Spatz: Wenn man nur wüsste, wie

On August 24, 2013, in Spatz, by admin

Wenn man nur wüsste, wie

 

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

Von den eigentlichen Problemen und entsprechenden Lösungen hört man im sogen. Wahlkampf wenig. EU und Euro sind kaum ein Wahlkrampfthema. Die Zuwanderung nicht Integrationswilliger und entsprechende Belastung der Sozialsysteme ist tabu und bewegt angeblich nur Rassisten. Dass die Pflanzennahrung CO2 ein „Klimakiller“ sei, gilt als Selbstverständlichkeit, dient aber nur zur Rechtfertigung übler Beutelschneiderei und bestimmten protegierten Sonderinteressen. Ebenso allgemein verbreitet ist unter den zur Wahl angebotenen „anerkannten“ Parteien die mehr oder weniger verborgene Absicht, aus Deutschland ein rein geographisches Gebiet zu machen und aus seiner Bevölkerung eine Masse Vereinzelter ohne sprachliche, kulturelle oder historische Identität – wenn man von den Zahlungsverpflichtungen aufgrund zweier Weltkriege und des Holocausts absieht.

Es wirkte fast wie ein Versehen, als der Bundesfinanzminister auf einer Wahlveranstaltung andeutete, dass für Griechenland ein drittes Hilfspaket geschnürt werden müsse. Um wie viel es sich dabei handele, wollten er und die Kanzlerin vor der Wahl nicht sagen. „Um weniger als bisher“ wurde besänftigt. Mit „um wie viel genau?“ versuchten Medien und Wahlkampfgegner scheinentrüstet zu punkten. Angestoßen hatte die wahltaktische Indiskretion Schäubles sein wissenschaftlicher Chefberater, Prof. Dr. Kai A. Konrad, Direktor am Max-Planck Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, mit seinem Interview in Die Welt.

Konrad nannte Griechenland ein „Fass ohne Boden“, weil bisher niemand einen Boden eingezogen habe. Die Schuldenquote Griechenlands steige weiter an, weil seine Wirtschaftsleistung trotz realitätsferner Wachstumsprognosen seitens EU, EZB und IWF abschmilzt. Eigentlich hätten die Griechen (d.h. die sich dank der EU-Hilfen hemmungslos bereichernde Oberschicht) genug Vermögen, um selber für ihre Schulden aufzukommen. Aber an deren Vermögen wolle man nicht heran, so bleibe nur ein erneuter Schuldenschnitt, meinte der Chefberater. Dagegen musste Schäuble besänftigend und ablenkend eingreifen.

Interessant eine andere Bemerkung! Konrads Meinung nach solle nicht Griechenland aus dem Euro ausscheiden. Die damit verbundene Aufwertung der Auslandsverbindlichkeiten würde das Land erdrücken. „Wenn, dann muss Deutschland aus dem Euro raus.” Und Konrad weiter: Der Euro ist nicht Europa. Europa solle gerettet werden, nicht der Euro! Allerdings könne sich Deutschland „aus politischen Gründen“ nicht selbst vom Euro lösen, doch könnten andere Länder Deutschland dazu drängen. Denn die wirtschaftlichen Zustände würden in einigen Ländern unerträglich, schon brächen politische Unruhen aus. Wenn Deutschland und ein paar Nordländer die Währungsunion verließen, kämen bei abgewertetem Euro die südeuropäischen Länder wirtschaftlich wieder auf die Beine. Steigenden Auslandsverbindlichkeiten würden in dem Fall die Länder also nicht „erdrücken“? Der Professor misst je nach Option offensichtlich mit zweierlei Maß. So etwas sind wir bisher nur von „der Politik“ gewohnt.

Trotzdem: „Deutschland raus aus dem Euro!“, und das nicht von der AfD, sondern vom Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen! Ist er der von „anerkannter“ Seite (selbst von der Katholischen Kirche) viel geschmähten AfD beigetreten? Interessant, was er noch sagte, nämlich: Ein Austritt würde die deutsche Exportwirtschaft nicht ruinieren. Diese habe die regelmäßigen Aufwertungen der D-Mark in früheren Jahrzehnten immer gemeistert und wurde dadurch fit für den Wettbewerb. Im Hinblick auf die möglicherweise kommenden zusätzlichen Rettungspakete für Irland, Portugal oder Zypern stellte Konrad nüchtern fest, Deutschland könne die Eurozone nicht „retten“. Das Ausland kritisiere Deutschland zwar als „zögerlichen Hegemon“, doch das sei ein Irrtum. In der jüngst veröffentlichten Vermögensstatistik in Europa liege Deutschland weit unter dem  Durchschnitt. Politik und Medien hätten diese Ergebnisse heruntergespielt. Prof. Konrad fügte hinzu, dass Deutschland im Verhältnis zur EU zu klein und relativ zu seinen Nachbarn in den vergangenen 15 Jahren (dank seiner Wende-Politik) deutlich ärmer geworden sei. Deutliche Worte! Also doch heimliches Mitglied der AfD? Oder will der Mann nach der Wahl in weiser Voraussicht seinen Posten beim Bundesfinanzministerium verlieren oder rechnet er nur mit der Abwahl seines Klienten? Dabei klang er fast zuversichtlich: Zu Beginn der Euro-Krise 2010 habe er gedacht, dass „es“ (mit dem Euro) schnell wieder vorbei sei. Doch heute meine er, es könne noch einige Jahre dauern, ehe der Euro aufgrund zunehmender Spannungen zwischen den relativ stabilen Staaten im Norden und den überschuldeten Südstaaten zusammenbrechen werde. So ein Prozess ließe sich offenbar „ganz schön“ lange strecken. Offensichtlich, könnte man meinen, sind der realwirtschaftliche Niedergang und die sozialen Spannungen für die antreibenden gesellschaftspolitischen Absichten „der Politik“ noch nicht weit genug gediehen.

Deshalb musste den zu offenen Worten des Chefberaters schnell widersprochen werden. Das besorgte u.a. auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann mit seinem Interview im Wirtschaftsmagazin Capital vom 21.8. Er gab sich von der Leichtfertigkeit „irritiert“, mit der man eine Abspaltung der südeuropäischen Staaten in Erwägung ziehe. Wegen der eng verflochtenen Volkswirtschaften im Euroraum würde Deutschland dabei schwere Nachteile erleiden. Das gelte auch für einen deutschen Ausstieg aus der Währungsunion. Niemand hier sehne sich nach der D-Mark zurück. Wirklich niemand? Gemeint sind wohl nur „maßgebliche“ Leute, wie Banker und Großspekulanten.

Denn man sollte nicht vergessen: Mario Draghi der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) war zuvor für die Weltbank tätig. Von 2002 bis 2005 war er als Vizepräsident von Goldman Sachs in London für „Unternehmen und souveräne Staaten“ zuständig und somit an den Verkäufen von betrügerischen „Swaps“ an einige EU-Staaten (darunter auch Griechenland) beteiligt, um deren Bilanzen für die Aufnahme in die EU zu schönen. Solche Swaps wurden von der Griechischen Nationalbank gekauft, deren Präsident Christodoulos früher Börsenmakler bei Goldman Sachs war. Heute verwaltet er die griechischen Staatsschulden verantwortlich. Solche Leute haben die Verschuldung der Volkswirtschaften der Euro-Zone, deren Schuldzinsen für die Maßgeblichen gute Renditen abwerfen, künstlich hochgetrieben.

Im schlimmsten Fall – wenn die Griechen nichts von den ihrem Staat und ihren Banken aufgebürdeten Schulden selbst zahlen sollten (allerdings die anderen Bürgen doch) – müsste Deutschland rund 119,6 Milliarden Euro abschreiben. Das wären für jeden der rund 82 Millionen Bundesbürger etwa 1.460 Euro. Wenn nun nicht nur Griechenland kollabiert, sondern auch noch Irland, Portugal, Spanien und Italien, dann käme nach Berechnungen des ifo-Institut auf die Bundesrepublikaner eine Schuldenlast von 643 Mrd. Euro zu, pro Bundesbürger zwischen Wiege und Grab etwa 7.840 Euro. Das sind „Peanuts“ im Vergleich zur bisher schon von der Politik zugelassenen Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland von 24.870 Euro.

Uneinbringbare Kredite und sogenannte “toxische Wertpapiere”, Forderungen also, denen kein realer Wert entspricht, summieren sich in den Banken Eurolands auf rund 1,7 Billionen Euro. Selbst die deutschen Banken sitzen auf über 600 Mrd. Euro solcher „Werte“, – steht in der jüngsten hauseigenen Analyse des US-amerikanischen Bankhauses JP Morgan. Die Bestände sollen jährlich um rund 2,5% wachsen. Solche Summen kann kein Rettungsschirm der Welt auffangen. Die geplante Europäische Bankenunion kann hierbei lediglich dazu dienen, so viel Geld wie möglich aus der „Haftungs- und Solidargemeinschaft“ der Sparer, und den finanziell noch soliden Banken (sollte es die geben) herauszuholen.

Wenn man schon die Güter produzierende Wirtschaft über die Kreditvergabe glaubt steuern zu können, dann müsste man das Kreditgeschäft selbst in die Hand nehmen, und darf es nicht privaten internationalen Großbanken überlassen. Doch dieser Option steht mit großen Ausrufezeichen ein „Nazi!“ (als der eigentlichen Substanz dieser „Diktatur“) entgegen.

„Amerika, du hast es besser“, dichtete einst Goethe. Tatsächlich loben die anerkannten Medien die “economic recovery” des Barack Obama. „Was ist schon Wahrheit”, wenn nur „Werbung“ Gewinn bringt und damit im westlichen Sinne „wahr“ ist. Als Obama ins Weiße Haus einzog, hatten 60,6 % der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter einen Job, jetzt sind es 58.7 %. Von acht während der Obama-Regierung geschaffenen Jobs, waren 7 Teilzeitjobs (seven out of every eight jobs), 53 % aller berufstätigen Amerikaner verdienen weniger als $30,000 im Jahr. 40 % von ihnen verdienen heute weniger als den US-Mindestlohn im Jahr 1968. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit zu Beginn der Regierung Obama dauerte 19,8 Wochen, heute 36.6 Wochen. 8.332.000 potentielle Arbeitskräfte fielen in der ersten Regierungszeit Obama aus der “labor force“ (erfassten Arbeitsstatistik) heraus. Zu Beginn seiner Regierung bewohnten 67.5 % der Amerikaner eine eigene Wohnung, jetzt sind es nur noch 65.0 %, der niedrigste Anteil seit 18 Jahren. 16.1 % der Bevölkerung fällt unter die Armutsgrenze. Das ist mehr als zu Beginn des “Kriegs der Armut” im Jahr 1965 (dort liebt man offensichtlich „Kriege“ gegen alles Mögliche). Seit der Amtseinführung Obamas ist die Anzahl der Lebensmittelhilfe-Empfänger in den USA täglich (!) um durchschnittlich 11.000 gestiegen, heute liegt sie bei über 47 Millionen. Zum ersten Mal in der Geschichte der USA sind heute über eine Million Schüler obdachlos. Ihre Anzahl ist seit 2006 um 57 % gestiegen. Der Benzinpreis stieg von durchschnittlich $1.85. pro Gallone (4,405 l) auf heute (für uns unvorstellbar geringe) $3.53. Ähnlich steigen die Strompreise seit 5 Jahren ununterbrochen. Die Krankenkassenbeiträge stiegen by 29 %. Die Transferleistungen der Regierung an mittellose Amerikaner stiegen unter Obama by 32 %. Nach dem US-Census sind über 100 million Americans wenigstens auf eine der staatlichen Unterstützungs-Programme angewiesen. 2008 hielt die private FED $ 475.9 Mrd. an U.S. Treasury Bonds, heute sind es über zwei Billionen $. Die Staatsschulden stiegen unter Obama von knapp 70 % des BIP auf 101 %. Die Schulden der öffentlichen Hand pro Kopf belaufen sich auf annähernd $ 50.521. Eine „Erfolgsstory“? Ja! Aber für wen und für welchen Zweck?

Kunststück, dass viele Kritiker entrüstet vom unabwendbar drohenden Großen Crash fabeln. Doch das ist Wunschdenken. Denn wer zwingt Großbanken dazu, gewissen Staaten den Zahlungsbefehl zu schicken oder ihnen trotz fehlender „Sicherheiten“ Kredite zu verweigern, solange sie die von den Banken vorgegebene Politik befolgen? Crashs fallen nicht vom Himmel, kein metaphysisches „Es“ mit Passiv verursacht sie. Crashs werden von denen inszeniert, die dazu befähigt sind, wenn sie ein Interesse daran haben. Das sind die Hauptaktionäre der „Vier apokalyptischen Reiter des Bankenwesens“, also die Bank of America, JP Morgan Chase, die Citigroup und Wells Fargo (Goldman Sachs ist eher nur ihr Wadenbeißer). Ihre Geld-pumpen sind u.a. die großen Primärenergie-Versorger wie ExxonMobil, Royal Dutch/Shell, BP und Chevron Texaco und die wichtigsten Nahrungsmittel- und Saatgutfirmen. Die Firmenberichte der amerikanischen Börsenaufsicht zeigen an, dass die genannten vier Banken zu den führenden zehn Aktionären aller 500 führenden multinationalen Unternehmensgruppen zählen. (Außerdem sind sie die Eigentümer der in diesem Herbst 100 Jahre alt gewordenen Ferderal Reserve FED). Die Hauptaktionäre dieser Großbanken sind ein bis heute wohl gehütetes Geheimnis? Götter lieben es, hoch über den Köpfen ihrer Objekte im Himmel zu wohnen.

Bitte, entschuldigen Sie , wenn ich nichts zur aktuell heiß diskutierten „Pressefreiheit“ in England und auch nichts zu dem pünktlich eingetretenen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sage. Die Ziele lagen keine fünf Kilometer vom Hotel der UN-Beobachter entfernt, diedort gerade eingetroffen waren. Zu Syrien erinnere ich nur an die Begründung der USA zum Einmarsch in den Irak wegen angeblich dort vorhandener Chemiewaffen und an die angebliche Ermordung von Frühchen in Kuwaitischen Krankenhäusern durch Irakis usw.

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Revolutionen kommen immer dann, wenn die Mächtigen glauben, man könne ein Stück Brot zu einem Stück Kuchen hebeln (Leverage). La prise de la Bastille, 1793, Charles Thévenin.Revolutionen kommen immer dann, wenn die Mächtigen glauben, man könne ein Stück Brot zu einem Stück Kuchen hebeln (Leverage). La prise de la Bastille, 1793, Charles Thévenin.

Die Alchemisten des globalen Finanz-Systems werden unruhig.

Aus vielen Ländern der Erde kommen beunruhigende Zeichen.

Und sie kommen in immer schnellerer Folge.

Die Schulden-Blase beginnt zu platzen.

Die Folgen sind klar: Inflation und soziale Unruhen.

In immer schnellerer Folge geraten Länder unter Druck, die in den vergangenen Jahren die bevorzugten Ziele einer globalen Spekulations-Elite geworden sind. Währungen sind mit einem Mal nicht mehr wert: Brasilien, die Türkei, Indien, Indonesien, Südafrika – überall beschleunigen sich inflationäre Tendenzen.

Das Kapital wird nervös. Es zieht sich aus jenen Ländern zurück, in die es die verantwortungslose Niedrigzins-Politik der Zentralbanken getrieben hat. Zurück bleiben immer größere soziale Probleme.

Der Investor Marc Faber hat in einer sehr scharfsinnigen Analyse (Video am Ende des Artikels) genau vor dieser Entwicklung gewarnt. Faber erklärt, dass das maßlose Gelddrucken zu keiner Inflation in den USA oder in Europa geführt hat. Durch die unkontrollierten internationalen Verflechtungen wurde die Inflation exportiert. Anleger haben in Blasen investiert, weil sie von den Zentralbanken verführt wurden. Wie schon beim Internet-Boom, bei der Immobilien-Blase oder beim Goldrausch sind gewaltige Summen über Finanzprodukte in die sogenannten Schwellenländer geflossen.

Die Fiktion, mit der die globale Finanzindustrie operiert hat, ist simpel: Durch das viele Geld sind keine Produkte oder Werte geschaffen worden. Es wurden einfach die Preise von Assets erhöht. Faber sagt, dass das Bruttosozialprodukt der ganzen Welt in einem Jahr so hoch ist wie die Summe der künstlichen Finanz-Papiere, die innerhalb einer einzigen Woche auf den Markt geworfen werden.

Die Folge: Diejenigen, die in einer real existierenden Wirtschaft leben müssen, können sich nichts mehr leisten. Faber, der in Asien lebt, beschreibt die Lage in Thailand: Wegen des Irrsinns der Spekulationen sind die Immobilienpreise so massiv gestiegen, dass sich eine junge thailändische Familie kein Haus mehr leisten kann. Die Lebensmittelpreise sind explodiert. Für die Reichen der Welt ist das kein Problem: Wer eine Million Dollar im Jahr zur Verfügung hat, gibt nur 3 Prozent für Lebensmittel aus. Wer 1.000 Dollar im Jahr verdient, gibt 60 Prozent und mehr für das Essen aus.

Das ist der Punkt, an dem das morsches System bricht.

Brechen muss.

Nach Fabers Einschätzung waren die Unruhen in Tunesien, Ägypten, der Türkei und anderswo ausschließlich soziale Unruhen. Die Leute rebellieren, weil sie keine Zukunft mehr haben.

In Europa und den USA wird der Ausbruch von Unruhen noch verhindert, weil die Staaten manisch weiter Geld in die Sozialsysteme pumpen, um die Leute ruhig zu stellen – Geld, das sie nicht mehr haben.

Zugleich wird die Gesellschaft immer älter – und es ist eine Überlebensfrage für die Systeme, dass die Rentner Geld bekommen. Die Pensionsfonds sind hypernervös, weil sie wissen: Wenn das Finanzsystem wirklich crasht, können sie die Renten nicht mehr bezahlen. Sie jagen daher von einer Blase in die nächste.

Doch bald gibt es keinen sicheren Ort mehr.

Denn am Ende muss hinter jedem Investment, selbst hinter dem absurdesten Finanzprodukt, ein realer Wert stehen: Ein Unternehmen, ein Stück Land, ein Rohstoff.

Doch die realen Werte können mit den Preisen nicht mithalten, die diese selbstmörderische Strategie der globalen Spekulanten in die Höhe getrieben haben.

Und nun wollen die Alchemisten, die das Fiasko ausgelöst haben, den Geist wieder in die Flasche zurückdrängen.

Doch das gelingt nicht.

Der Geist ist aus der Flasche, es ist der Ungeist der ungedeckten Kredite, der Todeshauch der globalen Schulden.

Das System steckt in der Falle.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat in ihrer Rede vor den Finanz-Jongleuren in Jackson Hole daher die Kassandra gegeben und gesagt: Der Damm drohe zu brechen. Es müssen Verteidigungslinien erreichtet werden, um den System-Crash zu verhindern.

Die Krise in den Schwellenländern gerät außer Kontrolle. Hilflos hat Lagarde angekündigt, der IWF stehe bereit, Ländern, die in Not geraten zu helfen.

Mit politischem Rat.

Mit Geld.

Doch auch der IWF hat kein Geld mehr.

Es wurde zu viel gedruckt.

Geld verliert in dem Moment seinen Wert, wenn hinter dem Geld nichts mehr steckt. Diesen Moment erleben wir gerade.

Daher fummeln die Zentralbanker, die von niemandem gewählten, niemand verantwortlichen, von niemandem kontrollierten Animateure der weltweiten Gier, nun am Ausstieg herum.

Lagarde sagte, das Gelddrucken müsse langsam zu Ende gehen.

Der „Exit“, wie sie das nennt, müsse kontrolliert erfolgen.

Lagarde ist Juristin. Sie hat von Wirtschaft keine Ahnung.

Wovon sie etwas versteht, ist das kalte Spiel der Macht. Sie klammerte sich daher in ihrer Rede an die bekannte Fiktion, an das gefürchtete Instrument der Drohung: Die Staaten müssen alles gemeinsam machen. Nationale Egoismen müssten nun zurücktreten gegenüber dem großen, gemeinsamen Ziel – der Rettung des Weltfinanzsystems.

Doch die Beschwörungen verfangen nicht.

Für den überwiegenden Teil der Menschheit ist das Weltfinanzsystem nichts, was sie retten müssen.

Im Gegenteil: Für 99 Prozent der Menschen ist dieses Monopoly, bei dem sie nichts sind als die kleinen Plastikfiguren, die beim Monopoly hin- und hergeschoben werden, der sichere Untergang.

Marc Faber, der immer wieder etwas schrullig wirkt, versteht von Wirtschaft eine Menge.

Ganz anders als Lagarde sieht er die Konsequenzen: Die Folge der globalen Schuldenblase werden Krieg, soziale Unruhen und Zerstörung sein.

Der sich abzeichnende Crash in den jungen Volkswirtschaften ist ein sicheres Indiz, dass das Endspiel erreicht ist.

Das Bruttosozialprodukt der ganzen Welt, das Faber mit etwa 60 Billionen Dollar beziffert, entspricht dem Umsatz, den die Banken in einer Woche machen.

Das Geld, das im Umlauf ist, hat mit der Realität nichts mehr zu tun.

Wenn nun Indien, Indonesien, Brasilien, die Türkei und all die Staaten, in die die Finanzindustrie das Geld in Form von Krediten und Wetten auf diese Kredite gepumpt haben, mit einem Schlag die Balance verlieren – dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Finanz-Industrie die Leute nicht mehr länger im globalen Schulden-Gefängnis festgehalten werden können.

Es kommt zum Ausbruch.

Lagarde redet immer noch von einem ineinander verwobenen Finanzsystem und behauptet, dass alle gesittet an diesem System mitwirken sollten, damit weiter Geld verdient werden kann mit Werten, die es in der Höhe niemals wird geben können.

Sie übersieht jedoch, dass gerade die Menschen in jenen Staaten, die nun als erste zu fallen drohen, kein Interesse mehr haben an diesem System.

So korrupt und von den Banken abhängig kann gar kein Politiker sein, als dass er nicht bei der einsetzenden Beschleunigung merken würde: Jetzt geht es um das Überleben.

Beppe Grillo hat in einem Interview für die BusinessWeek gesagt, dass Italien schleunigst aus der Schuldenfalle kommen müsse. Nicht der Euro sei das Problem, sondern die Schulden. Die italienische Wirtschaft kann die Kredite nicht zurückzahlen, die dieses absurde politische System der Finanzinvestoren ihnen aufgezwungen hat – jene Kredite, die die ganz und gar skrupellosen Politiker gerne genommen haben, um sich bis zur nächsten Wahl am Futtertrog der Macht zu halten.

Doch nun kippt der Futtertrog.

Und wenn in Indien, Brasilien oder der Türkei Millionen auf die Straße gehen und das System kurz und klein schlagen, dann hilft kein „financial engineering“ mehr, wie es der IWF so gerne betreiben würde.

Russland und China werden folgen.

Und die Euro-Zone wird mit ihrer Schuldenlast mitgerissen werden. Das Ansteigen der Zinsen im Bond-Markt zeigt für Deutschland einen signifikanten Anstieg innerhalb kürzester Zeit. Auch die US-Staatsanleihen stehen schon bei 2 Prozent. Es wird immer teurer für die reichen, großen Schuldner, ihre Kredite zu bedienen.

Daher werde die Dämme nicht nur im Reich von Madame Lagarde brechen, sondern schon sehr bald auch die Grundfesten der westlichen Sozialsysteme unterspült und schließlich zum Einsturz gebracht werden von den gewaltigen Fluten an Geld, das gebraucht wird, um Schulden abzuzahlen.

Zypern, Griechenland, Portugal – das sind die Vorboten im Kleinen.

Nun kommen die Großen an die Reihe.

Dem Dammbruch wird die Sintflut folgen.

Der Tsunami der globalen Schulden.

Den kann der IWF nicht stoppen, die EZB nicht und auch die US-Notenbank nicht.

Die Inflation, die sich jetzt überall in der Welt zusammenbraut, kennt keine nationalen Grenzen.

Das ist der Denkfehler der Alchemisten, die so gerne die neue Weltordnung sehen würden: All das, was die Oligarchen, die dieses System erfunden und von ihm maßlos profitiert haben, in dieses System gesteckt haben, wird sich in der selben, unvorstellbaren Dimension gegen sie selbst richten.

Mark Faber sagt, das System geht zu Ende, „entweder durch Krieg oder den finanziellen Kollaps“.

Christine Lagarde glaubt, dass der Crash, den sie in ihrer Rede in Jackson Hole erstaunlich konkret beschreibt, durch noch mehr Kredit verhindert werden könne, durch die Aufgabe von nationaler Souveränität, durch noch härtere Sparmaßnahmen bei den Leuten.

Marc Faber sagt, das Ende werde „sehr schmerzhaft“ sein.

Denn was sich nun zusammenbraut, ist die Inflation des Zorns all jener, die sich betrogen und ausgebeutet sehen, um ihre Zukunft betrogen, in den Sklavenstand zurückversetzt von einer kleinen Elite, die ihnen selbst im Endspiel noch einreden will, dass „Wachstum“ die einzige Lösung sei.

Welches Wachstum?

Das Wachstum der Armut?

Der Ausbeutung?

Des Nichts?

Das Ende wird sehr schmerzhaft sein.

(161)

Im Rahmen einer Devisenmarkt-Intervention möchte die brasilianische Zentralbank gegen die Abwertung des Real vorzugehen. Sie möchte im Rahmen ihres Programms Devisen in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar verkaufen, um im Anschluss Real zu kaufen.

Dadurch wird das US-Dollar-Angebot auf dem Devisenmarkt erhöht und das Angebot der heimischen Währung verknappt. Es kommt zur Aufwertung des Real und die Inflation wird gestoppt. Aktuell muss man 2,3776 Real je Dollar aufwenden.

Grund für den Kursverfall ist der Abfluss von Kapital in die USA. Mit demselben Problem wie Brasilien hat neben Indien und Indonesien, auch die Türkei zu kämpfen. Auslöser dieser negativen Entwicklung ist die Erwartung, dass die amerikanischen Notenbank Fed schon bald ihre expansive Geldpolitik stoppen könnte.

Jene Geldpolitik sorgt dafür, dass Anleger ihre Gelder in Ländern mit hohen Renditen anlegen. Aufgrund ihres Defizits in der Leistungsbilanz gehört die Türkei zu den gefährdeten Staaten. Denn das Land ist auf die Kapitalflüsse angewiesen. Nur so kann sie ihr Defizit finanzieren.

Auch die Türkei möchte nun dem Beispiel Brasiliens folgen. „Die Intervention stellt ein positives Signal für alle Schwellenländer dar.

Es zeigt Investoren, dass die Zentralbanken der Schwellenländer reagieren (…) Sie sind bereit, die Märkte zu stabilisieren“, zitiert das WSJ Lui Costa, ein Schwellenländer-Analyst der Citigroup.

Der Schwellenländer-Analyst von Capital Economics, William Jackson, sagt, dass die türkische Notenbank ihren Leitzins weiter erhöhen werde, berichtet die Hürriyet.

Zuvor hatte die türkische Notenbank den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent erhöht. Die Lira hatte seit Beginn des Jahres 8,7 Prozentpunkte verloren.

(258)

Frankreich: Von Wachstum keine Spur

On August 24, 2013, in Endzeit, by admin
Zentrum und Peripherie: Die Entwicklung der Wirtschaft der Euro-Zone wird von Frankreich gedämpft. (Grafik: Markit)Zentrum und Peripherie: Die Entwicklung der Wirtschaft der Euro-Zone wird von Frankreich gedämpft. (Grafik: Markit)

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Frankreich verhindert den Aufschwung in der Euro-Zone. Frankreichs Einkaufsmanager-Index sank von 49,1 auf 47,9 Punkte. Die Dienstleistungen sanken von 48.6 auf 47.7 Punkte. Die Produktion unterschritt die Wachstumsschwelle von 50 Punkten (von 51.4 auf 48.6).

Was Frankreich an wirtschaftlicher Entwicklung einbüßt, gewinnt Deutschland. Der deutsche Gesamt-Index stieg von 52,8 auf 53,4 Punkte – das entspricht der stärksten Wachstumsrate seit sieben Monaten. Bei den Dienstleistungen machte Deutschland einen Sprung von 51,3 auf 52,4 Punkte. Auch die Produktion stieg von 51,2 auf 52 Punkte an, berichtet das Marktforschungs-Institut Markit.

In der unterschiedlichen Entwicklung der Länder zeigt sich das Problem der Euro-Zone. Die  Volkswirtschaften sind zu verschieden. Dieser Umstand stellt eine große Hürde für die Geldpolitik der EZB dar. Der Leitzins ist auf einem historischen Tiefststand. Ob die Zinsen langfristig wieder angehoben werden, scheint aufgrund der prekären Situation der Schuldenstaaten unwahrscheinlich (mehr hier).

Deutschland führt die Euro-Zone als exportorientierte Nation an. Viele Länder in der Peripherie versuchen das zu kopieren, berichtet OpenEurope auf seinem Blog. Sei es aus eigener Initiative oder durch den Druck der Troika. Wohin aber mit den ganzen Produkten? Die Euro-Zone generiert derzeit zu wenig eigene Nachfrage und ist abhängig von Märkten außerhalb Europas.

Die aktuellen Zahlen belegen, dass das zarte Wachstum der Wirtschaft in der Euro-Zone im zweiten Quartal noch nicht zu einem stabilen Trend entwickelt hat. Klammert man die positive Entwicklung in Deutschland aus, so ergibt sich ein nüchternes Bild für die Euro-Zone. Vom Ende der Rezession kann noch nicht die Rede sein (mehr hier).

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David Miliband von der Labour Partei in Großbritannien muss sich für ein EU-Referendum stark machen, wenn er vor der nächsten Wahl erfolgreich auf Stimmenfang gehen will. (Foto: Consilium)

David Miliband von der Labour Partei in Großbritannien muss sich für ein EU-Referendum stark machen, wenn er vor der nächsten Wahl erfolgreich auf Stimmenfang gehen will. (Foto: Consilium)

Die britischen Bürger wollen eine schnelle Entscheidung über den Verbleib von Großbritannien in der EU herbeiführen. Premierminister Cameron hatte zuvor angekündigt, erst 2017 ein Referendum darüber abhalten zu wollen. Einer Befragung zufolge geht das zwei Drittel der über 50-Jährigen nicht schnell genug. Sie fordern, dass das Referendum noch vor den nächsten Parlamentswahlen im Jahr 2015 abgehalten wird.

Insgesamt wollen fast drei Viertel aller Briten über die Zukunft des Landes innerhalb oder außerhalb der EU abstimmen. Von ihnen fordern 45 Prozent den Austritt aus der EU. Ein Drittel will, dass Großbritannien in der EU bleibt. Noch etwas mehr als jeder Fünfte ist unentschlossen (22%). Das sind die Ergebnisse der Saga Populus-Umfrage, bei der über 11.000 Briten befragt wurden.

Nigel Farage, Chef der eurokritischen UKIP-Partei, begrüßt dieses Ergebnis: „Die Message ist klar. Die Menschen wollen ihre Stimme abgeben. Und sie wollen nicht vier Jahre warten, sie wollen es jetzt“, sagte Farage einem Bericht des Mirror zufolge. Farage kämpft seit Monaten für eine Vorverlegung der Abstimmung (hier).

 Die Zustimmung für ein Referendum ist bei befristet und schlecht bezahlten Beschäftigten am größten.

Die Resultate der Umfrage setzt die Labour Party unter Druck. Dessen Anführer, Ed Miliband, ist derzeit gegen ein EU-Referendum, es sei denn die EU will Verträge ändern, um noch mehr Souveränität von den Staaten zu verlangen.

Milibands Weigerung könnte der Labour Party bei den nächsten Wahlen wichtige Stimmen kosten. Eine Änderung der politischen Strategie könnte wiederum den Druck auf Premier Cameron erhöhen. Zudem könnte ein früheres Referendum die Unsicherheit auf den Finanzmärkten beenden.

Infolge des Budget-Streits mit der EU hatte Cameron zu Beginn des Jahres angekündigt, die Briten über die Mitgliedschaft Großbritanniens abstimmen zu lassen (mehr hier). Großbritannien ist einer der größten Netto-Beitragszahler in der EU. Bei einem Austritt könnte das Land Milliarden sparen.

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Hat sich die Zahl der Proteste von 1979 (oben) bis 2013 (unten) wirklich so stark erhöht? (Grafik: CartoDB/GDELT)Hat sich die Zahl der Proteste von 1979 (oben) bis 2013 (unten) wirklich so stark erhöht? (Grafik: CartoDB/GDELT)

Eine neue Karte zeigt die Entwicklung von Protesten und Gewaltausbrüchen weltweit in einer Zeitspanne von über 34 Jahren an. Das Projekt Global Database of Events, Language and Tone (GDELT) verfolgt Medienberichte und kodiert diese in eine animierte Karte. Verglichen mit dem Jahr 1979 hat sich die Sichtbarkeit der Proteste auf der ganzen Welt signifikant erhöht.

Erfasst wurden 58 verschiedene Kategorien: Darunter fallen Ort und Art der Vorfälle. Die Karte dokumentiert ethnisch religiöse Auseinandersetzungen, politische Proteste, Gewaltausbrüche sowie Veränderungen der militärischen Aktivitäten. Seit 1979 wurden etwa 250 Millionen Proteste erfasst.

In einem Zeitraffer leuchtet jeder Protest als gelber Punkt auf der Karte einmal auf. Der Betrachter wird auf eine Reise durch die jüngere Geschichte geführt. Erkennbar sind die Proteste in Großbritannien zur Zeit von Thatchers Wirtschaftsreformen, die Eskalation der Apartheid in Südafrika, der Fall der Berliner Mauer oder der Ausbruch des Arabischen Frühlings.

Vergleicht man die Anzahl der leuchtenden Punkte im Jahr 1979 mit der Anzahl im Jahr 2013, könnte man vermuten, dass die Welt viel gewalttätiger geworden ist und die Menschen öfter protestieren.

Doch die Karte reflektiert nur die verfügbare Datenbasis. Diese ist abhängig von der internationalen Berichterstattung. „Prozentual haben die Proteste seit den neunziger Jahren nicht zugenommen“, sagte Kalev Leetaru von der Georgetwon University, der an dem GDELT-Projekt mitarbeitet. Die Erhöhung der Proteste über die Zeit „stammt aus der steigenden Anzahl der verfügbaren digitalen Medien“, sagte Leetaru.

Wo es keine unabhängigen Medien gab, bleibt die Karte schwarz. Deutlich wird das bei der Betrachtung der Ostblock-Staaten. Bis zur Auflösung der Sowjetunion gibt es in Osteuropa auf der animierten Karte nur wenig sichtbare Proteste in den 80er-Jahren. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser Umstand den starken staatlich-kontrollierten Medien geschuldet ist.

Die internationale Berichterstattung die „einzige grenzüberschreitende Datenbasis, die der Menschheit auf dieser Ebene zur Verfügung steht“, sagte John Beieler, Doktorand an der Penn State University und Entwickler der Karte. Das bedeutet, „dass die Berichterstattung über die Proteste innerhalb der vergangenen Dekade massiv zugenommen hat.“

Beieler will die Datenflut für weitere Analysen verwenden. Derzeit arbeitet er an einer Studie, die den Zusammenhang der Proteste der Mursi-Anhänger und seiner Gegner in Ägypten untersucht. Im Fokus steht die Frage, wie und wann zur den Gewaltausbrüchen in Kairo gekommen ist.

(151)

Zinsbedarf in der EU nach Tayler Die Schere zwischen Kerneuropa und Peripherie geht immer weiter auseinander. (Grafik: Malkin and Nechio/Journal of Economic Perspectives)

Zinsbedarf in der EU nach Tayler Die Schere zwischen Kerneuropa und Peripherie geht immer weiter auseinander. (Grafik: Malkin and Nechio/Journal of Economic Perspectives)

Die Euro-Zone entspricht keinem einheitlichen Währungsraum. Die Konjunkturzyklen der einzelnen Wirtschaftsräume sind zu unterschiedlich. Damit eine gemeinsame Währung über einen so großen Raum funktionieren kann, müssten die Wirtschaftszyklen wie in den USA „synchron“ verlaufen,  urteilen die Ökonomen Kevin O’Rourke und Alan Tayler in ihrem Aufsatz im Journal of Economic Perspectives.

Während der Leitzins für Länder der europäischen Peripherie derzeit nicht tief genug sein könnte, brauchen die Länder Zentraleuropas viel höhere Zinsen. Die derzeitige Schuldensituation in Europa verlangt nach einer maßgeschneiderten Geldpolitik. Mit nur einer Währung ist das aber ausgeschlossen.

Schuld an der Misere ist die EZB. Die Länder Südeuropas konnten sich über Jahre billiges Geld von der EZB leihen. Wirtschaftsreformen wurden vernachlässigt. Staatdessen stiegen die Staatsschulden. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich diese Situation durch die Ankündigung Mario Draghis nur noch verschlimmert, die EZB werde tun, „was nötig sei“, um den Euro zu erhalten.

Grafik 1 (oben) zeigt das Zinsniveau in der Euro-Zone von 1999 bis 2011. Die Leitzinsen für die Peripherieländer müssten den Ökonomen zufolge längst negativ sein (hellblau). Für Kernländer wie Deutschland berechnet Tayler einen aktuellen Leitzins von etwa fünf Prozent (dunkelblau). Die perforierte Linie zeigt den tatsächlichen Zins.

Geldpolitik in den USA: Zinspolitik aufgrund von synchronen Konjunkturzyklen homogen. (Grafik: Malkin and Nechio/Journal of Economic Perspectives)

Geldpolitik in den USA: Zinspolitik aufgrund von synchronen Konjunkturzyklen homogen. (Grafik: Malkin and Nechio/Journal of Economic Perspectives)

Grafik 2 zeigt die Zinsentwicklung in den vier Wirtschaftsregionen der USA: Northeast, South, Midwest und West. Die Linien liegen nahezu aufeinander. Die Zinspolitik fällt entsprechend homogen aus.

Löhne müssten drastisch sinken

Da die Krisenländer den Euro nicht abwerten können, versuchen sie, durch die Senkung der Löhne eine sogenannte „interne Abwertung“ zu erreichen. Trotz Strukturreformen und Austerität sei der Prozess der internen Abwertung aber erst minimal fortgeschritten. In den Boomjahren bis 2007 hat sich das Lohnniveau durch die niedrigen EZB-Zinsen überproportional aufgebläht. Nach der Krise habe noch keine Konsolidierung stattgefunden (siehe Grafik 3).

Durchschnittliche Nominallöhne und Beschäftigung in den Krisenländern. (Grafik: Journal of Economic Perspectives/Eurostat)

Durchschnittliche Nominallöhne und Beschäftigung in den Krisenländern. (Grafik: Journal of Economic Perspectives/Eurostat)

In Spanien sinken zwar die Lohnstückkosten, aber nicht durch eine Reduzierung der Nominallöhne, sondern dadurch, dass zuerst jede Menge Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verloren haben, argumentieren die Ökonomen.

Um die Krisenländer wieder wettbewerbsfähig zu machen, müssten die Löhne binnen kürzester Zeit extrem fallen. Das treibt die Menschen aber in den Ruin und führt zu Unruhen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die EU nur durch eine radikale Banken-Union gerettet werden könnte sowie die Vergemeinschaftung der Staatsschulden durch gemeinsame Anleihen. Mit der Fiskalunion habe Brüssel das auch versucht.

Aber das Gebilde EU kann sich nicht retten.

O’Rourke und Tayler sehen nämlich, dass die Probleme in der europäischen Peripherie bereits so sehr fortgeschritten sind, dass Politiker keine Chance erhalten werden, um sie zu lösen. Sie halten die EU für zu behäbig, um die Reformen schnell umzusetzen. Die Euro-Zone sei „vorher längst kollabiert“.

Die Bürger Europas befinden sich erst „am Ende vom Anfang“ der Eurokrise.

(174)

Währungskrieg: Brasilien errichtet Schutzwall

On August 24, 2013, in Endzeit, by admin
Noch Anfang März lag der Kurs des brasilianischen Real bei 0,52 Dollar. Seitdem ist er auf 0,42 Dollar eingebrochen. (Grafik: Bloomberg)

Noch Anfang März lag der Kurs des brasilianischen Real bei 0,52 Dollar. Seitdem ist er auf 0,42 Dollar eingebrochen. (Grafik: Bloomberg)

Brasilien kämpft gegen den weiteren Abstieg seiner Währung, denn seit Jahresbeginn hat der brasilianische Real 15 Prozent seines Dollarwertes verloren. Zudem will das Land Vertrauen schaffen, nachdem diese Woche die Zinsen für brasilianische Staatsanleihen auf ein Zwei-Jahres-Hoch gestiegen waren.

Die brasilianische Zentralbank will massiv eingreifen, um eine weitere Abwertung des Real zu verhindern, berichtet die FT. Das Programm im Wert von 60 Milliarden Dollar soll die Berechenbarkeit der Zentralbank-Maßnahmen erhöhen. Auf diese Weise will sie die Unruhe auf dem Währungsmarkt eindämmen.

Bis zum Ende des Jahres will die Zentralbank jeweils von Montag bis Donnerstag mit Devisentermingeschäften in Höhe von bis zu 500 Millionen Dollar pro Tag den Real stützen. Zudem wird sie jeden Freitag Kredite in Höhe von 1 Milliarde Dollar verkaufen. So soll der Wert des Real wieder gesteigert werden.

Im Jahr 2011 zahlte man für einen US-Dollar vorübergehend weniger als 1,55 Real. Heute muss man 2,40 Real für einen Dollar zahlen. Die damalige starke Bewertung des Real war auf das massive Gelddrucken der USA zurückzuführen. Brasilien stieg damals in den Währungskrieg ein und wertete die eigene Währung erfolgreich ab.

Zunächst hatte die brasilianische Regierung die Abwertung des Real noch begrüßt. Denn eine schwächere Währung erleichterte die brasilianischen Exporte und den Schuldendienst des Staates. Doch der extreme Abstieg der Währung droht nun in massive Preissteigerungen umzuschlagen. Im Juli lag die offizielle Inflationsrate bei 6,27 Prozent.

Wie andere Schwellenländer steht auch Brasilien derzeit vor dem Problem, dass immer mehr ausländische Investoren ihre Gelder abziehen. Damit gehen den Schwellenländern die Mittel aus, um der Abwertung ihrer Währungen entgegenwirken zu können (mehr hier).

Unter den Währungen der großen Schwellenländer hat dieses Jahr bisher nur der südafrikanische Rand schlechter abgeschnitten als der Real. Nachdem die Zentralbank ihre Pläne angekündigt hatte, stieg die brasilianische Währung am Freitag im Verhältnis zum Dollar um 2 Prozent.

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Steve Ballmer wird seinen Posten innerhalb der kommenden zwölf Monate verlassen (Foto: Flickr/Microsoft Sweden).

Steve Ballmer wird seinen Posten innerhalb der kommenden zwölf Monate verlassen (Foto: Flickr/bayerberg).

Nach 13 Jahren als Chef bei Microsoft hat Steve Ballmer am Freitag seinen Rücktritt angekündigt. Im Jahr 2000 folgte er auf Bill Gates. In den kommenden zwölf Monaten soll nun ein Nachfolger für ihn gefunden werden, dann geht Ballmer in Ruhestand.

„Es gibt nie eine perfekte Zeit für diese Art des Übergangs, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagte Ballmer. „Wir haben eine neue Strategie mit einer neuen Organisation in Angriff genommen (…). “ Mit dem ursprünglich anberaumten Zeitplan wäre seine Pensionierung mitten während der Umstrukturierung passiert, so Ballmer. „Wir brauchen für diese Neuausrichtung einen Chef, der längerfristig hier sein wird.“

Microsoft hatte in den vergangenen Monaten zu kämpfen. Windows 8 lief nicht so gut an, wie ursprünglich gedacht. Und auch auf dem Tablet-Markt konnte das Unternehmen keinen Fuß fassen. Das Tablet Surface RT wurde sogar zur regelrechten Niederlage. 900 Millionen Dollar musste Microsoft im vierten Geschäftsquartal (Ende Juni) aufgrund der unverkauften Bestände der Tablets abschreiben.

(163)

100.000 Postkarten mit diesem Motiv sollen am Samstag an Fußballfans verschenkt werden, um auf die Jusos und die SPD aufmerksam zu machen  (Bild: Screenshot DWN).

100.000 Postkarten mit diesem Motiv sollen am Samstag an Fußballfans verschenkt werden, um auf die Jusos und die SPD aufmerksam zu machen (Bild: Screenshot DWN).

Am Samstag startet eine neue Kampagne der Jusos. Zielgruppe sind Fußballfans von Dortmund, Hannover und Schalke 04. 100.000 Post-Karten sollen an die Fans verschenkt werden. Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Kanzlerin Angela Merkel sind auf der Postkarte zu sehen. „Glückwünsch, Uli! Wir steuern das schon“, sagte Merkel zu Hoeneß.

Grundsätzlich sei man aber nicht nur auf die Fans von Dortmund, Schalke und Hannover reduziert. „Man kann es auch in Bayern versuchen“, sagte  der Vorsitzende der Jusos, Sascha Vogt, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Die Idee und das Motiv stammen von dem Karikaturisten Klaus Staeck. „Wir haben das Werk von Klaus Staek gesehen und haben ihn gefragt, ob wir es verwenden können, weil Steuerhinterziehung für uns ein wichtiges Thema ist“, sagte Vogt. Der Beginn der Bundesliga eigne sich gut, um das Thema nochmal „hochzuziehen“. Was genau auf der Rückseite der Postkarte zu sehen ist, konnte Vogt jedoch nicht sagen. „Ich gehe davon aus, dass noch etwas auf der Rückseite steht.“

Kritische Stellungsnahmen von der Koalition bezüglich der Aktion gab es bereits. Eine offizielle Stellungnahme von der SPD hätten die Jusos jedoch noch nicht erhalten, so Vogt. Auf ihrer Facebook-Seite teilen die Jusos jedoch hinsichtlich der Kritik mit:

„Der eigentliche Skandal: hier regen sich Leute über eine Postkarte auf, anstatt über Steuervermeidung und Steuerhinterziehung. Der Gesellschaft gehen pro Jahr 160 Mrd. (!) durch Steuervermeidung und Steuerhinterziehung verloren. Geld, das für Investitionen in Bildung und Infrastruktur fehlt! Wir Jusos weisen mit der Verteilung der Postkarte von Herrn Staeck darauf hin. Das Thema gehört in den Wahlkampf, weil Schwarz-Gelb in den letzten vier Jahren auf diesem Gebiet absolut nichts getan hat. Auch deswegen am 22. September SPD wählen!“

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