Die Ladenpreise für Lebensmittel lagen im Juli zum Teil sehr viel höher als noch ein Jahr zuvor. (Grafik: Destatis)

Die Ladenpreise für Lebensmittel lagen im Juli zum Teil sehr viel höher als noch ein Jahr zuvor. (Grafik: Destatis)

Die Juli-Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass Lebensmittel innerhalb nur eines Jahres sehr viel teurer geworden sind. Die massive Inflation in der Eurozone wird immer deutlicher.

Die offizielle Inflationsrate lag im Juli bei 1,9 Prozent, berichtet Destatis. Doch dass der Wert des Euro massiv fällt, ist an der Entwicklung der Lebensmittelpreise erkennbar. Bei Obst (+11%), Gemüse (+12%), Milch (+17%), Butter (+31%) und Olivenöl (+18%) liegen die Teuerungsraten durchweg im zweitstelligen Bereich.

Auch der Strom wurde nach Angaben von Destatis innerhalb nur eines Jahres um 12 Prozent teurer. Die Preise für Tabakwaren stiegen um 3,6 Prozent. Kaffee wurde sogar wieder um 4,5 Prozent billiger.

Die offizielle jährliche Teuerungsrate von 1,9 Prozent hat wenig mit der Realität zu tun. Sie kommt aufgrund der statistischen Methoden bei der Zusammenstellung des Warenkorbs zustande (hier). Dass etwa PC-Software nach Angaben von Destatis um 23 Prozent billiger geworden ist, kann kaum auf einen gestiegenen Geldwert zurückgeführt werden.

Das Gelddrucken durch die EZB treibt die Preise in Europa in die Höhe. Dadurch werden nicht nur die Gehälter und Renten real immer weniger wert, sondern auch die Ersparnisse. Daher wird es für viele Deutsche unumgänglich werden, bis zum Alter von 70 Jahren und länger zu arbeiten (mehr hier).

(174)

Keine Schulden mehr beim IWF: Der ungarische Premier Viktor Orban ist zufrieden. (Foto: Flickr/European People's Party – EPP)

Keine Schulden mehr beim IWF: Der ungarische Premier Viktor Orban ist zufrieden. (Foto: Flickr/European People’s Party – EPP)

Früher als geplant hat Ungarn seine gesamten Kredite zurückgezahlt, die es dem Internationalen Währungsfonds (IWF) schuldete. Im Jahr 2008 hatte das Land ein Rettungsprogramm vom IWF und der EU im Umfang von insgesamt 20 Milliarden Euro erhalten, um die Insolvenz zu vermeiden.

Die letzten Kreditrate waren eigentlich erst im dritten und vierten Quartal 2013 sowie im ersten und im dritten Quartal 2014 fällig. Doch die Ungarn konnten die letzten 2,15 Milliarden Euro bereits jetzt vollständig zurückzahlen, zitiert euractiv.com Angaben der Regierung. Dadurch sparen sie Zinskosten in Höhe von 11,7 Millionen Euro.

Zuletzt gab es wiederholt Konflikte zwischen dem IWF und der ungarischen Regierung von Premier Viktor Orban, die 2010 an die Macht gekommen war. Im Juli sagte der Chef der ungarischen Zentralbank und frühere Wirtschaftsminister, György Matolcsy, er werde das IWF-Büro in Budapest schließen. Es sei nicht länger notwendig. Der IWF solle das Land verlassen, schrieb Matolcsy an IWF-Chefin Christine Lagarde (mehr hier).

Der Einfluss des IWF auf die ungarische Politik wurde von der neuen Regierung als übertrieben angesehen. Daher beendete sie im Jahr 2010 das Rettungsprogramm von IWF und EU und bemühte sich, die finanziellen Probleme des Landes selbst zu lösen. So führte Ungarn etwa die höchste Bankensteuer in Europa ein.

(157)

Seit Dienstag um etwa 2.15 Uhr morgens sind tausende Deutsche ohne Internet: Eine – ausgesprochen freundliche – Mitarbeiterin aus dem Geschäftskunden-Zentrum der Deutschen Telekom bestätigt den Deutschen Wirtschafts Nachrichten den Totalausfall.

Man sei bemüht, das Problem zu beheben, könne aber noch nicht abschätzen, wie lange die Störung dauert. Die Telekom verzeichnete nach Angaben von Mitarbeitern eine massive Welle an Kunden-Anrufen, ist aber selbst noch nicht in der Lage, den Fehler zu lokalisieren.

Betroffen ist offenbar das gesamte Netz, auch die LTE-Verbindungen waren stundenlang gekappt. Die Telekom rät den Kunden, einfach immer wieder mal zu probieren, ob sie wieder online sind.

Update: Offenkundig ist die Störung behoben, so wird uns aus Teilen Deutschlands gemeldet (14 Uhr).

Update 2: Offenbar läuft das Netz jetzt wieder überall (16 Uhr).

Wir erlauben uns dazu eine kleine satirische Anmerkung: 

Ob der Absturz mit dem Artikel der Deutschen Wirtschafts Nachrichten über einen möglichen islamistischen Hacker-Angriff zusammenhängt, ist zur Stunde noch unbekannt. Auffällig war jedenfalls, dass die Schwierigkeiten just in dem Augenblick begannen, da der Artikel auf den DWN veröffentlicht werden sollte. Dies bestätigen Mitarbeiter der Redaktion.

Sobald das Internet wieder überall funktioniert, können Telekom-Kunden den Artikel hier lesen.

(258)

Nach dem Willen des Lobbyvereins BUND sollen die Kosten der Energiewende stärker auf die deutsche Industrie umgelegt werden. (Foto: Flickr/pppspics)

Nach dem Willen des Lobbyvereins BUND sollen die Kosten der Energiewende stärker auf die deutsche Industrie umgelegt werden. (Foto: Flickr/pppspics)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gegen Angriffe aus den Regierungsparteien verteidigt. Die Ursache des teuren Stroms in Deutschland sei eine Subventionierung der Industrie.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht hauptsächlicher Treiber der Stromkosten“, sagte Tina Löffelsend vom BUND. Kostentreiber seien vor allem die Rabatte, die der Industrie gewährt würden, heißt es auf der Webseite des BUND.

Auf dem Weg der Rabatte für die Industrie würde ein privater Durchschnittshaushalt die Stromrechnung der energie-intensiven Industrie jährlich mit 69 Euro subventionieren. Allein die von CDU, CSU und FDP ausgeweiteten Rabatte und die neu eingeführte Offshore-Umlage führten nach BUND-Berechnungen 2013 zu einem Aufschlag von circa 1 Cent pro Kilowattstunde Strom. Löffelsend sagte:

„Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Altmaier vergießen Krokodilstränen über steigende Stromkosten. Zugleich verschärft die Bundesregierung aber die ungerechte Kostenverteilung, indem sie die Industrie verschont. Außerdem hat sie es versäumt, endlich dafür zu sorgen, dass auch kleine Verbraucher von der Energiewende profitieren.“

Die erneuerbaren Energien senkten zwar die Preise an der Strombörse, dies komme jedoch bislang vor allem Großverbrauchern zugute. „Eine Regierung, die auf die Strompreisbremse treten will, muss die Industrieprivilegien weitestgehend abschaffen und gesetzlich festschreiben, dass sinkende Preise an alle Verbraucher weitergegeben werden“, so Löffelsend.

Wenn die Rabatten für die Industrie nicht zurückgefahren würden, dann könne im kommenden Jahr die Mehrbelastung auf bis zu 79 Euro pro Haushalt steigen, prognostiziert der BUND. Würden die Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz gestrichen, läge die EEG-Umlage derzeit bei lediglich 3,8 statt 5,3 Cent pro Kilowattstunde.

(178)

Den Namen Messias habe nur die Bibelgestalt Jesus Christus verdient, so die Richterin. (Foto: Flickr/Waiting For The Word)

Den Namen Messias habe nur die Bibelgestalt Jesus Christus verdient, so die Richterin. (Foto: Flickr/Waiting For The Word)

Ein US-Gericht hat den Namen eines Jungen geändert, der von seinen Eltern Messias (englisch: Messiah) genannt worden war. Es argumentiert sowohl mit religiösen Ansichten als auch mit dem Kindeswohl.

Richterin Lu Ann Bellew an einem Gericht im US-Bundesstaat Tennessee hat angeordnet, dass Jaleesa Martin ihren Sohn nicht Messias nennen darf. Stattdessen änderte die Richterin den Namen des Jungen in Martin um, berichtet The Tennessean. „Das Wort Messias ist ein Titel, und es ist ein Titel, den nur eine Person verdient hat, und diese Person ist Jesus Christus“, so die Richterin.

Die Mutter Jaleesa Martin und der Vater konnten sich nicht auf einen Nachnamen für den Jungen einigen. So landeten sie bei der Kinderbeihilfe des Bezirks, die den Streit entscheiden sollte. Die Eltern hatten jedoch nicht erwartet, dass dabei der Vorname des Jungen geändert werden würde.

Doch Richterin Ballew ordnete für den sieben Monate alten Junge nun den Namen „Martin DeShawn McCullough“ an. Er enthält die Nachnamen beider Eltern, jedoch nicht mehr den Vornamen Messias, auf den die Eltern sich eigentlich geeinigt hatten. Die Richterin ordnete an, dass der Name auf der Geburtsurkunde geändert werden muss.

Jaleesa Martin, die noch zwei andere Kinder mit den Namen Micah und Mason hat, sagte: „Ich war schockiert. Es war niemals meine Absicht, meinen Sohn Messias zu nennen, weil das Gott heißt, und ich hätte nicht gedacht, dass eine Richterin den Namen meines Babys wegen ihrer religiösen Ansichten ändern kann.“

Richterin Ballew sagte, dies sei das erste Mal, dass sie eine Namensänderung angeordnet habe. Dies sein die beste Entscheidung für das Kind, vor allem da es in einer stark christlichen Bevölkerung aufwachse. „Das kann ihn in Konflikte mit vielen Menschen bringen“, so die Richterin.

Hedy Weinberg, Leiterin der Bürgerrechtsvereinigung ACLU, sagte, die Richterin hätte den Namen Messias nicht verbieten dürfen. Denn Eltern hätten das Recht, den Namen ihres Kindes zu bestimmen. Der Glaube der Richterin sei eine Privatangelegenheit. „Sie hat nicht das Recht, ihren Glauben anderen aufzuzwingen, aber das ist es, was sie getan hat“, so die Bürgerrechtlerin. ACLU will die Mutter unterstützen, die Einspruch gegen die Entscheidung der Richterin eingelegt die.

Der Messias steht derzeit auf Platz 387 der Liste der beliebtesten Jungennamen der USA auf nameberry.com, einem Blog zu Babynamen. Der Name Jesus findet sich auf Platz 101.

Nick Harrison, Mitautor eines Buches über christliche Vornamen, hat Verständnis für die Entscheidung der Richterin. Eltern müssten vorsichtig sein, wenn sie ihren Kindern ungewöhnliche Namen geben. Denn dies könne Probleme für die Kinder mit sich bringen.

Harrison sagte, Namen könnten dazu beitragen, die Identität eines Kindes zu bilden. Die Bedeutung seines Namens zu kennen, gebe dem Kind etwas, nach dem es streben kann. Der Name Messias gehe jedoch zu weit, das könne man nicht erreichen, so der Buchautor.

(172)

Der freie Mensch (14.8.2013)

 

Michael Winkler, der Mann mit Vision

Michael Winkler, der Mann mit Vision

Das Bewußtsein eines Menschen setzt sich zusammen aus der Summe aller seiner Vorurteile. Dies ist einer dieser pseudointelligenten Sätze, die Gutmenschinnen, Grüninnen und andere, die keine Ahnung haben, so von sich geben. Völlig unreflektiert, niemals darüber nachgedacht, einfach nur nachgeplappert. Lieber gut zitiert, als einen eigenen Gedanken verbrochen.

Und ja, wir sind alle Ausländer, fast überall. Richtig. Aber was lernen wir daraus? Wir müssen das einzige Land, in dem wir keine Ausländer sind, verteidigen, erhalten, beschützen und bewahren! Die Ausländer werden das nicht für uns tun, denn sie sind keine Einheimischen, für sie ist das hier keine Heimat, hier haben sie keine Wurzeln. Genau das besagt dieser Spruch, nur, leider, begreifen die Grüninnen nicht, was sie damit wirklich sagen.

Die Dummheit der Menschen ist unendlich, so wird gerne Albert Einstein zitiert. Nun, Albert Einstein war ein Mensch, oder? Und wer war der Mensch, den er am besten von allen einschätzen konnte, von dem er zweifelsfrei gewußt hat, daß er unendlich dumm ist? Richtig, er selbst! Und wer sich dieses Zitat zu eigen macht, sagt damit von sich selbst, daß er unendlich dumm ist – eben wie Einstein. Nebenbei, der Mann hat von sich selbst gesagt: Ich bin so dumm, so dumm!

Wo das steht, fragen Sie? Dafür gibt es Google! Ach, das ist eine unverschämte Empfehlung? Na gut, es steht im Almagest von Claudius Ptolemäus. Zufrieden? Nein? Welches Buch, welche Seite, welcher Absatz? Oh ja, Sie wollen ganz genau wissen, wo in einem Buch, das 18 Jahrhunderte vor Einstein geschrieben wurde, dieses Zitat steht? Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, Mitglied bei den Grüninnen zu werden?

Erinnern Sie sich noch an Herrn “Doktor” Karl-Theodor von und zu Guttenberg? Oder an Frau “Doktor” Annette Schavan? Den beiden, und anderen Politikern, wurde der dekorative Vorname Doktor aberkannt, weil sie ein wenig zuviel zitiert haben, ohne anzugeben, von wem. Genau wie Einstein, nebenbei, aber der hat der richtigen Partei angehört, da wird nicht nach Plagiaten geforscht.


Der Querdenker-Faktor Robert I. Sutton Durch Querdenken zum Erfolg Innovation heißt das Zauberwort der Wissenschaft - aber wie wird man innovativ? Robert I. Sutton weiß es: indem man Querdenkern eine Chance gibt, die nicht glauben, was immer schon richtig war, und die schräge Lösungen spannender finden als gerade. Denn alles ist denkbar, auch was völlig verrückt scheint. Und vieles funktioniert in der Praxis besser, als wir glauben - wenn wir es nur versuchen und den Mut zum Querdenken haben.»Hier lernen Sie, über den Tellerrand zu blicken, neue Sichtweisen zu entdecken und sich von der Vergangenheit zu befreien.« business bestsellerTaschenbuch, 367 Seiten
Das Leben bietet Ihnen drei Schulen, anstatt hochtrabende Namen dafür auszudenken, nenne ich sie Grund-, Mittel- und Oberschule. Das hat nichts mit den Schulgebäuden zu tun, die Sie kennen, und schon gar nichts mit der Bildungs-Idiotologie, die in Merkeldeutschland praktiziert wird. In der Grundschule werden Sie an der Hand genommen und geführt, von Lernziel zu Lernziel. Das ganze Schulsystem, bis hin zum Abitur und zum Abschluß einer Lehre, basiert auf dieser Grundschule. In der Mittelschule bekommen Sie Bücher, aus denen Sie selbst Wissen erwerben sollen. Das ist die Gesellenzeit, in der Sie mit den Augen stehlen, wo Sie niemand mehr als Lehrling an der Hand nimmt, sondern Sie arbeiten läßt. Das ist das Selbststudium, das an der Universität gefordert ist. In der Mittelschule folgen Sie keinem Führer, aber immer noch gebahnten Wegen. In der Oberschule forschen und denken Sie selbst. Da gibt es keinen Führer, keine Karte, keine gebahnten Wege – da sind SIE es, der die Wege bahnen soll.

Sie können Ihr ganzes Leben in der Grundschule bleiben. Der Staat möchte sogar, daß Sie in der Grundschule verharren, sich immer schön an der Hand nehmen lassen, keinen einzigen Schritt in eigener Verantwortung unternehmen. Oh, das funktioniert wunderbar. Aufstehen, wenn der Wecker klingelt, frühstücken, zur Arbeit fahren, Arbeiten, Mittagspause, Arbeiten, nach Hause fahren, vor den Fernseher setzen, Bier trinken und ins Bett gehen. Das ist ein Lebensmodell, dem zahlreiche Menschen folgen.

In der Mittelschule wird es weniger gemütlich. Sie könnten auf Wissen stoßen, das man Ihnen vorenthalten will. Das Wissen ist nicht gefährlich, es schadet nicht dem Andenken Verstorbener, gefährdet nicht den öffentlichen Frieden, es ist nur schlicht und einfach unerwünscht. Der größte aller Nachteile dabei ist, daß Sie, einmal ungläubig geworden, nicht mehr zum wahren Glauben zurückkehren werden. Wer einmal den Kopernikus nachvollzogen hat, daß sich die Erde um die Sonne dreht, der ist nie mehr zu Ptolemäus und der Bibel zurückgekehrt, wonach es genau anders herum sei, allerhöchstens in Form eines Lippenbekenntnisses vor dem Inquisitionsgericht.

Diese Mittelschule muß kein hochgeheimes Wissen vermitteln. Kaufen Sie sich ein Buch über Gartenbau, recherchieren Sie darüber im Internet, bilden Sie sich aus eigenem Antrieb weiter – und schon sind Sie in jener Mittelschule. Da steht kein Lehrer mehr daneben und schaut zu, wie Sie Ihre Stachelbeeren anpflanzen. Am Ende gibt es auch keine Note, sondern Stachelbeeren – oder eben nicht.

Die letzte, geheimnisvollste aller Schulen, ist die Oberschule. Da lernen Sie durch Versuch und Irrtum, da erarbeiten Sie sich Ihr Wissen. Jetzt sind Sie auf der Stufe des Meisters angelangt, sicher im eigenen Können, und auf der Basis dieser Sicherheit bereit, ins Unbekannte vorzustoßen, Neues, nie Geahntes hervorzubringen. Hierbei zeigt sich das meisterliche Können, im kühnen Entwurf, nicht im gesellenhaften Nachbauen des meisterlichen Plans.

Da tritt auch gerne der Spieltrieb hinzu. Vor allem Männer und technische Geräte sind in dieser Beziehung eine gute Kombination, denn wozu die dämliche Gebrauchsanleitung lesen, deren gutes Koreanisch in schlechtes Englisch und daraus von einem Computer in unverständliches Deutsch übersetzt worden ist? Also nur zu, munter darauf losgeschaltet! Nein? Also ich lese die Gebrauchsanleitungen schon alleine aus Vorfreude durch.

Die Oberschule hat heute ein Akzeptanzproblem. Wer aus drei Büchern ein viertes zusammenstellt, also ausschließlich fremde Gedanken nachvollzieht, kritisiert, gewichtet, der gilt als klug und belesen. Wer sich jedoch hinstellt und selbst denkt, ohne seitenlange Verzeichnisse, wo er überall abgeschrieben hat, wird skeptisch betrachtet. Die kopernikanische Wende trat jedoch nicht deshalb ein, weil Kopernikus zum fünfhundertsten Mal bei Ptolemäus abgeschrieben hat, sondern weil er selbst den Himmel beobachtet, selbst gerechnet und seine eigenen Gedanken niedergeschrieben hat.


Der Deutschland Clan Jürgen Roth Deutschland im Griff einer korrupten Elite Bestsellerautor Jürgen Roth zeigt, wie ein engmaschiges Netzwerk aus hochrangigen Politikern, führenden Konzernchefs und toleranten Justizbehörden die Deutschland AG mit Methoden beherrscht, die eines Rechtsstaats unwürdig sind.Wer wen erpresst, wer die Drahtzieher anrüchiger Deals sind und warum die Justiz nicht ermittelt - Roth enthüllt das dichte und für die Beteiligten äußerst profitable Geflecht von Abhängigkeiten zwischen hochrangigen Politikern, führenden Managern und Justizbeamten.Taschenbuch, 318 Seiten
Ich habe als freier Mensch jedes Recht, selbst zu denken, ob es nun Anderen paßt oder nicht. Und der Idiotie, daß die Dummheit der Menschen unendlich sei, setze ich entgegen, daß es keinen Menschen gibt, der so dumm und unfähig ist, als daß ich nichts von ihm lernen könnte. Allerdings traue ich mir zu, selbst auszuwählen, was ich lerne.

Wir bewegen uns auf allen drei Schulen zugleich, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung. Unsere Neugier und Risikobereitschaft mag in der Jugend höher ausgeprägt gewesen sein als heute, doch ein gewisser Rest ist uns verblieben. Der klischeehafte Prolet, Hartz-IV-Empfänger, den ganzen Tag im Jogging-Anzug vor der Glotze, mit dem Bierkasten neben dem Fernsehsessel, mag 96% seiner verbliebenen Lernaktivitäten in der Grundschule zubringen, 3% in der Mittelschule und nur 1% in der Oberschule, aber auch er entwickelt sich weiter, mag es auch noch so langsam vorangehen.

Was kann man von einem solchen Menschen lernen? Oh, ganz einfach: das, was man nicht machen sollte: sich gehenlassen, zum Treibgut auf dem Strom des Lebens werden. So, wie von der Bundeskanzlerin jede Frau lernen kann, wie man sich nicht anziehen oder frisieren sollte. Zu lernen, das Falsche zu vermeiden, ist ebenso wichtig, wie zu lernen, das Richtige zu tun.

Das angebliche Ideal einer Demokratie ist der mündige, informierte, sich für seine Interessen einsetzende Bürger. Ein mündiger, informierter Bürger, der sich für seine eigenen Interessen einsetzt, ist jedoch schwer zu regieren. Gerade für Parteipolitiker, die in anderen Berufen versagt und als letzten Ausweg die Politik gewählt haben. Der Parteifunktionär muß für seine Partei funktionieren, er darf keine eigenen, von der Parteilinie abweichenden Ideen haben. Für den Parteifunktionär ist ein idealer Bürger jemand, der nicht nur keine eigenen Ideen hat, sondern auch noch unfähig ist, diese auszudrücken. Der Funktionär braucht den Bürger als Stimmvieh an der Wahlurne, als Steuerzahler und als Befehlsempfänger, als Masse, über die verfügt werden kann.

Das ist bei jeder Partei so, der einstige Begriff des Totalitären hat in der heutigen Zeit seine Bedeutung verloren. Was Faschisten, Nationalsozialisten oder Kommunisten einst eingeführt hatten, die Vereinnahmung der Menschen von der Wiege bis zur Bahre, praktizieren heutzutage alle Parteien, ob Grüninnen oder die christenfeindlichen Unionen. Von der Kindertagesstätte bis zur Ganztagsschule sollen die Kinder den Eltern entzogen und dem Staat überlassen werden. Der einstige Umzug mit Hakenkreuz- oder Kommunisten-Fahnen unterscheidet sich nicht wesentlich von den heutigen “Hinterdeppendorf ist bunt”-Auftrieben. “Stolpersteine” verlegen, dient nicht dem Andenken irgendwelcher Verstorbener, sondern ist ein einträgliches Geschäft, eine Alibi-Veranstaltung, betrieben von Leuten, deren Vorgänger im Amt Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft verliehen haben.

Die gleiche “Zivilcourage”, mit der früher Juden verjagt wurden, verjagt heute “Nazis”. Derselbe Herdentrieb, der einst Orte für “judenrein” erklärte, setzt heute “Zeichen gegen Rechts”. Das Einzige, was dieses Verhalten wirklich aufzeigt, ist, daß die Veranstalter in den vergangenen hundert Jahren nichts dazugelernt haben. Das beweist, daß die sogenannte Demokratie es nicht geschafft hat, sich des staatlichen Totalitarismus zu entledigen. Es ist ja auch viel bequemer, das Volk zu verhetzen, als es durch die Wahrheit zum Denken zu erziehen.

Leider ist für diesen Absatz eine etwas deftigere Wortwahl nötig. Stellen Sie sich eine Schafherde vor, bei der alle zwischen der Scheiße nach Grashalmen suchen. Und bei der jedes Schaf dem Arschloch des vor ihm laufenden Schafes folgt. Genau das ist die Herdenperspektive, die von einer minderbefähigten Funktionärs-Oberschicht gewünscht wird. Wenn auch nur ein Schaf den Kopf hebt, anstatt blind dem führenden Arschloch nachzulaufen, stockt die halbe Herde. Wenn nur ein Schaf den Kopf hebt, um sich eine saubere Weide zu suchen, stört sein Trieb die anderen, die genüßlich in der Scheiße fressen.

Aus genau diesem Grund sind Querdenker so unbeliebt. Es gibt dafür zwei Begriffe, der eine ist “Andersdenkender”, der andere “Störfaktor”. Ja, es gibt Politiker, die als “Querdenker” bezeichnet werden. Doch das sind Parteifunktionäre wie alle anderen auch, aufgestellt und auf ihre Pöstchen gehoben von derselben Partei, die sonst keine Meinungsabweichler zuläßt. Diese offiziellen Querdenker sind bewußt als solche arrangierte Politiker, die kleinen Feigenblätter, welche die Blöße des totalitären Parteienstaates verdecken sollen. Alibi-Meinungsträger, die Vielfalt heucheln, wo nur Einfalt herrscht.

Wirkliche Querdenker bleiben in Parteien ganz unten, denn würden sie aufsteigen, wichtige Funktionen übernehmen, schadeten sie die Partei. Die Regierungsabgeordneten Bosbach, Gauweiler und Schäffler haben zwar Kritik geübt, aber keinerlei Erfolg damit erzielt. Im Endeffekt haben sie Kritik kanalisiert und damit verhindert, daß daraus eine ernstzunehmende Bewegung entsteht. Im aktuellen Wahlkampf erleben wir eine gleichartige Inszenierung, mit der Partei “Alternative für Deutschland”, mit Leuten, die in den christenfeindlichen Unionen nicht so recht nach oben gekommen sind. Diese Partei kanalisiert wie gehabt die Kritik. Hat sie keinen Erfolg, so hat sie wenigstens anderen Kleinparteien die Stimmen weggenommen, gelangt sie in den Bundestag, mausert sie sich zur fünften Kolonne der christenfeindlichen Unionen, zur Steigbügelhalterin der Merkelstaates.

Eigenständiges Denken wird nirgendwo gelehrt, denn die meisten Lehrer sind während ihres ganzen Lebens den ausgetretenen Pfaden gefolgt, die Andere vor ihnen angelegt haben. Im akademischen Lehrbetrieb ist nicht anders. Ob Diplom, Magister oder Master, Sie müssen das vortragen, was Sie zuvor gelernt haben, eben den Prüfungsstoff. Ihre Promotion sollte weitgehend mit den Ansichten des Doktorvaters und des Instituts übereinstimmen, sonst wird das schwer mit dem Doktortitel. Bei der Habilitation prüfen Ihre künftigen Kollegen, die gar nicht begeistert sind, wenn Sie ihnen nachweisen, daß sie allesamt weltfremde Idioten sind. Auf den Lehrstuhl werden Sie nur berufen, wenn Ihre Reputation stimmt. Als Professor, Beamter auf Lebenszeit, dürfen Sie vielleicht ein paar eigene Gedanken wagen, nur fehlen Ihrem Lehrstuhl dann bald die Forschungsgelder und veröffentlicht wird auch nichts mehr.

Eigenständig denken können Sie nur als Privatmensch. Beruflich gibt es eine kleine Nische in Forschung und Entwicklung, aber da laufen Sie am Gängelband. Wenn Ihr Arbeitgeber einen neuen Hustensaft haben möchte, brauchen Sie über Krebsmittel nicht nachzudenken, Sie müssen Ihre ganze Kreativität und Genialität auf den Hustensaft konzentrieren.

Ganz um das eigenständige Denken werden Sie nicht herumkommen, denn das Leben hält Situationen bereit, in denen Sie denken und eine Lösung finden müssen. Wenn das Haus um Sie herum in Flammen steht, hilft es wenig, sich hinzusetzen und auf göttliche Eingebungen zu warten. Sollte Ihr Fernseher noch laufen, wird Ihnen auch Dieter Bohlen nicht sagen, was Sie tun sollen. Damit fällt die Grundschule aus. Und selbst, wenn das “Handbuch der Überlebenstechniken” griffbereit neben Ihnen liegt, ist es keine gute Idee, darin erst einmal nachzuschlagen. Die Mittelschule hilft Ihnen nicht weiter. Sie brauchen die Ansätze der Oberschule. Fenster oder Tür? Wo brennt es weniger, wo kommt kein Rauch her? Nutzt Ihnen das Wasser in der Gießkanne für die Zimmerpflanzen etwas? Sie müssen handeln, tun Sie das Falsche, haben Sie verloren. Tun Sie gar nichts, haben Sie ganz sicher verloren. Also?

Das eigenständige Denken verpflichtet sie nicht, zu allem und jedem eine Meinung zu haben. “Die gute Botteram” war eine Margarine-Marke, die heute nicht mehr produziert wird. Ich habe sie nie probiert, ich kenne nur den alten Werbespruch. Bis zum Beweis des Gegenteils wird es “die gute Botteram” bleiben, warum sollte ich mich umgewöhnen, für etwas, das nie mehr wichtig für mich sein wird? Ich habe das Recht, eine fremde Meinung zu akzeptieren, oder auch gar keine Meinung zu einem Sachverhalt zu haben. Soll die Eiche in der Marconi-Straße stehen bleiben? Wo, zum Teufel, ist die Marconi-Straße? Ist die Eiche alt und morsch, ein Verkehrshindernis, halb verbrannt? Ich weiß es nicht, mir fehlen die Informationen und das Interesse, mir die Informationen zu verschaffen. Nach meinem Gefühl sollte der Baum stehen bleiben, aber ohne den Hintergrund kann ich nur “unentschieden” ankreuzen.

Ganz abgesehen davon: Ich wohne nicht in der Marconi-Straße. Ich muß weder mit der Eiche leben, noch zuschauen, wie sie gefällt wird. Wozu also sollte ich mich einmischen? Das ist die Angelegenheit der Betroffenen, nicht die meine! Es ist deren Freiheit, darüber zu bestimmen, und griffe ich ein, beschränkte ich deren Freiheit zur eigenen Entschei-dung

Deshalb sind mir auch Meinungsumfragen ein Greuel. Soll Griechenland die Eurozone verlassen? Nein, verdammt, Deutschland soll die Eurozone verlassen, dann ist es mir egal, ob die Griechen mit Euro, Drachme oder Käselaiben bezahlen. Soll Angela Merkel nötigenfalls mit einer großen Koalition weiterregieren? Hey, seit wann “regiert” Merkel? Davon habe ich noch nie etwas gemerkt! Aber ich kann mir ein künstlerisches Arrangement aus Merkel, einem Kälberstrick und einem Laternenpfahl vorstellen… Dummerweise kann ich das nirgendwo ankreuzen oder aufmalen.

Eine eigene Meinung läßt sich nicht in Ja/Nein-Kategorien pressen. Alle Umfragen, die eine Meinungspräferenz vorgeben, verfälschen letztlich die öffentliche Meinung. Fragen Sie doch mal linksgrüne Pädagogen, ob sie für mehr Zuwanderung sind. Stellen Sie die Frage richtig, dann bekommen Sie mindestens 80% Ablehnung. Ehrlich. Wie das geht? “Sind Sie für eine verstärkte Zuwanderung unterqualifizierter Muslime, auch wenn Sie deswegen verpflichtet werden, zehn Stunden pro Woche unentgeltlich Deutschunterricht für Zuwanderer abzuhalten, und zusätzlich Ihr Gehalt zugunsten der Sozialhilfe für Zuwanderer um 20% gekürzt wird?”

Solange sie nichts leisten müssen, wissen Politiker nicht nur alles, sondern das auch noch besser. Jürgen Trittin ist so ein Kandidat, der freizügig kritisiert, jedoch Jahre gebraucht hat, um ein vernünftiges Dosenpfand hinzupfriemeln, trotz eines ganzen Ministeriums voller erfahrener Beamter. Da gibt es einen alten Satz aus CDU-Kreisen: Wenn die SPD in der Sahara regiert, passiert drei Jahre lang nichts, dann wird der Sand knapp. Nun, die Grüninnen regieren derzeit Baden-Württemberg, das einstmals reiche “Musterländle”. Mittlerweile ist dort das Geld knapp, die Schulden steigen ebenso wie die Haushalts-Defizite. Winfried Kretschmann hat versagt.

Ich will damit nicht sagen, daß ich es besser könnte. Ich brauche es nicht einmal besser zu können, denn ich kandidiere nirgendwo. Ich strebe kein Amt an, das ich nicht fähig bin auszuüben. Das ist eine der Lektionen, die einem das Leben auferlegt: die Einsicht in das, was man nicht kann. Ich bevorzuge, ein freier Mensch zu bleiben, mich den eigenen Gedanken hinzugeben, ohne die Pflichten und Lasten eines Amtes. In einem Amt hätte ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Amt ernst nehmen und alles tun, um dem Amt gerecht zu werden, woraus folgt, daß ich für nichts sonst mehr Zeit habe, oder es merkelhaft auszuüben, also das Amt schleifen lassen und nur gelegentlich per Zuruf etwas zu regeln.

Für ein Problem eine Lösung zu suchen, geht entschieden einfacher, wenn man selbst nicht Teil des Problems ist. In vordemokratischen Zeiten wurden in die Ämter Fachleute gesetzt, die das, was sie tun sollten, aus langen Jahren der Arbeitserfahrung heraus gekannt haben. Im Prinzip hatten diese Minister Grund- und Mittelschule als Vorbereitung durchlaufen, ehe sie die Oberschulaufgabe als Minister übernommen haben. In der Demokratie sind die Minister Parteifunktionäre, deren Grund-, Mittel- und Oberschule darin bestand, wie man es schafft, in einer Partei ganz weit nach oben zu kommen. Auf das Ministeramt wurden sie nicht im Geringsten vorbereitet. Wie sollen da gute Ergebnisse erzielt werden? Sie haben keine Lösung, sie sind Teil des Problems – und oft genug das Problem selbst!

Mit Glück bekommen wir in der Demokratie brauchbare Minister-Darsteller. Thomas de Maizière ist dafür ein gutes Beispiel. Der Mann hat wie der perfekte preußische Beamte ausgesehen, bis überraschend ein Problem aufgetaucht ist, daß ihn als unfähig entlarvt hat. Solange ein Schiff in ruhigen, sicheren Gewässern fährt, genügt es, wenn der Kapitän in seiner Uniform gut aussieht. Jedoch wird kein Schiff nur in ruhigen, sicheren Gewässern fahren, und dann ist nicht gefragt, wie gut der Kapitän aussieht, sondern wie gut er das Schiff zu führen weiß. In den 64 Jahren BRD hatten wir viele schmucke Kapitäne im Regierungskabinett, doch kaum einen einzigen, der wirklich das Schiff zu führen in der Lage gewesen war.

Ein freier Mensch denkt selbst, und er läßt sich in diesem Denken nicht beirren. Konventionen wurden eingeführt, um Denkblockaden zu errichten. Insofern ist freies Denken anarchisch. Bei diesem Denken gilt nur ein einziges Gesetz, und zwar das eine, universelle, das alle Gesetzbücher der Welt in einem einzigen Satz zusammenfaßt: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem Andern zu. Das ist der kategorische Imperativ eines Immanuel Kant, das ist die Freiheit des Andersdenkenden einer Rosa Luxemburg, das ist der Satz, daß die eigene Freiheit da endet, wo die Freiheit des Anderen anfängt. Und sogar das ganze Christentum ist darin enthalten: Liebe (Respektiere) deinen Nächsten wie dich selbst!

Das eigene Denken erschließt ganze Universen. Nur die Grenzen, die Sie sich selbst setzen, beschränken Sie wirklich. Das Rüstzeug für diese Gedankenreisen besteht aus ein wenig Logik, ein paar Annahmen, einer Prise Phantasie und – Ihnen selbst. Heben Sie in der Schafsherde den Kopf und schauen Sie, wohin die Reise geht. Schafe werden geschoren und geschlachtet, wollen Sie dem ach so guten Hirten wirklich unbedingt folgen? Das gute Futter ist nur ein paar Schritte entfernt, nicht mitten in der Herde.

Äußere Ketten kann Ihnen ein Fremder abnehmen, doch damit sind Sie noch lange nicht frei. Innere Ketten kann Ihnen niemand anlegen und niemand abnehmen, nur und ausschließlich Sie selbst. Wenn Sie sich nicht die Freiheit zu denken nehmen, wird sie Ihnen keiner schenken. Anders ausgedrückt, als Schaf geboren zu werden und in der Herde aufzuwachsen, ist Schicksal. Aber ein Schaf zu bleiben und der Herde zu folgen, ist eine persönliche Entscheidung. Selbst wenn Ihnen gar nichts an der Freiheit liegt, sollten Sie sich zumindest bewußt sein, daß Sie selbst es sind, der sich für die Herde entschieden hat. Die Herde bietet Gesellschaft, Futter und Schutz, wenn Ihnen das wichtiger ist als die persönliche Freiheit, dann dürfen Sie sich sogar ganz bewußt dafür entscheiden, der Herde zu folgen.

Eine totale Freiheit ist heute beinahe unmöglich. Der mittelalterliche Einsiedler, der fern allen Menschen im tiefen Wald nur Gott nahe sein wollte, ist dafür ein Modell. Wir leben in Abhängigkeit zu unserer Umwelt, ob wir Schuhe kaufen oder Lebensmittel, ob wir Strom nutzen oder mit dem Auto fahren. Zeitung, Fernsehen, Internet – wir benutzen die Informationskanäle, die uns die moderne Welt bietet. Der Einsiedler hat schon nichts mehr von dem erfahren, was auch nur zehn Kilometer entfernt von ihm passiert ist. Er mag dadurch der Pest entgangen sein oder einem Kriegshaufen, doch um den Preis, daß es keine Hilfe gegeben hat, sollte er sich ein Bein brechen. Die totale Freiheit ist immer die Freiheit von Schutz und Hilfe, sollte ein Bär den Einsiedler besuchen, war er diesem Teil der Natur ausgeliefert.

Die totale Freiheit gibt es nicht, doch für fast jeden von uns gibt es mehr Freiheit, als wir es uns gemeinhin vorstellen. Der Schritt in die Freiheit ist ein Schritt der Selbstbefreiung. Wagen Sie es, anders zu sein, wagen Sie es, selbst zu denken! Dieses Abenteuer ist unbezahlbar, da für Geld nicht zu kaufen. Was Sie denken sollen? Um Gottes Willen, glauben Sie wirklich, darauf gebe ich Ihnen eine Antwort? Sie sollen doch gerade Ihren eigenen Weg suchen, jenseits des kartierten Geländes! Ich kann Ihnen also gar keine Antwort geben, weil ich das selbst nicht weiß.

Die Gedanken sind frei – und wer sich in seinem Denken nicht beschränken läßt, erhält als Lohn für seine Mühen die persönliche Freiheit.

©Michael Winkler

(380)

Hör zu Pofalla, nichts ist beendet

On August 14, 2013, in Schall und Rauch, by admin

Der für Geheimdienste zuständige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla erklärte selbstherrlich die NSA-Affäre für beendet. Er begründet das Ende der öffentlichen Diskussion mit der Behauptung: “Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung” und er brachte die Neuigkeit: “Die US-Seite hat uns den Abschluss eines No-Spy-Abkommens angeboten.

Sehr witzig, wie wenn das Versprechen von irgendeinem US-Geheimdienstler etwas wert wäre. Der Chef sämtlicher US-Geheimdienste, James Clapper, hat im März 2013 nachweislich Kongressabgeordnete über die NSA-Datensprecherung angelogen. Er sagte, die NSA sammele nicht Informationen über Millionen US-Bürger. Nach den Snowden-Enthüllungen räumte Clapper selbst ein, dass seine Aussage falsch gewesen sei. Sie würden doch millionenfach Gesprächsdaten speichern.

Auch NSA-Chef General Keith Alexander ist ein Lügner. Im März 2012 hat er auf Fragen bei einer Kongressanhörung, die sich auf die Informationen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters James Bamford beriefen, die NSA würde Stimm- und Digitalaufzeichnungen von US-Staatsbürgern vornehmen, die NSA speichert nicht solche Daten, geantwortet. Siehe “NSA-Chef Alexander ist auch ein Bilderberger“.

Wer die Unverschämtheit hat, sogar das eigene Parlament anzulügen, von dem ist das Versprechen, Deutschland nicht auszuspionieren, völlig wertlos. Ausserdem, wenn es keine Spionage der USA laut Pofalla gibt, wieso braucht es dann ein No-Spy-Abkommen? Der Dummschwätzer widerspricht sich doch.

Ja, US-Spionagechef Clapper ist ein Lügner den Obama sogar noch im Amt hält. Den beiden soll man irgendetwas glauben? Wenn Merkel und ihr Schosshund Pofalla das tun, dann sind sie Idioten, was sie nicht sind. Sie wollen einfach das Thema wegen der kommenden Wahl vom Tisch haben und liefern deshalb eine dumme Ausrede und Täuschung nach der anderen. Man beachte den genauen Wortlaut der folgenden Aussagen die Pofalla von sich gab:

Die NSA und der britische Nachrichtendienst haben erklärt, dass sie sich in Deutschland an deutsches Recht halten.

• “Die NSA hat uns schriftlich versichert, dass sie Recht und Gesetz in Deutschland einhält.

• “Unsere zentrale Forderung, dass auf deutschem Boden deutsches Recht eingehalten werden muss, wird demnach durch die NSA erfüllt.

• “Auch der britische Nachrichtendienst hat uns mündlich und schriftlich versichert, sich an Recht und Gesetz in Deutschland zu halten.

• “Die Grundrechte unserer Bürgerinnen und Bürger in Deutschland werden gewahrt.

Fällt euch was auf? Ich habe “Deutschland” und “deutschen Boden” aus einem Grund fett geschrieben, weil Pofalla das so betont. Es ist eine Täuschung. Wir wissen doch, die britischen und amerikanischen Militärbasen und Geheimdiensteinrichtungen in Deutschland sind “exterritorial”, dort gilt deutsches Recht und das Grundgesetz überhaupt NICHT!!! Von dort wird aber die ganze Datenspionage durchgeführt und Merkel und Pofalla wissen das.

Die NSA und CIA sowie MI6 und CGHQ können in Deutschland so viel abhören wie sie wollen, ohne formell deutsches Recht zu brechen. Später kann man dreist sagen, ja wir haben Deutschland gemeint und nicht die Abhöranlagen der Alliierten, die wohl innerhalb der deutschen Grenze sich befinden, aber auf fremden Territorium das nicht zu Deutschland gehört. Deutschland ist nicht souverän und es gilt Besatzungsrecht. Die Bundesbürger werden bewusst mit Wortspielereien angelogen.

Deshalb, hör zu Pofalla, nichts ist beendet und das Thema bleibt aktuell!

———————————-

Da die NSA das ganze Internet zu einem Abhör- und Spionagewerkzeug pervertiert hat und der Staat uns nicht davor schützt, habe ich mir Gedanken gemacht, wie man in Zukunft anonym und ohne Verletzung der Privatsphäre das Internet weiter benutzen kann. Nach einigen Recherchen bin ich auf ein neues Gerät gestossen, das genau diesen Schutz garantieren soll. Es wird zwischen PC und Router gestellt und verschlüsselt und anonymisiert den Datenstrom. Ich teste es gerade und werde demnächst meinen Erfahrungsbericht darüber bringen. Denkt dran, wir müssen nur von einem beschützt werden, von diesem Polizeistaat selber.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog

(243)

WordPress Blog