Wodka-Saufen vor laufender Kamera: Moderatorin Bettina Böttinger und WDR-Intendant Tom Buhrow. (Screenshot: WDR)

Wodka-Saufen vor laufender Kamera: Moderatorin Bettina Böttinger und WDR-Intendant Tom Buhrow. (Screenshot: WDR)

Die Sendung WDR Check war bereits als Monstrum konzipiert: In ausufernden zwei Stunden „stellte“ sich der neue WDR-Intendant Tom Buhrow den „legitimen Fragen“ der Zuseher. Wer knapp eine Stunde der Peinlichkeiten durchhielt, in der Buhrow seine einstudierten Antworten zu GEZ, Kultur und Tatort zum Besten gab, der konnte schließlich – als Höhepunkt – eine beispiellose Entgleisung des öffentlich-rechtlichen Zwangsbeglückungs-Apparats erleben.

Der Sender hatte – wohl um zu dokumentieren, wie „bunt“ er ist – eine polnische Musik-Gruppe eingeladen. Die Musiker „überraschten“ schließlich den Intendanten, die Moderatorin Bettina Böttinger und zwei „Tatort“-Schauspieler mit einem Tablett mit gefüllten Wodka-Gläsern.

Der Anführer der Gruppe „nötigte“ schließlich die WDR-Stars, den Wodka in Form einer rituellen, „gewerkschaftlich vorgeschriebener Wodka-Pause“ ex zu trinken – was der nette Herr Intendant zwar etwas verlegen, aber doch mit sichtlichem Genuss gerne tat. Auch die Wodka-Flasche wurde groß ins Live-Bild gerückt und war als polnisches Fabrikat zu erkennen.

Wir wollen einmal davon absehen, dass diese Aktion genau jene Klischees bedient, die die GEZ-Sender rund um die Uhr zu bekämpfen vorgeben: Nämlich die Darstellung der Polen als notorische Säufer.

Die Klischee-Polen im karierten Anzug servieren den Wodka auf offener Bühne. (Screenshot: WDR)

Die Klischee-Polen im karierten Anzug servieren den Wodka auf offener Bühne. (Screenshot: WDR)

Der wirkliche Skandal liegt darin, dass der WDR damit unterschwellig Saufen als ein gesellschaftlich sympathisches Phänomen präsentierte. Die Vorführung zelebrierte vor allem das zentrale Element, das auch das Koma-Saufen bei Jugend zu einer wahren Volks-Seuche gemacht hat: Nämlich den Gruppenzwang. Die Szene zeigte, dass die WDR-Leute – und auch einige Zuseher in der ersten Reihe – quasi zum Alkohol-Konsum genötigt wurden.

Genau nach diesem Muster breitet sich die Alkoholsucht unter Jugendlichen aus: Es wird ihnen das Gefühl vermittelt, sie seien „Spielverderber“, wenn sie nicht mitmachen. Am Nachmittag zeigte die ARD den Film „Koma-Saufen“ – ein platter Film, der nicht im Ansatz das bewirkt, was echte Suchtaufklärung erfordert, wie die Kritiker von moviepilot kritisieren. Aber immerhin – ein Versuch.

Und dann setzt sich am Abend der Intendant des WDR hin und spielt mit – in einer Sendung, in der die Milliarden, die der WDR an Gebühren einstrieft, verteidigt werden sollten. Wenige Minuten zuvor hatte sich Buhrow noch als der Anwalt des „Jugendschutzes“ präsentiert: Der WDR zeigte – als Werbung – einen Ausschnitt aus einem Tatort, der offensichtlich so brutal ist, dass er nicht um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden darf. Buhrow erklärte, dass der Jugendschutzbeauftragte eben „ein wichtiges Wort“ mitzureden habe – und warb bei den „Kreativen“ um Verständnis.

Die Kreativen, denen Buhrow wohl gefallen will, haben vor einigen Wochen auf dem Privatsender ProSieben ein „Trink-Spiel“ mit dem Schauspieler Matthias Schweighöfer veranstaltet, bei dem sich der Teenie-Schwarm in der Sendung „Circus Halligalli“ 14 Schnäpse am Stück reingekippt hatte. Die Kommission für Landesmedienschutz will den Vorfall untersuchen, wie DigitalFernsehen berichtet.

Buhrows Entgleisung wird von keiner Kommission untersucht werden.

Den selbstherrlichen Fernsehmachern ist vermutlich nicht einmal bewusst gewesen, in welchem Umfeld sie agieren – schließlich beklagte Buhrow in der Sendung, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Jugend nicht mehr erreichen.

Daher zur Aufklärung der WDR-Intendanz die Mitteilung von Destatis, die man unter dem Titel: „Diagnose Alkoholmissbrauch: 2011 wieder mehr Kinder und Jugendliche stationär behandelt“ findet:

Im Jahr 2011 wurden 26 349 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das waren 1,4 % mehr als 2010 (25 995). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg ihre Anzahl gegenüber 2010 auf 325 je 100 000 Einwohner (+ 3,3 %).“ An zweiter Stelle der gesamten Statistik über akute „Einlieferungen ins Krankenhaus liegen psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (338 400 Fälle), worunter auch der akute Alkoholmissbrauch fällt“.

Damit kein Zweifel aufkommt, dass es sich wirklich um Wodka handelt, zeigt die Kamera auch die Flasche. (Screenshot: WDR)

Damit kein Zweifel aufkommt, dass es sich wirklich um Wodka handelt, zeigt die Kamera auch die Flasche. (Screenshot: WDR)

Und das sind nur die statistisch erfassten Fälle.

Tatsächlich ist der Alkoholmissbrauch die teuflischste Sucht in Deutschland – weil er vermeintlich auf eine gesellschaftliche Akzeptanz stößt und weil beim Alkohol – anderes als bei anderen Drogen – die Grenzen zwischen Genuss und Kontrollverlust fließend sind.

Es ist selbst mit einem sehr weitgefassten Begriff des Rundfunkauftrags nicht vereinbar, dass vor laufender Kamera dieser Entwicklung Vorschub geleistet wird.

Ob mutwillig oder aus Dummheit tut hier nichts zur Sache.

Interessanter Weise ist das sogar einem Teilnehmer in einem sonst nur aus unangenehmen Huldigungen bestehenden „Chat“ des WDR aufgefallen (hier der ganze peinliche Chat als Dokument). Auch die Zensoren des WDR waren nicht schnell genug – der Beitrag rutschte durch.

Mit solchen Entgleisungen machen die GEZ-Sender tatsächlich Werbung in eigener Sache – wenngleich ganz anders als geplant.

Sie liefern unwiderlegbare Argumente für die Abschaffung der GEZ als Zwangsgebühr für alle deutschen Haushalte.

Mann, ist das lustig. (Screenshot: WDR)

Mann, ist das lustig. (Screenshot: WDR)

Sobald man etwas vom Stadtschloss sieht, werden auch mehr Spendengelder fließen, erwartet der Bauherr. (Foto: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Franco Stella)

Sobald man etwas vom Stadtschloss sieht, werden auch mehr Spendengelder fließen, erwartet der Bauherr. (Foto: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Franco Stella)

Auf der Berliner Museumsinsel soll bis 2019 eine Rekonstruktion des 1950 von der DDR gesprengten Stadtschlosses der Hohenzollern gebaut werden. Allein der Abriss des ostdeutschen Palastes der Republik kostete circa 120 Millionen Euro. Im Jahr 2011 erhöhte der Bund die Kostenobergrenze von 552 Millionen Euro auf 590 Millionen Euro. Doch die tatsächlichen Ausgaben könnten noch einmal deutlich höher liegen.

Inflations-Risiken sind in die geplante Summe nicht eingerechnet“, sagte Bauherr Manfred Rettig den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Wenn die Inflation ansteige, könne der Bau des Stadtschlosses teurer werden. Doch niemand könne heute wissen, wie hoch die Inflation in den kommenden Jahren ausfällt.

In den Gesamtkosten von 590 Millionen Euro sind 80 Millionen Euro erwartete Spenden enthalten. Darüber hinaus sind weitere Spenden nötig, um den Bau mit verschiedenen Extras zu versehen. Damit etwa die Kuppel in historischer Gestalt rekonstruiert werden kann, müssen dafür zusätzlich Spenden in Höhe von circa 15 Millionen Euro eingeworben werden. In den Baukosten ist nur der Rohbau der Kuppel enthalten.

Zur historischen Ausgestaltung der Kuppel sind zusätzliche Spendengelder nötig. (Foto: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Franco Stella)

Zur historischen Ausgestaltung der Kuppel sind zusätzliche Spendengelder nötig. (Foto: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum / Franco Stella)

Bisher habe man „weit über 20 Millionen Euro“ an Spenden erhalten, so Rettig. Die bisherigen Spenden reichen noch lange nicht. Der Bauherr rechnet aber damit, dass mehr gespendet wird, sobald man an der Baustelle etwas sehen kann. So seien bei der Grundsteinlegung im Juni innerhalb nur eines Tages 250.000 Euro gespendet worden.

Im kommenden Jahr sollen bereits die Wände des Erdgeschosses hochgezogen werden. Im Jahr 2015 soll Richtfest gefeiert werden. Eine Webcam zeigt den aktuellen Fortschritt auf der Baustelle.

Franziska Eichstädt-Bohlig, frühere baupolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, erwartet hingegen eine Kostenexplosion. „Es wird mit Sicherheit teurer, die Mittel sind insgesamt zu niedrig angesetzt. Allein für die barocke Fassade wird der Bund mehr Geld aufbringen müssen – auf Kosten des Steuerzahlers“, zitiert sie die taz. Zudem sei die genaue Ausgestaltung und Finanzierung anderer Bauabschnitte, wie der Agora oder der Kuppel, unklar.

Weitere massive Mehrkosten könnten sich aus baulichen Komplikationen ergeben. „Der sandige Berliner Untergrund an dieser Stelle beinhaltet ein Hauptrisiko“, sagt der frühere Präsident der Bundesarchitektenkammer Peter Conradi. Weil der Baugrund labil ist, musste bei der Sanierung der benachbarten Staatsoper Unter den Linden die Fertigstellung der Bühne von 2013 auf 2015/16 verschoben werden. Die Kosten erhöhten sich dadurch von 230 auf mindestens 285 Millionen Euro.

Zudem wird unter dem entstehenden Schloss derzeit ein U-Bahn-Tunnel gebaut. Dies sei mit baulichen Gefahren verbunden, wie der Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim U-Bahnbau gezeigt habe, sagt Conradi. „Links und rechts des Schlosses haben alle Projekte Schwierigkeiten, darum sind die 30 Millionen Risikovorsorge zu wenig, was die Rücklage angeht“, sagt Berlins Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek.

Die Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgart 21 oder der Berliner Großflughafen BER sind Beispiele für Kosten-Explosionen im Umgang mit Steuergeldern. Doch Bauherr Rettig hält seine Risikovorsorge für ausreichend. Das Stadtschloss solle nicht wie andere Großprojekte immer noch teurer werden. Es wäre damit eine Ausnahme.

Kommissions-Chef José Manuel Barroso fordert mehr Macht. Nur eine eigene Brüsseler Staatsanwaltschaft könne verhindern, dass die EU jedes Jahr um Milliarden Euro betrogen werde. (Foto: Consilium)

Kommissions-Chef José Manuel Barroso fordert mehr Macht. Nur eine eigene Brüsseler Staatsanwaltschaft könne verhindern, dass die EU jedes Jahr um Milliarden Euro betrogen werde. (Foto: Consilium)

Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten unterstützt den Vorschlag einer Europäischen Staatsanwaltschaft. Bis Montag hatten die Parlamente der Mitgliedsstaaten Zeit, Einsprüche oder Bedenken einzureichen. Der Deutsche Bundestag hatte keine Bedenken.

„Eine klare Mehrheit der Mitgliedstaaten hat keine schriftliche Meinung abgegeben und kann daher zu den wahrscheinlichen Teilnehmern an der Europäischen Staatsanwaltschaft gerechnet werden“ zitiert EUobserver EU-Sprecherin Mina Andreeva.

Mindestens 9 der 28 Mitgliedsstaaten sind erforderlich, um die gemeinsame Behörde zu starten. 17 EU-Staaten haben sich nicht zu einer Europäischen Staatsanwaltschaft geäußert und gelten daher als Befürworter.

Die Parlamente von Zypern, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Irland, Malta, den Niederlanden, Rumänien, Slowenien und Großbritannien haben Einspruch eingelegt, berichtet EurActiv. Dänemark wird aufgrund einer Ausnahmeregelung zum Lissabon-Vertrag nicht mitmachen.

Dennoch würden die EU-Abgeordneten den Vorschlag nun vorantreiben, sagte die EU-Sprecherin. Im Jahr 2015 soll die Behörde einsatzbereit sein. Sie werde voraussichtlich ohne die elf unwilligen Mitgliedsstaaten beginnen müssen.

Der Europäische Staatsanwalt wird die Macht haben, eigene EU-weite Ermittlungen durchzuführen und Anklage zu erheben. Zunächst soll die Behörde nur gegen Personen vorgehen können, die die EU betrügen. Doch könnte ihre Rolle später auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden.

Nach Ansicht der Kommission ist die Behörde notwendig, da die EU massiv betrogen werde. Ein hoher EU-Beamter sagte dem Parlament im September, die jährlichen Verluste wegen Betrugs lägen im Bereich mehrerer Milliarden Euro.

Der digitale Funk für Sachsens Polizei und Rettungskräfte wird mehr als doppelt so teuer wie geplant. (Foto: dpa)

Der digitale Funk für Sachsens Polizei und Rettungskräfte wird mehr als doppelt so teuer wie geplant. (Foto: dpa)

Die sächsische Landesregierung hat die geplanten Kosten für den Digitalfunk erneut nach oben korrigiert. Das ist mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. In ganz Deutschland verzögert sich die Einführung um viele Jahre.

„Die Einführung des Digitalfunks in Sachsen entwickelt sich zunehmend zur unendlichen Geschichte: Zeitverzug um mehrere Jahre, die Kosten laufen aus dem Ruder und die Kommunikation zwischen Bundesbehörden und dem Land funktioniert schlecht oder gar nicht“, sagte André Hahn, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion.

Im Jahr 2007 waren zunächst 141 Millionen Euro angesetzt worden. Doch das Innenministerium musste die Kosten in der vergangenen Woche erneut nach oben korrigieren. Inzwischen rechne die Landesregierung mit Gesamtkosten von 344 Millionen Euro, berichten die DNN. Das sei eine „Verschwendung von Steuergeldern“, so Hahn.

Der abhörsichere Sprech- und Datenfunk sollte ursprünglich bereits 2010 in ganz Sachsen funktionieren. Doch erst 2015 werden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste den Digitalfunk nutzen können. Das ist fünf Jahre später, als ursprünglich geplant.

Auch in anderen Bundesländern sind die Kosten explodiert. Eine Ausnahme bildet Nordrhein-Westfalen, das mit der veranschlagten halben Milliarde Euro hinkommen wird, berichtet Die Welt. Der Probebetrieb läuft bereits. Im kommenden Jahr soll in ganz NRW der Normalbetrieb starten. Fahndungsbilder und Lagepläne kann das neue System allerdings nicht wie ursprünglich versprochen übermitteln.

Nordrhein-Westfalen muss nicht nur 80.000 neue Handgeräte anschaffen und die 26.000 Einsatzwagen von Polizei und Rettungskräften umrüsten. Das Land musste auch 444 Basisstationen für das eigene Netz errichten lassen. Dies geschah zum Teil gegen den Widerstand örtlicher Bürgerinitiativen.

Deutschland hatte sich im Schengener Abkommen von 1990 zum Digitalfunk verpflichtet. Die Umrüstung war ursprünglich zur Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 geplant. Doch wegen Problemen bei der technischen Umsetzung und bei der Auftragsvergabe hat sich die Einführung in allen Bundesländern immer wieder verzögert.

Insgesamt besitzt die Schwedische Zentralbank 10.000 Goldbarren. Die sind allerdings verteilt. Jetzt verriet die Bank, wo genau sich das Gold befindet. (Foto: dpa)

Insgesamt besitzt die Schwedische Zentralbank 10.000 Goldbarren. Die sind allerdings auf verschiedene Standorte verteilt. Jetzt verriet die Bank, wo genau sich das Gold befindet. (Foto: dpa)

Die Zentralbank von Schweden hat Angaben über Umfang und Standorte ihrer Goldreserven verraten. So besitzt die „Sveriges Riksbank“ 125,7 Tonnen Gold im Wert von 5,85 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 10.000 Goldbarren.

Fast die Hälfte davon ist in der Bank of England gelagert – 61,4 Tonnen. Ein Viertel liegt in der Bank of Canada -33,2 Tonnen. Die Riksbank selbst lagert 15,1 Tonnen in Schweden, 13,2 Tonnen liegen bei der Fed in New York und 2,8 Tonnen in der Schweizer Nationalbank, so die offiziellen Angaben der Riksbank.

Vor einem Jahr hat die Deutsche Bundesbank einen ähnlichen Schritt gemacht. Auf Druck der Politik hat sie veröffentlicht, wo sich das Gold der Bundesbank befindet. Demnach liegt knappe die Hälfte des deutschen Goldes ins New York. Im Januar 2013 ergänzte die Bundesbank, dass sie einen Teil des Goldes zurückholen möchte, damit zumindest etwas über 50 Prozent davon in Deutschland verwahrt werde (hier über die bis vor kurzem geheim gehaltene Aktion).

Dafür soll ein Teil des Goldes aus Amerika nach Deutschland gebracht werden. Außerdem wird die Bundesbank das gelagerte Gold in Paris abziehen, da der Standort aufgrund der Gemeinschaftswährung überflüssig geworden ist.

Warum die Riksbank die Informationen zu ihren Goldreserven öffentlich gemacht hat, verriet die Bank nicht. Das Gold macht 37,3 Prozent des Gesamtvolumens der Schwedischen Nationalbank von insgesamt 64,62 Milliarden Dollar aus.

Russland schnappt sich Finnlands Assets

On October 31, 2013, in Endzeit, by admin
Die Russen überrollen die Finnen. Im Eishockey gehört das dazu. Vielen Finnen bereitet der Investitionseifer der Russen in ihrem Land Sorgen. Doch die Wirtschaft schwächelt und braucht Impulse, sagt die Politik. (Foto: dpa)

Die Russen überrollen die Finnen. Im Eishockey gehört das dazu. Vielen Finnen bereitet der Investitionseifer der Russen in ihrem Land Sorgen. Doch die Wirtschaft schwächelt und braucht Impulse, sagt die Politik. (Foto: dpa)

Die staatliche russische Schiffsbaugesellschaft will Arctech Helsinki kaufen. Das berichten finnische und russische Medien. Dass Russland Interesse an einer finnischen Schiffswerft für Eisbrecher hat, wäre normalerweise keine Meldung wert. Doch die Russen kaufen im Moment viel ein in Finnland. Zu viel, sagen einige Finnen.

Die finnische Regierung trug vor Kurzem einen Machtkampf aus. Es ging um den Verkauf des finnischen Atomkraftwerks Fennovoima an einen russischen Betreiber. Ein Drittel der Anteile gingen schließlich an Rosatom. Außerdem soll das russische Unternehmen das AKW betreiben.

Für die meisten Finnen war die symbolträchtige Transaktion der Verkauf des Eishockey-Teams Jokerit. Die Käufer sind russischer Investoren, die Vladimir Putin nahestehen sollen. Ab der nächsten Saison wird das Team nicht mehr in der finnischen Liga, sondern in der russisch dominierten Kontinentalen Hockey-Liga spielen.

Jyrki Katainen, finnischer Premierminister, macht sich indes keine Sorgen um das steigende Engagement der Russen in seinem Land. „Wir wären sehr zufrieden, wenn es mehr russisches Investment in Finnland gäbe“, zitiert ihn die FT.

Finnland ist eines der wenigen Euroländer mit AAA-Rating und stabilem Ausblick bei den Agenturen. Aber in Helsinki macht man sich Sorgen, wie es mit der Wirtschaft weitergehen soll. Die wichtige Papier- und Zellstoffindustrie schwächelt. Der ehemalige Handyriese Nokia hat seine Strahlkraft schon lange verloren.

Die finnischen Exporte nach Russland sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um ein Prozent gestiegen. Die Exporte in die EU allerdings um vier Prozent gefallen. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Exporte nach Russland verdreifacht.

Helsinki gilt als eine von Europas Start-up-Hauptstädten – auch, weil so viele Russen nach Finnland kommen.

Als Touristen kommen die Russen ebenfalls gern in ihr Nachbarland. 2012 waren es rund 5 Millionen. Dafür eröffnete Finnland sogar mehrere Service-Points, sogar bis nach Sibirien, um die Visa-Vergabe effizienter zu gestalten. Russisch ist mittlerweile die meist gesprochene Fremdsprache in Finnland (Schwedisch ist zweite Amtssprache). Bis 2050 soll sogar mehr Russisch als Schwedisch gesprochen werden, so finnische Migrationsexperten.

Doch der Verkauf von Fennovoima an den russischen Betreiber Rosatom war vielen Finnen zu viel. Finanzministerin Jutta Urpolainen will das Thema erneut ins Parlament debattieren. Sogar Parteikollegen von Katainen unterstützen diesen Plan.

Das macht den Befürwortern des Verkaufes Sorgen. Sie befürchten, eine neuerliche Diskussion könnte die russische Seite das Projekt aufgeben lassen.

Unangenehm für China: Gerade am Tiananmen-Platz wird kein regimekritisches Verhalten geduldet. Ein Selbstmordanschlag passt gar nicht ins selbst auferlegte Image. Es gibt fast keine Bilder von der Amokfahrt und den Folgen. (Foto: dpa)

Unangenehm für China: Gerade am Tiananmen-Platz wird kein regimekritisches Verhalten geduldet. Ein Selbstmordanschlag passt gar nicht ins selbst auferlegte Image. Es gibt fast keine Bilder von der Amokfahrt und den Folgen. (Foto: dpa)

Laut chinesischen Behörden handelt es sich bei den drei Insassen der Amokfahrt um Uiguren, einer muslimischen Minderheit in China. Ein Ehepaar und die Mutter des Mannes sollen im Fahrzeug gewesen sein. Alle drei starben bei der Explosion.

Die Polizei spricht von einem „geplanten, organisierten Terrorakt“. Das in Flammen aufgehende Auto war mit Benzinkanistern gefüllt. Daneben sollen sich auch Eisenstangen, Beile und die Fahne des Dschihad im Fahrzeug befunden haben. Die Fahrt war anscheinend ein Selbstmordanschlag.

Die chinesische Polizei hat nun die mutmaßlichen Helfer verhaftet. Fünf weitere Uiguren, die laut Behörden mit der Familie nach Peking gereist sind. Sie werden der Mittäterschaft verdächtigt, berichtet das chinesische Staatsfernsehen. In der Unterkunft sollen lange Messer und ebenfalls Dschihad-Flaggen gefunden worden sein.

Sollte sich der Verdacht eines Terroranschlags bestätigen, wäre es der erste Selbstmordanschlag von Uiguren in der chinesischen Hauptstadt.

Rote Bete hilft gegen Bluthochdruck

On October 31, 2013, in Endzeit, by admin
Bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck kann die rote Bete als Medikament eingesetzt werden. (Foto: Flickr/B.D.'s world)

Bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck kann die rote Bete als Medikament eingesetzt werden. (Foto: Flickr/B.D.’s world)

Ihr hoher Nitratgehalt macht die rote Bete und einige andere Gemüsesorten zu effektiven Mitteln gegen Bluthochdruck. In einem Experiment an der Queen Mary Universität in London tranken 15 Patienten, die trotz hoher Blutdruckwerte noch keine Medikamente erhalten hatten, 250 Milliliter eines Rote-Bete-Saftes oder Wasser.

Die Menge des Rote-Bete-Saftes wurde so gewählt, dass der Nitritgehalt im Blut um etwa 50 Prozent anstieg. Dies hatte in früheren Experimenten bei Menschen mit normalem Blutdruck keine Änderung bewirkt. Doch bei den Patienten mit erhöhtem Blutdruck kam es nun zu einem deutlichen Abfall des systolischen Blutdrucks.

Der Rückgang war drei bis sechs Stunden nach dem Trinken des Saftes am größten und hielt über 24 Stunden an. Auch der diastolische Blutdruck wurde signifikant gesenkt, zitiert das Ärzteblatt die Leiterin des Experiments Amrita Ahluwalia. Die Wirkung des Rote-Bete-Safts kann sich also durchaus mit herkömmlichen Medikamenten gegen Bluthochdruck messen lassen.

Sie wollen ungestört weitermachen - die Bürger sollen weiter bespitzelt werden: Merkel und ihre Freunde - hier bei den Koalitions-Verhandlungen in Berlin. (Foto: dpa)

Sie wollen ungestört weitermachen – die Bürger sollen weiter bespitzelt werden: Merkel und ihre Freunde – hier bei den Koalitions-Verhandlungen in Berlin. (Foto: dpa)

Der DLF, der gewöhnlich sehr gut informierte Sender für die politischen Eliten, meldet:

„Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Gespräche dienten dazu, ,eine neue Vertrauensbasis zu erarbeiten‘ und die Zusammenarbeit der Geheimdienste neu zu regeln. Auch die Präsidenten von Bundesnachrichtendienst und Bundesverfassungsschutz, Gerhard Schindler und Hans-Georg Maaßen, sollen nach Angaben Seiberts in den kommenden Tagen nach Washington reisen.

Ziel sei es, eine maßlose Überwachung durch US-Geheimdienste zu verhindern und den Datenschutz sowie die Privatsphäre der Bundesbürger sicherzustellen, hieß es in Berlin weiter. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur strebt die Bundesregierung mittelfristig ein bilaterales Abkommen an, bei dem die US-Seite unter anderem zusagt, auf die Ausspähung von Regierung, Behörden und diplomatischen Vertretungen zu verzichten.

Dies bedeutet: Für 80 Millionen Deutsche hat Merkel ein paar Phrasen parat („Datenschutz und Privatsphäre der Bundesbürger sicherstellen“).

Für die Eliten soll es dagegen ein „bilaterales Abkommen“ geben.

Regierung, Behörden, Diplomaten sind schützenswert.

Die Bürger sind Freiwild.

Es fehlt das grundlegende Unrechtsbewusstsein, dass unter der seit Jahren schleichend eingeführten, globalen „Terror-Gesetzgebung“ heute weltweit jeder Bürger ohne den geringsten Verdacht, ohne gerichtlichen Beschluss und erst Recht ohne die Möglichkeit zum Widerspruch ausgeforscht werden kann – und ausgeforscht wird.

NSA-Chef Keith Alexander hat klargestellt, dass das so bleiben wird (sehr interessant – hier).

Der Versuch der politischen Eliten, sich nun plötzlich gegen das Abhören schützen zu wollen, ist zum einen der gesunden Panik geschuldet, die im Establishment herrscht: Rom, Paris, Berlin, Madrid – über die Politiker all dieser Länder liegen Akten vor. Jedes Gespräch ist dokumentiert. Vermutlich weiß Barack Obama, welche Pizza Merkel am Montag gegessen hat und wie viele Flaschen Wein sich Francois Hollande gegeben hat, nachdem er vom Streik der Fußballspieler erfahren hat.

Die Amerikaner und Briten wissen, wer eine Freundin hat, wer einen Geliebten, wer Steuergelder fürs private Shopping verwendet, wer wo mitschneidet, wenn die Bauwirtschaft einen Großauftrag an Land zieht.

Weil die politischen Eliten in Europa in hohem Maß verkommen sind, fürchten sie die große Erpressung (mehr dazu im Detail hier).

Daher sind Merkel und ihre europäischen Freunde nun so nervös: Wenn sie alle durch und durch ehrlich wären, bräuchten sie nicht so hysterisch reagieren.

Die Wikileaks-Veröffentlichungen waren die Ouvertüre zur großen Erpressung: da ging es nur um Kleinkram, etwa, dass Westerwelle keine Ahnung von der Außenpolitik hat oder Berlusconi gerne grapscht.

Nun aber kommen die harten Fakten.

Um ihre eigene Haut zu retten, will Merkel nun ein Abkommen, das das Abhören verbietet.

Die Bürger und ihre Rechte sind Merkel völlig gleichgültig. AAls bekannt wurde, dass Millionen Deutsche ausspioniert wurden, fiel Merkel nichts Dümmeres ein, als Ronald Profalla das Ende der Affäre verkünden zu lassen.

Und nun winseln die Politiker wie die getroffenen Hunde.

Auch die Unternehmen sind Merkel gleichgültig: Deutschland würde es viel mehr schaden, wenn wichtige Maschinenbauer durch Industrie-Spionage aus der Bahn geworfen würden als wenn Obama weiß, wem Merkel gerade den schiefen Mundwinkel zeigt – oder mit was Sigmar Gabriel von der Speisekarte im Berliner „Ganymed“ hält.

Aus dieser Panik soll jetzt ein Abkommen gezimmert werden, dass die vom Steuerzahler finanzierten Feudal-Institutionen schützt.

Die Steuerzahler sollen dagegen weiter überwacht werden – ganz legal.

Daran haben auch Merkel und Schäuble ein Interesse.

Nicht, weil alle Deutschen Terroristen sind.

Sondern weil die Schuldenkrise die Politik auf die wahnwitzige Idee gebracht hat, die Bürger so genau auszuhorchen, dass sie keinen einzigen Cent mehr am Fiskus vorbeischleusen können.

Die Politiker wollen die Bürger abhören.

Es geht um ein Klima der Angst, das die Leute gefügig machen soll: Im Grunde reicht es, wenn der Bürger denkt, dass er ausspioniert wird – dann wird er jeden Taxi-Beleg in zweifacher Ausfertigung archivieren.

Das Beste an der NSA-Affäre ist: Nun merken die Eliten einmal am eigenen Leib, wie das ist, wenn man das Gefühl hat, permanent von einer unkontrollierbaren Macht ausspioniert zu werden.

Sie gackern wie Viviane Reding die aufgescheuchten Hühner.

Wie sie den Missstand abstellen wollen, zeigt, wie abgehoben die Eliten sind: Sie denken nur noch an sich – panisch, plump und peinlich.

Wäre Politik eine Krankheit, müsste man für das politische Berlin diagnostizieren: DDRmitis im fortgeschrittenen Stadium.

Auch künftig dürfen Extrem-Surfer mit einem monatlichen Datenvolumen von mehr als 75 Gigabyte von der Deutschen Telekom nicht gedrosselt werden. (Foto: dpa)

Auch künftig dürfen Extrem-Surfer mit einem monatlichen Datenvolumen von mehr als 75 Gigabyte von der Deutschen Telekom nicht gedrosselt werden. (Foto: dpa)

Am Mittwoch hat das Landgericht Köln Vertragsklauseln der Deutschen Telekom für unzulässig erklärt, wonach das Surftempo bei Internet-Flatrates gedrosselt wird.

Pläne der Telekom sehen vor, dass Festnetz-Kunden mit einer Internet-Flatrate ausgebremst werden, wenn sie zu viel surfen. Die Nutzung des kostenpflichtigen Internet-Fernsehens (IPTV) der Telekom soll von der Bremse ausgenommen werden, berichtet die Verbraucherzentrale NRW.

Laut den geplanten Vertragsbedingungen (Call-&-Surf) soll die Verbindung von bis zu 50 Megabit auf 2 Megabit pro Sekunde gedrosselt werden, sobald ein bestimmtes monatliches Datenvolumen überschritten wird (z.B. 75 Gigabyte). Ein ruckelfreies Anschauen von HD-Filmen in Echtzeit wäre dann nicht mehr möglich. Deutliche Einbußen der Qualität drohten auch beim Musikhören oder beim Internet-Telefonieren.

Die Verbraucherzentrale NRW, die die Klage gegen die Telekom eingereicht hatte, argumentiert, dass die Drosselung eine „unangemessene Benachteiligung“ der Kunden sei. Diese sollten über die gesamte Laufzeit mit dem versprochenen Tempo surfen können. Das Landgericht Köln gab der Verbraucherzentrale NRW nun Recht und erklärte die entsprechenden Klauseln für unzulässig.

Flatrate-Tarife mit einer maximalen Geschwindigkeit unter 50 Megabit pro Sekunde sollten nach den Plänen der Telekom sogar auf 384 Kilobit pro Sekunde gebremst werden. Hier hat die Telekom aber bereits anerkannt, dass diese extreme Drosselung um bis zu 99 Prozent unzulässig ist.

Sollte die Entscheidung des Gerichts rechtskräftig werden, müsste die Telekom die Passagen aus den betroffenen Flatrate-Verträgen streichen. Für eine Surf-Bremse bestünde im Fall einer Flatrate dann keine wirksame Rechtsgrundlage mehr.

Allerdings ist ein anderer Fall viel wahrscheinlicher: Die Telekom wird einfach nicht mehr von der Flatrate sprechen. Denn im Kern hat das Gericht der Telekom nur verboten, einen Dienst, den die Telekom Flatrate nennt, zu drosseln.

Also dürfte die Telekom, die zunächst einmal Rechtsmittel einlegen wird, in Zukunft vermutlich von SurfStandard und Surf+ (oder so ähnlich) sprechen.

Und weiter drosseln.

Weboy