Was ist anders in Ägypten?

On August 16, 2013, in Schall und Rauch, by admin

Die aktuellen Geschehnisse in Ägypten und wie der Westen auf das brutale Vorgehen des Militärs gegen die Bevölkerung reagiert, zeigt wieder die Doppelmoral von Amerika und Europa. In Syrien wurden vor zwei Jahren angeblich die Proteste gegen die Regierung mit Gewalt niedergeschlagen. Sofort haben sich die westlichen Regierungen als Verteidiger der Menschenrechte aufgespielt, Präsident Assad wurde als schlimmster Diktator bezeichnet und es wurde die Order herausgegeben, er muss mit Hilfe von bewaffneten Terrorbanden aus dem Ausland gestürzt werden. Man droht sogar mit einer Militärintervention der NATO. Andererseits, in Ägypten wird zuerst ein Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Mursi-Regierung geduldet und jetzt tötet das Militär Tausende Demonstranten die dagegen protestieren. Was hört man vom Westen? Nicht viel. Kein Aufschrei über Menschenrechtsverletzungen und schon gar nicht die Drohung, in Ägypten einmarschieren zu wollen, um das Blutbad zu beenden.

Wo ist der Unterschied? Na klar, der syrische Präsident Assad befolgt nicht die Befehle Washingtons und die aus Tel Aviv, ist deshalb ein böser Diktator der weg muss. Auf der anderen Seite, der neue starke Mann Ägyptens, der den Sturz von Mursi zu verantworten hat, General Abd al-Fattah as-Sisi, hat beste Verbindungen nach Washington, sowohl zur Führung der US-Armee als auch zum amerikanischen Verteidigungsministerium, das Ägyptens Streitkräfte jährlich mit 1,3 Milliarden Dollar Militärhilfe unterstützt. Er ist auch eine Marionette der Zionisten und macht alles was sie wollen. In den Augen des Westen ist er deshalb ein guter Diktator, der die Menschen abknallen darf. Niemand verlangt seinen Sturz, sondern es werden nur halbherzige Mahnungen ausgesprochen, das Blutvergiessen und die Gewalt nicht zu doll zu treiben.

Ohne grünes Licht aus dem Weissen Haus und Pentagon hätte Sissi es nie gewagt, Präsident Mohamed Mursi zu stürzen und eine Militärdiktatur und das Kriegsrecht einzuführen. Warum musste Mursi weg, obwohl er demokratisch gewählt und deshalb vom ägyptischen Volk legitimiert ist? Die gleiche Frage trifft auch auf Präsident Mohammad Mossadegh im Iran und auf Präsident Salvador Allende in Chile zu, nur um zwei Beispiele zu nennen. Beide demokratisch gewählt aber von westlichen Geheimdiensten durch einen Putsch gestürzt, um in beiden Ländern einen dem Westen hörigen Diktator einzusetzen, Schah Reza Pahlavi und General Augusto Pinochet. Mursi hat auch nicht gespurt, hat nicht das gemacht was man ihm befohlen hat und musste nach einem Jahr entfernt werden.

Was hat Mursi falsch gemacht? Ich meine nicht aus westlicher Sicht. Der Hauptfehler war, er dachte er kann innerhalb des bestehenden Systems eine Demokratisierung durchführen, die auf islamische Grundsätze beruht. Mursi meinte, er kann ohne eine radikale Säuberung der verkrusteten Struktur und Entfernung dessen Unterstützer, die Reformen umsetzen. Das Problem ist aber, die Entfernung des Diktators Hosni Mubarak im Februar 2011 war nur eine kosmetische Veränderung, da die Überreste des alten Regimes weiter in allen wichtigen Institutionen blieben. Ob Militär, Polizei, Innenministerium oder Justiz, überall sitzen noch die Mubarak-Treuen. Diese haben die volle Unterstützung des Establishments und der Klasse der Reichen, die hauptsächlich vom alten System profitierten.

Die Fehleinschätzung von Mursi war, mit dem alten System zu arbeiten. Es war völlig unrealistisch von ihm zu glauben, obwohl er die Wahlen gewonnen hatte, würden sie ihm erlauben seine Politik uneingeschränkt umzusetzen. Was er nicht realisierte, in keinem Gesellschaftssystem der Geschichte hat die privilegierte Klasse ihre Privilegien freiwillig aufgegeben. Eine Politik für das Volk kann man nur umsetzen, wenn man das Establishment sehr schnell und komplett entmachtet und ausschaltet und alle wichtigen Positionen mit neuen eigenen Leuten besetzt. Leider oft mit Gewalt, denn die Stützen des alten Systems gehen ja nicht von selber.

Dazu kann man was im Iran mit der islamischen Revolution passierte als gutes Beispiel nehmen. Am 4. August wurde Dr. Hassan Rohani als neuer Präsident ins Amt eingeschworen, nach dem er am 14. Juni die Wahlen gewonnen hatte. Im Gegensatz zu Ägypten gibt es keine Gefahr eines Putsch des Militär gegen Rohani, obwohl das iranische Militär ohne Zweifel viel Stärker und grösser als das von Ägypten ist. Warum spielt das Militär im Iran eine untergeordnete politische Rolle im Vergleich zu allen anderen moslemischen Ländern? Was ist im Iran anders abgelaufen?

Imam Khomeini verstand ganz klar wie eine Gesellschaft funktioniert und wie Macht politisch ausgeübt werden muss. Ihm war klar, der Schah und alle seine Institutionen die er aufgebaut hatte, die Leute sich darin befanden und auf ihn eingeschworen waren, mussten als grosses Hindernis entfernt werden. Er wusste auch, so eine radikale Massnahme würde den Zorn der imperialistischen Mächte auf sich ziehen und sie würden alles versuchen um die islamische Revolution im Keim zu ersticken. Niemand entfernt ungestraft ihren Diktator und setzt eine Politik zum Wohle des Volkes um. Wo kommen wir da hin, wenn die Öleinnahmen für das Land verwendet werden, statt bei den Bankstern an der Wall Street und City of London zu landen?

Das ist der ganze Grund warum der Iran seit 33 Jahren vom Westen verleumdet, boykottiert und bedroht wird. Nicht wegen einem angeblichen Atomwaffenprogramm, das nicht existiert, sondern einfach weil der Iran sich nicht der Geldelite unterwirft, ausbeuten lässt und seinen eigenen unabhängigen Weg gehen will. Der Imam säuberte das ganze System und stellte die Verbrecher vor Gericht, die gegen die iranische Bevölkerung unter dem Schah gehandelt hatten. Es wurde die Sepah gegründet, die Iranische Revolutionsgarde, als Sicherung gegen eine Konterrevolution. Dem iranischen Militär wurde die Hauptaufgabe von Soldaten und Offizieren zugewiesen, die der Landesverteidigung, und nicht im Auftrag von fremden Mächten zu bestimmen wer das Volk regieren soll.

In Ägypten meinte aber Mursi, wenn er sich an die vom Establishment festgelegten Regeln halten würde und er sich den anglo-amerikanischen-zionistischen Interessen beugt, würde man ihm erlauben nach seinem Willen zu regieren. Nix da, so schnell konnte er gar nicht gucken, war er aus dem Amt vom Militär entfernt. Das war ein Putsch von Washington genehmigt. Was er nicht realisierte, sie haben ihn in eine Falle tappen lassen. Sie haben ihm eine kurze Zeit gegeben damit er “versagt” und sie dem ägyptischen Volk dann sagen können, wir mussten ihn um das Land zu retten entfernen. Er war aber von Anfang an so aufgestellt, um versagen zu müssen. Die Puppenspieler im Westen wurden mit ihm ungeduldig, deshalb haben sie jetzt zugeschlagen und einen Bürgerkrieg angezettelt.

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Hunderte, wenn nicht sogar tausende Tote hat der Bürgerkrieg in Ägypten bereits gefordert. Deutsche Diensten haben dem gefürchteten Staatssicherheitsdienst gezeigt, wie er Regime-Gegner (Terroristen) im Internet ausfindig machen kann. (Foto: NewsWall South Africa via Twitpic)

Hunderte, wenn nicht sogar tausende Tote hat der Bürgerkrieg in Ägypten bereits gefordert. Deutsche Diensten haben dem gefürchteten Staatssicherheitsdienst gezeigt, wie er Regime-Gegner (Terroristen) im Internet ausfindig machen kann. (Foto: NewsWall South Africa via Twitpic)

In ihrem Sommerinterview mit dem DLF sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie keinen Anlass zu der Annahme habe, dass sich die deutschen Geheimdienste nicht penibel an Recht und Gesetz halten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle beklagte die Welle der Gewalt in Ägypten und rief die Parteien auf, den Konflikt im friedlichen Dialog zu lösen.

Diese Sprüche kann man alle vergessen.

Sie sind pure Heuchelei.

Denn Deutschland ist, was die Aktivitäten von Geheimdiensten und staatlichen Behörden zum Zwecke des Ausspionierens auf fremden Boden, mitnichten ein Musterknabe, der sich nur um die Dinge kümmert, die ihn selbst betreffen.

Merkel sagte, dass „Geheimdienste in jedem unserer Länder eine wichtige Funktion haben“.

In Deutschland haben die Dienste scheinbar auch die Funktion, dem Land als „Exportnation Nummer 1“ alle Ehre zu machen.

Tatsächlich haben der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei in den vergangenen Jahren aktive Entwicklungshilfe in Ägypten und Tunesien geleistet: Nach Recherchen von Statewatch haben die deutschen Dienste dem gefürchteten ägyptischen Staatssicherheitsdienst das Rüstzeug geliefert, wie er über das Internet unliebsame Regime-Kritiker ausspionieren kann. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurde „zugunsten des ägyptischen Staatssicherheitsdienstes wurde im Zeitraum 24. Oktober bis 28. Oktober 2010 ein Lehrgang zum Thema ,Open Source Internetauswertung im Bereich des internationalen Terrorismus‘ durchgeführt“.

Ähnliche „Lehrgänge“ erhielten die Behörden von Algerien, Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien und Tunesien.

In Ägypten fanden Demonstranten, die das Gebäude des Staatssicherheitsdienstes gestürmt hatten, ein Verkaufsangebot von Elaman, dem deutschen Ableger des Herstellers von Spionage-Geräten Gamma International. Gegen Gamma und die deutsche Sicherheitsfirma Trovicor GmbH (Slogan: „Making The World a Safer Place“) sind Beschwerden bei der OECD anhängig. Mehrere NGOs werfen den Firmen Menschenrechtsverletzungen vor, weil sie eine Spionage-Software nach Bahrain und andere Staaten geliefert hätten, mit denen die Regime Computer, Telefone, Emails und Skype-Anschlüsse von Regime-Kritikern gehackt haben sollen. Trovicor ist früher einmal Teil von Siemens gewesen.

Auf der Website Netzpolitik.org berichtet der wissenschaftliche Mitarbeiter der Links-Fraktion Matthias Monroy darüber, dass die deutsche Ausbildungstätigkeit auch nach den Revolutionen fortgesetzt wurde.

Monroy schreibt:

„Der hierzulande wegen der NSU-Affäre erneut in Verruf geratene Bundesnachrichtendienst unterrichtet Schnüffler in Tunis seit letztem Frühjahr zum Thema „Nachrichtendienste in einer Demokratie“. Handfestere Beiträge steuert das Bundesamt für Verfassungsschutz bei. Der Inlandsgeheimdienst knüpft nahtlos an die Zusammenarbeit an, die das BKA unter Ben Ali eingefädelt hatte und bildet tunesische Behörden in der „Terrorismusabwehr” aus.“

Die Arbeit des BKA hat offenbar zu entsprechenden Fahndungserfolgen geführt:
Monroy:

„Zur gleichen Zeit als das BKA seine Ausbildungshilfe zur Internetüberwachung leistete, wurden BloggerInnen in Tunesien und Ägypten verhaftet und gefoltert. Die Praxis hält offensichtlich weiter an: Jetzt wurde in Tunesien ein Aktivist in letzter Instanz zu über sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil er im Internet den Islam beleidigt habe. Die Situation ist derart prekär, dass mehrere tunesische Bürger- und Menschenrechtsgruppen letzte Woche einen Aufruf gestartet haben, um auf die Verletzung der Meinungsfreiheit aufmerksam zu machen.“

Statewatch schreibt, dass „das Training und die Unterstützung durch das BKA geholfen haben könnte, dass Blogger und Internet-Aktivisten ausfindig gemacht werden konnten“.

Auch die Bundesländer Hessen und Hamburg haben einen Beitrag geleistet, um in den von Revolutionen erfassten Staaten die Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Bundesregierung verweist in einer weiteren Anfrage der Linken auf die Tatsache, dass „in allen Schulungen, Seminaren und Hospitationen“ den „Teilnehmern die Wahrung der Menschenrechte, rechtsstaatliches Handeln und die volle gerichtliche Überprüfbarkeit jedes polizeilichen Agierens vermittelt“ worden sei.

Am 28 und 29. November 2012 hatte das Bundesland Hessen das BKA „im Rahmen der Transformationspartnerschaft“ zu einem Seminar nach Tunis entsandt. Finanziert wurde die „Maßnahme aus den Haushaltsmitteln des Auswärtigen Amts“. Unter dem Titel „Deeskalation bei Demonstrationen“ wurde den Tunesiern die „taktische Kommunikation mit Demonstranten sowie polizeiliche Maßnahmen im Rahmen eines Fußballspiels“ beigebracht.

In Hamburg waren bei einem Seminar vom 25. Bis zum 30. November 2012 die türkischen Sicherheitskräfte aufmerksame Zuhörer bei Vorträgen zu den Themen:

– Führungs- und Lagedienst (insbesondere zum Thema Landesinformationsstelle Fußball (LIS), Funkzentrale und Digitalfunk),
– Einsatzvorbereitung auf das Fußballspiel HSV – Schalke 04 (Stadionbesichtigung und Besichtigung anderer einsatzrelevanten Örtlichkeiten),
– Einsatzbeobachtung des Fußballspiels (mit Vor- und Nachbereitung),
– Vorstellung des neuen Polizeitrainingszentrums in Alsterdorf,
– Vorstellung und Einsatzmöglichkeiten des Wasserwerfers 9 und 10,
– Vorstellung der Einsatztaktiken der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
– Vorstellung des Sicherheitskonzeptes des Polizeikommissariats 15 (St. Pauli).

Die türkischen Sicherheitskräfte hatten im Frühjahr 2013 mit äußerster Brutalität die Proteste im Gezi-Park von Istanbul niedergeschlagen.

Die Deutschen waren jedoch nicht die einzigen, die den fragwürdigen Regimen Nachhilfeunterricht in Schnüffel-Themen erteilt haben.

Auch die EU, deren Außenbeauftragte Lady Ashton noch vor einigen Tagen mit Krokodilstränen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Mursi aufgesucht hatte, hat den Staaten Nordafrikas mit europäischen Steuergeldern geholfen, die Staatssicherheit gegen die Privatsphäre der Bürger zu verteidigen. Im Rahmen des 5 Millionen Euro schweren Projekts „Euromed Police“ wurden die Regime unterwiesen, wie man „neue Technologien und Methoden der Ausforschung im Feld der elektronischen Kommunikation“ einsetzt. Die Methoden enthalten, so Statewatch, „Fingerabdrücke, DNA-Analyse, Ballistik, Geräusch- und Stimmenanalyse, Analyse von Computern, Mobiltelefonen und USB –Sticks“. Der Trainingskurs für Vertreter von 28 Mittelmeer-Anrainerstaaten wurde von der französischen Polizei und Gendarmerie durchgeführt. Auch hier wurde die „Terrorismus-Abwehr“ als Grund für die weitreichenden Schulungen im Bereich der Daten-Spionage (Youtube, Abfangen von Emails, Skype) angegeben.

Der Irrwitz dieser Aktionen besteht darin, dass hier die Politik ihrer Verantwortung einer sachkundigen politischen Lagebeurteilung nicht nachgekommen ist.

Merkel und Westerwelle sowie die EU-Verantwortlichen stellen sich nun hin und geben sich betroffen über die zahlreichen Toten, die unzähligen Verletzungen der Menschenrechte und die vollständige Missachtung der Privatsphäre durch die ständig wechselnden und im Hinblick auf ihre Gegner gnadenlosen Machthaber.

Es mag schon sein, dass im Vergleich zur fortgesetzten Militärhilfe der Amerikaner für die ägyptische Militär-Diktatur die deutschen und europäischen Beiträge zur Zerstörung der Bürger- und Menschenrechte Petitessen waren. Merkel beklagte in dem Interview, dass die „Fähigkeiten in Europa im Bereich des Internets nicht besonders hoch“ seien.

Für Nordafrika scheint es jedoch zu reichen.

Das politische Versagen ist evident. Die moralische Verwerflichkeit ist unübersehbar. Offenbar gibt es auch in Europa einen „tiefen Staat“, also die Herrschaft von im Dunklen operierenden Diensten, die mit Steuergeldern in den Krisenherden der Welt mitmischen.

Man kann sich ausrechnen, wie es um die Qualität der Achtung der Bürgerrechte bei all diesen „Eliten“ bestellt ist.

Merkel sagte in ihrer aalglatten Verteidigung der Geheimdienste, dass die „Geheimdienste auch einer demokratischen Kontrolle unterliegen“. Geheimdienste operieren, so Merkel auf der „Basis von Recht und Gesetz“.

Mit Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat hat das alles nichts mehr zu tun.

Das ist höchste Dekadenz.

Sie kennt nur eine Richtung: nach unten.

Und es geht offenbar immer noch tiefer.

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Bei Geldabhebungen im Ausland ist Vorsicht geboten. (Foto: Flickr/catatronic)

Bei Geldabhebungen im Ausland ist Vorsicht geboten. (Foto: Flickr/catatronic)

Gestohlene Kreditkarten-Daten, die Nicht-Akzeptierung von bestimmten Debit-Karten oder ein Überfall, bei der gleich die ganze Geldtasche weg ist. Fälle wie diese sind ein Alptraum für jeden Urlauber. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor Betrügereien und unvorsichtigem Verhalten auf Auslands-Reisen.

Ein immer öfter angewendeter Diebstahl-Trick ist beispielsweise das sogenannte Skimming. Mit Lesegeräten am Kartenschacht des Geldautomaten und Mini-Kameras wird dabei der Magnetstreifeninhalt der Kredit- oder Debit-Karte zusammen mit der PIN ausgespäht. Die Daten werden dann typischerweise auf einen leeren Kartenrohling aufgebracht, mit dem die Betrüger anschließend nach Belieben Bargeld abheben können. Da die Karte im Besitz des Eigentümers verbleibt, bemerkt der Inhaber des Kontos diesen Angriff in der Regel erst mit Abholung der Kontoauszüge oder wenn die Bank nach Überziehung des Dispokredits einschreitet.

Erk Schaarschmidt, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, berichtet von regelmäßig eintreffenden Meldungen über Automaten-Manipulationen in der Urlaubsdestination. „Wenn keine Limits für das Transaktions-Volumen gesetzt wurden, kann der Schaden schnell mehrere Tausend Euro betragen“, so der Verbraucherschutz-Experte zu den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Er rät Reisenden, nur Geldautomaten in geschlossenen Räumen zu benutzen, vorwiegend in einer Bank. Dort fällt es potentiellen Daten-Dieben sehr viel schwerer, die Geräte unbehelligt zu manipulieren. Sich die Notfall-Sperrnummer seines jeweiligen Karten-Betreibers zu merken, sollte sowieso Pflicht sein.

Generell ist im Urlaub besonders gut auf Zahlungsmittel aufzupassen. Beispielsweise solle man die Karte nie unbeaufsichtigt in einem Restaurant oder Geschäft zum Bezahlen weitergeben. Hier bestehe die größte Gefahr, dass die Karten-Daten schnell kopiert werden, so Schaarschmidt.

Zwar gibt es mittlerweile Karten-Systeme, die das Skimming deutlich erschweren. Das von Visa betriebene V-Pay etwa besitzt einen Chip, durch den die Auslesung der Magnetstreifen-Daten nichts mehr bringt. „V-Pay wird jedoch bei manchen Annahmestellen im Ausland nicht akzeptiert“, so Schaarschmidt. Das System gibt es erst seit wenigen Jahren, weshalb es noch nicht sehr weit verbreitet ist. Bei den Manipulations-anfälligeren Debit-Karten, allen voran den Maestro-Karten, gäbe es hingegen im Allgemeinen keine Probleme mit der Anerkennung, so Schaarschmidt (mehr zu den aktuellen Problemen mit V-Pay – hier).

Abgesehen von der Sicherheits-Frage sind auch die im Ausland fälligen Gebühren ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des richtigen Zahlungsmittels. Die Verbraucherschützer rät zum Gebühren-Check vor Reiseantritt: „In der Regel zahlt man mit Kreditkarte sowohl beim Geldabholen als auch bei der Bezahlung ungefähr ein bis zwei Prozent“. Die Benutzung von Maestro-Karten ist innerhalb des Euroraumes kostenlos. In anderen Ländern gelten je nach Bank unterschiedliche Gebührensätze.

Grundsätzlich sollte man sich im Urlaub nicht auf eine einzige Zahlungsart verlassen, sondern verschiedene Optionen bereithalten. Größere Summen von Bargeld sind zwar unangenehm, aber offenbar immer noch sicherer als das Plastikgeld. Die Verbraucherschützer empfehlen daher die Mitnahme einer Notfall-Reserve hingegen schon. Reiseschecks wären eine weitere Möglichkeit.

Voraussetzung ist allerdings, dass das Bargeld nicht während des Urlaubs verboten wird (Bestrebungen gibt es bereits hier und hier).

Wenn alle Stricke reißen, hilft dann nur noch die Blitz-Überweisung von zu Hause, über Dienstleister wie Western Union oder Moneygram. Die anfallenden Gebühren sind dabei je nach Reiseland verschieden, können aber teils erheblich sein. Bei Überweisungen in die USA fallen beispielsweise drei Prozent an. Damit das erst gar nicht notwendig wird, ist auch im Urlaub Aufmerksamkeit Trumpf.

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V-Pay-Karten: Außerhalb Europas keine Bank

On August 16, 2013, in Endzeit, by admin
Wer mit einer Debit-Karte in den USA Geld abheben will, wird mit der V-Pay-Technologie wenig Freude haben. (Foto: Flickr/Tax Credits)

Wer mit einer Debit-Karte in den USA Geld abheben will, wird mit der V-Pay-Technologie wenig Freude haben. (Foto: Flickr/Tax Credits)

Das von Visa betriebene Debit-Karten-System V-Pay ist sicherer als eine normale Girocard, wird jedoch nur in Europa akzeptiert. So mancher Fernreisende machte deshalb in der Urlaubszeit Erfahrungen mit Geldautomaten, die keine Scheine ausgeben.

V-Pay ist eine Debitkarte, die in erster Linie beim Thema Sicherheit eine Weiterentwicklung darstellt. Die Identitätsprüfung erfolgt dabei nicht mehr über einen Magnetstreifen, wie bei konventionellen Debitkarten. Stattdessen basiert die Technologie auf einer Kombination aus PIN und einem Mikrochip. Ein Karten-Missbrauch mit ausgespähten Magnetstreifendaten („Skimming“) ist damit praktisch nicht mehr möglich.

Auch bei der V-Pay-Debitkarte gibt es zwar noch einen Magnetstreifen. Der wird aber nicht für Transaktionen genutzt, sondern nur zum Türöffnen und bei einigen Banken auch für den Kontoauszugsdrucker. Transaktionsrelevante Daten sind darauf nicht mehr vermerkt. Bei Geldautomaten in Ländern ohne Chipkarten-System kann daher kein Geld abgehoben werden.

Fast jede Vierte der deutschlandweit 90 Millionen im Umlauf befindlichen Debit-Karten stammt heute bereits von V-Pay. Viele Banken haben auf dieses System umgestellt, darunter die BW-Bank, comdirect, DKB, Landesbank Berlin, Postbank, Targobank, viele Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken.

V-Pay kooperiert mit den verschiedenen nationalen Bezahlverfahren in Europa. Abhebungen und Transaktionen innerhalb Deutschlands erfolgen nach wie vor über das Girocard-System (früher EC-Karte). Nur der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr innerhalb Europas wird über die eigentliche V-Pay-Technologie mit PIN und und Chip abgewickelt.

Auf dem alten Kontinent ist der Verbreitungsgrad mit 38 Ländern mittlerweile relativ hoch. Neben der Geldbehebung kann auch im Handel in den EU-Ländern inzwischen fast flächendeckend mit der Karte bezahlt werden. Bei Reisen nach Andorra, Bosnien Herzegowina, Gibraltar, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Monaco und Montenegro empfiehlt VISA jedoch, sich vor Reisebeginn zu vergewissern, ob V-Pay in diesen Ländern überall eingesetzt werden kann.

„95 Prozent der Transaktionen mit einer Debit-Karte werden im Inland oder in Europa getätigt“, sagte ein VISA-Sprecher den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. In anderen Ländern, etwa in Asien oder den USA, sei hingegen auch in Zukunft nicht damit zu rechnen, dass die V-Pay-Karte funktioniert. Die Vereinigten Staaten beispielsweise wollen zwar in den kommenden Jahren ebenfalls auf eine Chip-Technologie umstellen. Ob dort mit V-Pay abgehoben werden kann, sei aber noch nicht absehbar, so der Unternehmens-Sprecher.

Eine schwache Akzeptanz in anderen Ländern wird also von Vornherein in Kauf genommen. Gerechtfertigt wird dies mit dem Sicherheits-Argument. Auf Auslands-Reisen außerhalb Europas müsse man sich ab jetzt einfach auf die Kombination Bargeld und Kreditkarte verlassen, so der Sprecher. Debit-Karten seien dafür einfach keine passende Alternative mehr.

Es ist jedoch bemerkenswert, dass sich die Banken nicht auf einen weltweiten Standard einigen können. Bei hoch riskanten Produkten wie Derivaten besteht weltweite Eintracht. Doch bei den Bank-Karten zeigen die Banken erhebliches Misstrauen gegeneinander.

Daher gilt für die Bank-Karten, was Reisende auch jedesmal bei den Steckdosen auf Reisen beklagen: Für den Konsumenten ist die Globalisierung in weiter Ferne, wenn er sich Bequemlichkeit erwartet.

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Indien verbietet den Import von Goldmünzen

On August 16, 2013, in Endzeit, by admin
Die indische Zentralbank hat den Import von Goldmünzen verboten. So will sie die Bürger endlich vom Goldkauf abbringen, nachdem eine Importsteuer auf Gold nicht wirkte. (Foto: Flickr/motoyen)

Die indische Zentralbank hat den Import von Goldmünzen verboten. So will sie die Bürger endlich vom Goldkauf abbringen, nachdem eine Importsteuer auf Gold nicht wirkte. (Foto: Flickr/motoyen)

In den vergangenen Monaten hatte Indien die Importsteuer auf Gold immer weiter erhöht, um die Bürger vom Goldkauf abzubringen. Da die Inder dennoch massiv Gold kaufen, hat die Zentralbank den Import von Goldmünzen nun komplett untersagt.

„Der Import von Gold der Form von Münzen oder Gedenkmünzen ist nun verboten“, so die indische Zentralbank in einer Mitteilung. Der Import von Gold zur Herstellung von Schmuck ist weiterhin zulässig. Ein Verbot wäre in der indischen Kultur auch schwer durchsetzbar. Denn Gold ist tief in der indischen Kultur verankert.

Bei Goldimporten für Schmuck fällt weiterhin eine Importsteuer von 8 Prozent an. Doch die Steuer hat der indischen Regierung keinen Erfolg gebracht, der Goldschmuggel boomt, die Goldnachfrage hält an. Im zweiten Quartal kauften die Inder mehr als doppelt so viele Goldmünzen und Goldbarren wie ein Jahr zuvor (mehr hier).

Die indischen Juweliere müssen schon jetzt einen Aufschlag für Gold zahlen, da die Zentralbank die Goldimporte streng reguliert. In der Festival-Saison ab Herbst wird in Indien nun ein Goldmangel befürchtet. Der Aufschlag auf das Gold könnte dann auf 25 Dollar pro Unze ansteigen.

Gold ist nach Öl die zweitgrößte Importware Indiens. Der massive Anstieg der Goldimporte hatte die Rupie geschwächt und das indische Leistungsbilanzdefizit in die Höhe schießen lassen. Dem versucht die Zentralbank nun mit dem Importverbot entgegenzuwirken, nachdem die Goldsteuer nicht gewirkt hat. Anfang August verhängte das Nachbarland Pakistan sogar ein vorübergehendes komplettes Importverbot für Gold (hier).

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Die Deutsche Post hat viel getan, um effizienter zu werden. Doch ohne Preiserhöhungen geht es nun nicht mehr. (Foto: Flickr/marcusraitner)

Die Deutsche Post hat viel getan, um effizienter zu werden. Doch ohne Preiserhöhungen geht es nun nicht mehr. (Foto: Flickr/marcusraitner)

Zu Beginn dieses Jahres hatte die Post das Briefporto zum ersten Mal seit 1997 angehoben: von 55 Cent auf nunmehr 58 Cent. Doch künftig werden die Preise offenbar schneller steigen.

Die Deutsche Post will mehr Spielraum bei der Erhöhung des Briefportos. „Wir möchten unsere Preise in Zukunft im Einklang mit der Inflationsrate anheben können“, sagte ein Sprecher der FAZ. Das würde bedeuten, dass die Post ihre Preise zumindest um 2 Prozent pro Jahr erhöhen dürfte. Denn dies ist offizielle Inflationsrate.

Bisher müssen die Preiserhöhungen der Post 0,6 Prozent unterhalb der offiziellen Inflationsrate liegen. Die Post kann dabei selbst entscheiden, wie sie Erhöhungen auf die verschiedenen Produkte verteilt. Aufgrund der Regelung muss sie jedes Jahr 0,6 Prozent effizienter werden – vorausgesetzt die offizielle Inflation ist realistisch.

Doch die tatsächlichen Preissteigerungen sind viel höher als die im Juli vom statistischen Bundesamt angegebene Inflationsrate von 1,9 Prozent. Dies wird etwa an den massiv steigenden Lebensmittelpreisen deutlich (mehr hier). Die Deutsche Post merkt offenbar, dass die Realität mit den offiziellen Zahlen nicht im Einklang ist – und braucht höhere Preise, um die höheren Kosten abzufangen.

In den kommenden Wochen wird die Bundesnetzagentur der Post neue Regeln für die Portos festlegt.

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Auch die Journalistin Francine Lacqua von Bloomberg freut sich über Insider-Tipps von George Soros. Allerdings braucht man bei seinen Wetten gute Nerven. (Foto: Flickr/WEF)

Auch die Journalistin Francine Lacqua von Bloomberg freut sich über Insider-Tipps von George Soros. Allerdings braucht man bei seinen Wetten gute Nerven. (Foto: Flickr/WEF)

Im zweiten Quartal hat George Soros massiv Apple-Aktien erworben und Gold verkauft. Doch der Großinvestor hat noch eine andere bedeutende Entscheidung getroffen. Er hat sehr viel Geld auf einen Einbruch des US-Marktes gesetzt.

In seinem Quartalsreport an die US-Börsenaufsicht SEC ist zu lesen, dass Soros über Verkaufsoptionen für den S&P 500 ETF im Umfang von 1,248 Milliarden Dollar verfügt. Damit setzt er massiv auf einen Einbruch des Aktienindex‘ der 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA.

Eine Verkaufsoption (put option) ist ein Vertrag, bei dem eine Partei das Anrecht erwirbt, ein Asset zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Der Inhaber der Verkaufsoption muss allerdings nicht verkaufen.

Wenn der S&P 500 deutlich fällt, kann Soros Anteile zu dem vereinbarten Preis verkaufen und auf diese Weise massive Gewinne machen. Steigt der Aktienindex weiter, sind die Verkaufsoptionen eine Fehlinvestition gewesen. Der S&P 500 hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und liegt auf einem Allzeithoch.

Im Verhältnis zur Gesamtgröße seines Fonds macht die Wette gegen den S&P 500 inzwischen knapp 14 Prozent aus. Damit hat sich diese Position seit Ende letzten Jahres mehr als verzehnfacht.

Die Geschichte zeigt, dass Soros mit seinen Wetten oft richtig lag. So machte er etwa im Jahr 1992 eine Milliardenwette gegen das britische Pfund und gewann. Und auch mit Verkaufsoptionen des S&P 500 hat Soros im Jahr 2011 schon deutliche Gewinne gemacht, berichtet MarketWatch. Doch seine heutige Wette gegen den S&P 500 ist mehr als doppelt so hoch wie damals.

Diesmal scheint die Wette indes gar nicht besonders gewagt: Der Aktienmarkt ist eine einzige Blase, aufgepumpt mit dem billigen Geld der Zentralbanken. Die Fed hat angekündigt, ihre lockere Geldpolitik aufzugeben, wenn die Arbeitslosigkeit zurückgeht.

Die Arbeitslosigkeit wird zwar, wenn überhaupt, nur wegen statistischer Tricks zurückgehen. Aber es mehren sich die Anzeichen, dass mehrere Investoren die Zentralbanken als Bluffer ansehen. Die Investoren könnten einen Anstieg der Zinsen erzwingen, wenn die Maßnahmen der Zentralbanken nicht greifen.

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Innerhalb weniger Minuten stieg der Goldpreis um 20 Dollar pro Unze. Der Silberpreis zog mit. (Grafik: Zero Hedge)

Innerhalb weniger Minuten stieg der Goldpreis um 20 Dollar pro Unze. Der Silberpreis zog mit. (Grafik: Zero Hedge)

Am Donnerstagnachmittag stieg der Goldpreis innerhalb von Minuten um 3 Prozent, der Silberpreis sogar um 5 Prozent. Die Ursache sind unklar – doch deutet vieles darauf hin, dass der Mangel an physischem Gold sich schon bald im Goldpreis niederschlagen könnte.

Der Grund für den aktuellen Preissprung könnte darin liegen, dass die Investmentbank JP Morgan mit Kundenforderungen nach physischem Gold zu kämpfen hat, analysiert Zero Hedge. In der vergangenen Woche ließ sie sich von den beiden größten New Yorker Goldtresoren beliefern. Die Investment-Bank kaufte 6.444 Unzen von HSBC, 20.189 Unzen von Scotia Mocatta, und dann noch einmal 43.139 Unzen von HSBC.

Doch offenbar sind die beiden Goldtresore nun nicht mehr in der Lage, JP Morgan weiter auszuhelfen. Daher muss sich die Bank das Gold auf dem freien Markt beschaffen. Die dadurch steigende Nachfrage führte nun zu dem rasanten Preissprung.

Die Investment-Bank benötigt das Edelmetall dringend, denn ihre Kunden verlangen die Lieferung ihres dort verwalteten Goldes. Doch JP Morgan hat im ersten Halbjahr seine Goldbestände abgebaut.

Der entscheidende Punkt ist, dass viele Großinvestoren wie Henry Paulson oder George Soros den Großteil ihres Goldes verkauft haben. Auch sie können JP Morgan nun nicht beliefern. Daher muss die Bank am Markt tätig werden.

Dort gibt es offenbar weiter einen beachtlichen Mangel an physischem Gold: Ein Trader berichtete auf Bloomberg TV, dass sein Unternehmen seit acht Wochen auf eine Lieferung von physischem Gold warte.

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Trotz Krise: Goldschmuck boomt in Deutschland

On August 16, 2013, in Endzeit, by admin

Aufgrund des Preisrückgangs seit April ist die Nachfrage nach physischem Gold weltweit angestiegen. Vor allem die Konsumenten in Asien haben massiv zugegriffen.

Im zweiten Quartal lag die Nachfrage nach Goldschmuck bei 576 Tonnen nach 421 Tonnen ein Jahr zuvor, berichtet der World Gold Council. Das ist ein Anstieg um 37 Prozent. In China und Indien, den größten Märkten für Goldschmuck, lagen die Zuwachsraten sogar über 50 Prozent.

Die Investitionen in Barren und Münzen stiegen weltweit um 78 Prozent und lagen erstmals oberhalb von 500 Tonnen in nur einem Quartal. In China und Indien lagen die Zuwächse bei 157 Prozent beziehungsweise 116 Prozent. Auch die Erhöhung der Goldimport-Steuer konnte die enorme Nachfrage der Inder kaum bremsen (mehr hier).

Die deutschen Konsumenten kauften im zweiten Quartal Schmuck, Münzen und Barren im Umfang von 40,7 Tonnen. Das ist ein Anstieg um 21,2 Prozent zum Vorjahresquartal.

Nimmt man Goldschmuck, Barren und Münzen zusammen, ergibt sich ein Nachfrage-Plus von 53 Prozent. Die Konsumenten kauften im zweiten Quartal 1.083 Tonnen physisches Gold. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2009.

Auch die Zentralbanken waren erneut Nettokäufer. Sie erwarben 71 Tonnen Gold und setzten somit einen Trend fort, der im ersten Quartal 2011 begann. Die Deutsche Bundesbank hingegen hält ihre Bestände seit 1999 fast konstant (hier).

Das Recycling von Gold ging um 21 Prozent zurück. Die Minen-Produktion stieg leicht um vier Prozent.

Im ersten Halbjahr 2013 wurden 913,2 Tonnen Gold in Form von Münzen und Barren verkauft. (Grafik: World Gold Council)

Im ersten Halbjahr 2013 wurden 913,2 Tonnen Gold in Form von Münzen und Barren verkauft. (Grafik: World Gold Council)

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Einen Tag nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Mursi-Anhängern und Gegnern haben die Muslimbrüder den Dienstsitz des Gouverneurs der Kairoer Provinz Gizeh gestürmt. Anschließend wurde es in Brand gesteckt.

Am Dienstag ernannte die ägyptische Regierung 19 von 25 Provinz-Gouverneuren aus den Reihen der Militärs und der Polizei, berichtet die New York Times.

Mursi-Anhänger sollen auch Kirchen in den Städten Dilga, Menya und Sohag attackiert haben. Zwei Kirchen in Menya wurden niedergebrannt, berichtet International Business Times.

Auslöser war die am Mittwochabend durchgeführte gewaltsame Räumung eines Sitz-Protests der Muslimbrüder in Kairo. Kurze Zeit danach rief die ägyptische Regierung den Ausnahmezustand aus.

Bei den blutigen Auseinandersetzungen in Ägypten wurden bisher 525 Menschen getötet, berichtet UPI.

Berlin, Paris, Rom und weitere Länder haben die ägyptischen Botschafter einbestellen lassen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat wegen der Ereignisse in Ägypten den Krisenstab des Auswärtigen Amts einberufen, berichtet tagesschau.de

Als Zeichen seines Protests gegen das gewaltsame Eingreifen der Sicherheitskräfte hat US-Präsident Obama ein geplantes Manöver mit dem ägyptischen Militär abgesagt, berichtet Reuters.

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