Die Medien erzählen uns, am Donnerstag endete in Washington eine Verfolgungsjagd zwischen einer Frau und Polizisten, in dem die unbewaffnete Flüchtende von der Polizei erschossen wurde. In ihrem Auto sass ein einjähriges Kind.

Angeblich soll die Frau mit ihrem Auto versucht haben in Weisse Haus einzudringen. Die Fahrerin soll mit ihrem schwarzen Infiniti Coupé sich dem südöstlichen Eingang genähert haben. Der Secret Service habe sie gestoppt. Die Frau habe dann gewendet und eine Strassensperre durchbrochen. Sie sei dann Richtung Kapitol geflüchtet, verfolgt vom Secret Service.

Bei der Verfolgungsjagd rammte die Verdächtige ein Polizeiauto. Dabei sei ein Polizist verletzt worden. Ecke Constitution-First Street nordwestlich des Kapitols kam die Verfolgungsjagd zum Ende, angeblich weil ein Polizeiwagen der Flüchtenden den Weg blockierte. Die Polizisten haben das Feuer eröffnet und die Frau tödlich getroffen.

So soll es abgelaufen sein und ich betone, sie hat mit ihrem Auto “eine Sperre durchbrochen” und “rammte die Verdächtige ein Polizeiauto“. Jetzt schaut euch das folgende Foto an. Sieht die Front des schwarzen Infiniti aus wie wenn es irgendwas durchbrochen und gerammt hätte?

Bei näherer Betrachtung hat die Stossstange und die Seitentür nur einige Kratzer. Was ist denn das für ein stabiles Auto, dass Sperren durchbrechen und andere Autos rammen kann, dabei nur einen Lackschaden abkriegt?

Jetzt guckt euch das folgende Foto an. Eines der verfolgenden Polizeiautos hat auch eine Sperre durchbrochen und sah danach so aus … völlig zerstört und ein Totalschaden.

Wenn man den Vorfall humorvoll nimmt dann könnte man sagen: Wow, die Japaner bauen aber stabile Autos wie Panzer und die Amerikaner so einen Mist der komplett auseinanderfällt.

Aber ernsthaft, an der ganze Story stimmt doch wieder was nicht. Die Fotos beweisen nicht, die Frau hätte irgendwas gerammt. Wie uns erzählt wird kann es gar nicht abgelaufen sein. Dazu noch, die unbewaffnete Frau wurde kaltblütig erschossen, obwohl die Polizisten nicht gefährdet waren.

War das nötig? Wieso musste sie sterben? Im Auto war auch noch ein Baby. Das hat jetzt seine Mutter verloren. Was geht in den Köpfen dieser schiesswütigen “Rambos” eigentlich vor? Wie mutig und heldenhaft muss man sein, um eine wehrlose Frau wegzuballern?

Die Washington-Verfolgungsjagd stinkt doch und ist wieder ein typisches Beispiel für die in Amerika tagtäglich stattfindende Polizeigewalt und Überreaktion bei der Menschen sterben.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog

(216)

Was Obamacare genau bedeutet

On October 4, 2013, in Schall und Rauch, by admin

Wenn ich mit den verbliebenen Fans von Präsident Obama diskutiere, die lange Liste an gebrochenen Wahlversprechen aufzeige, die vielen Verbrechen die er begangen hat aufliste und feststellen muss, er ist ja schlimmer als Bush, dann höre ich immer als Entschuldigung, aber Obama hat den Amerikanern ein neues Gesundheitssystem gebracht, Obamacare genannt, damit alle es sich leisten können Krankenversichert zu sein. Das scheint die einzige positive Politik zu sein, die sie zu Gunsten von Obama nennen können. Dabei muss ich immer lachen, denn das soll eine Errungenschaft sein? Die Obama-Gläubigen in Europa wissen offensichtlich nicht, was diese radikale Änderung des Gesundheitssystems an negativen Auswirkungen in sich hat. Im Folgenden versuche ich zu erklären was Obamacare wirklich bedeutet.

Obama unterschrieb am 22. März 2010 das PPACA-Gesetz

Fangen wir bei der aktuellen Situation in Washington an. Der “Shutdown” ist eigentlich der Versuch der Republikaner, die Finanzierung von Obamacare durch Steuermittel den Geldhahn zuzudrehen. Das Gesetz wurde 2010 beschlossen und der Hauptteil trat am 1. Oktober in Kraft mit ernsthaften Konsequenzen ab 1. Januar 2014. Die Gegner von Obama wollen durch das “defunding”, also durch den Mangel an staatlicher Finanzierung, das Gesetz wirkungslos machen und zu Fall bringen.

Ab 1. Januar 2014 muss jeder Amerikaner eine Krankenversicherung abschliessen, was speziell auf den grossen Personenkreis zutrifft, der bisher keine Versicherung hat, weil freiwillig darauf verzichtet wird oder weil man wegen zu geringen Einkommen die Krankenkassenprämie einfach nicht zahlen kann. Das Gesetz heisst eigentlich “Patient Protection and Affordable Care Act (Abkürzung PPACA) 2010, wird aber weil zu kompliziert im Sprachgebrauch Obamacare genannt. Übersetzt heisst es “Patienten Schutz und Erschwingliche Pflege Gesetz”.

Die Idee dahinter ist, jeder Amerikaner soll sich eine Krankenversicherung leisten können, wenn alle gezwungen sind daran teilzunehmen. Typisch von den Politikern, mit staatlichen Zwang die Menschen zu “beglücken”. Mit der Pflicht, dass jeder sich versichern muss, kommt auch eine Strafbestimmung, wenn jemand es nicht tut und die ist happig. Damit hat man in den USA viel Widerstand geweckt, denn gerade die Amerikaner wollen von Natur aus zu keinem Kollektiv gezwungen werden und immer drüber entscheiden können, ob sie etwas mitmachen oder nicht.

Diese Entscheidungsfreiheit ist mit Obamacare vorbei. Nur wer bereits eine private Kranversicherung hat, oder durch ein Programm des Arbeitgeber gedeckt ist, oder durch eine bestimmte Religionszugehörigkeit (Christian Science) ausgenommen ist, muss den Nachweis, man ist ab 1. Januar 2014 versichert, nicht erbringen. Wer sich weigert wird mit einer Strafe von 1 Prozent des Einkommens belegt, die sich in den nächsten Jahren auf 2 und mehr Prozent steigert. So oder so muss man zahlen, bei Weigerung sogar ohne eine Leistung zu bekommen. Für viele Amerikaner ist das Kommunismus.

Wenn man es genau nimmt profitieren von Obamacare die ganz Armen und die ganz Reichen. Der Mittelstand muss blechen und die unter der Armutsgrenze mitfinanzieren. Aber am meisten drauflegen tut die junge Generation, welche die Hauptlast der Krankheitskosten der Alten trägt. Das haben sie selber noch gar nicht verstanden. Bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage von 18- bis 29-Jährigen haben 69 Prozent gar nicht realisiert, dass sie ab 1. Januar 2014 eine Krankenversicherung abschliessen müssen. Dabei handelt es sich um die Altersgruppe von der Obama erwartet, dass sie die Rechnung für den Rest von Amerika zahlen.

Seit 1. Oktober können die Amerikaner auf Webseiten der sogenannten “Exchange” gehen, eine Art von Versicherungsbörse, und dort die beste Variante je nach Alter, Einkommen, Wohnort, Selbstbehalt etc. auswählen, sich die Prämie errechnen lassen und einen Vertrag abschliessen. Dabei gibt es drei Programme zur Auswahl, die mehr oder weniger Versicherungsleistung liefern, das Silber, Bronze oder Platinum-Programm.

Obwohl der Staat und die Versicherungswirtschaft zwei Jahre Zeit hatten um sich vorzubereiten, sind die Server seit Dienstag durch den Ansturm an Suchenden zusammengebrochen. Alle die eine Prämienberechnung wollen reklamieren, dass nichts funktioniert. Es herrscht das totale Chaos, was zu noch mehr Unmut und Ablehnung von Obamacare führt. Die welche nach mehrfacher Wiederholung und Neustart der Webseiten es doch geschafft haben einen Antrag zu stellen, sind völlig schockiert darüber, wie hoch die Prämien und die Strafen sind.

Will Sheehan beschreibt auf Facebook was er erlebt hat:

Ich schaffte es endlich heute Früh um 8:00 Uhr. Ich habe eine Vorbelastung (Typ1 Diabetes) und meine Einkommensbasis ist 45’000 bis 55’000 jährlich. Ich wählte den ‘Silber Plan’ und meine monatliche Prämie kam auf 597.00 Dollar mit einem Selbstbehalt von 13’988 Dollar!!! Es ist UNMÖGLICH, dass ich mir das leisten kann, deshalb habe ich ‘verzichtet’ und mache weiter ohne Versicherung.

Ich habe heute um 17:00 Uhr eine Mail erhalten die mich informierte, meine Strafe würde 4’037 Dollar betragen und würde zu meiner jährlichen Steuerrechnung hinzugefügt. Dann wurde ich auf die ‘FOLGEN’ für eine ‘Nichtzahlung’ der jährlichen Strafe hingewiesen. Zuerst wird einem der Fahrausweis entzogen bis man bezahlt und wenn man 24 Monate nicht bezahlt und man zufällig Eigenheimbesitzer ist, dann wird einem die Steuerschuld als Pfand im Grundbuch eingetragen. Man kann seine Bankdaten angeben, damit sie leichter ‘automatisch abbuchen’ können, die Strafe entweder wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich! Das ganze ist weder ‘freiwillig’ noch ‘erschwinglich’.”

Wenn das stimmt was Sheehan als einer der ersten Antragsteller erlebt hat, dann ist das noch mehr Grund für eine Revolte in den USA. Für viele sind solche hohen Prämien und ein horrender Selbstbehalt untragbar. Dann noch die Strafe wenn man nicht mitmacht und sein Haus gepfändet bekommt. In den Staaten brodelt es ja eh schon gewaltig und die Mehrheit hat eine Stinkwut auf Obama und das ganze politische Establishment in Washington. Obamacare ist ein weiterer Beweis, für wenn die regierende Kaste arbeitet, nur für die Konzerne. In diesem Fall für die Versicherungs-, Pharma- und Spitalindustrie. Die haben ja auch das Gesetz ausgearbeitet.

Aber in einem täuschen sich die Wutbürger in Amerika. Was sie als Kommunismus bezeichnen, ist in Wahrheit Faschismus. Die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht, die Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste, der totale Überwachungs- und Polizeistaat, die Gleichschaltung der Medien und Verbreitung von Lügen und Propaganda, der Schutz der Kriminellen der Wall Street und Bereicherung der 1%, die Entmündigung der Bürger und Zerstörung der Verfassung, die ständige Drohung und Erpressung anderer Länder und Führung von Angriffskriege, sind alles Merkmale des Faschismus.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog

(497)

Wolfgang Schäuble im Kreise der Experten beim Treffen der Euro-Finanzminister: Die neueste Vorlage der Banken-Rettung in Europa enthält Kleingedrucktes, das den Banken, nicht jedoch dem deutschen Steuerzahler gefallen dürfte. (Foto: dpa)

Wolfgang Schäuble im Kreise der Experten beim Treffen der Euro-Finanzminister: Die neueste Vorlage der Banken-Rettung in Europa enthält Kleingedrucktes, das den Banken, nicht jedoch dem deutschen Steuerzahler gefallen dürfte. (Foto: dpa)

Die Blaupause von Zypern galt den Euro-Rettern als die beste Möglichkeit, die Verantwortung für Banken-Rettungen an die Bank-Kunden abzuwälzen.

Nach dem Zugriff in Zypern hatten die EU-Finanzminister Schritt für Schritt einen Plan entwickelt, im Rahmen der Banken-Union in Europa in einer „Haftungs-Kaskade“ zuerst die Inhaber von Bankaktien, Bankanleihen und Bankkunden ab einer Einlagen-Höhe von 100.000 Euro zur Sanierung oder Abwicklung einer Geschäftsbank zur Kasse zu bitten.

Doch offenbar fürchten die Politiker nach näherer Betrachtung der Materie, dass in diesem Fall ein öffentlicher Protest ausbrechen könnte, der von der Politik nur schwer zu kontrollieren ist. Denn wenn Sparer und Anleger konkret merken, wie viel Geld sie als Gläubiger bei einer Pleite ihrer Bank verlieren, sind Bank-Runs und andere Unannehmlichkeiten kaum zu verhindern.

Damit haben sie der Öffentlichkeit jedoch Sand in die Augen gestreut. Offenbar sollen die Staaten und damit die Steuerzahler auch in Zukunft für Bankenrettungen herangezogen werden.

Dazu soll Artikel 27, Absatz 2dIII eines Richtlinienentwurfs dienen. Laut dieses Richtlinienentwurfs soll es künftig Ausnahmen von den bisherigen Überlegungen geben.

Demnach soll auf „staatliche Hilfen“ so lange zugegriffen werden, bis die künftige Finanzaufsicht eine Bank als endgültig als nicht überlebensfähig einstuft, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Dies bedeutet, dass während einer Bankprüfung unbegrenzt Gelder der Steuerpflichtigen in eine Geschäftsbank fließen können.

Erst dann, wenn die Finanzaufsicht zu der einer endgültigen – womöglich in ferner Zukunft – Einschätzung kommt, dass eine Bank keine Überlebenschance besitzt, wird der Steuerzahler aus der Bankenhaftung wieder entlassen.

„Der Staat muss also nur ein bisschen früher mit der Finanzspritze kommen“, wird der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold dazu zitiert.

Laut dem Handelsblatt wurde der Richtlinien-Entwurf der europäischen Finanzminister vom deutschen Finanzministerium als zutreffend bezeichnet. Jedoch schränkt das Bundesfinanzministerium ein, Staatsbeihilfen seien nur für „gesunde Banken“ möglich.

Allerdings steht diese Aussage im krassen Widerspruch zur Feststellung in der Richtlinie, dass Banken so lange Steuergelder erhalten werden, bis die Finanzaufsicht eine „Überlebensfähigkeit“ bestätigt.

Das heißt: Die Banken müssen zunächst krank sein, damit sie der Steuerzahler retten darf.

Danach sind sie, eigentlich logisch, gesund.

Die EU-Richtlinie soll alsbald im Europaparlament verabschiedet werden.

Indessen werden der geplanten Banken-Union schwere Mängel bescheinigt. Denn noch immer ist unklar, unter welchen Voraussetzungen Bank-Gläubiger bei einer Sanierung zur Verfügung stehen müssen.

Der Präsident der European School of Management und Technology, Jörg Rocholl, wies am Mittwoch auf die verhängnisvolle Vernetzung hin: Die europäischen Banken sind zu etwa 80 Prozent in Wertpapiere investiert, die andere Banken herausgegeben hätten, wie das österreichische Portal für Wirtschaft, Geld und Politik berichtet.

Demnach sind die europäischen Banken untereinander eng verflochten. Werden bei der Sanierung einer Bank zuerst die Gläubiger herangezogen, so betrifft dies in der Folge entsprechend auch andere Banken. Dadurch würde sich die Krise noch verschärfen, sagt Rocholl.

Das von der Finanz-Industrie gesponnene Netz der Unübersichtlichkeit hält also.

Zumindest die Banken.

Die Kehrtwende der Rettungs-Politik dürfte auch damit zusammenhängen, dass die geplante Banken-Union noch schwere systemische Mängel aufweist. Denn der wichtigste Punkt, die vom IWF geforderte gemeinsame Schulden-Haftung mit angeschlossener gemeinsamer Einlagen-Sicherung, ist noch nicht beschlossen.

Für die europäischen Schulden-Politiker bietet die fortgesetzte Rettung von Banken aus Steuermitteln einen weiteren Vorteil: Der Schaden für den einzelnen Bürger ist nicht so evident wie bei einer Zwangsabgabe im Pleite-Fall. Über die Steuergelder ist eine dezente Umverteilung möglich, gegen die sich die Bürger auch mit rechtlichen Mitteln nicht wehren können. Die Folgen spüren die einzelnen Bank-Kunden nicht in konkreten Summen, sondern nur im weiteren Abwirtschaften von staatlichen Einrichtungen.

Die Banken-Rettung scheint besonders dringlich zu sein: Denn offenbar reicht die Zeit nicht, um die Zypern-Blaupause rechtzeitig umzusetzen.

Daher müssen sich die europäischen Steuerzahler darauf einstellen, dass sie über den Umweg von Steuererhöhungen und Sozial-Abbau zur Rettung des Finanzsektors geradestehen müssen.

Für die Banken, deren größte Schulden mithin die Staaten sind, bietet die Regelung den Vorteil, dass sie den Schwarzen Peter den Regierungen zuschieben können.

Offenbar hat die Banken-Lobby in Brüssel ganze Arbeit geleistet.

Die Schulden-Politiker erweisen sich mit der neuen Finte als Sklaven ihrer eigenen schlechten Politik: Sie haben den Bürgern immer neue Geschenke gemacht, in der Hoffnung, dass sich die Probleme irgendwann von selbst lösen werden.

Nun stehen bei ihnen, wie bei US-Präsident Barack Obama, die Men in Black vor der Tür und fordert ihren Tribut (mehr hier).

Die Finanzminister reagieren, wie sie immer reagieren: Sie lassen zahlen.

Dieses System, das keine Verantwortung und keine Transparenz kennt, hat Methode.

Und es funktioniert.

In Deutschland hat dieses System bei der Bundestags-Wahl nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt.

(186)

US-Präsident Barack Obama und IWF-Chefin Christine Lagarde sind besorgt: Das Schulden-Fiasko in Amerika könnte außer Kontrolle geraten. (Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama und IWF-Chefin Christine Lagarde sind besorgt: Das Schulden-Fiasko in Amerika könnte außer Kontrolle geraten. (Foto: dpa)

Der Auftritt der Banker bei US-Präsident Barack Obama hat offenbar einen bisher unbekannten Grund: Die Banken fürchten wegen des Defizit-Chaos einen Bank-Run der Amerikaner. Wie die FT berichtet, haben einige Banken ihre Notfall-Pläne aus dem Jahr 2011 aktiviert. Täglich werden in allen Banken Krisen-Sitzungen abgehalten.

Zwei Banken haben nun auch ihre Bargeld-Bestände in den Bankomaten um 20 bis 30 Prozent aufgestockt. Sie wollen sichergehen, dass die Kunden genug Geld aus den Automaten ziehen, wenn sie in Panik feststellen, dass wegen einer möglichen Staats-Pleite ihre eigenen Geldreserven ausgeschöpft sind. Welche Banken diese Maßnahmen ergriffen haben, schreibt die FT nicht.

Die Spareinlagen sind in den USA in einer Höhe von 250.000 Dollar versichert. Es ist jedoch eine grundsätzliche Frage, ob das amerikanische Finanz-System tatsächlich in der Lage wäre, für diese Versicherungen geradezustehen.

Schon jetzt klagen vor allem Staatsbedienstete über Liquiditäts-Engpässe. Sie seien auf das Geld von den Pay-Checks angewiesen, sagte Angestellte mehreren US-Networks. Auch zahlreiche Unternehmen, die mit der Regierung Geschäfte machen, sind von den Zahlungsausfällen betroffen. So hat die Rüstungsindustrie angekündigt, vorübergehend Personal abbauen zu müssen, weil erwartete Zahlungen vom Staat ausbleiben.

Erspartes haben die Amerikaner kaum: Man hat ihnen das Sparen in den vergangenen Jahren strukturell ausgetrieben. Durch die Niedrigzins-Politik der US-Regierung, die unter Bill Clinton und Alan Greenspan begonnen hatte, ist es für den durchschnittlichen Amerikaner unattraktiv geworden, Geld bei der Bank anzulegen. Im Gegenteil: Durch die niedrigen Zinsen wurden die Bürger ins Schulden-Machen getrieben. Heute stellen unter anderem die Studenten-Kredite eine Zeitbombe vor allem für die jüngere Generation dar.

Außerdem hat man den Amerikanern eingeredet, dass Bargeld in einer modernen Wirtschaft nicht nötig sei. Dadurch schieben viele US-Bürger erhebliche Kreditkarten-Schulden vor sich her. Wenn das Konto am Monats-Ende nicht die nötige Deckung aufweist, wird das Thema mit einem Schlag zu einem gewaltigen Problem für die Banken.

IWF-Chefin Christine Lagarde zeigte sich daher auch sehr beunruhigt über die Entwicklung: Eine Staats-Pleite der USA wäre eine Katastrophe für die US- und für die Welt-Wirtschafts, sagte Lagarde am Donnerstag.

Hinter verschlossenen Türen verhandeln unterdessen Republikaner und Demokraten über einen Ausweg aus dem Chaos.

Es wird erwartet, dass sich die Parteien vor dem 17. Oktober auf einen Kompromiss verständigen werden.

Dieser ist jedoch keine Lösung, auch wenn er den Crash des US-Wirtschafts-Systems noch einmal abwendet.

Was immer die Politik in Washington nun unternimmt: Es ist eine klassische Insolvenzverschleppung.

Die größte Industrie-Nation der Welt wandelt damit auf den Spuren Griechenlands.

Die Auswirkungen auf die Psychologie der Märkte dürften von den zerstrittenen Parteien übersehen worden seien.

Wenn die Banken jetzt schon Angst vor einem Bank-Run haben, ist das ein äußerst bedenkliches Signal für alle Investoren. Denn auch die US-Notenbank Federal Reserve ist wegen der massiven Aufkäufe von Staatsanleihen faktisch insolvent. Ihre aufgeblähte Bilanz-Summe ist eine Zeitbombe, die es ihr schwer macht, Obama in der Not zu helfen.

Das System nähert sich seinem Ende.

High Noon in Washington – und kein Retter in Sicht.

(227)

Francois Hollande will sich nicht mehr mit Unternehmen über Fabrikschließungen streiten. Frei nach dem Motto: Wenn die Wirtschaft nicht hört, macht man eben ein Gesetz. (Foto: Consilium)

Francois Hollande will sich nicht mehr mit Unternehmen über Fabrikschließungen streiten. Frei nach dem Motto: Wenn die Wirtschaft nicht hört, macht man eben ein Gesetz. (Foto: Consilium)

Um der steigenden Arbeitslosigkeit den Kampf anzusagen, ergreift das französische Parlament nun ungewöhnliche Schritte. Am Dienstag stimmte das Parlament für ein Gesetz, dass das Fabrikschießen in Frankreich stoppen soll. Demnach drohen Unternehmen Strafe, wenn sie eine rentable Fabrik einfach dichtmachen. Allerdings könnte das neue Gesetz durchaus viele neue Investoren abschrecken.

So müssen Unternehmen mit mehr als 1.000 Angestellten drei Monate lang intensiv nach einem Käufer für die rentable Fabrik suchen, so Reuters. Schließt das Unternehmen die Fabrik aber, ohne intensiv nach einem Käufer gesucht zu haben, wird es teuer. Pro entlassenem Arbeitnehmer drohen dem Unternehmen dann Strafen in Höhe des 20-fachen des Mindestlohns. Dieser liegt bei 1.430 Euro.

Nach der Zustimmung im Parlament müssen nun noch der Senat und im Anschluss die von Hollandes Partei kontrollierte Nationalversammlung dem so genannten Florange-Gesetz zustimmen. Das Gesetz ist benannt nach dem Stahlwerk Florange. Hollande und der französische Finanzminister Moscovici hatten vergeblich versucht, ArcelorMittal von einer Schließung des Werks abzuhalten (hier).

Hollande kann die Einlösung dieses Wahlversprechens gut gebrauchen. Seine Umfragewerte liegen noch immer im Keller. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich liegt bei über zehn Prozent. Im zweiten Quartal schaffte es die französische Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent wieder aus der Rezession. Das größte BIP-Wachstum seit 15 Monaten.

(203)

Den US-Behörden passt es nicht, dass Internethandel auch ohne ihre Überwachung stattfindet. Das Bitcoin-Portal Silk Road wurde vom FBI geschlossen. (Foto: Flickr/zcopley/CC BY-SA 2.0)

Den US-Behörden passt es nicht, dass Internethandel auch ohne ihre Überwachung stattfindet. Das Bitcoin-Portal Silk Road wurde vom FBI geschlossen. (Foto: Flickr/zcopley/CC BY-SA 2.0)

Die Internetseite Silk Road, dem Online-Markt der virtuellen Währung Bitcoin, wurde von dem US-Geheimdienst FBI geschlossen, nachdem Drogenhandel und illegale Dienstleistungen über die Seite mit Bitcoin abgewickelt worden sein sollen. Über 3,6 Millionen Dollar der virtuellen Währung wurden bei der Online-Razzia konfisziert.

Am Mittwoch notierte ein Bitcoin noch einen Wert von 141 US-Dollar. Nach der Razzia fiel die Währung auf einen Stand von 109,7 Dollar.

Der Eigentümer von Silk Road, der 29-jährige Ross William Ulbricht, wurde verhaftet. Ihm wird unter anderem Drogenhandel, Computer Hacking und Geldwäsche vorgeworfen.

Unterstützer der Seite Silk Road loben den anonymen Handel und die Zahlungsweise mit Bitcoin, denn beides befindet sich außerhalb der Überwachung durch die Behörden der USA. Mit der Razzia in der Handelszentrale versucht das FBI, etwas von dieser Kontrolle zurück zu erobern. Dabei gehen die Behörden auch gegen gemeinnützige Vereine vor, die sich für die Verbreitung der alternativen Währung einsetzen (hier).

Sollte Bitcoin unter ständige staatliche Überwachung gestellt werden, droht der Internetwährung das Aus. In manchen Ländern ist die Währung bereits verboten (mehr hier). In China hingegen boomt der Handel mit Bitcoin.

Das FBI begründet die Sperrung des Online-Handels damit, dass dort regelmäßig illegale Substanzen wie Marihuana, Opiate und Ecsasy-Pillen gehandelt werden konnten.

In zweieinhalb Jahren hat die Untergrund-Webseite Waren im Wert von 9,5 Millionen Bitcoins gehandelt und dafür 600.000 Bitoins an Kommission erhalten. Umgerechnet haben die Betreiber der Seite nach Angaben des FBI etwa 1,2 Milliarden Dollar umgesetzt und dafür 80 Millionen Dollar kassiert.

Der Steuerbehörde IRS gehen dadurch Steuergelder verloren. Die IRS plant daher eine Auskunftspflicht einzuführen, die die Bürger zwingen soll, alternative Zahlungsmethoden anzugeben, falls sie diese verwenden (hier).

Ein Nachfolge-Portal hat sich aber bereits angeboten, um den drohenden Geschäftsverlust durch die Beschlagnahmung von Silk Road aufzufangen. Die Handelsplattform SecondMarket will eine neue Seite entwickeln und so Investoren anlocken, die Geschäfte in Bitcoin abwickeln wollen.

Das Bemühen der US-Behörden zur Eindämmung der Alternativwährung dürfte also noch viele Runden weiter gehen.

(217)

Kunden informieren sich vorher im Internet über Preise und Qualität, bevor sie den Einkaufswagen füllen. Lebensmittel werden gerne auch im Ausland gekauft. (Foto: Flickr/gruenennrw)

Kunden informieren sich vorher im Internet über Preise und Qualität, bevor sie den Einkaufswagen füllen. Lebensmittel werden gerne auch im Ausland gekauft. (Foto: Flickr/gruenennrw)

Die Einkaufs-Gewohnheiten der Schweizer ändern sich. Viele Konsumenten suchen informieren sich zunächst online, bevor sie eine Kauf-Entscheidung treffen. Der Preis eines Produktes wird zunehmend wichtiger, ein Vergleich zur Pflicht.

Über 50 Prozent der Befragten einer Studie vom Forschungszentrum für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen gaben an, gelegentlich im Ausland einzukaufen, um Waren billiger zu erhalten. Sogar Lebensmittel aus dem Ausland werden gerne eingekauft: „45% der Befragten kaufen Lebensmittel ab und zu im Ausland ein. Im Jahr 2012 waren das noch 37%.“

Dieser Trend zeigt: Die Schweizer spüren die Krise und die hohen Preise im Inland.

Untersucht wurden fünf Schweizer Detailhandelsbranchen: Lebensmittel, Bekleidung, Möbel, Elektronik und Sport. Befragt wurden rund 1.800 Einkäuferinnen und Einkäufer in den Fußgängerzonen der Deutsch- und Westschweiz.

In allen Bereichen sind die Informationen auf den Hersteller-Webseiten für die Konsumenten wichtiger geworden. Der Anteil der Käufer von Sportartikeln, die auf Internetinhalte vertrauen, stieg um 36,7 Prozent. „Auch beim Kauf von Elektronik (Wachstum: 30.4%), Bekleidung (Wachstum: 25%), Möbeln (Wachstum 21%) und Lebensmitteln (Wachstum: 8%) werden Webseiten in der Vorkaufphase relevanter“, heißt es in einem Bericht von Schweizmagazin.ch.

Käufer orientieren sich dabei an Suchmaschinen für Online-Preise, Blogs und Internetforen. Die Wachstumsraten der Online-Recherche betragen bei Sportartikeln 58 Prozent, „91% bei Möbeln und 150% bei Bekleidung“. Auch das Online-Shopping wird immer beliebter.

Labels- und Produktkennzeichnungen verwirren die Kunden. Nur etwa zwei Drittel der Befragten gab an, die Labels und Kennzeichnungen seien verständlich und glaubwürdig. Über die Hälfte der Verbraucher findet es zugleich wichtig, beim Einkauf verständliche Informationen über die Herkunft der Produkte zu bekommen. Mit wachsendem Alter steigt auch das Bedürfnis nach mehr Informationen beim Shopping.

Kunden sind über Branchengrenzen hinweg genervt von Läden, die ständig ihre Regale umstellen oder ein zu großes Sortiment haben. Immer mehr Schweizer finden sich in ihren bevorzugten Einkaufsläden nicht mehr zurecht. „Sogar ca. 15 Prozent der Konsumenten geben an,  nie das im Laden zu finden, wonach sie suchen.“

Produkte aus der Region und ihre Natürlichkeit sind die wichtigsten Kriterien für den Einkauf von Lebensmitteln. Hier ist der Preis nur nachrangig wichtig.

Im August ist der UBS-Konsumindikator leicht zurückgegangen. Der Privatkonsum bleibt jedoch die Stütze der Schweizer Wirtschaft.

Die Schweizer sparen auch beim Urlaub und bleiben im eigenen Land. Die Hotelübernachtungen der Inländer sind leicht gestiegen. Der Index zur Geschäftslage im Detailhandel ist im August gar von -4,5 auf +3,5 Punkte geklettert.

Die Anmeldung von Neuwagen ging dagegen leicht zurück (-1,1 Prozent). Auch damit liegen die Schweizer im europäischen Trend.

(211)

Mit diesem schwarzen Infinti versuchte eine Frau, das Tor zum Weißen Haus zu rammen. Nach einer Verfolgungsjagd wurde sie in der Nähe des Kapitols gestoppt und erschossen. Die Frau war unbewaffnet. (Foto: dpa)

Mit diesem schwarzen Infinti versuchte eine Frau, das Tor zum Weißen Haus zu rammen. Nach einer Verfolgungsjagd wurde sie in der Nähe des Kapitols gestoppt und erschossen. Die Frau war unbewaffnet. (Foto: dpa)

In Washington ist es am Donnerstag vor dem Kapitol, dem Sitz von Senat und Repräsentantenhaus, zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen.

Eine Frau hatte versucht, mit ihrem Auto das Tor des Weißen Haus zu rammen. Danach flüchtete sie in Richtung Kapitol. Sie soll aus dem Auto gestiegen sein. Die Washington Post berichtete, dass alle Schüsse von der Polizei abgegeben wurden.

Die Polizei bestätigte am Abend, dass die Frau erschossen worden sei. Die Schüsse seien aus zwei verschiedenen Richtungen abgefeuert worden.

Die Frau war erschossen worden, als sie aus dem Auto ausstieg.

Die Polizei teilte mit: Die Frau war unbewaffnet.

In dem Auto war ein einjähriges Kind, das sich nach Angaben der Polizei in gutem Zustand befinden soll.

Das Auto war auf die 34-jährige Mirijam Carey aus Stamford, Connecticut, zugelassen. Die Behörden gehen davon aus, dass Carey auch am Steuer des Wagens gesessen habe.

Ein Polizeisprecher lobt die Einsatzkräfte: “Sie haben genau das getan, was von ihnen erwartet wird.”

Ein Polizist wurde verletzt, als ein Auto bei der Verfolgungsjagd einen Unfall hatte.

Die Washingtoner Polizei hatte die Politiker im Kapitol gewarnt und ihnen geraten, sich einzuschließen:

„Es wurde von Schüssen berichtet, deshalb sollen die Mitarbeiter in allen Senats-Büros sich sofort verschanzen. Schließen und  verriegeln Sie die Türen und halten Sie sich von den äußeren Türe und Fenstern fern. (…)“

Straßen wie die Second Street, die Maryland Avenue sowie Constitution Avenue NE wurden von der Polizei vorübergehend gesperrt.

Die Polizei teilte mit, dass es sich vermutlich um keinen Terror-Akt gehandelt haben soll.

Erst kürzlich war es nur wenige Kilometer entfernt zu einer Schießerei mit mehreren Toten auf einem Marine-Gelände gekommen (mehr hier).

Etliche Menschen vor dem Kapitol flohen, als sie die Schüsse hörten. Andere wurden aufgefordert, sich im Kapitol in ihren Büros zu verschanzen. (Foto: dpa)

Etliche Menschen vor dem Kapitol flohen, als sie die Schüsse hörten. Andere wurden aufgefordert, sich im Kapitol in ihren Büros zu verschanzen. (Foto: dpa)

(196)

Weboy