gefüttert werden wollen,” und dabei ihre Kinder meinte die zum Hamburgerladen wollten.

Frauen sind jetzt verschreckt über die “Null-Toleranz”, welche die Polizei in Washington gegenüber ihrem Fehlverhalten im Strassenverkehr zeigt. Michelle Bumper, Mutter von vier Kindern sagte einem Reporter der Washington Crimes:

Mein Mann sagt ich kann gut Autofahren weil er mich liebt, ich habe die Seite unseres Porsche Cheyenne nur zwei Mal diese Woche zerkratzt. Ich habe aber Angst nach Washington zu fahren, nach dem diese Mutter durch die durchgedrehten Bullen gestern in den Kopf geschossen wurde. Man kann doch mal einen Fehler machen.

Eine andere Frau sagte der Zeitung:

Fahren sie mal mit einem unleidigen Kind im Auto, telefonieren mit dem Handy wegen einem Frisörtermin, schminken sich die Lippen im Rückspiegel, denken an was man am Abend kochen soll und achten dann auf den Verkehr, alles gleichzeitig. Da kann es schon passieren, dass man etwas falsch macht. Ich finde es völlig rücksichtslos von der Polizei auf uns gestressten Mütter gleich zu schiessen.

Um in Zukunft einen ähnlichen Vorfall unter den strengen Augen der Sicherheitskräfte zu vermeiden, hat das Amt für Motorfahrzeugkontrolle in Washington deshalb eine Warnung an Frauen am Steuer herausgegeben:

Ich appelliere an alle Frauen die vor haben in Washington Auto zu fahren folgendes zu beachten. Wenn sie in der Nähe des Weissen Haus oder des Kapitols herumkurven, bitte bleiben sie auf der Strasse, am besten auf der rechten Seite, da es Gesetz in den USA ist. Wenn sie der Meinung sind, sie haben Schwierigkeiten beim Einparkieren ohne einen Sicherheitswächter oder eine Barriere zu treffen, bitte lassen sie das Auto zu Hause und nehmen sie ein Taxi oder den Bus. Wir hoffen dieser Rat nehmen sie ernst und hält sie am Leben,” sagte der Pressesprecher Mark Nutty gegenüber lokalen TV-Medien.

Der Polizeichef von Washington, Dave Triggerhappy, meint zu dem harten Durchgreifen seiner Beamten: “Vielleicht wird dieses Beispiel die Frauen dazu bringen achtsamer zu sein und Hindernisse und Polizisten nicht ständig anzufahren. Ein unschuldiges Augenklimpern wirkt bei uns nicht mehr, ab jetzt wird geschossen!

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Das letzte Wort

On October 6, 2013, in Italien, Schweinereien, by admin

Das letzte Wort

Über Erich Priebke ist bereits viel geschrieben und gesagt worden. Mit seinen nun 100 (!) Jahren Lebensalter steht er sinnbildlich für das Deutschland des vergangenen Jahrhunderts. Angefangen 1913 in seiner Blütezeit, auf dem Höhepunkt wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Macht, hineingerissen worden in den Großen, den Ersten Weltkrieg, gedemütigt worden, dann wie Phoenix aus der Asche wieder emporgestiegen, zu neuer Kraft und neuem Selbstbewußtsein, die Gegnerschaft seiner alten und neuen Widersacher auf den Plan rufend, um dann in einem sechsjährigen Weltringen auf ganzer Linie zertrümmert zu werden, geographisch, wirtschaftlich, menschlich – und seelisch. Um dann nach 1945 in die Immigration zu gehen, jenseits der Gefilde der herrschenden auserwählten Machteliten, in ein neues Leben, bescheiden, eine eigene Familie, eine deutsche Familie aufbauend, um dann jäh, sich schon im späten Lebensalter befindend, wiederum von den auserwählten Handlangern ins Zerrlicht der medialen Öffentlichkeit gezerrt zu werden, um dort als Verkörperung des Bösen bloßgestellt zu werden, jeder zivilisatorischer Rechte beraubt, ohne jeglichen Schutz von offizieller Stelle, erst recht nicht aus seiner deutschen Heimat. Nur einzelne Unterstützer, wie seine italienischen Anwälte, hatten die menschliche Größe, sich an die Seite dieses alten, aufrechten und mannhaften deutschen Mann zu stellen, um trotz aller Widrigkeiten ihm die gebotene Hilfe zu geben.

In einer juristischen Groteske ohne gleichen wurde er schlußendlich, im dritten Anlauf, bereits 85 Jahre alt, Ende 1998 in Italien zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Für eine Tat, die mehr als 50 Jahre zurücklag, bei der seine ranggleichen Offizierskollegen nach dem Krieg bereits freigesprochen worden waren, sein unmittelbarer Vorgesetzter, der aus rein persönlicher Motivation heraus – er hatte ein uneheliches Kind gezeugt und sah sich im Zugzwang gegenüber der SS-Hierarchie – eine übereifrige und überkorrekte Umsetzung der von Adolf Hitler persönlich angeordneten Repressalie auf den mörderischen Terroranschlag in der Via Rasella gezeitigt hatte, dabei seine engsten Mitarbeiter wie Erich Priebke in das Unheil mitreißend, dieser Herbert Kappler mit zweifelhaften juristischen Winkelzügen entgegen aller bisherigen militärischen Rechtssprechung für schuldig gesprochen worden war, obgleich Offiziere aus höheren militärischen Rängen, die ihm den Befehl zur Repressalie erteilt hatten, selbst nicht belangt wurden – denn die Kleinen hängt man und die Großen läßt man laufen. Eine Tat, die in einer Zeit geschah, in der weltweit millionenfach auf Anordnung der jeweiligen Staaten- und Militärführer getötet und gemordet wurde, ohne daß später jemals diese zur Rechenschaft gezogen wurden, erst recht nicht auf der Seite der Sieger – es also offensichtlich 1.000fachen Grund gegeben hätte, ganz andere, militärisch-politisch weitaus bedeutsamere Personen anzuklagen, wurde also in den 90er Jahren eine weltumspannende mediale Polit- und Justizposse aufgezogen, in dessen Zentrum ein einfacher deutscher Mann aus Argentinien stand, Erich Priebke.

Entgegen den üblichen Handlungsweisen vieler seiner zeitgenössischen Landsleute knickte er aber vor den Anschuldigungen, Verleumdungen und Schmähungen seiner Widersacher nicht ein, sondern verteidigte sich mannhaft, überzeugt von seiner Schuldlosigkeit, mit dem Mut zur Wahrheit, zur ganzen Wahrheit, ohne dabei die eigene Verantwortung zu leugnen, die er auf sich hatte nehmen müssen, wie Millionen anderer Soldaten auch zu dieser Zeit. Er zeigte vor Gericht und später auch in Fernseh- und Zeitungsinterviews, erst recht in seiner über 1.000-seitigen Autobiographie „Vae victis“, sein Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer der ihm zur Last gelegten Tat, bedauerte zutiefst das Geschehene, erlag jedoch nicht der Versuchung, wie viele andere Schwache und Wankelmütige vor und nach ihm, seine Ehre und Würde im Austausch für eine vermeintliche „Erlösung“, dem geforderten Kotau vor den heuchlerischen Anschuldigungen, abzugeben. Dies tat er, trotz aller Lasten und Anfeindungen, in einer edlen, aufrechten, besonnenen und charakterfesten Art, die seines gleichen sucht, was seine Widersacher wiederum noch mehr reizte, diesem Symbol deutscher Tugend in übelster Weise nachzustellen.

Entgegen allen üblichen juristischen und ethischen Normen Italiens wurde also der alte und bereits kranke Erich Priebke zu lebenslanger Haft verurteilt. Erst dank des uneigennützigen Einsatzes seines großen Helfers, des italienischen Anwaltes Dr. Paolo Giachini, konnte Ende 1997 erreicht werden, daß Priebke seine Gefängnishaft zumindest in eine menschenwürdigere Hausarrestinhaftierung umgewandelt bekam. Die auserwählten Kreise Italiens und anderen Ortes schmeckte dies ganz und gar nicht, und so war es auch keine Überraschung, daß sie jede neue Gelegenheit nutzten, um sich öffentlich an ihrem deutschen Opfer zu rächen, so als er beispielsweise in einem Restaurant in großer Freundesrunde seinem 90. Geburtstag feiern konnte und dies gnadenlos medial ausgeschlachtet wurde. Bezeichnend für diese außerordentliche menschliche Tragödie war auch die Tatsache, daß sich weder die politischen Würdenträger Deutschlands und Italiens, noch der von seinem Hausarrest nur Hunderte Meter entfernt sich befindliche deutsche Papst die geringsten Anstalten unternahmen, um dem der alttestamentarischen Rache ausgesetzten alten deutschen Mann zur Hilfe zu kommen. All die von diesen wohlfeil und gebetsmühlenartig öffentlich zur Schau vorgetragenen Losungen über Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht und Toleranz waren in diesem Fall tabu, denn es ging ja hier um die personifizierte Schändlichkeit, das Übelste des Üblen, den Satan in Person.

Auch sein 100. Geburtstag, am 29. Juli 2013, änderte nichts daran. Fast schien es, als müßten die auserwählten Kreise nochmals mit aller Macht ihre Niedertracht und Schändlichkeit der Welt offenbaren, wie sie einen 100-jährigen Greisen als die Verkörperung des Bösen darstellten, der nicht im Ansatz die ihm allein schon wegen seines hohen Alters zustehende Milde und Gnade verdient hätte. Der Wahnwitz dieses ganzen teuflischen Zirkus wird dem bewußt, der sich mit der Lebensgeschichte von Erich Priebke auseinandergesetzt hat, aber erst recht dem, dem das Glück vergönnt war, diesen edlen und liebenswürdigen Mann persönlich kennenzulernen. Wer ihn in seiner von seinem Anwalt zur Verfügung gestellten Wohnung traf und sich mit ihm unterhielt, der spürte, welche eine besondere Aura, welche menschliche Güte, Wärme und Friedfertigkeit von ihm ausging. Wie er, der nach dem Krieg zum katholischen Glauben übergetreten war, auch seinen Feinden, die ihm nun wirklich aufs Übelste mitgespielt hatten, nicht feindselig gesinnt war, sondern trotz alledem die Hoffnung hatte, daß er noch zu Lebzeiten seinen höchsten Wunsch in Erfüllung gehen sehen würde – die ihm zustehende volle Freiheit gewährt zu bekommen. Seine Haltung, sein Kraft, sein Willen, sein Mut, seine Güte, seine Liebe zu den Mitmenschen speiste sich auch aus dieser inneren Quelle, zu Lebzeiten noch den Makel des Gefangenen ablegen zu können.

Wie es heute, am Sonntag, den 6. Oktober 2013 erscheint, wird wohl dieser sein Wunsch nicht mehr in Erfüllung gehen. Im September hatte sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert, er mußte sogar, obgleich er dies hatte vermeiden wollen, für einige Tage ins Krankenhaus verlegt werden. Nun ist er wieder in „seiner“ Wohnung, umsorgt von seinen engsten Verwandten, seiner italienischen Lebensgefährtin und seinem Anwalt und Schutzengel, Dr. Paolo Giachini. Nach allem, was aus Rom zu erfahren ist, scheint nun doch sein Lebensmut aus seinem Körper entweichen zu wollen. 100 Jahre sind eine lange Zeit, die auch dem größten Mann eines Tages doch zu viel Kraft abverlangen. Diese Stahlkraft eines treuen, großen und edlen deutschen Mannes zu Ende gehen zu sehen, das kann einen Menschen mit Herz und Verstand nicht unberührt lassen. Sich an die Seite von Erich Priebke zu stellen, ist das Gebot der Stunde, für jeden anständigen Deutschen, Italiener, Juden oder sonstigen Menschen, der sich mit der Geschichte dieses 100-jährigen befaßt hat.

Erst recht dann, wenn ihm auch noch in allerletzter Sekunde aus den Reihen der unanständigen und niederträchtigen Journaille der Eselstritt zugefügt werden soll, wie mit dem unsäglichen Artikel eines Malte Herwig aus Hamburg im Magazin der Süddeutschen Zeitung geschehen. „Der letzte Fall“ ist dieses Schandwerk tituliert, das in dem Sinne zu Recht seinen Titel trägt, denn es ist wahrlich der letzte Fall an mieser Hinterhältigkeit und Menschenverachtung, der über das Leben von Erich Priebke zu Papier gebracht worden ist. Daß dieses nicht das letzte öffentliche Wort über ihn sein sollte, daß dieses nicht die letzte geschriebene Verlautbarung zu Lebzeiten diesen alten, deutschen Mann aus Rom sein sollte, das war Sinn und Antrieb für diese Zeilen. Es war dem Autor dieser Zeilen vergönnt, Erich Priebke persönlich kennengelernt zu haben, am Ende seines langen Lebens in mehreren Gesprächen mit ihm in seiner Wohnung in Rom. Und es war ihm eine Ehre und eine Freude, diesem außergewöhnlichen Menschen ein guter Kamerad geworden zu sein. Erich Priebke – ein Mann aus Schrot und Korn, ein Deutscher mit Würde und Anstand, Charakter und Ehre, ein Vorbild für uns alle, ein Mann, wie es diese nur wenige auf Erden gibt. Erich Priebke – ein deutscher Mann. Und wer weiß – vielleicht wird Erich Priebke diesem Hamburger Schmierfinken von der Süddeutschen Zeitung eine noch weitaus bessere Antwort geben, als es diese Zeilen vermögen, in dem er sich bald wieder von seiner schweren Erkrankung erholen wird und seinen Widersachern deren hämische Freude ob seines weltlichen Endes vergraulen wird. Möge Erich Priebke uns noch lange erhalten bleiben.

Ein deutscher Freund

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Wie ich mehrfach schon erwähnt habe, brodelt es gewaltig in Amerika, was vielen Europäern wegen dem Schweigen der Medien darüber gar nicht bewusst ist. Vor einem Monat berichtete ich über die Aktion “Trucker wollen Amerika drei Tage lahmlegen” und tausende Lastwagen sich in Washington zum Protest versammeln. Jetzt wurde eine Aktion angekündigt, welche die Veteranen auffordert, am kommenden Sonntag den 13. Oktober ebenfalls in der Hauptstadt sich zu treffen. Der 1 Millionen Veteranen-Marsch auf die Gedenkstätten in Washington. Siehe die Facebook-Seite dieses Aufrufs.

Vereinigt Euch mit euren Kameraden an den Kriegsgedenkstätten in Washington DC am Sonntag den 13. Oktober ab 9:00 Uhr. Diese Gedenkstätten gehören den amerikanischen Veteranen und der Bevölkerung!

Hier der Link zur Webseite “Million Vet March on the Memorials“.

Ja ich weiss, der Protest richtet sich gegen die Schliessung der “War Memorials” durch die Regierung mit der Ausrede wegen dem “Shutdown” und die barsche Zurückweisung von Veteranen die einen Besuch machen wollten. Aber es braucht meistens ein emotionale Ereignis als Grund, um eine grosse Anzahl Menschen zu motivieren, um ihren Unmut gegen die Regierung zu zeigen.

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Die viele Facetten der deutschen Geschichte: 2011 wurde vor dem Brandenburger Tor Charlie Chaplins Film "Der große Diktator" gezeigt. Mit dem zeitlichen Abstand wächst der Widerstand gegen Hitler. (Foto: dpa)

Die viele Facetten der deutschen Geschichte: 2011 wurde vor dem Brandenburger Tor Charlie Chaplins Film “Der große Diktator” gezeigt. Mit dem zeitlichen Abstand wächst der Widerstand gegen Hitler. (Foto: dpa)

 

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie würden Sie den Zustand unserer Demokratie in Deutschland bezeichnen?

Konrad Adam: Unbefriedigend. Dass es seit Adenauers Zeiten möglich ist, Wahlkämpfe unter dem Slogan „Keine Experimente!“ nicht nur zu führen, sondern auch zu gewinnen, ist ein äußeres Zeichen dafür, dass die Deutschen von der Politik lieber erlöst werden als an ihr teilhaben wollen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie kommt es dass es in Deutschland kein ausgeprägtes Gefühl für die Wichtigkeit von nationaler Souveränität gibt?

Konrad Adam: Wir leben immer noch im Schatten der bekannten 12 Jahre, und dieser Schatten wird immer  länger. Johannes Gross hatte schon vor Jahren gespottet, dass der Widerstand gegen Hitler von Tag zu Tag anwachse. Was hätte er zu den heute landauf, landab herrschen Ausdrucksformen der political correctness gesagt!

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Mit der Nazizeit allein kann man es nicht erklären: Auch vielen jungen Deutschen fehlt dieses Gefühl. Manchmal hat man den Eindruck sie schämen sich richtig dafür, Deutsche zu sein – obwohl sie nicht genau wissen warum…

Konrad Adam: Man kann nicht nur, man muss das mit der Nazizeit erklären, die nicht nur im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen eine Art Monopolstellung beansprucht. Krieg und Terror werden keineswegs nur um Geschichtsunterricht, sondern auch im Deutsch-, im Religions-, im Biologieunterricht zu alles beherrschenden Themen. Die jungen Deutschen wissen gar nicht mehr, dass es auch vor dem 30. Januar 1933 so etwas wie deutsche Geschichte gab. Joschka Fischers ominöses Vorhaben, Auschwitz zur Grundlegende der Bundesrepublik zu machen, hat sich auf grandiose Weise erfüllt.

Konrad Adam war früher Journalist für die FAZ und die Welt. Heute ist er Sprecher der AfD von Bernd Lucke. (Foto: dpa)

Konrad Adam war früher Journalist für die FAZ und die Welt. Heute ist er Sprecher der AfD von Bernd Lucke. (Foto: dpa)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was meinen Sie mit Auschwitz als „Gründungslegende“? Ist es nicht so, dass das Verbrechen der Shoa so beispiellos war, dass Deutschland neu erfinden musste? Nach dem Völkermord an den europäischen Juden musste es doch eine Zäsur geben – durch den millionenfachen Mord und die Vertreibung der deutschen Juden war ja das Land auch ein anderes geworden?

Konrad Adam: In einem Interview hat Fischer seinerzeit daran erinnert, dass jeder Staat so etwas wie eine Gründungslegende brauche. Für die Franzosen sei das die Revolution, für die USA der Unabhängigkeitskrieg, für die Schweiz der Rütlischur usw. Und für Deutschland, meinte er könne das eben nur Auschwitz sein. Ein Massenverbrechen als Identifikationspunkt der Nation: Das ist meiner Meinung nach ein unsinniger, weil irrealer Gedanke.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die Deutschen haben ein besonderes Verhältnis zur Freiheit. Und damit meinen wir keineswegs nur die FDP. Woher kommt das?

Konrad Adam: Tocqueville, ein genauer Beobachter, unterscheidet das Freiheitsverständnis der Franzosen von demjenigen der Engländer: Die einen hätten nicht gern einen über sich, die anderen gern einen unter sich. Auf die Deutschen angewandt, müsste man wohl ergänzen: Die Deutschen sehnen sich danach, einen über sich zu haben. Sie sind nur dann glücklich, wenn sie auf Anweisung handeln können. Der ganze Kampf gegen den autoritären Charakter hat daran so gut wie nichts geändert, im Gegenteil: Keiner ist eher zur Unterwerfung bereit als der dezidiert Anti-Autoritäre. In der Glanzzeit der Grünen war der Satz „Joschka hat gesagt . . .“ so viel wert wie ein Führerbefehl.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wieso sind die Deutschen so staatsgläubig? Gerade die Erfahrungen der Nazizeit müssen sie doch eines Besseren belehrt haben…

Konrad Adam: Nein, eben nicht. Weder das Verhalten noch das Denken hat sich entscheidend geändert. Nur das Vorzeichen vor der Klammer ist ausgetauscht worden: Das Gegenteil des absolut Bösen von damals ist das absolut Gute von heute, zu dem man sich umso lieber bekennt, als eine solche Aussage, und sei sie auch noch so platt, im Medienzirkus Aufmerksamkeit und Anerkennung verspricht. Dass das Leben überwiegend aus Grautönen besteht, zwischen denen die Auswahl zu treffen schwer fällt, kommt im Weltbild des antifaschistisch geläuterten Deutschen nicht vor.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In Deutschland gibt es keine eigentliche Bürgerrechtsbewegung. Auch in der DDR waren sie Bürgerrechtler Individuen und keine Massenbewegung. Erst als der wirtschaftliche Druck unerträglich wurde, gingen die Leute auf die Straße. Fehlt es in Deutschland an Zivilcourage?

Konrad Adam: Ja. Einer der vielen hochdotierten Preise für Zivilcourage ist an Leute verliehen worden, die ihre antifaschistische Heldentat nachweislich erfunden hatten. Die Juroren hat das nicht weiter gestört, sie hielten an ihrer Entscheidung mit der Begründung fest, die Absicht sei ja doch so gut gewesen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Rolle spielt die deutsche Medienlandschaft? In Amerika gibt es eine fast fanatische Verehrung für die freie Rede in Deutschland gibt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Konrad Adam: Neben dem Glauben an den Wert der freien Rede haben die Amerikaner noch etwas anderes erfunden: die politisch korrekt verlogene Sprache. So sehr ich die Amerikaner für das Eine bewundere, so töricht und schädlich kommt mir vor, was sie der Welt mit ihrer Sprachpolizei und, eng damit verbunden, mit ihrer Quoten-Wirtschaft zugemutet haben.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Sind die Deutschen im Grunde froh wenn Ihnen die Entscheidungen abgenommen werden?

Konrad Adam: Ja. Wie anders hätten eine Partei wie die CDU und eine Vorsitzende wie Frau Merkel das Rennen machen können? Stresemann hat gemeint, die Deutschen würden nicht nur um ihr tägliches Brot bitten, sondern auch um ihre tägliche Illusion. Das gilt bis heute. Die zweifellos drängendste aller Fragen, der demographische Niedergang, wird von den Deutschen unter dem Etikett „Wandel“ behandelt – und kein Mensch widerspricht.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die Parteien machen einen ausgesprochen verkommenen Eindruck. Wann hat diese Entwicklung eingesetzt, und mit welchem Ereignis?

Konrad Adam: Mit der von Gerhard Leibholz bestimmten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, die aus dem Parteienprivileg ein veritables Monopol gemacht hat. Leibholz war der Ansicht, dass die Parteien die Stimme des mündig gewordenen Volkes wären – inzwischen hat sich das Gegenteil herausgestellt, aber das Gericht kommt aus der Falle, die es sich selbst gestellt hat, nicht mehr frei.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie erklären Sie sich, dass die Grünen alle ihre Werte aufgegeben haben?

Konrad Adam: Die Grünen sind den Versuchungen des Parteienstaates erlegen. Die Realpolitiker haben ihnen die Fleischtöpfe der Macht schmackhaft gemacht, die wollen nun auch die Gründen nicht mehr missen: mit der Folge, dass sie alle Verrenkungen nachmachen, die ihnen die Alt-Parteien jahrelang vorgemacht haben.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie erklären Sie sich das Scheitern der Piraten? Die haben sich ja zu einem eigentlich sehr günstigen Zeitpunkt für die Bürgerrechte eingesetzt und eine Art zeitgenössische Definition dafür gefunden.

Konrad Adam: Die Bürgerechte umfassen aber doch mehr als das Recht auf Datenschutz. Mehr hatten und haben die Piraten allerdings nicht zu bieten. Internet und Transparenz – damit lassen sich Überraschungserfolge erzielen, aber keine Politik machen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In wie weit geht es im aktuellen politischen Konflikt in Deutschland auf den Kampf Staat gegen Privat? Erleben wir gerade einen Verteilungskampf zwischen all jenen, die Transferleistungen vom Staat erhalten, und dem privaten Sektor?

Konrad Adam: Die Leistungsempfänger sind gegenüber den Leistungsträgern seit langem auf dem Vormarsch, inzwischen dürften sie in weiten Bereichen die Mehrheit erobert haben. So entsteht die Figur des Betroffenen, des Anspruchsberechtigten, der sich vom Bürger dadurch unterscheidet, dass er vom Staat nahezu alles erwartet, aber nichts für ihn tun will.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die hemmungslose Schuldenmacherei treibt die Staaten weltweit zu immer stärkeren Eingriffen in die Privatsphäre. Weil die Staaten pleite sind müssen sie mit äußerster Härte Steuern eintreiben. Die Freiheit des Bürgers wird der Rettung der Eliten untergeordnet. Wo wird dieser Prozess enden – in einer Revolution oder in einer neuen Diktatur?

Konrad Adam: Vor der letzten großen Koalitionsregierung wollte die CDU die Mehrwertsteuer um einen, die SPD um zwei Prozentpunkte erhöhen. Herausgekommen ist eine Anhebung um drei Prozent. Dasselbe Schauspiel scheint sich jetzt zu wiederholen, aber wen bringt das auf, wer erinnert sich denn noch? Noch einmal Tocqueville: Jeder spürt das Übel, keiner hat den Mut und die Tatkraft, etwas Besseres zu suchen. Man hat Wünsche, Klagen, Sorgen und Freuden, die nichts Dauerhaftes schaffen, ähnlich den Leidenschaften von Greisen, die in der Impotenz enden.

(209)

Desillusioniert: Der Niederländer Frits Bolkestein, einer der Architekten der gemeinsamen Währung in Europa, hält das Projekt für gescheitert. (Foto: consilium)

Desillusioniert: Der Niederländer Frits Bolkestein, einer der Architekten der gemeinsamen Währung in Europa, hält das Projekt für gescheitert. (Foto: consilium)

Die Währungsunion sei gescheitert. „Der Euro ist eine Schlaftablette“ für Europa und die Schuldenländer hätten lange genug davon geträumt, sagte Ex-EU-Kommissar Frits Bolkestein aus den Niederlanden. Die Krisenländer machten sich mehr Gedanken um die Umverteilung von EU-Geldern als um die Förderung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit: Der Stabilitätspakt ist gescheitert. Die Transferunion längst Realität.

Für Bolkestein ist der Austritt der Pleiteländer aus der Währungsunion ein möglicher Ausweg aus dieser Umverteilung von immer wieder neuen Milliardenkrediten. „Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn hat vorgeschlagen, dass es Ländern mit unzureichender Wettbewerbsfähigkeit erlaubt sein sollte, geordnet die Währungsunion zu verlassen, um nach einer Abwertung und Strukturreformen erneut eine Mitgliedschaft in der Währungsunion beantragen zu können“ (mehr zum Vorschlag Hans-Werner Sinns – hier).

Bolkestein hält das für eine „wunderbare“ Idee, zweifelt aber an der Realisierung dieses Vorhabens. Die Mitgliedstaaten hätten „nicht den Willen“ dazu, diese Bürde auf sich zu nehmen, sagte er in einem Beitrag der niederländischen Tageszeitung Volkskrant. Der Vorschlag Sinns geht ihm nicht weit genug. Für den ehemaligen EU-Kommissar und niederländischen Außenminister ist die Einführung einer Parallelwährung der bessere Weg aus der Eurokrise.

Mit einer eigenen Währung könnten die wirtschaftlich starken Nordstaaten dabei zusehen, wie die Krisenstaaten der europäischen Peripherie ihren „Südeuro“ abwerten, um dadurch Ungleichheiten im Währungsraum auszubalancieren.

Deutschland und Frankreich tragen die Schuld

Der Niederländer verweist darauf, dass Deutschland und Frankreich im Jahr 2003 zuerst den Stabilitätspakt gebrochen und mehr Schulden aufgenommen haben, als die von der EU in Maastricht festgelegte Obergrenze von drei Prozent dies erlaubt. Das Vertrauen in die Durchsetzungskraft europäischer Richtlinien hat dadurch einen Bruch davon getragen, von dem sich die EU nie erholt habe.

Die Währungsunion leide zudem unter einem „Geburtsfehler“, den auch Deutschland und Frankreich maßgeblich zu verantworten hätten, so Bolkestein. Man könne „nicht zwei Gruppen von Ländern mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Kulturen miteinander verbinden“. Die Schuldenexplosion in Italien und Griechenland sei absehbar gewesen.

Bolkestein sieht einen einzigen Ausweg aus dem Dilemma: Nur eine radikale Währungsreform kann den Euro retten. Dadurch allein kann die Stabilität der Eurozone wieder hergestellt und der Milliarden-Transfer gestoppt werden.

Frits Bolkestein, ehemaliger Handelsminister in den Niederlanden, war von 1999 bis 2004 EU-Kommissar und entwickelte den Entwurf der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie (oder Bolkestein-Richtlinie), die vor allem den Abbau von bürokratischen Hindernissen, zwischenstaatlichen Hemmnissen und die Erbringung grenzüberschreitenden Dienstleistungen  zum Ziel hat.

(166)

VW do Brasil-Chef Thomas Schmall beim Treffen mit Brasiliens Staatschefin Dilma Roussef. VW ist seit Jahrzehnten die Nummer eins bei den Autobauern in Brasilien. (Foto:dpa)

VW do Brasil-Chef Thomas Schmall beim Treffen mit Brasiliens Staatschefin Dilma Roussef. VW ist seit Jahrzehnten die Nummer eins bei den Autobauern in Brasilien. (Foto:dpa)

Der neue Golf wird für den Markt in Brasilien ausschließlich vor Ort gefertigt. VW do Brasil-Chef Präsident Thomas Schmall gab am Donnerstag bei einem Treffen mit Staatschefin Dilma Roussef bekannt, dass VW 170 Millionen Euro in den Ausbau des Werkes Curitiba investieren will. Von dort aus wird das ganze Land mit Fahrzeugen beliefert.

Die Produktion des Werkes soll um 20 Prozent gesteigert werden. Insgesamt investiert VW  bis 2016 über 3,4 Milliarden Euro in die Region. Durch die Produktion in Brasilien will VW Importzölle von bis zu 30 Prozent umgehen und auch lokale Zulieferer stärker einbinden, berichtet das Magazin Auto-Motor-und-Sport. Dadurch verspricht sich der deutsche Autobauer weitere Steuervorteile, Flexibilität und Wettbewerbsvorteile.

Bis zur Aufnahme der Produktion in Brasilien soll der neue Golf wie bisher als Importfahrzeug aus Deutschland eingeführt werden. Danach wird für Brasilien nicht mehr in Deutschland produziert. Deutschen Zulieferer-Firmen könnten dadurch Aufträge verloren gehen. Ein Beispiel hierfür ist bei Daimler zu finden: Durch die Verlegung der Produktion von Motoren nach China können Auftragseinbrüche für kleine Zulieferer aus Deutschland nicht ausgeschlossen werden (hier).

Der Golf ist in Brasilien seit über zwanzig Jahren das meistverkaufte Fahrzeug des Landes. In 60 Jahren vor Ort hat VW über 20 Millionen Autos verkauft. Auch die Marke Audi wird dort in den nächsten Jahren mehr Fahrzeuge produzieren.

Im Gegensatz zum europäischen Markt ist in den Schwellenländern Brasilien und China noch richtig viel zu holen für die deutschen Autobauer. Vor allem die Massenhersteller wie VW haben es schwer in Europa. Die Premium-Marken Daimler und BMW kommen hingegen besser durch die Absatzkrise (hier).

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer empfiehlt VW in einem Bericht vom Aktionär, sich stärker auf Billigfahrzeuge zu konzentrieren.

„Man muss es allerding richtig machen. Einfach nur ein bestehendes Modell nehmen und da Produktinhalt rauszunehmen ist der falsche Ansatz. Wichtig ist die gesamt Wertschöpfungskette neu aufzubauen. Also Kapital – oder Automatisierung – durch preisgünstige Arbeit zu ersetzen, eta in Rumänien oder Indien. Damit muß man allerdings auch Qualitätsparameter ändern.“

Die VW-Führung sei aber „nicht für einfache Lösungen mit Niedrigkosten“  bekannt, so Dudenhöffer. VW  will der größte Autobauer der Welt werden und eröffnet auch in China immer mehr Werke (hier), um zum Top-Konkurrenten Toyota aufzuschließen.

(213)

Das Klima Abkommen in der Luftfahrt ist gescheitert. Die EU konnte sich nicht gegen die  Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) durchsetzen. (Foto: dpa)

Das Klima Abkommen in der Luftfahrt ist gescheitert. Die EU konnte sich nicht gegen die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) durchsetzen. (Foto: dpa)

Fluglinien müssen keine Zertifikate für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid erwerben, wenn ihre Flugzeuge den europäischen Luftraum überfliegen. Damit ist der Versuch der EU, die Airlines am Emissionshandel zu beteiligen, erneut gescheitert. Schon 2012 wurde eine Entscheidung aufgeschoben, um den Airlines mehr Zeit zu gewähren.

Die in der UN-Luftfahrtorganisation ICAO organisierten Staaten stimmten lediglich einem Resolutionsentwurf zu, indem sie sich verpflichten, bis 2020 am Emissionshandel teilzunehmen.

Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg. Erst 2016 soll ein Konzept stehen, dem sämtliche Länder zustimmen können. Bislang scheitern alle Kompromisse, Fluglinien zum Kauf von Verschmutzungsrechten zu bewegen. Wie die Lösung letztendlich aussehen soll, ist noch völlig unklar.

Ein Hindernis bei der Umsetzung des Vorhabens ist, dass sich nur Flüge innerhalb des Luftraums der EU regulieren lassen. Damit würden rund 60 Prozent weniger Flüge abgedeckt, als geplant, berichtet Reuters. Das europäische Emissionshandel-System (ETS) steht also auf wackligen Beinen. Zudem würden Airlines wie Ryanair und Easyjet, die ausschließlich Ziele innerhalb der EU anfliegen, benachteiligt.

Das EU-Parlament fordert härtere Vorschriften für den europäischen Luftraum. In einer Erklärung heißt es: „Wir dürfen nicht unser Instrument zur Senkung der Emissionen im Flugverkehr zur Disposition stellen, wenn wir nichts als Gegenleistung erhalten als die vage Aussicht, dass es irgendeine Art globaler Regelung bis 2016 geben könnte.”

In Deutschland konnte sich die Politik nicht gegen die starken Interessen der Wirtschaft durchsetzen. Die Preise für CO2-Zertifikate sind zuletzt so sehr gefallen, dass Industriebetriebe und Energieversorger keinen Anreiz mehr haben, ihren Ausstoß zu reduzieren.

Zudem sind China, die USA, Russland und Indien nicht dazu bereit, ihre Airlines zum CO2-Handel zu verpflichten.

Damit wurden der EU deutlich ihre Grenzen aufgezeigt: Im Grunde kann Brüssel keine international gültigen Regeln erzwingen. Nicht einmal die eigenen Mitgliedsländer halten die politischen Vorgaben für sinnvoll.

Arijandas Sliupas, stellvertretender Verkehrsminister Litauens und Mitglied der litauischen Delegation, die den Vorsitz im EU-Rat hat, hält die Resolution trotzdem für eine „Möglichkeit, Verhandlungen über ein globales System neu zu beginnen“.

(204)

Durch Kursmanipulationen zwischen Euro und Schweizer Franken können sich Banken auf Kosten der Anleger bereichern. (Foto: dpa)

Durch Kursmanipulationen zwischen Euro und Schweizer Franken können sich Banken auf Kosten der Anleger bereichern. (Foto: dpa)

Nachdem die UBS zwei Banker entlassen hat, kommen immer mehr Details über den manipulierten Devisenhandel zum Vorschein. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht leitete daraufhin Untersuchungen gegen mehrere Schweizer Finanzinstitute ein. Besonders die UBS und Credit Suisse scheinen tief in den Skandal verwickelt.

Offenbar tauschen sich die Banker über Chat-Nachrichten über ihre Kaufs- und Verkaufsaufträge aus und stimmen Handelsstrategien miteinander ab, bevor sie gezielt gegen ihre Kunden wetten, berichtet der Tagesanzeiger.

Indexfonds sind den Banken besonders ausgeliefert, weil diese jeden Tag eine Vielzahl großer Devisenkäufe und -verkäufe in Auftrag geben müssen. Kurz vor 16 Uhr beginnt die heiße Phase der Manipulation. Da die Banker wissen, dass ihre Kunden kurz vor dem Schlusskurs große Aufträge abgeben und wetten im Vorfeld gegen die Währung, in der sie selbst handeln (der genaue Vorgang ist hier beschrieben).

Obwohl der Kurs der Währung nur um einen Bruchteil eines Prozentpunktes manipuliert wird, summieren sich die Gewinne für die Bank bei großen Aufträgen in den sechs-stelligen Bereich. Auf 10 Milliarden Dollar verkaufte Devisen summiert sich der Gewinn der Bank auf 500 Millionen Dollar, die eigentlich den Anlegern zustehen.

Manipulationen von Wechselkursen sind nichts Neues. Bereits im Juni brachen Insider das Schweigen. Seit Jahrzehnten wetten Banken gegen die eigenen Kunden (mehr hier). Die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor war nur der Anfang.

(175)

Ägypten: Revolution flammt wieder auf

On October 6, 2013, in Endzeit, by admin

In Ägypten ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Muslimbrüder und Sicherheitskräften gekommen. In Kairo und weitere Städten des Landes wurden mindestens vier Menschen getötet und 40 weitere verletzt.

Die Auseinandersetzungen begannen offenbar als Demonstranten versuchten, den Tahrir-Platz in Kairo zu betreten. Militärfahrzeuge riegelten den Platz ab und drängten die Menschen zurück. Doch auch bei der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ steht die Militärregierung Ägyptens in der Kritik.

Missliebige Journalisten werden verhaftet und abgeurteilt. So wurde im September der ägyptische Journalist Ahmed Abu-Draa verhaftet. Er erhielt eine Bewährungsstrafe in Höhe von sechs Monaten. Doch freigelassen wurde er noch nicht, berichtet AP.

Die Muslimbrüder fordern die Absetzung des Militär-Chefs Abdel Fattah al Sisi und die Freilassung aller inhaftierten Politiker der Muslimbrüder, berichtet Al Jazeera. Ende September hatte ein Gericht in Kairo die Muslimbruderschaft verboten.

Auch das Vermögen der Organisation wurde beschlagnahmt. Von dem Verbot sollen auch alle Organisationen betroffen sein, die – auf welche Art auch immer – mit Muslimbrüdern kooperieren (mehr hier).

(160)

Ein Mann, der 23 Jahre lang als »komatös« diagnostiziert wurde, war tatsächlich bei vollem Bewusstsein, aber gelähmt

Jonathan Benson

 

Stellen Sie sich vor, Sie wären für ein Viertel Ihres Lebens ans Bett gefesselt, bei Bewusstsein, aber unfähig, zu sprechen oder sich zu bewegen, und jeder glaubte, Sie lägen im Koma und vegetierten nur noch dahin. Genau das ist Rom Houben (50) aus Belgien passiert, der – wie 2006 entdeckt und 2009 bekannt wurde – in Wirklichkeit die ganze Zeit über bei vollem Bewusstsein war, nur eben gelähmt. Er hatte 1983 einen schweren Autounfall gehabt.

 

Es ist wohl der schlimmste Albtraum, den man sich nur denken kann: 23 Jahre lang in einem leblosen Körper zu stecken und sich anderen nicht mitteilen zu können. Irgendwie schaffte es Houben, diese unglaubliche Erfahrung zu überleben, die für die Mediziner so manches ins Wanken bringt, was sie bisher über Hirnschäden und Bewusstlosigkeit zu wissen glaubten. Jetzt ist die gesamte Komadiagnose, wie wir sie bisher kannten, erschüttert, denn es könnte ja noch viel mehr vermeintlich komatöse Menschen geben, die in Wirklichkeit bei vollem Bewusstsein
Ärzte gefährden Ihre Gesundheit. Bernd Neumann Wie unser Gesundheitssystem zur tödlichen Gefahr wird Ärzte und Krankenhäuser sind in der Zwischenzeit eine der Hauptursachen für viele Krankheiten geworden. Jährlich werden allein in Deutschland rund eine Million Menschen wegen unerwünschter Nebenwirkungen von Arzneimitteln in ein Krankenhaus aufgenommen. Unvorstellbar? Noch schockierender ist die Zahl derer, die diesen Krankenhausaufenthalt nicht überleben. Bis zu 57.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, an den Nebenwirkungen der Medikamente zu sterben, die Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, 15 mal höher als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen.Bernd Neumann präsentiert in diesem Buch nicht nur Zahlen, Daten und Fakten, die Ihr Arzt gerne vor Ihnen verborgen hätte. Er enthüllt auch die schmutzigen Tricks der Pharma- und Gesundheitsindustrie:    Wie aus Gesunden Kranke gemacht werden: Deutschland ist Weltmeister im »In-die-Röhre-Schieben«.    Erfolgreiches Geschäftsmodell: Krankheiten erfinden - lassen Sie sich nicht für krank erklären!    Sinnlose Behandlungen: Wenn Geld fehlt, muss eben mehr operiert werden.    Hygiene mangelhaft: Warum das Krankenhaus oft erst wirklich krank macht.    Mein täglich Medikament gib mir heute: Jedes Jahr stirbt in Deutschland eine mittlere Stadt von der Größe Baden-Badens an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Arzneimittel, Diagnosen und Therapien sind oft keine medizinischen Notwendigkeiten, sondern resultieren aus Irrtümern, Trugschlüssen und finanziellen Interessen. Bernd Neumann gibt Ihnen in diesem Buch zehn wertvolle Tipps an die Hand, wie Sie trotz Arzt gesund und am Leben bleiben.Ein Buch, das Sie unbedingt lesen sollten - und zwar bevor Sie Ihren Arzt aufsuchen!Gebunden mit Schutzumschlag, 208 Seiten, zahlreiche Abbildungen
sind und ihre Umgebung wahrnehmen.

 

Laut einem Bericht in der englischen Zeitung Guardian war Houben seit Anfang der 1980er Jahre Gefangener in seinem eigenen Körper, unfähig, mit Pflegern oder Angehörigen zu kommunizieren, die ständig versuchten, ihn anzusprechen. Erst 2006, als ein neues leistungsfähiges Positronen-Emissions-Tomografiegerät auf den Markt kam, begriffen Houbens Pfleger, wie sehr sie sich geirrt hatten. Houben hatte die ganze Zeit alles hören und verstehen können, was um seinen ansonsten leblosen Körper herum vor sich ging.

 

»Ich habe geschrien, aber es gab nichts, was man hätte hören können«, schrieb Houben über eine bestimmte Tastatur, die für ihn entwickelt wurde, nachdem man seinen wahren Zustand entdeckt hatte. »Ich bin mit meinen Gedanken in die Vergangenheit oder in eine ganz andere Existenz gereist. Ich war nur mein Bewusstsein und sonst nichts.« So beschreibt der frühere Student der Ingenieurswissenschaften, der vier Sprachen beherrscht, wie er mit diesem Leben fertig wurde.

 

Über den Tag, an dem seine Pfleger erstmals merkten, dass er all die Jahre hindurch bei Bewusstsein gewesen war, sagt Houben, es habe sich angefühlt wie eine »zweite Geburt«, denn natürlich änderte sich von da an seine gesamte Existenz. All die Wut, Machtlosigkeit und Verzweiflung, die er die ganze Zeit empfunden und, wie er sagt, durch Meditation und andere verzweifelte Methoden überlebt hatte, waren in einem Moment verschwunden.

 

Nach Ansicht von Experten könnte fast die Hälfte aller Menschen, die heute als komatös diagnostiziert werden, genau so wach sein wie Houben

 

Kurze Zeit später führte der Mann, dem das Verdienst zukommt, die Wahrheit über Houbens Zustand herausgefunden zu haben, nämlich der Neurologe Steven Laureys, eine
Die Pharma-Lüge Ben Goldacre Wie Arzneimittelkonzerne Ärzte irreführen und Patienten schädigen Kein Arzt weiß genau, was er verschreibt. Kein Patient kennt sämtliche Nebenwirkungen seines Medikaments. Der Grund: Die Pharmaindustrie legt die eigenen Studien nicht offen - und die Zulassungsbehörden schützen die Konzerne dabei. Ben Goldacres Analyse einer kaputten Medizin, einer durch und durch korrupten Industrie ist messerscharf und bei allem kritischen Furor spannend und unterhaltsam.»So stellt sich der Laie den medizinischen Fortschritt vor: Pharmaforscher testen neue Wirkstoffe in unabhängigen Studien, und Zulassungsbehörden legen hohe Maßstäbe an, ehe sie eine neue Arznei auf den Markt lassen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. (.) Ebenso fachkundig wie detailliert beschreibt [Ben Goldacre], wie Pharmaindustrie und Wissenschaftler negative Studienergebnisse verschweigen oder manipulieren, klinische Studien in Entwicklungsländern durchführen und das Verschreibungsverhalten der Ärzte beeinflussen.« Der Spiegel»Goldacre liefert keine Verschwörungstheorien, sondern Kapitel für Kapitel anspruchsvolle Beweisführung.« Der Spiegel Paperback, 448 Seiten
Folgestudie durch. Er wollte ermitteln, wie häufig falsche Komadiagnosen gestellt werden. Zu seiner großen Überraschung fand der Experte der Universität Lüttich, das bis zu 40 Prozent aller Patienten, bei denen zurzeit die Diagnose Koma oder sonstiger vegetativer Zustand gestellt wird, mit großer Wahrscheinlichkeit bei vollem Bewusstsein, aber unfähig zu kommunizieren sind, genauso wie Houben zuvor.

 

Komatöse Patienten würden »mit beunruhigender Regelmäßigkeit« falsch diagnostiziert, wird Laureys im Spiegel zitiert. »Wird ein Patient erst einmal als ohne Bewusstsein eingestuft, ist es sehr schwer, wieder davon weg zu kommen«, sagt er. Nur bei 26 von 44 Patienten, die er untersucht habe, die sich vermeintlich in einem vegetativen Zustand befanden, war dies tatsächlich der Fall.

 

Laureys‘ schier unglaubliche Ergebnisse, die in der expertenbegutachteten Zeitschrift BMC Neurology veröffentlicht wurden, werden die Art, wie Komadiagnosen von Medizinern gestellt werden, grundlegend verändern. Außerdem werfen sie neue Fragen auf, ob es gerechtfertigt ist, bei Patienten, die als hoffnungslos vegetativ diagnostiziert werden, »den Stecker zu ziehen«, denn viele Patienten könnten, wie Houben, alles andere sein als komatös.

Warum ich nein zur Organspende gesagt habe Schumacher, Thomas Eine Hilfe zur eigenen Orientierung. Jeder muss sich nach der neuen Regelung für oder gegen eine Organspende entscheiden. Der Autor erklärt seine klare Position für ein "nein" und benennt die Argumente. Was ist Leben, was bedeutet der Tod und wie läuft das Sterben ab? Das Buch nennt Fakten, warum das Hirntod-Konzept nicht tragfähig ist, und plädiert für ein Sterben ohne Übergriffe bis zum biologischen Ende.

Warum ich nein zur Organspende gesagt habe (Buchtitel anklicken)

Schumacher, Thomas

Eine Hilfe zur eigenen Orientierung. Jeder muss sich nach der neuen Regelung für oder gegen eine Organspende entscheiden. Der Autor erklärt seine klare Position für ein “nein” und benennt die Argumente. Was ist Leben, was bedeutet der Tod und wie läuft das Sterben ab? Das Buch nennt Fakten, warum das Hirntod-Konzept nicht tragfähig ist, und plädiert für ein Sterben ohne Übergriffe bis zum biologischen Ende.

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